Hallo Ihr Lieben,
Hallo Tesa,
mir ist durchaus bewußt, daß mir für diese Frage womöglich die
fristlose Exkommunikation aus diesem Brett - wenn nicht sogar
Schlimmeres (ich setz dann schon mal vorsichtshalber wieder
meinen Helm auf) - droht, trotzdem ist sie absolut ernst
gemeint.
Naja, ne Exkommunikation würde ich für übertrieben halten, sowas wär Polemik, wo es doch um Wissen gehen soll. Also „Fakten, der jeweiligen Theologien“, sprich Begriffsdefinitionen. Und deswegen hab ich mit deiner Frage etwas Probleme, weil es um Glauben, Persönliches geht.
Wie kommt man/frau dazu, an eine eine solche - fiktive -
Gestalt zu glauben?
Woher weißt du, das es um eine Fiktion geht? Nur weil die Existenz nicht beweisbar ist? Vieles ist nicht Beweis/erklärbar, aber trotzdem vorhanden. Beispielsweise Emergenzerscheinungen in den Naturwissenschaften. Die sind vorhanden, aber nicht erklärbar = in naturwissenschaftlichem Sinne erklärbar.
Ich weiß, eigentlich ist es schon eine
philosophische Frage… Ist es die Erziehung?
So, und jetzt zum persönlichen Teil: Bei mir war sicherlich die Erziehung mit auslösend, ich lernte das halt im Elternhaus kennen, trotz Kindlichem Skeptizismus - ich wollte den Fotobeweis, dass das Christkind existiert.
Ist es 'weil es
so üblich ist’?
Naja, damit war bei mir nach der Erstkommunion Schluß - Zu ministrieren war nicht üblich, ich habe es trotzdem gemacht. Und einige andere Sachen -Vertiefung durch Bücher etc.
Da ist doch nichts ‚Greifbares‘ (kommt mir
bitte nicht mit ‚Du sollst Deinen Gott nicht versuchen‘ - das
kenne ich; ich hab’ das ganze katholische Junioren-Programm
bis zur Firmung durch).
Nun, in meinem Leben und meiner verwandschaft gab es genug „Greifbares.“ Auf eigentlich allen Ebenen: Der Glaube half, probleme zu lösen, gab Sinn, Kirche machte Spass, und auch einige nicht ganz natürlich zu erklärende Phänomene. Ich glaube fest daran, dass mir mein Schutzengel das Leben gerettet hat, aber das mail ich dir bei Bedarf, das ist zu persönlich fürs Brett. Und dann noch einige Heilungen dank Lourdeswasser im engesten Familienkreis, dass ist auch sehr greifbar. ich würde da aber nicht von Wundern reden, eher von „Wirkmächtigem Glauben“. Abgesehen davon ists nen z7iemliches prozedere, ein Wunder anerkannt zu bekommen.
Wenn ich mir die Welt so anschaue,
kann es überhaupt keinen Gott geben. Die christlichen
Religionen tönen doch immer ‚dem Gott der Liebe‘. Wie viele
Kinder sterben jeden Tag? Wie viel Leid gibt es auf der ganzen
Welt?
Tja, die Theodizee Frage …„Das Leid ist der Fels des Atheismus“. Laut Bibel hat Leid keinen Sinn im Sinne von Strafe oder Prüfung, es ist einfach da. Und viel Leid hängt auch mit dem Freien Willen des Menschen zusammen. Sterben die Kinder, weil es Gott gewollt ist, oder weil medikamente und Nahrungsmittel durch Menschen zu Teuer gemacht werden? Ansonsten, wenn du eine Bibel greifbar ahst, lies mal das Buch Hiob…da geht es gerade um das Leid.
Ein Gott der Liebe kann das doch nicht wollen. Mit den
Prüfungen, die der alte Herr mit Rauschebart angekündigt hat,
kann es auch nichts zu tun haben.
Naja, der alte Herr mit Rauschebart ist ja ne sehr kindliche Vorstellung. War die Polemisch oder dein Ernst?
Viele grüße, Philipp