Genau so
Guten Tag,
was du hier ansprichst sind die evolutionsbiologischen Anpassungen der Lebewesen mit einem Zentralnervensystem (Nerven + Gehirn im Groben). Eben negative Gefühle zum Schutz (Schmerz, Angst, …) und zum Lernen um Schäden des Organismus immer besser zu vermeiden und positive Gefühle (Hunger auf spezielle Geschmacksrichtungen, sexuelle Begierde für die Fortpflanzung, Freude bei Begegnungen mit Artgenossen, Bedarf nach körperlichen Kontakten - Grooming) zur Aktivierung von Tätigkeiten und für das Sozialleben.
Wenn wir unser gesamtes Verhalten und unsere Entscheidungen
bewusst steuern müssten, dann wäre das ein nicht mehr zu
bewältigender logistischer Aufwand (jedenfalls für unser
Gehirn).
Genau! Wenn wir uns vom Hunger getrieben vor den Kühlschrank stellen, können wir binnen weniger Sekunden die Informationen unserer Augen und unseres speziellen Hungers in eine gezielte Aktion zur Nahrungsbeschaffung mit oder ohne Aufwand (Kochen, Zerteilen, …) umsetzen. Menschen, denen Gefühle mangeln (z.B. manche Autisten, Menschen mit Hirnschädigungen im Limbischen System oder einer defekten Amygdala) scheitern hier und brauchen sehr lange.
Darwin war übrigens auch der erste, der gezeigt hat dass
Emotion nicht nur etwas rein menschliches ist, sondern in der
Tierwelt vielfach vorhanden.
In diesem Sinne war er Begründer der Ökologie, Soziobiologie und Evolutionspsychologie.
»Ich sehe in der entfernten Zukunft offene Felder für weit wichtigere Forschungen. Die Psychologie wird auf neuen Grundlagen basieren, auf der Notwendigkeit geistige Leistungen und Fähigkeiten durch stetige,schrittweise Entwicklung erreicht zu haben. Licht wird fallen auf die Entstehung des Menschen und seine Geschichte.«
Emotionen passen sehr gut in das evolutionsgenetische Konzept
von Darwin. Darwin selbst war m.E. nach übrigens auch der
erste Emotionsforscher vor biologischem Hintergrund.
Man könnte auch sagen, dass er einer der Wenigen war, der seiner Zeit weit voraus war und NICHT in schlechten Unterkünften auf sie warten musste.
Emotionen sind die Triebfeder fast all unseres Verhaltens. Und sie sind alle aus guten Gründen entstanden. Diese Fähigkeit teilen wir mit allen Tieren. Und auch viele der Hormone, die dabei oft zur Steuerung genutzt werden (Oxytozin, Adrenalin, Phenylethylamin, Serotonin, …).
Büchertipps:
Warum wir krank werden (Randolph M. Nesse, George C. Williams)
Die Evolution des Menschen (Thomas Junker)
Gruß
Stefan