Hallo Anne,
auf deine Frage hast Du nun doch einige nützliche Hinweise erhalten, was vor dem „erwarteten“ Tode deines Mannes noch alles zu regeln wäre und wie mit den Kindern in einer solchen Situation umgegangen werden kann.
Gerade was die Kinder anbelangt, würde ich mich aber nicht allzu sehr auf die Erfahrungen anderer Betroffenen verlassen, denn der Umgang mit dem „Tod“ und die dabei auftretenden Zustände (Trauer, Wut, Gefühl des Verlassen-worden-seins, etc.) sind zutiefst mit dem eigenen Weltbild und den Überzeugungen über das, was der Tod darstellt, verbunden. Wenn ich im Tode eine Transition, die Erfüllung der Lebensaufgabe, das Eingehen in das Licht oder eine höhere Einweihung sehe, dann werde ich ganz anders darauf reagieren und meine Kinder auch anders darauf vorbereiten können, als wenn ich darin das Ende der individuellen Existenz, ein Verschwinden auf Nimmer-Wiedersehen, das Ende jeglichen Kontaktes oder gar das Eingehen des Toten in ein Fegefeuer bzw. die ewige Verdammnis sehe. Wenn Du es mit deinen Vorstellungen vereinbaren kannst, dann bist Du auf jeden Fall gut beraten, die Kinder nach dem Tode wissen zu lassen, dass ihr Vater sich nun in einer lichteren Welt befindet, er sich von dort aus weiterhin um sie kümmern wird und sie jederzeit zu ihm sprechen können. Ihre Trauer wird dann sehr gering und nur von kurzer Dauer sein. Dasselbe gilt natürlich auch für Dich.
Nichts ist dem Verstorbenen auf seinem weiteren Wege hinderlicher, als die Trauer der Hinterbliebenen! Das ist für ihn wie für jemanden, der nach einem anstrengenden Arbeitsjahr in seinen wohlverdienten Urlaub fliegt, sich gerade vergnüglich am Strand einer Palmeninsel niederlässt und nun permanent von den Daheimgebliebenen mit Telefonanrufen bombardiert wird, in denen sie ihm ihr Leid darüber klagen, wie schlecht es ihnen nun ohne ihn geht, dass sie ihn schrecklich vermissen und ihm womöglich sogar noch Vorwürfe machen, dass er sich erlaubt hat, überhaupt in Urlaub zu gehen. Eine angemessene Reaktion der Daheimgebliebenen wäre z.B., ihm ab und zu ein kleines Kärtchen zu schicken und ihm mitzuteilen, dass sie ohne ihn ganz gut zurechtkommen und alles so erledigen, wie er es gerne selbst getan hätte, er sich also keinerlei Sorgen um sie zu machen brauche, ihm liebe Grüße senden und er seinen Urlaub in vollen Zügen genießen möge.
Ich möchte Dir und deinen Lieben nun aber noch einen ganz anderen Dienst erweisen und ein paar „Tips“ geben, die nicht auf den Tod, sondern auf das LEBEN gerichtet sind!:
In allen deinen Ausführungen ist mir eine starke Fixierung auf den Tod aufgefallen. Es kann natürlich sein, dass die Auslassungen des Arztes bei Dir und deinem Mann diesen tiefen Eindruck hinterlassen und Euch jede Hoffnung auf eine Genesung genommen haben. Nur - es ist nicht so, dass wir Opfer eines „grausamen“ Schicksals sind, sondern vielmehr die Opfer unserer eigenen Gedanken, und diese Gedanken können wir ändern, und zwar nur wir selbst, aber von einer Sekunde auf die andere, ohne dass uns irgend jemand daran hindern könnte!
Jedes Geschehen hat seine geistige Ursache, so auch der Krebs. Verändert sich die innere Ursache, dann verändert sich gesetzmäßig auch das äußere Geschehen, und zwar völlig selbstorganisatorisch, weil es sich eben um einen „gesetzmäßigen“ synergetischen Vorgang handelt! Körperliche Beschwerden und sonstige menschliche Konflikte, egal welcher Art, haben ihre Ursache immer in inneren Einstellungen, Glaubenssätzen und Überzeugungen, die dem aktuellen Entwicklungsstand der betroffenen Person nicht (mehr) angemessen sind.
Das Krebsgeschehen selbst führt auf die Spur seiner Ursachen. Krebszellen sind Revolutionäre, sie rebellieren gegen die sie einengende Obrigkeit (den Regierenden im Gehirn), halten sich an keine körperliche Ordnung mehr und vermehren sich rücksichtslos. Sie wollen einen anderen Führungsstil erzwingen, weil sie die bestehende Sklaverei nicht mehr aushalten. Der Drang nach Freiheit hat sich derart aufgestaut, dass sie keinen anderen Ausweg mehr sehen, als dem Geist die Freiheit vorzuleben, die er sich selbst verweigert, auch auf das Risiko hin, damit den ganzen Staat (Körper) in die Auflösung zu treiben und damit auch sich selbst. Denn ein Leben, das nicht lebenswert ist, ist eh kein Leben. Je nach Art des Krebses, können die geistigen Selbstbeschränkungen verschiedene Schwerpunkte haben.
Wie Du schon ahnst, hat der Krebs deines Mannes wahrscheinlich auch etwas mit Dir zu tun (je größer die Betroffenheit, desto größer die Beteiligung). Nicht in der Form, dass dein Mann deinetwegen Krebs hat (wenn Du nicht wärst, befände sich eine andere Person an deiner Stelle!), sondern Du bist „nur“ das Werkzeug, das ihm SEINEN Konflikt bewusst macht. Gleichzeitig ist er natürlich das Werkzeug für deinen Konflikt, der eventuell darin besteht, zu selbstbewusst aufzutreten, anderen gerne zu sagen, wo es lang geht und dabei zu wenig auf deren Bedürfnisse und Befindlichkeiten zu achten.
Das geschieht natürlich alles, ohne dass es einem so richtig bewusst wäre, erst über die Reaktion anderer werden wir auf die eigenen Haltungen aufmerksam. Verfalle jetzt aber bitte nicht in die völlig falsche Haltung: „Jetzt soll ich auch noch Schuld sein am Krebs meines Mannes, wo ich doch eh schon die Hauptleidtragende bin!!!“ Es gibt keine Schuld! Nirgendwo! Niemand ist verantwortlich für das Befinden eines anderen Menschen! Es gibt nur Übernahme von Eigenverantwortung für das eigene Denken, Sprechen und Tun!
Mein Tip lautet also: Sprich mit deinem Mann über das eben gesagte. Redet offen miteinander und sage ihm auch, dass nun die Zeit der Ein- und Beschränkungen für ihn ein für allemal zu Ende ist und er keinerlei Skrupel mehr haben dürfe, endlich seine innersten Bedürfnisse zu leben und dass Du gerne bereit bist, Dich entsprechend zurückzunehmen. Dein Mann muss lernen, SEIN Leben zu leben und nicht wegen übertriebener Rücksichtnahme auf andere, seine eigene Lebensaufgabe zu verpassen. Du musst ihn glaubwürdig dazu ermuntern und ihn zum Beweis dafür, dass er auf Dich ab sofort keinerlei Rücksicht mehr zu nehmen braucht, sofort fragen, wie Du ihn dabei unterstützen kannst und was er von Dir in dieser Richtung erwartet. Mach ihm bewusst, dass es von nun an nur noch um ihn geht und alles andere zurücktritt. Deine Zurücknahme wird nun doppelt wichtig, da die Gefahr besteht, dass Du wegen seines Zustandes noch mehr um ihn bist und er sich dadurch noch mehr eingeengt fühlt.
Wenn er sich dazu durchringt, übertrieben formuliert, „rücksichtslos SEIN Leben zu leben“ (das hat nichts mit Egoismus zu tun, obwohl egoistische Menschen niemals Krebs bekommen), z.B. die Haltung restlos aufzugeben, sich irgend einer moralischen Vorstellung total unterwerfen zu müssen und wenn er, ohne dabei Gewissensbisse zu bekommen, seine neue Einstellung im täglichen Leben durchziehen kann, dann wird sich sein Zustand ab diesem Moment merklich bessern und sein Krebs wird verschwinden, so schnell wie er gekommen ist, denn: „der Krebs hat seine Schuldigkeit getan, der Krebs kann gehen“! Die Krebszellen haben ihr Ziel erreicht, womit ihre Revolution in sich zusammenbricht, denn sie macht keinen Sinn mehr!
Für Dich bietet sich (falls zutreffend) damit die Chance zu lernen, andere ihr Leben leben zu lassen, sie nach ihrer eigenen Facon glücklich werden zu lassen, ohne zu glauben, für sie mitverantwortlich zu sein und sie zu ihrem Glücke zwingen zu müssen (z.B.).
Das war jetzt für Dich wahrscheinlich etwas viel auf einmal. Nimm Dir einfach Zeit dazu. Nichts braucht mehr Zeit als das Stehen-Lassen, Annehmen und schließlich Akzeptieren eines neuen Gedankens. Sei Dir dabei aber bewusst: Es steht viel auf dem Spiel. Die Angelegenheit so weiterlaufen zu lassen wie sie läuft, oder ein paar lächerliche, festgefahrene Gedanken, Einstellungen und Haltungen zu ändern, um dem ganzen Theater-Spiel eine Wende zu geben und ein anderes Ende herbeizuführen. Wie würde Jesus sagen: „ICH BIN die befehlende Gegenwart!“
Wenn Ihr zu dieser anstehenden „Arbeit an Euch selbst“ weiteren Rat braucht oder etwas noch nicht ganz klar sein sollte, dann meldet Euch einfach bei mir über meine E-Mail-Adresse, denn ich bin nur sporadisch in diesem Forum.
Nur Mut, Ihr könnt nichts verlieren, aber ALLES gewinnen!!!
Liebe Grüße an Dich und deine Familie
F. B.