hallo MM,
bittesehr, hier ein artikel dazu:
„Alcopops zum Rauchen“
Wasserpfeifen sind „in“
Sie schmecken nach Apfel, Kirsche oder Cappuccino, und ihr Aussehen erinnert an Tausendundeine Nacht: Immer mehr orientalische Wasserpfeifen stehen auf den Tischen von Bars und Restaurants vor allem in Großstädten. Zum Preis von fünf bis zehn Euro inhalieren meist junge Deutsche in kuschliger Atmosphäre ein Stück Morgenland. Doch was so süß nach Früchten schmeckt, hat es in sich: Experten halten den Rauch von Wasserpfeifen - den so genannten Shi-Shas - für schädlicher als Zigarettenrauch.
Als „Alcopops zum Rauchen“ bezeichnet der Geschäftsführer der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen, Raphael Gaßmann, die Wasserpfeifen. Auch wenn Shi-Shas von vielen als nicht gesundheitsschädlich eingestuft würden, sei das Gegenteil der Fall. Da der Rauch kälter als Zigarettenrauch sei, werde er meist viel tiefer inhaliert, stellt der Experte fest. Außerdem enthalte die Pfeife keinen Filter. „Dadurch werden junge Leute an das Rauchen herangeführt“, sagt Gaßmann.
Gerade für Nichtraucher ist der Konsum von Shi-Shas nach seiner Einschätzung verführerisch. Sie schmecken süß und mild, der kalte Rauch kratzt auch nicht. Greifen Jugendliche dann zur ersten Zigarette, bleiben die klassischen Nebenwirkungen wie Husten aus - die Lunge hat sich schon an den Rauch gewöhnt. Eigentlich dürfen die Pfeifen erst an Jugendliche über 16 Jahren verkauft werden, doch nach Gaßmanns Erfahrungen gehören zur Zielgruppe auch Jüngere.
Im „Arabesque“, einem orientalischen Restaurant mit Bar in Darmstadt, gibt es den süßen Rauch erst ab 18 Jahren. „Wir lassen uns auch mal den Ausweis zeigen“, sagt Besitzer Iljas Caddow. Er serviert seit Mai 2003 den weißen Dunst zu Falafel und Minze-Tee in 15 Geschmacksrichtungen. Ein Ägypten-Urlaub habe ihn zu der Geschäftsidee inspiriert. „Weil es damals etwas Neues war, ist es gleich gut angekommen.“ 70 bis 80 Wasserpfeifen verkauft er an guten Tagen. Auch wenn es nicht gerade gut für die Gesundheit sei, hält er die Gefahr der Shi-Shas für gering. „Mehr als eine pro Tag raucht man ja nicht davon.“
Auch der Besitzer der Mosaiic-Bar in Frankfurt, der 27-jährige He-Chem, ist mit dem Umsatz seiner Shi-Shas zufrieden: „Jeder zweite Gast bestellt eine Wasserpfeife.“ Das warme Ambiente mit Bodenkissen, gedämpftem Licht und dem fremdländischen Flair seien für seine Gäste wie Urlaub. „Die Leute haben mehr als genug von kalten Bars“, sagt He-Chem, der nur seinen Vornamen nennen will.
Dem Geschäftsführer des Verbandes der Rauchtabakindustrie, Franz Peter Marx, liegen keine genaue Zahlen zum Konsum von Wasserpfeifen-Tabak vor. Lediglich am gewachsenen Absatz von Pfeifentabak sei der Trend erkennbar: Dieser stieg von 847 Tonnen in 2002 auf 884 Tonnen in 2004, obwohl der Verband eher ein schwindendes Interesse am klassischen Pfeiferauchen ausgemacht hat. „Der Anstieg fällt mit dem Aufkommen des Wasserpfeifen-Trends zusammen, es kann durchaus sein, dass das eine Rolle spielt“, sagt der Geschäftsführer.
Marx hat sein eigenes Problem mit den Trend-Pfeifen: „Ein Teil des Tabaks wird illegal nach Deutschland eingeführt und entspricht nicht der deutschen Tabakverordnung.“ Der Großteil komme aus der Türkei und Ägypten und enthalte teils zu viele Feuchthaltemittel, kritisiert er.
von n-tv!
strubbel
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