Weiterleben ohne Papa - wie umgehen mit Kindern?

Hallo,

mein Lebenspartner und Vater meiner Kinder (eigentlich mein Mann, aber wir sind nicht verheiratet) hat im Frühjahr die Diagnose Krebs bekommen, ist operiert und chemotherapiert worden, aber es sieht nach der letzten Untersuchung schlecht aus (der Arzt meinte, er könnte alternativ auch auf Behandlung verzichten, wenn er möchte - ein Wink mit dem Zaunpfahl?).
Jedenfalls befürchte ich, dass wir uns bald auf ein Leben ohne ihn einstellen müssen (haben wir z.Zt. wegen häufiger Krankenhausaufenthalte ohnehin schon öfter mal).

Nun haben wir zwei Kinder: Sohn 11, Tochter 9. Typisches Ensemble: Vater-Tochter und Mutter-Sohn Beziehungen, wobei ich mit meiner Tochter auch gut klarkomme, aber natürlich nicht den Papa ersetzen kann.

Ich hätte gerne Tips von Leuten in gleicher oder per Trennung ähnlicher Situation, wie die Kinder auf das Fehlen des zweiten Elternteils reagieren, wie und wann man es ihnen am besten sagt und wie man weitermacht - auch schlicht Familientechnisch nach dem Motto, wie verteilt man die ganze Arbeit, wieweit kann man die Kinder zum Mithelfen engagieren (bin Selbständig und schaffe nicht Laden, Haushalt, Kinderwünsche etc. alleine, jedenfalls nicht auf Dauer).

Rechtliche Tips bezügl. Erbschaft der Kinder usw. sollte ich besser auch haben, obwohl mir danach grad nicht der Sinn steht. Aber ich will meinen Kindern auch nichts verschlampen.

Bitte keine `Ich denke mal´-Tips von nicht Betroffenen, die kann ich mir verm. selbst vorstellen. Ich hätte gern Konkretes von Menschen, die eine ähnliche Situation erlebt haben.

Und bitte keine Beileidsmails an unsere Mailadresse - ist gut gemeint, das weiß ich, nutzt aber nichts und könnte u.U. in Kinderhände gelangen ohne es zu sollen (ich habe den Kindern bislang nicht erzählt wie ernst es ist, zumal kein Arzt weiß, ob es jetzt um ein paar Wochen, Monate oder ev. gar Jahre geht. Da will ich die Kinder nicht unnötig belasten).

Vielen Dank für Tips, Anne

Hallo,

Rechtliche Tips bezügl. Erbschaft der Kinder usw. sollte ich
besser auch haben, obwohl mir danach grad nicht der Sinn
steht. Aber ich will meinen Kindern auch nichts verschlampen.

heiratet. Ernsthaft. Das ist sicher nicht das schönste Setting dafür, aber mit der passenden Herangehensweise und einem sensiblen Standesbeamten trotzdem sicher etwas Gutes - nicht nur rechtlich.

Alles Gute,

Malte (zu dem Rest kann ich nichts sagen).

…wird nach meinem Wissen für Witwenrente etc. nicht mehr anerkannt - die Ehe muss mindestens ein Jahr bestehen…also mal erkundigen.

Hallo Anne,

hatte vor ein paar Jahren eine ähnliche Situation in meinem direkten Freundeskreis - da ist von heute auf morgen der Papa umgekippt - Diagnose Gehirntumor - bis zum Tod hat es ziemlcih genua 3 Monate gedauert. Die Freunde, und Familie war in der ganzen Zeit nach wie vor herzlich zu Hause willkommen und konnte so die Familie nach besten Wissen unterstützen und AUfgaben übernehmen (Haushalt, Kochen, Garten)
Der Mann war die meise Zeit zu Hause und die Kinder konnten in der kurzen Zeit erleben, wie der schnelle Verfall verlief und sich somit mit dem Thema beschäftigen. Der veraluf der Krankheit war ziemlich grausam - erste Lähmungen, Aussetzen des GEdächtnis, nicht merh erkennen können wer zu Besuch kommt, dass es die Kinder sind… aber immer wieder gab es helle Situationen, welche die Kinder innig mit ihrem Vater genutzt haben und auch der Vater mit den Kindern, um ihnen noch was mit auf den Weg zu geben.
Da auch die Freunde alles mit erlebten und keiner außen vor stand, konnten diese dann auch besser mit den Kindern umgehen, weil alle wussten was die durch machen.

Hol Dir in der letzten Phase einen guten Pflegedienst, der sich auf Onkologier spezialisiert hat und welcher Dich bei der Betreuung unterstützt. Nutzt die Möglichkeiten der Schmerzmittel und automatischen Schmerzpumpe.

Nutze auch Auszeiten für Dich- wenn Du ein Hobby hast, dann versuche Dir ab und an eine Auszeit zu nehmen, damit Du wieder auftanken kannst.

Sollte Dein Mann das Sorgerecht noch nicht anerkannt haben - holt dieses nach.
Macht ein Testament - lasst Euch hier ggf auch von einem Steuerberater beraten, wenn ihr viel Eigentum habt… die Freibeträge für nicht verheiratete sind nicht gerade gigantisch - hier kann es wie geraten SInn machen noch zu heiraten…bin mir aber nicht sicher, ob du dann in den vollen Genuss aller Vorteile kommst - hate in Erinnerung, dass Rente etc. erst nach einer gewissen Ehedauer auf den Partner über gehen… aber wenn Du so Immobilien retten kannst und nicht Deine eh schon bezahlten Immobilien dann noch mal versteurn darfst hilft Dir das finanziell sicherlich sehr weiter.

…und zum SChluß - rede viel auch mit anderen Menschen drüber - mach die Trauer mit den Kindern durch. Es tut gut abends auch wenn der Papa noch lebt zusammen auf dem Sofa zu kuscheln und gemeinsam zu weinen… auch die Krankheit ist ein Grund zur Trauer - auch wenn Dein Mann sie überlebt.

Ich wünsche Dir in der schwierigen Situation vieeeeel Kraft und Stärke!!! Laß Dich unbekannter Weise feste drücken - und manchmal gibt es doch noch einen kleinen Hoffnungsschimmer!

Alexandra *ganz betroffen und selbst damals sehr lange um einen guten Freund trauernd*

Hallo Anne,

mein Lebenspartner und Vater meiner Kinder (eigentlich mein
Mann, aber wir sind nicht verheiratet) hat im Frühjahr die
Diagnose Krebs bekommen, ist operiert und chemotherapiert
worden, aber es sieht nach der letzten Untersuchung schlecht
aus (der Arzt meinte, er könnte alternativ auch auf Behandlung
verzichten, wenn er möchte - ein Wink mit dem Zaunpfahl?).

dazu sage ich mal nichts.

Jedenfalls befürchte ich, dass wir uns bald auf ein Leben ohne
ihn einstellen müssen (haben wir z.Zt. wegen häufiger
Krankenhausaufenthalte ohnehin schon öfter mal).

Nun haben wir zwei Kinder: Sohn 11, Tochter 9. Typisches
Ensemble: Vater-Tochter und Mutter-Sohn Beziehungen, wobei ich
mit meiner Tochter auch gut klarkomme, aber natürlich nicht
den Papa ersetzen kann.

mein Vater starb, als ich 21 war.
Ich vermisse ihn heute noch.
Aber ich kann inzwischen damit leben.
Weil ich muss. So ist das Leben.

Ich hätte gerne Tips von Leuten in gleicher oder per Trennung
ähnlicher Situation, wie die Kinder auf das Fehlen des zweiten
Elternteils reagieren, wie und wann man es ihnen am besten
sagt und wie man weitermacht - auch schlicht Familientechnisch
nach dem Motto, wie verteilt man die ganze Arbeit, wieweit
kann man die Kinder zum Mithelfen engagieren (bin Selbständig
und schaffe nicht Laden, Haushalt, Kinderwünsche etc. alleine,
jedenfalls nicht auf Dauer).

das kann man nicht mit Patentrezept beantworten.
Waren Deine Kinder bisher gewöhnt, im Haushalt mitzuhelfen, wird sich das (vielleicht) verstärken.
Waren sie es nicht gewöhnt, hilft keine Schonung und kein Zaudern.
Sag ihnen was Sache ist.
Spätestens in ein paar Jahren studieren sie oder stehen im Beruf.
Dann müssen sie fit sein.

Rechtliche Tips bezügl. Erbschaft der Kinder usw. sollte ich
besser auch haben, obwohl mir danach grad nicht der Sinn
steht. Aber ich will meinen Kindern auch nichts verschlampen.

dann wird es - so leid mir das für Dich tut, höchste Zeit, dass Du und Dein Partner das regeln.
(Das kann man übrigens auch ohne alle Anlässe tun)

Bitte keine `Ich denke mal´-Tips von nicht Betroffenen, die
kann ich mir verm. selbst vorstellen. Ich hätte gern Konkretes
von Menschen, die eine ähnliche Situation erlebt haben.

für mich, obwohl erwachsen, hat sich nach dem Tod meines Vaters das ganze Leben geändert.
Plötzlich war ich verantwortlich.

Und bitte keine Beileidsmails an unsere Mailadresse - ist gut
gemeint, das weiß ich, nutzt aber nichts und könnte u.U. in
Kinderhände gelangen ohne es zu sollen (ich habe den Kindern
bislang nicht erzählt wie ernst es ist, zumal kein Arzt weiß,
ob es jetzt um ein paar Wochen, Monate oder ev. gar Jahre
geht. Da will ich die Kinder nicht unnötig belasten).

sei mir nicht böse. Mein Vater ist morgens um 7 aus dem Haus gegangen. Danach habe ich ihn nicht mehr lebend gesehen.
Das ist nicht lustig.
Der Lebensgefährte meiner Mutter starb 10 Jahre später an Krebs.
Wir wussten das ganze letzte Jahr, was auf uns zukam. Das war erst recht nicht lustig.
Aber der Schlag war nicht längst so plötzlich und unerwartet.

Aber noch einmal: kein Mensch ist gleich.
Kein Kind ist gleich.
Wie immer Du es machst, Du wirst jemandem Schmerz zufügen.
So ist das.
Einen wirklich guten Rat weiß ich nicht.

sei tapfer
Geli

Vielen Dank für Tips, Anne

Hallo Anne,

der Vater meines Sohnes beging Selbstmord als er 4 1/2 Jahre alt war.
Er litt ohne Ende, wurde aggressiv, autoaggressiv, krank.
Ich habe getan was ich konnte, wir haben geredet. Über den Sinn des Lebens. Wohin die Seele geht. Warum man sterben muss. Warum man leben muss, wenn tot sein nicht schlimm ist. Wo wir waren bevor wir hierher kamen. Ich habe allerdings immer nur mit seinen Fragen reagiert.
Er war in Therapie, schon 3 Wochen nach dem Tod des Vaters. Die Erziehungsberatung hatte gute Adressen für uns. Für mich auch. Gut so.
Sie Situation war übrigens eine ähnliche. Eltern, nicht verheiratet. Der Sohn erbt den Pflichtteil, ich hab ihn verwaltet.

Wenn ihr eine einigermaßen zuverlässige (schlechte) Prognose habt, geht es rund, da hat die Verdrängung ein Ende, Hoffnung wird etwas schmerzhaftes. Spätestens dann müssen die Kinder es erfahren, weil sie es ja eh mitkriegen.

Mittlerweile gibt es Trauerzentren für Kinder. Versuch doch mal Kontakt aufzunehmen, denn in eurem Fall beginnt die Trauer vor dem Tod. Ihr braucht da ganz viel Hilfe, Schutzräume und Geborgenheit. Und jeder von euch braucht etwas anderes, muss sich etwas anderes suchen, sonst sitzt ihr zusammen und fühlt euch allein, - dann kommen Agressionen gegeneinander auf.

Mein Kind war damals 4 und hat unter den Auswirkungen zu leiden gehabt bis er 7 oder 8 war. Da verklang der letzte Asthmaanfall.

Spätfolgen?
Er (17)interessiert sich für Religion, hat die Bagwa gita gelesen, den Koran und die Bibel, er kennt sich mit Buddhismus aus und mit Hinduismus. Er kennnt alte animistische Rituale und will mal in die entsprechende Richtung studieren.
Ich glaube das Umfeld fördert das nicht, es ist schon seins, immernoch in der Verarbeitung.

Und meine Spätfolgen?
Ähnlich. Ich bin selbstständige Multijobberin, aber meine Hauptintension liegt im Coaching und in der Ritualbegleitung von Menschen in Krisensituationen, auch bei Tod und Trauer.

Wenn man sich traut zu trauern, dann verändert das. Man wächst. Man leidet nicht nur, das Leben erhält auch einen größeren, zusätzlichen Wert, der uns nie bewußt war.
Auch dein Liebster wird trauern, er wird hadern, schimpfen, zornig sein und verzweifeln.
Und auch damit müßt ihr fertig werden. Das wird hart, weil er Angst hat: Todesangst. Darum muss auch er einen Weg finden, jemanden der ihn begleitet, jemand, der nicht du bist, und schon gar nicht die Kinder.

Der praktische Teil, wie man den Alltag bewältigt???
Hab Vertrauen, und sei offen, sag, wo deine Grenzen sind, dass du Hilfe brauchst und dass du ein Recht darauf hast. Familien halten zusammen. Der Außenfeind (Krebs) schmiedet zusammen. Du mußt allerdings damit rechnen, dass nach dem Ende der Trauer alle auseinandergehen, weil es einfach zu eng werden wird.
Und trau dich für dich gut zu sein: wenn dir die Rangen nicht helfen, darfst auch du deine Energien schonen und ihren Kram liegen lassen.
9 und 11? die können auch selbst was kleines kochen, die Waschmaschine anschmeißen oder sich was einkaufen. Können selber aufstehen und sich was fürs Frühstück machen. Doch! Sie können. Familie heißt Zusammenhalt, gemeinsam füreinander sorgen. Wenn sie sich nicht in der Lage sehen, sei klug und damit entsprechend blind.
Allerdings solltest du ihnen Freiraum zum Üben lassen. Wenn sie kochen, wird es am Anfang anbrennen, scheußlich schmecken und die Küche wird aussehen wie ein Schlachtfeld. Mit alle dem hat du nichts zu tun,- sie werden 3 Tage brauchen, bis die Küche wieder begehbar ist und du wirst es aushalten. Bestell dir eine Pizza und deinem Liebsten auch.
Und so werden sie ganz schnell lernen, das eine - oder das andere.

Das Bundesministerium verteilt kostenlose Broschüren zum Thema Tod und Erben. und wenn du mich persönlich anmailst hab ich auch noch eine lange Liste der Dinge an die man auch noch denken muss und kann.

Lieben Gruß
Susanne

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

hallo alexandra,

…wird nach meinem Wissen für Witwenrente etc. nicht mehr
anerkannt - die Ehe muss mindestens ein Jahr bestehen…also
mal erkundigen.

ihr habt gemeinsame kinder, da sieht die sache anders aus.die ehedauer würde automatisch auf (glaube ich mich zu erinnern) 14 jahre hochgerechnet.
heiraten wäre wirklich die geeignete maßnahme, um wenigstens finanziell ein wenig absicherung zu haben. ich meine jetzt die witwenrente (obwohl die ja auch ziemlich geplündert wird inzwischen). halbwaisenrente würde den kindern wohl auch unverheiratet zustehen. zwar ist die witwenrente auch nicht mehr so doll wie früher, aber warum jemand anders schenken? es ist geld, das dein mann eingezahlt hat.
mit dem erbrecht sieht es verheiratet auch besser aus. zwar kann man alles mögliche durch testamente regeln, nur tut das 1. kaum jemand und 2. kann das beste testatment dich nicht davon bewahren, daß du als unverheiratete ruckzuck den freibetrag überschritten hast, ab dem du das erbe versteuern mußt.

es gibt noch zig andere (relativ materielle) gründe, die eine heirat speziell in eurer situation nahelegen würden. von den emotionalen spreche ich jetzt nicht, denn die sind bei euch ja sowieso klar. und für die kinder könnte es auch vielleicht ein trost sein.

umso ruhiger ihr mit der situation umgeht, desto selbstverständlicher werden es auch die kinder tun. das geht natürlich am besten, wenn wenigstens schon mal die o.g. seite geklärt ist. bereitet sie beide darauf darauf vor, daß jedes leben endlich ist. die trauer wirst du ihnen nicht ersparen können und sollst du auch nicht. aber auch die trauer wird etwas erträglicher, wenn ihr alle gemeinsam euch bestmöglich für ein leben ohne papa vorbereitet habt.

fällt mir nur gerade zum materiellen wieder ein: habt ihr nicht sogar eigentum? ein haus oder so? dann aber schnell ab zum standesamt!

alles gute für euch
von
ann

4 „Gefällt mir“

Hallo Anne.
So traurig die Situation auch ist;
Gib deinen Kindern die Möglichkeit sich im Vorfeld damit auseinanderzusetzen.
Ich habe selber erlebt, wie es ist nicht bei der Beerdigung der Mutter dabei sein zu können.
Wie es ist aus allem rausgehalten zu werden, weil der Rest der Familie der Meinung war, daß ich es nicht verkraften würde, wenn ich erführe, wie schlecht es um meine Mutter steht.
Ich war schwanger!
Ich bin bis heute nicht darüber weg, daß sie nicht mehr bei uns ist.
Habe es bis heute nicht geschafft auf den Friedhof zu gehen.
Wähle noch heute ihre Telefonnummer, wenn ich rat brauche- bis ich merke, daß es sie nicht mehr gibt.
Ich hatte keine Möglichkeit mit dem Thema abzuschließen. Und das ist eine ganz üble Sache!

Es ist drei Jahre her, daß sie starb…

Weihe deine Kinder in das Thema ein.
Gib es ihnen Häppchenweise zu verdauen. Laß sie Fragen stellen und beziehe sie in alles ein, was die Krankheit betrifft.
So hart das auch klingt:
Gib ihnen Gelegenheit jetzt schon jeden Tag ein wenig Abschied zu nehmen. Dann ist der Schlag nicht so hart!
Laß sie verstehen, was auf sie und auf euch alle, aber vor allem auf den Vater, zukommt.
Macht ihnen klar, daß der Tod für manchen Kranken auch eine Erlösung sein kann.
Sprich dich mit deinem Lebensgefährten ab, daß die Kinder mit ihm über seine Gefühle, seine Ängste reden können. Dann wird nichts mehr zwischen euch und dem Tod stehen.
Es werden keine Fragen mehr offen sein.
Alle werden dann besser damit umgehen können.
Denn auch dein „Mann“ hat Sorgen und Ängste bzgl. der Kinder und wie es mit ihnen weiter geht. Auch er möchte vielleicht mit den Kindern darüber reden.
Bitte Anne! Mach mit deinen Kindern nicht den selben Fehler, wie meine Familie mit mir!
Sie werden nie darüber hinweg kommen!
Mitfühlend
Anja.

Hallo Anne,

Mein Text wird relativ persönlich, schonmal als Vorwarnung an alle.

Einen ganz anderen Rat zuerst: Macht Photos!

Auch wenn es jetzt komisch klingt: das ist etwas, was man erst bemerkt, wenn es zu spät ist.

Natürlich ist es in allen Familien anders, aber mir hat das mehr geholfen als ich je für möglich gehalten habe.
Meine Mutter hatte auch Krebst und wir wussten, dass sie es nicht schafft- deswegen behandle ich die letzten Photos wie Heiligtümer. Sowohl von ihr, wie auch von uns als Familie bei den letzten Unternehmungen.
Erst jetzt fällt mir auf, wie wenig Photos es gibt, auf denen wir alle zusammen zu sehen sind.

Vielleicht gibt es noch andere Dinge, die dein Mann den Kindern geben kann- einfach kleine Erinnerungen die sie noch haben, auch wenn der Papa nicht mehr da ist.

Dann noch einige Sachen, die mir einfallen und die ausgeschrieben einfach blöd klingen, aber du wolltest ja Tipps haben (normalerweise würde ich das per E-Mail schreiben, aber das möchtest du ja explizit nicht.).

Es wird für alle Beteiligten sehr viel einfacher, wenn ihr offen redet. Meine Mutter hat z.B. ihre Beerdigung mit uns durchgesprochen. Das war sehr hart, aber wir wussten dann genau, dass alles nach ihren Wünschen ablief, was auch für uns sehr beruhigend war- auch im Nachhinein.
Ich weiß nicht, ob ich das nochmal könnte, oder ob ihr das schafft, aber ich weiß, dass man alles bereut, was man nicht besprochen hat, obwohl viel Zeit war.

Dann noch etwas, gerade bei Krebs: Informiert euch über Regelungen zur Schmerztherapie.
Bitte, das ist wichtig, damit euch nicht das gleiche passiert wie uns.
(Da möchte ich jetzt nicht ins Detail gehen, aber die Schmerzbehandlung ist in manchen Krankenhäusern nicht allzu hervorragend.)

Hoffe, das hat dir irgendwie geholfen.

Gruß
Kati

Hai, Anne,

  1. heiraten
  2. ab zum Notar und Testament machen

Du hast keine rechtlichen Ansprüche auf ein Erbe von ihm und die Steuern sind erheblich, wenn er Dir - so als rechtlich Fremde - doch etwas vererbt. Und ich kann Dir garantieren, daß, sollte er tatsächlich sterben, plötzlich aus allen möglichen Winkeln Verwandte auftauchen, die was abhaben wollen - und Du hast dann mit Sicherheit was anderes im Kopf, als Rechtsstreitigkeiten.

und aus meiner ganz persönlichen Erfahrung:
3. Lüge die Kinder unter keinen Umständen an. Sage nicht „Es wird alles gut, Papa wird hundert“; erzähle nichts von einem Urlaub, wenn er im Krankenhaus ist; tu nicht, als wäre alles gut und Ihr wärt glücklich und so… Und nimm sie mit - ins Krankenhaus, zum Bestatter, zum Begräbnis

  1. Dein Herzallerliebster könnte/sollte Zeitkapseln für die Kinder produzieren; Briefe oder kleine Videos zum Geburtstag, Schulabschluß, erster Freundin, etc… Das hilft zwar zur Zeit nicht viel, aber unter Umständen später…

Zen-Hug
Sibylle

Hallo,

zunächst möchte ich dir ein Forum empfehlen, in dem du Menschen triffst, die genau in der gleichen Situation sind bzw. durchgemacht haben.

Nun haben wir zwei Kinder: Sohn 11, Tochter 9.

In diesem Alter bekommen die Kinder schon gut mit, dass hier etwas nicht stimmt. Rede mit ihnen und erkläre ihnen möglichst viel. Mit 9 kann man schon einiges verstehen, wenn es altersgerecht vermittelt wird.

Ich hätte gerne Tips von Leuten in gleicher oder per Trennung
ähnlicher Situation, wie die Kinder auf das Fehlen des zweiten
Elternteils reagieren, wie und wann man es ihnen am besten
sagt und wie man weitermacht

Menschen reagieren immer anders - so auch Kinder. Die einen ziehen sich zurück, die anderen fragen dich aus, die anderen schweigen, die einen trauern, die anderen verdrängen…
Rede mit ihnen. Wenn du denkst, dass sie es „verstanden“ haben, dann lass sie in Ruhe und beobachte. Lass sie dann auf dich zukommen. Manche Kinder wollen gar nichts genaues wissen und fragen nicht weiter nach. Dann sind sie noch nicht so weit. Ich würde sie trotzdem an manchen Entscheidungen teilhaben lassen wie „möchtest du gleich mit ins Krankenhaus?“ o.ä.
Andere Kinder würden dich Löcher in den Bauch fragen. Stelle dich darauf ein. Es wird dann sicherlich nicht leicht sein, aber versuche diese Fragen für dich überzeugend zu beantworten. Du solltest also nicht von Engeln erzählen, wenn du Engel für totalen Stuss hälst…

  • auch schlicht Familientechnisch
    nach dem Motto, wie verteilt man die ganze Arbeit, wieweit
    kann man die Kinder zum Mithelfen engagieren (bin Selbständig
    und schaffe nicht Laden, Haushalt, Kinderwünsche etc. alleine,
    jedenfalls nicht auf Dauer).

Hole dir Hilfe bzw. kläre das vorher ab. Wen kannst du einspannen, wen nicht? Vielleicht können Verwandte dir in der schweren Zeit helfen. Vielleicht ist eine Kinderfrau die beste Lösung? Es werden z.T. auch Haushaltshilfen bezuschusst. Wende dich mal an die Krankenkasse. Bedenke aber, dass wechselnde Betreuungspersonen in dieser Situation nicht gut sind. Plane auch ein, dass die Kinder möglicherweise unter Verlustangst neigen und dich nicht gehen lassen wollen. Ich kenne eure Situation nicht, aber vielleicht können die Kids im Laden einen eigenen kleinen Raum / Ecke bekommen, so dass sie bei dir sein können oder so.

Mache dir auch Gedanken über die Zeit der Pflege. Es kann sein, dass er Pflege braucht. Wie soll diese Pflege aussehen? Leg dir Notfallnummern neben das Telefon.

Vielleicht hilft es dir, eine Notfallliste zu machen - mit Telefonnummern und Adressen. Krebsgesellschaft, Krankenhaus mit Palitativstation, Pflegedienst, Beerdigungsinstitut etc. sollten da drin verzeichnet sein.
Rede mit deinem Partner über alles. Wenn er es zulässt, rede auch über Pflege, Erbe und Beerdigung. Schreibe das alles auf - im Ernstfall vergisst man da einiges.

Rechtliche Tips bezügl. Erbschaft der Kinder usw. sollte ich
besser auch haben, obwohl mir danach grad nicht der Sinn
steht. Aber ich will meinen Kindern auch nichts verschlampen.

Suche dazu am besten einen Anwalt auf. Aus der Ferne kann man hierzu keine Tipps geben.

Gruß
Tato

Hallo Anne,

ich habe jetzt nicht alle Mails gelesen und kann zu dem Umgang mit den Kindern nichts sagen.

Allerdings kann ich Dir in rechtlicher Hinsicht folgendes raten:

(Verstehe mich bitte nicht falsch, ich weiß nicht ob Du meinen Rat als makaber ansiehst, ist aber wirklich nicht zu gemeint)

Du solltest unbedingt Deinen Lebenspartner heiraten. Zumindest sind dann die Kinder über Halbwaisenrente in gewissem Rahmen abgesichert. Wenn Dein Mann berufstätig war, bekommst Du auch eine - wenn auch kleine - Witwenrente.

Und zur erbrechtlichen Frage lässt sich sagen:
Sollte auch nur ein minimales Vermögen vorhanden sein, würden zwar Deine Kinder erben solange ihr nicht verheiratet seid, Du aber nicht. Das würde bedeuten, dass Deine Kinder für die vermögensrechtlichen Fragen einen Amtsvormund bekommen, mit dem Du jeden Euro an Ausgaben besprechen musst.

Solltet ihr verheiratet sein, erbst die ein Halb, die Kinder jeweils ein Viertel (soweit nicht noch andere Kinder vorhanden sind).

Vielleicht solltest Du dich von einem Fachanwalt für Familien- und Erbrecht beraten lassen. Soweit Du selbst keine oder wenige Einkünfte hast, geh mal zum Amtsgericht und hole Dir dort einen „Beratungshilfeschein“. Damit kannst Du - fast kostenlos - Dich von einem Anwalt beraten lassen.

Magst Du mir sagen, wo Du wohnst?

Ich wünsche Euch allen viel Kraft und alles Gute

Löwenzahn

Hallo Anne,

nur zur Klarstellung: Halbwaisenrente bekommen die Kinder auch, wenn ihr nicht verheiratet sei.

L

Hai, Anne,

  1. heiraten
  2. ab zum Notar und Testament machen

Jugendamt (Wahrung der Rechte der Kinder)
Kindernotdienst (unterstützen auch psychologisch)

es wird noch hart, jetzt und im nachhinein.

Du hast keine rechtlichen Ansprüche auf ein Erbe von ihm und
die Steuern sind erheblich, wenn er Dir - so als rechtlich
Fremde - doch etwas vererbt. Und ich kann Dir garantieren,
daß, sollte er tatsächlich sterben, plötzlich aus allen
möglichen Winkeln Verwandte auftauchen, die was abhaben wollen

  • und Du hast dann mit Sicherheit was anderes im Kopf, als
    Rechtsstreitigkeiten.

und aus meiner ganz persönlichen Erfahrung:
3. Lüge die Kinder unter keinen Umständen an. Sage nicht „Es
wird alles gut, Papa wird hundert“; erzähle nichts von einem
Urlaub, wenn er im Krankenhaus ist; tu nicht, als wäre alles
gut und Ihr wärt glücklich und so… Und nimm sie mit - ins
Krankenhaus, zum Bestatter, zum Begräbnis

  1. Dein Herzallerliebster könnte/sollte Zeitkapseln für die
    Kinder produzieren; Briefe oder kleine Videos zum Geburtstag,
    Schulabschluß, erster Freundin, etc… Das hilft zwar zur Zeit
    nicht viel, aber unter Umständen später…

dem stimme ich zu.

  1. meine Erfahrung betr. Tod meines Vaters:
    Das absolut nervigste war eine Verwandtschaft, die mich nicht zur Ruhe lassen kommen konnte/wollte. Neben „Erbansprüchen“…
    Für mich war/ist es hilfreich, dieser ganzen Sippschaft ausm Weg zu gehen, heute noch. Und das nach fast 20 Jahre nach dem Tod meines Vaters (komischerweise waren die Geschwister meines Vater, die ihn und er sie wirklich geliebt hat, diejenigen, die nicht ständig ihren „guten Rat“ und ihren „Senf“ dazugeben mussten. Nur bei ihnen konnte ich zur Ruhe kommen. Ihnen war es, wie meinem Vater, wichtig, dass -mein damals ungeborenes- Kind abgesichert und geschützt wird. Sie sind heute noch mit die wichtigsten Personen im Leben meiner Kids, die ihren Opa nie kennenlernen konnten).

Sibylle

D

Hallo,

zur familiären Situation kann ich nicht so viel beitragen. Aber aus Sicht eines Anwalts, der viel Betreuungs- und Erbrecht macht, ständig Vortäge über Vorsorgevollmachten und Betreuungsverfügungen, Patientenverfügungen hält und leider regelmäßig Menschen in Eurer Situation um sich hat, kann ich nur dringend empfehlen möglichst bald entsprechenden Rat einzuholen, bevor es zu spät ist. Eine Patientenverfügung, und bei absehbarem Verlauf auch eine Behandlungsvereinbarung sind probate Mittel, um festzulegen, wie die letzte Lebensphase verlaufen soll. Eine Vorsorgevollmacht gibt dir das Recht für den Partner zu entscheiden wenn er es nicht mehr kann. Zudem sollten auch Vollmachten bei Banken eingerichtet werden. Versicherungen müssen auf Bezugsberechtigungen überprüft werden, …

Den ganz pauschalen Rat zr Hochzeit kann man nicht unterstreichen, weil es im Einzelfall durchaus Dinge geben kann, die dagegen sprechen. Allerdings ist es schon so, dass in der weit überwiegenden Zahl der Fälle eine Heirat anzuraten ist. Auf jeden Fall braucht es ein Testament, wenn Vermögen auf Dich ohne Heirat übertragen werden soll, oder wenn nach Heirat die Kinder nicht sofort Erben werden sollen, damit Du zunächst einmal die Fäden in der Hand behältst.

Ich wünsche Dir viel Kraft!

Gruß vom Wiz

mein Lebenspartner und Vater meiner Kinder (eigentlich mein
Mann, aber wir sind nicht verheiratet) hat im Frühjahr die
Diagnose Krebs bekommen, ist operiert und chemotherapiert
worden, aber es sieht nach der letzten Untersuchung schlecht
aus (der Arzt meinte, er könnte alternativ auch auf Behandlung
verzichten, wenn er möchte - ein Wink mit dem Zaunpfahl?).
Jedenfalls befürchte ich, dass wir uns bald auf ein Leben ohne
ihn einstellen müssen (haben wir z.Zt. wegen häufiger
Krankenhausaufenthalte ohnehin schon öfter mal).

Nun haben wir zwei Kinder: Sohn 11, Tochter 9. Typisches
Ensemble: Vater-Tochter und Mutter-Sohn Beziehungen, wobei ich
mit meiner Tochter auch gut klarkomme, aber natürlich nicht
den Papa ersetzen kann.

Ich hätte gerne Tips von Leuten in gleicher oder per Trennung
ähnlicher Situation, wie die Kinder auf das Fehlen des zweiten
Elternteils reagieren, wie und wann man es ihnen am besten
sagt und wie man weitermacht - auch schlicht Familientechnisch
nach dem Motto, wie verteilt man die ganze Arbeit, wieweit
kann man die Kinder zum Mithelfen engagieren (bin Selbständig
und schaffe nicht Laden, Haushalt, Kinderwünsche etc. alleine,
jedenfalls nicht auf Dauer).

Rechtliche Tips bezügl. Erbschaft der Kinder usw. sollte ich
besser auch haben, obwohl mir danach grad nicht der Sinn
steht. Aber ich will meinen Kindern auch nichts verschlampen.

Bitte keine `Ich denke mal´-Tips von nicht Betroffenen, die
kann ich mir verm. selbst vorstellen. Ich hätte gern Konkretes
von Menschen, die eine ähnliche Situation erlebt haben.

Und bitte keine Beileidsmails an unsere Mailadresse - ist gut
gemeint, das weiß ich, nutzt aber nichts und könnte u.U. in
Kinderhände gelangen ohne es zu sollen (ich habe den Kindern
bislang nicht erzählt wie ernst es ist, zumal kein Arzt weiß,
ob es jetzt um ein paar Wochen, Monate oder ev. gar Jahre
geht. Da will ich die Kinder nicht unnötig belasten).

Vielen Dank für Tips, Anne

Hallo Malte,

da hast Du an sich natürlich recht. Aber soll ich meinen Mann jetzt beschwatzen, noch schnell vorm Ende zum Standesamt zu latschen - ich meine, das muß dann schon sein Wunsch sein, ich will ihm in seiner Situation partout nichts aufschwatzen, er hat Sorgen genug. Ist sicher nachvollziehbar.

Gruß, Anne

Hallo Alexandra,

vielen Dank für Deinen informativen und lieben Beitrag.
Das mit den Kindern trauern kann ich zwar nachvollziehen, aber andererseits macht mein `Mann´ wenn es irgend geht noch gern was mit den Kindern und läßt sich gerne ablenken - das würde nicht mehr so klappen, wenn die Kinder Bescheid wüßten, zumindest nicht bei meiner Tochter.
Ich finde, wenn er meint, sie sollte es wissen, wird er es ihnen selbst sagen, aber er möchte es momentan noch nicht. So hat er die Kinder noch unbeschwert und normal wie immer um sich, und gerade das scheint er sehr zu mögen.
Zum Thema heiraten habe ich Malte schon geantwortet - wegen Rente wärs wurscht, da ist nichts, die Erschaftssteuer könnte schon zuschlagen - ist momentan aber eher die kleinste Sorge. Mein Mann muß erstmal selbst mit der Situaion fertig werden, danach wird er sicher anfangen „seine Angelegenheiten“ zu regeln, aber da will ich ihn nicht drängen oder dergleichen. Er ist jetzt wichtig, nicht sein Erbe. Natürlich sind die endsprechenden Vorschläge so erstmal richtig, aber komm damit mal jemandem, dem es an den Kragen geht - das kann und will ich nicht.

Gruß, Anne

Hallo Anja,

Du warst schwanger, als deine Mutter starb, also vermutlich erwachsen - da ist es natürlich Unsinn, Dich nicht von Ihrem Zustand in Kenntniss zusetzen. Unsere Kinder sind 11 und 9 und gerade die 9jährige Tochter hängt sehr an ihrem Papa und umgekehrt und sie ist sehr empfindsam. Sie würde mit ihrem Vater anders umgehen, wenn sie genau wüßte was los ist und sie würde die ganze Zeit, bis zum Ende sehr darunter leiden, dessen bin ich sicher.
Z.Zt. kann mein Mann noch mit ihr z.B. Rollerblades fahren gehen und macht das richtig gerne und er freut sich auch über die Ablenkung, die er durch sie hat. Das alles würde vergiftet werden, wenn sie jetzt schon Bescheid wüßte.

Ich will den Kindern nicht ewig was vorspielen - es fällt mir eh schwer - aber ich möchte auch für meinen Mann den `Normalzustand´ solange wie möglich aufrecht erhalten. Er wird nicht irgendwann umkippen und tot sein, das wird sich leider eher hinziehen. Dann ist immernoch Zeit, den Kindern klar zu machen was geschieht. Sie müssen sich ja nicht schon Monate vorher damit quälen.
Abgesehen davon - ich war beim Tod meiner Mutter direkt dabei, habe ihre Hand gehalten, und konnte trotzdem lange nicht zum Grab gehen. Sie ist zu mies gestorben, als dass ich damit hätte wirklich klarkommen können. Das gibts also nicht nur bei Ausgeschlossenen, sondern auch, wenn man zu nah dran ist.

Aber vielen Dank für Deinen lieben Beitrag,
Gruß, Anne.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Kati,

siehe Antwort zu Geli oder anderen.
Wenn es mir um an Krebs sterbenden, älteren Müttern ginge, hätte ich meine Frage anders formuliert, bzw. garnicht gefragt, weil das kenn ich schon aus eigener Erfahrung (war auch nicht schön, aber nicht so schwer, wie die Lage jetzt).
Mein Mann ist 41, die Kinder sind 9 und 11, nur mal um die Problematik ganz klar zu machen.

Gruß, Anne

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Sibylle,

  1. heiraten
  2. ab zum Notar und Testament machen

ja, an sich richtig, aber ich schlepp doch meinen Liebsten nicht krank durch die Stadt, wenn er lieber seine Kinder sehen möchte - das muß von ihm kommen oder eben garnicht. Wenn dann die Steuern abgehen, ist es mir nicht ganz wurscht, aber das ist einfach zweitrangig.

Du hast keine rechtlichen Ansprüche auf ein Erbe von ihm und
die Steuern sind erheblich, wenn er Dir - so als rechtlich
Fremde - doch etwas vererbt. Und ich kann Dir garantieren,
daß, sollte er tatsächlich sterben, plötzlich aus allen
möglichen Winkeln Verwandte auftauchen, die was abhaben wollen

  • und Du hast dann mit Sicherheit was anderes im Kopf, als
    Rechtsstreitigkeiten.

Nein, ich kenne die Verwandten, da kommen keine Erbschleicher aus den Winkeln gekrochen (echt nicht. Ich habe einen Trödelladen und viel mit Geizhälsen zu tun, aber die Familie meinnes Mannes fällt eindeutig nicht in die Kategorie - falls doch gbit es da noch meine Schwiegermutter - wenn die auftrumpft, kuschen alle).

und aus meiner ganz persönlichen Erfahrung:
3. Lüge die Kinder unter keinen Umständen an. Sage nicht „Es
wird alles gut, Papa wird hundert“; erzähle nichts von einem
Urlaub, wenn er im Krankenhaus ist; tu nicht, als wäre alles
gut und Ihr wärt glücklich und so… Und nimm sie mit - ins
Krankenhaus, zum Bestatter, zum Begräbnis

Es ist nicht so, dass ich die Kinder direkt anlüge - ich habe ihnen nur nicht den aktuellen Stand dargebracht. Wenn sie mich direkt fragen, werde ich wohl halbwegs ehrlich antworten, jedenfalls sage ich nicht, es wird alles gut.
Sieh mal, noch einige Monate gut gehen, so, dass mein Man auch noch rel. fit ist. Ich habe den deutlichen Eindruck, er möchte, so lange es geht, normal mit den Kindern umgehen, einfach auch, um an ihrem normalen Leben teil zu haben. Das geht nicht mehr, wenn die Kinder wissen, was los ist. Zudem würde zumindest unsere Tochter unter dieser vagen Prognose sehr leiden - ich halte es eigentlich für besser, Kindern in diesem Alter erst dann alles zu sagen, wenn es wirklich ernst wird, für die Kinder und für meinen Mann, dessen Interessen ja durchaus auch eine Rolle spielen.

  1. Dein Herzallerliebster könnte/sollte Zeitkapseln für die
    Kinder produzieren; Briefe oder kleine Videos zum Geburtstag,
    Schulabschluß, erster Freundin, etc… Das hilft zwar zur Zeit
    nicht viel, aber unter Umständen später…

das ist eine prima Idee. Ich werde es meinem Mann vorschlagen.

Vielen Dank für Deinen Beitrag, Anne

Zen-Hug
Sibylle