Warum vorsätzliche Gefährdungen imStrassenverkehr?

Hi,

diese aktuelle Diskussion im Medizin-Brett hat mir eine Frage aufgeworfen:
/t/gibt-es-eine-seroese-fahrradhelmdebatte/5282236

Wohl nur die wenigsten Menschen reagieren im alltäglichen Leben auf ein leichtes Fehlverhalten anderer mit einer vorsätzlichen Gesundheitsgefährdung dieser. Also zB wirft wohl niemand eine volle Bierflasche ohne Vorwarnung auf den Kopf desjenigen, der den eigenen Vorgarten unerlaubt betritt.

Im Strassenverkehr ist das jedoch VÖLLIG anders. Da gehört die Bestrafung durch Gefährdung quasi zum Standardrepertoire bei (vermeintlichen) Regelverstößen. Beliebt ist hierbei zB das Abdrängen oder Ausbremsen von Radfahrern durch Autofahrer was uU eine erhebliche Gefahr bedeutet.

Woher kommt diese Diskrepanz im Verhalten? Warum schaffen es hier nur so wenige angemessen zu reagieren?

VG,
J~

hi j. aus k.,

tausche fahrzeug gegen waffe, dann dürfte das verhalten ähnlich sein. was den schluss nahelegen könnte: fahrzeug = waffe. wer die waffe hat, ist im besitz des „rechts“.

schöne grüße
ann *broammmbroammbroammmm*

Moin,

a) innerstädtischer Verkehr erzeugt aufgrund der dort herrschenden Enge Stress (Ratten in Käfigen …). Das Aggressionspotential ist deswegen sehr hoch.
b) es gibt in dem Spiel keine guten oder bösen, nur stärkere und schwächere. In meiner Stadt fahren die Radler so aggressiv und dummdreist, dass ich mich als Radfahrer regelmäßig massiv gefährdet fühle und manche Strecke nur ungern fahre (falsche Richtung auf engen Radwegen, unangepasste Geschwindigkeit im Kreuzungsbereich, drei nebeneinander, Rotlicht gibts nicht …). Als Autofahrer ärgere ich mich dann nur (s.a)). Und ich gebe es zu: Es gibt gefährliche Situationen, da es auch mir nicht gelingt, immer mit den Radfahrern mitzudenken.
c) Es gibt ein aufschaukeln der Aggression auf beiden Seiten. Dem Radfahrer wurde 2x die Vorfahrt genommen und er hat einen Querparker ausweichen müssen. Der Autofahrer hat 2 Notbremsungen hinlegen müssen und dann quetscht sich ein Radfahrer rechts an ihm vorbei, dass der Lack quietscht. Und schon sind beide wunderbar partnerschaftlich eingestellt. Und jeweils trifft die nächste aggressive Handlung dann einen unschuldigen Dritten und das Spiel beginnt von vorne.

Übrigens: In meinen Augen treten diese Aufschaukeleffekte gerne auch z.B. bei Mietern und Vermietern, Nachbarn, im Kollegenkreis o.ä. auf. Gerne auch im Sommer, wenn die Hitzewelle da ist.

Grüße
Jürgen

Hallo,

passt das? -->
http://www.youtube.com/watch?v=mZAZ_xu0DCg

Gruß
Elke

Hi Elke,

http://www.youtube.com/watch?v=mZAZ_xu0DCg

das ist großartig! Besonders gefallen hat mir der Typ mit dem Stempel :wink:

VG,
J~

Hallo,

http://www.youtube.com/watch?v=mZAZ_xu0DCg

das ist großartig! Besonders gefallen hat mir der Typ mit dem
Stempel :wink:

Ich habe den vor Urzeiten im TV gesehen (gab da mal ne Sendung, wo alle Disney Shorts gesendet wurden, war aber nicht in D, und wir haben da viel aufgenommen). Bin froh, dass du mich erinnert hast und ich das auf youtube finden konnte.

Gruß
Elke

PS: Mir gefällt der Stempeltyp auch. Noch besser allerdings gefällt mir der Mini-Stempeltyp im Seifenkasten (zeigt übrigens auch, von wann etwa der Streifen ist - es gab offensichtlich noch keine Skateboards!).

VG,
J~

Arsch bleibt Arsch
Das ist zumindest meine Vermutung. Wer sich als Radfahrer wie ein A benimmt (5 cm Seitenabstand auf dem Fußweg) wird dies auch als Autofahrer tun.

Im Übrigen gibt es einen Unterschied zwischen normalen Umständen und Povokationen. ICH jedenfalls fahre ziemlich defensiv bzw. vorsichtig reagiere jedoch völlig anders, wenn mir jemand quer kommt:

Wenn sich jemand in meinen Sicherheitsabstand, zuumal ohne Blinker einfädelt, nutze ich die Zeit, den rückwärtigen Verkehr zu beachten, zum dichten Auffahren.
Wenn jemand eine gefühlte Minute braucht, um auf Tempo 35 zu beschleunigen, fahre ich dicht auf.
Wenn mich jemand trotz Gegenverkehr durch Beschleunigen am Überholen hindert, schere ich dicht (1 m) hinter ihm ein, damit er sein Fehlverhalten fühlt.

Das alles sind Situationen, wo das Adrenalin für die nötige Konzentration sorgt. Und das darf nicht mit den gewohnheitsmäßigen Falschfahrern verwechselt werden.

Hallo!

Wenn sich jemand in meinen Sicherheitsabstand, zuumal ohne
Blinker einfädelt, nutze ich die Zeit, den rückwärtigen
Verkehr zu beachten, zum dichten Auffahren.

Klar - wenn man grade nach hinten schaut, wieso sollte man dann auich nach vorne Abstand halten? Es ist sicher nicht schön, wenn sich jemand in den Sicherheitsabstand drängelt - aber keine Rechtfertigung, eine gefährliche Situation heraufzubeschwören.

Wenn jemand eine gefühlte Minute braucht, um auf Tempo 35 zu
beschleunigen, fahre ich dicht auf.

Also drängeln, nur weil jemnand einen anderen Fahrstil hat und du dadurch geschätzte 3,5 Sekunden verlierst?

Wenn mich jemand trotz Gegenverkehr durch Beschleunigen am
Überholen hindert, schere ich dicht (1 m) hinter ihm ein,
damit er sein Fehlverhalten fühlt.

Ach du bist der, der immer genau dann überholen muß, wenn das erste gerade Stück kommt, auf dem man endlich Gas geben kann? Die habe ich so was von gefressen …

Ja, du hast völlig recht: Arsch bleibt Arsch.

Das alles sind Situationen, wo das Adrenalin für die nötige
Konzentration sorgt.

Träum weiter. Das sind die Situationen, wo das Adrenalin den Blick vernebelt. Du gefährdest mit Deiner Fahrweise grundlos andere Menschen. Und gerade daß Du dich im „Recht“ fühlst, weil Du ja bloß „provoziert“ wurdest, macht es um so schlimmer.

Gruß,
Max

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Wenn mich jemand trotz Gegenverkehr durch Beschleunigen am
Überholen hindert, schere ich dicht (1 m) hinter ihm ein,
damit er sein Fehlverhalten fühlt.

In welcher Fahrschule lernt man denn das Überholen bei
Gegenverkehr?

Aber… wenn dich dieser jemand im toten Winkel des
Rückspiegels nicht gesehen hat?

Oder wenn du diesen durch dein idi… Verhalten so
erschreckst, dass er von der Fahrbahn abkommt?

Oder wenn dieser plötzlich bremsen muss, weil ein
Hindernis auftaucht und du rast ihm hinten rein?

Oder…

Denkst du überhaupt so weit?
Oder ist dein Eintrag womöglich gar nicht
ernst gemeint, sondern ironisch? Aber ich
fürchte mein letzter Grashalm ist Wunschdenken,
solche Leute wie dich gibt es!!!

Immerhin hast du diesen Unbekannten, der auch
ich sein könnte, belehrt und erzogen!
Gratulation!
Mitunter fragt man sich schon, wem denn hierzulande
alles die Fahrerlaubnis erteilt wird!?

Gottseidank sieht man nicht in die Hirne
der anderen Verkehrsteilnehmer, man könnte
doch glatt aggressiv werden…

ST

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Hi,

Leute wie Du sind die Pest auf unseren Straßen.

Fahr Bahn! Das ist besser für alle.

Gruß S

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Hallo,

ich wollte dir ja auch schreiben, dass man nicht umhin könne, die Bezeichnung in der Überschrift auf dich zu beziehen, aber als ich dann dein Posting Beispiel für Beispiel durchging und mich fragte, was dich zum Nachhilfe-Fahrlehrer berechtigen sollte, wurde mir klar, das kann nur ironisch gemeint sein.

Gruß
Elke

Hi,

  • die Treffsicherheit ist besser
  • es kostet weniger Kraft
  • die eigene Kraft und Treffsicherheit ist besser zu beweisen (darzustellen), also die eigene Macht (um nochmal zu zeigen, wer der König der Straße ist)
  • es ist einfacher, weil der Fahrradfahrer unterlegen ist und nicht ausweichen kann (bzw. manchmal auf den Fußweg, zu den „Schwachen“, den Fußgängern, zu denen er eher zählt als zu den Herren der Straße
  • man braucht sich nicht zu rechtfertigen (ist schnell weg)
  • derjenige, welcher in den Vorgarten trifft, könnte eine wichtige Person sein (Nachbar, Arbeitgeber)
  • Solcherart Autofahrer sind meistens Männer, Fahrradfahrer zum großen Teil auch Frauen, also um hier die eigene Größe und Macht zu beweisen, die Männer eben haben

A.