Wenn der Hass nicht weg geht

Hi,
auch nach 8 Jahren ist der Hass der tief steckt nicht weg.
Meine Kinder wurden von einer Person oder dem zutun einer Person, tief in ihrer damals noch kleinen Menschenseele verletzt. Die Person hat den geschiedenen Vater, gegen seine Kinder aufgehetzt und sogar den Umgang verboten zu seinen Kindern, leider erfolgreich, der Mann war ein Weichei. Die Person, die Nachfolgerin war eifersüchtig auf mich, obwohl ich mich getrennt hatte und diesen Mann nicht mehr wollte, obwohl ich eine neue Partnerschaft hatte.
Die Kinder haben damals viel geweint, auch wenn der „Papa“ an ihnen vorbei ging als kenne er sie nicht.
Ich habe damals gebetet, das diese Person ihre Strafe dafür bekommt, nicht schnell sondern langsam und qualvoll, genauso wie meine Kinder gelitten hatten. Nach 2 Jahren war diese beziehung am Ende, das Kind dieser Beziehung ist ein armes Kind, lebt bei Pflegeeltern, kein Interesse der Mutter und auch nicht vom Vater an dem Kind vorhanden, hat auch viel mitgemacht der arme Wurm.
Meine Gebete sind erhört worden. Nach Tumor im Kopf, folgte Tumor im Rückenmark, Rollstuhl und nun Hospitz zum sterben.
Für mich ist dies als falle in China ein Sack Reis um, keinerlei Mitleid, will nicht sagen, ich freue mich, sondern ich denke oft, dafür habe ich gebetet.
Wie bekomme ich diesen Hass wieder aus meiner Seele, denn eigentlich müsste es mir doch egal sein, aber Hass ist doch auch noch ein empfinden, also habe ich doch mit dieser Person noch nicht abgeschlossen.
Was tun?
Danke
Trina

Hi,

was du erzählst ist zwar nicht besonders schön, aber das hier:

Meine Gebete sind erhört worden. Nach Tumor im Kopf, folgte
Tumor im Rückenmark, Rollstuhl und nun Hospitz zum sterben.

ist der absolute Hammer.
Es gibt sicherlich jede Menge Menschen, die ich absolut nicht ausstehen kann, auch genug, die mir schon sehr weh getan haben, aber das wünsche ich keinem davon an den Hals.

Anstatt deinen Hass auf diese Person zu pflegen, solltest du dafür sorgen, dass es den Kindern in jeder anderen möglichen Beziehung gut geht - die können sicher nicht auch noch eine Mutter brauchen, die ihren Hass kultiviert.

Und wenn du es nicht alleine hinbekommst, deine Gedanken von der erwähnten Person weg zu deinen Kindern hin zu bekommen, dann würde ich mir an deiner Stelle professionelle Hilfe suchen.
So machst du nämlich bloß dich und deine Kinder kaputt.

Gruß
Cess

Hallo,
wenn Hass da ist, sind auch Gefühle da.
Ist er ansprechbar? Dann rede mit ihm. Red dir alles von der Seele-und lass ihn auch reden.
Er wird sicherlich auch leiden, alles in sich reingefressen haben- daher die Tumore.Und nicht weil du es ihm gewünscht hast!
Manu

hi, wenn dich dein eigener hass stört, dann liegt doch auf der hand, was du tun musst: verzeihen.

wie das geht? sage dir: „was der getan hat, ist nicht meine schuld und ich richte nicht darüber. das ist nicht meine aufgabe, meine ist es, durch den hass nicht mich selbst zu zerstören und ich verzeihe ihm!“

oder so ähnlich.

nimm dir zeit, das kann lange dauern, dranbleiben ist das wichtigste

Hallo Trina
Nun ja, der Mann hat in etwa das bekommen, was Du wolltest, dann brauchst Du ihn ja nicht weiter zu hassen. Dass Du kein Mileid empfindest, ist ja etwas anderes. Dazu kann Dich keiner zwingen, Du selbst solltest es auch nicht versuchen. Mitleid ist eben da oder nicht. Also mach Dir keine großen Gedanken darüber.
Vielleicht solltest Du es mit Heinrich Heine halten, der in etwa sagte:
Es heißt, man soll seinen Feinden verzeihen. Das tue ich auch - aber erst wenn sie alle an den Bäumen in meinem Garten aufgehängt sind. :wink:
Gruß,
Branden

Hi,
habe mich falsch ausgedrückt, die „Person“ war die Frau, nicht der Vater, dem habe ich verziehen, er hat heute guten Kontakt zu den Kindern.
Jedoch den schlechten Charakter der Frau kann ich bis heute nicht verzeihen, er zieht sich wie marmoriert durch meinen Lebensabschnitt. Sämtliche damals vorhandenen Freunde der Frau, stehen heute nicht mehr zu ihr, sie hat sich nicht nur meinen Kindern gegenüber schändlich verhalten, sondern ihrem ganzen Umfeld.
Betrogen, gelogen, gestohlen, ihr Kind geschlagen, vom neuen Partner (nach dem Vater) schlagen lassen, Kind alleine gelassen, einfach bei fremden Leuten abgegeben und nicht mehr abgeholt (erst nach 3 Wochen!) Jugendamt hat genauso weggeschaut, Drogen genommen, angeschaft usw. Kind hat mit 7 Jahren noch in die Hose gemacht.
Um es kurz zu machen, ich habe noch niemals in meinem Leben eine solch asoziale Person gesehen, im Fernsehen vielleicht, die wo ihr Kind haben verhungern lassen, kommen dem Nahe.
Trina

Hi

wie das geht? sage dir: „was der getan hat, ist nicht meine
schuld und ich richte nicht darüber. das ist nicht meine
aufgabe, meine ist es, durch den hass nicht mich selbst zu
zerstören und ich verzeihe ihm!“

ich meine sie meint sie, die Nachfolgerin, nicht ihn.
HH

Hallo Trina,

du hast im Psychologie-Brett geschrieben, drum ist mein „Rat“ vielleicht nicht ganz das, was du wolltest. Ich schreib’s aber trotzdem mal.

Du hast ja geschrieben, dass du gebetet hast, dass es dieser Frau schlecht geht. Soll das heißen, du bist religiös? Zu welchem Gott hast du gebetet? Ich bin auf dem Gebiet kein Profi, aber so wie ich das sehe, erhört zumindest der christliche Gott, bestimmt keine „Rachegebete“. Es kann sein, dass Gott diese Person „bestraft“ hat. Obwohl ich glaube, dass man erst nach seinem Tod die „göttliche Strafe“ erhält. Aber meine Meinung tut hier ja eigentlich nichts zur Sache. Wichtig ist, dass du anscheinend glaubst, dass Gott diese Person bestraft hat. Du hast dafür gebetet. Jetzt ist es an dir zu verzeihen! Auch dafür kannst du beten. Gott kann dir helfen zu verzeihen. Das wichtigste wäre allerdings, dass du dich mit dieser Frau aussprichst. Ohne ein ehrliches Gespräch, ist Verzeihen sehr schwer. Vielleicht hat sie sich geändert, vielleicht bereut sie alles. Vielleicht bittet sie dich um Verzeihung. Das macht vieles einfacher. Wenn das nicht der Fall sein sollte, wenn sie stur ist, dann ist es natürlich um so schwerer. Trotzdem glaube ich, dass ein Gespräch helfen kann. Sei es nur, um zu erkennen, dass das eine verbitterte Frau ist, die sich niemals ändern wird. Eine Frau, der einfach nicht zu helfen ist. Vielleicht brauchst du dieses Gespräch, damit bei dir langsam sowas wie Mitleid entstehen kann.

Ich hoffe, ich konnte dir ein paar Denkanstöße liefern.

Ich wünsche dir, dass du mit dieser Frau, und somit auch mit dir, ins Reine kommst.

Gruß
Michaela

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Wenn man den Hass nicht loslassen mag …
Hi,

Jedoch den schlechten Charakter der Frau kann ich bis heute
nicht verzeihen,
Betrogen, gelogen, gestohlen, ihr Kind geschlagen, vom neuen
Partner (nach dem Vater) schlagen lassen, Kind alleine
gelassen, einfach bei fremden Leuten abgegeben und nicht mehr
abgeholt (erst nach 3 Wochen!) Jugendamt hat genauso
weggeschaut, Drogen genommen, angeschaft usw. Kind hat mit 7
Jahren noch in die Hose gemacht.

was hat es mit dem Charakter zu tun, wenn sie geschlagen wird? Das ist schon ganz anderen passiert.

Um es kurz zu machen, ich habe noch niemals in meinem Leben
eine solch asoziale Person gesehen, im Fernsehen vielleicht,
die wo ihr Kind haben verhungern lassen, kommen dem Nahe.

Das sind heftige Worte - aber hast du dich mal gefragt, was einem Mensch im Leben passieren muss, dass er so wird? Nach deiner eigenen Beschreibung hat die Frau es auch nicht leicht gehabt. Das macht die Erfahrungen, die du mit ihr hast, nicht besser, aber es sollte dir helfen, den Hass in Mitleid zu ändern.

Ich kann nicht verstehen, wie man überhaupt einen Menschen hassen kann - die, die mir Böses wollen, können mit nur leid tun oder mir einfach egal sein, aber Hass? Außerdem scheint doch bei euch alles soweit im Lot zu sein, die Kinder haben wieder Kontakt zum Vater, was also ist genau dein Problem? Warum oder wonach fragst du hier? Du scheinst den Hass nicht ablegen zu wollen, im Gegenteil, du steigerst dich in etwas rein, was in der Vergangenheit liegt. Ist das die nette Gewohnheit? Komm mal runter von deinem Trip und kümmer dich um die Gegenwart und um deine Kinder!

Gruß
Cess

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Walk in her shoes
Hai, Trina,

stell Dir vor, Du wärst sie. Hättest ihr Leben leben müssen. Ihre Verletzungen und Enttäuschungen erfahren müssen.

Was mag sie dazu gebracht haben, eifersüchtig auf eine Ex-Partnerin zu sein? Überbordendes Selbstbewusstsein? Oder doch eher tiefgehende Unsicherheit?

Was mag sie dazu gebracht haben, mit Liebe und Mitleid zu geizen, sie für sich zu behalten? Das sie schon als Kind mit Liebe überschüttet wurde? Oder doch eher, daß sie die Erfahrung machen musste, zurückgestoßen zu werden und ungeliebt zu sein?

Was mögen ihre Träume und Wünsche gewesen sein, als sie sich als Teenager ihre Zukunft ausmalte?

Glaubst Du, daß Menschen, die von Eifersucht zerfressen werden, die sich und andere nicht verteidigen können, die nicht lieben können, glücklich sind? Daß sie so sein wollen?

Ich denke, daß solche Menschen eher in die Kategorie „armes Schwein“ gehören. Sie sind bemitleidens- aber nicht hassenswert. Sie hat sich nicht selbst gemacht und wenn sie sich selbst hätte machen können, hätte sie sich wohl anders gemacht.

Frage Dich, ob Du wohl in der Lage gewesen wärst, so zu werden, wie Du bist, wenn Du ihre Vergangenheit gehabt hättest - oder ob nicht auch Du Dich eingemauert hättest und Gift und Galle versprühend mit Zähnen und Krallen den kleinen Zipfel „Glück“, den Du ergattern konntest, verteidigst hättest - selbst, wenn „objektiv“ gar keine Gefahr bestünde.

Wenn Du das alles erst mal verstanden hast, kannst Du auch den Haß loslassen und das Mitleid verspüren, das dieser Frau eigentlich zustünde - auch, wenn daraus wahrscheinlich nie Symphatie wird.

Gruß
Sibylle

Hi,

Ich kann nicht verstehen, wie man überhaupt einen Menschen
hassen kann - die, die mir Böses wollen, können mit nur leid
tun oder mir einfach egal sein, aber Hass?

Das ist Dein Ideal. Wie weit bist Du mit
der Realisierung?

Grüße

CMБ

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Hallo

Die Person hat den geschiedenen Vater, gegen seine
Kinder aufgehetzt und sogar den Umgang verboten zu seinen
Kindern, leider erfolgreich, der Mann war ein Weichei. Die
Person, die Nachfolgerin war eifersüchtig auf mich, obwohl ich
mich getrennt hatte und diesen Mann nicht mehr wollte, obwohl
ich eine neue Partnerschaft hatte.

Borderline-Störung?

Wie bekomme ich diesen Hass wieder aus meiner Seele,
denn eigentlich müsste es mir doch egal sein, aber
Hass ist doch auch noch ein Empfinden, also habe ich
doch mit dieser Person noch nicht abgeschlossen.

Hass ist nicht unbedingt immer durch das Objekt
zu erklären, auf das er sich richtet. Immerhin
„hasst“ Du ja.

Ausserdem ist sie ein 100%-iges „Hassobjekt“.
Nur böse. Niemals gut. Nicht ein bisschen.

Und sie ist ja auch 100%-ig verachtenswert. Kein
Schimmer von verständlicher Regung im gehassten
Objekt, oder?

Da sie 100% böse und 100% verachtenswert ist,
ist sie auch verantwortlich für alles,
was inzwischen passiert (ist). Sie ist der
magische Garant für allen Hass, der dann auf
sie gerichtet ist.

Grüße

CMБ

hi,

Ich kann nicht verstehen, wie man überhaupt einen Menschen
hassen kann - die, die mir Böses wollen, können mit nur leid
tun oder mir einfach egal sein, aber Hass?

Das ist Dein Ideal. Wie weit bist Du mit
der Realisierung?

du hast es gemerkt!

wahrscheinlich ein fall von nicht wahrhabenden selbstbetrug.

cu
alex

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Hi,

Das ist Dein Ideal. Wie weit bist Du mit
der Realisierung?

wo habe ich von Ideal gesprochen? Ich hasse niemanden, auch wenn ich bei einigen Menschen Grund genug hätte.

Gruß
Cess

Hi,

du hast es gemerkt!

woher weißt du das? Kennst du mich?

wahrscheinlich ein fall von nicht wahrhabenden selbstbetrug.

Nur, weil es mir gelingt? Wo soll hier der Selbstbetrug liegen?

Ich weiß, dass ich niemandem die Pest an den Hals wünsche (oder andere schlimme Dinge) - und du meinst, ich mache mir nur was vor? Ab wann gelingt einem denn die Umsetzung und wann (und warum) ist es Selbstbetrug?

Gruß
Cess

Hallo

Ich hasse niemanden, auch
wenn ich bei einigen Menschen
Grund genug hätte.

Ach so, Du nennst es dann anders … :wink:

Hast Du keinen Feind? Ein Feindbild? Gar nichts?

Grüße

CMБ

Hi Cess,:

wo habe ich von Ideal gesprochen? Ich hasse niemanden, auch
wenn ich bei einigen Menschen Grund genug hätte.

Wahrscheinlich glauben es dir die beiden einfach nicht.
Beweisen kannst du’s sowieso nicht, weil dir dann (wie
geschehen) bestenfalls Verdraengung vorgeworfen wird.

Mir geht’s aber auch so. Ich habe grosse Antipathien
gegen einige Menschen, aber Hass kenne ich eigentlich
nicht.

Gruesse
Elke

Hi,

Ich hasse niemanden, auch
wenn ich bei einigen Menschen
Grund genug hätte.

Ach so, Du nennst es dann anders … :wink:

nein, es ist was anderes. Ich wünsche niemandem was Schlechtes, also hasse ich nicht, oder?

Hast Du keinen Feind? Ein Feindbild? Gar nichts?

Wie gesagt, es gibt sicher Menschen, bei denen ich Grund genug hätte, ihnen Böses zu wünschen. Mir ist schon genug passiert. Es gab auch Zeiten, in denen ich sowas wie Hass empfunden habe - das hat aber nicht lange gedauert. Schnell hat sich der Gedanke eingestellt:
„Wenn der mir Böses will, kann ich ihn nur bedauern. Ich lass mir mein Leben nicht von anderen Menschen versauen und derart beeinflussen.“
Damit lebt es sich wesentlich leichter.
Es ist doch immerhin armselig und bedauernstwert, wenn eine Person andere verletzen muss, um sich gut zu fühlen, oder?

Und Menschen, mit denen ich einfach nicht klarkomme, kann ich doch ignorieren, man kann ja nicht jeden mögen.

Auf jeden Fall finde ich es erschreckend, ein Gefühl wie Hass solange mit sich rumzuschleppen wie die Ausgangsposterin und sich derart reinzusteigern und sich davon so beeinflussen zu lassen, dass die Lebensqualität darunter leidet.

Gruß
Cess

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Hallo,

Bin zwar nicht Cess, aber da ich mich gerade ueber
dir geoutet hate:

Hast Du keinen Feind? Ein Feindbild? Gar nichts?

Nein.

Gruesse
Elke

Hallo Elke,

Hast Du keinen Feind? Ein Feindbild? Gar nichts?

Nein.

 Wenn dein Haß und deine Eifersucht einmal faul werden
 und ihre Glieder strecken: wird deine Gerechtigkeit munter 
 und reibt sich die verschlafnen Augen.

(Nietzsche, Nachlaß, Sommer 1883)

:wink:

Grüße

CMБ

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