hallo Gandalf,
Hi Iris,
es gibt Menschen, die ob der Tatsache, daß kein Haar in der
Suppe schwimmt, so lange den Kopf schütteln, bis eines
hineinfällt.
Das soll wohl der berühmte Wink mit dem Zaunpfahl sein?
Du hast aber Pech, ob Du es glaubst oder nicht: Ich hab eine Glatze 
Kann schon sein, daß es manchen Leuten nicht so gefällt, wenn ich bei
bestimmten Punkten auf eine differenzierte Betrachtungsweise dränge. Das
ist halt anstrengender - ob mit oder ohne Haarpracht !
Diese wiederholten Versuche hier und auch im Inlandspolitikbrett, dann
zu unterstellen Juden sein überempfindlich, es mangle ihnen an
entsprechender Souveränität, und alles sei doch ganz anders gemeint
(wie - das wissen dann immer die Nichtjuden am besten, die zwar
unterstellen, daß Juden das Deutungsmonopol beanspruchen würden, das
aber heftig selber tun bevor ein Jude überhaupt dazu käme).
Also bitte zukünftig den Hinweis nicht vergessen:
Wir wollen hier über jüdische Witze diskutieren und ob die antisemitisch
sein können oder nicht - aber sollten Juden in diesen Brett mitlesen,
dann bitte den Mund halten.
Wer jetzt noch zu einer adäquaten Auseinandersetzung bereit ist, kann
weiterlesen, die anderen sollen es eben bleiben lassen. Es ist niemand
dazu gezwungen, etwas zu tun, was ihm zu anstrengend, zu wenig relevant
oder was auch immer ist.
So oder ähnlich denke ich manchmal, wenn in an sich harmlose
Sachverhalte immer wieder große Inhalte hineininterpretiert
werden.
Wieso hineininterpretiert werden? Ich habe nur darauf hingewiesen, daß
Kontexte, in denen Witze erzählt werden können, ganz unterschiedlich
sind - und die Wirkung dann eben auch variiert.
Wer bestimmt eigentlich, was für wen harmlos ist oder nicht und was für
jemand anderen an der Schmerzgrenze liegt?
Entweder sind wir hier bereit - so wie es in den Diskussionsregeln
beschrieben wird - uns auch auf Dinge einzulassen, die uns erst einmal
fremd sind und sie zumindest zur Kenntnis zu nehmen und stehen zu lassen
oder wir können die ganzen Diskussionen eigentlich lassen und drüber
schreiben:
Bestätigung der schon vorhandenen Meinung gesucht.
Und dann wundern sich die Kopfschüttler, daß die anderen ein
wenig genervt sind.
Wie gesagt, es muß sich niemand auf ihn anstrengende, zu komplexe, ihn
langweilende Gedankengänge einlassen.
Die Bild-Zeitung hatte gestern 50igsten Geburtstag, weil es dafür einen
Bedarf gibt!
nein - denn es ist genau der Unterschied zwischen
„Judenwitzen“ oder „jüdischen Witzen“
Judenwitze gehen auf Kosten von Juden - bedienen uralte
Klischees beispielsweise.
Du kennst doch sicher Woddy Allen? Hast Du schon mal seine
alten Soloprogramme gehört. Nun ist er selber Jude,
und die Funktion von Witzen ist dann - egal welche Minderheit sie
betreffen - eben auch die Klischees im Umgang mit dieser Minderheit zu
karrikieren.
aber wenn
ein Nichtjude nur 10 % dieser Sachen gebracht hätte, wäre ein
Aufstand losgebrochen, auch in den USA. Was in D passiert wäre
möchte ich gar nicht wissen.
Schon möglich, weil man in den USA mit Witzen im Hinblick auf
Minderheitengruppen wenn sie nicht von Angehörigen dieser Minderheit
selber erzählt werden, einen sehr sensiblen Umgang pflegt.
Und da in Deutschland das Miteinander oder Nebeneinander aus
historischen Gründen noch schwieriger ist, kann man nur mutmassen, was
es für Reaktionen geben hätte können.
Beispiel gefällig?
Sara hat einen neuen Bekannten, einen Reformrabbi, er ist
seeeehr reformiert - er ist Neonazi
Na ja, ich find es bloß banal noch nicht mal besonders orginell, vermute
aber im allgemeinen wäre er hier inakzeptabel oder würde gar nicht
verstanden und zwar aus mehreren Gründen - folgende fallen mir spontan
ein:
- In Amerika ist jüdisches Leben etwas absolut Normales im Gegensatz zu
Deutschland. In Amerika ist es kein Dauerzustand, daß jüdische
Einrichtungen bewacht werden müssen oder manche Synagogen
Hochsicherheitstrakte sind.
Es ist auch für niemand nötig sich zu überlegen, ob er seine
Telefonnummer ins örtliche Telefonbuch eintragen läßt oder nicht, und
auf der Straße kannst Du mit Davidstern oder T-Shirt mit hebräischer
Aufschrift oder auch einer Kippa herumlaufen …
Hier hat so ein Witz mit Neonazi doch einen etwas bitteren Beigeschmack.
-
In Amerika ist Judentum so normal, daß Du voraussetzen kannst, daß
die Leute über unterschiedliche Richtungen im Judentum grob informiert
sind und von daher auch was mit der Bezeichnung „Reformrabbi“ anfangen
können.
-
Es gibt unzählige Witze, die genau die Unterschiede zwischen
orthodoxem, konservativen, rekonstruktionistischen und Reformjudentum
auf die Schippe nehmen und wegen des anderen Hintergrunds auch
problemlos verstanden werden und andere Konotationen noch hervorrufen.
Bei dem eingangs geposteten Witz kommt es ganz stark auf den
Kontext an, in dem er erzählt wird.
Wenn der Kontext ist: Schaut mal so geldgeil sind Juden, daß
sie sogar noch nach 2000 Jahren Rechnungen präsentieren, dann
wäre es eine Wiederholung gängiger Stereotypen.
Also bitte nie wieder einen Witz darüber, daß die Deutschen
humorlos und brutal sind, das sind Wiederholungen gängiger
Stereotypen.
ich muß solche Witze wirklich nicht haben, kann dem nichts abgewinnen -
aber vielleicht wolltest Du eher was anderes mit dieser Bemerkung
ausdrücken:
Nämlich daß ich bitte schön Judenwitze nicht thematisiere, weil Du ganz
gut mit deutschen Stereotypen leben kannst.
Judenwitze sind nicht geistreich - jüdische Witze schon!
Welch feine Unterscheidung! Jüdische Witze sind dann wohl auch
nur dann geistreich, wenn sie von den richtigen Menschen
erzählt werden?
Warum willst Du Einschränkungen machen, wer jüdische Witze erzählen kann
und wer nicht - es gibt einfach Leute, die Witze erzählen können und
andere, die es halt nicht können.
Und wenn man in Witzen Minderheiten aufs Korn nimmt, ist es sowieso
nicht schlecht, eine gewisse Sensibilität zu haben, was wann wo paßt
oder auch nicht - egal welche Minderheit es ist.
Judenwitze dürfen dann wohl nur von Juden
erzählt werden, (siehe W.A.)
Ich weiß nicht was (siehe W.A.) bedeutet?
Wie gesagt, auf Judenwitze können Juden ganz gut verzichten, auf
jüdische Witze und jüdischen Humor nicht, denn der hat ihnen sehr oft
das (Über-)Leben erleichtert.
Würde ein Witz über humorlose Juden witzig sein?, Einer über
humorlose Deutsche scheinbar schon - und ich reg mich doch
tatsächlich nicht darüber auf!
siehe oben - ein entsprechendes Beispiel habe ich gerade nicht parat.
Wobei Witze bei Minderheiten durchaus die Funktion haben
können, sich über die Klischees, die über die betreffende
Gruppe im Umlauf sind, lustig zu machen.
Und wo ist dann bitte der Knackpunkt beim Ausgangswitz?
Wurde der von Juden in einem jüdischen Kontext erzählt?
Genau
das trifft auf ihn zu!
Nur daß Du Dich darüber aufregst und
das Ganze zu einer Sache machst, die nicht nötig wäre.
Ich rege mich auf? staun…
In der Diskussion wurde doch deutlich, daß der Witz von
unterscheidlichen Leuten auf unterschiedlichen Ebenen verstanden werden
kann und genau das habe ich thematisiert.
Wenn er mit anderen Witzen in einer Reihe (und so werden Witze eben oft
erzählt - einer ergibt den anderen) erzählt wird, wo das „Witzthema“
ist: die geldgeilen Juden, dann fände ich ihn nicht so toll.
Es gibt wesentlich bessere und intelligentere Witze zum Thema Juden -
Christen (speziell Katholiken und Papst).
Abgesehen davon gibt es eine ganze Reihe von Leuten, die meinen, einem
zeigen zu sollen / müssen, wie toll sie jüdische Witze finden und
meistens wird irgendwie Geld thematisiert. Das ist irgendwann schlicht
und einfach langweilig und etwas öde und einseitig.
Ach - und Du bist hier der Oberschiedsrichter, der entscheidet, was
nötig zu sein hat und was nicht ??? Wundert mich aber sehr - siehe
einleitende Bemerkung zu meinem Posting.
Iris