hi, namensvetter,
Hallo Namensvetter,
Deine Einstellung ist sicher ehrenwert, da moralisch auf der
richtigen Seite (und dies sei ganz ohne Ironie gesagt), aber
von der Beschreibung verschiedener Menschenrassen zur
unterschiedlichen Wertung derselben ist doch ein fundamentaler
Unterschied. (Übrigens auch ein mentaler, wenn ich mir dies
kleine Wortspiel erlauben darf.)
ist ein hübsches.
muss ich mir merken.
Sieh es mal in einer Parallele: Wir alle (hoffe ich!) sind
doch auch der Meinung, daß keine Nation
wertvoller/höherstehend als eine andere sei, und dennoch gibt
es voneinander unterscheidbare Nationen. Ich bin nicht Biologe
genug, um zu sagen, ob die Bezeichnung „Rasse“ für die
Unterschiede zwischen Schwarzafrikanern und Indios und Asiaten
und Europäern usw. wissenschaftlich angemessen ist, aber die
Erkenntnis der Unterschiede zu leugnen, heißt doch, den
Rassisten das Feld zu überlassen. Und natürlich kann man die
meisten Menschen nicht auf eine „reine Rasse“ festlegen, das
ist ja auch gänzlich uninteressant, mal abgesehen vom
fachspezifischen Interesse eines Genetikers. Genauso kann man
auch viele Menschen nicht auf eine bestimmte Nationalität
festlegen. Aber deshalb den Begriff der Nation zu verbieten,
verhindert eine Unterscheidungsmöglichkeit, selbst wenn sie
dazu dienen könnte, sich selbst in Frage zu stellen.
ich verbiete den begriff der nation nicht. nation und rasse ist noch mal was anderes, denke ich.
ich verbiete übrigens auch den begriff rasse nicht. aber ich rate von seiner verwendung ab, weil der begriff historisch belastet und sachlich unscharf ist. nicht mehr, aber auch nicht weniger.
ich glaube eben auch wie du, Michael, dass der begriff „rasse“ sich auf menschen nur sehr unscharf anwenden lässt. ich hatte in meinem ersten beitrag ursprünglich einen absatz drin, in dem ich darauf eingehen wollt, hab ihn aber letztlich wieder gestrichen. nämlich: wo sollen diese „rassenunterschiede“ anfangen? „zwischen deutschen und japanern“ (wie im ersten teil des threads erwähnt)? oder schon zwischen deutschen und engländern? deutschen und italienern? deutschen und griechen? deutschen und türken? deutschen und „zigeunern“?
deutschen und österreichern? deutschen und juden? deutschen und (deutschen) juden?
wieviele „menschenrassen“ solls geben? „weiße“, „schwarze“, „gelbe“, „rote“? die 4? oder mehr? oder viel mehr? hunderte? die sprachgemeinschaften? oder doch nur eine? wir wissen doch letztlich alle, durch wieviele völkerwanderungen diese gesamte menschheit (wem immer sei dank!) durchmischt ist. wieviele verschiedene hauttönungen es gibt. dass „weiße“ nicht weiß sind, „schwarze“ nicht schwarz, „gelbe“ schon gar nicht gelb usw. wieviele vermeintliche „arier“ stellten - o schreck! - fest, dass sie jüdische vorfahren hatten? das judentum hat nicht aktiv & aggressiv missioniert; trotzdem sind auch menschen zum judentum übergetreten, juden geworden.
du siehst: der begriff _rasse_führt - angewendet auf menschen - zu nichts konstruktivem. er ist (vielleicht: leider; aber ich denk, es geht auch gut ohne) zum politischen kampfbegriff geschrumpft.
humoristisch: ich habs da mit douglas adams, der im allerersten kapitel des ersten teils von „per anhalter durch die galaxis“ einen ur-englischen bauführer auftreten lässt, der nicht ahnt, dass er direkter nachkomme von dschingis khan ist.
…
Auf jeden Fall aber interessiert mich wirklich die von Dir
beschriebene sachliche Unschärfe des Begriffs „Rasse“.
Vielleicht könntest Du das noch etwas konkreter ausführen.
hab ich oben probiert. besser kann ichs nicht. biologe bin ich auch nicht. die frage ist aber nicht nur eine biologische, denk ich mir. und man wird die diskussion darüber nicht im bereich der biologie halten können, fürchte ich.
michael klein-m
p.s.: gedankenfreiheit? sowieso!