Warum so zimperlich?

Hallo coco,

also erstmal danke für dein Interesse. Ich dachte auch schon dies wäre nur ein
„meating point“ für religiöse Fundamentalisten. Aber nun gut. Ich habe den Film
leider nicht gesehen. Aber eines kann ich als „ebenfalls erzogener“ Christ mal in
den Raum hinein behaupten: Ich kann mir kaum Vorstellen, dass ein Mann wie Jesus
keinen Humor hatte oder geschweige denn sich selbst derart Hochsterilisieren
lassen wollte. Oder das er für mehr als genug Diskussionen und Kathastrophen
herhalten wollte. Auch glaub ich das er kein Mann ohne jegliche menschliche Ader
war. Heißt es nicht von ihm, dass der Mensch nach Gottes Ebenbild geschaffen
wurde? Was meinst du (oder auch die anderen hier lustig postenden) dazu?

lg ronny

Hallo ihr lieben wwwler,

hab mir mit viel Mühe und Geduld heut mal diesen Tread durchgelesen. Hmmm. Also
mal ergänzend zu den Posts, die ich eh schon unten gemacht habe, möchte ich nur
noch einige Dinge klarstellen.

  1. Ich selbst bin christlich erzogen worden (evangelisch um genau zu sein)

  2. Ich glaube an Gott (aber ich bin mir ziemlich sicher an einen anderen Gott als
    die meisten, die hier gepostet haben.

  3. Ich greife keinerlei Personen hier an.

  4. Warum spielen sich so viele hier emotional auf und verteidigen etwas, woran
    sie im „normalen Leben“ zwar vielleicht glauben, es aber eher nicht verstehen?

  5. Kann ich nur auf die Antwort von mir an coco verweisen.

  6. Wer mir Intoleranz vorwirft, sollte einmal überlegen, wo ich jemandens
    Freiheit beschnitten habe.

  7. Trotzdem Danke ich allen und versuche es „Jesus“ vs „Gott“ gleich zu tun. Ich
    liebe alle.

Also liebe Grüße
Ronny

Hallo tigger,

Gegenfrage: Wie würde das Geliebte Wesen reagieren? Wenn du eine Antwort darauf
gefunden hast, weisst du wie ich darüber denke und fühle.

lg ronny

Hallo Ronny

Ich kann mir kaum Vorstellen, dass ein Mann wie Jesus
keinen Humor hatte oder geschweige denn sich selbst derart
Hochsterilisieren lassen wollte.

You made my day!

Nix für Ungut

Grus
Wiesel

Hochsterilisieren

War das Lothar Matthäus oder Andi Möller? (oder Kobra Wegmann?)

Sorry hat mich einfach interessiert :wink:

Gruß und Frohe Ostern
franz

kakao

tigger,

Wie würdest Du Dich fühlen, wenn ein Wesen, dass Du
liebst, durch den Kakao gezogen wird? Würdest Du Dich dann
nicht auch verletzt fühlen?

ich bin nicht verpflichtet, den kakao auch noch zu trinken.
eine gewisse souveränität gehört zu einer überzeugung, ansonsten
würde ich sie, wie gesagt, überprüfen.

das heischen nach falsch verstandener toleranz, minderheitengetue
oder gar inanspruchnahme von welpenschutz ist für mich ein zeichen
von grandioser unsicherheit.

gruß,
frank

ist banane obst?
barbara,

das hat etwas mit respekt vor anderen menschen zu tun, denen
diese person heilig ist. wenn du diesen respekt nicht
mitbringst, gibt es in der tat wenig argumente, wieso du nicht
jesus in den schmutz ziehen solltest. nur muss ich dir dann
unterstellen, dass du es nur aus einem grund tust: die
menschen zu beleidigen, denen diese person heilig ist.

mir geht es nicht darum, respektlosigkeit oder beleidigung zu
propagieren.
ich begreife nur die dünnhäutigkeit der sich „betroffen“ fühlenden
nicht.

wie oben an tigger geschrieben, gehe ich von souveränität aus.
ohne diese kann ich auch nicht ehrlich anderes tolerieren.
nun wird aber beständig eingefordert, vom schwachfug bis hin zu
kosmischen feststellungen „tolerant“ zu sein, die zwangsläufig
wiedersprechenden ansichten (in welcher form auch immer) werden aber
gern als beleidigend bis diskriminierend eingeordnet.

anders gesagt: wer sofort beleidigt ist, wenn sein weltbild
angekratzt wird, hat es nur übernommen bzw. nicht selbst erfahren/
durchdacht/gelernt.

nun klar?

gruß,
frank

hallo nochmal,

alles in allem finde ich, dass du ziemlich pauschalisierst in deinem antichristen-feldzug. es gibt ja auch eine menge christen, die nicht in den großen offiziellen kirchen sind: baptisten, methodisten uvm. - diese - und nicht nur diese - leben sehr intensiv und bewusst ihren glauben, und über die katholische kirche gibt es sicher viel negatives zu berichten, aber auch viel positives. es gibt eben nicht nur schwarz und weiß. ich vermute mal, dass christen in der diaspora sich auch nochmal anders mit ihrem glauben auseinandersetzen also solche, die es einfach aus tradition heraus sind. das ist ja auch erstmal „normal“. so wie es normal ist, dass du dir mehr gedanken machen „musstest“ als andere.

ich bin christlich evangelisch sozialisiert, mit allem pipapo :smile: - kindergottesdienst, jugendgruppen etc. für mich ist kirche ein stück heimat dem ich mal näher mal ferner stehe. und ich finde, dass viele christlichen feste wie z.B. ostern oder weihnachten eine menge schönes brauchtum für die familie bereithalten, dass es wert ist, gepflegt zu werden. auch wenn es heidnische elemente in sich hat. wichtig ist doch, was die menschen daraus machen. ob das das gemeinsame plätzchen backen mit mutter ist, oder ostereier bemahlen, die vater vorher ausgeblasen hat, Osterfeuer entzünden, die Nacht durchmachen im schlafsack mit Freunden uswusf, natürlich singen:smile:. …das gibt „sinn“ über das brauchtum hinaus. aber das ist etwas, das man leben muss und mögen muss. ich find das gut. und wenn’s nicht deins ich, erwarte ich die toleranz es den anderen zu lassen.

mein persönliches gelebtes christsein (aber nicht nur meins) hat vor allem mit kritischen denken zu tun, toleranz & engagement. zumindest im ideal - ich sage nicht, dass ich das täglich selbst immer lebe:smile:. sicher gibt es auch viele andere menschen, die anderes damit verbinden - und sich anders verhalten. und das muss auch nicht schlechter sein als mein weg. aber ich sehe definitiv nicht, inwiefern intoleranz oder borniertheit eine sache einer bestimmten religion ist. ich sehe das eher als eine anthropologische konstante an:smile:.

also, soweit ich weiß, wurde haloween aus irland nach amerika
gebracht - inwiefern es dann nach deutschland „zurückkam“,
erkläre mir mal bitte…

Die Tag/Nachtgleiche ist in so gut wie allen älteren
Religionen wichtig. Halloween selbst ist ein keltisches Fest.
Kelten lebten auch in Deutschland.

nicht nur in denen. wobei die tag- und nachtgleiche mmeines wissens um den 22./23. Dezember rum ist - oder verwechsel ich jetzt was?
btw. - es gibt eine menge feste heidnischen ursprungs, die in deutschland und österreich seit jahrhunderten fleißig weiter gepflegt werden, ohne das die kirche sich beschwert, wie z.b. der krampus am 5. dezember (oder schreibt man den mit „g“?) oder eben karneval/fasching in all seinen varianten. aber egal. halloween in seiner heutigen form, und ich denke mal, das wurde kritisiert, ist eine ziemlich amerikanische sache (mit irischem ursprung) und das als ursprüngliches fest zu legitimieren halte ich für ziemlich weit hergeholt.

wie auch immer - gegen deine schlechten erfahrungen kann ich nicht argumentieren, die hast du halt gemacht. ich hab andere gemacht und lebe anders (und bin ja auch christin).

grüßli,

barbara

ok, dann habe ich dich falsch verstanden. bzw. habe über was anderes gesprochen.

ich habe mich ja eher gefragt, was leute für ein motiv haben, die symbole der religion von anderen zu verunglimpfen. also. ich selbst würde *für mich* in anspruch nehmen, respektvoll mit den religiösen gefühlen andere umzugehen (soweit ich davon weiß). damit zeige ich respekt dem anderen menschen gegenüber. es ist einfach für mich eine frage der toleranz und des respektvollen umgangs miteinander - aber wenn das bloße hinterfragen oder eine „schräge“ sicht auf einen glaubenssatz schon gefühle verletzt und mir verboten wird - da würde ich nicht mitgehen.

die frage ist natürlich, wo fängt „verunglimpfung“ und „beleidigung“ an und bis wann ist es „freie meinungsäußerung“ oder „kunst“ oder was auch immer. ich weiß noch, wie sich viele gläubige gegen den film „die letzte versuchung christi“ gewehrt haben, genau mit dem argument, das sei verunglimpfung von jesus crhistus. ich habe den film überhaupt nicht so gesehen - im gegenteil, ich fand ihn sehr gut und respektvoll. dito gab es die aufregung bei dem musical „jesus christ superstar“. und z.b. den comix von haderer, die meines wissens in griechland sogar verboten wurde. kann ich nicht nachvollziehen, diese aufregung - und rufe nach verbot würde ich vehement ablehen - obwohl ich mich als christin bezeichnen würde:smile:. was ich schon ziemlich panne fand, war damals die reklame „ich war eine dose“ und ein foto eines kruzifixes. das fand ich komplett daneben. allerdings:mehr als den kopf geschüttelt hab ich dann auch nicht.

auf jedenfall bin ich d’accord mit dir: wer nicht verträgt, dass eine sache auch von einer anderen seite betrachtet werden kann, der schon „hinterfragen“ als gefahr ansieht, der hat ein problem. der kann nicht wirklich tolerant gegenüber anderen sein. und da hört dann auch eine rücksicht auf, die sonst falsche rücksicht werden würde.

grüßli,

barbara

Hochsterilisieren

Hi,

weder noch. Es war Bruno Labbadia.

Liebe Grüße,

Max

Hallo Anwar,

Lies meine letzte Antwort bitte ganz bewusst. Ich habe Dich
gefragt, wie Du Dich fühlen würdest.

Wenn ich mich so massiv in das Leben anderer einmischen würde,
dann würde ich jedem das Recht zugestehen, mich zu karikieren.

Jesus mischt sich aber nicht in das Leben anderer Leute ein. Das lässte jeder freiwillig oder auch nicht zu. Und leider hast Du die Frage wieder nicht beantwortet. Die Frage drehte sich nicht darum, wie Du zu Deiner eigenen Karrikatur stehst, sondern zu der einer Dir sehr nahestehenden Person.

Gruss
tigger

Hallo Frank,

Wie würdest Du Dich fühlen, wenn ein Wesen, dass Du
liebst, durch den Kakao gezogen wird? Würdest Du Dich dann
nicht auch verletzt fühlen?

ich bin nicht verpflichtet, den kakao auch noch zu trinken.
eine gewisse souveränität gehört zu einer überzeugung,
ansonsten
würde ich sie, wie gesagt, überprüfen.

Wie will Dir das gelingen, wenn eine Karikatur versucht. z. B. Dein Kind oder Deine Frau zu veräppeln? Würdest Du dann Deine Einstellung zu ihnen überprüfen oder sie eher verteidigen wollen?

Gruss
tigger

Hallo,

Jesus mischt sich aber nicht in das Leben anderer Leute ein.

Nicht? Hat er doch! Und wie, möchte ich betonen. So sehr, dass er schließlich als Aufrührer hingerichtet wurde.

Die Frage drehte
sich nicht darum, wie Du zu Deiner eigenen Karrikatur stehst,
sondern zu der einer Dir sehr nahestehenden Person.

Oh, da solltest Du uns (also mich und meine Freundin) mal live erleben, wir sind sicherlich gegenseitig die besten Kariakturisten voneinander und haben einen ziemlichen Spaß daran.

Grüße,

Anwar

.

Nabend,

Nachdem schon Winnetou durch den Kakao gezogen wurde kann mich
nichts mehr Schrecken. Eine Persiflage über Mohammed - a la
„Life of Brian“ zum Beispiel - fände ich vielleicht ganz
lustig.

Du schon… Ich womöglich auch, ich kann übrigens auch über Life of Brian lachen (genau genommen liebe ich den Film) - ich lasse mich davon auch weder in meinem Glauben erschüttern noch finde ich es besonders anstössig, aber ich kann verstehen, dass es andere Menschen so empfinden.

„Allah ist groß, Allah ist mächtig, er hat einen Arsch von
drei Meter sechzig.“

„Arsch“ ist einfach nur ein vulgäres Wort. Wenn man das

Ähm, das ist eine der harmlosesten Varianten… Die anderen erspar ich uns :wink: Worum es mir nur ging ist zu zeigen, dass eigentlich harmlose Sachen, die man selber als völlig albern und in keiner Weise weltbewegend ansieht, trotzdem eine Menge Leute ganz gehörig vor den Kopf stoßen und auch verletzen können.

Das mag auch für einige der Diskussionen, die hier im Moment laufen, gelten. Ich diskutier ja fröhlich mit, kann das aber nur, weil ich mich in den allermeisten Fällen nicht wirklich angegriffen fühle und mein Weltbild gefestigt genug ist, dass es nicht allzu schnell ins Wanken gerät :smile:

Frohe Ostern (das etwas weiter oben so oft geäußerte „Halleluja“ erspar ich uns mal :smile:)

Christian

Hallo,

alles in allem finde ich, dass du ziemlich pauschalisierst in
deinem antichristen-feldzug. es gibt ja auch eine menge
christen, die nicht in den großen offiziellen kirchen sind:
baptisten, methodisten uvm. - diese - und nicht nur diese -
leben sehr intensiv und bewusst ihren glauben,

Ich bezog mich hier eher auf die 50 Millionen Katholiken und Protestanten, die die absolute Mehrzahl der Christen stellen. Ansonsten habe ich eben nur mit den Zeugen Jehovas persönliche Erfahrungen gemacht.

das ist ja
auch erstmal „normal“. so wie es normal ist, dass du dir mehr
gedanken machen „musstest“ als andere.

Nun, dass man unreflektiert so etwas wichtiges wie die Religion übernimmt, finde ich eben nicht normal. Ich finde da sollte man sich eben schon Gedanken machen.

ich bin christlich evangelisch sozialisiert, mit allem pipapo

-) - kindergottesdienst, jugendgruppen etc. für mich ist

kirche ein stück heimat dem ich mal näher mal ferner stehe.

Und das ist eben die Krux (no pun intended). Die Kirche greift sich die Kinder in einem Alter, in dem sie noch geformt werden und trichtert ihnen dabei pro-kirchliche Propaganda ein. Dies geht soweit, dass viele nicht nur nicht wissen, sondern nicht wissen wollen, dass viele „kirchliche“ Einrichtungen nur zu 5% von der Kirche bezahlt werden (was ich recht unmöglich finde, in einem sekularen Staat).

und ich finde, dass viele christlichen feste wie z.B. ostern
oder weihnachten eine menge schönes brauchtum für die familie
bereithalten, dass es wert ist, gepflegt zu werden.

Oh, da bin ich durchaus mit Dir einer Meinung. Der Grund, warum ich gestern nicht geschrieben habe, war, dass wir mit unseren Freunden unseren „traditionellen“ Osterbrunch zelebriert haben. Völlig ohne religiösen Schnickschnack versteht sich.

auch wenn
es heidnische elemente in sich hat. wichtig ist doch, was die
menschen daraus machen. ob das das gemeinsame plätzchen backen
mit mutter ist, oder ostereier bemahlen, die vater vorher
ausgeblasen hat, Osterfeuer entzünden, die Nacht durchmachen
im schlafsack mit Freunden uswusf, natürlich singen:smile:.

Klar, bin ich sofort dabei. Nur was hat das mit der Kirche zu tun? Bzw. wozu braucht man da die Kirche?

aber ich sehe definitiv nicht, inwiefern intoleranz oder
borniertheit eine sache einer bestimmten religion ist. ich
sehe das eher als eine anthropologische konstante an:smile:.

Nun, die schlimmsten Exzesse der Menschheitsgeschichte wurden nun mal im Namen des Glaubens begangen, wobei der christliche Glauben dabei nochmal besonders hervorsticht. Es stimmt also, Intoleranz und Aggressivität sind menschlich, aber Religionen bieten dafür einen unheilvollen Katalysator.

nicht nur in denen. wobei die tag- und nachtgleiche mmeines
wissens um den 22./23. Dezember rum ist - oder verwechsel ich
jetzt was?

Ja, da verwechselst Du was. :smile:
Leider ist das genaus symptomatisch, für das, was die Kirchen getan haben: Die durchaus sinnvollen und nachvollziehbaren vorchristlichen Traditionen auslöschen und mit irgendeinem Fest belegen.
Es gibt zwei Sonnenwenden (im Sommer und im Winter). Der Tag der Sonnenwende ist der längste (Sommer) bzw. kürzeste (Winter) Tag. Die Tag-Nacht-Gleichen (Äquinoxe) sind im Frühling (Ostern) und Herbst. An diesen tagen sind Tag und NAcht genau gleich lang.

egal. halloween in seiner heutigen form, und ich denke mal,
das wurde kritisiert, ist eine ziemlich amerikanische sache
(mit irischem ursprung) und das als ursprüngliches fest zu
legitimieren halte ich für ziemlich weit hergeholt.

Mehr Propaganda, toll. Halloween ist ursprünglich eine keltisches Fest, kein ausschließlich irisches. Die Kelten auf Irland zu reduzieren ist ungefähr so, als würde man sagen Chinesen sind Ostasiaten.

wie auch immer - gegen deine schlechten erfahrungen kann ich
nicht argumentieren, die hast du halt gemacht. ich hab andere
gemacht und lebe anders (und bin ja auch christin).

Du könntest Dir allerdings überlegen, warum ich diese schlechten Erfahrungen gemacht habe und die Augen aufhalten, ob diese sich bei anderen Personen in Deiner Gemeinde wiederholen könnte. Das ist der Grund warum ich schreibe.

Grüße,

Anwar

glaube und emotionen

Ich bezog mich hier eher auf die 50 Millionen Katholiken und
Protestanten, die die absolute Mehrzahl der Christen stellen.
Ansonsten habe ich eben nur mit den Zeugen Jehovas persönliche
Erfahrungen gemacht.

wer bin ich, dich missionieren zu wollen:wink: - ich denke, bei so vielen Menschen wirst du immer eine relativ konstante Menge Blödmänner finden - natürlich gibt es die unter Christen genauso wie unter anderen Menschen - gläubig oder nicht. wenn man natürlich eine bestimmte gruppe mit argusaugen misstrauisch betrachtet, wird man vielleicht eher das negative sehen. these:smile:.

das ist ja
auch erstmal „normal“. so wie es normal ist, dass du dir mehr
gedanken machen „musstest“ als andere.

Nun, dass man unreflektiert so etwas wichtiges wie die
Religion übernimmt, finde ich eben nicht normal. Ich finde da
sollte man sich eben schon Gedanken machen.

das ist eine bloße unterstellung von dir, dass das immer unreflekiert ist. ich find es erstrebenswert, meine kinder in meinem „glauben“ zu erziehen und ihm die werte mitzugeben, die man selber für wichtig hält. wenn man mit kirche aufwächst, heißt das nicht unbedingt, dass man auch als erwachsener weiter „am ball“ bleibt. wenn das aber der fall ist, hat es auch was von „familie“ und von „zu hause“. d.h. man findet sicher nicht alles gut und tante erna nervt:smile:, aber es ist eben die familie: ich kenne z.B. sehr viele katholiken, die eine menge an ihrer kirche nicht gut finden, die aber eben auch so viel positives mitnehmen und erleben - und diese erfahrung hast du eben nicht gemacht. religion und glaube ist eben keine sache, die man über den kopf entscheidet, sondern das hat sehr viel mit emotionen zu tun. wenn dir dieser zugang verwehrt ist, finde ich es auf jedenfall ziemlich daneben, alle, die diesen zugang durch ihre biographie haben als unreflekiert zu bezeichnen.

mir fällt auch immer auf, dass z.B. konvertiten oft viel überzeugter alle regeln einhalten, viel missionarischer sind, viel „extremer“ als es menschen sind, die mit einem glauben aufgewachsen sind. frühere nachbarn von mir waren z.B. baptisten, die haben einen sehr selbstverständlichen, unaufgeregten umgang mit ihrem glauben gepflegt. als eine freundin von mir zu den baptisten übergetreten ist, war sie erstmal einige jahre nicht zu gebrauchen, weil man ständig gezwungen war alle glaubenssätze durchzudiskutieren. ein anderes thema war eine ganz zeit kaum möglich. (und zwar nicht, weil ich so lust hatte, über abtreibung= mord und schwule = sünder zu diskutieren)

Und das ist eben die Krux (no pun intended). Die Kirche greift
sich die Kinder in einem Alter, in dem sie noch geformt werden
und trichtert ihnen dabei pro-kirchliche Propaganda ein. Dies

also von „greifen“ kann keine rede sein - das ist ja wohl job der eltern:smile:. und die entscheiden, wie ihre kinder erzogen werden. ich kann mich auch nicht erinnern, prokirchlicher propaganda ausgesetzt gewesen zu sein :smile: (da hätten meine eltern auch nicht mitgemacht, mein vater ist nämlich anfang der 60er aus der katholischen kirche ausgetreten (was damals keineswegs so selbstverständlich war wie heute!) und erst mitte der 80er jahre aus überzeugung in die evangelische eingetreten) - meine brüder waren z.B. auch nicht in dem ganzen kinder- und jugendprogramm:smile: - ich wollte von alleine hin (übrigens hat mein einer bruder kirchlich geheiratet und ich nicht:smile:). - mein pfarrer, der mich konfirmiert hat, war ein sehr kritischer, aufgeklärter und politischer mann, der immer wieder auch in der kirche angeeckt ist. er war in der bekennenden kirche, im dritten reich im widerstand, auch im gefängnis als ganz junger spund - und hat später immer für gerechtigkeit gekämpft - und nicht immer verloren. er hat mich und meine sicht auf christ-sein sehr geprägt.

auch wenn
es heidnische elemente in sich hat. wichtig ist doch, was die
menschen daraus machen. ob das das gemeinsame plätzchen backen
mit mutter ist, oder ostereier bemahlen, die vater vorher
ausgeblasen hat, Osterfeuer entzünden, die Nacht durchmachen
im schlafsack mit Freunden uswusf, natürlich singen:smile:.

Klar, bin ich sofort dabei. Nur was hat das mit der Kirche zu
tun? Bzw. wozu braucht man da die Kirche?

„man“ bzw. du offensichtlich nicht:smile:, ich will dich ja gar nicht überzeugen in eine kirche einzutreten, damit du in ruhe ostereier bemalen kannst *gg*. aber diese dinge sind für mich teil der tradition um meine kirche und ihr brauchtum herum. das gehört zusammen. ich überlege z.B. auch, ob ich mit meinem kind jeden abend beten soll. mal sehen, wenn es soweit ist…

Nun, die schlimmsten Exzesse der Menschheitsgeschichte wurden
nun mal im Namen des Glaubens begangen, wobei der christliche
Glauben dabei nochmal besonders hervorsticht. Es stimmt also,
Intoleranz und Aggressivität sind menschlich, aber Religionen
bieten dafür einen unheilvollen Katalysator.

naja, der muslimische glaube hat sich diesbezüglich ja erstaunlich negativ gemausert - wobei man gerade hier gut sieht, dass der glaube ja oft vorgeschoben wird. mir fallen spontan mehrere angeblich im namen gottes durchgeführte kriege bzw. kreuzzüge ein, die meist nur eins im sinn hat: machterweiterung eines königs oder machterhalt, ressourcenerweiterung u.ä… dass die kirche hier unheilvoll unterstützt und mitgemacht hat, bestreite ich gar nicht. da gibt es nichts zu beschönigen.

egal. halloween in seiner heutigen form, und ich denke mal,
das wurde kritisiert, ist eine ziemlich amerikanische sache
(mit irischem ursprung) und das als ursprüngliches fest zu
legitimieren halte ich für ziemlich weit hergeholt.

Mehr Propaganda, toll. Halloween ist ursprünglich eine
keltisches Fest, kein ausschließlich irisches. Die
Kelten auf Irland zu reduzieren ist ungefähr so, als würde man
sagen Chinesen sind Ostasiaten.

also, ich bleibe dabei, das fest in seiner heutigen form, und darum ging es, beruht auf irischen bräuchen und kam hierher allein, weil es ein paar mal zu oft in amerikanischen serien zu sehen war. da jetzt eine ur-keltische besinnung zu sehen halte ich für ziemlich gewagt:smile:)). ein anderes thema ist, dass diese zeit in anderen regionen und völkern (auch keltischen) sicher auch feierlich begangen wurde. ich reduziere also die kelten nicht auf die iren. (aber ich diskutiere mit dir jetzt nicht die siedlungsräume von kelten und germanen, da kannst du gerne in geschichte gehen…)

wenn dich übrigens diese ur-formen und ursprünge von kulten, feiern und märchen interessieren, empfehle ich dir heiß:
http://www.buecher.de/verteiler.asp?site=/artikel.as…
kommt jetzt auch neu raus!

Du könntest Dir allerdings überlegen, warum ich diese
schlechten Erfahrungen gemacht habe und die Augen aufhalten,
ob diese sich bei anderen Personen in Deiner Gemeinde
wiederholen könnte. Das ist der Grund warum ich schreibe.

ich bin ja keine Psychologin, wieso du welche Erfahrungen gemacht hast und wie verarbeitet hast, steht mir nicht zu zu beurteilen. interessant finde ich, dass dich das so geprägt hat, dass du eben nicht einfach gleichgültig bist, wie andere, die mit einer bestimmten religion halt nix zu tun haben. zu deiner letzten benerkung habe ich ja schon zu anfang was geschrieben, natürlich kenne ich auch intolerante Menschen in der Kirche - aber solchen Menschen begegne ich eben genauso außerhalb der Kirche. Und wenn ich mir hier den „heidnischen“ Osten anschaue, kann ich auch nicht feststellen, dass eine völlige Kirchenferne die Menschen zu besseren und toleranteren Menschen macht - im gegenteil.

grüße,

barbara

Hi, tut mir Leid, dass ich erst jetzt antworte.

Gegenfrage: Warum?

Ist es notwendig, jemanden in seinem Glauben zu verletzen?

Warum verletzte ich dich in deinem Glauben? Heißt Glaube nicht
Vertraun? Und kann
Vertrauen so leicht verletzt werden?

Du nimmst damit keinen Glauben an Gott, sondern Du beleidigst den Gläubigen. Ganz einfach.

Ist es nicht vielmehr ein Zeichen absoluter Intoleranz gerade
von Menschen, die sich ach so tolerant dünken, Gruppierungen
durch den Kakao zu ziehen, die sie nicht verstehen können?

Wer zieht den einzelnen durch den Kakao?

Ich glaube, diese Frage verstehe ich nicht. Wenn jemand beleidigt wird, ist wohl eindeutig, wer „Täter“ und wer „Opfer“ ist, zumal ja in unserer Zeit kaum noch irgendwo offensive Missionierungsversuche stattfinden.

Ist das nicht der Anfang von Diskriminierung?

Wo ist der Anfang von Intoleranz?

Da, wo man Menschen beleidigt, nur weil man sie nicht versteht.

Denk mal drüber nach.

Dito

Ich antworte niemandem, ohne vorher darüber nachgedacht zu haben.

Liebe Grüße
Ronny

Grüßle,

Susanne