In einem anderen forum wurde angesprochen, daß wir eines Tages kreative Maschinen entwerfen, die selbst wieder neue Maschinen mit höherer als der menschlichen Intelligenz, und die wiederum noch intelligentere Maschinen hervorbringen.
Ich frage mich, ob es der Mensch überhaubt jemals schaffen kann „sich selbst zu übertreffen“. Liegt darin nicht ein Widerspruch in sich? Ich meine damit, um eine Maschine zu bauen, die menschliche Denkprozesse perfekt nachbilden kann, müßte wir diese unsere Denkprozesse zuerst im Detail verstehen, nicht nur vom rein biologisch/technischen Gesichtspunkt. Aber eigentlich kann doch nur ein Wesen mit widerum höherer Intelligenz als der Mensch das menschliche Denken letztendlich analysieren, oder?
Was meint Ihr?
In einem anderen forum wurde angesprochen, daß wir eines Tages
kreative Maschinen entwerfen, die selbst wieder neue Maschinen
mit höherer als der menschlichen Intelligenz, und die wiederum
noch intelligentere Maschinen hervorbringen.
Warum nicht ? Es gibt doch heute schon Maschinen, die den Mensch in vielen Bereichen übertreffen. Im Laufe der Zeit werden sicher immer mehr dazukommen.
Ich frage mich, ob es der Mensch überhaubt jemals schaffen
kann „sich selbst zu übertreffen“. Liegt darin nicht ein
Widerspruch in sich?
Ich meine damit, um eine Maschine zu
bauen, die menschliche Denkprozesse perfekt nachbilden kann,
müßte wir diese unsere Denkprozesse zuerst im Detail
verstehen, nicht nur vom rein biologisch/technischen
Gesichtspunkt. Aber eigentlich kann doch nur ein Wesen mit
widerum höherer Intelligenz als der Mensch das menschliche
Denken letztendlich analysieren, oder?
Was meint Ihr?
Die umgekehrte Annahme wäre eher ein Widerspruch. Wenn ein intelligentes Wesen nur von einem noch intelligenteren geschaffen werden kann, muß man sich natürlich immer fragen, wer das noch intelligentere Wesen geschaffen hat. Ein Mathematiker könnte dann vieleicht sogar beweisen, daß es unendlich viele, unendlich intelligente Wesen im Universum gibt bzw gab, die schon unendlich lange damit beschäftigt sind, weniger intelligente Kreaturen zu schaffen.
Aus Natur und Technik wissen wir aber, daß die Entwicklung langfristig vom Einfachen zum Komplexen verläuft. Nur so ist ( für mich ) die Entstehung von Intelligenz erklärbar.
Der Entwickler eines guten Schachprogrammes ist doch i.d.R. auch nicht in der Lage sein eigenes Programm zu besiegen.
Es ist auch zu bedenken, daß an der Entwicklung einer intelligenten Maschine das Wissen von millionen von Menschen mitwirken kann, von denen keiner in der Lage gewesen wäre, die Maschine alleine zu bauen. Warum sollte es nicht möglich sein, aus dem geballten Wissen von millionen oder sogar milliarden von Menschen etwas zu schaffen, das den Einzelnen übertrifft ?
Was das in letzter Konsequenz für die Zukunft des Menschen bedeutet, kann man sicher an anderer Stelle ausdiskutieren
Hallo Rüdiger,
meiner Einschätzung nach wird es dies einmal geben !
Im Spiegel Nr. 24 beginnt auf der Seite 106 ein Artikel, welcher
sich genau mit diesem Thema beschäftigt.
Anlaß war ein Aufsatz im Feuilleton der „FAZ“ des amerikanischen
Wissenschaftlers Bill Joy, der vor den gefährlichen Folgen der
Verschmelzung von Computer- und Gentechnik warnt.
Stichworte sind :
warum die Zukunft uns nicht braucht !
schafft der Mensch den Menschen ab ?
Bill Joy spricht von " Nanobotern " das sind anscheinend auf
atomarer Struktur basierende Bio- Maschinen die sich selber
reproduzieren.
Na dann bin ich mal gespannt, was da noch so alles aus der " Gen-
schöpfung " entspringt.
In der Hoffnung, Dich nicht beunruhigt zu haben
Gruß Wolfgang
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
der Mensch ist ein Resultat der Evolution, die im Übrigen mehr als nur ein Konzept neuronaler Organisation Verwirklicht hat. Evolution ist immer abhängig von der Gesamtheit der Umwelt, also auch von den Objekten, die aus ihr selbst hervorgehen. Diese wirken meistens sogar regelrecht als Katalysator für weitere Entwicklungen. So wahrscheinlich auch der Mensch. Der Mensch „übertrifft sich“ nicht selbst, sondern die Evolution wird beim Menschen nicht enden. Sorum.
Aber eigentlich kann doch nur ein Wesen mit
widerum höherer Intelligenz als der Mensch das menschliche
Denken letztendlich analysieren, oder?
Das ist wohl richtig. Ich denke, selbst, wenn ein solches Wesen uns erklären könnte, wie „Intelligenz“ oder „Bewußtsein“ funktioniert, würden wir’s nicht verstehen (ich behaupte mal, daß es so ähnlich sein wird wie mit der Quantenmechanik: ein bekannter Formalismus, mit dem nam tolle Berechnungen und korrekte Vorhersagen machen kann, aber warum - was WIRKLICH dahinter stehckt - das verstehen wir trotzdem nicht…).
In einem anderen forum wurde angesprochen, daß wir eines Tages
kreative Maschinen entwerfen, die selbst wieder neue Maschinen
mit höherer als der menschlichen Intelligenz, und die wiederum
noch intelligentere Maschinen hervorbringen.
Warum nicht ? Es gibt doch heute schon Maschinen, die den
Mensch in vielen Bereichen übertreffen. Im Laufe der Zeit
werden sicher immer mehr dazukommen.
Es geht um Kreativitaet, nicht um Rechenleistung.
Rechnen konnte man schon mit einem Rechenschieber oder mit
Perlen schneller als im Kopf. Zweifellos sind Rechner in einigen
Bereichen dem Menschen ueberlegen (alles, was man nach
bestimmten Algorithmen analysieren kann). Ob sie jedoch auf
Gebieten wie Gefuehle, Denken, Kreativitaet ueberlegen sein
koennen, ist eine andere Frage. Wenn man soetwas erreichen
wollte, muesste man zuerst einmal klaeren, wo diese Eigenschaften
eines Menschen ihren Ursprung haben. Und da waeren wir bei einer
hoch philosophischen Frage, mit der sich Religion und
Wissenschaft seit ihres Bestehens beschaeftigen.
Wenn Du eine interessante und durchdachte Meinung suchst, dann kann ich Dir Lem: Also sprach Golem empfehlen. Es geht da auch um die Sinnhaftigkeit, „menschliche“ Intelligenz und Gef"uhle zu simulieren, da diese Antworten auf Probleme sind, die sich so f"ur eine (hypothetische) k"unstliche Intelligenz gar nicht stellen.
der Mensch ist ein Resultat der Evolution, die im Übrigen mehr
als nur ein Konzept neuronaler Organisation Verwirklicht hat.
Evolution ist immer abhängig von der Gesamtheit der Umwelt,
also auch von den Objekten, die aus ihr selbst hervorgehen.
Diese wirken meistens sogar regelrecht als Katalysator für
weitere Entwicklungen. So wahrscheinlich auch der Mensch. Der
Mensch „übertrifft sich“ nicht selbst, sondern die Evolution
wird beim Menschen nicht enden. Sorum.
Das heißt, wir müßten eine Art „Evolutionsmaschine“ entwickeln, die zufallsgesteuert immer neue Algoritmen/Lösungswege erzeugt, auf ihren „Nutzen“ hin überprüft und nutzlose verwirft. Was nützlich ist und was nicht müsste allerdings wieder von uns festgelegt werden.
selbst, wenn ein solches
Wesen uns erklären könnte, wie „Intelligenz“ oder „Bewußtsein“
funktioniert, würden wir’s nicht verstehen
Vielleicht würde uns eine solche hyperintelligente Maschine dann auch nichts mehr bringen, weil wir das, was sie hervorbringt nicht nachvollziehen und damit auch für uns nicht mehr nutzen könnten.
Wie gesagt, es geht nicht um Rechenpower, sondern um die Fähigkeit, völlig neue Denkansätze hervorzubringen. Und zwar solche, die wir gar nicht in der Lage sind hervorzubringen, weil unser Gehirn da einfach an seine Grenzen stößt.
Das heißt, wir müßten eine Art „Evolutionsmaschine“
entwickeln, die zufallsgesteuert immer neue
Algoritmen/Lösungswege erzeugt, auf ihren „Nutzen“ hin
überprüft und nutzlose verwirft.
Nein. Wir „müßten“ garnichts. Es scheint einfach zu geschehen, ob geplant oder nicht. Die „Evolutionsmachine“ existiert ja schon, ganz unabhängig vom Menschen.
Was nützlich ist und was
nicht müsste allerdings wieder von uns festgelegt werden.
Auch nein. Niemand hat jemals festlegen müssen, was wie evolviert wird. Der Mensch ist ja auch entstanden, ohne das Menschen entschieden haben müßten, daß er zu entstehen hat.
Hast du dir schon mal überlegt…
…daß wir Menschen diese „höhere Intelligenz“ schon längst erschaffen haben? Ich meine damit das Internet!
Es ist schon längst bewiesen, daß die Intelligenz einer Gruppe viel höher ist, als die jedes einzelnen Menschen davon. Und im Internet ist die Anzahl solcher vernetzter Menschen sehr hoch, sodaß dieser Effekt entsprechend verstärkt wird.
Ein sehr vorsichtiger Vergleich: Die Zellen des menschlichen Körpers sind ja auch nichts anderes, als ein riesiges Netzwerk, und obwohl jede einzelne Zelle allein keine besonders hohe Inteligenz besitzt, besitzen alle zusammen eine sehr hohe! Nur ist der einzelnen Zelle selbst nicht „bewußt“ (bzw. sie kann es nicht verstehen), was sie mit den anderen zusammen schafft, genauso, wie wir es nicht verstehen, was das Internet als „höhere Intelligenz“ hervorbringt.
mfg!
BStefan
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
sind soziale Insekten (Ameisen, Termiten, Bienen…), bei denen ein Individuum kaum den Bauplan für das Nest im Kopf haben kann. Gemeinsam sind sie aber irgendwie mehr als die Summe ihrer Teile und schaffen auch eine Intelligenz - vielleicht sogar eine Art Bewußtsein - die weit über das Konzept des Individuums hinausgeht.
…daß wir Menschen diese „höhere Intelligenz“ schon längst
erschaffen haben? Ich meine damit das Internet!
Tatsächlich wird im Internet die Intelligenz vieler Menschen gekoppelt. Durch das Fehlen von Kontrollinstanzen wurde aber auch die Dummheit verfielfacht. Da geniale Gedanken und absoluter Schwachsinn vollkommen gleichgerechtigt durch das Netz geistern, trägt es momentan mehr zur Verbreitung von Datenmüll als zu Schaffung neuen Wissens bei.
Das macht dann die Selektion. Unter irgendeinem Umstand, den wir nicht kennen müssen, kann eben das Quäntchen Mehr-Intelligenz im Web einen Vorteil haben und wir neue Entwicklungen anstoßen können.
Die Natur propiert auch allen Unsinn, und bis dato sind mehr Arten und Mutationen zugrunde gegangen als sich erfolgreiche Konzepte durchgesetzt haben.
Das macht dann die Selektion. Unter irgendeinem Umstand, den
wir nicht kennen müssen, kann eben das Quäntchen
Mehr-Intelligenz im Web einen Vorteil haben und wir neue
Entwicklungen anstoßen können.
Das Evolutionsprinzip hat aber zwei grundlegende Nachteile: Erstens ist es viel langsamer als eine gesteuerte Entwicklung und zweitens weiß man nie was dabei rauskommt. Es könnte nämlich sein, daß sich am Ende die Dummheit durchsetzt.
Dann wissen wir, daß es vorteilhafter ist, dumm zu sein als klug.
Dann stimmt das Sprichwort: „Der klügere gibt nach“.
Ich finde, wir sollten weniger wertend an die Welt herangehen. Intelligenz und Planung ist ein (relative) neues Konzept in der Geschichte der Welt. Ob es so toll ist, wie wir glauben, mag ich nicht beantworten müssen.
Dann wissen wir, daß es vorteilhafter ist, dumm zu sein als
klug.
„Die dümmsten Bauern ernten die größten Kartoffeln.“
(„Das Volumen der agrikulturellen Nutzprodukte verhält sich umgekehrt proportional zum Intelligenzquotionen ihrer Produzenten.“)
Dann stimmt das Sprichwort: „Der klügere gibt nach“.
„Wenn der Klügere nachgibt regieren die Dummen die Welt.“
(Hab’ leider vergessen, von wem das stammt.)
Es könnte nämlich sein, daß sich am Ende die Dummheit durchsetzt.
Tut sie doch!
Grenzfall
Ein Mensch war eigentlich ganz klug
Und schließlich doch nur klug genug,
Um einzusehen, schmerzlich klar,
Wie blöd er doch im Grunde war.
Unselig zwischen beiden Welten,
Wo Weisheit und wo Dummheit gelten,
Ließ seine Klugheit er verkümmern
Und zählt nun glücklich zu den Dümmern.
(Eugen Roth)