Warum Taufe an Unmündigen?

m.W. hat Jesus, der vermeintliche Religionsgünder der Christen (in Wirklichkeit war´s Paulus), nie Säuglinge getauft, immer nur Erwachsene.
Das Argument: damit sie in den Himmel kommen, wenn sie vorzeitig sterben, ist eine Ausrede. Denn Jesus hat gesagt, dass alle Kinder in den Himmel kommen.

Grüße
Raimund

Das Argument: damit sie in den Himmel kommen, wenn sie
vorzeitig sterben, ist eine Ausrede. Denn Jesus hat gesagt,
dass alle Kinder in den Himmel kommen.

Hallo Raimund,
wo hast Du dieses gefunden?
oder meinst Du eines der beiden folgenden:

Mt 18,3 : und sprach: Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen.

Mt 19,14 :Aber Jesus sprach: Lasset die Kinder und wehret ihnen nicht, zu mir zu kommen; denn solchen gehört das Himmelreich.

Gerd

hallo Gerd

Mt 19,14 :Aber Jesus sprach: Lasset die Kinder und wehret
ihnen nicht, zu mir zu kommen; denn solchen gehört das
Himmelreich.

um den gehts. Oder habe ich den falsch verstanden?
Denn KInder haben noch keinen Verstand (Säuglinge)oder zu wenig „Erziehung“*, bzw. Lebenserfahrung, um zu entscheiden, was gut und böse ist.
Grüße
Raimund
*Erziehung deswegen, weil der Begriff gut und böse kulturabhängig ist.

Hallo Raimund,

es hat zu allen Zeiten Kritik an der Kindstaufe gegeben. Allerdings hat sich die Kritik nie innerchristlich durchgesetzt. Prominentestes Beispiel sind vielleicht die Wiedertäufer, aber es gab viel mehr Kritiker.

Die regelmäßige Kindstaufe als Pflicht geht wohl schon auf das 4. Jahrhundert zurück , die Wurzeln findet man aber wohl bereits im Judentum; s. http://www.profiwissen.at/pfarre/taufe.htm , runterscollen zu „kindstaufe“)

Die Geschichte der Kritiker findet man relativ ausführlich bei Metzger: ISBN: 382800802X Buch anschauen .

Eine offizielle Begründung von katholischer Seite findet man hier:
http://www.erzbistum-muenchen.de/EMF042/EMF004136.asp .

Herzliche Grüße

Thomas Miller

hallo Thomas
das Erzbistum München-Freising bringt hier nur allgemeines Gelaber.
Es ist Zwang.
M.M nach dürfte keine Religion vor dem Erwachsenwerden jemanden taufen, zwangsweise in eine Religionsgemeinschft bringen. Es ist ganz einfach das gleiche, was die gefährlichen Sekten auch machen: Gehirnwäsche.
Aber ich weiß schon warum die Kirchen darauf bestehen: einer der bis zu seinem 18. Geburtstag noch kein Geldablieferer ist, wird es meist später auch nicht. Und das ist ein wirtschaftlicher Verlust. Das kann das Unternehmen „Glaube und Macht“ nicht akzeptieren.
Grüße
Raimund

Höflichkeit
Hallo Raimund,

ich weiß schon, warum ich dir im Thread über den Nationalstolz anderswo nicht antworte, nämlich weil du gar keine Antwort möchtest, sondern nur deine Meinung kundtun willst.

Hier nun hatte ich vermutet, dass du an Quellen interessiert wärest, die etwas über die Verfechter der von dir angesprochenen Praktik oder zumindest über den historischen Rahmen wissen wolltest.

Es tut mir Leid, dass ich mich geirrt habe. Ich denke zwar sogar, dass ich derselben Meinung bin wie du, würde aber diese „Frage“ nicht stellen, zumindest nicht so, vielleicht einfach aus Höflichkeit oder um mir nicht reine Pöbelei vorwerfen lassen zu müssen.

Vielleicht solltest du einmal überprüfen, ob deine Aktivitäten nicht zu sehr einen verhärteten Charakter offenbaren.

Herzliche Grüße

Thomas Miller
(der aus deiner Antwort Einiges für die Zukunft gelernt hat)

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widersprüchlich
hallo!

was ist das für ein mensch, der etwas dagegen hat, daß er als baby getauft wurde? einer, der dem christentum nichts abgewinnen kann! aber wenn einer mit dem christentum gar nichts am hut hat, welche relevanz kann dann ein christliches initiationsritual für ihn haben?

gruß
datafox

Hi,

aber wenn einer mit dem christentum gar
nichts am hut hat, welche relevanz kann dann ein christliches
initiationsritual für ihn haben?

naja, dieses Ritual hat in der BRD die Folge, dass die betroffene Person irgendwann Kirchensteuer zahlen soll/muss/darf. Wenn die Person das nicht will, dann muss sie aus der Kirche austreten, was auch wieder Geld kostet.

Ansonsten hats natürlich keine Relevanz, da hast Du völlig recht.

Gruss,

Herb

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Hallo Raimond,

kann Deiner Logik nicht ganz folgen, bin vermutlich zu dumm dazu.

Was ist den am Christentum so böse in der heutigen Zeit ?

Bei Geburt konntest Du auch nicht beurteilen, ob Dein hineingeborener Staat gut oder böse ist .

Schau mal in die Augen von Kindern an einer christlichen Weihnachtsfeier, Kinder lieben solche religiösen Feierlichkeiten, warum also nicht taufen ?

Austreten aus einer religiösen Gemeinschaft ist nach erreichen der Volljährigkeit jederzeit möglich.
Wie willst Du aber Deine Staatszugehörigkeit abschütteln ?
ev.Papiere wegwerfen, und in der gloorreichen CH um Asyl bitten,(:smile: (dieser Trick kostet der Schweiz viele „Fränkli“)

Gruss
Fritz
a.d.Uw.

Hi datafox,

was ist das für ein mensch, der etwas dagegen hat, daß er als
baby getauft wurde? einer, der dem christentum nichts
abgewinnen kann! aber wenn einer mit dem christentum gar
nichts am hut hat, welche relevanz kann dann ein christliches
initiationsritual für ihn haben?

Nunja, für mein Leben und meine Überzeugungen hat es natürlich keine Relevanz. Es ist aber schon etwas ärgerlich, dass die Kirche die Entscheidungsfreiheit des Einzelnen in religiöser Hinsicht nicht respektiert. Man wird ja auch als Ausgetretener von der Kirchenseite weiter als Mitglied betrachtet. Das ist einfach ärgerlich und ignorant! Du bist Christ, oder? Dann versuche ich es mal mit einem Beispiel. Stell dir vor, deine Eltern wären Woodo-Anhänger und hätten dich als Kind einem Woodo-Ritual unterzogen, dass die Mitgliedschaft in einer geheimen Woodo-Gesellschaft nach sich zieht. Als Erwachsener möchtest du damit natürlich nichts mehr zu tun haben. Du trittst aus und wirst ein braver Katholik (oder was du bist). Die Woodo-Gesellsachft sieht das allerdings anders. Dort bist du offiziell immer noch Mitglied, weil man nämlich nicht austreten kann. O.k., das kann dir egal sein. Aber ist es dir wirklich völlig egal? Dann bist du cooler als ich es bin! Aber viele andere, die irgendwann unfreiwillig zum Mitglied einer Glaubensgemeinschaft gemacht wurden, deren Überzeugungen sie nicht teilen, sind auch nicht ganz so cool. Das sollte man bedenken, bevor man kleine Kinder mit Wasser begießt.

Viele Grüsse,
Lisa

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Hi Raimund,

Es gibt in allen Religionen und Völkern Initiationsriten in verschiedenenen Stadien des Lebens, für mich heißt in diesem Sinne Taufe vor allem Ausdruck der Freude an einem neuen Erdenbürger und Willkommen-heißen in der Gemeinschaft. Jüdische Jungs werden beschnitten, christliche Kinder getauft. Es gibt sicher andere Beispiele.

Würd mich interessieren, ob Metapher da mehr weiß:smile:.

(Der Wunsch nach Initiationsriten beweist sich für mich z.B. auch damit, dass in der DDR die Jugendweihe erfunden wurde, die es bis heute gibt, wo ich beim besten Willen keinerlei Zusammenhang mehr mit bestimmten „ideologischen“ Inhalten erkennen kann. Allein der Ritus scheint überlebt zu haben. Oder eine atheistisch-kommunistischen Freundin von mir, die mir erzählte, dass sie in „ihren Kreisen“ auch Feste feiern, wenn ein Kind geboren wurde.) All das ist in meinen Augen - wie die Taufe auch - eine Selbstvergewisserung der Gemeinschaft.

Viele Grüße,

barbara

hallo Raimund,
„Lasset (…Sie) zu mir kommen“ sagt es doch, meiner Meinung nach, aus: Wenn die Eltern die Kinder nicht „lassen“ (in dem sie bei der Taufe versprechen, für eine christliche Erziehung zu sorgen…), wer soll die Kinder dann „lassen“?

Gerd

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

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P.S. Kirche als Instrument
…in diesem Sinne glaube ich, dass ein Großteil der kirchlichen Riten (Hochzeit, Taufe, Beerdigung) von sehr sehr vielen nur noch instrumentalisiert wird, um (irgend-) einen Ritus mit anderen teilen zu können.
Die Inhalte sind da oft irrelevant. („Ich heirate kirchlich, weil das mehr Flair hat“ ist dann oft die Antwort)

grüße,

barbara

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hallo datafox,

was ist das für ein Mensch, der etwas dagegen hat, dass er als
baby getauft wurde? einer, der dem Christentum nichts
abgewinnen kann! Aber wenn einer mit dem Christentum gar
nichts am Hut hat, welche Relevanz kann dann ein christliches
Initiationsritual für ihn haben?

Wird nicht auch im Judentum getauft? ich weiß es nicht.
Doch schätze ich, dass mindestens 60 % der Christen deswegen noch in der Kirche (nicht den Raum) sind, weil es sich so gehört. Weil er zu faul ist, raus zu gehen, weil er Angst vor dem Gerede der Nachbarn hat…
Würde jetzt auf die Zwangstaufe verzichtet, würde zumindest die deutsche Kirche (katholisch wie evangelisch) Pleite gehen. Denn Religionszugehörigkeit ist Usus, Gewohnheit. Die Deutschen sind schon seit über 100 Jahren (eigentlich haben die Deutschen mit der christlichen Kirche schon immer Trouble: Stichwort: Gang nach Canossa) keine besonders fleißigen Kirchengänger, Gläubige. Nach dem Sinn der Zugehörigkeit fragt hier keiner. Man ist es halt. Würden alle Deutschen sonntags in die Kirche gehen, die Kirchen würden überfüllt sein. Doch so sind sie oft ziemlich leer.
Das ist bei den Polen, Rumänen, Kroaten ganz anders. Dort haben die Pfaffen noch enorme Macht.
So wie ich mitbekommen habe, gibt es auch sehr viele Juden, die mit der jüdischen Religion nichts am Hut haben. Aber halt im Pass den Eintrag drin haben. Vielleicht nicht so viele, wie bei der christlichen Religion.

gewohnheitsmässige Grüße :smile:)
Raimund

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hallo Fritz,

kann Deiner Logik nicht ganz folgen, bin vermutlich zu dumm
dazu.

Nein, Du hast mich nur falsch verstanden.

Was ist den am Christentum so böse in der heutigen Zeit ?

Gar nichts! Mich stört nur das Zwangstaufen.

Bei Geburt konntest Du auch nicht beurteilen, ob Dein
hineingeborener Staat gut oder böse ist .

Dort habe ich aber eine Leistung: Schutz. In der Religion keinen: Jesus hat Kinder den „automatischen Zugang in den Himmel gesichert“.

Schau mal in die Augen von Kindern an einer christlichen
Weihnachtsfeier, Kinder lieben solche religiösen
Feierlichkeiten, warum also nicht taufen ?

Was meinst Du wie die Augen kleiner Juden am Pessachfest (oder wie die ganz großen Feste heißen) glänzen? Oder die der Moslem am… usw.
Sie glänzen nicht, weil (im Christentum) Jesus vor fast 2000 Jahren geboren wurde, sondern weil es Geschenke gibt und weil der ganze Glanz und Brimborium sie anspricht.

Austreten aus einer religiösen Gemeinschaft ist nach erreichen
der Volljährigkeit jederzeit möglich.

Wird aber aus Gewohnheit, Angst, Faulheit nicht gemacht. Viele wollen, lassen es aber dann im letzten Augenblick.

Wie willst Du aber Deine Staatszugehörigkeit abschütteln ?

Nein, ich bin nun mal gerne Deutscher. Außerdem hat das mit der Religionszugehörigkeit nichts zu tun.

ev.Papiere wegwerfen, und in der glorreichen CH um Asyl
bitten,(:smile: (dieser Trick kostet der Schweiz viele „Fränkli“)

Aber nicht an deutsche Asylbewerber. Die gibt es nicht. Würde auch nie anerkannt.
Selbst die Juden hatten während des 3. Reiches massive Probleme mit dem Asyl in der Schweiz. Sie wurden kaserniert, in einer Art schweizer KZ gesteckt. Nur sterben mussten sie da nicht.
Grüße in die schöne Schweiz
Raimund

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Hallo

Thomas Miller hat mit seinem Beitrag „Höflichkeit“ den Nagel auf den Kopf getroffen und sollte dir zu denken geben…schwer sogar!

Sie wurden kaserniert,
in einer Art schweizer KZ gesteckt. Nur sterben mussten sie da
nicht.

Da weisst du mehr als der „Bergier-Bericht“, der die Rolle der Schweiz im 2. WK schonungslos aufarbeitet und aufdeckt.
Aber eben, die Brendelsche Geschichtsschreibung und dein eingefärbtes „Wissen“, ich erinnere an die Politik-Bretter, lohnen keine Diskussion.

Gruss
Mäni

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hi,

naja, dieses Ritual hat in der BRD die Folge, dass die
betroffene Person irgendwann Kirchensteuer zahlen
soll/muss/darf.

ja, nur gehört kritik an dieser praxis an den staat adressiert und nicht an die kirche. die kirche nutzt nur eine formalität, die ihr der staat (m.e. zu unrecht) zur verfügung stellt.

gruß
datafox

hi,

Die Woodo-Gesellsachft sieht das allerdings anders. Dort bist
du offiziell immer noch Mitglied, weil man nämlich nicht
austreten kann. O.k., das kann dir egal sein. Aber ist es dir
wirklich völlig egal?

ja ist es. welche alternativen gibt es? sich ärgern und böse auf die eltern sein? ein wenig kindisch oder, über etwas zu streiten, das einem nach eigenen aussagen (!) nichts bedeutet.

gruß
datafox

hi,

Wird nicht auch im Judentum getauft?

nö. die zugehörigkeit läuft anders. entweder du wirst so geboren oder du trittst über. bei letzterem ist wasser beteiligt. daher stammt wohl die christliche taufe :smile:

Doch schätze ich, dass mindestens 60 % der Christen deswegen
noch in der Kirche (nicht den Raum) sind, weil es sich so
gehört. Weil er zu faul ist, raus zu gehen, weil er Angst vor
dem Gerede der Nachbarn hat…

ja. na und. und ich schätze den prozentsatz weit höher als 60%. man nennt das „säkularisierung“.

Würde jetzt auf die Zwangstaufe verzichtet, würde zumindest
die deutsche Kirche (katholisch wie evangelisch) Pleite gehen.

das denke ich nicht. es würden weiterhin fast alle irgendwo dabeisein wollen. religion ist auch tradition, familienfeiern und das ganze zeugs wie hochzeiten, beerdigungen…

So wie ich mitbekommen habe, gibt es auch sehr viele Juden,
die mit der jüdischen Religion nichts am Hut haben. Aber halt
im Pass den Eintrag drin haben. Vielleicht nicht so viele, wie
bei der christlichen Religion.

die prozentsätze sind dieselben.
der eintrag im perso existiert nicht mehr (du meinst wahrscheinlich wieder israel).

gruß
datafox

Hi,

ja, nur gehört kritik an dieser praxis an den staat adressiert
und nicht an die kirche. die kirche nutzt nur eine
formalität, die ihr der staat (m.e. zu unrecht) zur verfügung
stellt.

stimmt, aber derart eingefleischte Formalitäten zu beseitigen ist nicht einfach. Und die Kirche würde im Falle einer geplanten Abschaffung der Kirchensteuer auch nicht gerade still dasitzen :wink:

Einmal gewährte Pfründe sind schwer wieder abzustellen.

Gruss,

Herb