Warum überhaupt noch Rentenversicherung?

Hallo,

gerade gibt es ja eine Diskussion, dass Rentenzahlungen in Höhe von 43% des Einkommens noch viel zu hoch wären, um den Beitragssatz „stabil“ zu halten. Ich bin ja noch jung und frage mich gerade, ob diese 43% sich auf das Brutto- oder Nettoeinkommen beziehen?

Außerdem frage ich mich, warum man überhaupt an dem System festhält, wenn es nur Unsummen verschlingt und den Einzahlern nichts bringt. Warum schafft man das dann nicht ab? In meinem Bekanntenkreis findet sich zumindest niemand, der die Kohle nicht lieber selbst anlegen würde.

Sagen wir mal, alle die jünger als 30 Jahre sind zahlen keine Beiträge mehr und müssen sich dann entsprechend privat absichern. Betriebliche Pflichtzulage in der augenblicklichen Höhe eingeschlossen.

Alle älteren können freiwillig austreten, müssen aber nicht. Der Ausstieg könnte über Steuern finanziert werden, bis er gelaufen ist. Dann hätte der Krampf ein Ende.

Eine ähnliche Überlegung ließe sich für die Krankenversicherung durchführen. Wozu brauchen wir marode Systeme, die scheinbar in erster Linie dazu dienen, einen riesigen Haufen Beamter in der Verwaltung durchzufüttern?

Gruß

Fritze

Hallo Fritze,

aus verschiedenen Gründen wurde nach dem Krieg das System der „Ansparversicherung“ Rente gegen ein System eingetauscht, bei dem die heutigen Beitrags-Zahler direkt die Renten der vorherigen Beitragszahler finanzieren.

Beide Systeme haben ihre Vor- und Nachteile.
Das erste ist sicher transparenter, aber absolut nicht krisensicher (s. z.B. die Probleme der Lebensversicherungen wegen des Einbruchs auf dem Kapitalmarkt, war nach den Inflationserfahrungen Anfang/Mitte 20. Jhd. auch ein maßgeblicher Punkt bei der Entscheidung)
Das zweite ist zwar prinzipielle bei solchen Krisen sicherer, hat aber natürlich sofort Probleme, wenn die Beitragszahler abnehmen und die Beitragempfänger zunehmen, was wir derzeit erleben.

Grundsätzlich haben alle(!) Systeme bei sinkenden Bevölkerungszahlen Schwierigkeiten, denn letztendlich lebt unser gesamtes System vom Wachstum, was offensichtlich bei der Bevölkerungsentwicklung in Zukunft nicht mehr vorausgesetzt werden kann. Sehr schön erleben wir die zukünftigen Probleme auch heute schon im Osten Deutschlands, in dem in weiten Teilen der Immobilienmarkt am Zusammenbrechen ist…

Also meine Thesen:
a) Die jungen Generationen der unter 40jährigen wird zwei Renten finanzieren müssen. Die ihrer Eltern und die eigene. Aus dieser Verantwortung kommen wir nicht raus, egal ob wir aufhören, in die Rentenversicherung einzuzahlen oder nicht. Denn was dort nicht eingezahlt wird, muss über Steuern finanziert werden, denn den Rentnern ihre Rente zu nehmen, geht sicher nicht.
b) Das ist für viele nicht allzu problematisch, da viele Erbschaften erwarten. Problematisch ist es für diejenigen, deren Eltern kein Vermögen in der Boomphase nach dem Krieg angesammelt haben, d.h. vor allem Ostdeutsche und solche aus Familien mit niedrigem Verdienst
c) Ob die Selbständigen und Beamten sich um diese Verantwortung weiterhin „drücken“ können, ist für mich offen. Gerade die sehr gut versorgten Beamten müssen sich selbstverständlich bei dem gesellschaftlichen Umbau ein gewisses „Drückerbergertum“ vorhalten lassen. Hier glaube ich, dass das Beamtentum in der Form und Größe sinnvollerweise nicht weiter haltbar ist. Denn mal ehrlich: Warum brauchen wir z.B. Steuerbeamte, reichen nicht Steuerangestellte?
d) Ich halte es für zweifelhaft, ob Vermögende auch in Zukunft noch Zahlungen aus der Rentenversicherung erhalten, auch wenn sie Jahrzehnte eingezahlt haben.
Denn: Wir erleben derzeit eine Umverteilung von Nichtvermögenden zu Vermögenden, da Nichtvermögende die Renten vieler Vermögender Rentner zahlen, die Teile dieser Einkünfte an ihre Kinder vererben werden.

Aber folgendes bleibt: Die Zahllast wird in Zukunft ähnlich hoch (und steigend) bleiben, fraglich ist für mich nur die Umverteilungskomponente.

Grüße
Jürgen

Hallo,

Jürgen hat im Prinzip schon das Richtige zu Rentenversicherung staatlich (Umlage) oder privat (ansparen) gesagt. Nur noch einige Ergänzungen:

  1. Ich bin auch für privat, aber ohne Ausgleich zwischen Versicherungen (wie bei den Krankenkassen)! Wenn eine Versicherung pleite macht, das Geld der Versicherten verzockt wurde, isses wech PUNKT!
  2. Die Probleme der Rentenversicherung treten zum größten Teil durch den Bevölkerungsrückgang auf. Mehr als ein Drittel der heute jungen Leute haben keine Kinder, Akademiker zu mehr als 40%!
    Daher: Deutlich höhere Belastung der jungen Generation und besserer Ausgleich hin zu Familien mit Kindern!
  3. Heutige ältere Arbeitnehmer und Rentner tragen nur den Anteil, der der gestiegenen Lebenserwartung entspricht. Ich vermute mal, das ist der kleinere Anteil der Renten-Probleme heute, tritt richtig auch erst 2010 und danach auf.

… dass Rentenzahlungen in
Höhe von 43% des Einkommens noch viel zu hoch wären, um den
Beitragssatz „stabil“ zu halten.

Sieh Pkt. 2: 43% sind eindeutig zu viel für alle, die heute jünger als 40 sind.

Außerdem frage ich mich, warum man überhaupt an dem System
festhält, wenn es nur Unsummen verschlingt und den Einzahlern
nichts bringt. Warum schafft man das dann nicht ab? In meinem
Bekanntenkreis findet sich zumindest niemand, der die Kohle
nicht lieber selbst anlegen würde.

Siehe Pkt. 1: Wenn das Geld Deiner Bekannten verzockt wurde, isses wech !! Es wäre der Gipfel der Ungerechtigkeit, dann von anderen zu verlangen, das sie dafür aufkommen sollten!

Alle älteren können freiwillig austreten, müssen aber nicht.

Nein!! Sie bleiben drin und kriegen das, was Ihnen versprochen wurde !!

Wozu brauchen wir marode
Systeme, die scheinbar in erster Linie dazu dienen, einen
riesigen Haufen Beamter in der Verwaltung durchzufüttern?

Das ist der einzige Punkt, in dem ich Dir recht gebe - aber auch der am schwierigsten zu beseitigende … :frowning:(

Gruß, Stucki

Hallo,

Außerdem frage ich mich, warum man überhaupt an dem System
festhält, wenn es nur Unsummen verschlingt und den Einzahlern
nichts bringt. Warum schafft man das dann nicht ab? In meinem
Bekanntenkreis findet sich zumindest niemand, der die Kohle
nicht lieber selbst anlegen würde.

Das jetzige Rentensystem ist eine Pervertierung des ursprünglichen Sinns der Rentenversicherung. Wie sah es denn im 19. Jahrhundert aus, bevor die Rentenversicherung eingeführt wurde? Die Leute wurden im Alter von ihren Kindern druchgefüttert. Und damit sie nicht Hungers sterben mußten im Alter, mußten sie möglichst viele Kinder in die Welt setzen, damit die Last der „Rente“ auf möglichst viele Schultern verteilt werden konnte. Natürlich waren sie gar nicht in der Lage eine große Schar von Kindern ordentlich zu versorgen oder gar ausbilden zu lassen, mit dem Resultat, daß die Kinder, kaum daß sie krabbeln konnten, mitarbeiten mußten.

Diese Kinder mußten natürlich, sobald sie erwachsen waren, ihren eigenen kargen Lebensunterhalt finanzieren, die alten Eltern ernähren und gleichzeitig für ihren eigenen Lebensabend wiederum reichlich Kinder in die Welt setzen. ad infinitum…

Dann kam die Rentenversicherung.

Und heute? Die am 1. des Monats eingezahlten Rentenbeiträge werden nicht etwa verwendet um die Renten der Einzahler aufzubauen, sondern werden schon am 15. des Monats wieder an die Rentenbezieher von heute ausgeschüttet. Sagen wir der Einfachheit halber, an die Eltern und Großeltern der Einzahler. Die Einzahler erhalten wiederum apäter nur Rente, wenn in dem Zeitpunkt genug neue Einzahler, sagen wir der Einfachheit halber ihre eigenen Kinder und Enkel, da sind.

Damit sind wir heute genau da angelangt, wo wir vor 150 Jahren schon rententechnisch waren (mit der teuren Verwaltung als zwischengeschlatete Institution). Das ganze System funktioniert nur bei einem stetigen Bevölkerungswachstum (um nicht zu sagen „Bevölkerungsexplosion“), wie es sie in der Industrialisierung gab. Dies natürlich auch nur unter den damals herrschenden Bedingungen: Offiziell sind heute etwas über 4.000.000 Menschen arbeitslos; rechnet man die versteckten Arbeistlosen dazu, dann sind wir bei etwa 6.000.000 Arbeitslosen. Man kann sich vorstellen, welche Massenarmut es in Deutschland gäbe, wenn wir das für die Rentenversicherung erforderliche Bevölkerungswachstum von etwa 10% jährlich hätten.

Das ganze Problem wäre gelöst, wenn man von der umlagefinanzierten Rente auf die beitragsfinanzierten Rente wechseln würde. Wenn jeder sein eigenes Töpfchen ansparen würde, wäre er im Alter nicht mehr darauf angewiesen, daß es genügend junge Leute gibt, die seine Rente zahlen.

Auch das Argument, daß es möglich wäre, daß die Rente eventuell durch Entwicklungen am Kapitalmarkt völlig vernichtet würde, ist keines. Denn als Alternative steht heute ein System, bei dem die Renteeinzahlung binnen zwei Wochen garantiert weg ist (s.o.).

viele Grüße,

Ralf

Hallo,

Jürgen hat im Prinzip schon das Richtige zu Rentenversicherung
staatlich (Umlage) oder privat (ansparen) gesagt. Nur noch
einige Ergänzungen:

  1. Ich bin auch für privat, aber ohne Ausgleich zwischen
    Versicherungen
    (wie bei den Krankenkassen)! Wenn eine
    Versicherung pleite macht, das Geld der Versicherten verzockt
    wurde, isses wech PUNKT!

Da wäre ich aber für eine Zwangs-Rückversicherung der Versicherungen. Das würde den Beitrag zwar minimal steigern, ließe aber die Versicherten im Zweifelsfall nicht im Regen stehen.

  1. Die Probleme der Rentenversicherung treten zum größten Teil
    durch den Bevölkerungsrückgang auf. Mehr als ein Drittel der
    heute jungen Leute haben keine Kinder, Akademiker zu mehr als
    40%!

Ich weiss nicht, wieso hier immer von einer „Versicherung“ geredet wird. Die Rentenkasse wäre das richtige Wort, sonst würde man ja für bestimmte Leistungen für sich selbst bezahlen und nicht für die letze Generation, die mit relativ geringen Rentenzahlungen jetzt hohe Ansprüche hat.

Daher: Deutlich höhere Belastung der jungen Generation und
besserer Ausgleich hin zu Familien mit Kindern!

Entschuldigung? Wie hoch soll denn die Belastung noch steigen? Von meinem Gehalt sind nach Abzug aller Sozial-, Steuer- und Abgabenbelastungen nur mehr knapp 50% übrig. Davon soll ich jetzt noch Riester- und eine zweite private Versicherung bezahlen. Ich habe nicht nur keine Lust mehr, diesen Scheiß zu bezahlen, ich kann es mir finanziell einfach nicht leisten. Es sei denn, ich ziehe in ein Armenvirtel und ernähre mich schwerpunktmäßig bei Aldi. Wobei ich mich dann frage, warum ich dann arbeiten gehen soll.

Das Problem mit der Demografie ließe sich recht gut durch eine sinnvolle Einwanderungspolitik in den Griff bekommen, da muss man denn Leuten nicht mit Gebärzwang kommen. Es gibt auf dem Planeten tatsächlich eine Überbevölkerung.

Richtig gut geht es (wie immer) nur den Superverdienern und Selbständigen, die keinerlei Versicherungszwang unterliegen und es dann auch tunlichst vermeiden, sich gesetzlich krankenzuversichern oder in die maroden Sozialkassen einzuzahlen.

  1. Heutige ältere Arbeitnehmer und Rentner tragen nur den
    Anteil, der der gestiegenen Lebenserwartung entspricht. Ich
    vermute mal, das ist der kleinere Anteil der Renten-Probleme
    heute, tritt richtig auch erst 2010 und danach auf.

Ja und wenn ich erst einmal das Rentenalter erreicht habe, dann heißt es, jeder bekommt 100,- EUR im Monat, so als symbolischen Zuschuss, damit man die Politiker nicht an den eigenen Eingeweiden am nächsten Laternenpfahl aufknüpft.

… dass Rentenzahlungen in
Höhe von 43% des Einkommens noch viel zu hoch wären, um den
Beitragssatz „stabil“ zu halten.

Sieh Pkt. 2: 43% sind eindeutig zu viel für alle, die heute
jünger als 40 sind.

Du mchst Witze, oder? Wenn das eindeutig zu viel ist, dann ist jeder Euro in die Kasse eingezahlt ebenfalls eindeutig ein Euro zu viel. Ich verstehe auch nicht, wo das System kriesensicher sein soll. Die Wahrscheinlichkeit eines totalen Zusammenbruchs mit Hyperinflation und Pestilenz ist erheblich geringer, als der nahezu sichere Kollaps der umlagefinanzierten Systeme.

Außerdem frage ich mich, warum man überhaupt an dem System
festhält, wenn es nur Unsummen verschlingt und den Einzahlern
nichts bringt. Warum schafft man das dann nicht ab? In meinem
Bekanntenkreis findet sich zumindest niemand, der die Kohle
nicht lieber selbst anlegen würde.

Siehe Pkt. 1: Wenn das Geld Deiner Bekannten verzockt wurde,
isses wech !! Es wäre der Gipfel der Ungerechtigkeit, dann von
anderen zu verlangen, das sie dafür aufkommen sollten!

Ich verstehe den Einwand nicht. Derzeit zocke ich nicht mit meinem Geld, wenn ich in die Rentenkasse einzahle. Der Effekt bei der Renteneinzahlung ist der gleiche, als würde ich das Geld in die Elbe schmeissen. Und von anderen verlangen, irgendwo für etwas aufzukommen, davon war hier doch nirgends die Rede.

Alle älteren können freiwillig austreten, müssen aber nicht.

Nein!! Sie bleiben drin und kriegen das, was Ihnen versprochen
wurde !!

Sie wollen aber nicht drin bleiben, liest Du überhaupt, was ich geschrieben habe? Wenn sie die Möglichkeit hätten, sich zu verabschieden, dann täten sie das sofort und freiwillig. Und versprochen wird uns zur Zeit nur, dass wir höhere Beiträge bekommen und noch weniger Geld zurück.

Wozu brauchen wir marode
Systeme, die scheinbar in erster Linie dazu dienen, einen
riesigen Haufen Beamter in der Verwaltung durchzufüttern?

Das ist der einzige Punkt, in dem ich Dir recht gebe - aber
auch der am schwierigsten zu beseitigende … :frowning:(

Es wäre vermutlich vergleichsweise einfach, wenn sich alle, die gegen das derzeitige Rentensystem sind, einig wären.

Gruß

Fritze

Hallo,

Auch das Argument, daß es möglich wäre, daß die Rente
eventuell durch Entwicklungen am Kapitalmarkt völlig
vernichtet würde, ist keines. Denn als Alternative steht heute
ein System, bei dem die Renteeinzahlung binnen zwei Wochen
garantiert weg ist (s.o.).

Ganz meine Meinung (s.u.) :smile:

Gruß

Fritze

Hallo Fritz,

Schön das es immer mehr Menschen gibt, welche an diesen alten Zöpfen rumschnippeln wollen.
Wie kann man das bewerkstelligen?

Nun könnte man ja so eine Versicherungsgeschichte an US-amerika-nischem Vorbild angelehnt (eines der wenigen Dinge die ich von dort gutheiße) ins Leben rufen, aber leider werden das nur viele schaffen, denn solange es die Lobby´s gibt und es nur um das Geld geht, welches sich die wenigen einstecken wollen, wird daraus nichts werden.

Freiwillig verzichtet von denen keiner!
Und wir wollen doch nicht gegen unsere Verfassung und das Grundgesetz verstoßen, oder …?
Gruß Iso.Osi

Förderung von zukünftigen Arbeitslosen?
Hallöchen,

Mehr als ein Drittel der
heute jungen Leute haben keine Kinder, Akademiker zu mehr als
40%!
Daher: Deutlich höhere Belastung der jungen Generation und
besserer Ausgleich hin zu Familien mit Kindern!

mir hat noch nie jemand erklären können, wie man sicherstellen kann, daß ein durch Umverteilung gefördertes Kind später Rentenbeitragszahler und nicht Sozial- oder Arbeitslosenhilfeempfänger wird.

Kannst Du das vielleicht?

Gruß,
Christian

Hi,

Das ganze Problem wäre gelöst, wenn man von der
umlagefinanzierten Rente auf die beitragsfinanzierten Rente
wechseln würde. Wenn jeder sein eigenes Töpfchen ansparen
würde, wäre er im Alter nicht mehr darauf angewiesen, daß es
genügend junge Leute gibt, die seine Rente zahlen.

Ich weiß ernsthaft nicht, woher ihr andauernd diesen hanebüchenen Unsinn habt. Würde der liebe „Staat“ sich nicht seit der Vergangenheit bis heute immer einen kräftigen Hieb aus der Rentenkasse gönnen, wäre genügend drin. Eine Rentenversicherung kann ausschliesslich umlagefinanziert funktionieren.
Falls du das Gegenteil belegen möchtest, stehen dir die wundervollen Modelle England und USA zur Verfügung.

Auch das Argument, daß es möglich wäre, daß die Rente
eventuell durch Entwicklungen am Kapitalmarkt völlig
vernichtet würde, ist keines. Denn als Alternative steht heute
ein System, bei dem die Renteeinzahlung binnen zwei Wochen
garantiert weg ist (s.o.).

Das hat nunmal ne Umlagefinanzierung an sich. Dafür ist der Topf innerhalb zweier Wochen auch wieder voll.

Gruß
Frank

anlagefinanzierte Rente

Falls du das Gegenteil belegen möchtest, stehen dir die
wundervollen Modelle England und USA zur Verfügung.

das versagen diverser pensionsfonds in den angelsaechsischen laendern ist auf einen hohen anteil von aktien - sehr oft sogar auch von aktien des unternehmens, von dem der pensionsfonds aufgelegt wurde, im portfolio der pensionsfonds zurueckzufuehren. bei einer anlage in risikolosere anlageformen sind ausfaelle nicht zu befuerchten und bei gleichen beitraegen sind bei anlagefinanzierten rentensysteme u.u. sogar hoehere renten drin als nach dem umlagefinanzierten system.

Beispielrechnungen, denen Du nie sachlich widersprochen hast, finden sich im Archiv. Aus Erfahrung klug geworden, tragen meine Artikel zu dem Thema immer den gleichen Titel.

C.

Hallo c.,

das ist ein dialektisches Problem und kein mathematischesw. Du kannst mit Geld rechnen wie du willst, das Ergebnis stimmt garantiert nie. Nur begreifen das die Metaphysiker nicht.
erklär mir bitte, weshalb ich meine Rentenrücklagen anstatt per umlage sicher einem Rentner weiterzuleiten, dem Risiko aussetzen soll, es über ein Unternehmen an einen Rentner weiterzuleiten???
Dafür gibt es nicht nur keinen sinnvollen Grund, dafür gibt es garkeinen Grund.

Gruß
Frank

Is scho recht Frank,

Du bist der einzige, der durchblickt, und wir sollten Dir huldigen und Deinen Weisheiten folgen usw. usw.

Da Deine Weisheiten aber auch nicht besser sind, als die der anderen falschen Propheten und ich außerdem keine Lebenszeitgutschriften auf die sinnlosen „Diskussionen“ mit Dir bekomme, mußt Du ab hier mal wieder ohne mich die Welt retten oder Menetekel an die Wand zeichnen (was Du heute bevorzugst, überlasse ich Dir).

C.

das ist ein dialektisches Problem und kein mathematischesw. Du
kannst mit Geld rechnen wie du willst, das Ergebnis stimmt
garantiert nie. Nur begreifen das die Metaphysiker nicht.
erklär mir bitte, weshalb ich meine Rentenrücklagen anstatt
per umlage sicher einem Rentner weiterzuleiten, dem Risiko
aussetzen soll, es über ein Unternehmen an einen Rentner
weiterzuleiten???
Dafür gibt es nicht nur keinen sinnvollen Grund, dafür gibt es
garkeinen Grund.

Gruß
Frank

Hallöchen zurück,

mir hat noch nie jemand erklären können, wie man sicherstellen
kann, daß ein durch Umverteilung gefördertes Kind später
Rentenbeitragszahler und nicht Sozial- oder
Arbeitslosenhilfeempfänger wird.

Kannst Du das vielleicht?

Zugegeben ein Problem. Aber ein anderes Thema. Vielleicht fragst Du dazu mal die Globalisierungsstrategen, die dauernd sagen, dass wir „zu teuer“ sind, zu viel verdienen, zu viel Urlaub haben usw. und demzufolge massenhaft Arbeitsplätze ins Ausland verlagern, sich selbst aber Gehaltssteigerungen von 60% oder gar 130% pro Jahr genehmigen oder mit Abfindungen von 60 Mill. in den Ruhestand geschickt werden.

Gruß, Stucki

Hallo nochmal.

mir hat noch nie jemand erklären können, wie man sicherstellen
kann, daß ein durch Umverteilung gefördertes Kind später
Rentenbeitragszahler und nicht Sozial- oder
Arbeitslosenhilfeempfänger wird.

Kannst Du das vielleicht?

Zugegeben ein Problem. Aber ein anderes Thema.

ein anderes Thema als was? Meine Frage dreht sich genau um das Thema Rentenversicherung. Alle, die fordern, daß die kiinderlosen Menschen Geld für die Menschen mit Nachwuchs abdrücken sollen, bleiben mir bisher die Erklärung schuldig, wie sie sicherstellen wollen, daß da nicht ein Arbeitsloser oder Sozialschmarotzer (ich sage extra „oder“) gefördert wird.

Vielleicht
fragst Du dazu mal die Globalisierungsstrategen, die dauernd
sagen, dass wir „zu teuer“ sind, zu viel verdienen, zu viel
Urlaub haben usw. und demzufolge massenhaft Arbeitsplätze ins
Ausland verlagern, sich selbst aber Gehaltssteigerungen von
60% oder gar 130% pro Jahr genehmigen oder mit Abfindungen von
60 Mill. in den Ruhestand geschickt werden.

Naja, Argumentation per Einzelfall, tolle Wurst. Wie auch immer: Wenn Du die Wahnsinnsbeträge, die Du ansprichst, auf die Mitarbeiterzahl umlegst, kommt da so gut wie gar nichts raus. Da wir die Diskussion neulich schon einmal hatten, kann ich Dir sagen, daß eine Umlage der Bezüge des gesamten Vorstands der Allianz auf die Mitarbeiter dazu führen würde, daß sich jeder Mitarbeiter einmal im Jahr eine Mahlzeit bei einem günstigen griechischen Restaurant leisten könnte (~20 Euro).

Mag sein, daß es ungeschickt ist, Wasser zu predigen und Wein zu saufen, aber dadurch ändert sich an der Sache nichts. Ob nun ein Vorstand 1 Mio. mehr oder weniger im Jahr bekommt, macht bei einem Unternehmen was 20 Mrd. Euro Umsatz im Jahr macht, nicht mehr als einen Fliegenschiß aus. Wenn jedoch in Osteuropa von 5.000 Leuten die Arbeit von 10.000 Deutschen erledigt wird und das auch noch zu einem Drittel der Kosten, macht das durchaus den sprichwörtlichen Kohl fett.

Gruß,
Christian

Hi,

Ich weiß ernsthaft nicht, woher ihr andauernd diesen
hanebüchenen Unsinn habt.

das liegt größtenteils daran, daß wir die Mathematik auch jenseits sozialistischer Kaffeesatzlesereien betreiben:

Wenn man zur Finanzierung einer Rente ungefähr die Beiträge von drei versicherungspflichtig Beschäftigten braucht, benötigt man bei einem Stand von 20.000.000 Rentern etwa 60.000.000 Beschäftigte. Bei einer Gesamtbevölkerung von 80.000.000 bekommt man aber bestenfalls 40.000.000 Einzahler zusammen, macht eine Fehlmenge von rund 1/3. Und, weiviel zahlt der Staat jedes Jahr aus Steuermitteln zu? Genau, rund 1/3.

Würde der Staat irgendwie das Wunder zustande bringen, die fehlenden 20.000.000 Arbeiter herzuzaubern (und das ohne einem Menschen im Rentenalter die Einreise zu gestatten und unter der Prämisse für die wäre ausreichend Arbeit da), dann hätten wir in 20 bis 30 Jahren bei einem Bevölkerungsstand von etwa 100.000.000 Menschen ca. 25.000.000 Renter, für deren Renteneinzahlungen die Beiträge von 75.000.000 Arbeitern benötigt würde, was einer benötigten Bevölkerung von 150.000.000 Deutschen entspräche.

Das System funktioniert also nur, wenn sich die Bevölkerung etwa alle 30 Jahre verdoppelt.

Das hat nunmal ne Umlagefinanzierung an sich. Dafür ist der
Topf innerhalb zweier Wochen auch wieder voll.

Ach ja? Wenn der Topf nach 2 Wochen wieder voll ist, wieso fehlt es denn dann permanent an Geld in der Rentenkasse?

viele Grüße,

Ralf

Hi,

Ich weiß ernsthaft nicht, woher ihr andauernd diesen
hanebüchenen Unsinn habt.

das liegt größtenteils daran, daß wir die Mathematik auch
jenseits sozialistischer Kaffeesatzlesereien betreiben:

Sollte man dennoch tun, um sich besser zu informieren:
http://www.marx-forum.de/politik/politik_r/renten.html
Der vielgepriesene „Generationenvertrag“ der Rentenreform von 1957 war kein freiwilliger Vertrag zwischen Jung und Alt, sondern eine staatliche Zwangsenteignung der angeblich selbstverwalteten Rentenversicherungen. Der „Sozialstaat“ schob sich als angeblicher „Treuhänder“ zwischen die Beitragszahler und die Rentenbezieher. Er kassierte seit 1957 die Überschüsse aus laufenden Beiträgen, verpulverte dieses angesammelte Vermögen und versprach gleichzeitig treuherzig: „Die Renten sind sicher!“?

Frank

Hallo nochmal.

Wenn Du die Wahnsinnsbeträge, die Du ansprichst, auf
die Mitarbeiterzahl umlegst, kommt da so gut wie gar nichts
raus. … kann
ich Dir sagen, daß eine Umlage der Bezüge des gesamten
Vorstands der Allianz auf die Mitarbeiter dazu führen würde,
daß sich jeder Mitarbeiter einmal im Jahr eine Mahlzeit bei
einem günstigen griechischen Restaurant leisten könnte (~20
Euro).

Klar, rein rechnerisch hast Du recht. Aber es „verdirbt die Sitten“. Es darf sich dann niemand wundern, wenn wir eine Gesellschaft von Gierigen werden, „hol Dir was Du kannst“.

Mag sein, daß es ungeschickt ist, Wasser zu predigen und Wein
zu saufen, aber dadurch ändert sich an der Sache nichts.

Wie gesagt, an der Sache nicht, aber an der Moral - bei den Arbeitnehmern, in der Gesellschaft.

Ob nun ein Vorstand 1 Mio. mehr oder weniger im Jahr bekommt,
macht bei einem Unternehmen was 20 Mrd. Euro Umsatz im Jahr
macht, nicht mehr als einen Fliegenschiß aus. Wenn jedoch in
Osteuropa von 5.000 Leuten die Arbeit von 10.000 Deutschen
erledigt wird und das auch noch zu einem Drittel der Kosten,
macht das durchaus den sprichwörtlichen Kohl fett.

Fazit: Gehen wir mit der gesamten Produktion nach Osteuropa, erhöhen die Vorstandsgehälter auf amerikanisches Niveau. Schließlich arbeitet ein Vorstand sehr viel und hat’s daher verdient …

Gruß, Stucki

Einer, der glaubt, dass wir mit Arbeitslosigkeit, Sozialabbau usw. noch lange nicht durch sind - wir sind erst am Anfang! Aber ich gebe unumwunden zu, dass ich keine Lösung habe.

Der vielgepriesene „Generationenvertrag“ der Rentenreform von
1957 war kein freiwilliger Vertrag zwischen Jung und Alt,
sondern eine staatliche Zwangsenteignung der angeblich
selbstverwalteten Rentenversicherungen.

Was hat das mit der Tatsache zu tun, daß die umlagefinanzierte Rente nicht funktionieren kann? Abgesehen vielleicht von der Binsenweisheit, daß jedes Geld, das man der Politik anvertraut auch von ihr veruntreut wird.

Hallo Fritze,

gerade gibt es ja eine Diskussion, dass Rentenzahlungen in
Höhe von 43% des Einkommens noch viel zu hoch wären, um den
Beitragssatz „stabil“ zu halten. Ich bin ja noch jung und
frage mich gerade, ob diese 43% sich auf das Brutto- oder
Nettoeinkommen beziehen?

Brutto. :wink:

Warum überhaupt? Ist schnell erklärt! Sieh Dir an, wo das Geld her kommt und wo es hin geht.
Alles Geld, was in die Kasse fließt sind Lohnbestandteile von denen, die für die ‚Privaten‘ zu arm sind.
Aus der kasse werden außer den Renten schon auch mal Gelder an die gezahlt, die gar nichts einzahlen. (Ostförderung u.ä.)
Eine einfache Umverteilung von unten nach oben, Abzocke!
An der Stelle fällt es nicht so auf. Keine versicherungsfremden Leistungen mehr, dafür niedrigere Löhne, würde nichts ändern, aber dann merkt es jeder.

cu Rainer

Hallo Ralf,

Was hat das mit der Tatsache zu tun, daß die umlagefinanzierte
Rente nicht funktionieren kann? Abgesehen vielleicht von der
Binsenweisheit, daß jedes Geld, das man der Politik anvertraut
auch von ihr veruntreut wird.

die ‚versicherungsfremden Leistungen‘ sind eines der Probleme.
Außerdem hat die Politik sämtliche Probleme verursacht und ist deshalb für die Folgen verantwortlich. Außerdem sind die ‚leeren Kassen‘ nur ‚jammern auf hohem Niveau‘. :wink:

cu Rainer