HAllo
Während der Behandlungszeit entwickelte sich ein
„Freundschaft-ähnliches Verhältnis“ (obwohl wir uns (fast)
durchgehend sietzten, uns nur während der Behandlung sahen und
sprachen und er nur sehr spärlich und zögernd einige
persönliche Dinge von sich preis gab). Die formelle Ebene
wurde nie wirklich verlassen.
auch wenn es immer formell zuging, kann es dir vielleicht vorgekommen sein, als wäre da eine Sympathie von seiner Seite aus, er muss sich dir ja auch empathisch zeigen, damit du wirklich dein innerstes nach aussen kehrst und mit ihm darüber sprichst, denn nur so kann er dir helfen. Gerade bei der NPST kann es sonst sein, dass du mehr davon erzählst, was du darstellen willst, als was wirklich in deinem Innersten vorgeht. Ein typischer Narzisst (muss nicht heißen, dass du ein typischer bist, ich möchte was deutlich machen) ist innen eher mit Minderwertigkeitsgefühlen gestraft, die er aber überspielt, in dem er nach aussen großspurig auftritt, seine Wichtigkeit hervorhebt und sich für einzigartig hält.
Zum Abschied habe ich ihm ein Buch geschenkt, für das er sich
via SMS
Wie er es eben bei vielen Pat. tut, da viele bei langjähriger Betreuung auch mal was zu Weihnachten vorbeibringen (zB. Schoki)oder eben wenn die Therape offiziell beendet ist (geheilt oder wie bei dir Umzug)
und auch dann später telefonisch bedankte (ich glaube,
es hat ihm tatsächlich gefallen). Hier haben wir uns zum
ersten Mal geduzt.
Das mag sein, dass es ihm gefallen hat, weshalb er von der Professionellen Schiene runter kam und sich noch mal persönlich u. per Du bedankt hat, was dir wiederrum mehr Auftrieb gegeben hat und für deine PST sicherlich nicht förderlich war. Doch du schienst weit weg zu sein, also hat er sich vermutlich gedacht"Wieso nicht, er kommt ja nicht wieder"
Nun ziehe ich wieder zurück und theoretisch könnte man sich
dann ja mal über den Weg laufen.
Dumm gelaugfen für den Therpeuten, er ist DOCH kein Hellseher (Psychologen sollen normalerweise auch Verhalten vorhersagen können, dank massenhafter Versuche und Vergleichsmaterial, aber manchmal funktioniert das eben nicht)
Eine SMS mit sinngemäß diesem
Inhalt wurde von ihm aber nicht mehr beantwortet.
Kein Wunder, er muss zur Professionellen Schiene zurückkehren und aus „huhu, ich komm wieder“ kann es ganz schnell zu Stalking ausarten. Das wollte er vermutlich nicht provozieren. also wenn du derzeit keine Therapie benötigst, dann lass ihn, und wenn du Therapie benötigst, frag bei ihm an, ob es ihm unangenehm wäre, wenn du wiederkommst, da das professionelle Verhältnis seit dem Dankes-Telefonat gestört sein kann. Vielleicht erkennt er dann, dass du die SMS vielleicht wirklich nur rein informell meintest und nicht als „Fanpost“.
Vielleicht könnt ihr daher einen Weg finden, dass ihr wieder eine Therapiebeziehung aufnehmen könnt (sprich dass du zum gewohnten Therapeuten kommst und dir nicht zwingend einen neuen suchen musst), mehr wird da nicht passieren. Oder er kann dir einen Kollegen empfehlen.
Psychologen und Ärzte haben zwar keine konkrete Verpflichtung, mit patienten nicht auch privat zu verkehren, aber es gehört sozusagen zum ungeschriebenen Ehrenkodex. Gerade bei Psychologen/Psychiater kann man sonst nämlich ganz schnell in Interessenskonflickte kommen, was beim normalen Mediziner nicht zwingend so ist.
Gruß Susanne