Hallo Stefan,
aufgrund der "Experten"ratschläge hier also installiert hast
(falls dir das gelingt) und du dich mit der unvertrauten
Benutzeroberfläche vertraut gemacht hast (4 Wochen wird das
schon dauern), wirst du entweder voll zufrieden sein,
oder
eventuell das Gefühl haben, dass das irgendwie alles viel zu
kompliziert ist, der „Rest“ der Welt sich nicht mehr mit dir
über Computerthemen unterhalten mag
Naja, ich glaube nicht, dass Christiane sich mit der Welt überhaupt über Computerthemen unterhält ausser wenn es brennt wie jetzt.
Wem es nicht gelingt ein komfortables Linux wie Ubuntu oder Suse zu installieren, dem wird es auch in Zukunft nicht gelingen sein Windows zu warten.
und die Idee auf Linux
umzusteigen nicht gerade die beste war (wahlweise auch „voll
Scheisse“).
Dann
kannst du dich damit trösten, dass du ja nun zu einer 0,36 %
„Elite“ gehörst (0,36 % aller Internetnutzer sind mit Linux
unterwegs (Quelle: http://www.winfuture.de/news,26990.html
))
bei denen zwar tausende schicke Windowsprogramme nicht laufen
(wie z.B. das coole Skype mit Video …) aber der langweilige
komplizierte und gewöhnungsbedürftige Rest ja immerhin e i n i
g e r m a s s e n sicher.
Die Programme, die ich nutzen möchte und auch wirklich brauche, von Video, Office und Netz abgesehen, laufen unter Windows nicht oder äusserst eingeschränkt.
Auch an den Satz "Das läuft nicht auf meinem Rechner aber
dafür ist dieser „sicher“ kann man sich gewöhnen.
Welche Windows-Anwendungen sollen denn für einen Normalanwender unter Linux nicht laufen? Microsoft Office hat ein Büronachbar, den ich als naja ungeschickt beschreiben möchte im Umgang mit OS und IT, prima unter einem Linux zum laufen gebracht.
Oder
dir ein „richtiges“ XP besorgen, alle Sicherheitsupdates
regelmässig aktualisieren, AntiVir und Spybot installieren,
dir ne Meinung zu dingens.org bilden, ab und an mal sowas wie
hijackthis; Adaware und Asquared übers System laufen lassen
und ein glücklicher PC-User sein.
Ich stimme im Allgemeinen Dir voll zu. Es gibt Wechsler, die mit XP absolut nicht klarkamen und heulten wie Schlosshunde über Windows, denen ich in meiner Dummheit zu einem Linux mit erster Einleitung verhalf, die anschliessend noch mehr heulten. Trotz Erklärung auf die dumme Idee kamen, sich immer als Root einzuloggen unter einer SuSE, wild im Konquerer klickten und sich wunderten, weil total merkbefreit, warum ein exe-file sich nicht von automatisch installiert.
Gegenbeispiele gibt es aber auch: Freunde wurden ein PC mit nur einem Win98 auf der Platte, Scanner und Drucker vor 2 Jahren für 1000 EUR von einem Bastlerladen verkauft. Anschliessend fühlten sie sich von Telekom und Arcor auf dem Arm genommen, man muss dazu sagen, liebe Leute, aber haben kaum ein Buch zu Hause. Ich habe ihnen ein Linux eingerichtet, nach einem Jahr eine neue Version und XP parallel und sie letztens gefragt: Wie arbeitet es sich mit XP? Die Antwort: Haben wir nie ausprobiert, wozu auch? Die beiden könnten ein Windows nicht pflegen, man hätte ihnen XP aller halbe Jahre neu aufspielen - Image. Die Suse bekommen sie nicht kaputt und mit der Arbeit Office, Internet, Video, Musik und Bilder sind sie vollkommen zufrieden.
Mein Vater hingegen und eine befreundete Familie kannten bereits vorher XP und haben es doch teilweise seit Monaten nicht mehr gebootet.
Aber einige Deiner belegenden Beispiele stimmen mit der Realität nicht überein. Du malst genauso ideologisch schwarzweiss.
Wiz schrieb früher:
„…
Schon heute sorgt die Vielfalt der Distributionen, Versionen und Oberflächen, … zu in der Windows-Welt weitgehend unbekannten Kompatibilitätsproblemen.
…“
Nein, auch dies gilt nicht. Das ist genauso ideologisch schwarz-weiss, wie Du Wiz schon richtig bei vielen missionarischen Migrationsversuchen hinzu Linux ankreidest. Wer einerseits kein Profi aber auch kein Spieler, sondern nur Anwender ist, wird jahrelang mit einer Distri glücklich.
"…
Die Realität der überwiegenden Anwender sieht aber anders aus. Die Zahl installierter und genutzter Programme ist in den letzten Jahren massiv gestiegen und jenseits von OO und Browsern wird es bei LINUX im Bereich der dann noch so interessanten Programme schnell eng, insbesondere wenn Standarddatenformate weiterverarbeitet oder erzeugt werden müssen. Schon der Privatmann, der mal für den Verein CDR-Dateien, Photoshop, MS Publisher (furchtbares Programm, aber es wird nun mal in diesen Kreisen gerne eingesetzt), … bearbeiten muss, stößt da an Grenzen. Viel der kostenlos verteilten netten kleinen Dinge für Online-Banking, die Organisation von Bilderbestellungen bei Online-Fotodiensten, … sind ebenfalls nur für Windows verfügbar. Richtig kritisch wird es dann aber bei SOHO-Anwendern, die Branchenlösungen brauchen oder mit professionellen Standardanwendungen jenseits von Office-Lösungen arbeiten. Hier ohne Rückfrage platt LINUX zu empfehlen ist einfach nur dumm.
…
Die Kostenfreiheit spielt für denjenigen, der seinen PC ohnehin mit einem Windows-Betriebssystem erworben hat keine Rolle.
…
"
Ohne Rückfragen Linux zu empfehlen ist dumm, klar. Aber was soll eine Standartformat sein? Es gibt etliche Bildbearbeitungssoftware unter Windows, .cdr ist kein Standart und welcher „normale Mega-Markt-PC-Käufer“ hat damit Corel Draw oder Photoshop erworben? Mit Bilderbestellungen und Online-Banking dito, es laeuft genauso unter Linux, wenn es aber ein Spezialfeature ist, welches zu installieren ist unter Windows, mag, nein hat Wiz Recht. Aber wohin führt das? Millionen Fliegen können nicht irren, bleibt beim Marktführer „Bild“!
Kostenfreiheit? Ja, das ist natürlich bequem eine vorkonfigurierten PC zu kaufen inklusice OS. Richtig, wer hat schon die Zeit, Interesse und Veranlagung mehr zu wissen, um sich einen leiseren, konservativeren, stromsparenderen und aufrüstbareren PC selbst zusammen stellen zu lassen, wenn nicht gar im Eigenbau und bis zu 3 DVDs voll mit aktuellen Programmpaketen bis zum Abwinken zur steten und legalen Installation bereit zu halten. Die Kostenfreiheit ist trotzdem da. Der Unterschied bei einem gleichwertigen PC oder gar einem PC, der den tatsächlichen Ansprüchen genügt, kann bei 700 EUR Kaufpreis bei einer Kette schnell 300 EUR betragen.
Ansonsten werbt Ihr beide genauso ideologisch für propritäre Software für jedermann, also für die breite Masse, für Manager, Hausfrauen, Kinder, Schüler, Privatmann, noch mehr Manager, sprich für das „Unterschichtenbetriebssystem“ Windows, welches sich durchsetzte, weil es eben für die breite Masse geschrieben wurde. Für die Bild-Zeitung statt Blätter wie SZ, Welt, Zeit, FAZ, WAZ.
Ja, Ihr habt recht, völlig richtig, man kann als Privatanwender damit leben und arbeiten und es auch sicher konfigurieren. Ihr habt recht mit Eurer Kritik an manchem Missionsversuch, Ihr tappt dabei aber in die Falle es gleich zu machen zuzüglich Unwissen, ob bewusst Übertreibung in Unterschlagung oder tatsächlich Unwissen, was unter Linux läuft und was nicht.
Viele Grüsse, Peter