Warum verweigerte Kopernikus die

Hallo,

ich habe letztens eine Sendung gesehen, wo erklärt wurde warum Kopernikus seine Entdeckung lange nicht veröffentlichen wollte. Ich glaube, das war eine mathematische Entdeckung oder irgendetwas mit der Beweglichkeit der Erde und Sonne, bin mir nicht sicher. Ich finde leider nichts verständliches, warum er seine Entdeckung nicht veröffentlichen wollte? Soweit ich mitbekommen habe, wurde seine Entdeckung letztendlich veröffentlicht. Kann mir jemand etwas genauer erklären, wie und warum das alles so abgelaufen ist?

Danke!

Samuel Winter

Hallo Samuel,

Kopernikus war sich darüber im klaren, daß seine Ergebnisse der Kirche nicht unbedingt ‚schmeckten‘ und er hatte schlicht Angst, deswegen massive Probleme zu kriegen.
Du darfst Dir Wissenschaft damals nicht so vorstellen wie heute.
Wenn die Kirche dazwischenfunkte, konnte das schon mal den Untergang der Person bedeuten.

Gandalf

Gandalf, kannst Du mir vielleicht erklären, wieso die Entdeckung Kopernikus für die Kirchen unangenehm war?

Samuel Winter

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Gandalf, kannst Du mir vielleicht erklären, wieso die
Entdeckung Kopernikus für die Kirchen unangenehm war?

Samuel Winter

Das hat glaube ich mit der falschen Annahme der Kreisbahnen zu tun.

Huggy Bear :wink:

Gandalf, kannst Du mir vielleicht erklären, wieso die
Entdeckung Kopernikus für die Kirchen unangenehm war?

Hallo, Samuel,
Ich bin zwar nicht Gandalf, aber es war halt so:
Die Kirche vertrat die Ansicht, Rom sei der Mittelpunkt der Welt, die Erde der Mittelpunkt des Universums.
Kopernikus’ Erkenntnis, dass die Erde sich um die Sonne bewegt, widersprach dieser Auffassung und hätte dei Kirche in Erklärungsnöte gestürzt, die man damals relativ einfach löste: Rübe ab oder Feuer unterm Hintern.
Gruß
Eckard

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Hallo,
Vor ihm sind andere aber für ähnliche Erkenntnisse diffamiert oder sogar getötet worden (Gallileo Gallilei, Giordano Bruno). Davor hatte K. wohl Angst.
Tatsächlich war es nicht Kopernikus, der als erster entdeckte, dass die Erde nicht der Fixpukt ist, sondern sich um die Sonne dreht, aber mit seinen Veröffentlichungen setzte sich diese Erkenntnis endlich durch.
Die sogenannte „Kopernikanische Wende“, die nicht nur bedeutete, dass das astronomische Weltbild sich endlich der Realität näherte, sondern auch die Macht der Kirche brach, wissenschaftliche Erkenntnisse zu unterdrücken.
Nach Kopernikus war offenbar und wurde zunehmend akzeptiert, dass die Kirche fehlbar ist und in der Erkenntnis der Welt keine Autorität.
In gewisser Weise war es der Beginn (oder Druchbruch?) der Säkularisierung.

Gruß
Werner

Abschreckende Beispiele
Hallo, ihr da!

Giordano Bruno wurde angeblich, weil er die Unendlichkeit des Universums behauptete, verbrannt. Aber hatte sich auch sonst einige Feinde gemacht mit seinen bösen Sprüchen, die eher der Grund für das Todesurteil waren. Muss ein unleidiger Geselle gewesen sein.

Wie auch das andere bekannte Opfer der Kirche!

Galileo Galiei musste seiner heliozentrischen Lehre abschwören und kam in Hausarrest, der aber der besseren Wirkung wegen gern als Inhaftierung durch die Inquisition dargestellt wird.

Aber es stimmt schon, es war nicht ratsam der kirchlichen Doktrin zu widersprechen. Und zu der gehörte eben das geozentrische Weltbild, das in einem langen und aufregendem Prozess von Brahe, Kopernikus, Kepler und auch ein ganz klein bisschen von Galilei widerlegt wurde und sich so gründlich durchgesetzt hat, dass wir uns kaum mehr vorstellen können, dass es mal anders war. Dabei war das heliozentrische Weltbild schon den alten Griechen bekannt; hat sich damals bloß nicht durchsetzen können.

Ist auch heut noch ein Wagnis wider den Stachel zu löken, siehe Küng, Drewermann etc, aber man wird nicht mehr verbrannt oder eingesperrt, sondern kriegt nur Lehrverbot an den theologischen Fakultäten.

Gruß Fritz

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Ist auch heut noch ein Wagnis wider den Stachel zu löken,
siehe Küng, Drewermann etc, aber man wird nicht mehr verbrannt
oder eingesperrt, sondern kriegt nur Lehrverbot an den
theologischen Fakultäten.

Du sagst man wird heutzutage nicht mehr verbrannt oder eingesperrt, sondern kriegt nur Lehrverbot an den theologischen Fakultäten. Wird jeder Mensch heutzutage so behandelt? Oder wird heutzutage eine autoritäre Person, die die Wahrheit über irgendetwas (jetzt nicht unbedingt im Gebiet Theologie) sagt, was die „Mächtigen“ unangenehm finden und diese Person planmäßig umlegen und in den Medien über Selbstmord, Herzstillstand, Autounfall etc. benachrichtigen lassen?

Gruß Samuel Winter

Hallo Fritz!

[…] das
geozentrische Weltbild, das […] sich so gründlich
durchgesetzt hat, dass wir uns kaum mehr vorstellen können,
dass es mal anders war.

So gründlich, dass wir immer noch sagen „Die Sonne (!) geht auf/unter“?
Geisterte nicht kürzlich die Meldung durch die Medien, dass erstaunlich viele Deutsche (es war eine Prozentzahl angegeben) an das geozentischen Weltbild glauben?

Dabei war das heliozentrische Weltbild
schon den alten Griechen bekannt; hat sich damals bloß nicht
durchsetzen können.

Es war wohl Gelehrtenwissen, dem die tägliche Anschauung (s. o.) zu widersprechen schien.
Und vor allem: Der alte Grieche Ptolemaios hat in seinem Handbuch „Megale Syntaxis“ dann (ca.150 n. Chr.) wieder das geozentrische Wb. „bewiesen“, die Araber haben das Werk 827 ins Arabische übersetzt (der Almagest)´und dessen Übersetzung ins Lateinische war im Mittelalter DAS astronomische Lehrbuch.
Der Irrtum kehrte also schon bei den alten Griechen wieder zurück.
Schöne Grüße!
H.

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Nun ja, Hannes,

ich war wohl etwas zu blauäugig bei meinen Aussagen.

So gründlich, dass wir immer noch sagen „Die Sonne (!) geht
auf/unter“?

Manche schreiben auch heute noch mit einem Federhalter oder sprechen vom Buchdruck. Die Sprache kann seh träge sein.

dass :erstaunlich viele Deutsche an das geozentischen Weltbild glauben?

Ach ja, auch das. Es gibt ja Leute, die halten den König Artus für eine reale, geschichtliche Person und Hitler für eine Figur aus dem Jurassic Park. Von den Kreationisten und dem Intelligent Design und anderen gar nicht zu reden.

Dabei war das heliozentrische Weltbild schon den alten Griechen bekannt; hat sich damals bloß nicht durchsetzen können.

Es war wohl Gelehrtenwissen, dem die tägliche Anschauung (s.o.) zu widersprechen schien.

Nun, dann ist das heute noch so. Kannst du die neuesten astrophysikalischen Theorien verstehen? Aber es gab Aristarch, Heraklit und andere, so wie Einstein und Hawkins heute.

Das übrigens fand ich dies auf einer Netzseite, die sich wohl als wissenschaftliche versteht: Giordano Bruno (1548-1600) auf dem lodernden Scheiterhaufen: „Und sie bewegt sich doch!“ (nämlich das angeblich ruhende Zentrum des Alls - die Erde)

=>http://www.paradigmen.info/Heliozentrik.html

Und der Rest ist Schweigen. Oder Geschichte?

Gruß Fritz

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Du sagst man wird heutzutage nicht mehr verbrannt oder
eingesperrt, sondern kriegt nur Lehrverbot an den
theologischen Fakultäten. Wird jeder Mensch heutzutage so
behandelt? Oder wird heutzutage eine autoritäre Person, die
die Wahrheit über irgendetwas (jetzt nicht unbedingt im Gebiet
Theologie) sagt, was die „Mächtigen“ unangenehm finden und
diese Person planmäßig umlegen und in den Medien über
Selbstmord, Herzstillstand, Autounfall etc. benachrichtigen
lassen?

Gruß Samuel Winter

Hi

Entschuldige wenn ich so frage aber… wo hast du deine letzten Lebensjahre verbracht?

Wenn man kirchlich etwas lehrt, was der Kirche nicht passt, wird die Lehrerlaubnis entzogen.
Ganz selten heutzutage werden Leute noch exkommuniziert (aus der Kirche ausgestoßen).
Aber zumindest hierzulande hat die Kirche keine solche Gewalt mehr dass für sie jemand umgelegt wird… es sei denn man hängt etwaigen Verschwörungstheorien an… In den modernen Ländern herrscht weitgehenst Redefreiheit und man ist stolz auf seine Wissenschaft, für neue Forschungsergebnisse wird niemand umgebracht…

lg
Kate

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Hi

Entschuldige wenn ich so frage aber… wo hast du deine
letzten Lebensjahre verbracht?

Wenn man kirchlich etwas lehrt, was der Kirche nicht passt,
wird die Lehrerlaubnis entzogen.
Ganz selten heutzutage werden Leute noch exkommuniziert (aus
der Kirche ausgestoßen).
Aber zumindest hierzulande hat die Kirche keine solche Gewalt
mehr dass für sie jemand umgelegt wird… es sei denn man
hängt etwaigen Verschwörungstheorien an… In den modernen
Ländern herrscht weitgehenst Redefreiheit und man ist stolz
auf seine Wissenschaft, für neue Forschungsergebnisse wird
niemand umgebracht…

lg
Kate

Hi, Kate!

Du hast den Satz in den Klammern vergessen zu beachten --> (jetzt nicht unbedingt im Gebiet Theologie) … also meinte ich damit, z.B. im Bereich Politik, Geschichte etc. … und mit den „Mächtigen“ meinte ich Bruderschaften wie z.B. die „Illuminaten“.

Gruß Samuel Winter

Auch dir gegenüber,
lieber Samuel Winter,

will ich gern conzedieren, dass ich die Sache mit einem beschränkten Blickwinkel, der nur die Theologie und die Katholische Kirche erfasste, meinen Beittrag schrieb.

Gruß Fritz

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Hi, Kate!

Du hast den Satz in den Klammern vergessen zu beachten -->
(jetzt nicht unbedingt im Gebiet Theologie) … also meinte
ich damit, z.B. im Bereich Politik, Geschichte etc. … und
mit den „Mächtigen“ meinte ich Bruderschaften wie z.B. die
„Illuminaten“.

Gruß Samuel Winter

Du liest zu viele Verschwörungsbücher.
Die Illuminaten waren ein Kreis von Mathematikern und Freidenkern, sie hatten keine politische Macht. Lies lieber Bücher statt Galileo Mystery zu schauen.

lg
Kate

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Hi!

Kopernikus war sich darüber im klaren, daß seine Ergebnisse
der Kirche nicht unbedingt ‚schmeckten‘ und er hatte schlicht
Angst, deswegen massive Probleme zu kriegen.

Ganz so war es wohl nicht, denn Kopernikus hatte einflussreiche Fürsprecher, darunter auch einen Bischof. Eine Verfolgung durch die Kirche, wie etwa bei Galilei, war nicht zur befürchten.

Kopernikus war trotz seiner korrekten astronomischen Annahmen nicht in der Lage, die Behauptung einer kreisförmigen Bewegung der Planeten um die Sonne mit einem entsprechenden mathematischen Modell zu belegen. Seine Berechnungen und seine Beobachtungen waren nicht deckungsgleich, daher sah Kopernikus natürlich die Gefahr, von Gegner widerlegt werden zu können, so lange er keine schlüssige Beweisführung hatte.

Die Ursache für den Fehler lag darin, dass Kopernikus von einer idealen Kreisbahn der Planeten um die Sonne ausging. Erst Kepler konnte das das Modell von Kopernikus mathematisch beweisen, indem statt einer Kreisbahn eine Ellipse als Basis der Berechnungen diente.

Grüße
Heinrich

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Vor ihm sind andere aber für ähnliche Erkenntnisse diffamiert
oder sogar getötet worden (Gallileo Gallilei, Giordano Bruno).
Davor hatte K. wohl Angst.

Wenn das nicht von Dir käme, lieber Werner, hätte ich gesagt, daß antikirchliche Ressentiments den Verstand verkleben. So kann ich nicht einmal vermuten, was Dich zu dieser Aussage bewogen hat. Sie ist leider falsch:

Kopernikus lebte von 1473 - 1543
Bruno von 1548 - 1600
Galilei von 1564 - 1642

Kopernikus ist also fünf Jahre vor der Geburt von Giordano und 21 Jahre vor der Geburt von Galilei gestorben. Da kann er vor einem Schicksal wie dem ihren nicht mehr so richtig Angst gehabt haben.

Gruß - Rolf

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Hi,

ja so könnte es gewesen sein. So weit ich weiß hatte Kepler auch keine Probleme mit der Kirche (weiß jemand mehr?). Er war wohl eher ein Zahlenkünstler und hat seine Gesetze eher rein mathematisch interpretiert, ohne Konsequenzen für die Sicht auf die Wirklichkeit. Erstaunlich wie nahe die Physik in der Zeit noch bei der Astrologie lag. Die Herangehensweise von Gallilei an die physikalische Welt war da ganz anders: aus einfachen physikalischen (und auch in Wirklichkeit wahren) Prinzipien zu komplizierteren Gesetzen.

Grüße,

Ptee

Er war
wohl eher ein Zahlenkünstler und hat seine Gesetze eher rein
mathematisch interpretiert, ohne Konsequenzen für die Sicht

Hi, Peter,
hier bei w-w-w hätten wir Kepler ins Eso-Brett geschickt. Er verdiente seinen Lebensunterhalt mit dem Stellen von Horoskopen. War sogar Hofastrologe und hatte dadurch wirkungsvolle Protektion.
Gruß
Eckard

Hallo Rolf!

Kopernikus lebte von 1473 - 1543
Bruno von 1548 - 1600
Galilei von 1564 - 1642

Kopernikus ist also fünf Jahre vor der Geburt von Giordano und
21 Jahre vor der Geburt von Galilei gestorben. Da kann er vor
einem Schicksal wie dem ihren nicht mehr so richtig Angst
gehabt haben.

Mit dem Verriß des Beitrags liegst Du richtig. Auch im letzten Satz irrt der Schreiber, wenn er sagt: „In gewisser Weise war es der Beginn (oder Druchbruch?) der Säkularisierung“. Bis heute sind wir weit entfernt von einer Säkularisierung, wird das Grundgesetz (Art. 140 GG bzw. Art. 137 der Weimarer Verfassung) täglich gebeugt zugunsten einer Staatskirche.

Weil ich in Dir einen kompetenten Fachmann vermute, erlaube ich mir folgende Frage: Ein Religionsstifter verlangt für seine Glaubensgemeinschaft, der Fiskus solle das Inkasso für die Beiträge der Gemeinschaft übernehmen und für Ausbildung, Bezahlung sowie Pension der Betreuer der Glaubensgemeinschaft aufkommen. Begründung: Was für die röm.-kath. und die ev. Kirche gilt, muß auch für andere Glaubensgemeinschaften gelten.

Was sagst Du dazu?

Gruß
Wolfgang

Hallo Rolf.
Da hast du mich voll erwischt.
Ich hab den Beitrag schnell in einer Pause reingetippt und war
offensichtlich nicht konzentriert dabei.
Danke für die Korrektur.

Allerdings bleibe ich bei meiner Grundaussage, dass er seine Erkenntnisse nicht veröffentlichte, weil er befürchtete, dass er dafür angefeindet würde - nicht zuletzt durch die Kirche.
Das festzustellen ist m. E. auch nicht antikirchlich. Dass es solche Verfolgungen gegeben hat, ist einfach Fakt, damit müssen „wir“ Christen zurechtkommen und was draus lernen. Wenn wir uns das schönreden würden, begäben wir uns nur in Gefahr es nochmal so zu halten.
Nachdem ich schon so erwischt wurde, hab ich aber auch noch mal genauer nachgesehen und muss darum auch noch einräumen, dass er wohl tätsächlich mehr Angst hatte sich wissenschaftlich zu blamieren, weil die Ergebnisse seines mathematischen Modells mit den Beobachtungen nicht ganz in Übereinstimmung zu bringen waren (er rechnete ja fäschlich mit Kreisbahnen).

Gruß
Werner