Was sprach dagegen, das abzuschaffen?

Die Tendenz scheint mir vermutlich immer dahin zu gehen, zu der Vorbewertung, also wenn 4 dann kanns ja nicht sonderlich besser benotet werden, was soll ich denn machen, den Vordozenten als Schlechtbewerter hinstellen, wenn ich gut bewerten möchte…?

würde ich selbst als bewerter dastehen, dann würde ich mich immer fragen: mensch junge woran hat es denn gelegen so eine 4 zu haben, hastn schlechten tag gehabt, was ist nur los…, ich würde immer nach bestem willen benoten, denn so desinteressiert kann kaum einer sein…

Ich glaube auch an

keine Verschwörung der Lehrer, die dem Schüler eine fette 4
aufdrücken, weil er sich schlecht benommen hat, obwohl sein
Benehmen einer 3 entsprach. Und wenn jemand mit einer dieser
Kategorien Probleme hat, dann geben Kopfnoten zumindest einen
Anreiz, die Dinge nicht bewusst schleifen zu lassen.

punkt

regelmäßiges Erscheinen
ich entsinne mich:

bei 3maligem NICHT-„regelmäßiges Erscheinen“ gab es einen Verweis, das hieß glaube ich: Schulrauswurf. Ist aber schon 20 Jahre her

Stufen-Reihenfolge:

  • eintragung ins Hausaufgabenheft (Schüler stört, war nicht erschienen)
  • dann tadel
  • dann tadel
  • jetzt Verweis

irgendwann das Todes-Urteil: Schulverweis

genial:smile:
Irgenwie eine „echte Herausforderung“ die man erstmal annehmen muß! Wer soetwas entwickelt hat…?

Die Tendenz scheint mir vermutlich immer dahin zu gehen, zu
der Vorbewertung, also wenn 4 dann kanns ja nicht sonderlich
besser benotet werden, was soll ich denn machen, den
Vordozenten als Schlechtbewerter hinstellen, wenn ich gut
bewerten möchte…?

Innerhalb eines Schuljahres ist das durchaus angebracht. Nach den Halbjaheszeugnissen werden alle anderen Noten ja auch nicht auf Null gestellt.
Was meinst du mit Vordozenten? Einer, der das Fach zuletzt unterrichtet hat? Das steht doch gar nicht zur Debatte, da unproblematisch. Die Mathenote vom letzten Jahr interessiert auch keinen. Fakt ist, was der Schüler in jenem Jahr fabriziert. Soviel Beobachtungsgabe traue ich jeden Lehrer zu, dass er nach den Sommerferien bei Null beginnt und Verbesserungen wahrnimmt. In wievielen Stufen eine Note dann nach oben geht, kann man natürlich nicht sagen.

würde ich selbst als bewerter dastehen, dann würde ich mich
immer fragen: mensch junge woran hat es denn gelegen so eine 4
zu haben, hastn schlechten tag gehabt, was ist nur los…,
ich würde immer nach bestem willen benoten, denn so
desinteressiert kann kaum einer sein…

Du wirfst gerade alle Kategorien in einen Topf. Natürlich gehört sich die Frage gestellt, woran es denn gelegen hat. Das allein rechtfertigt aber keine Besserbewertung. Vielmehr müssen Maßnahmen ergriffen und Erfolge belohnt werden.

Sehe ich ähnlich. Sprechen wir von der Grundschule? Daran kann
ich mich kaum erinnern. Vielleicht sind Nicoles Erinnerungen
dann erst recht verzerrt.

äh
ich finde Nicoles Erinnerungen nicht die Bohne verzerrt.
Und in ihrem Beitrag bezog sich die Benotung auf die Klassen 1 bis 6
(also Grundschule und Orientierungsstufe).

„6 setzen punkt“ :smile:
liest Du das nochmal.
Mein Beitrag unterstützte die Aussagen von Nicole.

äh
ich finde Nicoles Erinnerungen nicht die Bohne verzerrt.
Und in ihrem Beitrag bezog sich die Benotung auf die Klassen 1
bis 6
(also Grundschule und Orientierungsstufe).

Stimmt, ich habe nicht den ganzen Thread gelesen. Allerdings ist Nicole der Überzeugung, dass nachlässige Schüler doppelt bestraft würden und gute doppelt belohnt. Diese Aussage kann nur subjektiv sein und gehört für mich in keine Diskussion. Eine Verzerrung sehe ich darin, dass Nicole nur ahnen kann, inwiefern gute belohnt werden, da es auf sie offensichtlich selbst nie zutraf. Hätte es auf sie zugetroffen, würde sie vielleicht nicht auf die Idee kommen, ihr würden die Noten hinterhergeschmissen, nur eine Vermutung, muss nicht stimmen.
Im Übrigen ist in dieser Hinsicht Schule generell ungerecht. Da an die weniger schlauen dieselben Anforderungen gestellt werden, wie an Geistesblitze. Die weniger schlauen müssen sich immer mehr bemühen, um dieselbe Note zu bekommen wie der Geistesblitz. Hier sind also alle ungerecht behandelt außer der stetig Klassenbeste (welche nicht zwangsläufig der cleverste ist, vielleicht der fleißigste oder beides).
Ich halte von solchen Argumentationen a la „Das ist ungerecht, weil ICH… etc. pp“. nicht viel. Sicher hat Nicole auch ihre Stärken und konnte punkten, vielleicht auch erst im Leben nach der Schule. Keiner ist permanent Opfer.

Stimmt, ich habe nicht den ganzen Thread gelesen. Allerdings
ist Nicole der Überzeugung, dass nachlässige Schüler doppelt
bestraft würden und gute doppelt belohnt. Diese Aussage kann
nur subjektiv sein und gehört für mich in keine Diskussion.

Die Aussage bezog sich auf meinen Absatz (12.8. 3:49):

Betrachtet man die Studien zum Zusammenhang zwischen Organisation der :Schüler und ihren Schulleistungen wird deutlich, dass besser :organisierte Schüler (Ordnung, regelmäßiges Erscheinen, regelmäßige :Hausaufgaben, aktive Beteiligung etc.) i.d.R. auch bessere :Schulleistungen aufweisen.
Ich sehe die Chancen, die aus solchen Bewertungen entstehen können :frowning:positive, negative Verstärker), fürchte jedoch, dass es schnell zu :einem Instrument wird, mit dem die „Guten“ belohnt und die :„Schlechten“ bestraft werden.

…Der nur eine Überlegung darstellt.
Sie hat diese -natürlich subjektiv aus ihrer Sicht- bestätigt.
Die Ergebnisse solcher Studien sind jedoch weniger subjektiv, daher gehört es, finde ich, sehr wohl in diese Diskussion. Und zwar in der Variante es kann, nicht es muss.

Dass Geistesblitze sich weniger bemühen müssen oder Noten evtl gar nicht die tatsächlichen Fähigkeiten auf dem Gebiet erfassen (kam irgendwo oben vor) etc. finde ich wiederum ist Peripherie.

Es geht darum, dass Korrelationen zwischen Schülerorganisation und Schülerleistung bestehen und so schlechter organisierte Schüler tendenziell eher schlechtere Schulleistungen und besser organisierte tendenziell bessere Schulleistungen aufweisen.
[siehe zb. Arnold, K.-H. & Vollstädt, W.(2001). Arbeits- und Sozialverhalten in der Schule. Möglichkeiten und Grenzen ihrer Beurteilung durch „Kopfnoten“. – In: die Deutsche Schule 93(2001)2, S. 199 – 209.]

Erweitert um die Frage, wen oder was benote ich mit Kopfnoten eigentlich tatsächlich?
Und inwieweit muss sich das Lehrangebot ändern, wenn die Note den Lernerfolg des vermittelten Stoffes symbolisiert?

H wie Hola.

an sich keine schlechte idee, die o.g. begriffe halte ich aber
für antiquiert. moderner wären begriffe um die schlagworte
„soziale kompetenz“ oder „emotionale intelligenz“.

Genau das ist wohl ein grundlegendes Problem. Solche lachhaften, überladenen Begriffe - Worthülsen - den eindeutigen und relativ leicht im Schulalltag zu definierenden Werten/Tugenden/Selbstverständlichkeiten wie Fleiß, Ordnung, Betragen und Mitarbeit vorzuziehen.

Mein Gangnachbar (studiert Sozialpädagogik) meint immer mit seiner Berliner Schnauze, man müßte heute noch genau die Leute dafür erschießen, sich solche stumpfsinnigen Begriffe ausgedacht zu haben, oder zumindest diese Fachbegriffe in die allgemeine Sprache hineingebracht zu haben.

Man kann nur immer wieder anmerken: Natürlich ergeben solche Zensuren nur dann einen Sinn, wenn das Umfeld und das Bildungssystem als solches stimmt.

Die immer wieder angeführten Gedankgen dagegen sind, genau genommen, müßig. Sie sorgen für die Aufblähung einer Diskussion, die vom gesunden Menschenverstand her keine sein dürfte. Wenn das ganze Lern- und Lehrklima stimmt, sind auch Zweifel an größflächig objektiver Notenvegabe schlichtweg überflüssig.

Hier wird ein Muster unterstellt, was tendenziell böse Untertöne birgt, denn es wird stets der Eindruck erweckt, daß flächendeckend so gut wie kein Lehrer auch nur entfernt in der Lage wäre, vernünftig Zensuren zu erteilen.

außerdem müßten die lehrer intensiv geschult werden, um diese

  • teilweise sehr subjektiven - kriterien überhaupt
    einigermaßen vorurteilsfrei bewerten zu können.

Normalerweise eben nicht - siehe oben.

Für solche Angelegenheiten wieder einen giganten bürokratischen Aufwand in Sachen „Fortbildung“ aufzubauen, zeigt nur, wie krank das System als solches wirklich ist.

Den Begriff „(Aus-)Bildungssystem“ sollte man zur Abwechslung verbannen und durch „(Aus-)Bildungschaos“ ersetzen.

Ahoi

Wo siehst du denn die Gründe darin? Hau mich, aber irgendwie
verstehe ich nicht, wie man in diesen Dingen so „vergesslich“
sein kann, dass man dafür eine weniger gute Kopfnote erhält.
Gegen fehlende Arbeitsmaterialien genügt ein abendlicher
„Ranzencheck“, gegen fehlende HA ist der „Hausaufgabencheck“
sinnvoll. Hat es bei dir trotzdem nicht geklappt?

Genau das ist doch das, was weiter unten angemerkt wurde, die Note in Ordnung hätte mein Vater bekommen müssen, der mich von Anfang an sehr selbständig erzog, was zur Folge hatte, dass ich desöfteren überfordert war.

Mein Vater meinte halt, ich müßte selber an meine Arbeitsmaterialien denken und an die Hausaufgaben. Schule war mein Aufgabenbereich und Arbeit Seins.

Und das Problem fing schon in 1. und 2. Klasse an, und hat sich bis heute nicht wirklich gebessert. (Nur leidet meine Arbeitsleistung nicht mehr unter meine mangelnde Organisation)

Nicolle

Die Aussage bezog sich auf meinen Absatz (12.8. 3:49):

Betrachtet man die Studien zum Zusammenhang zwischen Organisation der :Schüler und ihren Schulleistungen wird deutlich, dass besser :organisierte Schüler (Ordnung, regelmäßiges Erscheinen, regelmäßige :Hausaufgaben, aktive Beteiligung etc.) i.d.R. auch bessere :Schulleistungen aufweisen.
Ich sehe die Chancen, die aus solchen Bewertungen entstehen können :frowning:positive, negative Verstärker), fürchte jedoch, dass es schnell zu :einem Instrument wird, mit dem die „Guten“ belohnt und die :„Schlechten“ bestraft werden.

…Der nur eine Überlegung darstellt.
Sie hat diese -natürlich subjektiv aus ihrer Sicht- bestätigt.
Die Ergebnisse solcher Studien sind jedoch weniger subjektiv,
daher gehört es, finde ich, sehr wohl in diese Diskussion. Und
zwar in der Variante es kann, nicht es muss.

Dass Geistesblitze sich weniger bemühen müssen oder Noten evtl
gar nicht die tatsächlichen Fähigkeiten auf dem Gebiet
erfassen (kam irgendwo oben vor) etc. finde ich wiederum ist
Peripherie.

Es geht darum, dass Korrelationen zwischen Schülerorganisation
und Schülerleistung bestehen und so schlechter organisierte
Schüler tendenziell eher schlechtere Schulleistungen und
besser organisierte tendenziell bessere Schulleistungen
aufweisen.
[siehe zb. Arnold, K.-H. & Vollstädt, W.(2001). Arbeits- und
Sozialverhalten in der Schule. Möglichkeiten und Grenzen ihrer
Beurteilung durch „Kopfnoten“. – In: die Deutsche Schule
93(2001)2, S. 199 – 209.]

Erweitert um die Frage, wen oder was benote ich mit Kopfnoten
eigentlich tatsächlich?
Und inwieweit muss sich das Lehrangebot ändern, wenn die Note
den Lernerfolg des vermittelten Stoffes symbolisiert?

Genau!! es wurde *wissenschaftlich* überlegt, ob Kopfnoten die Schüler zusätzlich durch die schon vorhandenen Noten in den einzelnen Fächer doppelt *kritisieren*

Dem wollte ich zustimmen und ein Beispiel geben.

Ich habe allerdings nicht nur *Nachteile* von dem damaligen Notensystem gehabt. Meine Mitarbeit wurde nach der 1. Klasse ja immer mit gut oder sehr gut bewertet. Eine gute Mitarbeit ist ein Indiz dafür, dass ich da nicht nur meine Zeit absitze, sondern auch etwas lerne, wobei der Lernerfolg ja dann in den einzelnen Fächern auch zusätzlich bewertet wird.

Bei der Analyse meiner Zeugnisse komme ich zu dem Schluss, das die Kopfnoten den Vorteil haben, dass man herausfinden kann, woran es liegt, wenn ein Schüler gute oder schlechte Leistungen bringt.

Das Problem aber ist, dass Kinder in der Grundschule nicht verstehen. Sie sehen Noten auch nicht als Kritik und Hinweis, wo sie arbeiten müssen. Kinder sehen Noten als starre Bewertung.

Nicolle

H wie Hola.

Das Problem aber ist, dass Kinder in der Grundschule nicht
verstehen. Sie sehen Noten auch nicht als Kritik und Hinweis,
wo sie arbeiten müssen. Kinder sehen Noten als starre
Bewertung.

Eine sehr gewagte Behauptung, die man getrost verneinen kann. Wenn es soweit gekommen ist, daß die Schüler es als ein „Starres von oben“ sehen, sollte man sich ernsthaft am Kopf kratzen. Falls halbwegs fair benotet wird - übrigens mehrheitlich die Realität - und das Lernklima stimmt (stimmen würde), so bewirken Zensuren etwas scheußlich Subtiles, was ich ungemein mag: Sie zeigen dem Schüler, wo er steht.
Schlechte Noten fungieren als Hammer auf den Kopf, gute Noten als Belohnung. Nebenbei sind Kopfnoten für sich nicht wirklich des Pudels Kern. Es sollte wieder eingeführt werden, daß auf dem Zeugnis mit den Zensuren auch eine distanzierte, vom Klassenlehrer formulierte, kurze, prägnante, treffende und aspektreiche Beurteilung des Schülers vermerkt wird. Bei Gelegenheit versuche ich einmal, ein entsprechendes DDR-Zeugnis als Zeitzeugen zugänglich zu machen.

Wie gesagt, hier wird bereits im ganzen Thema - wie auch sonst gerne in dem Brett - eine Haltung unterstellt, die ich als fatal empfinde: der Generalverdacht von schlechter Benotung in deutschen Schulen.
Davon sollte man sich tunlichst distanzieren, selbst wenn man einst „Opfer“ von ein paar schwierigen Lehrern wurde. Solche Erfahrungen alleine taugen nichts für eine systemweite Kritik.

Wenn kein Schindluder mit den Kopfnoten getrieben wird, können sie nur hilfreich sein. Und selbstverständlich - entgegen dem hier erzeugten Eindruck - schlägt sich bspw. die Zensur „Ordnung“ nicht nur in den Arbeitsmitteln etc. nieder. Man kann problemlos viele Facetten im Unterricht selbst finden. Beispielsweise ein Projekt oder eine Gruppenarbeit. Hier geht schnell geregeltes Arbeiten über den Jordan, wenn die Kinder ihren Kram nicht ordentlich halten. Auch das ist Ordnung. Und selbstverständlich sollen die Kopfzensuren auch den Eltern signalisieren, was falsch respektive richtig läuft. Das ist kein Gegenargument, sondern spricht sogar sehr für die Kopfzensuren. Es ist schlicht unlogisch, daß Prinzip/System zu kritisieren, wenn als Argument das Versagen der daran Beteiligten herangezogen wird. Dann bekommt das Kind eben vergleichsweise schlechte Zensuren - wenn die Eltern es spätestens dann nicht merken, ist doch sowieso bereits viel verloren, um nicht zu sagen alles. Beispiele von regelrechter Vernachlässigung oder dergleichen sind müßig und leisten für die Sachdiskussion nichts.

MfG

H wie Hola.

allerdings habe ich bisher noch keinen Zusammenhang zwischen
„Noten“ und der tatsächlichen Fertigkeiten (in dem Fachgebiet)
finden können, weder in der schulzeit, noch in der
Universitätsausbildung.

Tollkühne Behauptung. Man sollte sich hüten, blind irgendwelche Zeiten gegeneinanderzustellen. Und ich kann getrost sagen, daß bei uns sehr wohl die Zensuren einen guten, realistischen Spiegel darstellten. Dies wurde allerdings immer weniger, je weiter man sich im System nach oben bewegte. Der Gipfelpunkt ist die **heutige** Bewertung in der Uni: Fächer, die man ein Jahr lang mit viel Fleiß und Schweiß, viel Arbeitsaufwand absolviert, werden in ihrer Note auf ein 3-Stunden-Zeitfenster irgendwann irgendwo reduziert. Vorarbeit egal, Leistungen über das Jahr egal, Tagesform fraglich, Klausuraufgaben fraglich. Man fühlte die Willkür dicht im Nacken. Zumindest im Grundstudium war das eine unglaubliche Belastung mit einer solchen weltfremden Bewertung, wenn man in der Schule immer hart jedoch fair gehandelt wurde.

Und diese Diskussion „praktische Fertigkeiten blablablablabla“ braucht man bitte hier nicht aufmachen. Hundertausendmal durchgekaut und immer wieder das gleiche. Dieses „Argument“ der praktischen Anwendbarkeit ist einfach keines, es ist polemisch, es ist das, was man immer am Stammtisch gröhlen hört.

Wer beispielsweise eine „1“ in einer Klausur fabrizierte (und
zuvor davon nichts gewußt hatte), der funktioniert meistens…
schulkonform,

Oder er hat einfach einmal endlich gelernt und ein Ding rausgehauen.

wenn man jedoch einen Praktiker, der gerade
frisch aus den Aufträgen geholt wird und dann in diese
ebengleiche Klausur „steckt“, der kommt bestimmt nicht auf
eine „1“, die er ja automatisch hätte bekommen können, wenn
praktisch-wertvolle inhalte geprüft werden würden…

Siehe oben. Müßige, überflüssige und schlicht sinnlose Polemik.
Was ist bitte schön ein Praktiker? Abgesehen davon, daß der „Praktiker“ an sich in Richtung Aussterben tendiert und noch stärker tendieren wird, ist es nicht Aufgabe der Schule, Inhalte einer Lehre zu vermitteln.

Darüber hinaus gibt es trotzdem praktische Aspekte, die durchaus an Schulen vermittelt werden - mit dem Ziel, Einblicke zu gewinnen, absolute Grundlagen zu legen et cetera.

Ebenso stellte ich (Jahrzehnte nach dem Besuch von Schule und
Uni fest), das das dort Gelehrte eine „blinde“ Faktenaneignung
war und in keiner Weise, leider (!) Realistätsverwendbar auch
nur annähernd ist.

Kann ich absolut nicht nachvollziehen und auch subjektiv wie objektiv nicht bestätigen.

Wenn Du das so siehst, feststellst und/oder erlebt hast, bist Du in logischer Konsequenz an keinen guten Schulen mit keinen guten Lehrern gewesen. Ich könnte zu Deinem Sprüchlein glatt das Gegenteil behaupten und sogar belegen (sofern ich meine alten Hefter hier hätte).

Ich hatte da immer so 1- 2 (in Betragen auch mal eine „3“)
diese „3“ kam derart zustande (ACHTUNG:!!!) Das Kind hat einen
eigenen Kopf und macht was es für richtig hält, ohne dem
Lehrer wohlwollend den Kopf zu schütteln.

Wie gesagt, müßige Argumentation. Einzelfälle, subjektive schlechte Erfahrungen auf Grund von fragwürdigen Entscheidungen durch einzelne Lehrer sind nichts, womit sich am Grundprinzip rütteln läßt. Schlichter Denkfehler, weil genau falsch herum: Es ist nicht das Problem der Kopfzensuren, wenn das zuständige Personal (bei Dir) gerade einmal total daneben ist.

Es wurden also „Ja-Sager“ gewünscht, was den niedrigen
Mittelmenschen produziert, der immerzu das tut, was man ihm
sagt. Forscher und Entdecker jedoch, die vom Wege abkommen
(müssen) um zu wirken, jedoch unerwünscht waren.

Ich frage mich echt, wo Du zur Schule gegangen bist. Bspw. die ehemalige DDR demonstierte in bezug auf das Bildungssystem *unfreiwillig* extremen philosophischen Tiefgang. Weltbild war der allseits gebildete, hochqualifizierte, denkende, freiheitliche - eben sozialistische - Mensch. So wurde auch das System angelegt. Die Folge war aber - natürlich schlug die versuchte Ideologisierung genauso fehl wie im Westen -, daß ein solcher Bürger auch mit wachen Augen durch das Leben geht. Man kann sich leicht ausmalen, was die logische Konsequenz war, wenn ein gebildeter, denkerischer Mensch auf den damaligen Realsozialismus blickte. Das Ergebnis kennt jeder aus dem Fernsehen 1989/90.
Soll heißen: Selbst in einem solchen Gesamtrahmen lassen sich die vielzitierten „Ja-Sager“ einfach nicht produzieren. Schon, weil hier Erziehung mit hineinspielt. Wenn die Eltern eine gewisse Freiheitsliebe, Eigenständigkeit, den gesunden Menschenverstand und so weiter und so fort anerzogen haben, dann schafft man einen Ja-Sager höchstens in den 45 Minuten. Der ist dann aber Ja-Sager aus Vernunft: „Spiele ich mit, habe ich nichts zu erleiden.“. Da solche grausigen Lehrer weiß Gott nicht die Regel sind, kann man das gut verstehen. Dumm, wer nicht so handelt, denn es gehört auch dazu, eine Verhältnismäßigkeit zu lernen, wann Querdenken etwas leistet und wann es kontraproduktiv ist. Gerade das beherrschten nämlich die genannten Weltgrößen immer besonders gut. Wie autoritär und antiautoritär sie oft auch gewesen sein mögen, sie wußten immer, wann was die bessere Wahl gewesen ist. Nichts da mit Verklärung à la „entfesseltes kreatives Genie“.

Wobei… der Pauker in seinem Unverstand und Machtpotenzial
gehörig die Karriere versauen kann, ehe diese begann. Oftmals
passiert das auf Seiten der Pauker, die Ihre eigene
Unfähigkeit / Unterwürfigkeitsgehabe auf die Kinder rasseln
lassen… Wenn ich mir das so betrachte, welche waren Flaschen
wir damals als Pauker in der Schule hatten, würde ich heute
noch Strafverfahren und Schadensersatzansprüche in horrenden
Summen anstrengen, wenn man nur könnte!

Wieviel Bier hast Du inzwischen getrunken gehabt?

Wenn man es ganz fair nimmt, würde ich keine Noten generell
vergeben, ebenso würde ich die Schule mit der 4. Klasse enden
lassen, und mit fakultativen Kursbesuchen DEN INTERESSIERTEN
BESUCHER eine Entwicklung zukommen lassen.

Völliger Unfug. Und auch der größte Kritikpunkt bspw. am finnischen System. Warum Zensuren weglassen, wenn es auch - besonders gut - mit funktionieren kann.

Gerade in der Grundschule sind solche mehr oder weniger nicht stringenten Konzepte der blanke Wahn. Kinder brauchen einen gewissen Rahmen, der klar vorgegeben ist, die Regeln definiert und entsprechend hart mit jedem ins Gericht geht, der unnötigerweise darüber hinaus schießt. Genauso braucht der Schüler immer etwas Druck, so daß überhaupt gelernt und geübt wird. Es ist einfach so - fehlen diese Selbstverständlichkeiten, also Verhaltensrahmen und strikt eingeforderte Leistung, so bekommt man Verhältnisse wie eben heutzutage. In den ersten vier Klassen ist das besonders wichtig. Hier werden entscheidende Grundlagen vermittelt: Lesen, Schreiben, Rechnen, kreatives Schreiben (Aufsätze), Sachunterricht, Musik, Zeichnen.
Wenn man hier die Methode „im Kreis sitzen und Spiele spielen“ sogar noch in Freiwilligkeit umbaut, gibt es in 20 Jahren kaum mehr Akademiker oder ordentliche Facharbeiter/Meister.

Wer lesen, schreiben und rechnen kann, der kann den
(Folge)-Rest sich selbst erarbeiten und diese Fertigkeiten
wurden mit der 4. Klasse abgeschlossen.

Laissez-faire? Völlig unrealistisch. Das verdient sich ja schon das Prädikat „verwirrter Bildungsneoliberalismus“.

Hatte Lomonossow, Aristoteles, daVincy und so fort 13
Schulklassen erleiden müssen…? Bestimmt nicht, sonst wären
sie sicherlich einfältiger Natur geblieben.

Und was haben nicht all diese historischen Größen oft gejammert, wie schön es gewesen wäre, wenn sie bereits von Kindesbeinen an hätten in ach sovielen Dingen gelehrt worden wären.

Der Vergleich zu solchen Persönlichkeiten ist übrigens ebenfalls sinnlos, da es vom Thema her primär um Breitenbildung geht.

Gerne höre ich gegenteilige Auffassungen.

In welcher Zwicklage befindet sich heute ein Lehrer, was
hindert einen Lehrenden Menschen daran, das anders anzugehen,
das man mit Interesse (diese man einbringen möchte) in die
Penne rennt?

Aufbrausende, sich wie Kleinkinder aufführende Eltern zum Beispiel.
Oder das extrem starre, paragraphen- und behördenlastige System hinter der „Institution Lehrer“. Oder das Auftreten der aktuellen Schülergeneration. Oder die sich immer weiter verschlechternden Randbedingungen bei den Schülern wie soziales Umfeld, Kriminalität, Lebensaussichten, Erziehung, Menatalität, gesellschaftliche Probleme. Und, und, und.

Wenn man einen Personenkreis heute spontan in Schutz nehmen sollte, dann stets die Lehrer, weil die defacto alles abbekommen - und dann auch nich geballt.

Also ich entsinne mich, das derjenige der damals die Penne
geschwenzt hat (Rodeln aufn Berge ging), jetzt vom Feinsten
lebt … wogegen der Streber und Einsenschreiber nicht mehr
über der Erde ist…

Und soll das jetzt ein Argument oder überhaupt ein sinnvoller Lebensentwurf sein?

MfG

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danke
dankeschoen, aber doch fragwürdig:

„Genauso braucht der
Schüler immer etwas Druck, so daß überhaupt gelernt und geübt
wird…“

eigentlich schade, da muss doch was mit dem „Thema“ nicht stimmen, oder die Motivation abhanden gekommen sein, das „Druck“ (Drohung) benötigt wird, um Wollen-zu-Wollen.

Ich tat (einiges) nur aus reinem Interesse…

H wie Hola

dankeschoen, aber doch fragwürdig:

„Genauso braucht der
Schüler immer etwas Druck, so daß überhaupt gelernt und geübt
wird…“

eigentlich schade, da muss doch was mit dem „Thema“ nicht
stimmen, oder die Motivation abhanden gekommen sein, das
„Druck“ (Drohung) benötigt wird, um Wollen-zu-Wollen.

Nein, gar nicht. Es ist einfach ein Phänomen, daß gewisse Minima eingefordert werden müssen. Mit Druck ist nicht Drohung gemeint, sondern mit Druck war gemeint, daß es einen gesunden Zwang zur Arbeit geben muß.

Hier kann sich empören, wer will - so ist eben leider die Realität.
Ohne eine strikt eingeforderte Leistung verfällt der Schüler ins allgemeine Nichtstun. Das ging mir stellenweise auch so.

Man kann es jedoch positiv sehen: Hinarbeiten auf ein entsprechendes Ziel. Den notwendigen Zwang auf diese Weise subtil durch die Blume anders formuliert, kann sich daraus Motivation und Engagement ergeben.

Lernen nur aus Spaß in Laissez-faire ist genauso ein 68er-Irrweg, wie es die Spaßgesellschaft insgesamt ist.

Ich tat (einiges) nur aus reinem Interesse…

Das stellte ich gar nicht in Frage.

)

MfG

nabend

Vorneweg möchte ich mal erwähnen, dass ich hier einen Standpunkt beziehe, der nicht unbedingt zwangsläufig meiner tatsächlichen Meinung entspricht, sondern eher das zu bedenkende contra spiegeln soll.

so bewirken Zensuren etwas scheußlich Subtiles, was
ich ungemein mag: Sie zeigen dem Schüler, wo er steht.
Schlechte Noten fungieren als Hammer auf den Kopf, gute Noten
als Belohnung.

Das driftet nun so langsam ab vom Thema, aber es sei zu erwähnen, dass nicht jede schlechte Note bei jedem Schüler als Hammer fungiert.
Da sind wir dann bei Peers, Image und Subgruppen usw.
(Ich erinner mich zb. an regelmäßige 1-Punkt-Partys)
Oder anders: um zu begreifen wo man steht, muss man wissen, wo man hin will.

Wie gesagt, hier wird bereits im ganzen Thema - wie auch sonst
gerne in dem Brett - eine Haltung unterstellt, die ich als
fatal empfinde: der Generalverdacht von schlechter Benotung in
deutschen Schulen.

Nein, das sehe ich anders. Zum einen aufgrund meiner Einleitung und zum anderen geht es doch um das diskutieren und das Abwägen von pro’s und contra’s. Ich würde keinem der bisherigen Beiträge eine „Anti-Haltung“ unterstellen wollen.
Die Frage die sich mir stellt ist, ob die Vorteile, die sich aus einer solchen Bewertung für Schüler ergeben in Relation zu den potentiellen Nachteilen stehen.

Wenn kein Schindluder mit den Kopfnoten getrieben wird, können
sie nur hilfreich sein.

Richtig. Die Frage ist jedoch, wer das beurteilt, ab wann etwas Schindluder ist.

Und selbstverständlich - entgegen dem
hier erzeugten Eindruck - schlägt sich bspw. die Zensur
„Ordnung“ nicht nur in den Arbeitsmitteln etc. nieder. Man
kann problemlos viele Facetten im Unterricht selbst finden.
Beispielsweise ein Projekt oder eine Gruppenarbeit. Hier geht
schnell geregeltes Arbeiten über den Jordan, wenn die Kinder
ihren Kram nicht ordentlich halten. Auch das ist Ordnung.

Ja, aber auch das muss gelernt werden.
Daher ist die Frage hier:
Leistet Unterricht das was bewertet werden soll?
Natürlich haben die einzelnen Konstruke viele Facetten. Und es gibt zahlreiche Möglichkeiten in denen ich meine Unordentlichkeit zeigen kann. Die Bewertung erfolgt doch aber abschließend anhand des Ganzen.
Entsprechend müssen die Konstrukte genau analysiert und operationalisiert werden.

Und
selbstverständlich sollen die Kopfzensuren auch den Eltern
signalisieren, was falsch respektive richtig läuft. Das ist
kein Gegenargument, sondern spricht sogar sehr für die
Kopfzensuren. Es ist schlicht unlogisch, daß Prinzip/System zu
kritisieren, wenn als Argument das Versagen der daran
Beteiligten herangezogen wird.

Es gibt ne Reihe guter Theorien. Auch die Anarchie ist in ihrem Ursprung eine solche- aber wir sind schlichtweg nicht fähig sie so umzusetzen, wie sie sich selbst definiert. Auch der Kommunismus ist nicht auf dem absteigenden Ast, weil es eine sche*** Idee ist, sondern, weil sie sich zum Zeitpunkt X in der Gesellschaft Y nicht adäquat umsetzen ließ. Von daher ist das ein sehr wohl berechtigter Einwand. Es wird nicht die Theorie sondern die Umsetzung und ihre potentiellen Fehlerquellen betrachtet

Dann bekommt das Kind eben
vergleichsweise schlechte Zensuren - wenn die Eltern es
spätestens dann nicht merken, ist doch sowieso bereits viel
verloren, um nicht zu sagen alles. Beispiele von regelrechter
Vernachlässigung oder dergleichen sind müßig und leisten für
die Sachdiskussion nichts.

Stop.
Bis hierhin fand ich die Diskussion echt nett und angenehm- aber das ist eine Aussage, die geht weit weit unter die Gürtellinie.
Es geht nicht um regelrechte Vernachlässigung. Wir reden nicht über struppige kleine Straßenkinder. Sondern von Kindern, deren Eltern zb. (

na wenn Du da unten bei uns mitmischst, will ich auch hier oben mitmischen *reindrängel*

In Deinen Beiträgen finden sich häufig Hinweise auf
(tollkühne) Behauptungen, die sich aus Deiner Sicht nicht halten lassen. Unten haste bemängelt, dass nur weil es bei einer Person „so“ war, das noch lange nicht für andere zu gelten hat.
Hier les ich:

sondern mit Druck war gemeint, daß es einen gesunden
Zwang zur Arbeit geben muß.
Hier kann sich empören, wer will - so ist eben leider die
Realität.
Ohne eine strikt eingeforderte Leistung verfällt der Schüler
ins allgemeine Nichtstun. Das ging mir stellenweise auch so.

so so *grins*

außerdem fiel mir dies auf

Der Gipfelpunkt ist die **heutige** Bewertung in der Uni: Fächer, die :man ein Jahr lang mit viel Fleiß und Schweiß, viel Arbeitsaufwand :absolviert, werden in ihrer Note auf ein 3-Stunden-Zeitfenster :irgendwann irgendwo reduziert. Vorarbeit egal, Leistungen über das :Jahr egal, Tagesform fraglich, Klausuraufgaben fraglich. Man fühlte :die Willkür dicht im Nacken. Zumindest im Grundstudium war das eine :unglaubliche Belastung mit einer solchen weltfremden Bewertung, wenn :man in der Schule immer hart jedoch fair gehandelt wurde.

Ich will Dir net aufn Schlips treten, aber ich glaube das ist die falsche Einstellung zum Studium.
Die Benotung ist, meines Erachtens, (nur) dazu da nachzuweisen, dass Du da nicht 6 Jahre nen Lenz gemacht hast. Die Bewertung Deiner Studienleistung findet in der Praxis statt. Wie viel Schweiß und Zeit Du investiert hast um Dein Handwerk zu lernen interessiert nicht.
Wenn Du die erforderliche Leistung auch in einer „Teilzeitstudenten-Woche“ (3 Tage Uni 4 Tage Sofa) packst, ist das völlig in Ordnung. Die Benotung ist nicht willkürlich, sondern erlangt einen ganz anderen Stellenwert- denn im Studium lernst Du, noch mehr als in der Schule, um Deiner eigenen Kompetenz willen.
Und die muß auf den Punkt da sein. Ein Chirurg kann es sich auch net leisten die OP zu verhunzen, weil er heute nen schlechten Tag hatte, aber sonst ist er halt der Schnippler schlechthin. Dann packt er halt seinen Koffer.
Entsprechend ist die Bewertung alles andere als weltfremd. *find*

1 „Gefällt mir“

Guten Morgen.

so bewirken Zensuren etwas scheußlich Subtiles, was
ich ungemein mag: Sie zeigen dem Schüler, wo er steht.
Schlechte Noten fungieren als Hammer auf den Kopf, gute Noten
als Belohnung.

Das driftet nun so langsam ab vom Thema, aber es sei zu
erwähnen, dass nicht jede schlechte Note bei jedem Schüler als
Hammer fungiert.
Da sind wir dann bei Peers, Image und Subgruppen usw.
(Ich erinner mich zb. an regelmäßige 1-Punkt-Partys)
Oder anders: um zu begreifen wo man steht, muss man wissen, wo
man hin will.

Verliert jedoch den eigentlichen Rahmen aus dem Blickfeld. Kopfzensuren bewirken am meisten in der Grundschule. Es ist nämlich in der Strukturierung Fleiß, Ordnung, Mitarbeit und Betragen ein beachtenswertes Paket, denn der restliche Zensurenpalmares ergibt sich anfangs zu Deutsch, Mathe, Zeichnen, Musik. Später verlieren die Kopfzensuren ab der Mittelstufe freilich nicht ihr Gewicht oder ihre Bedeutung, stechen jedoch nicht mehr in dem Maße hervor, wie es auf einem Zeugnis der Unterstufe der Fall ist.

Zumal es bei mir damals auch die Zensurengruppe war, die **vorne** - unmittelbar unter der hervorragend geschriebenen Einschätzung - auf dem Dokument stand. Unterrichtszensuren fanden sich dann aufgeschlüsselt hinten.

Wie gesagt, hier wird bereits im ganzen Thema - wie auch sonst
gerne in dem Brett - eine Haltung unterstellt, die ich als
fatal empfinde: der Generalverdacht von schlechter Benotung in
deutschen Schulen.

Nein, das sehe ich anders.

Wenn Du aufmerksam liest, wirst Du mir schlicht beipflichten müssen.
Hier wird einfach als mitschwingender Unterton bei allen Anekdoten der Eindruck erweckt - ob gewollt oder unbewußt - daß sich die Schule als flächenddeckend ungerechte Zensurenanstalt präsentiert. Es fehlt einfach die nötige Distanz und Nüchernheit um bei allen etwaigen persönlichen Erfahrungen schlechter Natur, die Relationen nicht aus den Augen zu verlieren.

Zum einen aufgrund meiner
Einleitung und zum anderen geht es doch um das diskutieren und
das Abwägen von pro’s und contra’s. Ich würde keinem der
bisherigen Beiträge eine „Anti-Haltung“ unterstellen wollen.

Das habe ich auch nicht. Man beachte doch bitte die Formulierung.

Die Frage die sich mir stellt ist, ob die Vorteile, die sich
aus einer solchen Bewertung für Schüler ergeben in Relation zu
den potentiellen Nachteilen stehen.

Das steht außer Frage mit der Nebenbedingung, daß sich gleichzeitig das Lernklima deutlich verändern müßte. Hin zu Leistungsorientiertheit, mehr Striktheit, mehr Straffheit. Hin zu mehr Gleichbehandlung zwischen guten und weniger guten Schülern. Hin zu einem Leistungswillen, zu einer grundanständigen Diszipliniertheit et cetera. Ansonsten ergeben Kopfzensuren genausowenig Sinn, wie es viele andere Dinge in den Bildungssystemen aktuell tun.

Wie Brecht schon vertrat: Man darf in Detailfragen das ganze Drumherum nicht aus dem Auge verlieren, man muß Änderungen insgesamt herbeiführen, nicht punktuell verpuffen lassen.

Kopfzensuren in geregeltem Maße wären ein idealer Anstoß zur Generalreform des ganzen Systems. Einfach aus Notwendigkeit.

Und selbstverständlich - entgegen dem
hier erzeugten Eindruck - schlägt sich bspw. die Zensur
„Ordnung“ nicht nur in den Arbeitsmitteln etc. nieder. Man
kann problemlos viele Facetten im Unterricht selbst finden.
Beispielsweise ein Projekt oder eine Gruppenarbeit. Hier geht
schnell geregeltes Arbeiten über den Jordan, wenn die Kinder
ihren Kram nicht ordentlich halten. Auch das ist Ordnung.

Ja, aber auch das muss gelernt werden.
Daher ist die Frage hier:
Leistet Unterricht das was bewertet werden soll?
Natürlich haben die einzelnen Konstruke viele Facetten. Und es
gibt zahlreiche Möglichkeiten in denen ich meine
Unordentlichkeit zeigen kann. Die Bewertung erfolgt doch aber
abschließend anhand des Ganzen.
Entsprechend müssen die Konstrukte genau analysiert und
operationalisiert werden.

Genau auf diese Antwort habe ich gewartet - daß wieder irgendeiner die hochwissenschaftliche Keule schwingen will.

Ich hätte einen pragmatischen Vorschlag. Man solle in die entsprechenden Aktenschränke und mit Zeitzeugen des untergegangen zweiten deutschen Staates sprechen. Dann umgeht man auch die potentielle Gefahr, irgendwelche 68-geprägten verwissenschaftlichen Pädagogen im wahrsten Sinne herumpfuschen zu lassen.

Entsprechend müssen die Konstrukte genau analysiert und
operationalisiert werden.

Diese Zeilen sind derart vom Zeitgeist geprägt, daß man schon Mitleid empfinden muß. Gerade diese irrige Sicht - immer einen deutschen Sonderweg mit jahrelangem Herumgerede ohne Tat - hat uns doch erst in die heutige Lage gebracht. Die Gesellschaft der Quasselstrippen, bei der sich ein Faust („Am Anfang war die Tat!“) im Grabe umgedreht hätte.

Es ist eben - über alles gesehen - nicht mehr die Zeit, um weitere Jahrzehnte zu theoretisieren. Es muß ein strikt logischer, distanzierter und hochdynamischer Prozeß in Gang kommen, der zu schnellen, präzisen und richtigen Maßnahmen führt. Konkret bedeutete dies, sich die besten Dinge der umliegenden Länder anzuschauen und sinnvoll zu kombinieren, inkl. dem einstigen, in jeder Hinsicht überlegenem Strukturmodell, welches 1990 leichtfertig weggewischt wurde.

Daß zunehmende Offenheit gerade für die DDR-Problematik besteht, ist doch bereits seit einigen Jahren spürbar. Am Wochenende hatte ich im Flugzeug nach den versuchten Terrorangriffen erst wieder eine hervorragende intellektuelle Unterhaltung mit einer jung gebliebenen Dame aus Kassel. Sie fragt sich heute noch (rhetorisch), wer damals auf die entsprechenden Ideen gekommen ist, die Vereinigung derart stupide umzusetzen. Die größten Chancen wurden vertan, aber wenigstens nicht endgültig vergeben - vieles ist noch erhalten. Und wenn ein Finnland das entsprechende Bildungssystem kopieren und anpassen kann, sollte dies auch das Defacto-Mutterland können.

Man kann also reduzieren: Weil es schon einmal funktioniert hat, braucht man nicht in heutigem Stile lange und streitbare Studien anstellen. Genau an solchen Hürde scheitert es dann doch immer. Die Gegenseite braucht doch nur einen grotesken „Experten“ aus dem Hut zaubern und entsprechende Erkenntnisse werden sofort der nächsten Debatte zugeführt. Mit einem Wort: fatal.

Und
selbstverständlich sollen die Kopfzensuren auch den Eltern
signalisieren, was falsch respektive richtig läuft. Das ist
kein Gegenargument, sondern spricht sogar sehr für die
Kopfzensuren. Es ist schlicht unlogisch, daß Prinzip/System zu
kritisieren, wenn als Argument das Versagen der daran
Beteiligten herangezogen wird.

Es gibt ne Reihe guter Theorien. Auch die Anarchie ist in
ihrem Ursprung eine solche- aber wir sind schlichtweg nicht
fähig sie so umzusetzen, wie sie sich selbst definiert. Auch
der Kommunismus ist nicht auf dem absteigenden Ast, weil es
eine sche*** Idee ist, sondern, weil sie sich zum Zeitpunkt X
in der Gesellschaft Y nicht adäquat umsetzen ließ. Von daher
ist das ein sehr wohl berechtigter Einwand. Es wird nicht die
Theorie sondern die Umsetzung und ihre potentiellen
Fehlerquellen betrachtet

Das stimmt nicht. Lies die Kommentare genau - eher eine Minderheit verhält sich derart logisch. Die meisten sprengen sofort die Idee selbst, statt kritisch die Umsetzung zu hinterfragen - und erst einmal die Genialität vieler einfacher Prinzipien zu erkennen und zu durchdenken.

Hier könnte man eloquent Einstein zitieren, doch lassen wir es;
seinen Spruch zur Relation von Einfachheit und Genialität kennt jeder.

Dann bekommt das Kind eben
vergleichsweise schlechte Zensuren - wenn die Eltern es
spätestens dann nicht merken, ist doch sowieso bereits viel
verloren, um nicht zu sagen alles. Beispiele von regelrechter
Vernachlässigung oder dergleichen sind müßig und leisten für
die Sachdiskussion nichts.

Stop.
Bis hierhin fand ich die Diskussion echt nett und angenehm -
aber das ist eine Aussage, die geht weit weit unter die
Gürtellinie.

Nein, das ist einfach der Realität geschuldet. Hier kommt für viele Lehrer nämlich der Knackpunkt. Die meisten Störungen, Probleme - was auch immer - **entziehen** sich einer Einflußnahme innerhalb der Schule. Und selbst wenn doch ein Eingreifen möglich/ erfolgsversprechend wäre, so ist die gegenwärtige Situation der Schulen alles andere als der Natur, daß man sich das bei jedem Einzelfall leisten kann. Es ist das typische Problem, daß der Schule viele Rollen zugeschoben werden, am besten der Lehrer noch Experte für alles sein soll, trotzdem jeden Tag offensichtlicher wird, daß bereits mit dem Hauptinhalt - LEHRE - zuviel schiefgeht.

Es geht nicht um regelrechte Vernachlässigung. Wir reden nicht
über struppige kleine Straßenkinder. Sondern von Kindern,
deren Eltern zb. (

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H wie Hola.

na wenn Du da unten bei uns mitmischst, will ich auch hier
oben mitmischen *reindrängel*

Ich drängel gar nicht, ich bin hier Stammschreiber. :stuck_out_tongue:

so so *grins*

Da ich selbst inzwischen die andere Seite vom Lehrerpult kenne, weiß ich im Gegensatz zu vielen jedoch, wovon ich spreche.
EDIT: Die ursprünglich folgende Bemerkung an dieser Stelle wurde von mir wieder gestrichen, damit der Frieden im Brett gewahrt bleibt.

Der Gipfelpunkt ist die **heutige** Bewertung in der Uni.
Fächer, die man ein Jahr lang mit viel Fleiß und Schweiß,
viel Arbeitsaufwand :absolviert, werden in ihrer Note auf ein
3-Stunden-Zeitfenster :irgendwann irgendwo reduziert.
Vorarbeit egal, Leistungen über das :Jahr egal, Tagesform fraglich,
Klausuraufgaben fraglich. Man fühlte :die Willkür dicht im Nacken.
Zumindest im Grundstudium war das eine :unglaubliche Belastung mit
einer solchen weltfremden Bewertung, wenn :man in der Schule immer
hart jedoch fair gehandelt wurde.

Ich will Dir net aufn Schlips treten, aber ich glaube das ist
die falsche Einstellung zum Studium.

Ja und nein. Auf Grund meiner langjährigen Beschäftigung mit Bildungssystemen in ich natürlich auch irgendwann zur Uni gekommen.
Die realen Zustände waren dann schockierend, wobei ich im Vergleich zu den Zuständen anderer Unis noch sehr gut wegkomme.

Es ist eine Frage des Idealismus. Deine nachfolgenden Einwände sind genau von der Form einer impliziten Resignation, wie sie momentan vorherrscht und viele gesellschaftliche Bereich von innen nach außen kaputtmacht.

Die Benotung ist, meines Erachtens, (nur) dazu da
nachzuweisen, dass Du da nicht 6 Jahre nen Lenz gemacht hast.

Und hier ist schon der Fehler. Wenn dem (a) so ist, dann ist es
angesprochene Resignation, das Hinnehmen der Zustände. Dies hat sich die letzten Jahre als fatal herausgestellt. Im Falle (b) ist es schlicht falsch, weil man für genügend Dinge nunmal gute Noten braucht.

Ich bspw. bin in die USA ausgewandert und auf ein gutes Zeugnis im Hinblick einer transatlantischen Karriere angewiesen. Es gibt sicherlich noch einige andere Fälle, in denen dieses oft zu hörende Gerede von wegen „Hauptsache, man hat dann das Diplom! Der Rest ist Pfeffer“ einem Türen zuschlägt. Dieses Abwinken vor entsprechenden Ambitionen ist auch so eine Tendenz, die ich persönlich nicht gut finde, und die eben auch objektiv zuviel Angriffsfläche bietet, als daß es korrekt sein kann.

Die Bewertung Deiner Studienleistung findet in der Praxis
statt. Wie viel Schweiß und Zeit Du investiert hast um Dein
Handwerk zu lernen interessiert nicht.

Auch das ist eine oft zu hörende Reduzierung auf irgendwelche diffusen Erfahrungen. Man kann genausoviele Gegenbeispiele von Leuten hören. Anlaß genug, sich argumentativ zu distanzieren.

Wenn Du die erforderliche Leistung auch in einer
„Teilzeitstudenten-Woche“ (3 Tage Uni 4 Tage Sofa) packst, ist
das völlig in Ordnung. Die Benotung ist nicht willkürlich,
sondern erlangt einen ganz anderen Stellenwert - denn im
Studium lernst Du, noch mehr als in der Schule, um Deiner
eigenen Kompetenz willen.

Das ist bezogen auf eine anführbare Kette von Fakten falsch.
Es geht darum, inwiefern die Benotung den realen Kenntnisstand widerspiegeln. Und hier ist man an der Uni oft der blanken Willkür ausgesetzt. Man kann immer noch froh sein, daß quasi das Grundstudium nur ein Intelligenztest ist - die Hürde gilt es zu überspringen. Danach wird alles humaner - doch auch nicht überall. Hole weiträumig Informationen ein und Du wirst erkennen, daß es bei vielen Unis auch im Hauptstudium wie bescheuert zugeht. Problem: Es geht um etwas.
Keine anderen Zensuren interessieren zu diesem Zeitpunkt mehr, das Diplomzeugnis oder was auch immer ist später erst einmal Dreh- und Angelpunkt. Hier sind Meinungen der Kategorie „relaxed“ und „ach was“ schlicht deplatziert.
Nebenbei geht es einfach auch um den Selbstanspruch, für meine Mühe und auch Leistung entsprechend belohnt zu werden. Für Spielereien ist da kein Platz, schon gar nicht - ein ironisches Eigentor - wenn man auf der anderen Seite eine faire und ausgewogene Benotung in der Schule fordert.

Und die muß auf den Punkt da sein. Ein Chirurg kann es sich
auch net leisten die OP zu verhunzen, weil er heute nen
schlechten Tag hatte, aber sonst ist er halt der Schnippler
schlechthin. Dann packt er halt seinen Koffer.
Entsprechend ist die Bewertung alles andere als weltfremd.
*find*

Das ist Milchmädchenargumentation, siehe oben. Um dieses blanke Abbilden von Berufssituationen geht es doch gar nicht. Nicht einmal an der Fachhochschule.

Es geht immer auch um die ideelle Komponente - und hier ist auch die Universität immer noch Teil des Bildungssystems. Wenn der Rest also auf fair, hart, aber logisch und ausgewogen getrimmt ist, kann ich nicht eine realistische Leistungsabbildung von einem Jahr Stoff in ein 3-Stunden-Klausurfenster packen, ohne bspw. eine kräftige Vornote hinzuzuziehen et cetera. Genau das ist Grundprinzip in der Schule - Leistung/Wissensvermehrung ist im schulischen Sinne kein punktuelles Phänomen, sondern findet langfristig statt. Also muß sich die Endnote auch irgendwie langfristiger zusammensetzen. Alles andere ist nunmal Willkür. Es hat schon Fälle gegeben, in denen Leute schwer krank Prüfungsperioden mit acht Klausuren durchführen mußten, weil durch groteske Paragraphenauslegung des Prüfungsamtes der Geldhahn abgedreht werden sollte. Von Dingen wie sich auftürmender Arbeit und nicht einzuhaltender Termine für Zwischenprüfungen und Praktika ganz zu schweigen. Zudem wird gefordert, daß Studium stringenter zu gestalten, schneller zu gestalten, gezielteren Arbeitsrhythmus zu erzwingen; gerade dann muß mit der aktuellen Bewertungskultur aufgeräumt werden.

MfG

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Ich machs mal kürzer, weil gerad net so viel Zeit…

(vorweg- ich weiß auch wovon ich spreche)

Was ich sagen will ist, dass wir zwei grundlegend verschiedene Einstellungen zum Thema haben und keiner von beiden den Anspruch auf „das ist so“ hat.

Ich habe in keinem Satz behauptet „Hauptsache Diplom in der Hand“ und möchte es auch so nicht verstanden haben. Gemeint ist die Orientierung an Noten. Während sich das Abitur eines Schülers aus der Zeitstrecke von Leistungen zusammensetzt, erfasst das Studium Leistungen in der Tat puktuell am Prüfungstag. Würde all die Dinge einbezogen, die Du angesprochen hattes (Vorleistungen, Leistungen über das Jahr etc.) würden andere massiv benachteiligt beispielsweise jene Gruppe, der Studenten mit Kindern oder diejenigen, die aufgrund ihrer finanziellen Lage zb. einen Teilzeit-Job ausüben.
Deren Pensum an regelmäßigen Leistungen ist sicherlich ein anderes, als für Studenten, die diese Probleme nicht aufweisen. Deswegen sind sie jedoch nicht weniger wissend oder weniger geeignet.
Es bedarf einer Umstrukturierung sollten diese nicht benachteiligt werden und sich die Benotung aus mehr als nur einer Wissensabfrage am Tag X bestehen. Auch hier geht es erneut um die Umsetzung, nicht um die Theorie. Natürlich wären „aussagekräftigere“ Noten wünschenswert, aber dann mit einem vernünftigen Konzept im Hintergrund, an dem es offensichtlich feht.

Entsprechend sehe ich in meiner Haltung keine implizite Resignation.
Ich sehe die Problematik in der Umsetzung eines umfassenderen Benotungssystems. So gilt es nicht vor dem Zustand zu resignieren, sondern sich mit ihm zu arrangieren. Und zwar so lange, bis ich oder jmd anderes ein besseres Alternativkonzept vorstellen kann.
Unter dem Wissen, dass es sich früher oder später im Beruf auswirken wird, wenn ich gute oder schlechte Studienleistungen erbringe, finde ich das bisherige Konzept nicht als überwiegend negativ zu bewerten.

Die Bewertung Deiner Studienleistung findet in der Praxis
statt. Wie viel Schweiß und Zeit Du investiert hast um Dein
Handwerk zu lernen interessiert nicht.

Auch das ist eine oft zu hörende Reduzierung auf irgendwelche
diffusen Erfahrungen. Man kann genausoviele Gegenbeispiele von
Leuten hören. Anlaß genug, sich argumentativ zu distanzieren.

Ich weiß nicht was Dich dazu veranlasst das als „diffuse Erfahrungen“ zu kennzeichnen. Wenn ich Architekt bin und ein Haus bauen soll, und das anschließend zusammenbricht, weil ich mich im Studium nur punktuell auf Prüfungssituationen vorbereitet habe, mir folglich „Wissen um“ fehlt, ist es keine „diffuse Erfahrung“, dass ich keinen Fuß auf den Boden kriegen werde.
Natürlich gibt es auch diejenigen, die mit gut verkauftem „Halbwissen“ ihren Posten langfristig schmücken. Aber dann ist die Frage welchen Anspruch der Betrieb an seinen Mitarbeiter stellt. Um so mehr würde in einer solchen Situation deutlich, wie wenig Bedeutung die derzeitige Benotung hat. Da es durchaus Leute gibt, die ein 1 A Diplom ablegen und trotzdem in die obige Kategorie einzusortieren wären. Wobei das durchaus subjektive Wahrnehmnungen sind, die nicht nur anhand der tatsächlich erbrachten Leistungen zustande kommen.

De facto ist die Situation folgende: Auf eine Stellenausschreibung X hin bewerben sich 20 Leute. 10 davon gelangen anhand der schriftlichen Unterlagen in die Vorauswahl. (Eindruck, Arbeitserfahrung, Benotung usf.) Für die 10 verbliebenen wird ein aufwendiger Accessment-Center durchgeführt, in dem der Bewerber auf „Mark und Nieren“ getestet wird.
Dieser dient letztlich nur dazu, die bereits getroffene Wahl zu verifizieren. Denn die Entscheidung in einem Bewerbungsgespräch fällt innerhalb der ersten 2 Sekunden. Sie wird nur gekippt, wenn die Ergebnisse des AC so ausschlaggebend nachteilig sind, dass der nächste der unbewusst gebildeten Rangfolge nachrutscht.
Nein, dies ist keine tollkühne Behauptung, sondern das Ergebnis mehrerer sorgfältiger wissenschaftlichen Arbeiten. Ich suche die Quelle bei Bedarf gerne mal raus.

Fazit: der Einfluss der Note der Person X im Fach Y für die Frage der Anstellung bei Z trägt (derzeit) nur ein vergleichsweise geringes Gewicht und dient dem „ersten Eindruck“ von einer Person. Möglicherweise würde sich das ändern, gäbe es ein neues Benotungskonzept. Da dies derzeit nicht vorliegt ist die heute vorgenommene Bewertung in ihrem Stellenwert einfach nur „realistisch“.

abschließend

Nebenbei geht es einfach auch um den Selbstanspruch, für meine
Mühe und auch Leistung entsprechend belohnt zu werden.

Ich erwarte von einem erwachsenen Menschen an der Universität, dass er seinen Wunsch nach Anerkennung mittlerweile aus anderen Kanälen befriedigen kann, als der Bewertung seiner erbrachten Studienleistungen.

Für
Spielereien ist da kein Platz, schon gar nicht - ein
ironisches Eigentor - wenn man auf der anderen Seite eine
faire und ausgewogene Benotung in der Schule fordert.

Betrachtest Du den obigen Beitrag wirst Du feststellen, dass ich das vorherrschende Bewertungssystem unter den derzeitigen Umständen als fair betrachte. Daher ist es in keiner Weise ein Eigentor.

Ja und nein. Auf Grund meiner langjährigen Beschäftigung mit
Bildungssystemen in ich natürlich auch irgendwann zur Uni
gekommen.
Die realen Zustände waren dann schockierend, wobei ich im
Vergleich zu den Zuständen anderer Unis noch sehr gut
wegkomme.

Erneut frage ich Dich, wie Du dazu kommst anderen in der Diskussion für Generalisierungen von Dingen die sie „nicht beurteilen können“ gegens Schienbein trittst und dann Aussagen über die Umstände an anderen Universitäten triffst.

na wenn Du da unten bei uns mitmischst, will ich auch hier
oben mitmischen *reindrängel*

Ich drängel gar nicht, ich bin hier Stammschreiber. :stuck_out_tongue:

Möglicherweise beruht dieser Disput darauf, dass Du die Beiträge ungenau liest. Niemand sprach davon, dass DU Dich irgendwo reindrängelst. Ich sprach von Mir. Und es bezieht sich nicht im geringsten auf die Frage wer wo wie oft beteiligt ist.

EDIT: Die ursprünglich folgende Bemerkung an dieser Stelle
wurde von mir wieder gestrichen, damit der Frieden im Brett
gewahrt bleibt.

Möchtest Du jetzt für gelungene Affektregulation gelobt werden oder weshalb teilst Du mir das mit?
Ich habe mir auch den einen oder anderen Kommentar gespart, aber nicht des lieben Friedens willen, sondern aufgrund der Tatsache, dass es sich hier um eine sachliche Diskussion handeln soll, in der diese nichts zu suchen haben. Entsprechend ist mir schleierhaft, warum Du auf diese Auslassungen explizit hinweisen musst.

Verliert jedoch den eigentlichen Rahmen aus dem Blickfeld.
Kopfzensuren bewirken am meisten in der Grundschule.

Genau darauf bezieht sich die Kritik. Da die zu berwertenden Verhaltensweisen gerade in der Grundschule von hoher Anhängigkeit des Elternhauses stehen. Somit implizit eine Bewertung dieses vorgenommen wird.

Wenn Du aufmerksam liest, wirst Du mir schlicht beipflichten
müssen.
Hier wird einfach als mitschwingender Unterton bei allen
Anekdoten der Eindruck erweckt - ob gewollt oder unbewußt -
daß sich die Schule als flächenddeckend ungerechte
Zensurenanstalt präsentiert.

Ich lese aufmerksam. Und stelle fest, dass Du Deine Beiträge nicht hinsichtlich Dingen interpretiert wissen möchtest, die Du nicht sagst. Entsprechend übertrage ich dieses Recht auf alle Beteiligten.
Darüber hinaus führen gerade wir beide ein Gespräch, in dem ich für meinen Teil mehr als deutlich gemacht habe, dass ich nicht von einer generalisiert ungerechten Zensurenanstalt ausgehe.

Die Frage die sich mir stellt ist, ob die Vorteile, die sich
aus einer solchen Bewertung für Schüler ergeben in Relation zu
den potentiellen Nachteilen stehen.

Das steht außer Frage mit der Nebenbedingung, daß sich
gleichzeitig das Lernklima deutlich verändern müßte.

Davon war in der gesamten Diskussion jedoch nie die Rede.
Und ist es auch in der politischen Diskussion nicht.
Es geht um die Einführung von Kopfnoten unter den vorherrschenden Bedinungen. Und dann gibt es durchaus berechtigte Kritik.
Was wäre wenn und es müsste dann spielt keine Rolle.
Und ich habe mehrfach Stellung bezogen Kopfnoten Ja! Wenn sich die Bedingungen ändern. Dann müssten aber vorrangig die Reformen diskutiert werden und nicht ein in diesem Rahmen „popeliger“ Unterpunkt wie Kopfnoten. Wird aber nicht.

Wie Brecht schon vertrat: Man darf in Detailfragen das ganze
Drumherum nicht aus dem Auge verlieren, man muß Änderungen
insgesamt herbeiführen, nicht punktuell verpuffen lassen.

Kopfzensuren in geregeltem Maße wären ein idealer Anstoß zur
Generalreform des ganzen Systems. Einfach aus Notwendigkeit.

Es herrscht die Befürchtung vor, dass nachkommende Reformen ausbleiben. Sonst würde sich niemand drüber ärgern.

Und wenn man Taten sprechen lassen möchte, dann kann man die Reihenfolge auch einfach umdrehen, um die Bedenken der Kritiker auszuschlagen.

Genau auf diese Antwort habe ich gewartet - daß wieder
irgendeiner die hochwissenschaftliche Keule schwingen will.

Die Aussage war alles andere als wissenschaftlich.
Und es geht auch nicht drum die Keule zu schwingen.
Ich zeige, nochmals erwähn, die Bedenken auf, die sich bei einem solchen Vorgehen ergeben. Dabei geht es nicht darum Dinge nieder zu machen, sondern existente Vorschläge anzupassen und in der Abwägung von Für und Wider die beste Lösung zu finden.

Ich hätte einen pragmatischen Vorschlag. Man solle in die
entsprechenden Aktenschränke und mit Zeitzeugen des
untergegangen zweiten deutschen Staates sprechen. Dann umgeht
man auch die potentielle Gefahr, irgendwelche 68-geprägten
verwissenschaftlichen Pädagogen im wahrsten Sinne
herumpfuschen zu lassen.

Früher war alles besser, wa?
Ich bezweifel, dass es hilft in die Aktenschränke zu sprechen und die Generalisierung dass alle 68-geprägten Pädagogen herumpfuschen halte ich auch nicht für zulässig.
Nein im ernst, würdest Du bitte berücksichtigen, dass die Vorgehensweisen in der DDR sich auf eine andere Gesellschaftsstruktur bezogen. Auch die Einstellungen bezüglich Stellenwert und Aufgaben von Schule blieben von der Teilung nicht unbetroffen.

Entsprechend müssen die Konstrukte genau analysiert und
operationalisiert werden.

Diese Zeilen sind derart vom Zeitgeist geprägt, daß man schon
Mitleid empfinden muß.

Danke, ich bedauer mich am liebsten selbst.

Allerdings gibst Du unten genau die Dinge wieder, weshalb ich eine gründiche theoretische Auseinandersetzung mit den Konstrukten für sinnvoll erachte. Nämlich:

Nein, das ist einfach der Realität geschuldet. Hier kommt für
viele Lehrer nämlich der Knackpunkt. Die meisten Störungen,
Probleme - was auch immer - **entziehen** sich einer
Einflußnahme innerhalb der Schule. Und selbst wenn doch ein
Eingreifen möglich/ erfolgsversprechend wäre, so ist die
gegenwärtige Situation der Schulen alles andere als der Natur,
daß man sich das bei jedem Einzelfall leisten kann. Es ist das
typische Problem, daß der Schule viele Rollen zugeschoben
werden, am besten der Lehrer noch Experte für alles sein soll,
trotzdem jeden Tag offensichtlicher wird, daß bereits mit dem
Hauptinhalt - LEHRE - zuviel schiefgeht.

und

Schlicht dieses bedenken: Die Schulen sind momentan schon mit
dem Problem der Lehre rettungslos überfordert. Von Dingen, wie
es sie zu meiner Zeit gab - geregelter, stabiler Alltag,
Betreuung, Förderung, Forderung - braucht man gar nicht erst
anfangen. Zumindest nicht einseitig von der Schule her. Hier
muß nichts anderes als ganzheitlich (siehe oben) gehandelt
werden.

Genau aufgrund dieser Überlastung halte ich eine zusätzliche Bewertung Verhaltenskonstrukten für unangebracht.
Es besteht jetzt schon Überforderung den (z.T. unrealistischen) Ansprüchen gerecht zu werden. Entsprechend bedeutet eine zusätzliche Bewertung auch zusätzliche Arbeit.
Die Bewertung der Verhaltensweisen hat Konsequenzen. Daher muss sie gewissenhaft durchgeführt werden. In einer allgemeinen Überlastungssituation muss das was bewertet werden soll, wenigstens genau definiert werden. Und der Beurteiler braucht eine Anleitung WAS genau eigentlich zu bewerten ist und was nicht. Ansonsten landen wir bei der Willkür. Gegen die Du dich bereits oben ausgesprochen hast.
Es geht nicht um Gefasel und Wissenschaftlichkeit oder Theoretisierung und Problematisierung, sondern um die Praxis.
Es ist nun mal so, wie Du bereits feststellen konntest, diese Verhaltensweisen unterschiedliche Facetten haben. Deren Stellenwert subjektiv wahrgenommen wird. Dem einen ist es wichtig, dass die Hefte keine Eselsohren haben, der andere hat den globaleren Blick zb. hinsichtlich von Projektarbeiten, wie Du ebenfalls erwähnest.
Durch diese Unterschiedlichkeit der Wahrnehmung und Beurteilung von Verhalten ergeben sich nicht nur zwischen sondern auch schon innerhalb der Schulen klaffende Unterschiede, wenn ich die Beurteilung nicht an gewissen Punkten festmache. Und selbst dann ist sie noch subjektiv.

Man kann also reduzieren: Weil es schon einmal funktioniert
hat, braucht man nicht in heutigem Stile lange und streitbare
Studien anstellen.

Du bist also der Überzeugung, dass es nur im Sinne der Angleichung abgeschafft wurde?

Das stimmt nicht. Lies die Kommentare genau - eher eine
Minderheit verhält sich derart logisch. Die meisten sprengen
sofort die Idee selbst, statt kritisch die Umsetzung zu
hinterfragen - und erst einmal die Genialität vieler einfacher
Prinzipien zu erkennen und zu durchdenken.

Es ist mir völlig wumpe was andere tun. Du begegnest meinen Argumenten mit Dingen die andere Leute tun oder nicht tun.
Du stellst meine Beiträge voran, beziehst Dich zunächst auf diese und landest dann inhaltlich auf nem ganz anderen Wagen- dem anderer Leute.
Damit hab ich aber nichts zu tun. Das hinterlässt dann den Eindruck Du redest nur um zu reden und als solltest Du lieber Tagebuch schreiben :smile:
Also kennzeichne bitte deutlich auf was und wen sich Deine Argumente beziehen, dann muss ich mich net dauernd ärgern und Dir gegenüber auch net ellenlang rechtfertigen.

Sicherlich nicht. Hier kam nur wieder der Zyniker durch. Die
Äußerung bezog sich aber auf die gegenwärtigen Gegebenheiten
in den Schulen.

Dann achte auf den Ton.
Zum einen finde ich Zynismus an dieser Stelle mehr als unangebracht, obwohl ich durchaus ein Freund seiner bin-. Zum anderen fühlen sich hier durchaus Leute mit solchen Kommentaren unnötig auf den Schlips getreten. Überflüssig.

H wie Hola.

Genau darauf bezieht sich die Kritik. Da die zu berwertenden
Verhaltensweisen gerade in der Grundschule von hoher
Anhängigkeit des Elternhauses stehen. Somit implizit eine
Bewertung dieses vorgenommen wird.

Was, wie bereits ellenlang erwähnt wurde, so nicht stimmt.
Es ist nur ein Teilaspekt, der sogar sehr sinnvoll ist.

Darüber hinaus führen gerade wir beide ein Gespräch, in dem
ich für meinen Teil mehr als deutlich gemacht habe, dass ich
nicht von einer generalisiert ungerechten Zensurenanstalt
ausgehe.

Und? Das ist ausweichend - ich sprach explizit von den vielen Leuten,
die sofort wieder wie ein V6 angesprungen sind mit irgendwelchen Anekdoten aus ihrer Schulzeit, ohne diese entsprechend nüchtern einzuordnen.

Davon war in der gesamten Diskussion jedoch nie die Rede.

Müßte es aber sein - daher brachte ich es als Denkanstoß ein.

Um es einmal anders zu formulieren: Normalerweise ist momentan jede Diskussion über absolute Detailfragen schlicht Zeitverschwendung, wenn eben das angemahnte Konzept nicht in der Schublade liegt.

Also entweder man akzeptiert Hinweise auf den Gesamtzusammenhang, oder Du schweigst. :smile:
Aus Vernunftgründen selbstverfreilich.

Es geht um die Einführung von Kopfnoten unter den
vorherrschenden Bedinungen. Und dann gibt es durchaus
berechtigte Kritik.

Womit man wieder beim Thema wäre, wie man doch seine Zeit vertun kann, wenn man sich auf solche Details einläßt. Diese Verhaltensweise läßt sich immer gut bei Frau Christiansen beobachten - es ist schlicht nicht sinnvoll bspw. dieses Thema derartig aufzubauschen, weil die blanken Kopfnoten viel weniger bringen werden, als sie könnten, solange das System nicht radikal verbessert wird.

Den Vorwurf, damit die Diskussion zynisch abzuwürgen und auf das Schema „Einen Satz plus Nebenbemerkung“ zu reduzieren, nehme ich gerne hin. Trotzdem ist gerade diese Diskussion hier wieder ein Musterbeispiel, wie intensiv Details ohne den Roten Faden besprochen werden. So funktioniert es nicht. Dies anzuprangern mit einer pädagogischen Peitsche lasse ich mir nicht nehmen. :smile:

Was wäre wenn und es müsste dann spielt keine Rolle.
Und ich habe mehrfach Stellung bezogen Kopfnoten Ja! Wenn sich
die Bedingungen ändern. Dann müssten aber vorrangig die
Reformen diskutiert werden und nicht ein in diesem Rahmen
„popeliger“ Unterpunkt wie Kopfnoten. Wird aber nicht.

Siehe oben.
Dann doch einfach sein lassen und sich hier nicht versteifen, gerade
wenn jemand (in dem Falle ich) am Roten Faden festhält.

Genau auf diese Antwort habe ich gewartet - daß wieder
irgendeiner die hochwissenschaftliche Keule schwingen will.

Die Aussage war alles andere als wissenschaftlich.

Es ging um den Grundton, der momentan durch den Zeitgeist hineingebracht wird. Würde man wirklich derart gründlich über Kopfzensuren herfallen, käme eine martialische Schlacht der Bürokraten heraus - ohne brauchbares Endergebnis.

Daher riet ich auch zum Pragmatismus.

Früher war alles besser, wa?

Was war jetzt IQ unterhalb von Forrest Gump.

Nein im ernst, würdest Du bitte berücksichtigen, dass die
Vorgehensweisen in der DDR sich auf eine andere
Gesellschaftsstruktur bezogen. Auch die Einstellungen
bezüglich Stellenwert und Aufgaben von Schule blieben von der
Teilung nicht unbetroffen.

Das ändert aber nichts daran, daß man in der Bundesrepublik seit mehreren Jahrzehnten schlicht zu dämlich ist, von anderen zu lernen.
Gesellschaftsstrukturen hin oder her - spielt alles keine Rolle.
Es geht um die Idee und deren Umsetzung. Klammert man die ideologische Komponente heraus, ist man beim Aktenschrank. Dort liegen nämlich vielerorts noch die alten pädagogischen Pläne für Kindergartenerziehung, Schulwesen et cetera.

Die Finnen haben auch keine bloße DDR-Kopie abgeliefert, sondern viel angepaßt. Doch nicht einmal zu so etwas zeigt man sich gegenwärtig in der Lage. Das mahne ich an. Es ist doch völlig egal, ob da DDR oder Hinterkurdistan drauf steht - es geht um die blanke, nüchterne Idee samt ihrer Umsetzung.

Allerdings gibst Du unten genau die Dinge wieder, weshalb ich
eine gründiche theoretische Auseinandersetzung mit den
Konstrukten für sinnvoll erachte. Nämlich:

Nicht nämlich. Die Zeit für gründliche (also hierzulande automatisch lange) theoretische Auseinandersetzungen ist schlicht vorbei.

Genau aufgrund dieser Überlastung halte ich eine zusätzliche
Bewertung Verhaltenskonstrukten für unangebracht.

Das kommt drauf an, ob man dem Lehrer wieder den gesunden Menschenverstand zutraut.

Maßstäbe für mündliche Beurteilungen und für Kopfzensuren zusammenzufassen ist eine Sache von einem Vormittag. Der Rest ist schlicht Logik, Distanz und eben gesunder Menschenverstand.

Dazu brauche ich eben *nicht* den gegenwärtigen Apparat oder Auswüchse davon anzukurbeln. Packt man es richtig an, entstehen durch die vier Kopfzensuren plus einer Beurteilung keine Mehrbelastungen, denn Schülerbeobachtung und Einschätzung ist das tägliche Geschäft eines Lehrers. Nichts für ungut, aber es ist schlicht lächerlich, hier die typische Maschinerie der Behören und Fachkommissionen benutzen zu wollen. Wenn ich einem Lehrer heutzutage auch noch sagen muß, wie er worauf schauen soll/darf/kann/müßte/muß - bei solchen Selbstverständlichkeiten wie Ordnung, Fleiß, Mitarbeit und Betragen - dann ist das weit jenseits von heilbaren Zuständen. Mit Verlaub, hier ist einzig und allein der Lehrer gefordert, und der tut diese Dinge doch sowieso schon. Jetzt soll er sie in ein paar Zensuren packen und eventuell in eine kurze, präzise Beurteilung auf dem Zeugnis. Als Maßstäbe liegen wie gesagt genügend Pläne und Vorschriften in den DDR-Altlasten, die man nur benutzen müßte (nach einer geringfügigen Anpassung). Und schon ist man durch.

Ich zitiere doch noch einmal Einstein, um den Grundgedanken klarzumachen „Geniale Dinge sind immer genial einfach.“.

… diese
Verhaltensweisen unterschiedliche Facetten haben. Deren
Stellenwert subjektiv wahrgenommen wird. Dem einen ist es
wichtig, dass die Hefte keine Eselsohren haben, der andere hat
den globaleren Blick zb. hinsichtlich von Projektarbeiten, wie
Du ebenfalls erwähnest.

Angesichts des Sprüchleins von Einstein oben kann man nur lachen und schlicht sagen: Warum nicht alles von dem Genannten einfließen lassen und Punkt? Wie gesagt, wenn ich den Lehrer heutzutage erst instruieren muß, daß gefälligst die Hefte keine Eselsohren haben (Selbstverständlichkeit), dann sollte man - Achtung Polemik - kollektiv Morphium verteilen, um den Weltuntergang wenigstens freudig und angenehm verleben zu können.

Spontan würde ich schätzen, daß ich in 10 Minuten Dutzende Leute auf der Straße finden könnte, die mehr als genug grundanständige Ideen aufzählen würden, was bspw. Ordnung, Fleiß oder dergleichen ausmacht.
Kopfzensuren haben eben diese erfreuliche Eigenschaft, dem gesunden Menschenverstand nahezustehen. Sofern man nicht gerade wirklich zur 68er-Plage gehört oder anders ins Unertragbare verzogen wurde, ist man sogar gegenüber gesellschaftlichen Modeerscheinungen resistent, was die Sicht auf solche Dinge angeht.

Man kann also reduzieren: Weil es schon einmal funktioniert
hat, braucht man nicht in heutigem Stile lange und streitbare
Studien anstellen.

Du bist also der Überzeugung, dass es nur im Sinne der
Angleichung abgeschafft wurde?

Ich bin gar keiner Überzeugung in solchen historischen Dingen. Es ist
einwandfrei als Faktum festzustellen, daß in jeder Hinsicht die Verhältnisse von West in Ost übergestülpt wurden. Ob das nun das Bildungssystem, das soziale Betreuungssystem oder auch die Bürokratie gewesen ist. Mit Überzeugung hat das nichts zu tun - das ist einfach eine Feststellung. Andernfalls gäbe es viele Probleme logischerweise nicht, die durch Fehlentscheidungen bei dem staatsrechtlichen Anschluß von fünf neuen Bundesländern heute brandaktuell sind.

Hier mit Überzeugungen zu handeln, ist fatal, da genau das draußen bleiben muß. Distanz ist das Zauberwort - vor allem ideologische.

Es ist mir völlig wumpe was andere tun. Du begegnest meinen
Argumenten mit Dingen die andere Leute tun oder nicht tun.

Ja, weil ich nicht Ziel dieser Argumente bin - falls Du Dir das eingebildet hast, dann tut es mir herzlich leid. Aber ich habe das meiste aus der Sicht eines Dritten geschrieben, der 20 Fuß abseits zu dem ganzen Hickhack hier stand. Und ich habe Dich eben daraufhingewiesen, daß es mir um das Gesagte der anderen ging.

Du stellst meine Beiträge voran, beziehst Dich zunächst auf
diese und landest dann inhaltlich auf nem ganz anderen Wagen -
dem anderer Leute.

Natürlich, völlig logisch. Alles andere würde mich zu einem Beteiligten oder persönlich Engagierten machen. In dieser Rolle trete ich hier nur sehr, sehr ausgewählt im Brett auf.

Dann achte auf den Ton.

Mein Ton ist immer bis ins kleinste Durchdacht. Mehrheitlich auch sämtliche Formulierungen, wenn man von gewissen Aussetzern durch entsprechende Tages/Nachtzeiten absieht.

Zum einen finde ich Zynismus an dieser Stelle mehr als
unangebracht,

Dennoch hat ein Zyniker immer recht. Dazu kommt noch, daß Zynismus eigentlich nie angebracht ist - das macht ja gerade nicht unerheblich viel an seiner Wirkung aus.

Zum anderen fühlen sich hier durchaus Leute mit solchen
Kommentaren unnötig auf den Schlips getreten.

Das ist mir dann insofern sofort egal, wenn diese Leute emotional reagieren. Siehe die Diskussion, die keine werden sollte, als ich den Artikel von der ZEIT zum DDR-Kindergarten zur Debatte gestellt habe.
Entweder mit Maß und ausgeblendeten Gefühlen oder gar nicht.
Ich handhabe es doch selbst nicht anders.

Darüber hinaus sollte man immer vorsichtig sein, Zynismus zu ernstzunehmen.

MfG