Wehr- bzw. Zivildienst 'umgehen'

Hallo Guido,

Auf jeden Fall fehlt in deinem Lebenslauf dann
etwas, was Du nicht gut begründen kannst.

Was soll denn bitte dort fehlen? Ich habe auch einen
lückenlosen Lebenslauf obgleich ich nie beim Bund war!

Ich spreche nicht von einer Lücke, sondern von einem fehlenden Punkt. Du konntest im Bewerbungsgespräch vermutlich auf die Frage nach dem Wehrdienst sagen: „Ich wurde ausgemustert“ oder „Ich wurde zurückgestellt und nicht eingezogen“, anstatt „Ich habe totalverweigert“ oder „Mein Einspruch/Antrag/Verfahren ist noch in der Bearbeitung“.

Ich akzeptiere Deine Meinung, allerdings weiß ich nicht, mit
welcher Begründung ein junger Mann im heutigen Deutschland die
Bereitschaft zur Pflichterfüllung aufbringen sollte! Ich
persönlich halte es für dienlicher, diese Zeit in einem Beruf
zu verbringen und brav Steuern und SV-Abgaben zu zahlen.

Im heutigen Deutschland gibt es Gesetze, die für jeden gelten, und um die man sich nicht durch Tricks drücken soll. Es gibt keine „Begründung“, seine Pflicht nicht zu erfüllen. Es kann nur Bergründungen geben, warum es nicht seine Pflicht ist.

Wenn Du das morgige Deutschland meinst, in dem die Dienstpflicht vernünftiger geregelt ist, bin ich deiner Meinung.

Peace,
Kevin.

Hallo!

Ansonsten bleiben noch zwei moralisch fragwürdige
Möglichkeiten:

  • Es gibt Rechtsanwälte, die eine Totalverweigerung so drehen,
    dass man am Ende nicht vorbestraft ist, sondern nur z.B. zu 90
    Tagessätzen verurteilt wird.

Hier wäre zu ergänzen: Eine Geldstrafe ist eine Vorstrafe.

  • Es gibt mindestens einen Rechtsanwalt, der die Abläufe bei
    den Ämtern so genau kennt, dass er verspricht, durch
    Ausnutzzung von Fristen für Anträge, Einsprüche etc. dich vom
    Wehrdienst zu befreien.

Wenn er es wirklich verspricht, würde ich einen solchen Anwalt meiden!

Gruß
Tom

et al. = ‚und andere‘ owT
Gruß kw

Hi Kevin!

Ich spreche nicht von einer Lücke, sondern von einem fehlenden
Punkt. Du konntest im Bewerbungsgespräch vermutlich auf die
Frage nach dem Wehrdienst sagen: „Ich wurde ausgemustert“ oder
„Ich wurde zurückgestellt und nicht eingezogen“, anstatt „Ich
habe totalverweigert“ oder „Mein Einspruch/Antrag/Verfahren
ist noch in der Bearbeitung“.

Die Frage ist, inwieweit eine solche Frage noch zulässig wäre - also wahrheitsgemäß beantwortet werden müsste!

Im heutigen Deutschland gibt es Gesetze, die für jeden gelten,
und um die man sich nicht durch Tricks drücken soll.

1.Wenn ich ein Gesetz in dieser Form für falsch halte, dann muss ich meinen Unmut dazu äußern - in welcher (friedlichen) Form auch immer! Ansonsten besteht keine Möglichkeit, meinen Unmut zur Kenntnis zu bringen :wink:
2.Solange diese Tricks nicht illegal sind, ist es doch - zumindest rechtlich - ok…

Es gibt
keine „Begründung“, seine Pflicht nicht zu erfüllen. Es kann
nur Bergründungen geben, warum es nicht seine Pflicht ist.

Wenn er die zuletzt genannten Begründungen so bringt (egal, wie sehr das seiner wirklichen Motivation entspricht), dann wäre das ok? Sorry, aber da muss ich an meine jährliche Steuererklärung denken :wink:

Wenn Du das morgige Deutschland meinst, in dem die
Dienstpflicht vernünftiger geregelt ist, bin ich deiner
Meinung.

Ich teile dann mal einfach Deinen Optimismus, dass die Dienstpflicht morgen besser geregelt (vielleicht sogar abgeschafft?) ist…

Grüße
Guido

Eine Klarstellung von mir
Hallo,

erstmal möchte ich mich für die vielen Beiträge bedanken, auch wenn es nicht immer angenehm war sie zu lesen :wink:

Einige oder viele(!) von euch denken, dass ich faul bin.
Dem kann ich nicht beipflichten.
Mir ist bewusst, dass ich als deutscher Staatsbürger meinem Land dienen muss.
Und gerade das „muss“ stört mich hierbei.
Ich bringe mich voll in meine Ausbildung ein, demnach bin ich nicht faul.
Ich bin vielleicht ein bißchen faul um zur Bundeswehr zu gehen.
Vielleicht liegt es an meiner Unwissenheit, vielleicht auch daran, dass ich bißchen Angst habe?!
Aber ich bin grundsätzlich nicht faul!
Sonst würde ich mir gar nicht die Mühe machen, diesen Beitrag zu schreiben :wink:

Was findet ihr daran falsch, wenn man sich für etwas einsetzt und engagiert, was man gut kann, was einem Spass macht und wovon andere profitieren?!
Ich rede jetzt hier von meinem Beruf.
Ich kann mir vorstellen, dass ich bei der Bundeswehr es weniger gut kann, es weniger Spass macht und auch andere weniger profitieren als in meinem Beruf.
Ich kann mich da aber auch irren!

Stichwort Zivildienst.
Wo besteht denn die Möglichkeit Zivildienst zu leisten und was muss man beim Zivieldienst alles machen?
Ich habe nicht gerade Lust in einem Altersheim zu arbeiten.

Grüße,
Norbert

off topic - Vorstrafe
hi!

Hier wäre zu ergänzen: Eine Geldstrafe ist eine Vorstrafe.

Nur, weil ich furchtbar neugierig bin: Ist das nicht abhängig von der Anzahl der Tagessätze?

fragt ein in diesem Punkt ahnungsloser

Guido

Jede Strafe ist eine Vorstrafe
Hallo!

Jede gerichtliche Verurteilung ist eine Vorstrafe.

Es gibt aber Vorstrafen, die nicht im Leumundszeugnis stehen, solche musst du dann zB bei einer Bewerbung auch nicht angeben, wohl aber zum Beispiel bei einer Gerichtsverhandlung.

Gruß
Tom

Hallo Norbert,

nachdem du nicht drum rum kommst… und das scheint mir sicher… solltest du dich mal schlau machen was auf dich zu kommt.

Variante 1: Du gehst zum Bund - Alles was dir auf der Seele brennt erfährst du beim Kreiswehrersatzamt

Variante 2: Du verweigerst aus Gewissensgründen (auch wenn es wohl eher gewisse Gründe sind) und wartest ab -> dann ist die Wahrscheinlichkeit relativ hoch im Krankenhaus zu landen.

Variante 3: Wie Variante 2, nur du suchst dir selbst eine Zivistelle. Dann kannst du eventuell so riesigen Spaß haben, z.B. als Zivi im Jugenhaus oder sonst wo.

Infos zu 2 und drei gibts an den verschiedensten Orten. In so gut wiejeder Stadt gibts Beratungsstellen, die dir auch Tips geben wie du deine Verweigerung am besten formulierst.

Also mach dich schon mal schlau.

Gruß Ivo

Hallo Norbert,

ich möchte meine Zivizeit nicht missen - und habe diese auf einer chirurgischen Pflegestation im Krankenhaus absolviert. Mit der Waffe durch den Schlamm zu robben war mir doch ein wenig zu plump, da wollte ich die Zeit wirklich sinnvoll nutzen. Und das habe ich getan: ich kann getrost sagen, daß ich vielen Patienten geholfen habe, durch schwierige Zeiten zu kommen und daß ich sehr viel dabei gelernt habe - menschlich wie auch fachlich. Für mich (und ich möchte hier nicht so spießig klingen, wie ich es nun vielleicht tue) ist das ein wichtiger Punkt auf der Leiter meiner Entwicklung.

Was auch immer der Grund für deinen Unwillen ist: ich versteh´ dich grundsätzlich, mag es Faulheit oder Angst oder beides sein - verspürte ich vorher auch. Trotzdem: wenn du keine rechtlich (und moralisch?) saubere Möglichkeit der Totalverweigerung findest, solltest du dich mit den Möglichkeiten anfreunden, die sich dir durch den Wehr/Zivildienst bieten - und nicht nur die negativen Seiten sehen. :smile:

Gruss, viel Erfolg bei der Entscheidung,

Joachim

Finde ich absolut legitim das zu versuchen.
Hallo Norbert,

obwohl ich beim Bund war, leider noch 15 Monate, und eigentlich
auch meinen Spaß hatte, kann ich deinen Wunsch vollkommen nachvollziehen.
Auch finde ich es heutzutage absolut legitim zu versuchen sich
um diesen Schwachsinn zu drücken.

Das Ärgernis das ich am schlimmsten finde ist die fehlende
Wehrgerechtigkeit.

Das war bei mir schon so und heuteist es noch schlimmer.
Da werden supersportliche Kameraden ausgemustert während man
selbst als Normalo die Kacke machen muß.
Verstehen tuts keiner.

Es gibt bestimmt irgendwo Statistiken darüber welcher Prozentsatz
der wehrdienst fähigen männlichen Bevölkerung heutzutage überhaupt
noch zum Wehrdienst eingezogen wird.

Und der ist bestimmt geringer als vor 20 Jahren.

Leider kann ich dir bei der Lösung deines Problems nicht helfen
sondern nur als moralische, wie auch immer, Unterstützung diesen
Beitrag schreiben.

Seh zu das du drum rumkommst.
Es lohnt nicht, damit Ende.

Gruß
Robert

Hi Norbert,

hier eine Liste der Tätigkeiten im Zivildienst:

Krankenhauspflege
Altenheim
Krankentransport / Rettungsdienst
Individuelle Schwerstbehindertenbetreuung
Mobiler Sozialer Hilfsdienst
Werkstätten für Behinderte
Bereich sozialer Sport
Handwerklicher Bereich
Gärtnerischer und landwirtschaftlicher Bereich
Versorgungsbereich
Umweltschutz

quelle:
Bundesamt für den Zivildienst
http://www.zivildienst.de

Also keine Mücdigkeit vorschützen und sich selber kümmern, zack,zack :smile:)
Kleiner Nachsatz:
man lernt nicht nur für seine Beruf, es gibt auch andere lernenswerte Sachen, Charakterbildung zum Beispiel.
Ich möchte meine Zivildienstzeit nicht missen.

Gruß

Knautschke
http://www.rmblinbluesband.de
http://www.rockcyclus.de

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Hallo Kevin,

Ich verstehe Deine Wünsche zwar, habe aber kein Verständnis
für Deinen Mangel an Bereitschaft zur Pflichterfüllung!

Pflichterfüllung…in dieser korrupten Bananenrepublik ?

Wieviele Politiker - Parlamentariersöhnchen mussten eigentlich dienen ?

Ich „durfte“ übrigens noch 18 Monate Zivildienst in einer Lungenheilanstalt machen, mit lauter 12endern als Vorgesetzte.

Gruß

Peter

Hallo Norbert,

ich pflichte dir voll bei.
DU bringst dich voll in deinen Beruf ein - die Drückeberger beim Bund oder die faulen Zivis tun das sicher nicht.

Ich hoffe, du bist genau so konsequent, wenn es dir irgendwann mal nicht so gut geht - wenn der Staat auf dich verzichten soll, wirst du sicherlich nie Hilfe vom Staat in Anspruch nehmen - sei es Erziehungsgeld, Sozialhilfe oder sonst was.

Gruß
HaWeThie

Hallo Holger,
Sorry für die kommenden harten Worte im voraus…:

Ich finde dein Ansinnen asozial (im wahren Sinne des Wortes)!
(das hast du wohl so ähnlich auch schon gelesen…)

Lass dir hier mein Meinung / Erfahrung gesagt sein:
Ich bin mit 20 zum Wehrdienst, aus dem Studium heraus, einberufen worden. Ich war vorher kein Freund dieser Sache, wollte aber nach 12 Monaten wieder an der Uni sein (also kam IMHO Zivildienst nicht in Frage); damals waren 15 Monate Pflicht.
Hätte ich nicht nach 2 Wochen die „Chance“ gehabt, bei einem Militärpfarrer (ja, sowas gibts…) die Orgel und die Schreibmaschine zu drücken, hätte ich wohl schnellstens verweigert. Diese Zeit (12Monate) hat mich dann aber stark geprägt (um es diplomatisch zu sagen: Seither bin ich Feuer und Flamme für diesen Staat…). Ich hatte die „Chance“ an Gesprächen der Militärführung (heute hochrangiger Politiker…) mit der Geistlichkeit teizunehmen. Um es in der Jugendsprache zu sagen: Ultrakrass was da abgeht -
Ideologische Manipulataion unmündiger Bürger… etc. Für mich war es dann eine Zeit angeregter (theoretischer) Auseinandersetzung mit dem Staat und Gesellschaft etc.

Lange Rede kurzer Sinn: Diese Zeit hat mir, neben anderen Impulsen gezeigt, dass ich mit diesem Staat gar nicht einverstanden bin (ein Bsp. von heute, welches mir das wieder bestätigt: Das Anti-Irak Dossier aus GB… Lügen etc.).

ALLERDINGS: Ich lebe hier, ich fahre auf diesen Strassen etc. und bin , gewollt oder nicht, ein Teil dieser Gesellschaft. Und das Gesellschaftsprinzip an sich funktioniert nicht, wenn einzelne festlegen was für sie selber und die Ges. „gut“ sei.

D.h. in Konsequenz: entweder ich wandere aus oder gehe in den Untergrund oder sonstwas, aber nur seine Rechte zu sehen und zu glauben, man koenne seine Zeit besser nutzen ist keine Lösung oder kein gradliniger Ansatz!

Aber wie ich aus deinen Zeilen lese liegt gar keine grossartig fundierte Gesellschafts- oder Staatskritik vor!!! Das heisst, das Mass der Dinge sollte ein Verhandlung über Totalverweigerung sein - Wenn du die überstehst, dann waren das lautere Argumente…

Viele Grüsse,
ok

…p.s. und überhaupt: du weisst nicht, wofür diese Zeit einmal „gut“ sein kann - Wenn ich an mich mit Anfang 20 zurückdenke… Gut, dass das Leben den ein oder anderen Umweg für mich bereithielt… Heute, 15 Jahre später bin ich sehr frog drum! (wenn ich bei meinem mir damals sooo wichtigen Job geblieben wäre… Herrje…:wink: )

mach mal zivildienst, guck aber, dass du in ner dienststelle ohne küche unterkommst, dann bekommste wenigstens das komplette verpflegungsgeld ausbezahlt.
dann verdienste immerhin so um die 500 €, ist doch super.

gruss

ach so: verweigere erst nach der musterung, nicht vorher. beim bund wollen die kaputte leute nicht so gern, aber fürs altenheim reichts immer. da werden dann auch schonmal leute, die sich für den bund haben mustern lassen und im abi 15 punkte in sport hatten, für untauglich befunden, während andere, die vor der musterung bereits verweigert haben und schon seit der 11. klasse vom amtsarzt als sportinvaliden vom schulsport befreit wurden, als tauglich gemustert werden (zitat: sie müssen ja nicht zu den fallschirmjägern, junger mann).

Hi,

…p.s. und überhaupt: du weisst nicht, wofür diese Zeit
einmal „gut“ sein kann - Wenn ich an mich mit Anfang 20
zurückdenke… Gut, dass das Leben den ein oder anderen Umweg
für mich bereithielt… Heute, 15 Jahre später bin ich sehr
frog drum! (wenn ich bei meinem mir damals sooo wichtigen Job
geblieben wäre… Herrje…:wink: )

Dem kann ich nur zustimmen, immerhin habe ich während meines Zivis die Frau meines Lebens getroffen und letztes Jahr auch geheiratet… :smile:

Grüße
Wolfgang

geht eben doch !
Liebe Bundeswehr-Freunde, ach wie seid Ihr doch sozial …

Nur bzgl. Studium - da habt ihr wohl keine Ahnung …

Ist die Regelstudienzeit zu mehr als 1/3 absolviert, so ist dies ein Zurückstellungsgrund. In Verbindung dem richtigen Studienfach ( geringe Regelstudienzeit, frühe Verjährung, kaum Exmatrikulationsgefahren ) bleibt der Zwangsdienst für Vater Staat erspart.

so long,
speedofthoughts

(dessen Sohn „nicht zivildienstfähig“ ist)

Ansonsten bleiben noch zwei moralisch fragwürdige
Möglichkeiten:

  • Es gibt Rechtsanwälte, die eine Totalverweigerung so drehen,
    dass man am Ende nicht vorbestraft ist, sondern nur z.B. zu 90
    Tagessätzen verurteilt wird.
  • Es gibt mindestens einen Rechtsanwalt, der die Abläufe bei
    den Ämtern so genau kennt, dass er verspricht, durch
    Ausnutzzung von Fristen für Anträge, Einsprüche etc. dich vom
    Wehrdienst zu befreien.

einfaches Verwaltungsrecht. Sollte m.E. jeder FA für Verwaltungsrecht kennen oder sich „denken“ können.

Auf jeden Fall fehlt in deinem Lebenslauf dann

etwas, was Du nicht gut begründen kannst.

Nicht zwangsweise.

Hallo Norbert,

Sonst würde ich mir gar nicht die Mühe machen, diesen Beitrag
zu schreiben :wink:

Ich sehe, dass Du Dich mit dem Thema auseinandersetzt. Je gründlicher Du dich informierst und Dich mit dem Thema auseinandersetzt, desto fundierter und überzeugter wirst Du Dich für den für Dich richtigen Weg entscheiden.

Es gibt noch ein Argument, warum man zum Bund oder Ersatzdienst sollte: Die negativen Erfahrungen, die man dabei macht. Ja, das meine ich Ernst!
Du kennst den Ausspruch: „In 10 Jahren lachen wir darüber!“. Genau das ist gemeint. Die Schoten die Dir und Deinen Kameraden oder Kollegen passieren, kommen aus einer ganz anderen Richtung als im „Rest“ Deines Lebens, gerade wegen dem Zwang und der „Sinnlosigkeit“ einiger Dinge. Daher sind sie der Stoff, aus dem sich Männer jeden Alters gegenseitig erzählen können, wo sie alle die gleichen Erfahrungen gemacht haben.

„Mann, der Spiess hat sich vielleicht aufgeregt …“
„… aber das schlimmste war das Essen beim Biwak, diese steinharten…“
„Bei euch in Bielefeld auch?!?“
" … das waren halt so die Tricks, wie man bei der Stubenkontrolle nicht durchfiel."

oder
„Wir hatten einen Patienten, der wollte immer nachts um 5 den Chefarzt …“
„… die Kotze war im ganzen Raum verteilt, und ich musste …“
„… mit Blaulicht und 160 Sachen durch die Innenstadt …“
„… am letzten Abend am Lagerfeuer den Kindern Gruselgeschichten vorgelesen.“

Dafür, dass man nur zehn bis 13 Monate (früher mehr) bei Bund bzw. Zivildienst verbracht hat, haben die Leute übermäßig viel aus dieser Zeit zu erzählen.

Das geniale ist, dass man in der Zeit enorme Freiheiten hat, die man sich ansonsten nicht nehmen kann: Man arbeitet, um die Zeit herumzukriegen, und nicht, um die nächste Beförderung zu bekommen! Du hast nirgends anders soviel Narrenfreiheit, Arbeitsplatzsicherheit und Unbekümmertheit, wie beim Bund oder Zivildienst.

Carpe diem!

Peace,
Kevin.

Hallo Guido,

Im heutigen Deutschland gibt es Gesetze, die für jeden gelten,
und um die man sich nicht durch Tricks drücken soll.

1.Wenn ich ein Gesetz in dieser Form für falsch halte, dann
muss ich meinen Unmut dazu äußern - in welcher (friedlichen)
Form auch immer! Ansonsten besteht keine Möglichkeit, meinen
Unmut zur Kenntnis zu bringen :wink:

Nur sollte die Aktion darauf abzielen, die Situation zu verbessern. Dazu muss sie ehrlich und öffentlich sein, und nicht privat und versteckt.

2.Solange diese Tricks nicht illegal sind, ist es doch -
zumindest rechtlich - ok…

Ich sagte ja „… nicht drücken soll“, was soviel heißt wie „moralisch nicht OK“.

Die Schlimmsten von denen, die nur tun was „rein rechtlich geshen OK“ ist, sind auch noch stolz auf ihre „Pfiffigkeit“.

Es gibt
keine „Begründung“, seine Pflicht nicht zu erfüllen. Es kann
nur Bergründungen geben, warum es nicht seine Pflicht ist.

Wenn er die zuletzt genannten Begründungen so bringt (egal,
wie sehr das seiner wirklichen Motivation entspricht), dann
wäre das ok? Sorry, aber da muss ich an meine jährliche
Steuererklärung denken :wink:

Gemeint ist, dass in dem Moment, in dem eine Begründung vorliegt, warum X keinen Wehrdienst leisten muss, X nicht mehr wehrpflichtig ist. Ein Wehrpflichtiger ist jemand, bei dem es keine Begründung gibt, nicht zu dienen.
Das ist pure Logik.

Ein Wehrpflichtiger (=einer, der keinen Grund hat, nicht dienen zu müssen), der sich 8 Jahre lang mit den Behörden bekriegt wegen Formalitäten o.ä. hat 8 Jahre lang nicht seine Pflicht erfüllt.

Die Argumente, die Norbert bringt, entbinden ihn keineswegs von seiner Pflicht, das wäre also nicht „OK“. Wenn Deine jährliche Steuererklärung nicht deine wahre Steuerpflicht angibt, sondern weniger, ist das auch nicht „OK“.

Ich teile dann mal einfach Deinen Optimismus, dass die
Dienstpflicht morgen besser geregelt (vielleicht sogar
abgeschafft?) ist…

Das wäre der einzige Weg zu mehr Wehrgerechtigkeit bei verkleinerter Bundeswehr.

Peace,
Kevin.