Warum überhaupt noch Rentenversicherung?

Hallo Christian,
so weit stimmt das, wenn der staat dann die Kasse zu Gunsten der Unternehmen plündert, hilft das aber auch nichts. (versicherungsfremde Leistungen)
Die Frage ist, was das Ziel des Staates und der Wirtschaft ist.
Wenn der schutz des Eigentums und der Gewinn der Unternehmen das Maß aller Dinge ist, dann ist das von Dir angeführte Modell optimal. Das ist aber nicht der Sinn der Arbeitsteilung, der Wirtschaft! Der Sinn ist, die Versorgung ALLER zu optimieren und für alle den optimalen Nutzen zu erzielen.
Du wirst sicher nicht bestreiten, daß weltweit der Bedarf an allen Produkten nicht gedeckt ist. Die Produktionskapazitäten sind auch nicht ausgeschöpft. An Recourcenmangel liegt es auch nicht. Warum wird dann nicht jeder Mensch mit dem versorgt, was er braucht? Weil es denen, die es ändern könnten nichts nützt! Der Mangel ist gewollt und künstlich erzeugt.
Die Ursache ist in gewisser Weise sogar verständlich.
Verdienen die AN zu viel, können sie einen Status erreichen, der es ihnen erlaubt, darauf zu verzichten, für Lohn zu arbeiten. Die Folge wäre ein zusammen brechen der Wirtschaft und der Versorgung.
Unterhalb der optimalen Grenze treten Mängel nur bei den AN und den potentiellen AN auf. Das hat sogar noch den Vorteil, sie leichter beherrschen zu können, so lange die Unzufriedenheit nicht Ausmaße annimmt, die zu Revolten führen. Aber auch dagegen kann man noch mit Gewalt vor gehen.
Ich weiß, daß Du der Meinung bist, die Wirtschaft würde sich auf einem Grat bewegen und droht auzustürzen, wenn die Bedingungen zu ihren Ungunsten geändert würden.
Nach jeder Diskussion mit Dir leuchten Deine Argumente auch ein. :wink:
Im Moment fühle ich mich gerade mal wieder unbeeinflußt.
Du siehst die Wirtschaft aus der falschen Perspektive.
Nicht die Menschen sind für die Wirtschaft da, sondern die Wirtschaft soll den Menschen nützen. Für reines Profitdenken ist da kein Platz.

cu Rainer

Hallo Frank,
Du übersiehst die Geschichte.
Nach dem Krieg gab es keine ‚Ersparnisse‘, von denen die ‚Rentner‘ hätten leben können. Das Umlageprinzip war das einzig mögliche.

Zwangsläufig waren keine weiteren Mittel vorhanden, ein ‚Anlageprinzip‘ durchzusetzen. Dazu kamen in den 90ern die Plünderungen der Rentenkassen. Der Osten ist ein weiteres Problem. Die Leute haben da gearbeitet, Werte geschaffen, aber nach der Wiedervereinigung haben die sich als wertlos erwiesen. Es sind also einige Ansprüche entstanden, denen keine Werte in den Kassen entgegen stehen. Verstehe mich nicht falsch, ich kritisiere das nicht, ich gehöre selbst dazu. Ich habe 30 Jahre in der DDR gearbeitet und werde daraus Rentenansprüpche geltend machen können, als hätte ich 15 Jahre in der BRD gearbeitet. Ein Kompromiss. Die Kassen werden belastet, obwohl ich erst seit 1989 Beiträge zahle, mir werden 15 Jahre gestohlen. Die Ursache ist, daß ich nicht früher aus der DDR heraus gekommen bin. Verantwortlich sind also Erich & CO.

Wie hoch ist der Prozentsatz der Anspruchsberechtigten, die nichts eingezahlt haben? 20%? Wenn Du mit den Beiträgen von 60 Millionen Leuten 20 Millionen mit versorgen mußt, dürften mathematisch die Leistungen auf 75% sinken.
… Anlagefinanziert. …

Umlagefinanziert spielt das bei einer funktionierenden Wirtschaft und einer ausgeglichenen Demographie keine Rolle. …

Weißt Du etwas über die Demographie der DDR? Die könnte doch recht gesund ausgesehen haben. Die Situation war ja nicht so, daß nur Reiche sich Kinder leisten konnten, so wie das jetzt ist. :wink: (Gruß an EXC)

Daraus resultiert ja das jetzige Dilemma. Familien versuchen Kinder zu vermeiden, weil das zum wirtschaftlichen Ruin führt. … (so wie bei mir z.Z. :wink:)

cu7 Rainer

Es gibt zwei Dinge, die offensichtlich garantiert nicht funktionieren.
1: eine nicht umlagefinanzierte Rente
2: dein Kopf (da du mir hier was vom Pferd erzählen willst)

Da soll Leuten die Kohle für in 30 (!!!) Jahren anvertraut werden, die keine 5 Minuten die Zukunft voraussagen können. Das einzige was garantiert werden kann , ist, dass das nie sicher sein kann.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Frank,
Du übersiehst die Geschichte.
Nach dem Krieg gab es keine ‚Ersparnisse‘, von denen die
‚Rentner‘ hätten leben können. Das Umlageprinzip war das
einzig mögliche.

…und genau aus diesem Grund ist es auch das von Natur aus einzig mögliche! Die anlagefinanzierte Rente ist doch nur Beschiss. Damit sanieren sich kurzzeitig die latent pleiten Lebensversicherer, mehr nicht.

Gruß
Frank

Guten Morgen.

Die Frage ist, was das Ziel des Staates und der Wirtschaft
ist.
Wenn der schutz des Eigentums und der Gewinn der Unternehmen
das Maß aller Dinge ist, dann ist das von Dir angeführte
Modell optimal. Das ist aber nicht der Sinn der
Arbeitsteilung, der Wirtschaft! Der Sinn ist, die
Versorgung ALLER zu optimieren und für alle den
optimalen Nutzen zu erzielen.

Wir reden – wenn ich mich recht entsinne – immer noch von der Rentenversicherung. Es gibt drei Alternativen:
Die steuerfinanzierte Rente.
Die anlagefinanzierte Rente.
Die umlagefinanzierte Rente.

Welches System sollte denn Deiner Meinung nach in Zukunft unsere Altersversorgung decken? Vor einer Antwort bitte nicht den unwesentlichen Aspekt der Finanzierbarkeit vergessen.

Du wirst sicher nicht bestreiten, daß weltweit der Bedarf an
allen Produkten nicht gedeckt ist. Die Produktionskapazitäten
sind auch nicht ausgeschöpft. An Recourcenmangel liegt es auch
nicht. Warum wird dann nicht jeder Mensch mit dem versorgt,
was er braucht? Weil es denen, die es ändern könnten nichts
nützt! Der Mangel ist gewollt und künstlich erzeugt.

Quark, für die Unternehmen wäre es toll, wenn jeder alles kaufen könnte und die Produktionsanlagen ausgelastet wären. Der Haken ist aber, daß die Produkte zumindest kostendeckend verkauft werden müssen, weil der Laden sonst irgendwann pleite ist und dann nicht nur die Kunden ihre Waren nicht haben, sondern auch die Mitarbeiter auch nicht mehr ihre Arbeitsplätze.

Das Geld, mit dem die Mitarbeiter bezahlt werden, entsteht nicht durch Zauberei, sondern aus Umsatz-Kosten. Wenn nichts verdient wird, müssen entweder die Kosten runter oder die Umsätze rauf. So einfach ist das.

Weiterhin will das eingesetzte Kapital verzinst werden, denn wenn es nicht verzinst wird, geht es dahin, wo es verzinst wird. Folge: Unternehmen pleite, Rest wie oben. Das heißt also, daß rein kostendeckendes Wirtschaften nicht reicht, sondern eine Rendite erzielt werden will, die dem Risiko des Kapitaleinsatzes entspricht. Ob das nun 8, 10 oder 12% sind, ist gleichgültig.

Die Ursache ist in gewisser Weise sogar verständlich.
Verdienen die AN zu viel, können sie einen Status erreichen,
der es ihnen erlaubt, darauf zu verzichten, für Lohn zu
arbeiten.

Das ist illusorisch und selbst wenn es so wäre, daß ein Teil der Bevölkerung soviel verdient, daß er sich mit 35, 40 oder 45 zur Ruhe setzen kann: Entscheidend ist die Nachfrage. Ein Zusammenbrechen der Wirtschaft ist nicht zu erwarten, weil sich das System über Preise und Löhne selbst reguliert. Wenn es weniger Arbeitskräfte gibt, wird weniger produziert, damit steigen die Preise und schon läßt sich der laue Ruhestand ab 35 nicht mehr bezahlen. Also geht’s wieder zurück ins Büro oder an die Werkbank.

Ich weiß, daß Du der Meinung bist, die Wirtschaft würde sich
auf einem Grat bewegen und droht auzustürzen, wenn die
Bedingungen zu ihren Ungunsten geändert würden.
Du siehst die Wirtschaft aus der falschen Perspektive.
Nicht die Menschen sind für die Wirtschaft da, sondern die
Wirtschaft soll den Menschen nützen.

Ich sehe anscheinend als einziger, daß es „die Wirtschaft“ und „die Menschen“ nicht als verschiedene Interessenlager gibt. Die Menschen machen die Wirtschaft aus und sind Teil davon. Wer „die Wirtschaft“ als Feindbild hat, kämpft gegen sich selbst.

Gruß,
Christian

und genau aus diesem Grund ist es auch das von Natur aus
einzig mögliche! Die anlagefinanzierte Rente ist doch nur
Beschiss. Damit sanieren sich kurzzeitig die latent pleiten
Lebensversicherer, mehr nicht.

Wieso bringst Du die Lebensversicherer ins Spiel? Es gibt z.B. das Prädikat „mündelsicher“, das Anlagen kennzeichnet, die von Vormunden für ihre Mündel erworben werden dürfen. Darunter u.a. Bundesanleihen und Pfandbriefe. Zumnindest Bundeswertpapiere lassen sich bei der Bundeswertpapierverwaltung kostenlos verwalten. Also braucht man hier keine Finanzdienstleister und erst recht keine Lebensversicherungen.

C.

Vorbild USA ???
Hallo,

Nun könnte man ja so eine Versicherungsgeschichte an
US-amerika-nischem Vorbild angelehnt (eines der wenigen Dinge
die ich von dort gutheiße) ins Leben rufen, …

Als Lektüre empfehle ich z.B. einen Artikel der (amerikanischen!) Time Mai 2003: „Hey, Where’s My Raise?“ Millionen Rentner müssen teils drastische Einbußen hinnehmen. Tja, und „Where did my Raise Go“? Vielleicht zu denen:

Freiwillig verzichtet von denen keiner!

Genau! Amerika ist doch schließlich unser Vorbild! Importieren wir es doch! Dann sind alle Probleme gelöst!

Übrigens: Manchmal denke ich, dass eine private Rentenversicherung wohl doch besser gewesen wäre. Dann hätten die Rentenversicherungsträger nach der Wiedervereinigung den Ostdeutschen einfach eine lange Nase gemacht: „Euer Geld müsst Ihr schon von Erich Honey holen! Wir sind als Private da nicht zuständig.“ Aber Honey hat’s ja auch verzockt …

Gruß, Stucki

und genau aus diesem Grund ist es auch das von Natur aus
einzig mögliche! Die anlagefinanzierte Rente ist doch nur
Beschiss. Damit sanieren sich kurzzeitig die latent pleiten
Lebensversicherer, mehr nicht.

Wieso bringst Du die Lebensversicherer ins Spiel? Es gibt z.B.
das Prädikat „mündelsicher“, das Anlagen kennzeichnet, die von
Vormunden für ihre Mündel erworben werden dürfen. Darunter
u.a. Bundesanleihen und Pfandbriefe. Zumnindest
Bundeswertpapiere lassen sich bei der
Bundeswertpapierverwaltung kostenlos verwalten. Also braucht
man hier keine Finanzdienstleister und erst recht keine
Lebensversicherungen.

Betrachjte das Extrembeispiel: 100% anlagefinanziert. Das wären Anlagen von min. 2 bis vielleicht 5-10 Billionen Euro alleine für die Rente zum jetzigen Zeitpunkt. Abgesehen davon, dass es unmöglich ist, diese Summe zu erwirtschaften und auf Halde zu sparen, frage ich dich ganz konkret, wo diese Summe mündelsicher angelegt werden kann?
Auch 500 Mrd. wären nur 25.000 Euro pro Rentner, ca… eine Geldanlage ist nur struktur, mehr nicht. Damit ist der wirtschaft noch kein cent umsatz zugeflossen. Das ist der nächste Hammer daran.
Wenn du diesen staat kurzfristig pleite machen willst, führe eine Anlagefinanzierte Rente ein.

Gruß
Frank

Hi,

Wir reden – wenn ich mich recht entsinne – immer noch von der
Rentenversicherung. Es gibt drei Alternativen:
Die steuerfinanzierte Rente.
Die anlagefinanzierte Rente.
Die umlagefinanzierte Rente.

Steuern sind letztendlich auch nur Umlagen. Es gibt also kletztlich nur die zwei Arten: durch irgendeine Umlage oder aus einer Investition heraus.

gruß
frank

falsche Betrachtung

Wir reden – wenn ich mich recht entsinne – immer noch von der
Rentenversicherung. Es gibt drei Alternativen:
Die steuerfinanzierte Rente.
Die anlagefinanzierte Rente.
Die umlagefinanzierte Rente.

Steuern sind letztendlich auch nur Umlagen. Es gibt also
kletztlich nur die zwei Arten: durch irgendeine Umlage oder
aus einer Investition heraus.

Es macht durchaus einen Unterschied, ob das Geld durch die Arbeitnehmer aufgebracht wird (Umlagefinanzierung) oder die Gesamtbevölkerung (Steuerfinanzierung). Übrigens kommen jetzt schon rd. 80 Mrd. Euro (und damit rd. ein Viertel der Gesamtleistungen) jährlich für die Rente aus dem Staatshaushalt.

C.

Betrachjte das Extrembeispiel: 100% anlagefinanziert. Das
wären Anlagen von min. 2 bis vielleicht 5-10 Billionen Euro
alleine für die Rente zum jetzigen Zeitpunkt. Abgesehen davon,
dass es unmöglich ist, diese Summe zu erwirtschaften und auf
Halde zu sparen,

Ich hab Dir schon mehrfach den Übergang verhackstückt. Naja, bei manchen dauert es halt etwas länger, also: Über 30 Jahre hinweg steigt der Rentenbeitrag der Beitragszahler auf 25-30% an, wobei der Anteil der Beiträge für die umlagefinanzierten Rente zu Gunsten der Anlagefinanzierung sinkt. Im gleichen Zeitraum muß der Staat/die BFA die auftretenden Lücken sowohl bei Beitragszahlern als auch bei Rentenempfängern decken. Dies muß zu wesentlichen Teilen über die Streichung der versicherungsfremden Leistungen erfolgen.

frage ich dich ganz konkret, wo diese Summe
mündelsicher angelegt werden kann?

Du denkst zu kurz. Der Kapitalstock ist nun einmal nicht auf einen Schlag da, sondern wird über Jahrzehnte bis zu seinem Höchststand aufgebaut. In der Zwischenzeit wird sich die Finanzierungsstruktur des Staates geändert haben. Er wird sich zunehmend bei seinen Bürgern verschulden und zwar bei allen Bürgern. Das Thema „die Reichen werden durch die Zinszahlungen immer reicher“ wird sich damit zumindest teilweise erledigt haben. Wie auch immer: In der Aufbauphase hat der Staat das „Rentnergeld“ vernünftg zu investieren und schon entsteht das Paradies auf Erden (leicht abgekürzt).

Auch 500 Mrd. wären nur 25.000 Euro pro Rentner, ca… eine
Geldanlage ist nur struktur, mehr nicht.

Hä?

Damit ist der
wirtschaft noch kein cent umsatz zugeflossen.

Hä?

Das ist der
nächste Hammer daran.
Wenn du diesen staat kurzfristig pleite machen willst, führe
eine Anlagefinanzierte Rente ein.

Hä?

C.

Es macht durchaus einen Unterschied, ob das Geld durch die
Arbeitnehmer aufgebracht wird (Umlagefinanzierung) oder die
Gesamtbevölkerung (Steuerfinanzierung). Übrigens kommen jetzt
schon rd. 80 Mrd. Euro (und damit rd. ein Viertel der
Gesamtleistungen) jährlich für die Rente aus dem
Staatshaushalt.

Ich glaub, du hast mich falsch verstanden. Hier ist die quelle obsolet, es geht ausschliesslich um den Funktionsmechanismus.

f.

Hallo Stucki,

vielleicht hast Du mich, oder ich Dich missverstanden?

Mit meinem Artikel meinte ich eine von jedem selbst in die Hand genommene RV. Die Selbständigkeit wäre auf einem ganz anderen Niveau und die Bürger würden sich nicht so gängeln lassen, wie sie es zulassen.
So wie das ´drüben´ üblich ist, sollte sich jeder selbst um seine späteren Belange kümmern und sich nicht auf andere verlassen.
Denn dann ist man verlassen - das erleben wir ja hier und jetzt.

Auf keinen Fall bin ich pro USA.
Es gibt einige, wenige Dinge, welche ich ansatzweise gut finde und wo es sich lohnen würde, mal tiefer in die Materie vorzudringen.
Leider wird immer das nicht so gute über den großen Teich geholt.

Ich hoffe, dass ich mich jetzt besser ausgedrückt habe.
Gruß Iso.Osi

Es macht durchaus einen Unterschied, ob das Geld durch die
Arbeitnehmer aufgebracht wird (Umlagefinanzierung) oder die
Gesamtbevölkerung (Steuerfinanzierung). Übrigens kommen jetzt
schon rd. 80 Mrd. Euro (und damit rd. ein Viertel der
Gesamtleistungen) jährlich für die Rente aus dem
Staatshaushalt.

Ich glaub, du hast mich falsch verstanden. Hier ist die quelle
obsolet, es geht ausschliesslich um den Funktionsmechanismus.

Das Funktionsprinzip ist bei allen Verfahren gleich: Manche zahlen, manche empfangen. Entscheidend ist aber, wer warum für wen zahlt.

Es bleibt bei drei Alternativen. Punktum.

C.

P.S.
Du darfst die Frage auch gern beantworten, aber nicht die Finanzierbarkeit vergessen.

Es gibt einige, wenige Dinge, welche ich ansatzweise gut finde
und wo es sich lohnen würde, mal tiefer in die Materie
vorzudringen.^

Passiert gerade ein paar Zentimeter weiter unten. Diskussionverlauf wie üblich: Rational vs. spirituell.

Gruß,
Christian

100% Anlagefinanziert?
Hallo,

ich verstehe das nicht. Für jeden eingezahlten Euro in die Rentenkasse werde ich später selbst nach optimistischsten Schätzungen 50 Cent wiederbekommen. Darum fände ich es z.B. bereits attraktiver, wenn ich meine Beiträge in bar ausbezahlt bekäme und in einen Strumpf stecken könnte.

Es gibt Anlagemöglichkeiten, die mit einem erheblich geringeren Risiko verbunden sind, als Aktien oder Direktbeteiligungen. Ich könnte mir eine Mischung aus festverzinslichen Anleihen, Aktien und Lebensversicherung vorstellen. Aber selbst das gute alte Sparbuch wäre die bessere „Anlage“ im Vergleich zur Geldvernichtung durch die Rentenkasse.

Gruß

Fritze

Hi!

Mit meinem Artikel meinte ich eine von jedem selbst in die
Hand genommene RV.

Kannst du das mal konkretisieren, wie das aussehen soll?

Ich spiel einfach mal ein paar Ideen durch (ohne Anspruch auf Vollständigkeit, Sinn oder Verstand):

Auslöser:
Die Gesetzliche Rentenversicherung wird aufgelöst, jeder ist für seine Rente selbst verantwortlich.

Folgen:
Den Bürgern werden unterschiedliche Ersatzmöglichkeiten angeboten.

So gibt es die private Rentenversicherung (monatliche Einzahlung während der Lebensarbeitszeit und monatliche Rückzahlung nach Renteneintritt). Je nach Wunsch und Bedarf sind die Beiträge unterschiedlich hoch. Problematisch ist die Beitragsleistung des Arbeitgebers, wenn seine 200 Mitarbeiter 50 verschiedene PRVs haben. Zahlt der AG immer die Hälfte? Oder einen konstanten Betrag? Oder gar nichts? Oder bewegen sich die AG-Beteiligungen in einem definierten Bereich (Min-Wert/Max-Wert)?
Und: Darf der AG Druck auf seine AN ausüben, kostengünstigere PRVs abzuschließen bzw. den monatlichen Beitrag vom AN senken zu lassen, weil die Lohnnebenkosten sonst zu hoch wären? Außerdem: Wie flexibel muss eine PRV reagieren, wenn z.B. der AN arbeitslos wird, auf Halbtagsjob wechselt oder Lohneinbußen durch Arbeitszeitkürzungen oder schlechter Geschäftslage des AG (Stichwort Haustarif) hinnehmen muss?

Zweite Möglichkeit: Statt einer PRV schließt der AN eine kapitalbildende Lebensversicherung ab. Hat den Vorteil, dass im Todesfalle seine Familie Geld bekommt (ist bei einer PRV nicht zwingend der Fall). Außerdem hat er die Wahl zwischen verschiedenen Rückzahlungsmodellen (in einer Summe, in mehreren Teilbeträgen, auf Monatsbasis).
Probleme hier: Wie beteiligt sich der AG an den Beiträgen zur LV? Was geschieht in Zeiten ohne Einkommen? Wie variabel muss die Versicherungsgesellschaft auf die schwankende Zahlungsfähigkeit des Versicherten reagieren?

Dritte Möglichkeit: Einzahlung in Pensionsfonds nach amerikanischem Modell. Das eingezahlte Geld wird angelegt, Ansprüche der Rentenbezieher aus den Einzahlungen und erwirtschafteten Gewinnen bedient. Problematisch ist, dass Pensionsfonds gezwungen sind, ein gewisses Risiko zu gehen, um die Forderungen abdecken zu können. Die beiden größten Pensionsfonds in den USA stecken derzeit in Problemen, da sie das Kreditgeschäft überdehnt haben und evtl. daran Pleite gehen.

Varianten 1 bis 3 haben alle einen gemeinsamen Schwachpunkt: Sie sind privatwirtschaftlich orientiert und daher auf Gewinn aus. Das bedeutet, dass ein nicht unbeträchtlicher Anteil des Kapitals, das zur Verfügung steht, nicht an die Einleger zurückfließt, sondern in die Taschen von Vorstände, Fondsverwalter usw., ohne dass jemand auf die Höhe dieser Beträge Einfluss hat.

Vierte Möglichkeit: Der AN erwirtschaftet auf eigenes Risiko und in eigener Verantwortung das Kapital für sein Alter. Das bedeutet, er spart, legt es gewinnversprechend an, investiert sein Geld an der Börse usw. Der AG zahlt nichts hinzu, dafür wird der AN von jeglicher Steuer auf seine Kapitalerträge (Zinsabschläge, Kapitalertragssteuer, Spekulationssteuer) befreit.

All diese Vorschläge basieren darauf, dass es sich um Arbeitnehmer handelt, die ein Einkommen aufweisen können. Prpblematisch wird es für jene, die arbeiten, aber kein Einkommen haben - die berühmten Ausfallzeiten. Was ist mit Schülern, die mit 18 oder 19 oder 20 Abitur machen, während andere mit 16 bereits für ihre Rente arbeiten? Wie soll mit Studenten umgegangen werden, die vier, fünf oder sechs Jahre an der Uni verbringen und mangels Geld nichts einzahlen können? Wie verfährt das System der privaten Rentenvorsorge mit Eltern, die bis zu vier Jahren aus dem Beruf aussteigen, um sich um die angeblich dringend benötigten Kinder zu kümmern? Wer trägt die Beitragszahlungen zur privaten Altersvorsorge, wenn dauerhaft Arbeitslosigkeit droht? Sprngt hier jeweils der Staat ein? Wenn ja, nach welchem der o.g. Muster (trägt der Staat dann das Risiko der Aktienspekulation)? Was ist mit jenen Arbeitnehmern, deren Einkommen so niedrig liegt, dass die spätere Rente eindeutig unter dem Sozialhilfesatz liegt?

Wie gesagt: Konkretisier einfach mal die Forderung nach Abschaffung der gesetzlichen Rentenversicherung!

Grüße
Heinrich

Außerdem frage ich mich, warum man überhaupt an dem System
festhält, wenn es nur Unsummen verschlingt und den Einzahlern
nichts bringt. Warum schafft man das dann nicht ab? In meinem
Bekanntenkreis findet sich zumindest niemand, der die Kohle
nicht lieber selbst anlegen würde.
Gruß Fritze

Hallo,
das festhalten am System hat Methode. 1957 wurde die Umlagefinanzierung eingeführt. Die damalige Regierung hat die bis dato eingezahlte Beiträge und die vorhandenen Beitragsüberschüsse, entstanden durch die Nichtleistung an der gefallenen Soldaten und getöteten Bürgern im zweiten Weltkrieg, dem Staatshaushalt zugeführt und sich dann als Treuhänder für die Nachkriegsgenerationen ausgegeben. Mit dem Versprechen für die Rentenzahlung zu bürgen.
Die nachfolgenden Regierungen haben diese Regelung als Freibrief angesehen und soziale Wahlversprechen, wie zB. Mutterschutz, Übernahme der Rentenzahlungen an Rentner in Ostdeutschland und mehr, der Rentenkasse zugeschlagen.
Wenn jetzt die Rentenversicherung aufgelöst würde, um zB. die eingezahlten Beiträge den jetzigen und zukünftigen Rentnern auszuzahlen damit dieses ihre Altersversorgung selber regeln. Dann müssten unsere Politiker zugeben, dass sie die Rentner Jahrzehnte lang betrogen haben.
Das wäre das Ende für unsere Volksparteien. Von den Belastungen die dann zusätzlich von den Arbeitnehmern zu tragen wären, wollen wir bei den bestehenden Staatsschulden erst garnicht reden.

Leider sind wir „Alten“ auch erst sehr spät hinter diese Masche gekommen. Auch wir haben unseren Volksvertretern geglaubt, genauso wie es heute die „Jüngeren“ auch tun.

Gruß Peter

Hi,

Wir reden – wenn ich mich recht entsinne – immer noch von der
Rentenversicherung. Es gibt drei Alternativen:
Die steuerfinanzierte Rente.
Die anlagefinanzierte Rente.
Die umlagefinanzierte Rente.

Welches System sollte denn Deiner Meinung nach in Zukunft
unsere Altersversorgung decken? Vor einer Antwort bitte nicht
den unwesentlichen Aspekt der Finanzierbarkeit vergessen.

Im Prinzip ist das eigentlich wurscht. Ihr kriegt das Land schon an die Wand, darin habe ich felsenfestes Vertrauen.
Da bis in 30 Jahren eh Kommunismus ist, brauch ich mir darüber keinen Kopf machen. Dort qwird entweder umlagefinanziert oder es gibt garkein Geld mehr.

Gruß
Frank

Hallöchen,

Welches System sollte denn Deiner Meinung nach in Zukunft
unsere Altersversorgung decken? Vor einer Antwort bitte nicht
den unwesentlichen Aspekt der Finanzierbarkeit vergessen.

Im Prinzip ist das eigentlich wurscht.

konstruktive Beiträge sind also von Dir nicht zu erwarten? Oder wieso erklärst Du uns Unwissenden nicht, wie die Umlagefinanzierung funktionieren soll, wenn auf einen Rentner bestenfalls zwei Beitragszahler kommen? Rentenversicherungsbeitrag 120% vom Bruttolohn oder wie oder was?

Gespannt,

Christian
Ihr kriegt das Land

schon an die Wand, darin habe ich felsenfestes Vertrauen.
Da bis in 30 Jahren eh Kommunismus ist, brauch ich mir darüber
keinen Kopf machen. Dort qwird entweder umlagefinanziert oder
es gibt garkein Geld mehr.

Gruß
Frank