Wenn Mädchen kiffen

Also ein Freund behauptet, wenn ein Mädchen Haschisch konsumiert, wirkt sich das auf ihren Hormonhaushalt aus, und es könnte durchaus passieren, dass ihre Nachkömmlinge geistig oder körperlich beschränkt sein könnten. Stimmt das? Wenn ja, wie wirkt sich das eigentlich bei Männern aus? Ausser natürlich die Lungenschäden und/oder Lustlosigkeit. Das sind ja die bekannten Wirkungen. Was passiert aber im Körper wenn man(n) „kifft“?

Ich freue mich auf Eure Antworten
Nichtkiffer Andy

Hey, Andy,

schwierige Frage zur Drogenklasse der Cannabinoide (Hauptbestandteile von Haschisch/Marihuana), die gesellschaftlich zwar immer häufiger diskutiert wird, aber die dennoch gesetzlich illegal ist: Erwerb und Besitz etwa von Marihuana ist noch immer strafbar, und selbst in medizinischen Zusammenhängen könnte die ärztliche Beratung von Patienten über die heilenden Wirkungen von Haschisch/Marihuana juristisch im Extremfall als mittelbare Täterschaft gewertet werden (so jedenfalls Rechtsexperten). Das vielleicht vorab, auch als Erklärung, weshalb Deine Frage bisher noch immer unbeantwortet geblieben ist.

Zum Hintergrund für Dich, Nichtkiffer Andy:

Die juristische und gesellschaftliche Ächtung ist möglicherweise auch ein Grund dafür, weshalb die wissenschaftliche Beschäftigung mit der Stoffklasse der Cannabinoide noch relativ jung ist (erst seit etwa 1965 ist etwa die chemische Struktur des Hauptwirkstoffes von Haschisch/Marihuana bekannt: Tetrahydrocannabinol = THC).

Ein Einfluß auf die geistige Entwicklung von Kindern über eine Beeinträchtigung des mütterlichen Hormonhaushalts ist mir nicht bekannt.

Aber:

Die Aufnahme von Haschisch in Form von Zigaretten (=kiffen) hat auf jedenfall aufgrund der allgemein bekannten gesundheitsschädlichen Folgen von Rauchen (eines der größten Gefäß- und Zellgifte) natürlich negativen Einfluß auf die Mutter und somit auch auf die Entwicklung eines Neugeborenen. Direkte negative Folgen hat Rauchen auf Embryos auf jedenfall während der Schwangerschaft. Die wesentlichste davon sind Entwicklungsverzögerungen, die ebenso das Wachstum des Gehirns behindern und somit zu den von Dir erwähnten Folgen führen: geistige und körperliche Beschränkung.

Im Vorfeld einer Schwangerschaft beeinflußt Rauchen natürlich die Qualität der Fortpflanzungszellen negativ. Durch die Zellgifteffekte können die Samen- und Eizellen so sehr gestört werden, daß keine Kinder mehr gezeugt werden können. Aber darauf kann man sich natürlich nicht verlassen. Entsteht doch ein Fetus (erfolgreiche Befruchtung) aus Zellen mit geschädigtem Erbgut (auch der Samenzellen von Männern!) kann dies im späteren Leben der eigenen Kinder eine höhere Anfälligkeit für Krankheiten (etwa bösartigen Krebs) bedeuten. Solche Zellschäden können aber auch noch nach der Befruchtung entstehen, wenn geraucht wird und der Embryo mit Giftstoffen aus dem mütterlichen Blut (über die Plazenta) konfrontiert wird.

Und ebenfalls nach der Geburt sind (auch junge) Erwachsene stets Vorbilder für (jüngere) Heranwachsende (zusätzlich zum Passivrauchen der Kinder); die Beziehung zwischen den Generationen setzt sich also in der Gesellschaft fort. Als Folge solcher ‚Lerneffekte‘ schädigen sich dann die Betroffenen durch das eigene Zigarettenrauchen selbst (mit den von Dir beschriebenen Folge für die eigenen Lungen, etc., aber auch bösartiger Krebs anderer Organe).

THC wirkt individuell sehr unterschiedlich. In der Medizin wird es bei schwerkranken Patienten genutzt, um Schmerzen zu lindern, zu entspannen, den Appetit zu steigern und den Brechreiz zu unterdrücken. Dabei entspricht die Reinheit an den Stoff THC natürlich höchsten medizinischen Ansprüchen (Hanf enthält in Natur über 60 Inhaltsstoffe, ein unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten kaum kalkulierbares Gemisch). Und THC wird natürlich nicht über Zigarettenrauch zugeführt. Und es wird auf ärztliche Anordnung (mit heilender Absicht) gegeben, um schwerkranken Menschen Erleichterung zu verschaffen, die mit anderen Methoden so nicht zu erreichen wäre.

In diesem Sinne beste Grüße
Heiko

Hi Andy,

bewege mich sonst eher auf dem Brett „Sucht und Prävention“.
Bin inzwischen clean, war über 5 Jahre auf „harten Drogen“ und hatte derzeit eine Freundin, die ausschließlich „nur“ Canabis-Produkte konsumierte. War ganz egal ob Joint, Pur-Kopf, Tee oder im Kuchen. Gras oder Shit, egal in welcher Form, von morgens bis abends und rund um die Uhr.

Wir entgifteten damals gemeinsam stationär. Sie war ohne professionelle Hilfe nicht von dieser angeblich „weichen Droge“ herunter zu bekommen. Die psychische Abhängigkeit war abnorm.
Sie hatte durch den Konsum von Hasch, respektive dessen Hauptinhaltsstoffes THC (Tetrahydeocannabinol) ca. 3 Jahre lang ihre monatliche Regelblutung überhaupt nicht.
Diese stellte sich erst nach einer Cleanphase von über 5 Monaten nach der Entgiftung wieder ein. Denke also ein Einfluß auf den Hormonhaushalt ist beim Kiffen durchaus und sogar in starkem Maße gegeben.

Gruß Easy

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