Hallo flo,
Das interessiert mich ja gerade. Wie kann aus Glauben Wissen
erlangen? Und warum bist du dir sicher, dass du Hilfe
Das habe ich auch nicht von heute auf morgen geschafft und auch mein Glaube ist sicherlich nicht so unerschütterlich, wie er sein konnte. Aber ich habe bisher noch keine großen Enttäuschungen erlebt, erst recht nicht in den Sachen, in denen ich inständig um Hilfe gebeten habe. Das ist ein langer Prozess, bei dem es auch mal kleinere Rückschläge geben kann, aber im Endeffekt gelange ich schließlich zu der Gewissheit, dass da „noch etwas“ ist. Und das ist dann Wissen, nicht in der Art „Ich weiß, dass es mir weh tut, wenn ich mir ein Bein breche“ sondern in der Art „Ich weiß, dass meine Familie mich liebt und im Zweifel für mich einsteht“.
bekommst? Wer sagt dir, daß du deine Probleme nicht auch ohne
einen Glauben an was auch immer gelöst hättest? Ist es
Die Erfahrung, mein Gefühl. Wobei es ein Trugschluss wäre jetzt zu sagen „dass wurde Dir so anerzogen“. Mir wollte man schon ganz andere Sachen anerziehen, aber da habe ich doch nen recht eigenen Kopf.
möglicherweise einfach der Wunsch, in manchen Situationen
nicht allein dazustehen, auch wenn es nur eine irreale,
fiktive Gestalt ist, an die man sich klammert?
Selbst wenn es so wäre (!), allein die Tatsache, dass es offenbar viele Menschen gibt, denen so im Leben geholfen ist, würde doch schon rechtfertigen, ihnen diesen Glauben zu lassen. Aber Gott ist für mich greifbar, ohne dass ich ihn dafür als einen alten Mann mit Bart sehen muss. Wie? So, wie Liebe greifbar ist, ohne dass man sie nachweisen kann (es sei denn, man versucht, Liebe über die Ausschüttung von Endorphinen zu erklären, aber auch da ist mehr wie man sieht, wenn Liebe etwa über lange zeitliche und räumliche Entfernung beibehält).
Das ist jetzt eine höchst philosophische Frage, aber was soll
dann Gott sein? Du personifizierst Gott, in dem du schreibst
„er sagt den Menschen“, „er hilft dir“, usw… Aber es ist ja
nichts physisches da, was dir hilft. Niemand, der dir wirklich
die Hand entgegenstreckt.
Eine ganz ganz weite Definiton wäre: Gott ist die Kraft des Guten und des Gewissens, das den Menschen von den Tieren unterscheidet und das den Menschen, obwohl ein Herdentier, dazu gebracht hat, soziale Systeme aufzubauen und auch die zu unterstützen, die aus eigener Kraft nicht mehr können - bis hin zu Selbstaufgabe und weit über tierischen Instinkt hinaus. Und die Kraft des schöpferischen Wirkens, in Kunst, Musik, Medizin. Insofern braucht Gott nicht vom Himmel herabzusteigen, sondern begegnet einem in anderen Menschen, in deren Aktionen. Die Antwort ist ähnlich „philosophisch“ und konstruiert wie die Frage, aber das bringt so eine Auseinandersetzung wohl mit sich 
Inwiefern kann etwas, über einen Placebo-Effekt hinaus,
helfen, wenn es nur in den Köpfen der Menschen existiert?
Siehst Du, das ist eben der wesentliche Unterschied zwischen Deiner und meiner Ansicht. Für mich ist da mehr als ein Placebo-Effekt, da existiert mehr als nur eine Idee in den Köpfen der Menschen. Aber kann ich das vermitteln? Nein, die Erfahrung kann man nur selber machen, wenn man will, oder auch nicht. Ich werde nicht versuchen, Leute zu missionieren, dazu bin ich auch kaum in der Lage - ich kann es ja selber kaum erklären außer eben mit diesem inneren Wissen.
So long
Christian
… der konstruktive Diskussionen auch schätzt
)