Wen muss ich ab heute fragen, was ich denken und

Was ist denn jetzt daran eine Beschimpfung, wenn du lego
vorwirfst, einem Vorurteil über Deutsche zu entsprechen? *g*

Das versteht nur ein Deutscher :smile: *blblblbl*

Das verstehe ich als Deutscher nun wieder nicht?!

Muss daran liegen, dass Deutsche so humorlos sind *hihi*

Gruss
Marion

marion eli lego trinken tee

das war von mir ein klarer ironischer witz an lego
ich hatte gehofft, er hätte ditt ding oooch jeschnallt. :smile:

oh du hattest richtig gehofft, ich nahm solches mehrheitlich
wohlwollend an =O)

aha, und die Minderheit ? Da haben wirs, die Minderheit will mal wieder ne Extrawurst *g*

Ich bin beschüttert…und das bei so nem ernsten
Thema…uaaah.

ja richtig, darum lasst uns nicht mehr ernstes mit albernheit
die bedeutung nehmen.

Die Entländer wussten es immer schon, auch wenn die Kugeln über die Köpfe pfeifen, Zeit für eine Tasse Tee muss sein. Sonst geht die Würde verloren.

So, und auf gehts wieder. Ich geb dir 5m Vorsprung :smile:

Gruss
M. (mich wieder ins Getümmel stürz)

Was ist denn jetzt daran eine Beschimpfung, wenn du lego
vorwirfst, einem Vorurteil über Deutsche zu entsprechen? *g*

Das versteht nur ein Deutscher :smile: *blblblbl*

Das verstehe ich als Deutscher nun wieder nicht?!

Muss daran liegen, dass Deutsche so humorlos sind *hihi*

Wie gut, dass ich Jude bin *gg*
Eli

Was ist denn jetzt daran eine Beschimpfung, wenn du lego
vorwirfst, einem Vorurteil über Deutsche zu entsprechen? *g*

Das versteht nur ein Deutscher :smile: *blblblbl*

Das verstehe ich als Deutscher nun wieder nicht?!

Muss daran liegen, dass Deutsche so humorlos sind *hihi*

Wie gut, dass ich Jude bin *gg*

Das nennt man dann ausgleichende Gerechtigkeit *hmmmmpf*

M.

Zusammenhänge

also als würde ich jemanden zwingen darauf zu antworten…

ich tue es halt…
es

ist meine Meinung Ende. Deswegen hetze ich oder töte ich
nicht. Ich stelle die Fragen weil ich sie für mich nicht
erklärt weis.

Dann wäre es glaube ich günstiger, es nicht hier, sondern in einem eher friedlichen Brett zu tun…
Geschichte z.B…
oder Sozialwissenschaften…
da sitzen auch die Fachleute

Wenn das Fragen ein Fehler ist, ist alles gesagt.

Wenn ich also sehe wie die Leute nackt getrieben werden,
erinnere ich mich an die Bilder die ich über Auschwitz gesehen
habe. Völlig urteilsfrei. Es ist eine Assoziation und noch
lange nicht verbinde ich damit die Aussage, das man in Israel
natzistische Methoden anwendet.

Kam halt so rüber, im Zusammenhang mit dem Thread…

Das Hauptproblem bei der Kommunikation in einem solchen Board liegt eben darin, dass man NUR das Geschriebene sieht, und den Zusammenhang, in dem es steht. Eine schnelle Klarstellung in Realtime ist unmöglich.
daraus können Mißverständnisse entstehen, vor allem in einem hitzigen Thread.

Der Fehler von Dir war, dass Du Sprengstoff betrachten wolltest…
das können wir gerne machen, aber besser nicht, wenn es aussenrum lichterloh brennt.

Zu deiner Seite:
bei meiner flüchtigen Durchsicht sind mir Formulierungen aufgefallen, die durchaus als gewisse symphatie für die „Rechten“ gedeutet werden können… sowie wenigstens ein fachlicher Fehler… (beim „Marsch auf die Feldherrnhalle“ kamen auch 3 Polizisten ums Leben… von einem unbewaffeneten Marsch kann keine Rede sein.)

Aber das nur nebenbei.
Gruß
Mike

Wenn amn also weiss, das Missverständnisse entstehen, dann muss man die aussagen der anderen aber auch so ansehen, unter dem Vorbehalt misszuverstehen.

Zum Beispiel Deine Aussage, nun wahrlich unbedacht, ich würde rechte Weisheiten, Äusserungen usw. unters Volk bringen (letztlich heisst es das ja), nur weil ich es so schreibe wie es in verschiedenen Schriftstücken steht. Bei einem solchen Thema reicht das flüchtig überschauen oder überfliegen eben nicht aus um Deine Behauptung auszusprechen. Das man auf über 600 Seiten immer etwas findet wenn man nur richtig sucht scheint jedem klar. Letztlich sehe ich das auch ein, obwohl ich darauf bedacht war, urteilsfrei zu sein. Schon anhand meiner Biographie ist die Behauptung ich waäre rechts nur noch Makulatur. Wenn amn sich also die Mühe macht kritisch zu sein (durchaus gewollt meinerseits) muss man sich ja auch die Mühe machen die Behauptung aufrechtzuerhalten. Dazu reicht aber flüchtiges Lesen eben nicht aus. Sicherlich ist der Tod von 3 Polizisten ein wichtiger Fakt (ob der Marsch bewaffnet war oder nicht) und ich werde ihn mit Sicherheit überprüfen und ggf. ändern, dennoch ist dies nun wirklich noch lange nicht ein Indiz für Rechtsradikalismus oder Neonationalsozialismus. Denn genau darin liegt das Problem, solche Begriffe werden zu schnell verwendet ohne auch nur ansatzweise darüber nachzudenken.
Ich bin wie gesagt gerne bereit (allzusehr) darüber zu diskutieren auch persönlich, aber innerhalb von 10 Minuten festzustellen das jemand „rechts“ ist, kannst selbst Du nicht mit Ernst vertreten.

Wenn amn also weiss, das Missverständnisse entstehen, dann
muss man die aussagen der anderen aber auch so ansehen, unter
dem Vorbehalt misszuverstehen.

Zum Beispiel Deine Aussage, nun wahrlich unbedacht,

Die war sehr bedacht…
Ich hätte das auch ganz anders formulieren können, dann wäre aber der eigentliche Sinn verlorengegangen… den du prompt auch nicht gesehen hast… *grinsel*

ich würde
rechte Weisheiten, Äusserungen usw. unters Volk bringen
(letztlich heisst es das ja), nur weil ich es so schreibe wie
es in verschiedenen Schriftstücken steht.

  1. jetzt machst Du genau das, was Du mir vorwirfst… du wertest. Das habe ich so nicht geschrieben. und auch nicht gemint. Es war ein KANN ! Aussage und in keiner Weise als Vorwurf gemeint

  2. Du sagst, es seine Zitate.
    dann sind sie nicht als solche gekennzeichnet und die Quellenangaben sind nicht gerade toll erkennbar.
    Übrigens kann man auch durch die geschickte bzw hier wohl eher ungeschickte Auswahl von Zitaten den falschen Eindruck hinterlassen. (dasselbe ist mal dem Exbundestagspräsidenten Jenninger passiert)

Ich habe in keinster Weise behaupet, dass du „rechts“ wärest.
Den Satzt musst Du mir Zeigen
aber ich kann die Verwirrung der Mod im Militärpolitikbrett durchaus nachvollziehen. Die ist nämlich Historikerin und kennt sich gerade in diesem Spezialgebiet SEHR gut aus.

Gruß
Mike

P.S. für Literaturtipps zur Thematik kannst Du dich mal im Geschichtsbrett melden…

Neuer Grundsatzartikel
Moin Marion,

hier geht ja auch wieder mal die Post ab! Mein lieber Scholli, dieses ganze Land scheint verrückt zu spielen. Ich habe noch mal einen sprachkritischen Anlauf unternommen und all meinen Wittgenstein zusammengekratzt, um zu verstehen, was hier abgeht:

Für mich ist ein Antisemit jemand, der einen Menschen hasst,
nur weil dieser Jude ist. (Gegenprobe: würde man ihn eher
mögen, wenn man nicht wüsste, dass er Jude ist, oder er kein
Jude ist ?).

Die hier häufig auftauchende Definition, Antisemitismus sei
das gleiche wie Vorurteile oder negative Vorbehalte gegenüber
Juden kann ich nicht teilen. Ich will dies auch gerne Anhand
eines Beispiels begründen und dadurch zu einer etwas anderen
Interpretation der Worte Möllemanns kommen.

Jede/r kann natürlich eine eigene Definition von Antisemitismus aufmachen. Habe mich da auch schon versucht. Nur sieht ja die Begriffsverwendungspraxis so aus, das der Begriff von Leuten aufgebracht wird, die einen laufenden Buchkilometer Vorsprung mit dem Definieren dieses Wortes haben. Und ich für meinen Teil habe festgestellt, dass ich keine Lust habe, da hinterher zu Dackeln. Das Vertrackte ist, dass dieses Wort sich anders anhört, als es gemeint ist, und dadurch seinen informierten Benutzern gestattet, nach dem ersten Missverständnis die gönnerhafte Rolle eines Spielregelerklärers einzunehmen. Ich glaube, dass dieser diskursiv-semantische Trick auch ein wichtiger Hintergrund für das Feed-Back ist, dass Friedmann erntet. Ich sage nicht, dass dieser Trick unzulässig ist, aber ich sage, dass ich ihn durchschaut habe:

„Antisemitismus“ :

soll einen autoritär-ignoranten „Charakterdefekt“ (den der Antisemiten halt) bezeichnen, sowie dessen Feindbildreflex gegen „den Juden“ als einen pathologisch-konsequenten;

postuliert das Phänomen Judenfeindlichkeit als Ressentiment-Konsequenz einer Charakterpathologie.

(Auch etwa so, als wenn ein pathologischer Frauenfeind Lesben zur Politfeindgruppe erklären würde)

Und das hat Folgen:

Der Begriff ist konzeptionell so „judenfrei“, wie an Kinderschänderei kein Kind Schuld sein kann. Der Begriff exkulpiert „jüdisches Handeln“ von jeder kognitiv legitimen Negativbewertung, indem er die kritische Anstoßnahme als Indienstnahme bzw. Wegbereitung einer autoritären Sozialpathologie brandmarkt.

Wir kennen so etwas ja aus bestimmten Überdrehungen im Gender- Geschimpfe ja auch. Auf dem FF-Brett hatten wir ja auch vor drei Wochen noch Positionen vertreten, denen alles „männerfeindlich“ war und in historischen Diskussionen, so erinnere ich mich, gab es auch schon mal Konstellationen von der Art: „Nun beruhig dich doch mal, Genossin“ darauf: „Nimm sofort das frauenfeindliche Klischee zurück, dass ich hysterisch sei.“

Der Begriff der „Einstellung“, den die Sozialwissenschaft da erforscht haben will, geht da weiter. Eine Einstellung genügt sich selbst und erfreut sich an allem, was sie bestätigt. Ein Vorurteil will ja immerhin noch ein Urteil sein und kann durch hartnäckige Falsifizierung frustriert werden. Eine bestätigte Einstellung dagegen ist lust-, triumphbesetzt. Die Freude an einem bestätigten Vorurteil kann dagegen durch nachfolgende Blamagen oder Misserfolge vergällt werden. Vorurteile sind immer noch ein bisschen pragmatikanfällig; Einstellungen dagegen besessen, „fetischistisch“.

Antisemitismus ist irgendwo zwischen Einstellung und „Perversion“ hin definiert. Der Antisemit handelt triebhaft, charakterdefizitär und unbelehrbar. Seine Disposition unterliegt nicht Einsichten, sondern Aufstachelungen bzw. Abnutzungen, Ermüdungen. (Michel Friedmann hatte eine Ausnahmegenehmigung fürs Mutmaßen über das Mehrungs- und Minderungsverhalten von Antisemitismus ausdrücklich für Therapeuten erteilt!)

Es gibt einen engen Zusammenhang zwischen Pathologisierung und Stereotypisierung. Stereotype sind sozusagen ein extrem mechanisierte, reflexartig hochschnellende Attributierung. Von einem „normalen Vorurteil“ nimmt man ja immer noch an, dass es „abbaubar“ sei, sein Träger „belehrbar“ sei. So funktionieren dagegen „Stereotype“ praktisch:

Herr Reich-Ranicki kann als Kritiker politisch korrekt unmöglich herabsetzungsbesessen und verneiungsversessen sein, weil dies zu sagen, der pathologischen Einstellung, wonach, „der Jude“ hetzerisch und zersetzerisch veranlagt sei, das Wort rede, bzw. diese in Dienst nehme.

Herr Bubis konnte als Immobilienfachwirt politisch korrekt unmöglich ein rücksichtsloser Sanierer und skrupelloser Spekulant sein, weil dies zu sagen, der pathologischen Einstellung, wonach, „der Jude“ raffgierig und betrügerisch sei, das Wort rede, bzw. diese in Dienst nehme.

Herr Friedmann kann politisch korrekt unmöglich ein selbstverliebter Wortverdreher sein, weil dies zu sagen, der pathologischen Einstellung, wonach, „der Jude“ rabulistisch und windwendisch sei, das Wort rede, bzw. diese in Dienst nehme.

Etc, etc.

Bei großen Teilen der deutschen Bevölkerung besteht das
Vorurteil, Osteuropäer würden gerne mal einen über den Durst
trinken. Ist dies ein Vorurteil ? Ja. Ist es ein negativer
Vorbehalt ? Ja, denn dieses Vorurteil ist wohl kaum sonderlich
schmeichelhaft.

„Statistisch“ ist es eine Erfahrung. Im Leben, d.h. gegenüber konkreten Mensch, von denen man sonst noch nichts weis, wäre die Annahme ein Vorurteil.

Würde man dies über Juden sagen, wäre nach obiger Definition
bereits der Tatbestand des Antisemitismus erfüllt.

Wahrscheinlich. Und zwar wegen „Lasterhaftigkeit“. Die historischen Antisemiten (Kaiserzeit) haben sich „ihre Juden“ gern als „lasterhaft“ vorgestellt. (Weil sie selbst wohl gern einen drauf gemacht hätten, sich aber wohl nicht getraut haben, wegen erwartbarem Ärger daheim, den sie wiederum der „jüdischen Mannweiberidealisierung“ angelastet haben. Subjektiv sind „Antisemiten“ immer „Opfer“ irgendeines „jüdischen Umtriebes“.)

Da drunter würde das mit dem Alk wohl fallen. Zumal es tatsächlich koscheren Schnaps gibt. (habe in den USA mal gekauft, im Kosher Deli…war auch in Ordnung…)

Dies ist allerdings zu kurz gedacht, denn was impliziert eine
solche Einstellung ?
a) Bedeutet es, dass ich 1 Flasche Wodka mehr einkaufe, wenn
ich zu meiner Party Osteuropäer einlade (auf der ich dann
womöglich sitzen bleibe) und hoffe, dass es nicht gar zu arg
wird ?

Oder bedeutet das, b) dass ich erst gar keine Osteuropäer
einlade, weil ich keine Besoffenen auf meiner Party will ?

Im Fall b) würde ich von einem Anti-Isums sprechen. Hier sind
die Vorurteile bereits so fest einzementiert, dass derjenige
sich selbst um die Möglichkeit bringt, mit den Vorurteilen
aufzuräumen (indem er Beispielsweise persönliche Erfahrungen
mit dieser Bevölkerungsgruppe macht). Jemanden von dieser
Einstellung wegzubringen, dürfte sehr schwer sein.

Beim Fall a) hingegen handelt es sich meiner Meinung nach um
Vorurteile, wie sie allen möglichen Bevölkerungsgruppen
entgegen gebracht werden, und die ich zwar für nicht
sonderlich schön, aber auch nicht für dramatisch halte.

Wenn Fall a) sich nun jedoch Osteuropäer zu seiner Party
einlädt, diese sich hemmungslos betrinken und randalieren,
dann kann es sehr gut sein, dass, dass seine Einstellung
dadurch (durch das Verhalten einzelner) von a) nach b) kippt
(und er nie wieder Osteuropäer einlädt). Hier werden durch den
Einzelfall Vorurteile quasi „verifiziert“.

Um die „Vorurteilsrelevanz“ für konkrete Leute zu überprüfen (bei Russen, z.B.) mache ich das so: Ich beziehe mich auf „abscheuliche Vorurteile“ und „übelste Nachreden“ von Rassisten oder der Bourgeoisie, wonach Russen saufen würden und frage, ob ich davon ausgehen kann, wir dieser vergiftenden Hetze nicht durch konsequente Mäßigung eine mächtige Abfuhr erteilen können. Dann wissen alle Bescheid und wer sich noch besaufen will, plant schon ein, das danach und woanders zu tun.

(Funktioniert

umgekehrt in Sachen Sympathie übrigens genau so, ich kenne
viele Leuten, denen „Tibeter“ sympathisch sind, einfach weil
der Dalai Lama und viele im Westen lebende tibetische Mönche
offensichtlich Sympathieträger sind).

Man kann diesen Mechanismus zwar bescheuert finden, aber zu
leugnen, dass es ihn gibt, halte ich für albern.

Und hier passt nun auch der Spruch von Möllemann rein.

Und genau dessen Logik können die Holokaust-Erfahrungsträger „traumapatho-logisch“ an dieser Stelle nicht akzeptieren; denn dann droht der Umkehrschluss zu dem Verdacht, dass sie zum Holokaust vielleicht nicht angepasst genug waren und „Vorurteile begründet hätten“. Weil das nicht sein darf (Hier liegt das Tabu!) darf der Antisemitismus kein normal begründbares Vorurteil sein, sondern muss pathologisiert werden. (So weit waren wir ja schon mal mit Iris)

(Um es noch etwas konkreter anzunähern: Das muss gerade aus einem ethnisch-europäisch-jüdischen Verständnis von israelischer Staatsräson so gesehen werden (und gegen die Ansprüche der benachteiligten orientalischen Juden und der Ultraorthodoxen behauptet werden) sowie von den jüdischen Gemeinden in Deutschland. Das Tabu muss den Holokaust als zwingende und durch menschliches Vermögen nicht abwendbare Veranlassung für das „Projekt Israel“ ideologisch absichern. Deswegen müssen Antisemiten eher pathologisch pervers Verrückte sein und keinesfalls als Leute erscheinen, die zu einem „Urteil“ über das Judentum gefunden haben. Die „kognitive Qualität“ von Judenfeindlichkeit muss bestritten werden.)

Ich denke, die meisten Deutschen haben irgendwelche Vorurteile
gegenüber Juden, was sicher auch damit zusammenhängt, dass die
wenigsten direkte Erfahrungen mit Juden z.B. als
Arbeitskollegen oder Nachbarn machen. Sicher gibt es dabei
auch negative Vorbehalte. Hier befinden wir uns noch bei Fall a).

Ich glaube das ehrlich gesagt nicht. In meinen antiimperialistischen Politzeiten waren die meisten Widersacher in den hitzigen Straßendebatten begeistert von Dayans flotten Truppen, fanden prima, dass die Israelis die „Wüste zu Gärten verwandelt hätten“ und auch so wirtschaftswunderkompetent wie sie, die Westdeutschen seien etc. Seit dem öffentlichen Holokaustdiskurs haben die (schlichten) Leute schlicht Bammel, dass sie was angelastet bekommen und nicht kapieren, wie.

Wenn nun aber jemand daher kommt, der diese Vorurteile

durch sein Verhalten zu bestätigen scheint (zumal wenn es sich
um einen recht exponierten, „offiziellen Vertreter“ dieser
Gruppe handelt), dann besteht allerdings die Gefahr, dass auch
hier die Einstellung von a) nach b) kippt, weil die etwas
schlichteten Gemüter hier ihre Vorurteile verifiziert sehen.

Ich glaube, die Leute finden die für sie undurchsichtigen Sprachregelungen demütigend (!) zumal diese „von außen“ zu kommen scheinen; und sie empfinden es als anstößig, dass sie Fernsehbilder vom „Bandenkampf“ (Nazijargon für Partisanenkrieg) a la „Wehrmachtsausstellung“ als o.k. ansehen sollen, wenn Israelisches Militär „am Drücker“ ist. In Deutschland diskutieren wir Jahrelang, („gegen“ die Vätergeneration) dass „Repressalien“ (Geiselerschießungen etc.) Mord sind und Israel meldet alle zwei Tage einen mächtigen „Vergeltungsschlag“. Das zehrt an Nerven und Gemütern.

Ich glaube nicht, dass es „antisemitische Vorurteile“ von der Art gab oder gibt, dass, „Die Juden“ militaristisch seien und zu Landnahme und Ausdehnung neigten. Eher ja im Gegenteil, von wegen “Parasitenvolk auf der Wanderschaft“, „weichlich-wehruntüchtig“ und so.

Insofern denke ich, dass die „demonstrativ rabiaten“ Züge israelischer Politik auch gerade die ollen, traditionellen judenfeindlichen Klischees widerlegen sollen. Abkriegen tun das die Pallis.

Ich glaube, das und nichts anderes hat Möllemann gemeint.

Möllemann dürfte nach meinem Eindruck, auf sowas wie einen „Aufstand der Geknebelten“ spekuliert haben. Aus dem Zoff, nicht aus der Kritik an Sharon, hat er sich Zulauf versprochen. Das peinliche ist, dass dieses zulaufende Volk das alles natürlich nicht überblickt und nicht einfach sagt, o.k. lassen wir den Unfug, hören wir auf Israel zuzugestehen, was wir unseren Vätern übel nehmen, sondern; stattdessen, sein ach so geknechtetes Schicksal begrummelt, nicht alles sagen zu dürfen. natürlich darf es das, nur blöd herumpoltern, darf man dabei nicht. Sie halten es intellektuell nicht durch, Legitimität und Plausibilität ihrer Gefühle, angesichts der Fernsehbilder zu begründen und raunen statt dessen lieber von Maulkorb etc. was sich dann alles wieder „antisemitisch“ anhört.

Ja, natürlich ist das Scheiße. Aber so funktionieren diese
Mechanismen bedauerlicherweise bei einigen Simpels, und ich
denke, das sollte eigentlich auch jedem klar sein.

Was das jetzt praktisch heißt, ist nicht undelikat: Ich habe keinerlei Bedürfnis, das Wort „Antisemitismus“ von mir aus zu benutzen. Ich anerkenne, dass das Wort eine bestimmte Tradition, Funktion und Gebräuchlichkeit hat, die ich nicht beeinflussen kann. Wenn „die“ meinen (also die committed users des Wortes „Antisemitismus“) der bezeichnete Gegenstand funktioniere „judenfrei“, dann bitte, dann sollen sie. Jeder hat das Recht, seine Hirngespinste, und seien es welche, die mit autotherapeutischer Funktionalität, selbst zu benennen. Wenn die Nazis ihren „ewigen Juden hatten“, warum sollen nicht ihre Opfer sich einen „ewigen Antisemiten“ backen? Das ist alles pure Ideologie. Da gibt’s Freiheit für.

Ich würde also nicht sagen, Friedmann nährt Antisemitismus, einfach, weil ich mich auf die ominöse Mechanik dieses Begriffes überhaupt nicht einlassen will. Ich würde statt dessen sagen, dass der anmaßende Gestus des ewigen Spielregelerklärers mir und einigen Leuten, die ich kenne, auf die Nerven geht. Friedmanns Gestus belastet seine Argumente, und seine anmaßenden Geltungsansprüche belasten seine Punkte. Seine „Korrektheitspunkte“ wirken kränkend, demütigend, zurechtweisend, schuhriegelnd. Dafür muss seine Art nicht unbedingt „gehässig“ sein, wie Mölli gleich meinte, das ist sie auch nicht; sie ist auf eine provozierende Art „überlegen“; bis man das Spiel durchschaut hat. Aber das ist es ja nunmehr, oder, was meinst du?

Der Friedmann macht den Spielregelerklärer und ich den „Spielregelunterschiederklärer“. So berühmt wie er kann ich damit wohl nicht werden, oder was meinst du?

Gruss
Thomas

P.S. Schnauzer gegen Pomade Update:
Der Mölli ist ja doch auch etwas gerissen; mit seiner bedingten Entschuldigung („wenn ich gekränkt haben sollte“). Er entschuldigt sich für den Kollateralschaden seiner Konterattacke auf Friedmann, nicht aber für diese. Das ist schlau. Mal sehen, womit der Pomadenmann seine Fangemeinde jetzt wieder zusammenzutrommeln sucht.

Gratulation
Das ist das beste, was ich je zu dem Thema gelesen habe.

Ich fühl mich richtig unterlegen… :wink:

P.

Jews against Zionism?!?!?!
Hi Elimelech,

Das verstehe ich als Deutscher nun wieder nicht?!

Muss daran liegen, dass Deutsche so humorlos sind *hihi*

Wie gut, dass ich Jude bin *gg*

Das trifft sich gut. Bestimmt weist du dann auch was es mit

http://www.netureikarta.org/speech1jun01.htm

auf sich hat. Und hiermit:

http://www.jewsnotzionists.org/tenquestions.htm

Da sollen ja „Zionisten“ (wer sind das denn?) es jüdischen Opfern verwehrt haben, dem Holokaust zu entkommen. Eli, sag mal was Sache ist, sonst kommt den Deutschen noch ihre proisraelische Staatsraison abhanden. Und dann sowas:

http://www.jewsnotzionists.org/minhametzardomb.htm

http://www.jewsnotzionists.org/rabbismain.htm

und hier: Mit Bildern; Amerikanische Rebben im Iran(!!!):

http://www.netureikarta.org/iran%20pics.htm

Eli, ich sehe das Ende von NATO und westlicher Wertegemeinschaft heraufziehen, wenn das bekannt wird. Ihr habt da ja lauter Karslis in den eigenen Reihen. Das uns eure Orthodoxie da so in den Rücken fällt im Kampf mit den Gespenstern der Vergangenheit, das hätte ich nicht gedacht. Eli, was tun?

Schalom

Ich bitte darum!

Thomas

moin marion,

oh du hattest richtig gehofft, ich nahm solches mehrheitlich
wohlwollend an =O)

aha, und die Minderheit ? Da haben wirs, die Minderheit will
mal wieder ne Extrawurst *g*

welche minderheit? ich gehoere der mehrheit an. *g*

aber wer ist mehrheit, wer ist minderheit?

So, und auf gehts wieder. Ich geb dir 5m Vorsprung :smile:

ach naja, langsam rasten alle aus, aussen im www und hier im www,
da auch btw ein danke fuer deine anderen ernsteren laengeren antworten an mich, aber genau hier fehlt dann irgendwann die zeit leider.

beste gruesse, lego

hallo thomas,

hierzu muss man wissen, dass es sich hier nur um sehr sehr wenige juden handelt, sagen wir 50 aktive, nicht mehr, dass mit sehr harten bandagen gekaempft wird, und sicher nicht jede seite, die du gelinkt hast, auch tatsaechlich von juden erstellt worden sind, sondern schlicht weg gefaelscht wegen … .

aber ja, es stimmt, einige sehr wenige juden haben sich immer gegen zionismus gestraeubt, entweder aus religioesen gruenden, wie auch immer hier, oder aber, wie der bekannte rabbiner hirsch, welcher ein gluehender verehrer deutschlands war.

ok, beste gruesse, lego

http://www.netureikarta.org/speech1jun01.htm

Hallo Thomas,

wo ist denn nun wieder dein Problem? Das du irgendwie nicht auf die Reihe bekommst, dass sich DIE Juden nicht alle gleich verhalten und jeder eine eigene Meinung hat und das es gute wie schlechte Menschen auch unter DEN Juden gibt?

Was hat das nun mit mir zu tun?

Eli

"Es gibt nicht „DIE“ Juden.

Nach deiner Argumentationslogik weitergedacht:

Dann kann man DIE Juden auch nicht beleidigen!

Du verstrickst dich in deinen eigenen Argumentationsfallen. weißt du eigentlich was du willst?

*kotz*
winkel

nun ja
hallo winkel,

nun ja, nein, antiblabla-stereotypen wenden sich gegen 99,99 prozent aller juedischen menschen, weil sie juedische menschen sind.

dass es antizionistische juden gibt, siehe meine antwort an thomas, ist hier eine 0,01-prozentige minderheit, damit muss sich elimelech nicht angesprochen fuehlen.

da hat er sich ihmo nicht verstrickt.

beste gruesse, lego

"Es gibt nicht „DIE“ Juden.

Nach deiner Argumentationslogik weitergedacht:

Dann kann man DIE Juden auch nicht beleidigen!

Es gibt aber alle Juden, vor allem wenn Du sie ansprichst und über einen Kamm scherrst. Dann meinst Du sie nämlich alle, unabhängig davon ob es eine homogene Gruppe ist oder nicht.

Schalom,
Eli

"Es gibt nicht „DIE“ Juden.

Nach deiner Argumentationslogik weitergedacht:

Dann kann man DIE Juden auch nicht beleidigen!

Es gibt aber alle Juden, vor allem wenn Du sie ansprichst und
über einen Kamm scherrst. Dann meinst Du sie nämlich alle,
unabhängig davon ob es eine homogene Gruppe ist oder nicht.

  1. Ich habe hier die Juden nicht so oder anders allgemein angesprochen.
  2. Habe ich hier nur deinen Argumentationsstil kopiert, um dir zu zeigen wie du in diskussioenn umgehst. Siehe doch einfach nur meine dreifache erläuterung zu : „Gehe nach Iasrael um dort für Frieden zu demonstrieren“ du hast das trotzdem hartnäckig immer noch zur auswanderungsau7fforderung verdreht. Halt so, wie ich deine Aussge oben ebenfalls verdrehte.

Und so wie du, für mich verhöhnend, Schalom wünscht, sge ich nun:
Geh mit Gott
winkel

Schalom,
Eli

hallo winkel,

nun ja, nein, antiblabla-stereotypen wenden sich gegen 99,99
prozent aller juedischen menschen, weil sie juedische menschen
sind.

dass es antizionistische juden gibt, siehe meine antwort an
thomas, ist hier eine 0,01-prozentige minderheit, damit muss
sich elimelech nicht angesprochen fuehlen.

das war ja nun nicht der Punkt meiner Kritik. Ich habe das „Es gibt DIE Juden nicht“ schon richtig verstanden. Es gibt ja auch „DIE Deutschen“ nicht.

Ich habe lediglich, und beachte dabei bitte meinen Satz „Nach deiner Argumentationslogik…“, seine Art zu diskutieren kritisiert.

gruss
winkel

da hat er sich ihmo nicht verstrickt.

So hab ich ihm seinen eigenen Fallen gestellt, in denen er sich mE nach eben doch verstrickt.

gruss
winkel