Ich habe jetzt 21 Stunden Therapie (Tiefenpsychologisch) hinter mir, beantragt wurden zunächst 25 Stunden.
Leider habe ich das Gefühl das ich bei dem Therapeuten nicht richtig bin. Es hat sich noch nichts verändert, noch nichts verbessert etc. Die Chemie stimmt nicht, und ich glaube mittlerweile das ich bei einer Frau besser aufgehoben wäre. Zudem möchte ich nach intensivere Beschäftigung mit dem Thema gerne zur Verhaltenstherapie wechseln.
Wie kann das jetzt ablaufen? Ist das überhaupt so einfach möglich? Kann ich während der jetzt noch laufenden Therapie Erstgespräche bei anderen Therapeuten wahrnehmen? Oder erst wenn die Therapie beendet ist? Bin gesetzlich versichert.
Wenn Sie sich bei einem Therapeuten nicht wohl fühlen - völlig unabhängig von Geschlecht, Umgang o.ä. - dann wechseln sie. Und zwar so zügig, wie es Möglich ist.
Unabhängig davon sollten sie den „Nutzen“ der Therapie betrachten. Ich habe die Vermutung, dass sie mit falschen Erwartungen an dieses Therapieverfahren herangegangen sind. Die Tiefenpsychologie ist eine gute Schule, die vielen Menschen sehr geholfen hat- sie ist aber nicht primär darauf ausgelegt, das Individuum möglichst schnell wieder „funktionstüchtig“ zu machen. Tiefenpsychologische Verfahren sind darauf ausgelegt, viel Zeit zu brauchen. Oft sind Behandlungszeiten von mehreren Monaten oder Jahren nötig, um einen messbaren Erfolg zu erzielen. Das Therapeut- Patient Verhältnis ist enorm wichtig. Daher ist „unwohl - fühlen“ insbesondere bei der Tiefenpsychologie, mehr noch als bei jeder anderen Therapieschule - kontraproduktiv. Sowohl für ihren Glauben an eine Verbesserung ihrer psychischen Befindlichkeit, als auch für andere Patienten, die vielleicht im Umkehrschluss mit der Verhaltenstherapie nicht klar kommen und eher einen Platz in einer Tiefenpsychologischen behandlung benötigen würden.
Ein Wechsel zu einem Verhaltenstherapeuten, der Ihnen auch eventuell mehr bringen wird, wenn Sie einen relativ schnell sichtbaren Erfolg ausmachen wollen, wird kein Problem sein.
Um sich zu erkundigen wie sie am besten vorgehen um Unstimmigkeiten mit der Krankenkasse zu vermeiden, würde ich mich dort direkt bei einem Sachbearbeiter erkundigen. Wenn Sie ihm die Tatsache so darlegen wie hier (sie fühlen sich unwohl!), wird er ihnen eh zu einem Wechsel raten (denn: Unwohlfühlen = Todesurteil für eine erfolgreiche Therapie = rausgeschmissenes Geld für die Krankenkasse) und sie dann auch über die erforderlichen Schritte aufklären.
Stellen sie sich aber, trotz allem, auf eine gewisse Wartezeit ein. Ich erzähle sicherlich nichts neues, wenn ich sage, dass die Wartelisten vor allem bei Psychologischen Psychotherapeuten der Verhaltenstherapie unfassbar lang sind.
Grüße,
Praefrontal
Hallo!
hmm wenn man nach 21! Therapiestunden erst an einen Punkt kommt „eventuell ist der Therapeut nichts für mich, vielleicht wäre eine Frau besser“, dann hat das meines Erachtens wenig mit Chemie zwischen den Akteuren zu tun. So etwas merkt man weit eher. Es geht hier eher um die Frage, wieso die Situation nach der eigenen Einschätzung sich nicht verbesser/geändert hat.
Und da sollte man in erster Linie bei sich selbst nachschauen. Lässt man sich auf die Therapie wirklich ein, möchte man etwas verbessern, ist der Wille an sich selbst zu arbeiten da? Oder erwartet man Wunder „nu mach mich mal wieder gesund“?
Ich bezweifel daher, dass es nur allein mit einem Wechsel des Therapeuten getan ist.
Gruß!
T.
Ok, dann noch paar Infos dazu. Damals, vor einem halben Jahr, als ich auf Therapeutensuche war, war ich nicht sehr wählerisch, da es mir wirklich nicht gut ging, zudem total unerfahren. Dort wirklich wohl gefühlt habe ich mich nie, aber ich hatte die Hoffnung das sich das mit der Zeit wenn man sich besser kennenlernt bessert. Und ich wollte nicht so schnell die Flinte ins Korn werfen. Nachdem jetzt nach eben sovielen Stunden sich immer noch nicht annähernd sowas wie Vertrauen aufgebaut hat und sich langsam die Frage nach einer Verlängerung stellen wird fängt man dann das überlegen an.
Mittlerweile kann ich besser einschätzen was mir wichtig ist damit es funktionieren kann. Zudem denke ich das mich derzeit eine Verhaltenstherapie weiterbringt, da ich zunächst mal einige Verhaltensweisen im Hier und Jetzt dringend in den Griff bekommen muss, was wieso weshalb warum ich diese habe ist mir auch wichtig, aber erstmal muss ich es doch in den Griff bekommen. Und damit bin ich im Moment ziemlich alleine gelassen. Und genau da brauch ich derzeit deutlich mehr unterstützung.
Viele Grüße und Danke für die Antworten
Guten Tag!
Vorab und, zugegebenermaßen, viel zu pauschal gesagt: Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass das „Wohlfühlen“ überschätzt wird. Es braucht sicherlich ein stabiles „Arbeitsbündnis“, damit eine Therapie wirken kann. So ein bißchen ungern hingehen finde ich aber nicht unbedingt das Schlechteste. Allzu gern hingehen finde ich in manchen Fällen viel problematischer.
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Gerade bei einem Tiefenpsychologen sollten deine (und seine) Befindlichkeiten ja bereits zum Thema der Therapie geworden sein. Wie hat sich das denn abgespielt?
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Informier dich bezüglich des Therapeuten- bzw. Verfahrenswechsels bei deiner Sachbearbeiterin der KK. Und zwar bald.
Gelegentlich können die genehmigten Reststunden einer bereits begonnenen Therapie an den neuen Therapeuten „übertragen“ werden. In der Regel allerdings nicht. In deinem Fall ist das aber eh uninteressant, weils auf die paar Stunden nicht mehr ankommt.
Im Normalfal muss daher dein neuer Therapeut (das Thema Wartezeit wurde unten schon angesprochen!) einen komplett neuen Antrag stellen. Der wird dann, wenn ich richtig informiert bin, formal etwas aufwändiger werden als ein Erstantrag, weil er durchs Gutachterverfahren gehen muss, aber das kriegt dein neuer Therapeut schon hin.
Ich bin ziemlich sicher, dass der neue Antrag durchgehen wird, weil 25 Std. Tiefenpsychologie bisher ja so gut wie nichts ist.
Dem bisherigen Therapeuten würde ich die Wechselabsicht schon in der nächsten Stunde mitteilen. Die verbleibenden Reststunden würde ich aber auf jeden Fall noch mitnehmen, weil man grundsätzlich, da müsste schon gravierendes vorgefallen sein, eine Therapieeinheit mit ein paar abschließenden Sitzungen „ausklingen“ lassen sollte, auch wenn man nicht mehr gern hingeht.
ich glaube
mittlerweile das ich bei einer Frau besser aufgehoben wäre.
Wieso eigentlich?
E.T.
Ich bin schon auch der Meinung das Therapie auch durchaus mal sehr unangenehm sein kann, und es soll ja kein Kaffeekränzchen sein, aber ich denke eine gewisse Grundsymphatie ist sehr wichtig. Ich jedenfalls fühle mich oft unverstanden und nicht ernst genommen und allein gelassen. Zugegebenermaßen mach ich es dem Therapeuten auch nicht leicht, und das weiß ich auch, aber ich versuche immer so gut wie möglich mitzuarbeiten.
Das Thema wie die Beziehung zueinander ist, haben wir noch nicht besprochen, was mich wundert, klar, ich sollte es dann ansprechen, aber dazu bin ich zu feige. Ich brauch mehr Struktur in dem Ganzen, irgendwie reden wir nur planlos (so kommt es MIR vor) herum.
Da sich in den nächsten Stunden von sich aus das Thema einer Verlängerung stellen würde, denke ich ist das der Zeitpunkt auch über die Zusammenarbeit zu sprechen, und dann auch seine Meinung dazu abzuholen.
Warum mir eine Frau vielleicht doch lieber ist? Naja, ich denke das es mir da leichter fallen würde manche Themen anzusprechen.
Ich bin schon auch der Meinung das Therapie auch durchaus mal
sehr unangenehm sein kann, und es soll ja kein Kaffeekränzchen
sein,
Das ist schon einmal eine wichtige Voraussetzung.
aber ich denke eine gewisse Grundsymphatie ist sehr
wichtig.
Auch das ist richtig.
Ich jedenfalls fühle mich oft unverstanden und nicht
ernst genommen und allein gelassen. Zugegebenermaßen mach ich
es dem Therapeuten auch nicht leicht, und das weiß ich auch,
aber ich versuche immer so gut wie möglich mitzuarbeiten.
Wenn das so ist, dann hast du doch schon eine Menge erkannt.
Das Thema wie die Beziehung zueinander ist, haben wir noch
nicht besprochen, was mich wundert,
Mich wundert das auch. Natürlich kann man einen Therapeuten wechseln. Aber nach dem, was du bisher geschrieben hast, gibt es dazu noch keine Veranlassung. Die Beziehung zum Therapeuten ist wie jede zwischenmenschliche Beziehung, die länger und intensiver ist: Man muss an ihr arbeiten. Das würde dir bei jedem Therapeuten so gehen, übrigens völlig gleich, welches Geschlecht.
klar, ich sollte es dann ansprechen,
Dann tu es
aber dazu bin ich zu feige.
Einen neuen Therapeuten suchen, sich auf den / die neu einlassen, um dann irgendwann an den gleichen oder einen ähnlichen Punkt zu kommen, wo du jetzt bist - empfindest du das als leichter?
Natürlich ist leichter gesagt als getan, ihn anzusprechen. Vielleicht hilft dir, wenn du dir die Dinge aufschreibst, die du sagen willst. Du kannst den Zettel dann als Stütze benutzen und notfalls, wenn es gar nicht anders geht, auch ablesen.
Ich brauch mehr Struktur in dem Ganzen, irgendwie reden wir nur planlos (so kommt es MIR vor) herum.
Das ist doch eine prima Ansage und schon recht konkret. Bekommst du noch konkreter hin, was dir an Struktur fehlt?
Da sich in den nächsten Stunden von sich aus das Thema einer
Verlängerung stellen würde, denke ich ist das der Zeitpunkt
auch über die Zusammenarbeit zu sprechen, und dann auch seine
Meinung dazu abzuholen.
Das sehe ich auch so. Wobei du dir aber einen Gefallen tust, wenn du Ergebnis offen daran gehst: Du hast die Chance, aus diesen und den noch genehmigten Gesprächen etwas zu machen. Entweder, es läuft darauf hinaus, dass ihr euch wirklich trennt und du einen neuen suchst. Dann hast du eine wichtige Erfahrung gemacht, die dir auch helfen wird für einen neuen Therapeuten. Oder du schaffst es, dich mit dem Therapeuten so konstruktiv auseinanderzusetzen, dass die Zusammenarbeit weiter geht. Dann hast du wirklich „gewonnen“ und ein Stadium erreicht, was du bei einem neuen Therapeuten erst erreichen musst.
Warum mir eine Frau vielleicht doch lieber ist? Naja, ich
denke das es mir da leichter fallen würde manche Themen
anzusprechen.
Du denkst das. Kannst du das auch konkreter Begründung, warum es dir leichter fallen würde? Wenn du das konkretisieren kannst, würde ich auch das auf den Zettel schreiben und mit deinem Therapeuten besprechen. Denn daraus kann sich möglicherweise auch eine Menge ableiten lassen, warum es bei euch noch hakt.
Also: Gib nicht auf, sondern euch noch eine Chance.
Du denkst an einen Therapeutenwechsel anstatt zunächst deine Gefühle dem aktuellen Therapeut gegenüber anzusprechen.
Du wartest darauf, bis, durch die Vorgabe eines „Dritten“ (das sich nähernde Ende der von der KK genehmigten Therapieeinheit) ein Thema sich „von sich aus stellt“, das du längst hättest in der Zweierbeziehung ansprechen können/sollen/wollen.
Du willst zu einem Verfahren wechseln, bei dem das Ansprechen von Gefühlen nicht so sehr sehr im Fokus steht wie bei den tiefenpsychologischen Verfahren.
Und du willst das Geschlecht des Therapeuten wechseln, um bestimmte Dinge einem Mann gegenüber nicht ansprechen zu müssen.
Das ist ein häufiges Muster des „Therapeutenwechsels“.
In vielen Fällen ist ein Therapeutenwechsel mehr durch Angst und Vermeidungsverhalten motiviert als durch eine wirkliche Einschätzung des Therapieverlaufs (der sich bei 20 Std. TP ohnehin noch sehr am Anfang befindet).
Ob das für deinen Fall zutrifft, weiß ich natürlich nicht.
Ich will dir auch nicht vom Therapeuten- und Verfahrenswechsel abraten.
E.T.
Hallo JaninaG,
Ich finde deine Aussage im großen Ganzen völlig korrekt, aber ich muss vehement Widersprechen, wenn es um das Verhältnis Therapeut - Patient geht.
Wie bitteschön soll es zu einer Öffnung kommen, zu einem Tiefenpsychologischen Vordringen, wenn der Patient sogar zu „feige“ ist, den Therapeuten auf Dinge anzusprechen, die ihn stören?
Das Verhältnis zwischen Patient und Therapeut muss und sollte nicht freundschaftlich oder gar bemutternd sein. Aber es muss ein Grundvertrauen geben - basierend darauf, dass der Patient das Gefühl hat als Mensch respektiert zu werden. Alleine der Hinweis darauf, dass hier überlegt wird, das Geschlecht des Therapeuten könnte ausschlaggebend sein, müsste darauf hinweisen, dass sich die Patientin nicht respektiert fühlt - und den Grund dafür im Geschlechtsunterschied sucht.
Denn nur mit Vertrauen und Respekt geschieht das, was in einer Therapie auch notwendig ist: Themen, das einem wichtig erscheint, sollte Ansprechbar sein. Die Aufgabe des Therapeuten wäre es, diese Themen dann in die korrekte, weiterführende Richtung zu kanalisieren und die Aussagen zu analysieren. Wie soll das funktionieren, wenn diese Basis nicht da ist?
Völlig selbstverständlich muss sich die zwischenmenschliche Beziehung der Parteien entwickeln. Aber jeder Mensch hat ein gewisses Intuitives Gefühl dafür, ob das klappen wird oder nicht. So wie man oft schon nach wenigen Zusammentreffen mit einem Fremden weiß, ob man diesen in intimere Geheimnisse einweihen würde, oder nicht.
Daher rate ich trotzdem dazu, sollte sich das nicht verbessern, den Therapeuten zu wechseln. Jahrelange Therapie ohne Erfolg führt zu mehr Frustration, als absehbare Wartezeiten für eine Verhaltenstherapie.
Einzige Ausnahme: Das Problem der Patientin besteht allgemein darin, nähere Kontakte zu knüpfen oder sich zu öffnen. In diesem Falle würde ich dazu raten gegen diesen Impuls, der vielleicht nur ein Symptom ist, anzukämpfen. Aber die Artikelstarterin wirkt auf mich zu selbstreflektiert. Das Problem hätte sie schon selbst erkannt.
Puh, erstmal vielen Dank nochmal für die Antworten.
Ich würde es mal so sagen, ich weiß sehr wohl das das Thema Nähe zulassen ein großes Problem für mich ist. Es ist ja nicht so das ich diesen Impuls zu wechseln nicht schon länger hätte. Eigentlich schon ziemlich lange, habe aber genau aus dem Grund es nie wirklich ins Auge gefasst. Ich will nämlich eben genau den Fehler nicht machen „wegzulaufen“. Weil das bringt mich niemals weiter.
Aber nachdem jetzt doch schon einige Zeit vergangen ist und ich nach wie vor es nicht ansatzweise schaffe von mir aus irgendetwas anzusprechen komme ich eben ins zweifeln.
Zudem erhoffe ich mir einfach von dem Verfahrenswechsel zunächst mal die akuten Sympthome besser in den Griff zu bekommen. Klar sind die Ursachen ebenso wichtig und deswegen habe ich mich zunächst für diese Therapierichtung entschlossen, aber ich fühl mich eben einfach zu alleine gelassen mit der Arbeit an meinen Verhaltensweisen. Und ich bin der Meinung das ich zunächst das in den Griff bekommen muss, bevors in die Tiefe gehen kann.
Hallo WEVEDE.
Zudem erhoffe ich mir einfach von dem Verfahrenswechsel zunächst mal die akuten Sympthome besser in den Griff zu bekommen. Klar sind die Ursachen ebenso wichtig und deswegen habe ich mich zunächst für diese Therapierichtung entschlossen, aber ich fühl mich eben einfach zu alleine gelassen mit der Arbeit an meinen Verhaltensweisen. Und ich bin der Meinung das ich zunächst das in den Griff bekommen muss, bevors in die Tiefe gehen kann.
Demnach hast Du also vor, nach der erfolgreichen Symptombehandlung wieder zur Tiefenpsychologie zu wechseln? Hilfreich wäre zu wissen, um welche akuten Symptome es geht, denn eigentlich träfe Deine Überlegung >>zuerst die in den Griff kriegen (mittels VT), dann ihre Ursachen ergründen (mittels TP)
Hallo!
Das sind zwar ganz interessante weitere Informationen, aus denen sich auch erkennen lässt, dass ein Umdenken stattgefunden hat („Was will ich, was tut mir gut…“).
Aber und dabei bleibt es, die Frage ist doch, wenn du dich unwohl gefühlt hast, von Anfang an, was ist in den 21 Therapiestunden passiert?
Wenn ich mich unwohl fühle und sich nichts daran ändert, dann dürften die Stunden recht still verlaufen sein. Um nicht zu sagen, ohne Gespräche, oder nur belanglos.
Verstehst du worauf ich hinaus will, wenn ich mich nicht wohl fühle mit jemandem (Arzt, Partner…) dann rede ich auch nicht über das was mich bedrückt, meine Probleme. Wie soll dann eine Therapie funktionieren?
Hast du dich jedoch in der Zeit „geöffnet“, dass du mit dem Therapeuten über deine Ängste, Probleme sprechen konntest, dann hat es ja doch funktioniert.
Wenn du den unbedingten Wechselwunsch hast, wird man dich sicher nicht davon abbekommen, aber überleg doch mal, was stört dich genau und sprich das mit dem Therapeuten mal an? So als Gedanke, auch wenns schwer fällt.
Der andere Weg würde nur bedeuten, dass du dich erneut auf eine(n) Fremde(n) einlassen musst, in der Hoffnung, diesmal „stimmt die Chemie deiner Ansicht nach“ und die Therapie muss nochmal sehr weit vorn ansetzen.
Gruß!
T.
Hallo,
ist eine denkbare Ursachenfindung tatsächlich immer der „Heilsbringer“? Was wäre, wenn die Ursache zwar bekannt, aber nicht zu beseitigen wäre? Dann muss dennoch eine ausgleichende Therapie erfolgen.
Es ist in vielen Fällen sicherlich wichtiger und oft auch ausreichend, über Verhaltenstherapie die geeigneten Methoden zu erlernen, um bestimmte Verhaltensweisen/Symptome zu ändern. Dann kann man sich immer noch mit Ursachen auseinandersetzen, sofern man dies für notwendig erachtet.
Franz
Hallo,
nach dem Lesen aller bisherigen Aussagen von dir zum Thema „Therapeutenwechsel“ denke ich, dass du sehr gut aufpassen musst, dir nicht selbst in die Tasche zu lügen.
Wenn es tatsächlich nur um einen Methodenwechsel geht, wäre auch das ein Punkt, den du mit deinem derzeitigen Therapeuten besprechen solltest. Mag sein, dass eine Verhaltenstherapie dir tatsächlich weiterhilft.
Dennoch werde ich den Verdacht nicht ganz los, dass du in Wahrheit anderen Dingen aus dem Weg gehst. Die (scheinbare) Einsicht in die Natur von therapeutischen Beziehungen bietet sich auch als prima Schutzbehauptung an. Allerdings funktioniert eine Therapie nur durch Einlassen und Arbeiten, Einsicht allein führt zu gar nichts. Die meisten Alkoholiker sind ab einem gewissen Zeitpunkt einsichtig - saufen aber trotzdem weiter.
Heißt: Entscheide dich für dich persönlich, was du willst: Hilfe und Veränderung oder eine Beibehaltung des Status Quo unterm dem Deckmäntelchen der therapeutischen Intervention, weil dir echte Veränderung zuviel Angst macht.
Dann wirst du auch rausfinden, wo du am Besten aufgehoben bist.
Schöne Grüße,
Jule
Ich habe mir jetzt diese und auch deine anderen Antworten durchgelesen. Mein Eindruck hat sich nicht verändert, sondern eher verstärkt. Ich bisher eher weniger das Gefühl, dass es die Chemie zum Therapeuten ist, die das Kernproblem darstellt, noch würde ich jetzt schon empfehlen wollen, die Therapierichtung zu wechseln.
Auffällig finde ich, dass du überhaupt nicht darauf eingehst, dich erst einmal mit dem aktuellen Problem deinem Therapeuten zu stellen und mit ihm das Gespräch zu suchen. Du machst mir keinen besonders instabilen Eindruck, dafür aber einen sehr ausweichenden.
Wovor hast du Angst? Ist es grundsätzlich das Ansprechen dessen, was du hier geäußert hast, gegenüber dem Therapeuten?
Oder hast du Angst vor seiner Reaktion?
Wenn du diese Angst / Ängste hast, dann wird dir ein Therapiewechsel gar nicht weiterhelfen. Denn in der Verhaltenstherapie kommt es noch mehr darauf an, dass du den Mund aufmachst. Das wird dir dort auch nicht oder noch weniger abgenommen.
Ansonsten klingen deine Argumente augenscheinlich recht plausibel. Aber sie erinnern mich ein wenig an meine eigenen Argumentationsketten, die ich derzeit mit mir / in mir ausfechte, weil ich sehr plausible Gründe dafür finden will / muss und es auch bisher recht erfolgreich schaffe, den Frühlingsputz nicht anzugehen 
Irgendwann muss auch ich dann einfach mal mir selber in den Allerwertesten treten…
Du willst nicht weglaufen? Was spricht dann noch dagegen, die letzten Stunden bei deinem Therapeuten zu nutzen, mit ihm konkret über die Situation zu reden?
Ok, also, ich habe nicht vor, die noch offen Stunden nicht wahrzunehmen. Ich werde diese auch versuchen zu nutzen über meine Gedanken zu sprechen, aber ganz ehrlich, wenn ich es in 20 Stunden NIE geschafft habe was anzusprechen, warum sollte es JETZT klappen. Ich fühl mich dort nicht wohl, ich mag weder den Raum noch die Person. Aber ich wollte uns eine Chance geben. Aber ich habe auch nicht vor unendlich Zeit zu verschenken.
Ich würde schon behaupten das ich versucht habe mein bestmöglichstes zum Gelingen beizutragen, z.B. indem ich auch Briefe schrieb, weils mit dem Reden einfach nicht klappt. Aber auch das hat nicht weitergeholfen.
Ich will beim Besten willen nicht alles schlecht reden was das letzte halbe Jahr gelaufen ist, es war zu dem damaligen Zeitpunkt auch richtig den Weg so zu beginnen. Und ich erkenne sehr wohl trotz allem das ich eine Ahnung bekomme warum es soweit kommen konnte. Natürlich bisher nur im Ansatz. Ursprünglich hingegangen, das vielleicht doch noch als Grundinfo, bin ich wg. meinem Essverhalten. Und das gerät jetzt ehr noch viel mehr außer Kontrolle. Mir ist auch durchaus klar das das daran liegt, das mich das alles „stresst“.
Deswegen mein Gedanken mit der Verhaltenstherapie, lieber bleibe ich erstmal an der Oberfläche, bekomme das aber in Griff, oder lerne Methoden damit umzugehen, anders auszugleichen etc. und kann dann wieder mehr auf die Hintergründe schauen. Weil lange bin ich sonst nicht mehr in der Lage meinen Alltag zu bewältigen, und DAS kanns dann ja auch nicht sein.
Und ja, ich mach keinen unstabilen Eindruck, weil wahrscheinlich sich selbst beim Schreiben nur die Alles-im-Griff Seite durchsetzt. Aber das ist eben nur ein Teil von mir.