Warum sollen wir uns an Hurbinek erinnern?

Im März 1945 starb in Auschwitz das Kind Hurbinek.
Es starb in den Krankenbaracken, die nach der Befreiung von Auschwitz dort errichtet worden waren.
Primo Levi hat das Leben und Sterben dieses Kindes bezeugt.

In den ersten Märztagen 1945 erwacht in Auschwitz wieder das Leben. Die Todkranken sind gestorben,
die Übriggebliebenen beginnen sich zu erholen. Primo Levi liegt in einem Raum mit 20 Betten.
Er fühlt sich leicht wie eine Wolke, ausgehungert und durchfroren, aber der Kopf ist frei.
Er ist wieder fähig, mit der Welt Kontakt aufzunehmen. In diesem Augenblick begegnet ihm Hurbinek.

Levi nennt ihn den Kleinsten, Hilflosesten und Unschuldigsten unter den Kranken.
Der wilde Lebenswille des Kindes zieht die Aufmerksamkeit aller an.

Hurbinek ist ein Nichts, ein Kind des Todes. Er ist vielleicht drei Jahre alt, niemand weiß etwas von ihm.
Er kann nicht sprechen und hat keinen Namen. Den merkwürdigen Namen Hurbinek hat ihm eine der polnischen Helferinnen gegeben, die mit diesen Silben die unartikulierten Laute, ie der Kleine manchmal von sich gibt,
gedeutet hat.

Hurbinek ist von den Hüften abwärts gelähmt. Seine Beine, dünn wie Stöckchen, sind verkümmert.
Aber seine Augen, eingesunken in dem ausgezehrten dreieckigen Gesicht, funkeln lebendig.
Sie sind fordernd und voller Lebensanspruch, erfüllt von dem Willen, sich zu befreien,
das Gefängnis der Stummheit aufzubrechen. Die Sehnsucht nach dem Wort, das ihm fehlt, spricht aus seinem Blick,
einem Blick, den niemand ertragen kann, so sehr ist er durchdrungen von Kraft und Leid.

Niemand hat sich die Mühe gemacht, ihn sprechen zu lehren. Niemand, außer Henek.
Henek ist ein kräftiger ungarischer Junge von 15 Jahren. Er sitzt den halben Tag an Hurbineks Bett.
Ruhig und hartnäckig sitzt er neben dem Kind, immun gegen die traurige Macht, die von ihm ausgeht.
Er bringt Hurbinek zu essen, er macht ihm das Bett, legt ihn trocken und spricht zu ihm, ungarisch natürlich,
mit langsamer und geduldiger Stimme.

Nach einer Woche verkündet Henek ernst, daß Hurbinek ein Wort sage, ein schwieriges Wort, kein ungarisches,
irgend etwas wie Mass-Klo, Matisklo. In der Nacht lauschen alle angestrengt: tatsächlich, aus der Ecke, wo Hurbinek liegt, kommt von Zeit zu Zeit ein Laut, ein Wort. Nicht immer das gleiche, aber es ist ein artikuliertes Wort.

Hurbinek setzt seine beharrlichen Versuche fort, solange er lebt. In den folgenden Tagen hören ihm alle schweigend zu, ängstlich bemüht zu verstehen, denn alle Sprachen Europas sind in dem Raum vertreten,
aber Hurbineks Wort bleibt dunkel. Vielleicht ist es sein Name, wenn er je einen besessen hat;
vielleicht will er, nach einer der Vermutungen, Essen sagen oder Brot, oder auch Fleisch.

Hurbinek, drei Jahre alt und vielleicht in Auschwitz geboren, Hurbinek, der nie einen Baum gesehen hat,
er hat bis zum letzten Atemzug gekämpft, um Zutritt in die Welt der Menschen zu erhalten.
Hurbinek, der Namenlose, dessen winziges Ärmchen doch mit der Tätowierung von Auschwitz gezeichnet war,
er stirbt in den ersten Tagen des März 1945, frei, aber unerlöst. Nichts bleibt von ihm als die Erinnerung,
die Primo Levi uns anvertraut hat.

Seit ich von Hurbinek weiß, denke ich an ihn. Manchmal ist er mir ganz nah.
Ich wünsche mir, alle Kinder und Erwachsenen auf dieser Welt und besonders in Deutschland
würden von Hurbinek hören und lesen. Sein Name und sein kurzes Leben sollten in allen Lesebüchern zu finden sein.
Ich würde Straßen nach ihm benennen und Alleen. Warum? Welchen Sinn kann es haben, den kleinen Hurbinek zu kennen? Erreicht ihn unsere Solidarität im nachhinein? Wir können ihm seine geraubte Zukunft nicht wiedergeben.
Wird die Erinnerung an ihn einem Kind, das heute bedroht ist, das Leben retten?
Verwandelt die Erinnerung an ihn nur ein wenig unser Verhalten, macht sie uns ein wenig menschlicher?
Warum sollen wir uns an Hurbinek erinnern?

diese Geschichte erinnert mich fatal an die „selbsterlebten“ Sonntagsgeschichten, die die Pfaffen immer von der Kanzel reden. Oder an die Geschichten der Überlebenden von Auschwitz, die Auschwitz nie gesehen haben und die Hitlerzeit in der Schweiz verbrachten.
Grüße
Raimund

Inhaltlich schließe ich mich der Argumentation von Raimund Brendle an. Ein schönes, auf die Tränendrüsen einwirken (des / sollendes) Geschichtchen…
Nur: In Auschwitz gab es damals viele Krankenbaracken, gar nicht weit weg von den Krematorien. Es brauchte nicht eine einzige im März 45 neugebaut werden, und wurde auch tatsächlich keine!!!
Soviel zum Kapitel Wahrheit!

Übrigens, was würde man heute, in Israel, in Holland oder anderswo, mit einem derartigen Lebewesen staatlicherseits angeregt anstellen??? - War da mal nicht irgendwo die Rede von unnützem Leben? Unnützen Menschen gar???
In der BRD ist das, noch!!!, ein wenig verschämter gehandhabt, noch!!!

Ach ja, Wahrheit! Richtiger!!! Weg! Umgang mit Menschen …
Wo schon bei der Wahrheit gedrechselt und herumgeschraubt wird…

Euer Norbert.

schmattes

Übrigens, was würde man heute, in Israel, in Holland oder
anderswo, mit einem derartigen Lebewesen staatlicherseits
angeregt anstellen???

schon wieder israel? was ist dein problem? hier gibt es keine
euthanasie.

Nein, die gibt es in Israel nicht.

Aber ich habe in den letzten 2 Wochen irgendwo einen sehr ausführlichen Beitrag gelesen zum Thema Genforschung.
Da wurde Israel und der jüdische Glaube ausdrücklich erwaänht.
Weil es da nämlich keine ethischen Vorbehalte zur Menschenzüchtung aus religiöseer Sicht gibt. Dort wird die Nutzung menschlicher Keimzellen, wenn es der Zeugung von Nachwuchs dient, ausdrücklich positibv bewertet.

Das gibt mir schon zu denken. Denn wenn die gekloneten Supermenschen kommen, dann müssen ja die unvollkommenen Alten irgendwo hin. Aber Israel hat ja damit Erfahrung. Die schicken sie dann in die Wüste zu den Arabern und wenn es denen in der recht unwirtlichen Wüste ncht gefällt, sind sie selber schuld.

Gernot Geyer

Ich habe auch noch den Artikel gefundfen „Der Spiegel Nr. 24“:

"11. Juni 2001

B I O T E C H N I K

Vorsprung durch Glauben

Das kleine Israel ist ein Gigant in der Biotechnik. Vor allem in der Stammzellforschung sind die Israelis Weltspitze, nirgends gibt es so viele Kliniken für die künstliche Befruchtung. Für Rabbiner sind Embryonen nicht schutzwürdiger als Spermien, gesetzliche Fesseln gibt es kaum. …"

Gernot Geyer

Dort wird die
Nutzung menschlicher Keimzellen, wenn es der Zeugung von
Nachwuchs dient, ausdrücklich positibv bewertet.

nutzung? sowas wie in vitro? ein alter hut. menschenzucht beginnt
aber erst beim gezielten toeten unerwuenschter
‚minderwertiger‘ embryos.

man kann gar nicht sagen, wie ‚die juedische religion‘ zur
bioethik steht. es gibt so viele stroemungen und keine autoritaet
wie etwa der papst eine ist. 10 juden - 20 meinungen. aber
menschenzucht und euthanasie ist verboten. wenn sogar das
vergeuden von samen eine suende ist (arme maenner, hihi), dann
wohl erst recht das umbringen von embryos…

Das gibt mir schon zu denken. Denn wenn die gekloneten
Supermenschen kommen, dann müssen ja die unvollkommenen Alten
irgendwo hin. Aber Israel hat ja damit Erfahrung. Die schicken
sie dann in die Wüste zu den Arabern und wenn es denen in der
recht unwirtlichen Wüste ncht gefällt, sind sie selber schuld.

ist ein netter witz, hihi. nein, leider, die alten sind im
altersheim wie in so ziemlich allen westlichen laendern.

Für Rabbiner sind Embryonen nicht schutzwürdiger
als Spermien,

das vergeuden von samen ist eine suende. was hat der spiegel da
recherchiert?

Exakt die Wahrheit haben die recherchiert. Das Vergeuden ist Sünde. Aber wenn er zu Zeugung dient, selbst, wenn es eine künstliche ist, dann ist er nicht vergeudet. Und über diese Argumentation ist die Sache dann angeblich vertretbar.
Und eine unsterbliche Seele vom Moment der zeugung an gibt es wohl im jüdischen Glauben nicht, so daß diese christliche hemmschwelle auch wegfällt.

Der Spiegel hatte wohl sogar einen Rabbiner befragt zu diesem Thema…

Und ehrlich gesagt, ich war erschrocken darüber. Ich dachte eigentlich, daß gerade im jüdischen Volk da die Vorbehalte besonders tief sitzen.

Denn letztlich, ich habe wirklich gründlich über das Problem der möglcihen genetischen Eingriffe nachgedacht.
Ich bin Alkoholiker (wenn auch seit Jahren trocken), aber durch die Sauferei vorher gesundheitlich ziemlich angeschlagen. Und weil es für diese Veranlagung tatsächlich auch ein Gen gibt, habe ich überlegt, was wäre, wenn das genetisch zu reparieeren gewesen wäre.
Denn dann wäre mein Leben völlig anders verlaufen, ich wäre heute nicht der Mensch, der ich jetzt bin, mit völlig anderen Erfahrungen, Erlebnissen und Einsichten. Ich wäre zwar gesund, aber ich wäre nicht ich selbst.
Und als Summe meiner Überlegungen muß ich sagen, daß ich das dann doch lieber nicht möchte. Selbst dann nicht, wenn ich in Folge meiner Gesundheitschäden ein paar Jahre früher sterbe.

Ich finde, wir sollten diesen Geist besser nicht aus der Flasche lassen. Und da sollte man schon den Anfängen wehren.

Gernot Geyer

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Exakt die Wahrheit haben die recherchiert. Das Vergeuden ist
Sünde. Aber wenn er zu Zeugung dient, selbst, wenn es eine
künstliche ist, dann ist er nicht vergeudet. Und über diese
Argumentation ist die Sache dann angeblich vertretbar.

Hallo Gernot,

die grundsätzlichen Bedenken, menschliches Erbgut (nach welchen Kriterien eigentlich) zu selektieren, teile ich. Ganz unabhängig davon würde ich aber die Äußerung eines einzelnen Rabbiners nicht zur vorherrschenden Meinung eines ganzen Volkes stilisieren. Und was die Verschwendung von Samen anbelangt, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, daß sich der überwiegende Teil der jüngeren und mittleren Generation überhaupt darum schert. Im Gegenteil, jedes Paar wird mit größter Wonne diese Verschwendung betreiben und die Rabbis reden lassen.

Gruß
Wolfgang

Hallo Wolfgang,

ich glaube auch nict recht, daß sich die jüngere Genration da viele Gedanken macht.
Nur ist leider die Gestzgebung in Israel sehr von Glaubensdingen beeinflußt. Und derzeit ist es wohl so, daß dort Forschungen und Praktiken möglich sind, die in Deutschland verboten sind. Das geht wohl bis zum Klonen des Menschen und spätestens an dieser Stelle wird es ernst.

Gernot Geyer

Aber Israel hat ja damit Erfahrung. Die schicken
sie dann in die Wüste zu den Arabern und wenn es denen in der
recht unwirtlichen Wüste ncht gefällt, sind sie selber schuld.

Hi Gernot,

verwechselst Du da nicht was?

Es sind doch die Eskimos, die ihre Alten auf einer Eisscholle aussetzen.

Gruss Harald

Nein, die gibt es in Israel nicht.

Aber ich habe in den letzten 2 Wochen irgendwo einen sehr
ausführlichen Beitrag gelesen zum Thema Genforschung.
Da wurde Israel und der jüdische Glaube ausdrücklich erwaänht.
Weil es da nämlich keine ethischen Vorbehalte zur
Menschenzüchtung aus religiöseer Sicht gibt. Dort wird die
Nutzung menschlicher Keimzellen, wenn es der Zeugung von
Nachwuchs dient, ausdrücklich positibv bewertet.

Hallo Gernot
da hast Du was falsch verstanden, es geht um Stammzellen, das sind noch undifferenzierte Zellen, aus denen sich alle möglichen anderen Zellen entwickeln können, zum Beispiel Leberzellen oder Nervenzellen.
Mediziner benutzen solche Zellen, um Ersatz zu produzieren, wenn körpereigene Zellen versagen, bei einer Leberzirrhose zB. könnte der Körper mit Stammzellen neue Leberzellen produzieren.

Mit Menschenzüchtung hat das überhaupt nichts zu tun.

Der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Clement, hat gerade eben einen Kooperationsvertrag mit Israel abgeschlossen, israelische und nordrhein-westfälische Forscher arbeiten jetzt in der Stammzellenforschung zusammen.
Gruß
Rainer

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auweia, wir reden aneinander vorbei!

kuenstliche befruchtung ist ja schon was anderes als
menschenzucht. herr hoegel hat israel unterstellt, unwertes leben
ums eck zu bringen - das verstaubte
‚die-juden-sind-nicht-besser-als-die-nazis-argument‘.

Exakt die Wahrheit haben die recherchiert. Das Vergeuden ist
Sünde. Aber wenn er zu Zeugung dient, selbst, wenn es eine
künstliche ist, dann ist er nicht vergeudet. Und über diese
Argumentation ist die Sache dann angeblich vertretbar.

ist es auch. dabei wird ja wohl was gutes getan, oder? wenn eine
familie so ein kind kriegen kann, was ist daran schlecht?

Und eine unsterbliche Seele vom Moment der zeugung an gibt es
wohl im jüdischen Glauben nicht, so daß diese christliche
hemmschwelle auch wegfällt.

ja. das judentum ist in vielen dingen ‚bodenstaendiger‘ und
pragmatischer. auch abtreibung ist erlaubt, wenn die frau in
(psychische) gefahr kommt. aber das ist ein streitpunkt.

ab wann ein baby eine seele hat, ist auch ein streitpunkt. es
gibt keinen papst, der das einfach unfehlbar bestimmt. die
menschen muessen sich da schon selber drum streiten.

ich bin der meinung, dass es grundsaetzlich falsch ist,
menschliches leben grundlos zu toeten. abtreibung einfach so zu
erlauben waere wahnsinn. und frauen, die ein herz haben, tun das
auch nicht einfach so. es muss der schrecklichste konflikt sein,
den es gibt, wenn frau vor dieser entscheidung steht. aber wenn
sie sich entscheidet, dass es fuer sie eine zu grosse psychische
belastung darstellt, ein kind zu gebaeren, soll sie es tun duerfen.

Und ehrlich gesagt, ich war erschrocken darüber. Ich dachte
eigentlich, daß gerade im jüdischen Volk da die Vorbehalte
besonders tief sitzen.

wieso? durch kuenstliche befruchtung ist ja keiner umgekommen in
der nazizeit (diese vorbehalte meinst du, oder?). wohl aber durch
euthanasie. da warens kranke und behinderte… igitt, ein
verbrechen widerlicher als das andere!

Denn letztlich, ich habe wirklich gründlich über das Problem
der möglcihen genetischen Eingriffe nachgedacht.
Ich bin Alkoholiker (wenn auch seit Jahren trocken), aber
durch die Sauferei vorher gesundheitlich ziemlich
angeschlagen. Und weil es für diese Veranlagung tatsächlich
auch ein Gen gibt, habe ich überlegt, was wäre, wenn das
genetisch zu reparieeren gewesen wäre.

genetisch reparieren wird man so bald nichts koennen. wohl aber
feststellen, aha, der zukuenftige gernot wird ein uebler saeufer,
und so einen schmarotzer und nichtsnutz brauchen wir nicht, also
ab in den kuebel und neues embryo machen…

andere eltern wollen vielleicht kein dummes kind, kein blondes
kind, kein kleines kind. wo ist da die grenze?! davor habe ich
angst. wahrscheinlich waeren so ziemlich alle von uns abgetrieben
worden, wenn vorher festgestanden haette, dass wir diese und jene
neigungen und fehler haben werden.

Denn dann wäre mein Leben völlig anders verlaufen, ich wäre
heute nicht der Mensch, der ich jetzt bin, mit völlig anderen
Erfahrungen, Erlebnissen und Einsichten. Ich wäre zwar gesund,
aber ich wäre nicht ich selbst.

die menschheit muss endlich lernen, dass eine leidfreie
gesellschaft nur ueber diktatur und mord moeglich ist. es gibt
nun mal krankheiten, die man nicht heilen kann, es gibt nun mal
behinderte und auch alkoholiker. na und?! auch wenn die alle
ausgerottet werden sollen (hatten die nazis ja vor), dann kommen
halt wieder andere krankheiten… das gehoert zum leben. es gibt
keine perfekten menschen.

und nicht zuletzt (auch wenns esoterisch klingt): an krankheiten
lernt die menschheit, und auch der einzelne mensch.

Ich finde, wir sollten diesen Geist besser nicht aus der
Flasche lassen. Und da sollte man schon den Anfängen wehren.

amen.

dem ist nichts hinzuzufuegen.

an Hurbinek erinnern?
hallo helmut!

das ist sicherlich ein hartes schicksal, doch in der tat wüßte ich keinen grund, warum man straßen nach diesem namenlosen kinde benennen sollte. (eher noch nach dem 15 jährigen ungarn) oder was kinder aus dieser geschichte lernen könnten. ich glaube, sie würden nur mit unverständnis reagieren. auch ich konnte da keine überaus belehrende botschaft herauslesen.

es gibt viele erzählungen, manche auch aus den konzentrations-lagern, die mich tiefer bewegt haben und mehr bewirkt haben. und einige davon werde ich sicher meinen kindern erzählen. aber, ohne dich kränken zu wollen, deine wird wahrscheinlich nicht dabei sein.

was mich aber wirklich stört sind die reaktionen auf so einen artikel. wie kommt man bitte von einem behinderten kind aus auschwitz zu der stammzellenforschung in israel???

LIEBE LEUTE! muß man denn wirklich nach jeder geschichte von einem kz reflexartig auf israel und / oder die juden losgehen???

ich für meinen teil sehe da keinen zwingenden zusammenhang. und ich fände es zumindest fragwürdig wenn ein anderer das täte.

mfg stare

Im Gegenteil, jedes Paar
wird mit größter Wonne diese Verschwendung betreiben und die
Rabbis reden lassen.

es ist wie mit dem zoelibat…

jedes religioese paar wird diese verschwendung natuerlich
nicht betreiben. die andern schon. das aendert nichts daran, dass
die juedische religion w***sen verbietet. der biblische
vorw***ser hiess uebrigens onan und gab dem tun seinen namen. *g*

es ist wie mit dem zoelibat…

jedes religioese paar wird diese verschwendung
natuerlich nicht betreiben. die andern schon. das aendert :nichts daran, dass die juedische religion w***sen verbietet. :der biblische vorw***ser hiess uebrigens onan und gab dem tun :seinen namen. *g*

Hallo Lehitraot,

nun wird’s biblisch. Aber bitteschön:

Im ersten Buche Mose, im 38. Kapitel, wird die Geschichte von Onan erzählt, der den Auftrag bekam, die Witwe seines verstorbenen Bruders Ger zu heiraten, um auf seinen Namen Nachkommen zu zeugen. Die Schwagerehe wird im Alten Testament geboten und verpflichtet alle noch lebenden Brüder, als „Ersatzehemann“ einzuspringen.
Daß Onan nicht gehorchte, lieber zum Namensgeber (auch von der Kirche) mißbilligten Tuns wurde, kostete ihn dann ja auch das Leben.

Es ist unschwer zu erkennen, daß sich auch in noch so konservativen Kreisen niemand an das Gebot (der Schwagerehe) noch an das Verbot (der Onanie) hält.

Um wieder auf die Ursprungsproblematik zu kommen: Überlieferungen (und zwar von allen Religionen) werden je nach Bedarf herangezogen oder auch stillschweigend vergessen. Sie taugen nicht als praktikable Leitlinie für unser Handeln heute.
Sie sind auch untauglich, um Bedenken gegenüber religiösen Gruppen oder ganzen Völkern zu begründen. Deshalb halte ich religiös begründete Aussagen in der Diskussion über einzuhaltende Grenzen in der Gentechnik für nicht stichhaltig. Die Aussagen selbst werden nicht automatisch „falsch“, nur die Begründungen unterliegen der Beliebigkeit.

Na ja, jetzt wird’s philosophisch.

Tschüs und Gruß nach Israel
Wolfgang

Deshalb halte ich
religiös begründete Aussagen in der Diskussion über
einzuhaltende Grenzen in der Gentechnik für nicht stichhaltig.

ich ja auch nicht. allerdings hat der spiegelartikel angeblich
behauptet, das judentum wuerde embryonen fuer nicht
schutzwuerdiger halten als spermien. darauf antwortete ich.

herr hoegel hat israel unterstellt, unwertes leben
ums eck zu bringen - das verstaubte
‚die-juden-sind-nicht-besser-als-die-nazis-argument‘.

Ich, Norbert Högel, weise hiermit, zum wiederholten Male übrigens, die bösartig klingenden Unterstellungen des lehitraot zurück.

Entweder will er nicht richtig lesen oder er kann nicht richtig das Gelesene verstehen, auf jeden Fall geht das soo nicht!

Ich habe dem imaginären Israel derartiges nicht unterstellt.
Lehitraot ist auch nicht der befugte, bestallte Vertreter des Israel.
Außerdem verbindet der bewußte lehitraot auf vermeintlich geschickte, in Wirklichkeit aber ziemlich simple rhetorisch-rabulistische, Art einen Fakt mit einem anderen, um sein politisches schwarz-weiß-Süppchen kochen zu können, weil er vermeintlich einen Anti-Israeli in mir glaubt, entdeckt zu haben.

Bitte fürderhin ein wenig auf Stil und Formen achten!

So dumm, dümmlich, als wie hier Leser manchmal verkauft zu werden scheinen - sind sie nämlich gar nicht.

Ich jedenfalls baue auf mitdenkende, zwischen-den-Zeilen lesen könnende Menschen, die genau wissen, wo Barthel den Most holt.

Mit freundlichem Gruß an alle anständigen Menschen,
übrigens auch einen freundlichen Gruß an alle anständigen Israelis - doch es gibt sie, ich kenne nämlich selber persönlich welche aus meinem Umgang mit ihnen vor Ort! -,

Euer Norbert Högel.

Stimme Dir voll inhaltlich bei, lieber Raimund,

denn dem wirklich sorgfältigen Geschichtsfreund ist natürlich bestens bekannt, daß im Lagerkomplex Auschwitz eine sehr große Anzahl Krankenbaracken vorhanden waren, als das Lager von den Sowjets übernommen wurde, um dann später als polnisches KZ für Deutsche und andere Mißliebige zu fungieren.
Es brauchte nicht eine Krankenbarracke neu gebaut zu werden.
Aber, wer will die wirkliche Wahrheit denn schon ganz genau wissen, nicht wahr???
Zu anderen Aspekten dieses Geschichtchens, die sich übrigens alle irgendwo ähneln, wg. Mangels an Phantasie, nehme ich keine
Stellung, denn: irgendwie spricht das alles für sich.
Ein Zeitdokument der jüdischen Geschichtsschreibung,
wie so viele Geschichten, wenn der Rabbi einen verzählt …

In Israel sagte mir zu derlei Geschichtchen ein Ausgewanderter:

Ja, Junge, das ist für die Zielgruppe. Wir selber glauben davon gar nichts. Aber, bedenke, wir selber sogar werden von unseren eigenen Leuten nach Strich und Faden beschissen, wenn wir nicht ganz genau aufpassen. Der Ausgewanderte freute sich, in mir einen Bescheid wissenden Gast gegenüber zu haben, den sie nicht haben umerziehen können und mit seichtem Schmonzes vollpumpen können. Weil er aber zu alt sei, würde er sich nicht mehr zurück nach Deutschland verpflanzen wollen, möchten - möchten täte er es am liebsten schon, bei all dem politischen Dreck in Israel. Ich konnte dem alten Opa daraufhin die Hand geben und alles Gute wünschen, es war am Nordrand von Tel Aviv, dort wo die Jugendherberge ist, nicht weit vom Kraftwerk weg. Solche Begegnungen, die lassen einen denn doch wieder auf Wahrheit und Ehrlichkeit weltweit hoffen, zumindest glimmt es danach weiter.

Norbert.