Hallo,
Es geht mir nicht darum, wer Recht hat oder daß lehitraot
Recht hat. Ich möchte verstehen, WARUM er Recht hat.
Anm: Die Auferstehung ist ebensogut symbolisch zu verstehen.
lehitraot sprach von Mythen wie Wunderheilungen … die
Aufersteheung darf dann also kein Mythos sein … ??
Die Auferstehung ist eines der wohl spannendsten, theologischen Kontroversen der letzten Jahre. Da Du offensichtlich an einer Uni bist und so Zugang zu einer UB hast, empfehle ich Dir in folgendes Buch reinzuschauen:
Gerd Theißen, Annette Merz, Der historische Jesus. Ein Lehrbuch.
Du findest dort in dem Kapitel über die Auferstehung eine genaue Analyse des neutestamentlichen Befundes, die moderne Forschungsgeschichte und ein kurzes, dogmatisches Statement.
Offensichtlich gibt es hier in diesem Thread die Ansicht, daß wahr ist, was historisch beweisbar ist. Auch die Geschichtswissenschaften sind nur eine hermeneutische Wissenschaft und stehen unter dem Vorbehalt neuerer Erkenntnisse, insofern muß nicht unwahr sein, was historisch nicht beweisbar ist.
Ob die Auferstehung wahr ist, ist, so wir wahr=historisch beweisbar verstehen, eine eigentlich widersinnige Frage. Historische Beweisverfahren beruhen auf den Prinzipien der Kritik (prinzipielle Zweifel), Korrelation (gegenseitige Bezogenheit historischer Ereignisse) und Analogie (keine absolute Einmaligkeit eines historischen Ereignisses in seinen strukturellen Zusammenhängen). Die Auferstehung macht aber nur dann Sinn, wenn sie eine Gottestat ist. Historische Ereignisse sind aber Taten von Menschen. Eine Gottestat („Wunder“) ist nur dann als eine solche erkennbar, wenn wir sie eben nicht durch menschliches Handeln erklären können.
Historisch gesehen kann man nicht daran zweifeln, daß es einen Jesus gab, der durch Galiläa zog, man kann aber an der Auferstehung zweifeln. Der Glaube an die Auferstehung beruht auf Offenbarung, genauso wie übrigens die meisten anderen Religionen auf Offenbarung berufen. Wenn diese Offenbarung falsch ist, dann ist sie sicherlich auch nicht „wahr“. „Wahr“ bedeutet hier „wahr bei Gott“. Alle Offenbarungsreligionen müssen mit dieser Anfechtung leben.
Wenn jemand sich Christ nennt, weil er die christliche Lehre als eine Art ethische Handlungsanweisung versteht, so gibt es nun nichts an der historischen Existenz dieser Lehre zu zweifeln. Derjenige, der Jesus als Christus bekennt, glaubt. Der Glaube bezieht sich immer auf eine transzendente Wahrheit.
Anonsten stehen wir alle unter dem „eschatologischen Vorbehalt“, einem meiner Lieblings-Theo-Ausdrücke, der so viel bedeutet wie: „Es ist noch keiner zurück gekommen…“.
Das ist der Punkt, im Christentum hat Jesus den Status des
Messias (=Christus)! Hat er aber nicht gelebt, gab es auch
keinen Messias und alles was die Apostel gepredigt haben wäre
ein schönes aber nutzloses Märchen.
Also: er hat gelebt. Kritik, Analogie (charismatischer Wanderprediger in dieser Zeit), Korrelation (Inhalte der „predigt“, Wirkung etc und allg. Umstände), sowie primäre (Paulusbriefe (vor allem 1.Kor, Gal) und Evangelien (Mk) (wenige) sekundäre Quellen (Josephus (?), Tacitus) lassen dies als historisch wahr beweisbar erscheinen.
Messias? Darüber haben wir nichts weiter als das (ebenfalls historisch noch einfacher beweisbare) Bekenntnis der „Apostel“.
Nutzlos ??? Genau diese Schlußfolgerung verstehe ich nicht.
Ich auch nicht
Gruß,
Taju