Hi,
du kannst einem ja Löcher in den Bauch fragen … das läuft grade auf einen Einführungskurs in die Literaturwissenschaft hinaus, aber ich versuchs mal in der gebotenen Kürze.
die Geshcichte sollte auch an sich logisch sein.
Das ist richtig. Aber was heißt das eigentlich genau?
Naja, dass man nicht auf seite 1 sagt, der Hauptcharakter hat Höhenangst, und dann rettet er auf den nächsten 20 seiten fröhlich pfeifend Katzen von Bäumen und Hausfrauen von trittleitern, ohne dass der Unterschied irgendwie erklärt wird. Banal gesprochen. Oder der Hauptcharakter geht am Abend mit einer schönen Frau ins bett, und am anfang des nächsten Kapitels sitzt er immer noch an der Bar und quatscht mit senem besten Freund (außer wir haben was postmodernes oder Science Fiction, aber ich schweife ab). Das nur als ein paar sehr kurze, sehr extreme Beispiele, die mit sicherheit auch bestandteilö eines guten Buches sein können.
Und nicht zueltzt lebt ein gutes Buch von Neuem, Überraschendem, noch nicht erlebtem.
Was genau?
Harry Potter ist nicht neu, frau Rowling hat nur sehr gut den Herrn der Ringe gelesen. Sauron = Lord Voldemort, Gandalf = Dumbledore. Natürlich ist es so, dass man jede Geschichte, wenn man sie nur genügend herunterreduziert, auf eine Handvoll grundlegende Strukturen zurückführen kann. ab neu bedeutet, dass ich nciht schon vor dem Lesen der ersten SEite weiß, ok, schöne Frau, single, genervt von der Arbeit, fährt in Urlaub, lernt mann kennen, toller SEx, dann krise, die sofort gelöst wird, ende - friede freude eierkuchen. Eines der ganz wenigen Grundrezepte eines Konsalik. Je mehr Details ein Grundrezept enthält, desto langweiliger und vorhersagbarer wird die daraus gestrickte Geschichte. Shakespeare: auch mann trifft frau, sie verlieben sich, sie streiten, und dann heiraten sie doch. Parallelhandlung: Sie lernen sich kennen, sie streiten sich, sie lieben sich, sie heiraten. -> „Viel Lärm um nichts.“ Warum ist das gut, und Konsalik nciht? Vor Shakespeare haben alle sich getroffen, verliebt und geheiratet, und die frau war natürlich jungfrau, und beide sind kurz vor der Ehe vom Bösen versucht worden (was natürlich deutlich sichtbar als Böse deklariert war) Bei shakespear verlieben sich die jungen leute, dann streut jemand gerüchte über ihre unkeuschheit, er läßt sie vor dem Traualtar sitzen. Frühere Geschcihten hätten für sie den Selbstmord bedeutet. Bei Shakespeare gibt es einen Erkenntnisprozess des jungen helden, ey mann, ich hab scheiße gebaut, so kann ich mit der Frau nciht umgehen. (unerhört in der damaligen Literaturwelt), und sie versöhnen sich. Das andere Paar passte gar nicht ins bisherige Schema: etwas älter, zickig, absolut gegn die Heirat, sie noch dazu eine selbstbewusste Frau (damals = Zicke), und sie verlieben sich doch. Aus vernunft, und weil sie darum kämpfen. Auch neu.
Harry Potter wurde langweilig.
Wenn der erste Band ein Bestseller ist, verkaufen sich die
anderen automatisch, können also ruhig langweilig sein.
nicht ganz automatisch, aber das ist ein anderes, weites Feld.
Der Charakter (und eigentlich alle anderen) wurden nicht tief, sie
lassen die Komplexität vermissen, die Charaktere in einem
guten Buch eben haben.
Was heißt das?
Was für Charaktereigenschaften hat Harry denn, außer dass er zaubert und gelegentlich schüchtern ist, aber auf wundersame weise doch bei gefahr plötzlich das richtige tut (woher kommt das bei ihm … auch eine frage der Logik der Geschichte. Wir nehmen es dem Harry grundlos einfach so ab.)
Eine gute Handlung spricht auch immer die Erlebenswelt des
Lesers an.
Was heißt das?
wenn der Leser sagt „Ey, die Situation kenn ich! Damit hab ich auch zu tun!“
Ein objektiv gutes Buch bietet Identifizierungsmöglichkeiten.
Ja, das ist sogar äußerst wichtig. Aber was heißt das konkret?
Wie kannst du wissen, dass etewas wichtig ist, wenn du nicht weißt, was es ist? sich identifizieren kann man nur, wenn etwas aus der ERlebenswelt kommt. wenn man sagen kann „die situation kenn ich, da hab ich mciht so verhalten, so gefühlt - mal gucken, was die Figur macht, wie er / sie sich verhält. Ich kann ihn / sie verstehen“
Belletristik tut das (im Unterschied zu Sachliteratur) mit
sprachlichen Bildern.
Nein, das glaube ich nicht, vielmehr tut das JEDES gute Buch,
auch ein Sachbuch, sogar ein Buch über die
Relativitätstheorie, wie gesagt, WENN es ein GUTES Buch ist.
Ein Sachbuch verwendet Beispiele, Belletristik Metaphern = sprachliche Bilder. Wenn ein Sachbuch Metaphern verwenden würde, wären sie zu schwer z uentziffern. Eine gute Metapher ist nicht auf anhieb als solche zu erkennen, sie wird einfach verstanden. Ein Beispiel muss deutlich kenntlich gemacht werden.
Sie läßt mich in die Erfahrungswelt des Autors
hineinblicken und etwas von ihm lernen.
Ist Lernen also wichtig? Ich denke ja. Denkst du auch so?
jupp.
Warum Harry Potter erfolgreich ist? Es ist ein Kinderbuch, und
es ist ein gutes Kinderbuch.
Sage ich ja.
Aber eben ein Kinderbuch 
Sie möchten nicht lernen, erfahren, oder gar denken.
Doch! Das ist sogar einer der wichtigsten Punkte! Auch bei
Trivialliteratur.
Nein, dabei denkt man nicht. also nicht im sinne von neues lernen, über probleme nachdenken.
Uffz.
Mahlzeit (Abendessen)
Die Franzi