Was unterscheidet gute von schlechten Büchern?

Irgendwie sind doch alle Bücher gleich, oder? Bei Harry Potter fährt jemand in einem Zug, und bei Albert Einstein fährt auch jemand in einem Zug. Der eine hat einen Zauberstab, der andere berechnet den Unterschied zwischen der Geschwindigkeit des Zuges und der des Lichtes. Der eine ist Zauberer, der andere Wissenschaftler. Aber beide sind fiktiv, beide fahren Zug, und beide sind irgendwie menschlich und normal. Ein historisches Politikbuch für Erwachsene berichtet von Hexenverbrennung, und das Märchenbuch von Fünfjährigen berichtet ebenfalls davon, in Hensel und Gretel nämlich. Das eine ist, nur, für Erwachsene, das andere für Kinder, aber das Thema ist das gleiche. Das Segelschiff, das im Mittelalter mit Kanonen auf ein anderes Segelschiff schießt, und das Raumschiff, das in ferner Zukunft mit Laserstrahlen auf ein anderes Raumschiff schießt, ist doch irgendwie genau das gleiche.

Ob Wissenschaft oder Roman, ob dokumentarisch oder phantastisch, ob für Erwachsene oder Kinder, eins haben alle diese Bücher gemeinsam: Sie werden immer wieder gerne gelesen.

Nicht alle guten Bücher sind spannend wie ein Krimi, nicht alle sind komisch wie eine Komödie, nicht alle sind lehrreich wie ein Wissenschaftsbuch, aber alle werden gerne gelesen. Weil es eben gute Bücher sind.

Und dann gibt es da auch noch die Bücher, die nicht gerne gelesen werden. Das sind schlechte Bücher.

Wo ist der Unterschied?

Nein, ich will nicht wissen, wo DIE Unterschiede sind, sondern DER Unterschied, der entscheidende Unterschied.

Ich glaube, es ist der Schreibstil. Ist das so?

Hi Andreas,

Wo ist der Unterschied?

subjektiv:
Wenn Dir ein Buch gefällt, ist es für Dich ein gutes Buch - Punkt.

Objektiv:
Schwierig :wink:
Da sind sich auch Literautwissenschaftler oft genug nicht einig. Ich erinnere mich an ein Streitgespräch, bei dem einer dieser Herren Arno Schmidt mit Herzensglut hochleben ließ und sein Gegenüber ihn mit der gleichen Vehemenz verriss.

Es gibt aber Kandidaten, da sind sich die Sprachwissenschaftler meist geschlossen einig, daß sie keine guten Bücher schreiben, aber da Punkt ‚Subjektiv‘ meist schwerer wiegt … Potter, Simmel, Konsalik mögen da Kandidatn sein.

Gandalf

Hi Gandalf!

sind sich die Sprachwissenschaftler meist geschlossen einig, daß
sie keine guten Bücher schreiben.
Potter, Simmel, Konsalik mögen da Kandidatn sein.

Warum sind dann ausgerechnet diese Bücher Bestseller? Potter z.B. habe ich gelesen. Ich hasse zwar das Thema Zauberei, aber das Buch fand ich sehr spannend, also „gut“. Und diese Auffassung kann ja nicht subjektiv sein, wenn Millionen andere ebenso denken, oder?

Und zur Erklärung, was ich meine: Unter guten Büchern verstehe ich solche, die sich auch gut verkaufen. Vielleicht haben diese sogenannten Wissenschaftler eine andere Definiton von „gut“, aber die meine ich nicht.

Grüße

Andreas

Moin Andreas,

Unter guten Büchern verstehe
ich solche, die sich auch gut verkaufen.

auch eine Definition.
Aber Hefteromane verkaufen sich auch gut :wink:

Vielleicht haben
diese sogenannten Wissenschaftler eine andere Definiton von
„gut“, aber die meine ich nicht.

Das ‚sogenannte‘ darfst Du ruhig weglassen.
Ja, die litertuwissenschaftlich Definition ist sicher eine ander aber sicher keine homogene, siehe meinen ersten Beitrag.
Es gibt sicher gewisse Kriterien, an denen man festmachen kann, ob ein Schreiber die Sprache und die Stilmittel beherrscht und ev. genau amit bricht.
Ein ähnliches Problem haben die Kunstwissenschaftler. Viele ‚unbedarfte‘ Betrachter haben ja dieses Gefühl ‚Das kann mein vierjähriges Enkelkind auch‘, was aber nicht stimmt.

Einen Thomas Mann zu lesen, oder Lessing oder den Geheimrat ist schon was anderes als einen Groschenroman.
Genauso wie ich einen Feininger einem Ölgeklätsche aus dem Kaufhaus bevorzuge.

Gandalf

Hallo Gandalf!

Ja, so gesehen hast du völlig Recht.

Und Germanistik ist natürlich auch eine echte Wissenschaft, nicht nur eine sogenannte.

Ich darf deshalb meine Frage etwas abändern:

Was ist DER Unterschied zwischen Büchern, die sich gut verkaufen, und solchen, die sich nicht gut verkaufen? Unabhängig vom Literaturwissenschaftlichen Niveau.

Grüße

Andreas

Hallo,

Warum sind dann ausgerechnet diese Bücher Bestseller? Potter
z.B. habe ich gelesen. Ich hasse zwar das Thema Zauberei, aber
das Buch fand ich sehr spannend, also „gut“. Und diese
Auffassung kann ja nicht subjektiv sein, wenn Millionen andere
ebenso denken, oder?

Nun, dan ist subjektiv für dich Harry Potter ein gutes Buch, und das Geld war nicht rausgeschmissen.
Ich habe auch Harry Potter gelesen, die ersten 5 Bände, den Rest nicht mehr. Auch der 5. Band ist mir schon recht schwer gefallen. Zu einem guten Buch gehören für mich viele verschiedene Dinge. Sprachliche Präzision und Vielfalt: dass der Autor seine Charaktere Sprache unterschiedlich verwenden läßt und sie auch dadurch charakterisiert (Wortschatz, Register, Dialekt, Korrektheit bzw auch mal unkorrektheit, je nach Typ), dass der Autor Stimmungen erzeugen kann durch mehr als das Benutzen stimmungsbeschreibender Adjektive und solche Sachen. Ich sollte einen Charakter an seinen Worten erkennen und nicht daran, dass da steht "Susi sagt: „…“ Ein gutes Buch sollte meine Fantasie ansprechen und mir nicht alles vorgeben. In einem guten Buch sollten sich die Charaktere auch verändern, so, wie es die in der Geschichte beschriebenen umstände verlangen, die Geshcichte sollte auch an sich logisch sein (wenn auch vielleicht erst alles sinn macht, wenn man durch das Buch durch ist, vgl Herr der Ringe. Die Anfangskapitel sind erst interessant und stimmig und wirklich schön, wenn man die Trilogie gelesen hat.). Und nicht zueltzt lebt ein gutes Buch von Neuem, Überraschendem, noch nciht erlebtem.
Harry Potter wurde langweilig, weil er im Verlauf der 5 Bücher und damit 5 Schuljahre nicht erwachsener wurde (genausowenig wie seine Freunde) und man nichts über ihn erfuhr. Der Charakter (und eigentlich alle anderen) wurden nicht tief, sie lassen die Komplexität vermissen, die Charaktere in einem guten Buch eben haben. Nun mag das Kindern auch bei Band 7 nicht auffallen, die haben ja keine Leseerfahrung. Auch als Erwachsener findet man Band 1 sicher sehr interessant, aber dann beginnt die sache schon, sich zu wiederholen. Sicher kommen neue lustige Einzelheiten dazu, die an sich unterhaltsam sind, aber im Großen und Ganzen ersetzbar scheinen, keinen Zweck haben. Und dann geht der Unterhaltungswert für einen Erwachsenen verloren.
Eine gute Handlung spricht auch immer die Erlebenswelt des Lesers an. Ein objektiv gutes Buch (um den Begriff weiterzuverwenden) bietet Identifizierungsmöglichkeiten. Ich erkenne eine bekannte Situation wieder und erfahre von einem anderen Ende, als es mir aus miener Erfahrung bekannt ist - ich lerne, oder setze mich kritisch auseinander. Belletristik tut das (im Unterschied zu Sachliteratur) mit sprachlichen Bildern in allen Varianten und in unterschiedlicher Komplexität. sie läßt mich in die Erfahrungswelt des Autors hineinblicken und etwas von ihm lernen.
Warum Harry Potter erfolgreich ist? Es ist ein Kinderbuch, und es ist ein gutes Kinderbuch.
Warum Simmel, Konsalik und Co. erfolgreich sind? Nicht jeder will ein buch mit anspruch lesen. Sehr viele Leute möchten in eine vorgegaukelte schöne Welt eintauchen, möchten genau das lesen, was sie erwarten und was ihnen im Leben fehlt, sie möchten nicht lernen, erfahren, oder gar denken. Über die LEgitimität möchte ich hier nciht spekulieren, schon einmal, weil ja wir alle so unsere Momente haben, glaube ich :smile:

Ende der Predigt,

Die Franzi

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Hallo,

Was ist DER Unterschied zwischen Büchern, die sich gut
verkaufen, und solchen, die sich nicht gut verkaufen?
Unabhängig vom Literaturwissenschaftlichen Niveau.

Wenn es darauf eine einfache Antwort gebe, würden nur noch Bestseller gedruckt. Kein Verlag würde sich mit der anderen Sorte von Büchern abgeben.

Gruß
Elke

HAHAHAHA! :smiley:

Was ist DER Unterschied zwischen Büchern, die sich gut
verkaufen, und solchen, die sich nicht gut verkaufen?

heerscharen von autoren und verlegern würden den, der die antwort darauf weiß, mit gold aufwiegen. ich behalte sie aber für mich :smile:

wenn du aber mal nach guter literatur fragst, würde ich durchaus antwort geben.

schöne grüße
ann

Hallo!

heerscharen von autoren und verlegern würden den, der die
antwort darauf weiß, mit gold aufwiegen.

Na super! Dann habe ich ja genau die richtige Frage gestellt.

Grüße

Andreas

hallo andreas,

Nein, ich will nicht wissen, wo DIE Unterschiede sind, sondern
DER Unterschied, der entscheidende Unterschied.

Ich glaube, es ist der Schreibstil. Ist das so?

hm… nein… längst nicht nur. so einfach ist das nicht zu beantworten.
ich habe dir weiter unten ein büchlein empfohlen - wenige seiten nur und nur 99 cent. lies es und deine frage wird sich weitestgehend erübrigen.

schöne grüße
ann

PS: auch interessant, aber ich weiß nicht, ob unbedingt für dich in bezug auf deine frage: http://oregonstate.edu/instruct/ger341/litdef.htm

hmpf

Hallo!

heerscharen von autoren und verlegern würden den, der die
antwort darauf weiß, mit gold aufwiegen.

Na super! Dann habe ich ja genau die richtige Frage gestellt.

ja, aber du kannst keine antworten erwarten wie tütensuppen: packung auf und fertig iss.
du wirst das thema schon selbst etwas erarbeiten müssen, um brauchbare antworten zu erhalten.

schöne grüße
ann

Hallo!

Kein Verlag würde sich mit der anderen
Sorte von Büchern abgeben.

Und warum geben sie sich damit ab? Sind denn alle Lektoren unfähig?

Ich denke, ein Lektor macht es wahrscheinlich so, wie ich, und wie jeder eifrige Bücherleser.

Ich schlage ein beliebiges Buch auf, lese eine Zeile, oder manchmal auch drei oder fünf, und weiß, ob das Buch sich gut verkauft. Und meistens liege ich mit diesem ersten Eindruck richtig.

Mein Problem ist, daß ich nicht genau weiß, wie ich diese unbewußte Entscheidung treffe. Ich habe da so eine Ahnung, aber ich würde gerne auch von anderen Seiten Antworten hören.

Und es ist auch etwas ganz anderes, ein gutes Buch zu ERKENNEN, das können sehr viele, oder ein gutes Buch zu SCHREIBEN, das können nur wenige.

Und die, die es können, die müssen doch wissen, worauf es ankommt, sonst könnten sie doch nicht so gut schreiben.

Grüße

Andreas

Hallo!

ja, aber du kannst keine antworten erwarten wie tütensuppen.

Och, ich kenne ein Buch, das liest sich wirklich die der Text auf der Rückseite einer Tütensuppe.

Aber das Buch wirst du nicht kennen.

Und ich weiß auch, warum.

Grüße

Andreas

Hi,

Na super! Dann habe ich ja genau die richtige Frage gestellt.

Das war auch nciht so schwer, das ist eine wirtschaftliche Fragestellung. die ist weder im Verlagswesen noch bei Aldi neu - was muss ich tun, damit sich produkt x gut verkauft?
Aber der Unterschied zwischen guter Literatur und einer guten Tütensuppe ist, dass ich bei der guten Tütensuppe vorher weiß, was drin ist. SChlechte literatur ist dann eben wie eine gute Tütensuppe: Ich weiß, was geschieht, noch bevor ich das Buch aufgeschlagen habe.
Trotzdem ist eine gute Tütensuppe kein gutes Essen. Zu einem guten Essen gehört Frische und erstaunlicherweise auch ein gewisser Überraschungseffekt. Gute Literatur ist nicht vohrhersagbar. Abedr trotzdem ist nicht alles, was nicht vorhersagbar ist, gute Literatur.
Und auch gute Fragen sind nur dann wirklich gute Fragen, wenn sie neu sind. Und trotzdem sind auch bereits oft gestellte Fragen für den Fragesteller nützlich, aus unzähligen Gründen, auch wenn die Antwortenden die Begeisterung nur untershciedlich stark nachvollziehen können :smile:

(nennt man das ganze jetzt eine erweiterte MEtapher?)

Die Franzi

Hallo!

Danke für diesen guten Beitrag, der eine Menge wertvolle Tipps enthält!

Ich habe auch Harry Potter gelesen, die ersten 5 Bände.

Ich habe nur Band 1 gelesen.

Zu einem guten Buch gehören für mich, dass der Autor Stimmungen erzeugen kann.

Ja, das ist sicher wichtig.

Ein gutes Buch sollte meine Fantasie ansprechen.

Ja, das ist sicher auch sehr wichtig.

die Geshcichte sollte auch an sich logisch sein.

Das ist richtig. Aber was heißt das eigentlich genau?

Und nicht zueltzt lebt ein gutes Buch von Neuem, Überraschendem, noch nicht erlebtem.

Was genau?

Harry Potter wurde langweilig.

Wenn der erste Band ein Bestseller ist, verkaufen sich die anderen automatisch, können also ruhig langweilig sein.

Der Charakter (und eigentlich alle anderen) wurden nicht tief, sie
lassen die Komplexität vermissen, die Charaktere in einem
guten Buch eben haben.

Was heißt das?

Eine gute Handlung spricht auch immer die Erlebenswelt des
Lesers an.

Was heißt das?

Ein objektiv gutes Buch bietet Identifizierungsmöglichkeiten.

Ja, das ist sogar äußerst wichtig. Aber was heißt das konkret?

Belletristik tut das (im Unterschied zu Sachliteratur) mit
sprachlichen Bildern.

Nein, das glaube ich nicht, vielmehr tut das JEDES gute Buch, auch ein Sachbuch, sogar ein Buch über die Relativitätstheorie, wie gesagt, WENN es ein GUTES Buch ist.

Sie läßt mich in die Erfahrungswelt des Autors
hineinblicken und etwas von ihm lernen.

Ist Lernen also wichtig? Ich denke ja. Denkst du auch so?

Warum Harry Potter erfolgreich ist? Es ist ein Kinderbuch, und
es ist ein gutes Kinderbuch.

Sage ich ja.

Sehr viele Leute möchten in eine vorgegaukelte schöne Welt
eintauchen, möchten genau das lesen, was sie erwarten und was
ihnen im Leben fehlt.

Das trifft auch auf Potter zu.

Sie möchten nicht lernen, erfahren, oder gar denken.

Doch! Das ist sogar einer der wichtigsten Punkte! Auch bei Trivialliteratur.

Ende der Predigt

Die sehr gute geschrieben war.

Grüße

Andreas

Hi!

Die Frage ist nicht neu?

Die Frage in jedem Krimi ist immer: „Wer ist der Mörder?“ Die ist auch nie neu, und doch immer wieder spannend.

Grüße

Andreas

Hallo Andreas,

Was ist DER Unterschied zwischen Büchern, die sich gut
verkaufen, und solchen, die sich nicht gut verkaufen?

wenn ein Buch zur rechten Zeit am rechten Ort veröffentlich wird.
Wäre Harry Potter fünf oder zehn Jahre vorher veröffentlicht worden, wäre es wahrscheinlich ein Flop geworden.

Gandalf

P.S.
Wenn ich es konkret wüßte, würde ich mein Wissen sehr teuer verkaufen :wink:

Hi,

du kannst einem ja Löcher in den Bauch fragen … das läuft grade auf einen Einführungskurs in die Literaturwissenschaft hinaus, aber ich versuchs mal in der gebotenen Kürze.

die Geshcichte sollte auch an sich logisch sein.

Das ist richtig. Aber was heißt das eigentlich genau?

Naja, dass man nicht auf seite 1 sagt, der Hauptcharakter hat Höhenangst, und dann rettet er auf den nächsten 20 seiten fröhlich pfeifend Katzen von Bäumen und Hausfrauen von trittleitern, ohne dass der Unterschied irgendwie erklärt wird. Banal gesprochen. Oder der Hauptcharakter geht am Abend mit einer schönen Frau ins bett, und am anfang des nächsten Kapitels sitzt er immer noch an der Bar und quatscht mit senem besten Freund (außer wir haben was postmodernes oder Science Fiction, aber ich schweife ab). Das nur als ein paar sehr kurze, sehr extreme Beispiele, die mit sicherheit auch bestandteilö eines guten Buches sein können.

Und nicht zueltzt lebt ein gutes Buch von Neuem, Überraschendem, noch nicht erlebtem.

Was genau?

Harry Potter ist nicht neu, frau Rowling hat nur sehr gut den Herrn der Ringe gelesen. Sauron = Lord Voldemort, Gandalf = Dumbledore. Natürlich ist es so, dass man jede Geschichte, wenn man sie nur genügend herunterreduziert, auf eine Handvoll grundlegende Strukturen zurückführen kann. ab neu bedeutet, dass ich nciht schon vor dem Lesen der ersten SEite weiß, ok, schöne Frau, single, genervt von der Arbeit, fährt in Urlaub, lernt mann kennen, toller SEx, dann krise, die sofort gelöst wird, ende - friede freude eierkuchen. Eines der ganz wenigen Grundrezepte eines Konsalik. Je mehr Details ein Grundrezept enthält, desto langweiliger und vorhersagbarer wird die daraus gestrickte Geschichte. Shakespeare: auch mann trifft frau, sie verlieben sich, sie streiten, und dann heiraten sie doch. Parallelhandlung: Sie lernen sich kennen, sie streiten sich, sie lieben sich, sie heiraten. -> „Viel Lärm um nichts.“ Warum ist das gut, und Konsalik nciht? Vor Shakespeare haben alle sich getroffen, verliebt und geheiratet, und die frau war natürlich jungfrau, und beide sind kurz vor der Ehe vom Bösen versucht worden (was natürlich deutlich sichtbar als Böse deklariert war) Bei shakespear verlieben sich die jungen leute, dann streut jemand gerüchte über ihre unkeuschheit, er läßt sie vor dem Traualtar sitzen. Frühere Geschcihten hätten für sie den Selbstmord bedeutet. Bei Shakespeare gibt es einen Erkenntnisprozess des jungen helden, ey mann, ich hab scheiße gebaut, so kann ich mit der Frau nciht umgehen. (unerhört in der damaligen Literaturwelt), und sie versöhnen sich. Das andere Paar passte gar nicht ins bisherige Schema: etwas älter, zickig, absolut gegn die Heirat, sie noch dazu eine selbstbewusste Frau (damals = Zicke), und sie verlieben sich doch. Aus vernunft, und weil sie darum kämpfen. Auch neu.

Harry Potter wurde langweilig.

Wenn der erste Band ein Bestseller ist, verkaufen sich die
anderen automatisch, können also ruhig langweilig sein.

nicht ganz automatisch, aber das ist ein anderes, weites Feld.

Der Charakter (und eigentlich alle anderen) wurden nicht tief, sie
lassen die Komplexität vermissen, die Charaktere in einem
guten Buch eben haben.

Was heißt das?

Was für Charaktereigenschaften hat Harry denn, außer dass er zaubert und gelegentlich schüchtern ist, aber auf wundersame weise doch bei gefahr plötzlich das richtige tut (woher kommt das bei ihm … auch eine frage der Logik der Geschichte. Wir nehmen es dem Harry grundlos einfach so ab.)

Eine gute Handlung spricht auch immer die Erlebenswelt des
Lesers an.

Was heißt das?

wenn der Leser sagt „Ey, die Situation kenn ich! Damit hab ich auch zu tun!“

Ein objektiv gutes Buch bietet Identifizierungsmöglichkeiten.

Ja, das ist sogar äußerst wichtig. Aber was heißt das konkret?

Wie kannst du wissen, dass etewas wichtig ist, wenn du nicht weißt, was es ist? sich identifizieren kann man nur, wenn etwas aus der ERlebenswelt kommt. wenn man sagen kann „die situation kenn ich, da hab ich mciht so verhalten, so gefühlt - mal gucken, was die Figur macht, wie er / sie sich verhält. Ich kann ihn / sie verstehen“

Belletristik tut das (im Unterschied zu Sachliteratur) mit
sprachlichen Bildern.

Nein, das glaube ich nicht, vielmehr tut das JEDES gute Buch,
auch ein Sachbuch, sogar ein Buch über die
Relativitätstheorie, wie gesagt, WENN es ein GUTES Buch ist.

Ein Sachbuch verwendet Beispiele, Belletristik Metaphern = sprachliche Bilder. Wenn ein Sachbuch Metaphern verwenden würde, wären sie zu schwer z uentziffern. Eine gute Metapher ist nicht auf anhieb als solche zu erkennen, sie wird einfach verstanden. Ein Beispiel muss deutlich kenntlich gemacht werden.

Sie läßt mich in die Erfahrungswelt des Autors
hineinblicken und etwas von ihm lernen.

Ist Lernen also wichtig? Ich denke ja. Denkst du auch so?

jupp.

Warum Harry Potter erfolgreich ist? Es ist ein Kinderbuch, und
es ist ein gutes Kinderbuch.

Sage ich ja.

Aber eben ein Kinderbuch :wink:

Sie möchten nicht lernen, erfahren, oder gar denken.

Doch! Das ist sogar einer der wichtigsten Punkte! Auch bei
Trivialliteratur.

Nein, dabei denkt man nicht. also nicht im sinne von neues lernen, über probleme nachdenken.

Uffz.

Mahlzeit (Abendessen)

Die Franzi

1 „Gefällt mir“

Hi,

Die Frage in jedem Krimi ist immer: „Wer ist der Mörder?“ Die
ist auch nie neu, und doch immer wieder spannend.

Die Frage ist nicht spannend, die Suche nach der Antwort. Aber der Krimi an sich ist ein totes Genre, da kann nichts neues mehr gemacht werden. Leider. Aber die alte Masche ist unterhaltsam, wenn auch nciht lehrreich :smile:

Die Franzi

Hallo Andreas,

tja, wenn das alles nur so schön einfach wäre :wink:

Gandalf