Was dürfen Kinder?

Hi@All.

Habe ein Problem. Ich, 55 Jahre alt, meine Freundin 36 Jahre. Ihre Tochter, 10 Jahre. Wir leben seit einem halben Jahr zusammen. Frage: Was macht man mit der Einstellung der Mutter, dass ihr Kind : (…sie kann alles machen was sie will! Habe ich früher auch gedurft…), nicht so ganz richtig ist.

MfG
Toni

Hi,

Habe ein Problem. Ich, 55 Jahre alt, meine Freundin 36 Jahre.
Ihre Tochter, 10 Jahre. Wir leben seit einem halben Jahr
zusammen. Frage: Was macht man mit der Einstellung der Mutter,
dass ihr Kind : (…sie kann alles machen was sie will! Habe
ich früher auch gedurft…), nicht so ganz richtig ist.

akzeptieren. Geht Dich erstmal nichts an. An den Stellen, an denen es Dich einschränkt, kannst Du um Rücksichtnahme auf Deine Bedürfnisse bitten.

.m

Hi@All.

Habe ein Problem. Ich, 55 Jahre alt, meine Freundin 36 Jahre.
Ihre Tochter, 10 Jahre. Wir leben seit einem halben Jahr
zusammen. Frage: Was macht man mit der Einstellung der Mutter,
dass ihr Kind : (…sie kann alles machen was sie will! Habe
ich früher auch gedurft…), nicht so ganz richtig ist.

Hallo Toni
Malte hat Recht…das sehe ich auch so,aber…

Meine Oma hat mal gesagt:

Eltern übet ernste Zucht, wie die Saat so wächst die Frucht.
Besser euer Kind weint jetzt,als ihr zuletzt.
Das mit der „ernsten Zucht“ kommt halt von früher und
nicht von mir gell! und hört sich schon krass an.

Ich finde aber das dieser Satz auch ganz heilsame
Impulse haben kann.

Das was da abläuft,wird nicht weniger werden,Kinder die
keine Grenzen erfahren werden grenzenlos.

Kraft-spendender-Versuch

Kai PS:Ich habe drei Kinder!

Halloi Toni,

Frage: Was macht man mit der Einstellung der Mutter,
dass ihr Kind : (…sie kann alles machen was sie will! Habe
ich früher auch gedurft…)

erstmal: Ich finde diese Einstellung so doof wie das Gegenstück: Das habe ich früher auch nicht gedurft, also darfst Du heute auch nicht.

Aber ansonsten kann ich mich nur Malte anschließen: Nur wenn es Deine Bedürfnisse über das notwendige Maß an Kompromissen, die für ein Zusammenleben notwendig sind, einschränkt, kannst Du mit Hinweis auf Deine Rechte etwas sagen.

Gruß, Karin

Jeder Erziehungspsychologe wird Dir sagen, dass es für die Entwicklung des Kindes extrem wichtig ist, dem Kind gewissen Grenzen zu setzen. Das ist heute eigentlich nichts Neues mehr.

Wenn Du mehr wissen willst: Es gibt massenweise gute Bücher zum Thema Kindererziehung. Schenk Deiner Freundin doch eines.

Ciao,
Andreas

Hi Toni,

dazu hab ich noch ne Frage. Wenn du dir darüber Gedanken machst, machst du das einfach so? Aus Sorgen davor wie die Entwicklung in Zukunft verlaufen könnte, wenn keine Grenzen gesetzt werden. Oder gab es schon Vorfälle, die auf nicht vorhandene Grenzen zurück zu führen sind? Wäre mal interessant zu wissen.

Gruß
Heli

Hallo!

Ich finde, Grenzen müssen Kindern nicht „gesetzt“ werden. Es gibt ganz natürliche Grenzen, die jeder von uns hat. Grenzen, die um einen selbst bestehen. Die dürfen andere Menschen nicht überschreiten. Auch Kinder nicht. So einfach ist das.
Unnatürliche Grenzen zu setzen für Kinder finde ich nicht gut, denn sie bewirken meist das Gegenteil von dem, was sie bewirken sollen (autoritär). Gar keine Grenzen macht ja auch keinen Sinn, dann lernt das Kind nicht, andere Menschen zu respektieren (antiautoritär).
Ich denke, wenn man keine Grenze um das Kind herumzieht (was viele machen und damit die Freiheit, Krativität und Selbstbestimmung des Kindes extrem eingrenzen), sondern einfach die Respektierung seiner eigenen Grenzen durchsetzt ist allen sehr gut geholfen.

Lieben Gruß,

N.

Hallo,

Ich denke, wenn man keine Grenze um das Kind herumzieht (was
viele machen und damit die Freiheit, Krativität und
Selbstbestimmung des Kindes extrem eingrenzen), sondern
einfach die Respektierung seiner eigenen Grenzen durchsetzt
ist allen sehr gut geholfen.

Das würde mir nicht weit genug gehen, denn die Grenzen jedes Einzelnen sind sehr individuell. Kinder müssen aber eben nicht nur in jedem Einzelfall diese Grenzen ausloten, sondern brauchen einen gewissen „allgemeingültigen Satz“, der ihnen gestattet, sind zunächst einmal auf einem Niveau Dritten zu nähern, mit dem sie nicht gleich vollkommen daneben liegen.

Es mag ja sein, dass Mama kein Problem damit hat, wenn die lieben Kleinen sie bei jeder Gelegenheit als „dumme Kuh“ bezeichnen, und dass Mama auch kein Problem damit hat, dass sie keine Minute mehr Zeit für sich hat, und sich auf nichts anderes mehr als die Kinder konzentrieren kann. Der Durchschnittsbürger auf der Straße, Oma, Lehrer, … wird dies aber so rein statistisch gesehen anders sehen. D.h. es ist nicht damit getan, dass Mama die Dinge für sich die Dinge nun mal so sieht, sondern es braucht schon auch die Grenzen, die der „allgemeinen Verkehrsauffassung“ entsprechen. Die würde ich dann auch nicht als „künstlich“ bezeichnen. Danke, Bitte, Guten Tag und Auf Wiedersehen, andere nicht stören, Verzicht auf Schimpfworte und körperliche Gewalt, allgemeinverständliche Sprache, Einhalten von Vereinbarungen, Akzeptanz von sinnvollen und berechtigten Vorgaben, … sind Dinge auf die man eigentlich gar nicht früh genug achten kann und auch sollte, und die ich keinesfalls als künstlich ansehe, auch wenn ich persönlich die ein oder andere Geschichte nicht so streng sehe. Es muss aber klar sein, dass nur weil ich persönlich da ggf. etwas großzügiger bin, dies nicht bedeutet, dass diese Dinge nicht grundsätzlich zunächst einzuhalten sind, bis man merkt, dass andere dies ggf. auch lockerer sehen.

Es macht eben schon einen Unterschied, ob ich gleich zum ersten Treffen eine Viertelstunde zu spät komme und mir damit vermutlich Unmut zuziehen werde, oder ob ich jemanden kennengelernt habe, der jegliche Zeitangabe ct versteht.

Gruß vom Wiz

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Ich denke, wenn man keine Grenze um das Kind herumzieht, sondern
einfach die Respektierung seiner eigenen Grenzen durchsetzt
ist allen sehr gut geholfen.

hallo,

ich weiß nun nicht, wie du das meinst, aber die eigenen Grenzen durchsetzen heißt doch, dem Kind Grenzen aufzuzeigen. a ohne b geht nicht. Man MUSS dem Kind Grenzen setzen damit die eigenen nicht überschritten werden. ME ist das voneinander abhängig.

Bin aber froh, wenn du mir das nochmal erläuterst wie du das meinst.

lg, Dany

Moin,

wenn diese Erziehungsmethode

(…sie kann alles machen was sie will! Habe
ich früher auch gedurft…),

was auch immer man darunter genau zu verstehen hat, dazu geführt hat, dass daraus eine Frau hervorgegangen ist, die offenbar so übel nicht sein kann, sonst wäre sie ja nicht deine Freunde, dann kann diese Methode ja schonmal nicht grundsätzlich schlecht sein, oder?

Ansonsten wäre es vielleicht hilfreich, wenn du konkret dein Problem schildern würdest. So kann man dir jedenfalls kaum einen sinnvollen Rat geben.

Gruß
Marion

akzeptieren. Geht Dich erstmal nichts an. An den Stellen, an
denen es Dich einschränkt, kannst Du um Rücksichtnahme auf
Deine Bedürfnisse bitten.

Das sehe ich genauso. Einmischen würde ich mich nicht, sondern nur dann dem Kind Grenzen zeigen, wenn es mir selbst gegen den Strich geht.

Beispiel: Mein Sohn hat oft Freunde zu Besuch, die auf unterschiedlichste Weise erzogen werden und mal mehr, mal weniger Freiraum haben. Bei uns zu Hause ist es ganz klar so, dass sich die Besucherkinder an die gleichen Regeln zu halten haben wie mein Sohn. Alles andere fände ich auch meinem Kind gegenüber unfair. Mit dieser Vorgehensweise fahre ich recht gut. Wenn mein Sohn woanders zu Besuch ist, muss er sich an die dortigen Regeln (und Grenzen) halten. Bei uns Zuhause darf er zum Beispiel auf dem Sofa herumtoben, bei meiner Freundin nicht. Ganz einfach, und daran hält er sich auch.
Wichtig ist immer, dass niemand durch das Verhalten des Kindes verletzt wird - sowohl körperlich als auch verbal.
Wie soll ein Kind im späteren Leben zurechtkommen, wenn ihm nicht früh der Weg gezeigt wird, wie man mit Menschen umgeht? Es gibt nun einmal Regeln in der Gesellschaft, und die finde ich sehr wichtig. Mit „Danke“ und „Bitte“ fängt es an…

Vom Einmischen in die Erziehung anderer halte ich hingegen nicht viel. Ausgenommen sind Fälle, wo das Kind eindeutig misshandelt wird oder wo es ihm anderweitig schlecht geht.
Wenn sich jemand in meine Erziehung einmischen würde, würde ich ihm ganz schnell die Meinung sagen :wink:. Erst recht, wenn das in Gegenwart meines Kindes geschähe. Von Momentaufnahmen kann man nie auf die komplexe Erziehung schließen und sollte daher sehr vorsichtig sein.

Hi!

Eventuell verstehe ich dich ja falsch, aber das was du schreibst, ergibt keinen Sinn:

Grenzen,
die um einen selbst bestehen. Die dürfen andere Menschen nicht
überschreiten. Auch Kinder nicht.

Sie sollen also Grenzen kennen (=können), aber…

Ich finde, Grenzen müssen Kindern nicht „gesetzt“ werden.

„lernen“ sollen sie sie nicht?

Hä, wie soll das denn gehen?

Nebenbei bemerkt gibt es fast keine „natürlichen“ Grenzen - die sind alle angelernt. Was in unserer Kultur als inakzeptables Verhalten gilt, kann in einer anderen völlig normal sein.

Gruß,
Sharon

Hallo N.

Ich finde, Grenzen müssen Kindern nicht „gesetzt“ werden. Es
gibt ganz natürliche Grenzen, die jeder von uns hat. Grenzen,
die um einen selbst bestehen. Die dürfen andere Menschen nicht
überschreiten. Auch Kinder nicht. So einfach ist das.
Unnatürliche Grenzen zu setzen für Kinder finde ich nicht gut,
denn sie bewirken meist das Gegenteil von dem, was sie
bewirken sollen (autoritär).

Das ist imho richtig und wird leider von den
Diskutanten weiter unten nicht so verstanden,
wie es gemeint war.

Was Du meinst ist imho: Die Grenzen werden anhand
der „Bezugsperson“ (und deren Verhaltens) verinner-
licht und am Ende als „eigenes Bedürfnis“ vom Kind
wahrgenommen - und nur dadurch tatsächlich effizient.

Alles andere, das von den Diskutanten als so
„unentbehrliche“ explizite Fixieren von Maßregeln,
natürlich bei jeder Gelegenheit wiederholt, führt
im Wesentlichen zu Dressatgehorsam, Vertrauensbruch
und später Rebellion (endlich sich selbst „erfahren“,
und zwar im Dressur-„Gegenteil“).

Natürlich kommt man nicht umhin, kindliches
Verhalten zu missbilligen, hier ist die Disziplin
in der „Ausführung“ durch die Bezugperson ausschlag-
gebend (mache ich das Kind runter oder baue ich es auf).

Ich weiss möglicherweise, was Du meinst, denn ich hatte
„so eine Oma“, die „nie mit den Kindern schimpfte“
und der man gehorchte und „folgte“ wie bei einer
„Waffen-SS-Truppenübung“, ohne dass das die geringste
Mühe machte.

Grüße

CMБ

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Hi@All.

Habe ein Problem. Ich, 55 Jahre alt, meine Freundin 36 Jahre.
Ihre Tochter, 10 Jahre. Wir leben seit einem halben Jahr
zusammen. Frage: Was macht man mit der Einstellung der Mutter,
dass ihr Kind : (…sie kann alles machen was sie will! Habe
ich früher auch gedurft…), nicht so ganz richtig ist.

Was meinst du eigentlich genau mit „sie kann alles machen was sie will“? Darf sie zu Bett gehen wann sie will, darf sie rauchen, darf sie essen was sie will, muss sie nie im Haushalt helfen, darf sie ihre Mutter beleidigen, muss sie nur Hausaufgaben machen, wenn sie Lust dazu hat?

Hi,

es gab vor einiger Zeit hier einen Artikel mit dutzenden von Sternen in dem Stand wie sehr sich Kinder nach Grenzen sehnen, wie wichtig es ist sie an die Hand zu nehmen und das Ganze in einem super lieben Stile.

Leider finde ich ihn nicht mehr obwohl ich meinte ihn unter Favoriten gespeichert zu haben. Vielleicht hat ihn von euch ja einer

Danke & viele Grüsse
Me

Hallo!

Naja, ich unterstelle den meisten Kindern aber schon, dass sie merken, dass das bei der Mutter funktioniert, sie woanders aber damit anecken. Und genau das lernen sie dann. Jeder Mensch ist halt anders und wenn es die Mutter nicht stört - bitte. Deswegen werden die Kinder aber trotzdem merken, dass das woanders eben NICHT gut ankommt und dementsprechend handeln. Behaupte ich. Wenn Ihnen aber jemand sagt, dass sie es so machen MÜSSEN, weil MAN es so macht und sie nicht kapieren, warum nicht, DANN wird Gehorsam verlangt und die Kinder wissen nicht, warum. Wenn sie aber MERKEN, dass es schlecht ankommt, dann verstehen sie es auch und überlegen sich, ob sie nicht vielleicht mehr davon haben, wenn sie freundlich sind.
Ich kenne niemanden, der es nicht gelernt hat „Guten Tag“ und „Auf Wiedersehen“ zu sagen, auch wenn er vielleicht nicht autoritär erzogen wurde. Deshalb sage ich: Ein Kind lernt sehr, sehr schnell, welche Verhaltensweisen bei anderen Menschen erwünscht sind und gut ankommen und welche nicht.

Gruß,

N.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo!

Ich meinte damit, dass willkürliche Grenzen das Kind einengen. Wer sagt: „Ellenbogen vom Tisch, das macht man nicht!“ erwartet vom Kind Gehorsam zu zeigen, ohne das es versteht, warum. Das ist für mich eine künstliche Grenze. Und ich denke, dass ein Mensch das von selbst lernt, ohne vorher dazu gezwungen zu werden.
Eine persönliche Grenze, ist, wenn ich selbst irgendwie durch das Verhalten „geschädigt“ werde. D.h. auch nicht nur ich sondern egal jeder Mensch. Wenn mein Sohn jemandem an den Haaren zieht, geht das nicht und die Person (oder wenn sie sich nicht traut/nicht will, ich) sollte ihm sagen, dass das nicht ok ist, weil es der Person wehtut, sie stört, etc…Genauso wie „Hausaufgaben machst Du um 1 und nicht erst um 5.“ Das wäre für mich wieder eine Regelung, die für ein Kind schwer verständlich ist und es beeinträchtigt. ICH werde dadurch nicht in Mitleidenschaft gezogen. Puuh, schwer zu erklären alles. Aber verstehst Du jetzt, wie ich es meine?
Ich meine halt, es ist wichtig, nicht einen Kreis um das Kind zu machen, aus dem es nicht raus darf, sondern zu sehen, dass das Kind die Kreise, die jeder selbst um sich zieht, nicht übertritt und sich ansonsten frei „bewegen“ darf…

Gruß,

N.

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Hallo!

Ich meine damit (bildlich gesprochen), dass nicht um das Kind herum eine Grenze (bildlich vielleicht ein Kreis) gezogen wird, wo es nicht rauskann, sondern jeder Mensch eine eigene Grenze hat (Kreis), die das Kind nicht überschreiten darf. Da ist dann plötzlich jede Menge mehr „Platz“ für das Kind… :wink:
So kann das Kind auch viel besser seine eigenen Grenzen, die auch nicht überschritten werden sollten selbst festlegen.

N.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Ja eben genau das…

Ja eben genau das…

Wow, und gab es da noch nie irgendwelchen Ärger (z.B. mit der Schule)?

Du hast auch geschrieben, dass das Kind „nicht ganz richtig ist“, wenn ich das korrekt in Erinnerung habe. Das klingt problematisch. Wie genau äussert sich das?