Was ist Antisemitismus bzw. Rassismus?

Hallo Zusammen,
ich habe gerade eine Auseinandersetzung mit einer Freundin über den folgenden Witz:

Zwei Juden kommen in den Vatikan und wollen den Papst sprechen.
Die Schweizer Garde fragt, ob es nicht auch möglich wäre, das schriftlich zu erledigen. Dies wird strikt verneint und erklärt, daß es sich um eine ganz private Angelegenheit handele. Nach langer Diskussion werden sie beim Papst vorgelassen und er fragt sie, was ihr Anliegen sei.
Darauf fragt ihn einer der beiden Juden:„Entschuldigen’s mei Herr. Kennens nicht den Jesus Christus und seine Jünger, bittschön.“ „Aber ja doch“,erwidert der Papst.
„Da wäre noch eine unbezahlte Rechnung für ein Abendessen.“

Soweit der Witz. Nun werde ich angegriffen, da es sich offenbar um einen antisemitischen Witz handelt. Nun meine Frage: Wann ist ein Witz antisemitisch oder rassistisch? Was darf ein Witz? Darf man Witze über die Bayern machen? Häufig spielen solche Witze ja mit den Vorurteilen. Ich bin nun ein wenig ratlos und hoffe ihr könnt mir sagen, wann der Vorwurf des Antisemitismus / Rassismus gegeben ist und wann nicht.

Ich bin gespannt auf eure Beiträge bzw. Erfahrungen diesbezüglich.

MilkShake

Antisemitismus u. Rassismus --> Definitionsvers
Hallo MilkShake,

um dieses Thema erschöpfend erläutern zu können, müsste ich jetzt Romane schreiben. Ich versuche es einmal kurz - mit der Bitte um Verzeihung, wenn ich ein wichtiges Detail vergessen sollte.

Antisemitismus und Rassismus sind sehr alte Phänomene; sie traten in der Menscheit schon ziemlich früh auf. Hervorstechende Kennzeichen sind:

  • Eine Rasse oder ein Volk erhebt sich über ein anderes und behauptet, dass dieses andere Volk minderwertig sei.
  • Dies kann sich äußern in öffentlicher Propaganda, stiller innerer Zustimmung, tätlichen Angriffen (Pogrome).
  • Meist gibt es bei rassistischen/antisemitischen Gruppen prominente Anführer (Politiker, Ärzte, Juristen, religiöse Führer), die im eigenen Volk ein gewisses Ansehen genießen.
  • Oft wird behauptet, dass die Unterdrückung bzw. Vernichtung der „minderwertigen“ Rasse dem Erhalt der eigenen Rasse bzw. dem Erhalt des eigenen Volkes diene.
  • Ab dem 19. Jh. begannen namhafte Ärzte und Wissenschaftler damit, pseudowissenschaftliche Schriften zu veröffentlichen, in denen sie die Minderwertigkeit mancher Rassen (Juden, Schwarze usw.) wissenschaftlich zu erklären versuchten. Dies bildete den Nährboden für Hitlers Antisemitismus und den Holocaust.
  • Seit dem Holocaust reagieren viele Menschen (zu Recht) sehr empfindlich auf rassistische und antisemitische Äußerungen oder Anspielungen (siehe aktuelles Beispiel Möllemann).
  • nicht zum Rassismus zählen würde ich „Scherz-Feindschaften“ wie die zwischen Bayern und Preußen, zwischen Baden und Württemberg, zwischen Franken und Bayern etc. Darüber kann man sich - meines Erachtens - gerne lustig machen, sofern die „Feindschaft“ endgültig der Vergangenheit angehört und solange nicht einzelne Personen beleidigt werden.
  • Im 20. Jh. wurden Rassismus und Antisemitismus im Völkerrecht weltweit geächtet. In der Praxis treten beide Phänomene leider aber immer noch auf.

Ich persönlich würde keinen Unterschied machen, ob sich Rassismus/Antisemitismus nur in Gedanken, in Propaganda oder in Taten abspielt. Für mich persönlich ist das alles gleich schlimm. Auch das Spiel mit rassistischem/antisemitischem Gedankengut (Möllemann) betrachte ich als verwerflich.

Zu Deinem Witz:
Ich kann darin keinen ernsthaft antisemitischen Hintergrund entdecken (es geht weder um Diskriminierung noch um Minderwertigkeit noch wird zur Vernichtung aufgerufen); es wird lediglich Bezug genommen auf die Tatsache, dass Juden in Finanzangelegenheiten aufgrund ihrer Geschichte besondere Kenntnisse besitzen (das meine ich jetzt positiv; der Witz karikiert das eben). Ich kenne - als Christ - viele Witze, die sich über den christlichen Lebensstil oder Probleme von Christen lustig machen und diese Witze erzähle ich auch gerne weiter. Witze über Gott, Jesus, den Heiligen Geist und die Bibel meide ich allerdings aus Respekt.

Herzliche Grüße

Alex

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Hi geschüttelte Milch,

Witze darf man machen, solange sie nicht verletzen. Wann sie verletzen, ist pauschal nicht zu sagen, sondern hängt sehr(!) stark von den Umständen ab. Ein Mensch, der gerade einen geliebten Menschen verloren hat, wird Witze über den Tod wohl eher weniger lustig finden z.B.
Allerdings ist es bei Witzen über Minderheiten von Anfang an unterschiedlich. Wenn ich mit meinen Kollegen aus aller Herren Länder Witze über andere Menschen aller Herren Länder mache, lachen alle, wenn denn das Niveau nicht allzu niedrig ist, es sei denn der Akloholspiegel ist schon höher.
Da lachen Niederländer über Niederländerwitze, Schweden über Schwedenwitze, Schwarzafrikaner über Witze über Afrikaner oder Schwarze etc. Auch Menschen jüdischen Glaubens bzw. Abstammung lachen durchaus über Judenwitze (allerdings nicht der Art über die Neonazis & Co gerne lachen, sowas ist m.E. immer indiskutabel).
Nun fällt mir aber auch auf, daß einige ‚Berufjuden‘ sprich Verbandvertreter schnell eingeschnappt sind, nicht nur in D, hier aber besonders schnell. Begründet wird das mit der Vergangenheit. Nun gut, aber es ist für mich kein Grund einen geistreichen(!) Judenwitz nicht zu erzählen (Deiner zählt für mich dazu), auch wenn dann einige Herren und Damen ein langes Gesicht ziehen oder böse zischen. Das ist für mich eher Humorlosigkeit ev. mangelndes Selbstbewustsein.

Übrigens hab ich die herbsten Behindertenwitze auf einer Behindertenfreizeit gehört; von Behinderten zum besten gegeben.

Gandalf

Hallo Milchscheich,

Witze zulasten einer Volksgruppe, seien das nun die Deutschen, die Bayern, sogar die Polen oder eventuell die Neger, also völkische und rassistische Witze werden toleriert. Nur bei Judenwitzen muß man sehr vorsichtig sein, weil in Deutschland Juden moralisch höher gestellt sind als alle anderen.
Hier das entsprechende Urteil des Bundesgerichtshofes, zitiert nach einer Antifa-Quelle:
http://www.idgr.de/texte-1/rechtsextremismus/auschwi… .

Dein Witz beruht u.a. auf den als antisemitisch ansehbaren Klischees vom Juden als geldgierigen Schacherer und vom zum Vergeben und Verzeihen unfähigen Juden. Mir wäre dieser Witz zu riskant für eine undistanzierte Veröffentlichung.

Man kann aber nicht sagen, wo genau die Grenze des noch Erlaubten verläuft, und diese Grenze verändert sich auch mit der Zeit.

Gruß,

Wolfgang Berger

Noch einer
Ein Priester und ein Rabbi sitzen sich im Zug gegenüber. Der Rabbi fragt den Priester über die Rangstufen der Hierarchie aus. Der Priester bestätigt, dass er auf der katholischen Stufenleiter tatsächlich Bischof, Erzbischof, Kardinal, vielleicht sogar Papst werden könnte. „Mehr nicht?“ fragt da der Rabbi. - „Nun, der Heiland selbst kann ich schließlich nicht werden.“ - „Ach nein? Aber von uns ist es einer geworden.“

Ist das nun antijüdisch oder antikatholisch - oder beides - oder keins??

Gruß,
Pietro

ich habe gerade eine Auseinandersetzung mit einer Freundin
über den folgenden Witz:

Interessantes Thema für das Forum „Religion und Ethik“ :wink:

Zwei Juden kommen in den Vatikan und wollen den Papst
sprechen.
[…]
„Da wäre noch eine unbezahlte Rechnung für ein Abendessen.“

Soweit der Witz. Nun werde ich angegriffen, da es sich
offenbar um einen antisemitischen Witz handelt.

Offenbar? Antisemitischer Witz?

Wann ist ein Witz antisemitisch oder rassistisch?

Wenn er sich offen gegen Juden oder eine andere Minderheit richtet oder darauf aufbaut, dass alle eine negative Haltungen diesen gegenüber haben.

Was darf ein Witz?

Manchmal frage ich mich, ob nur wir Deutschen immer solche Fragen stellen…

Häufig spielen solche Witze ja mit den Vorurteilen. Ich bin
nun ein wenig ratlos und hoffe ihr könnt mir sagen, wann der
Vorwurf des Antisemitismus / Rassismus gegeben ist und wann
nicht.

Der Witz richtet sich ja nicht gegen Juden, selbst irgendwelche Vorurteile müsste ja schon weit hergeholt werden, damit diese ihre Anwendung finden. Man könnte sogar die Juden weglassen und der Witz würde sich nicht ändern. „Zwei Araber kommen in den Vatikan…“ Allerdings wäre er dann nicht mehr so schüssig, da ja damals dort Juden gelebt haben.

Ich bin gespannt auf eure Beiträge bzw. Erfahrungen
diesbezüglich.

Ein Jude rennt zum Bahnhof, sieht jedoch den Zug nur noch von hinten. Er bleibt stehen und schreit: „Antisemiten!“.

Schalom,
Eli

Hallo Elimelech!
Ich finde den oben angeführten Witz auch nicht antisemitisch.

Ein Jude rennt zum Bahnhof, sieht jedoch den Zug nur noch von
hinten. Er bleibt stehen und schreit: „Antisemiten!“.

In einem Interview hat Ignatz Bubis sehr gut gesagt:
„Ob jemand antisemitisch, latent antisemitisch ist, das ist für den, der es ist, schwer zu beurteilen. Der latente Antisemit merkt ja nicht, daß er es ist. Wir sind da viel empfindlicher, manche sind auch überempfindlich, wie in dem Witz von dem Juden im Schlafwagen, der sich morgens frisch machen will und, weil er sein Waschzeug vergessen hat, seinen Nachbarn um Seife, Rasierseife, Rasierpinsel, Zahnpasta und am Ende um die Zahnbürste bittet. Er bekommt alles, nur bei der Zahnbürste sagt der Mitreisende, Zahnbürsten verborge ich nicht. Da sagt der Jude, ich habe mir gleich gedacht, daß Sie ein Antisemit sind. Zu dieser Sorte zähle ich wirklich nicht - aber ich habe schon Sensoren, die mich selten täuschen.“

Viele Grüße

Hallo Gandalf,

Auch Menschen jüdischen Glaubens bzw. Abstammung
lachen durchaus über Judenwitze

nein - denn es ist genau der Unterschied zwischen „Judenwitzen“ oder „jüdischen Witzen“
Judenwitze gehen auf Kosten von Juden - bedienen uralte Klischees beispielsweise.

Bei dem eingangs geposteten Witz kommt es ganz stark auf den Kontext an, in dem er erzählt wird.
Wenn der Kontext ist: Schaut mal so geldgeil sind Juden, daß sie sogar noch nach 2000 Jahren Rechnungen präsentieren, dann wäre es eine Wiederholung gängiger Stereotypen.

Nun fällt mir aber auch auf, daß einige ‚Berufjuden‘ sprich
Verbandvertreter schnell eingeschnappt sind, nicht nur in D,
hier aber besonders schnell. Begründet wird das mit der
Vergangenheit. Nun gut, aber es ist für mich kein Grund einen
geistreichen(!) Judenwitz nicht zu erzählen

Judenwitze sind nicht geistreich - jüdische Witze schon!

(Deiner zählt für

mich dazu), auch wenn dann einige Herren und Damen ein langes
Gesicht ziehen oder böse zischen. Das ist für mich eher
Humorlosigkeit ev. mangelndes Selbstbewustsein.

Man kann es ganz einfach testen: Würde man es auch witzig finden, wenn man hier eine andere Gruppe einsetzen würde.

Übrigens hab ich die herbsten Behindertenwitze auf einer
Behindertenfreizeit gehört; von Behinderten zum besten
gegeben.

Wobei Witze bei Minderheiten durchaus die Funktion haben können, sich über die Klischees, die über die betreffende Gruppe im Umlauf sind, lustig zu machen.

Viele Grüße

Iris

Huhu Iris,

Bei dem eingangs geposteten Witz kommt es ganz stark auf den
Kontext an, in dem er erzählt wird.
Wenn der Kontext ist: Schaut mal so geldgeil sind Juden, daß
sie sogar noch nach 2000 Jahren Rechnungen präsentieren, dann
wäre es eine Wiederholung gängiger Stereotypen.

Das ist jetzt eine Auslegung der Witzaussage. Eine andere wäre, dass Juden seit jeher gut mit Geld umgehen können. Oder es ist lediglich nur eine lustige Anekdote.

Ich denke es ist sehr wichtig, dass man in diesen Belangen sehr sensibel auf beiden Seiten umgeht.
Derjenige der das Thema aufgreift (jetzt nicht nur bei Witzen) muss sehr genau abwägen ob er jüdische Gefühle verletzt. Derjenige, der dann eventuell kritisiert sollte aber auch darüber nachdenken was der Andere gemeint hat. Schnell fühlt sich der Witzeerzähler in eine Ecke gedrängt in die er überhaupt nicht wollte mit dem Erfolg dass er sich lauthals wehrt (Auschwitz-Keule o.ä.).

Schwierig wird es für Leute wie mich, denen nichts ferner liegt als gegen Juden oder jüdischen Glauben zu sein. Wenn sie sich nicht mehr trauen einen Witz oder ihre Meinung kundzutun weil sie davor Angst haben, eine übergebraten zu bekommen wird es kritisch weil diese Situation automatisch Wiederstand erzeugt.

Nicht wirklich hilfreich aber vielleicht ein Denkanstoss
bye
Rolf

1 „Gefällt mir“

Lieber „Eli“,

so billig wie Sie es abtun ist es
nicht: Der Witz richtet sich nicht
gegen Juden? Spielt er nicht mit dem
Klischee Juden würden selbst mit dem
Teufel/Papst Geschäfte machen…?

Offensichtlich gibt es ein paar Ver-
haltensweisen mehr, als Sie kennen…
…die Sie schützen …oder so…bis
jemand feststellt, daß SIE…und…
Sharon und Arafat - Konnten Sie wissen,
daß Sharon sagen würde: „Arafat ist die
einzig jüdische Tochter meines Vaters“???

Ein Deutscher der sich 2002 zu J.Rabin
bekennt, erscheint in Israel wie ein
Provokateur im KibuzGULag!
Ein Deutscher der sich 2002 gegen Sharon
wendet, erscheint wie ein SS-Killer.

Wieso steigt die Zahl der Paßanträge
von Israelis? Wieso wollen so viele
gerade die deutsche Staatsangehörigkeit?

Sind Juden dumm?
Oder zynisch?

Oder hat das europäische Deutschland
etwas zu bieten, was in Israel Luxus
ist: Rechtssicherheit, Menschenrechte,
Apartheitslosigkeit!!!

x-nada

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Hallo Iris,

Bei dem eingangs geposteten Witz kommt es ganz stark auf den
Kontext an, in dem er erzählt wird.
Wenn der Kontext ist: Schaut mal so geldgeil sind Juden, daß
sie sogar noch nach 2000 Jahren Rechnungen präsentieren, dann
wäre es eine Wiederholung gängiger Stereotypen.

der Witz könnte genauso als „christenfeindlich“ eingestuft werden.
Man könnte daraus ableiten, Jesus und seine Jünger hätten ihre Rechnung nicht bezahlt.

Gruss Harald

der Witz könnte genauso als „christenfeindlich“ eingestuft
werden.
Man könnte daraus ableiten, Jesus und seine Jünger hätten ihre
Rechnung nicht bezahlt.

Gruss Harald

Hallo Harald,

das hat aber nicht den gleichen Stellenwert, weil es kein Stereotyp gibt, daß Christen Zechpreller sind. Es wäre eine negative Verhaltensweise in einem Einzelfall, aber halt von dem, der später christlicherseits später dann einen besonderen Stellenwert hat. Meinst Du der Witz hebt darauf ab? Glaub ich nicht.

Daß Juden geldgeil sind, das finden heute noch viele Leute als eine Binsenweisheit!

Viele Grüße

Iris

Das ist jetzt eine Auslegung der Witzaussage. Eine andere
wäre, dass Juden seit jeher gut mit Geld umgehen können.

Was ihnen aber oft mehr negativ ausgelegt wird als positiv.

es ist lediglich nur eine lustige Anekdote.

Ist nur die Frage, ob Du es noch als nette Anekdote empfindest, wenn Du das in gewisser Häufigkeit in vielen Variationen abbekommst, z.B. das durchaus manchmal von Nichtjuden auch manipulativ eingesetzt wird, wenn ich für eine Dienstleistung ein Honorar verlange, was im oberen Mittelfeld liegt also absolut angemessen ist, und dann genau an dieser Stelle mit so leicht fragendem Ton - gewisser Unterton schwingt mit - die Feststellung kommt: „Sie sind doch Jüdin“ …
und dann gleich der Versuch kommt runterzuhandeln, weil man sich meint so schön darauf verlassen können, daß das jüdische Gegenüber jetzt beweisen muss, dass Juden wirklich nicht geldgeil sind.

Ich denke es ist sehr wichtig, dass man in diesen Belangen
sehr sensibel auf beiden Seiten umgeht.

Tja, nur oft läuft es darauf hinaus, dann den betroffenen Juden Überempfindlichkeit oder Humorlosigkeit zu unterstellen.

Viele Grüße

Iris

Aber einen wirklich guten jüdischen Witz hab ich in diesem Thread trotzdem noch nicht gelesen.

Hallo Iris,

das hat aber nicht den gleichen Stellenwert, weil es kein
Stereotyp gibt, daß Christen Zechpreller sind. Es wäre eine
negative Verhaltensweise in einem Einzelfall, aber halt von
dem, der später christlicherseits später dann einen besonderen
Stellenwert hat. Meinst Du der Witz hebt darauf ab? Glaub ich
nicht.

nein, glaub ich auch nicht.
Aber das war mein erster Eindruck, als ich den Witz las.

Daß Juden geldgeil sind, das finden heute noch viele Leute als
eine Binsenweisheit!

Das ist leider wahr.
Wenn ich aber an all die Geschäftsleute im kapitalistischen Westen (auch christliches Abendland genannt) denke, weiss ich nicht, ob wir Christen einen Grund haben könnten, den Juden etwas vorzuwerfen.

Gruss Harald

Hallo Iris,

wenn ich für eine
Dienstleistung ein Honorar verlange, was im oberen Mittelfeld
liegt also absolut angemessen ist, und dann genau an dieser
Stelle mit so leicht fragendem Ton - gewisser Unterton
schwingt mit - die Feststellung kommt: „Sie sind doch Jüdin“

also das ist fies!

und dann gleich der Versuch kommt runterzuhandeln, weil man
sich meint so schön darauf verlassen können, daß das jüdische
Gegenüber jetzt beweisen muss, dass Juden wirklich nicht
geldgeil sind.

Aber das Handeln können andere Völker auch ganz gut.
Mein Vater war Verkäufer in einem Elektro-Geschäft.
Nachdem er einige Geräte vorgeführt hatte, entschloss sich der türkische Kunde zum Kauf. Mein Vater verpackte das Gerät und hielt lächelnd die Hand auf: „Backschisch?“

Aber einen wirklich guten jüdischen Witz hab ich in diesem
Thread trotzdem noch nicht gelesen.

Wie wärs mit dem:

In einem kleinen russischen Dorf ging das Gerücht um, es gäbe Salami zu kaufen. Schon um 4 Uhr morgens waren hunderte Leute vor dem Geschäft angestellt.
Kommt ein hoher Parteifunktionär und sagt: „Genossen, so viel Salami haben wir nicht. Die Juden können nach Hause gehen.“
Die Juden murren und gehen.
Nach einer Stunde kommt der Funktionär wieder und sagt: „Genossen, so viel Salami haben wir nicht. Wer kein Parteibuch hat, geht nach Hause.“
Jetzt stehen nur noch 10 Leute von der Verwaltung vor dem Geschäft. Der Funktionär sagt: „Genossen, euch kann ich es sagen, es gibt überhaupt keine Salami.“
Da schimpfen die Leute: „Da sieht man wieder, wie bei uns die Juden bevorzugt werden.“

Gruss Harald

Moin Harald

der Witz könnte genauso als „christenfeindlich“ eingestuft
werden.
Man könnte daraus ableiten, Jesus und seine Jünger hätten ihre
Rechnung nicht bezahlt.

merkwürdig, dass du das sagt, weil so hatte ich den Witz auch erst verstanden, von wegen Jesus und seine Jünger als Zechpreller…die Frage nach dem antisemitisch bezog ich daher auch auf Jesus und die Zechprellerei.
Auch den Anspruch des Papstes als „Stellvertreter Jesu auf Erden“ kann man hier etwas durch den Kakao gezogen ansehen.

Zudem stellte sich mir gleich die Frage: „Wieso hat er seine Zechen nicht bezahlt“ ? (Aber um die zu beantworten bin ich wohl nicht ausreichend bibelfest).

tja, schon interessant, welche unterschiedlichen Gedankengänge bei so einem Witz bei unterschiedlichen Leuten geweckt werden.

Gruss
Marion

Lieber „Eli“,

Warum ist mein Name hier in Anführungszeichen gesetzt?

so billig wie Sie es abtun ist es
nicht: Der Witz richtet sich nicht
gegen Juden? Spielt er nicht mit dem
Klischee Juden würden selbst mit dem
Teufel/Papst Geschäfte machen…?

Warum sollen Juden denn nicht mit dem Papst Geschäfte machen sollen? Es sind Menschen und Menschen wollen Geld verdienen. Im Judentum haben wir damit keine Probleme.

Ausserdem kann man ganz normal mit und über Juden reden. Alleine die Benennung von Jüdischkeit ist noch kein Antisemitismus, auch wenn hierzulande viele damit ein Problem haben. In diesem Sinne sehe ich auch den Hintergrund der Frage nach dem Witz.

Offensichtlich gibt es ein paar Ver-
haltensweisen mehr, als Sie kennen…
…die Sie schützen …oder so…bis
jemand feststellt, daß SIE…und…
Sharon und Arafat - Konnten Sie wissen,
daß Sharon sagen würde: „Arafat ist die
einzig jüdische Tochter meines Vaters“???

Was hat das nun mit dem Thema zu tun?

Ein Deutscher der sich 2002 zu J.Rabin
bekennt, erscheint in Israel wie ein
Provokateur im KibuzGULag!

Aha. Das ist mir neu und ich sollte das sofort allen israelischen Verwandten und Freunden erzählen, damit sie sich entsprechend gegenüber mir verhalten.

Ein Deutscher der sich 2002 gegen Sharon
wendet, erscheint wie ein SS-Killer.

Aha. Auch das ist mir neu und bisher kenne ich nur diese ständigen Behauptungen. Könntest Du beides einmal belegen?

Wieso steigt die Zahl der Paßanträge
von Israelis? Wieso wollen so viele
gerade die deutsche Staatsangehörigkeit?

So viele? Gerade die Deutsche? Und was hat das wieder mit dem Thema zu tun?

Sind Juden dumm?
Oder zynisch?

Ich verstehe den Zusammenhang der Fragen mit dem Thema nicht. So gesehen bin wahrscheinlich nur ich hier dumm.

Oder hat das europäische Deutschland
etwas zu bieten, was in Israel Luxus
ist: Rechtssicherheit, Menschenrechte,
Apartheitslosigkeit!!!

Ich sehe schon du hast kein Verständnis für die Verhältnisse in Israel. Vielleicht besorgen die Menschen sich nur einen anderen Pass weil sie Angst haben um ihr Leben?

Schalom,
Eli

Hi Iris,

es gibt Menschen, die ob der Tatsache, daß kein Haar in der Suppe schwimmt, so lange den Kopf schütteln, bis eines hineinfällt.
So oder ähnlich denke ich manchmal, wenn in an sich harmlose Sachverhalte immer wieder große Inhalte hineininterpretiert werden.
Und dann wundern sich die Kopfschüttler, daß die anderen ein wenig genervt sind.

nein - denn es ist genau der Unterschied zwischen
„Judenwitzen“ oder „jüdischen Witzen“
Judenwitze gehen auf Kosten von Juden - bedienen uralte
Klischees beispielsweise.

Du kennst doch sicher Woddy Allen? Hast Du schon mal seine alten Soloprogramme gehört. Nun ist er selber Jude, aber wenn ein Nichtjude nur 10 % dieser Sachen gebracht hätte, wäre ein Aufstand losgebrochen, auch in den USA. Was in D passiert wäre möchte ich gar nicht wissen.
Beispiel gefällig?

Sara hat einen neuen Bekannten, einen Reformrabbi, er ist seeeehr reformiert - er ist Neonazi

Bei dem eingangs geposteten Witz kommt es ganz stark auf den
Kontext an, in dem er erzählt wird.
Wenn der Kontext ist: Schaut mal so geldgeil sind Juden, daß
sie sogar noch nach 2000 Jahren Rechnungen präsentieren, dann
wäre es eine Wiederholung gängiger Stereotypen.

Also bitte nie wieder einen Witz darüber, daß die Deutschen humorlos und brutal sind, das sind Wiederholungen gängiger Stereothypen.

Judenwitze sind nicht geistreich - jüdische Witze schon!

Welch feine Unterscheidung! Jüdische Witze sind dann wohl auch nur dann geistreich, wenn sie von den richtigen Menschen erzählt werden? Judenwitze dürfen dann wohl nur von Juden erzählt werden, (siehe W.A.)

Man kann es ganz einfach testen: Würde man es auch witzig
finden, wenn man hier eine andere Gruppe einsetzen würde.

Würde ein Witz über humorlose Juden witzig sein?, Einer über humorlose Deutsche scheinbar schon - und ich reg mich doch tatsächlich nicht darüber auf!

Wobei Witze bei Minderheiten durchaus die Funktion haben
können, sich über die Klischees, die über die betreffende
Gruppe im Umlauf sind, lustig zu machen.

Und wo ist dann bitte der Knackpunkt beim Ausgangswitz? Genau das trifft aus ihn zu! Nur daß Du Dich darüber aufregst und das Ganze zu einer Sache machst, die nicht nötig wäre.

Gandalf

1 „Gefällt mir“

neee:smile:
Hallo Iris,

stereotyp wäre es, wenn die Juden Zinsen verlangen würden :wink:. Ich denke, der Witz spielt mit christlich-jüdischen Kabbeleien. Immerhin wird so auch deutlich, dass Jesus und seine Jünger (als Juden) bei Juden zu Abend gegessen haben.

Beste GRüße,

barbara

Buddhistenwitze ?
Huhu Babs,

Mir fällt grade auf, ich kenne keinen einzigen Buddhistenwitz.

Sind Buddhisten als Minderheit dermaßen diskriminiert, dass es nicht mal Witze über sie gibt ?
Kenn jemand einen Buddhistenwitz ?

*verwirrt*
Marion