Was sprach dagegen, das abzuschaffen?

Guten Abend,

früher war das üblich - und auch nicht schädlich - gewesen. mich interessiert, warum das abgeschafft wurde. danke für die Diskussion

Sollen wieder Zeugnisnoten für Ordnung, Betragen, Fleiß und Mitarbeit, für regelmäßigen und unregelmäßigen Schulbesuch eingeführt werden?

hallo.

Sollen wieder Zeugnisnoten für Ordnung, Betragen, Fleiß und
Mitarbeit, für regelmäßigen und unregelmäßigen Schulbesuch
eingeführt werden?

hm… wäre das dann sowas wie die 1 in religion, aber der durchschnitt is trotzdem 3,5? :wink:

an sich keine schlechte idee, die o.g. begriffe halte ich aber für antiquiert. moderner wären begriffe um die schlagworte „soziale kompetenz“ oder „emotionale intelligenz“.

sinnvoll wären solche beurteilungen wohl vor allem für dienstleistungsberufe. ansonsten sollte man sich m.e. nicht zu sehr von solchen noten blenden lassen. „der ist in mathe und informatik zwar super, aber einen arroganten programmierer in schlabberjeans kann ich nicht brauchen“ ist nicht unbedingt der richtige weg :smile:

außerdem müßten die lehrer intensiv geschult werden, um diese - teilweise sehr subjektiven - kriterien überhaupt einigermaßen vorurteilsfrei bewerten zu können.

gruß

michael

Wäre ich absolut dafür (auch wenn ich in Sachen Ordnung bestimmt ne 5 gekriegt hätte…) das würde Mobbing etc. auf jeden Fall etwas eindämmen, denn so wie es momentan an den Schulen ist kann es echt nicht weitergehen.

Naja, bei mir wurden Lehrer schon in der Grundschule von Schülern geschlagen… und ich war nichtmal im Getthobezirk.

Hallo Dirk,

du schreibst, du kommst aus Mitteldeutschland!? Welches der drei Länder meinst du? In Thüringen und Sachsen nämlich gibt es die Kopfnoten wieder. Ich weiß nur von meinem kleinen Bruder, der ein Gymnasium besucht, dass er im vergangenen Jahr erstmals wieder Ziffernnoten bekommen hat. Leider weiß ich momentan nicht, um welche Bereiche es sich da genau handelt, aber das kann ich morgen bei einem Telefonat klären.
Desweiteren wurde ein Kompetenzbogen eingeführt. Zumindest von einigen Lehrkärftne scheint das Ernst genommen zu werden. Im Falle meines Bruder (ein sehr lebhafter Mensch in der Pubertät) gab es einige Zusammenkünfte und Sitzungen wegen dieser Einschätzung. Wenn es dich interessiert, kann ich meinen Kleinen genauer dazu befragen und berichten?!

Gerade noch gefunden: Thüringer Schulgesetz §48 (4) In das Zeugnis werden Bewertungen zur Mitarbeit und zum Verhalten des Schülers aufgenommen; für die Schullaufbahnberatung können ergänzend zum Zeugnis Einschätzungen der persönlichen, fachlichen und sozialen Kompetenzentwicklung des Schülers erstellt werden. Näheres, insbesondere Ausnahmen von Satz 1, wird durch Rechtsverordnung des für das Schulwesen zuständigen Ministeriums geregelt.

Grüße!

nabend,

an sich keine schlechte idee, die o.g. begriffe halte ich aber
für antiquiert. moderner wären begriffe um die schlagworte
„soziale kompetenz“ oder „emotionale intelligenz“.
außerdem müßten die lehrer intensiv geschult werden, um diese

  • teilweise sehr subjektiven - kriterien überhaupt
    einigermaßen vorurteilsfrei bewerten zu können.

sinnvoll ja aber äußerst unrealistisch.
Es streitet sich seit Jahren ein ganzer Pulk von Psychologen was das denn nun eigentlich genau ist. Das ist ein „Wochenend-Fortbildungsseminar“ (aus Kosten-und Zeitgründen) zu basteln ist entsprechend Käse :smile:

Zur Gesamtdiskussion:
Ich bin da etwas gespalten. Einerseits finde ich es für die Schüler selbst eine gute Reflexion ihres Verhaltens und Betragens- andererseits finde ich zb. auch „Ordnung“ ein sehr subjektives Konstrukt. „Betragen“ und „Fleiß“ … ich weiß nicht so recht.
Ich befürchte, dass sich da ein großer Interpretationsspielraum aufmacht, der einen Schüler ganz schnell „aus der Bahn schießen“ kann.
An ein paar flusigen Gedanken demonstriert:
Fleiß in bezug auf Schule:
Hausaufgaben, mündliche Mitarbeit, aktive Teilnahme am Unterricht, Bemühungen ähnliches.
Da fallen mir ziemlich schnell Dinge ein, die dieses Verhalten beeinflussen, jedoch nicht mit „mangelndem Fleiß“ in Verbindung stehen. Beispiel: Ein hyperaktives Kind (ums mal ziemlich deutlich zu malen). Es wird ein Stuhlkreis gebildet- keinem fällt auf, dass alle einen Stuhl haben nur eben die Lehrerin nicht, die noch für Ordnungsorgend in der Mitte steht. Außer eben diesem Kind, das aufsteht und in seiner „überschüssigen“ Art einen Stuhl ranrumpelt und ihr den in die Kniekehle rammt. Dieses Bemühen muss ja erst einmal erkannt werden-
Angesichts der Tatsache, dass es äußerst schwierig ist, da zu differenzieren was was ist -zum einen das Konstrukt selbst: was soll ich eigentlich da bewerten? Und zum anderen das Verhalten der Schüler: in welche Kategorie gehört dies nun?-
bin ich mir nicht sicher, ob da der gewünschte Effekt bei herauskommt.
U.U. gibt es dann zunehmend Einheitsnoten (siehe Religion :smile: )
oder eine Reihe von falsch negativen als auch falsch positiven Bewertungen.
Schlechte Schüler werden durch diese Regelung anzunehmenderweise benachteiligt. Man nehme z.b. einen solchen, wie sie seit Wochen durch die Presse geistern und hat ruckzuck die ohnehin miserable Aussicht auf einen Ausbildungsplatz zusätzlich verschlechtert.
Betrachtet man die Studien zum Zusammenhang zwischen Organisation der Schüler und ihren Schulleistungen wird deutlich, dass besser organisierte Schüler (Ordnung, regelmäßiges Erscheinen, regelmäßige Hausaufgaben, aktive Beteiligung etc.) i.d.R. auch bessere Schulleistungen aufweisen.
Ich sehe die Chancen, die aus solchen Bewertungen entstehen können (positive, negative Verstärker), fürchte jedoch, dass es schnell zu einem Instrument wird, mit dem die „Guten“ belohnt und die „Schlechten“ bestraft werden.

Hi,

früher war das üblich - und auch nicht schädlich - gewesen.
mich interessiert, warum das abgeschafft wurde. danke für die
Diskussion

Sollen wieder Zeugnisnoten für Ordnung, Betragen, Fleiß und
Mitarbeit, für regelmäßigen und unregelmäßigen Schulbesuch
eingeführt werden?

ich gehe mal davon aus, dass du die sog. „kopfnoten“ meinst, wie es sie jetzt zumind. wieder in nrw gibt.

Naja, ich hab da auch schon bericht zum schulanfang gesehn. Natürlich aus einem gymnasium, wo ich das nicht so problematisch finde.

Auf hauptschulen möchte ich als lehrer allerdings nicht gezwungen sein einem schüler ne 5 in betragen etc. zu geben, weil die, die das betrifft vielleicht nicht ganz so nett darauf reagieren…

LG Alex:smile:

michael das ist interessant.

allerdings habe ich bisher noch keinen Zusammenhang zwischen „Noten“ und der tatsächlichen Fertigkeiten (in dem Fachgebiet) finden können, weder in der schulzeit, noch in der Universitätsausbildung.

Wer beispielsweise eine „1“ in einer Klausur fabrizierte (und zuvor davon nichts gewußt hatte), der funktioniert meistens… schulkonform, wenn man jedoch einen Praktiker, der gerade frisch aus den Aufträgen geholt wird und dann in diese ebengleiche Klausur „steckt“, der kommt bestimmt nicht auf eine „1“, die er ja automatisch hätte bekommen können, wenn praktisch-wertvolle inhalte geprüft werden würden…

Ebenso stellte ich (Jahrzehnte nach dem Besuch von Schule und Uni fest), das das dort Gelehrte eine „blinde“ Faktenaneignung war und in keiner Weise, leider (!) Realistätsverwendbar auch nur annähernd ist.

Bei den „Betragen, Fleiss, Mitarbeitsnoten“ stellte ich fest, wenn ich mich so beobachte, daß diese Noten erst – lange Zeit später – als „Sozialkompetenz“ „wirken“, ABER NIEMALS das ein Kind als „Sozialkompetent“ zu bewerten ist! Als Kind musst du dich kloppen, musst du Diplomat sein, musst du Intelligenz anderer Art haben als abgefeimter „Erwachsener“.

Ich hatte da immer so 1- 2 (in Betragen auch mal eine „3“) diese „3“ kam derart zustande (ACHTUNG:!!!) Das Kind hat einen eigenen Kopf und macht was es für richtig hält, ohne dem Lehrer wohlwollend den Kopf zu schütteln.

Es wurden also „Ja-Sager“ gewünscht, was den niedrigen Mittelmenschen produziert, der immerzu das tut, was man ihm sagt. Forscher und Entdecker jedoch, die vom Wege abkommen (müssen) um zu wirken, jedoch unerwünscht waren.

Allerdings halte ich „Ordnung, Fleiss“ als recht sinnvoll. Das könnte den „Gedanken-Kasten“ eventuell eine „Bewertung“ zukommen lassen.

Wobei… der Pauker in seinem Unverstand und Machtpotenzial gehörig die Karriere versauen kann, ehe diese begann. Oftmals passiert das auf Seiten der Pauker, die Ihre eigene Unfähigkeit / Unterwürfigkeitsgehabe auf die Kinder rasseln lassen… Wenn ich mir das so betrachte, welche waren Flaschen wir damals als Pauker in der Schule hatten, würde ich heute noch Strafverfahren und Schadensersatzansprüche in horrenden Summen anstrengen, wenn man nur könnte!

Wenn man es ganz fair nimmt, würde ich keine Noten generell vergeben, ebenso würde ich die Schule mit der 4. Klasse enden lassen, und mit fakultativen Kursbesuchen DEN INTERESSIERTEN BESUCHER eine Entwicklung zukommen lassen.
Wer lesen, schreiben und rechnen kann, der kann den (Folge)-Rest sich selbst erarbeiten und diese Fertigkeiten wurden mit der 4. Klasse abgeschlossen.
Hatte Lomonossow, Aristoteles, daVincy und so fort 13 Schulklassen erleiden müssen…? Bestimmt nicht, sonst wären sie sicherlich einfältiger Natur geblieben.

So jedenfalls mein - rückblickend - eigener Werdegang. Alles andere ist / war Blöff (für den am Leben INTERESSIERTEN Menschen)…

Gerne höre ich gegenteilige Auffassungen.

In welcher Zwicklage befindet sich heute ein Lehrer, was hindert einen Lehrenden Menschen daran, das anders anzugehen, das man mit Interesse (diese man einbringen möchte) in die Penne rennt?

Also ich entsinne mich, das derjenige der damals die Penne geschwenzt hat (Rodeln aufn Berge ging), jetzt vom Feinsten lebt … wogegen der Streber und Einsenschreiber nicht mehr über der Erde ist…

Danke dir!

wenn ich mich GENAU entsinne passiert doch mein „Beurteilen“ das Folgende:
man kann nur einen Menschen beurteilen aus seinen eigener Sichtweise. die sichtweise ist eim MIx aus eigenem Erleben… Erfahrungen und Durchlebten… Jeder beurteilt anders (!! he: meine Pauker, die kammen leider alle halbe Jahre neu in die Klasse, habe mich völlig entgegengesetzt im Schulklassenendzeugnis beurteilt!!)

wenn ich heute meine Mitarbeiter beurteile, ist mir unangenehm; denn ich bin in der ungünstigen Lage das man mir aus jedem Wort eine Unzahl von Wörtern schreiben könnte… Hermeneutik lässt grüssen…

Du stehst doch eigentlich bei dem Schüler vor 2 Problemen:

    1. versauste ihm den Werdegang aufgrund pobeliger Zensuren
    1. he, vielleicht haste da ein Einstein vor dir, der es zu primitiv empfinden den schwachgeistigen Unterricht nicht folgen zu können und deswegen 3 und 4 baut…
  • oder du hast echt einen faulen Menschen vor dir, aber wie willste das anstellen, das die Sippe dich nicht 10 jahre später vergiftet?

die wundervollen Theorien, wie gut sind diese aufbewahrt bei denen, die das nicht „an der Front“ ausbaden müssen, bzw. anwenden müssen…

In das

Zeugnis werden Bewertungen zur Mitarbeit und zum Verhalten des
Schülers aufgenommen; für die Schullaufbahnberatung können
ergänzend zum Zeugnis Einschätzungen der persönlichen,
fachlichen und sozialen Kompetenzentwicklung des Schülers
erstellt werden. Näheres, insbesondere Ausnahmen von Satz 1,
wird durch Rechtsverordnung des für das Schulwesen zuständigen
Ministeriums geregelt.

Grüße!

Gibt es die erst seit diesem Schuljahr? (schade…)

Hallo,

wenn ich mich GENAU entsinne passiert doch mein „Beurteilen“
das Folgende:
man kann nur einen Menschen beurteilen aus seinen eigener
Sichtweise. die sichtweise ist eim MIx aus eigenem Erleben…
Erfahrungen und Durchlebten… Jeder beurteilt anders (!! he:
meine Pauker, die kammen leider alle halbe Jahre neu in die
Klasse, habe mich völlig entgegengesetzt im
Schulklassenendzeugnis beurteilt!!)

Ich habe ja nicht gesagt, dass ich die Ziffernnoten für gut heiße :smile:)
Ich denke, jede Notengebung ist subjektiv, es zählt eben nicht nur objektivierte Leistung, sondern auch persönliches Empfinden. Mir kann keiner erzählen, dass er vollkommen wertneutral eine Benotung durchführenkann - das würde ich mir gar nicht anmaßen zu behaupten.

wenn ich heute meine Mitarbeiter beurteile, ist mir
unangenehm; denn ich bin in der ungünstigen Lage das man mir
aus jedem Wort eine Unzahl von Wörtern schreiben könnte…
Hermeneutik lässt grüssen…

Du stehst doch eigentlich bei dem Schüler vor 2 Problemen:

    1. versauste ihm den Werdegang aufgrund pobeliger Zensuren
    1. he, vielleicht haste da ein Einstein vor dir, der es zu
      primitiv empfinden den schwachgeistigen Unterricht nicht
      folgen zu können und deswegen 3 und 4 baut…

Wenn ich recht informiert bin (ich frage dann gleich mal zu Hause nach), gibt es die Kopfnoten nur bis zur 10. und stehen nicht auf dem Abschlusszeugnis. Also sind sie im Grunde auch kein Instrument zur Disziplinierung.

Kurz vor meiner Schulzeit gab es noch Noten für Ordnung und so. Dass finde ich ja mal ganz widerlich. Es soll wirklich Menschen geben, die ein total offensichtlichen Chaos veranstalten, aber damit sehr gut klar kommen. Auch Mitarbeit ist ja immer relativ. Muss ich einem, der zu allem und jedem einen Kommentar abgibt, eine 1 geben, und dem, der nur hin und wieder mal was richtig sinnvolles sagt und ansonsten ruhig ist eine 5?!

Ziffernnoten in diesen Gebieten sind niemals objektiv, niemals valide, niemals reliabel. Und damit wiedersprechen sie eigentlich der grausten Theorie und dem gesunden Menschenverstand.

Oder?!

Grüße!

Hallo

Ich hatte das *Glück* in den ersten sechs Schuljahren eine Kopfbenotung zu erhalten. Und kann es nur bestätigen, dass gute doppelt belohnt und schlechte doppelt gestraft werden.

Ich war eine Schülerin, die Schwierigkeiten mit der Ordnung hatte.
das äußerte sich in fehlende Arbeitsmittel, unpünktliches Erscheinen, fehlende Hausaufgaben etc.

Das sorgte dann dafür, dass ich nur mittelmäßige Leistungen erbringen konnte und auf dem Zeugnis standen zu den mittelmäßigen Noten in den Fächern noch schlechte Noten in Ordnung und Fleiß

Wobei ich die schlechte Note in Fleiß immer unberechtigt fand. Jemand der ohne regelmäßige Hausaufgaben und vollständige Arbeitsmaterialien mittelmäßige Leistungen bringen konnte, zeigt eigentlich besonderen Fleiß.

Nicolle

Hallo

Sollen wieder Zeugnisnoten für Ordnung, Betragen, Fleiß und
Mitarbeit, für regelmäßigen und unregelmäßigen Schulbesuch
eingeführt werden?

Warum nicht. Sicher ist eine gewisse Willkür bei der Vergabe der Kopfnoten nicht auszuschließen. Aber zieht man dazu nicht sowas wie ein „Kriterienkatalog“ heran?

Ich kenne dir Kopfnoten so:

Ordnung: ob alle Materialien vorhanden sind, Hefterführung
Betragen: = Disziplin, nicht schwatzen im Unterricht, nicht über Tische und Bänke in den Pausen
Fleiß: halte ich bedingt in der Grundschule sinnvoll, ansonsten würde ich diese Kategorie aussortieren.
Mitarbeit: wie oft man sich meldet, aber nicht nur, sondern auch: ob man im Unterricht ansprechbar ist, d.h. ob man mitdenkt, leicht erkennbar, wenn man gefragt wird (hat nichts damit zu tun, ob man die richtige Antwort bringt)

Ich halte das für sehr sinnvoll, gibt es doch einen Anreiz, „sich zusammenzu reißen“. Auch, wenn dem ein oder anderen das ein oder andere schwer fällt. Das halte ich für keine Entschuldigung. Der eine lernt Sprachen schlecht, aber deswegen werden Sprachen bzw. deren Benotung nicht gleich abgeschafft.
Kopfnoten werden außerdem nicht von einem Lehrer vergeben, sondern in der Konferenz von den beteiligten Lehrern. Das macht die Sache um einiges objektiver, da die Noten gemeinsam besprochen werden und verschiedene Verhaltensweisen einbezogen werden: arbeitet jemand in Deutsch kaum mit, weil er das Fach nicht mag, dafür aber in Mathe, ergibt sich als Kopfnote das Mittel der Bewertung der jew. Lehrer.

Außerdem kann man auf die Vergabe von Kopfnoten verzichten, mit sich mit entsprechenden Zeugnissen, was zumindest vor einigen Jahren in bestimmten Ländern gängige Praxis war.

Manche haben gute Erfahrungen mit Kopfnoten, andere schlechte. Aber diese Eindrücke sind stark subjektiv. Manche halten sich in jeder mündlichen Prüfung für besser, als sie tatsächlich waren. Dieser Effekt ist ganz natürlich. Ich glaube auch an keine Verschwörung der Lehrer, die dem Schüler eine fette 4 aufdrücken, weil er sich schlecht benommen hat, obwohl sein Benehmen einer 3 entsprach. Und wenn jemand mit einer dieser Kategorien Probleme hat, dann geben Kopfnoten zumindest einen Anreiz, die Dinge nicht bewusst schleifen zu lassen.

punkt

Hallo Nicole

Ich war eine Schülerin, die Schwierigkeiten mit der Ordnung
hatte.
das äußerte sich in fehlende Arbeitsmittel, unpünktliches
Erscheinen, fehlende Hausaufgaben etc.

Wo siehst du denn die Gründe darin? Hau mich, aber irgendwie verstehe ich nicht, wie man in diesen Dingen so „vergesslich“ sein kann, dass man dafür eine weniger gute Kopfnote erhält. Gegen fehlende Arbeitsmaterialien genügt ein abendlicher „Ranzencheck“, gegen fehlende HA ist der „Hausaufgabencheck“ sinnvoll. Hat es bei dir trotzdem nicht geklappt?

Das sorgte dann dafür, dass ich nur mittelmäßige Leistungen
erbringen konnte und auf dem Zeugnis standen zu den
mittelmäßigen Noten in den Fächern noch schlechte Noten in
Ordnung und Fleiß

Wo siehst du denn die Gründe darin?

punkt

Das sehe ich auch so, jedoch die Softwarelösung, die die Universität bestitzen, auf deren Grundlage ein Diplomabschluss „generiert“ wird, sieht das ganz anders…

Es stimmt, wer viel sch… labert, dem Lehrer arschkrie… zupostet, der bekommt was er will: ne eins.
erfahrungsgemäß sind die ja dann auch bestenfalls aus der Firma schnellstmöglich entfernt, da diese ja umfallen, wenn es was zu tun (richtig zu tun) gibt.
Ich war selbst sehr erstaunt, als ich das selbst miterlebte:frowning:

schön war das - wir hatten dann auch gleich Ruhe gehabt und konnten wieder was in die Wege bringen, was unserem Kunden Freude bereitete…

Zu deinem Teil der Antwort: wie kommt es dann, das selbst in (scheinbar) höhreren Bildungsabschlüssen (äh wohl besser „Vergehen“) dennoch an „Noten“ festgehalten wird? Vermutlich aus Unfähigkeit und Bequemlichkeiten.

Ziffernnoten in diesen Gebieten sind niemals objektiv, niemals
valide, niemals reliabel. Und damit wiedersprechen sie
eigentlich der grausten Theorie und dem gesunden
Menschenverstand.

Oder?!

Grüße!

… ich kann einen „wegloben“
… ich kann auch einen „schlechtmachen“

beide aktionen kann ich mit entgegengesetzter Absicht ausführen, dabei ist die eigentliche Absicht des Beurteilenden nicht erkennbar, da sie durchaus erst an 3. oder 4. Postition ausfindig zu machen ist.
Es kann komplett von der z Beurteilenden Person getrennt vonstatten gehen und gewünscht werden…

und was ist jetzt NACH der Penne daraus geworden…?

erfahrungsgemäß habe ich dann genau den entgegengesetzten Entwicklungsweg erlebt: der der etwas schusselig schien, jetzt der Dr. habil ist und der olle Streber von damals sich jetzt bei der strassenreinigung wiederfand…

Anmerkung: mir scheint das (oh! ich bin ja jetzt schlauer und „gebildeter“, also muss ich jetzt auch protzen): als Schul-Marketing zu riechen:

  • MARKENbildung auf dem Schulhof und Imageproduktion gegenüber dem Pauker: wer gutes Image (aber ein scheisstyp) produziert, der kann sich derweil ausruhen. Wer einmal (!) miesdraufwar, der hat verschissen auf Schulzeiten hinaus, oder?

Ich erlaube mir mal ungefragt zu antworten- ich diskutier halt so gern mit punkt :smile:)))

Ich war eine Schülerin, die Schwierigkeiten mit der Ordnung
hatte.
das äußerte sich in fehlende Arbeitsmittel, unpünktliches
Erscheinen, fehlende Hausaufgaben etc.

Wo siehst du denn die Gründe darin? Hau mich, aber irgendwie
verstehe ich nicht, wie man in diesen Dingen so „vergesslich“
sein kann, dass man dafür eine weniger gute Kopfnote erhält.
Gegen fehlende Arbeitsmaterialien genügt ein abendlicher
„Ranzencheck“, gegen fehlende HA ist der „Hausaufgabencheck“
sinnvoll. Hat es bei dir trotzdem nicht geklappt?

Das sind Dinge, die man lernen muss. Sowohl die eigene Überprüfung, als auch den „Fehler“ (die nicht gemachte HA zb) bei Erkennen auch zu korrigieren.
Ich bezweifel mal einfach, dass Du in der 2. Klasse von Dir aus in den Ranzen geschaut hast, um zu sehen, ob Du für den nächsten Tag alles dabei hast. Viel mehr ist es ein Verhaltensmodell- das Deine Eltern oder Geschwister mit Dir eingeübt haben. Erst gemeinsam, dann über das dran erinnern, später eigenvarantwortlich.
Es ist ja richtig, was Du sagst- nur, braucht man, um diese und andere Dinge zu lernen halt das entsprechende Umfeld. Und das haben einfach nicht alle Schüler. Ich fürchte, dass das was Du teilweise als „selbstverständlich“ erachtest, bei vielen vielen anderen nicht selbstverständlich ist, weil sie nicht in den Genuss gekommen sind, diese Verhaltensstrategien zu erlernen.
Damit stehen wir vor der Frage, wen wir mit einer „Ordnungsnote“ denn nun eigentlich benoten? Benote ich (in der Grundschule, wo Verhaltensnoten schlichtweghäufiger sind) tatsächlich das Kind, wenn es in puncto „Ordnung“ zb. eine 4 bekommt? Oder dessen Eltern und mich selbst als Lehrer? Weil es mir/ihnen zb. nicht gelingt den Sinn von „Ordnung halten“ zu vermitteln, oder einfach kein Interesse dafür da ist. Wenn man es böse formulieren will, bestrafe ich einen Zweitklässler mit einer 5 in „Ordnung“ für das Desinteresse oder die Fahrlässigkeit oder Unfähigkeit der Eltern *denk*
Wer in der Grundschule das Lesen/ schreiben/ Grundrechenarte nur spärrlich erlernt, wird damit immer Probleme haben-
Analog, behaupte ich, gilt dasselbe für Verhaltensnoten.
Es bedarf in solchen Fällen also einen Lehrer, der auf diese Defizite eingeht. Mit dem Schüler zusammen Strategien entwickelt, ähnlich wie in einem Mathe-Förderkurs, diese Dinge nachholt…
Damit gerieten Lehrer noch mehr als ohnehin schon in die Rolle des Erziehenden statt des Lehrenden- eher Sozialarbeit.
Natürlich passiert dies alles schon in kleinerem Maßstab.
Aber wenn ich die Leistungen Deutsch, Mathe, Musik bewerte, bewerte ich Leistungen, die der Schüler bei mir als Lehrer theoretisch hat lernen können. Note = Maß für Lernerfolg gemessen an dem was potentiell gelernt werden hätte können. Bewerte ich Ordnung, Betragen oder andere Verhaltensweisen, müsste ich die auch vermitteln und Schüler mit Defiziten fördern…

Anmerkung
Bei uns wurde alles (!!!) solange gemacht, bis alles ohne fehler war und alles vollständig vorhanden war.

das ergebnis in der entwicklung so stelle ich fest:

exaktheit ohne ende
aber: leider weniger kreativ und mutiger

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Bei uns wurde alles (!!!) solange gemacht, bis alles ohne
fehler war und alles vollständig vorhanden war.

das ergebnis in der entwicklung so stelle ich fest:

exaktheit ohne ende
aber: leider weniger kreativ und mutiger

Kann ich von mir nicht behaupten. Vielmehr kann ich mich sehr gut organisieren.

Sehe ich ähnlich. Sprechen wir von der Grundschule? Daran kann ich mich kaum erinnern. Vielleicht sind Nicoles Erinnerungen dann erst recht verzerrt.