Hallo Andreas,
Ob „gerne gelesen“ ein gutes Buch ausmacht?
Ja, das ist die Frage. Auf jeden Fall macht es ein gut
verkaufbares Buch aus, und darum geht es mir.
Ich meine Nein. Qualität bedingt in diesem Zusammenhang nicht auch Quantität. Und gut verkaufbar ist eben nicht (immer
gut!
Ob " nicht gerne gelesen" ein schlechtes Buch ausmacht?
Ebenso.
ebenso …
Meine Frage an Dich: Was verstehst du GENAU unter einem guten
Stil, den du gerne liest?
Der Satzbau scheint mich zu faszinieren. Gerne komplizierter, aber nicht um jeden Preis und trotdem gut verständlich (eine echte Kunst!). Das drumherum der Handlung. Die Beschreibung der feinen Details. Komplexe Strukturen. Ausgeprägte Charactere.
Wie sagte doch schon Aristoteles: Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.
Insofern kann man nicht sagen „Das ist es“. Die Mischung muss einfach stimmen!
Wenn man es schafft über zwei Seiten eine Gegend so zu beschreiben, dass der Leser nicht aufhören mag, obwohl es „netto“ kaum Beitrag zu eigentlichen Handlung liefert, dann hat er den richtigen Stil getroffen. Dies wird wohl ewig die guten von den schlechterern Schriftstellern unterscheiden. (ZB Das Boot von Buchheim der gaaaanz lang das Meer beschreibt um so die Stimmung der Soldaten „rüber zu bringen“)
Sprachlich interessante Bücher, die dann auch noch eine
Handlung bieten die fasziniert, sind meine Favoriten.
Und was verstehst du darunter GENAU?
Hier kommt halt noch das Thema hinzu. Das ist für mich fast austauschbar. Ich habe mal sehr gerne SciFi gelesen, da war mir der „Rest“ aber noch nicht so wichtig… Heute kann ich mich für alle Themen begeistern, die gut (siehe oben) rübergerbracht werden. Ich habe in letzter Zeit einige der Nobels gelesen, alle hatten „das besondere etwas“. Die Handlung variierte dabei zwischen kaum Wahrnehmbar, besser gesagt einer fast nebensächlichen Handlung, bis zu einem kaltblütigen Mord…
Was mich an deiner Antwort aber irritiert ist:
Auf jeden Fall macht es ein gut verkaufbares Buch aus, und darum geht es mir.
Ich denke ein Empfehlung „schreib so“, dann wird es was, ist nicht möglich. Auch die von mir angesprochene Riege der Nobelpreiser hat nicht immer einen guten Tag. Auch unterliegt es dem Zeitgeist, ob „man“ sich gerade für etwas erwärmen kann. „So richtig gute“ sollten das kaum spüren, denn wenn auch das Klientel kleiner wird bleiben sie von Bedeutung. Wer liest denn heute noch Göthe et al, wenns nicht not tut!
mfg
Dirk.Pegasus