Hallo,
mich hat ein Bekannter, der gut in Fremdsprachen ist, einmal gefragt: welche Sprache zu erlernen es sich zur Zeit lohnen würde.
Er meinte damit, welche Sprache momentan in Deutschland besonders gefragt und selten ist.
Was soll ich ihm sagen? Helft mir.
Ich kann zwar selber zwei Fremdsprachen, aber ob sie zu der Kategorie gehören ist mir nicht bekannt.
Wie soll man das denn beantworten? Das haengt doch ganz davon ab,
wofuer jemand seine Sprache einsetzen will.
Wenn dein Kumpel nicht weiss, welche Sprache fuer ihn nuetzlich ist,
dann braucht er offensichtlich keine weiteren Sprachkenntnisse, denn
sonst wuerde er ja merken, was ihm fehlt.
Vielleicht will er ja auch erst die Sprache lernen und dann sehen, wo
er sie gebrauchen kann.
Ich kann mir vorstellen, dass Arabisch ganz nuetzlich wird oder schon
ist, in Zeiten, in denen eine Annaeherung des Westens an die
Arabische Welt wichtig wird. Aber wenn eine Firma einen braucht, der
gut Arabisch kann, wird sie wohl eher auf Muttersprachler
zurueckgreifen. Ausserdem tut sich mit Arabisch das Problem auf, dass
es in lokalen Spielarten auftritt, die untereinander schwer
verstaendlich sind.
Russisch oder Chinesisch waeren noch Tipps.
Hallo Tychi, hallo Harry!
Ich denke auch, daß Arabisch sehr wichtig ist (nicht nur, weil ich es selbst lerne ). Natürlich gibt es verschiedene Dialekte, aber bei geschäftlichen oder offiziellen Anlässen wird man im allgemeinen auf Hocharabisch zurückgreifen, nicht zuletzt weil man die Dialekte nicht wirklich verschriftlichen kann. Der Vorteil eines Nichtmuttersprachlers gegenüber einem Muttersprachler ist der, daß er eher mit den Gepflogenheiten beider Kulturkreise vertraut ist. Ich kenne mehr als einen Araber, der trotz langen Kontakts mit dem „Westen“ noch viele kulturelle Barrieren zu überwinden hat.
Ähnlich wie das Arabische ist auch das Chinesische absolut im Kommen. Dabei gelten ähnliche Bedingungen hinsichtlich Kultur etc.
Russisch hingegen sehe ich (zu meinem Bedauern) eher auf dem Rückzug; die meisten Ex-Sowjetrepubliken haben eine gewisse Russophobie entwickelt, daß man sich hüten sollte, mit ihren Einwohnern auf Russisch zu parlieren. Zudem gibt es in Deutschland bereits sehr viele „kompetente“ Russischsprecher (seien sie nun ehemalige Aussiedler oder haben sie es noch zu DDR-Zeiten in der Schule gelernt).
Je nach Spezialisierung kann man sich natürlich mit exotischeren europäischen Sprachen beschäftigen wie Estnisch, Lettisch, Litauisch oder auch Slowenisch, Maltesisch etc. Gefragt sind da (in EU-Kreisen zwar nicht viele Leute, aber solche, die es wirklich draufhaben).
Gruß,
Stefan
da muss ich Dich enttäuschen. Meines Erachtens gibt es so eine Sprache nicht.
Ich habe während meines Japanologie-Studiums keine Headhunter vor der Uni gesehen.
Nur die Sprache zu können, wird nicht als Wert angesehen.
Es ist reiner Zufall, wenn die Anwendung der gelernten Nebensprache auch innerhalb des Berufslebens eine Rolle spielt, oder man bemüht sich, sehr, sehr sehr darum die Sprache auch anwenden zu „dürfen“, was sich dann aber auch extrem nachteilig erweisen kann.
Also Englisch und Französisch sollte eigentlich jeder verstehen können. Dann würde ich eine osteuropäische Sprache wegen der Osterweiterung vorschlagen.
welche Sprache zu erlernen es sich zur Zeit lohnen
würde.
Ich denke, auf diese Frage wirst du kaum eine einheitliche Antwort erhalten. Es gibt so viele „lohnende Sprachen“ wie Menschen die diese können und wie Menschen, die diese lernen.
Ich vermute, die Hauptsache ist, die Fremsprache richtig zu beherrschen (zB eine Zeitung ohne weiteres zu lesen und zu verstehen; oder ein Film auf diese Sprache im Kino zu verstehen). Darauf kommt es imo, an.
Und nicht zuletzt kommt es auch daran an, warum sich man für eine Sprache interessiert. Wenn die Beweggründe (sei es aus persönlichen Sicht lt. „Ich finde diese Sprache klingt so schön“; sei es aus beruflichen Sicht oder aus welchen Sicht auch immer), da lohnt es sich allemal dieser Sprache zu lernen.
Für mich ist die Sprache die Schlussel zu einer Kultur und diese dient ausschließlich die Verständigung von Menschen. Aus diesem Grunde sind alle Sprache lohnenswert.
Das ist meine Meinung.
Schöne Grüße aus Nürnberg!
Helena
PS. Für mich ist diese Frage eine aus der reihe „welche ist das schönste Gemälde der Welt?“ oder „wo steht das romantischte Landschaft dieser Erde?“ o.Ä.
Oje, Fritz, jetzt fühl ich mich aber alt.
Weil ich es kapiert hab.
Und mich erinnert hab.
Und doch entsetzt bin, dass es eine Generation
(oder gar mehrere?) gibt, die es nicht versteht.
iebe Wissende,
vielen Dank für die rege Anteilnahme. Es sind folgende Sprachen im Verlauf der Diskussion aufgetaucht:
Arabisch: mehr positiv
Chinesisch: neutral
Japanisch: neutral bis positiv
Osteuropäische: vorsichtig
Russisch: mehr negativ
Spanisch: Einzelmeinung - positiv
Westeuropäische: praxisbezogen
Daraus lässt sich schließen, dass mein Freund doch keine eindeutige Antwort kriegt, weder von mir noch von Euch.
Trotzdem sieht man den Trend: in alle vier Himmelsrichtungen
Ich freue mich auf weitere Vorschläge.
Meiner Meinung nach kommt es darauf an, was man mit der Sprache machen möchte und wie motiviert man ist.
Es lohnt sich doch nicht, eine Sprache zu lernen, wenn einem die Sprecher unsympathisch und einem das Land wo sie gesprochen wird nicht gefällt. Das Lernen wird wenig Spaß machen und man wird nicht weit kommen.
Gefällt einem aber das Land und die Leute, wird es Spaß machen, die Sprache zu lernen. Deshalb wäre mein Rat: Neben Englisch (das braucht man immer) sich mit einer Sprache beschäftigen, die in dem Land gesprochen wird, mit dem man gern und oft Kontakt haben möchte. Möchte man sie beruflich nutzen, sollte es vielleicht nicht eine ganz seltene Sprache sein. Privat dienen einem die Kenntnisse dann im Urlaub und natürlich besonders, wenn man sich als Rentner in seinem Traumland niederlassen möchte.
Kann er sich nicht entscheiden, schadet es nicht, gleich mehrere Sprachen zu lernen. Ich mache das auch und es klappt besser als anfangs gedacht.
Wenn er eine Herausforderung sucht, kann er sich in Chinesisch oder Japanisch versuchen. Allerdings sollte er sich dann auf jeden Fall intensiv auch mit der Kultur des Landes beschäftigen, der Mentalität, der Geschichte …
Russisch und Spanisch wäre ev. ein anderer Kandidat, wobei der größere kulturelle Nähe ev. von Vorteil wäre.
welche Sprache zu erlernen es sich zur Zeit lohnen
würde.
ich geh mal davon aus, daß diese person nicht vorhat, in dieses land zu ziehen. die person wird diese sprache also in deutschland als fremdsprache benutzen wollen.
und es geht nicht um englisch, was sozusagen standard ist, sondern um irgendeine andere sprache wie russisch, spanisch, arabisch, türkisch, japanisch… whatever.
das halte ich - meiner ganz privaten meinung nach - für blödsinn.
wenn ich einen in meinem unternehmen haben will, der X sprechen/übersetzen/lehren kann, dann nehme ich einen muttersprachler. und davon wird es deutschland garantiert viele geben. und jeder der als ausländer irgendwo hinzieht, nutzt meistens seine sprache erstmal monetär so richtig aus. alle anderen, die diese sprache gelernt haben, haben keine chance.
über ein paar „gelegenheiten“, die exotischen kenntisse auch anzuwenden, wird man im inland nicht hinauskommen.
„wenn ich einen in meinem unternehmen haben will, der X
sprechen/übersetzen/lehren kann, dann nehme ich einen
muttersprachler.“
Das ist die naive Meinung von jemandem, der sich wohl kaum jemals ernsthaft mit Übersetzung auseinandergesetzt hat. Sprechen wird er hoffentlich können, der Muttersprachler, aber darauf, dass er lehren und übersetzen kann, würde ich keinen Groschen wetten.
„Zudem gibt es in Deutschland bereits sehr viele „kompetente“ Russischsprecher(seien sie nun ehemalige Aussiedler oder haben sie es noch zu DDR-Zeiten in der Schule gelernt).“
DDR-Schulkenntnisse kannst Du getrost in der Pfeife rauchen.