Wer arbeitet ist schön dumm

Hi!

Liebe wwwler, was ist hier los? Weshalb müssen Menschen zur
Arbeit aus Polen herbei gekarrt werden, während arbeitsfähige
Leute, die in Sichtweite der Felder leben, fürs Nichtstun
ernährt werden? Weshalb steht die Gemeinde wegen zu klammer
Finanzen kurz vor der Zwangsverwaltung und muß sich von -
jetzt gibts kein anderes Wort - von Schmarotzern ausnehmen
lassen?

Meine Vermutung:
Auch nach fast 55 Jahren demokratischer Bundesrepublik ist man in der deutschen Bevölkerung noch immer der Meinung, daß man Teil eines „überlegenen Herrenvolkes“ ist. „Wir“ sind eben besser als „autoklauende Polen, faule Tschechen, weinselige Franzosen und inzüchtige Briten“. Von daher verbietet es sich, die Realität anzuerkennen und sich für 40 Euro am Tag den Buckel krumm zu schuften. Ein „Herrenvolk“ hat das nicht nötig. Dann lieber die Stütze nehmen, sich auf den Zaun am Spargelfeld abstützen und über die Erntehelfer aus dem Osten billige Witze reißen.

Wie gesagt: eine Vermutung.

Grüße
Heinrich

*kragen platz*
Hallo,

zunächst einmal möchte ich anmerken, dass Erntearbeitern nie und nimmer ein Stundenlohn ausgezahlt wird, sondern grundsätzlich nach geernteter Menge bezahlt wird. Wie Du also auf diese 5,10 EUR/h kommst, würde mich mal interessieren.

Hinzu kommt, dass diese armen Menschen sicher nicht freudestrahlend nach Deutschland pilgern, um ein flottes Liedchen pfeifend unter katastrophalen Bedingungen (schlafen zu fünft im kleinen Auto, keine ausreichenden Waschgelegenheiten etc.) unsere Feldfrüchte zu ernten, sondern da wird seitens unserer Landjunker knallhart die im Vergleich noch viel größere Armut unserer Nachbarn ausgenutzt!

Die Lebenshaltungskosten in Polen (von Warschau einmal abgesehen) sind natürlich auch noch einmal deutlich unter MacPomm Nieveau, somit sind die Hungerlöhne die hier gezahlt werden noch attraktiv.

Aber solche satten, mit überdurchschnittlichem Einkommen und Eigenheim gesegneten Querulanten, die meinen über die Arbeitslosen und Sozialhilfeempfänger herziehen zu müssen, weil’s der Republik so furchtbar schlecht geht, finde ich ehrlich zum kotzen!

Viel größeren Schaden, als die paar Menschen die wirklich nur aus Faulheit arbeitslos sind, richten die reichen Säcke an, die sich noch toll dabei vorkommen, wenn sie möglichst trickreich das Finanzamt bescheissen und ihr Geld lieber in Investitionsruinen oder im Ausland versenken, anstatt es an den Staat abzuführen, von dem sie übermäßig profitieren.

Aber klar. Diese Menschen sind viel zu mächtig, um sich mit ihnen ernsthaft anzulegen. Und wenn es dann doch mal vorkommt, dann werden die entsprechenden Verfahren nach Zahlung einer Portokossen-Summe und ohne Vorstrafeneinträge wieder eingestellt.

Dann lieber über die herziehen, die sich nicht mehr wehren können und ohnehin schon ganz unten sind. Ist auch gerade schwer im Trend. Sogar die Sozen machen kräftig mit!

Pfui Deiwel!

Gruß

Fritze

Hallo Wolfgang,

mir stößt eher auf, dass ein Infineon Chef meint seine Firma in die Schweiz verlagern zu müssen um sein eigenes Einkommenssteuerproblem zu regeln.
Gott sei Dank hat er nen Schuss vor den Bug von seinem Aufsichtsrat bekommen.

Das Problem mit den Unwilligen und den Erntearbeitern ist doch noch ein anderes. Die Bauern WOLLEN die Ukrainer (Polen sinds hier kaum noch, die sind zu teuer), weil die am nächsten Tag noch kommen und gut arbeiten. Anders als die Doitschen.

Gruß Ivo

Hallo Wolfgang,

ich glaube, wir beide müssen mal deutsch miteinander reden.
Du bist schlimmer als die Bildzeitung, entschuldige ist aber so!
Du wirfst hier Sachen in der Gegend rum, so wie Du gerade Laune hast, mein Eindruck.
Einesteils soll nach Deiner Auffassung grundsätzlich jeder mal den Kurs Buchführung dei der VHS besuchen, aber scheinbar lernt man dabei nicht einmal die Grundbegriffe von Einnahmen zu Ausgaben!

An einer anderen Stelle vertrittst Du die Meinung eines Unternehmers und sagst ganz, ganz deutlich, man soll seine Produkte nicht billig auf den Markt werfen.
Qualität hat seinen Preis, was ich na noch voll einsehe.
Gleichzeitig wirfst Du der arbeitenden oder der arbeitssuchenden Bevölkerung vor, sie verkauft sich zu teuer, aus Sicht eines Unternehmers.
Was nun?
Hat Qualität seinen Preis?
Nur aus Sicht der Unternehmer, oder wie nun?
Qualität kann man nur mit absolut hochwertigen und absolut unterbezahlten Arbeitern und Angestellten erwirtschaften?

Du redest davon, eine Putzfrau arbeit nicht für 7€, sie hat recht, denn auch sie möchte für ihre Qualtitätsarbeit, genau wie Du, Geld sehen.
Einsichtig?
Dann sie will mit dem Geld auch noch was einkaufen können und nicht für einen Kilo Spargel mindestens 3 Stunden dafür arbeiten gehen.

Du suchst für deine Grossbaustelle absolute Billigstkräfte und findest sie nicht, richtig so!
Bezahl die Leute marktgerecht, dann fehlt es Dir an Arbeitskräften bestimmt nicht.
Ich mach Dir einen Vorschlag, geh zu Deinem hiesigen Bauunternehmer und sag ihm, Du brauchst für die nächsten Jahre 5 Arbeiter, er wird sie Dir hocherfreut und jubelnd abstellen und Du zahlst brav den marktgerechten Preis dafür, Wolfgang.
Wenn nicht weisst wie das geht, ich mach das für Dich :smile:!

Aber nein, Du arbeitest wirtschaftlich und willst überhaupt keine Tariflöhne zahlen, geschweige denn reguläre Arbeitskräfte beschäftigen, denn Du musst wirtschaftlich denken, nennt man das umschrieben so? Ich las das mal so im brett Recht von Dir?
Genau diese Denkweise und Machenschaften vernichten im 6 stelligen Bereich Arbeitsplätze, auch mit Deiner Mithilfe.

Wenn alle so denken und handeln wie Du, wird das Heer der Sozialhilfeempfänger noch gewaltig anwachsen und die das ändern könnten, schreien immer lauter über diesen Misstand, wie Du!

ja, ich kenne Feldarbeit. Zugegeben nicht in den letzten
Jahrzehnten, aber als Schüler in der Pflückerreihe stehend
Erbsen und Bohnen pflücken oder Kartoffeln sammeln, habe ich
nicht vergessen.

wie lange, 3 oder 4 Tage? Hier geht es um Monate unter miserabelsten Bedingungen, Wolfgang.
Hab ich auch in den Ferien gemacht, war lustig, musste ja nicht damit meinen Lebensuterhalt verdienen. Das machte damals mein Vater, der dafür im Sommer mindestens 16h auf dem Traktor sass.
Nicht schlimm und gab auch Geld dafür.
Und was wichtig war, der Gutsbesitzer hat diese Leute auch über den Winter bezahlt und nicht wie heute so gross in Mode, zum Saisonende ausgestellt und dem Staat einfach abgegeben, Wolfgang.
Heutige Unternehmer haben heute nur noch € im Hirn und schreien dann über Arbeitslose, ausser dem Inhaber von trigema, die sie haufenweise selber bewusst produzieren.
Mir stinken dies fiesen Machenschaften schon lange!

O-Ton eines Reinigungsunternehmers vor kurzem im Fernsehen: man muss doch mal schnell mal 3000 Leute raushauen!!! können. Depp der.

Polnische Erntehelfer erhalten mindesten 5,10 € pro Stunde,
gute Leute auch mehr. Das ist nicht üppig, aber ohne Abzüge
rein netto auf die Hand. Übrigens zahlt auch ein deutscher
Sozialhilfeempfänger für ein paar tausend Euro Zuverdienst
keine Steuern.

Nein, er zahlt keine Steuern, der Verdienst wird ihm nur von der Stütze abgezogen, wirtschaftlich bringt ihm das nichts, absolut nichts. Nicht immer Tatsachen verdrehen und nur die Vorderseite der Münze zeigen!
Der Betroffene kommt aus dem Misstand so absolut nicht raus, das verschweigst Du immer absichtlich in Deinen Kommentaren!

In Polen ist der Lebensunterhalt gewaltig billiger, setze diese 5€ real um, dann kommst wohl auf zweistellige Löhne.
Nicht immer Äpfel und Birnen vergleichen!
Die Kosten sind für Billigarbeiter und für Unternehmer sind absolut gleich im Supermarkt oder an der Tankstelle, Wolfgang.
Wir reden hier nicht von Luxus, sondern Grundbedürfnisse!

Ziel der Aufnahme einer Arbeit eines Arbeitslosen bzw. eines Sozialhilfeempfängers soll doch das Ziel sein, sich wieder selbst mittels seiner Arbeitskraft für seinen Unterhalt zu sorgen.
Nicht um irgendwelche gewinnsüchtigen zwielichtigen Typen seinen Gewinn zu vermehren ohne jede Möglichkeit seinen eigenen Lebensunterhalt zu erwirtschaften, oder?
So ist meine Denkweise, liege ich da absolut falsch?

Wenn der Sozialhilfesatz etwa 300 € beträgt, mit Erntearbeit
aber 1.000 € verdient werden können, will ich nicht begreifen,
weshalb das nicht sinnvoll für den Empfänger von Sozialhilfe
sein soll.

Wolfgang, ich hab es Dir vorgebetet, wie der Lauf der Dinge ist, willst Du es nicht wahrhaben?
Wie lange geht denn die Feldarbeit? Mensch, kapier es endlich!
Es wird eine langfristige, tragfähige Arbeit benötigt, nichts anderes!!!
Beschäftigt der Agrarbetrieb denn die Leute auch im Winter?
Der Arbeitnehmer muss aber auch im Winter seine Grundversorgung bezahlen können, oder soll das wieder der Staat machen?
Wie stellst Du Dir das denn vor?

Jetzt lässt aber deinen wahren Charakter erkennen:

Nein, lieber Gerd, es handelt sich nicht um geheimnisvolle
Rechenkünste, es handelt sich um arbeitsscheue Leute.

Leider verbieten mir Dir hier die Moderatoren, Dir hier die passende Antwort zu geben, diesen Satz hättest Du Dir sparen können!!
Absolut überflüssig und absolut sinnlos!

Nun komme bitte keiner her und erzähle von der schwangeren
60-jährigen Frau mit 3 Kleinkindern zu Hause. Ich rede von
Leuten, die in Saft und Kraft stehen und sich vielen Jahren
ohne Gegenleistung ernähren lassen, während der Landwirt für
zugegeben körperliche Arbeit Leute aus Polen anheuern muß. Das
wirft ein ganz schlechtes Licht auf die gesamte Szene.

Lese meinen Eigangstext, auch Du trägst zu diesem Umstand bei.
Qualität hat seinen Preis, noch ist Sklavenarbeit in diesem Staat offiziell verboten!

Du kannst es gerne selbst versuchen: Hänge einen Zettel in den
nächsten Supermarkt und biete Arbeit für eine Reinigungskraft
an. Stundenlohn 7 € bar auf die Hand. Oder suche Bauhelfer.
Erforderliche Qualifikation: Keine. Stundenlohn auch 7 €
netto, alkoholfreie Getränke und Essen gibts gratis. Kannst Du
vergessen. Da meldet sich keiner.

Gut so, denn Arbeit muss bezahlt werden, Wolfgang!

Ich hatte als GF nie Schwierigkeiten Putzfrauen und Aushilfskräfte zu bekommen, denn ich habe sie marktgerecht bezahlt, Wolfgang.
Die Suche hat mich meistens nur einen Tel-Anruf und ca. eine Stunde AZ gekostet, dann war der Käs erledigt.
Habe mir nicht tagelang Leute kommen lassen, obwohl ich schon meistens bei den Ersten einen gefunden habe, war nie sadistisch veranlagt

Die Sozialhilfe ist
offenkundig so reichlich, daß sich mit einem mehrfach höheren
Verdienst keiner hinter dem Ofen hervor locken läßt.

Merksatz:
Schwarzarbeit bringt keinem was, ausser dem der sie verteilt und führt absolut nicht aus der Sozialhilfe raus. Es werden dauerhafte, marktgerecht bezahlte Arbeitsplätze benötigt

Es liegt in der Natur der Sache, daß es sich bei den
angebotenen Jobs i. d. R. nicht um Traumberufe für
Hochqualifizierte handelt. Meistens sind es körperlich
anstrengende Arbeiten, dafür aber zielgruppengerecht,

Was ist Deine Zielgruppe? Der arbeitslose Maurermeister?
Körperlich schwere Arbeit muss genauso belohnt werden, als geistige Arbeit am Schreibtisch.
Sei froh, dass es so verschieden veranlagte Leute gibt.
Aber bei Dir darf nur Schreibtischmensch etwas verdienen, der schwer körperlich arbeitende Mensch ist wohl nur als Tier zu behandeln?
Mann komm von deinem hohen Ross runter.

weil
Anforderungen an Vorbildung nicht gestellt werden.

Auch das gibts: Manche Leute sind so fett und kurzatmig, daß
sie bei körperlicher Arbeit nach wenigen Minuten am Ende sind.

Es gibt auch spindeldürre Unternehmer, die nur auf fette Profite aus sind und grundsätzlich ihre Arbeiter als ihre Leibeigenen hinstellen. Wollen wir auf dieser Schiene weiter reden? Ich nicht!!!

Man muß zur Kenntnis nehmen, daß es Gruppen gibt, die das
Sozialsystem ausnutzen.

Man muss zur Kenntnis nehmen, das es zunehnemd Arbeitgegber gibt, die die heutige Marktwirtschaft brutalst ausschöpfen und ganz bewusst Sozialhilfeempfänger produzieren!
War ein Gegenargument, sonst nichts!

Ich habe für die Rechnungen, wonach es
sich nicht lohnt zu arbeiten, keinerlei Verständnis. Würde es
sich um Einzelfälle handeln, wäre es nicht der Rede wert. Ein
paar faule Leute drücken sich immer herum. Im Grunde ist mir
das alles nicht neu. Aber in dieser Gegend mit über 20%
Arbeitslosigkeit sind die Verhältnisse erschütternd.

Änder was dran, lass die Leute offziell für Dich arbeiten und red nicht!
Mach was, Du hast die Möglichkeit!

Als ebenso schlimm empfinde ich die Rechtfertigung der
vorherrschenden Mentalität. Für die Arbeit Menschen aus dem
Ausland zu holen, aber gleichzeitig und am gleichen Ort
arbeitsfähige Menschen fürs Nichtstun zu ernähren, hat nichts
mit sozialer Fürsorge zu tun. Das ist die pure Dekadenz.

Auch das kannst Du ändern, kauf nichts bei dem Bauern oder der Firma ein, die sich mit ausländische Billigarbeiter finanzielle Vorteile gegenüber den Mitbewerbern verschaffen und zahl dann den Anderen für den Spargel das Doppelte.

Nur zur Verdeutlichkeit, wie teuer Arbeit in D ist und was unterm Strich übrigbleibt:

Mein Metzger zahlt dem Bauer z.Z. ca. 1,98€ für das Kilo Schlachtgewicht,
wenn nun daraus Wurst gemacht wird, dann werden daraus 15€ Verkaufspreis.

In München zahlt man für eine Stunde Gasinstallateur 102€ (Zahl ist richtig)an den Unternehmer, die Arbeitskraft kostet dafür aber immerhin 12-15€ die Stunde.
Ich kann ja verstehen, dass diese Verdienstspannen nichts bringen, klar ganz verständlich!??
Nicht dass ich dem Unternehmer nichts gönne, er soll verdienen, aber nicht verlogen rumplärren, die Arbeit wäre zu teuer.

Stinkewütend!

Ja, ich auch!!!

Schönes Wochenende

Gerd

Fazit
Hallo Wolfgang,

da könnte man ja tatsächlich als Auswertung der Aussagen zu dem Schluss kommen, wenn man wöllte, dass diese Gesellschaft lediglich ein Schneebasllsystem ist und den letzten die Hunde beissen. SoHiempfänger sind nunmal die letzten - keine Chance mehr.

Erschütternd!

Ebend.

Gruß
Frank

Hallo Tanja,

Heute war einer meiner Lieferanten bei uns. Sein Unternehmen
sucht Leute im Aussendienst für verschiedene Bundesländer.
Gehalt 4.000,-€ plus Auto, plus Handy plus Provision. Bisher
hat sich noch NIEMAND gemeldet.
Das sollte einem doch zu denken geben.

na dann soll er sich mit mir in Verbindung setzen,
ich fang an am 1.Juni.
Mal sehen was von den Sprüchen übrigbleibt!

Gruss

Gerd

Hallo Gerd,

In München zahlt man für eine Stunde Gasinstallateur 102€

zum ganzen Rest Deines Postings mag ich nichts sagen. Es geht mir zu sehr auf die persönliche Schiene und an der Sache vorbei.

Es geht um McPomm mit 20% Arbeitslosigkeit und vielen arbeitsfähigen Sozialhilfeempfängern. Es geht nicht um irgendeine Großstadt. Dort wird i. a. auch eher selten Spargel gestochen oder Blumenkohl geerntet. Es geht mir auch nicht um die Kaufkraft irgendwelcher Eurobeträge in Polen. Ist alles beliebig uninteressant in diesem Zusammenhang. Es geht mir einzig darum, daß Arbeit vorhanden ist, die mehr bringt als der von der Gemeinde bezahlte Lebensunterhalt. Wir haben die Situation, daß sich arbeitsfähige Menschen von der Gemeinde ernähren lassen, während gleichzeitig die Erntearbeiten von Fremdarbeitern erledigt werden. Dabei handelt es sich nicht um Einzelfälle, sondern um eine massenhafte Erscheinung.

Ich kann es nur zur Kenntnis nehmen, wenn man solches Tun als „sozialstaatlich“ bezeichnet und in Ordnung findet. Ginge mir ja auch alles weitgehend am Allerwertesten vorbei, wenn wir uns leisten könnten, ein Heer Arbeitsfähiger zu bezahlen, die vorhandene Arbeit nicht annehmen.

Hier bekommt der Installateurbetrieb keine 100 Euro pro Stunde, sondern berechnet für die Meisterstunde um 21 Euro. Hier kostet die Miete statt 800 nur 100 Euro. Mit dem Sozialhilfesatz läßt es sich hier ordentlich leben. So ordentlich, daß man sich lieber über den Zaun hängt, den Polen zuguckt und Witze über deren Faulheit reißt.

Wenn man das unter einem Sozialstaat zu verstehen hat - dankeschön - hab ich wieder was gelernt. Wollte ich ja nur wissen.

Gruß
Wolfgang

Hallo Wolfgang,

da könnte man ja tatsächlich als Auswertung der Aussagen zu
dem Schluss kommen, wenn man wöllte, dass diese Gesellschaft
lediglich ein Schneebasllsystem ist und den letzten die Hunde
beissen. SoHiempfänger sind nunmal die letzten - keine Chance
mehr.

Hi Frank,
empfänger denn eine Berufsgruppe, die wesentlich zur Gesellschaftsbildung beitragen und den Staat am Leben erhalten?

oder ist es so, daß SoHieempfänger, in dem von dir gepredigten System eigentlich weder produzieren noch eine Daseinsberechtigung hätten. Daß Sohieempfänger in deinem System garnicht vorkommen, weil sie ideologisch und von ihrer Konsequenz her weder produzieren noch verbrauchen könnten?

gruss
winkel

empfänger denn eine Berufsgruppe, die wesentlich zur
Gesellschaftsbildung beitragen und den Staat am Leben
erhalten?

oder ist es so, daß SoHieempfänger, in dem von dir gepredigten
System eigentlich weder produzieren noch eine
Daseinsberechtigung hätten. Daß Sohieempfänger in deinem
System garnicht vorkommen, weil sie ideologisch und von ihrer
Konsequenz her weder produzieren noch verbrauchen könnten?

hallo winkel,

du hast echt den Schuss nicht gehört. willst du mir jetzt allen Ernstes einzureden versuchen, dass SoHiempfänger an ihrer Lage selbst schuld sind?
Diese Art Menschen hat im Osten wenigstens einfache Tätigkeiten erlernt, die monoton waren aber benötigt wurden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es sowas heute nicht mehr gibt. Dennoch wurden sie dafür noch vernünftig entlöhnt und konnten sich - wenn auch auf geringem Niveau - gewisse Kultur leisten.

Gruß
Frank

Hallo Wolfgang,

Wenn man das unter einem Sozialstaat zu verstehen hat -
dankeschön - hab ich wieder was gelernt. Wollte ich ja nur
wissen.

Kein Problem - dann stell du sie ein. Die Leute haben mit Sicherheit ein zu geringes Vermögen, um sich eine selbständige Existenz aufzubauen. Damit geht nämlich einher, dass sie erstmal lernen müssen, wie sie keine Vähller machen, um danach nicht auf dem Bauch zu landen. Das bringt sie auch nicht vom Ämtchen weg.
Ich verstehe garnicht, warum du meckerst, wenn es in deinem Umfeld so viele billige AK gibt. Bin mir sicher, dass die in nem Job, bei dem sie 1200€ erhalten und sich nicht das Kreuz ruinieren, auch arbeiten würden.

Gruß
Frank

Hallo Gerd,

In München zahlt man für eine Stunde Gasinstallateur 102€

zum ganzen Rest Deines Postings mag ich nichts sagen. Es geht
mir zu sehr auf die persönliche Schiene und an der Sache
vorbei.

Genau Wolfgang,

dann habe ich ja genau die Zwölf getroffen, meckern aber nichts machen wollen.

Du hast eine ganze Bevölkerungsschicht persönlich angegriffen, verträgst selbst aber keine Kritik!

Gruss

Gerd

Hallo Gerd,

ich nehme an, daß Du einen Grund hast, so aggressiv zu formulieren. Jedenfalls schreibst Du über Probleme, deren Existenz ich nicht bestreite.

Dennoch möchte ich Dir einen anderen Blickwinkel aufzeigen und da beginne ich doch mal mit einer privaten Geschichte: Im Sommer 1987 oder 1986 habe ich in den Ferien gearbeitet, warum, weiß ich gar nicht mal mehr. Ich glaube, das hatte irgendwas mit „Verantwortung“ und „eigenes Geld verdienen“-Gerede meiner Eltern zu tun.

Eine Woche lang habe ich 6 Stunden täglich Werbezettelchen eingetütet, die Briefumschläge frankiert, mit Adressaufklebern beklebt und spätet nach Postleitzahlen sortiert. Dafür bekam ich 5 DM die Stunde. Außerdem habe ich die ganzen Ferien ca. 2 Stunden am Tag in einem Supermarkt Ware in die Regale geräumt, Bestellungen ausgefüllt und Bestände kontrolliert. Dafür erhielt ich den fürstlichen Stundensatz von DM 10.

Seit mindestens drei Jahren (solange wohne ich jetzt hier) hängt beim Supermarkt um die Ecke ein Zettel an der Pinwand, daß man eine Aushilfe sucht für ca 10 Stunden wöchentlich für die Zeit von 7.30-9.30 Uhr oder (wahlweise) für 18.30-20.30 Uhr (Regaleinräumkram usw.). Stundenlohn 8 Euro (früher DM 15). Ich habe vor etwa einem Jahr in einer ruhigen Minute mal eine Mitarbeiterin gefragt, ob der Zettel da nur zum Vergnügen hängt oder die Stelle tatsächlich seit 3 Jahren nicht besetzt werden kann.

Anscheindend findet sich immer mal wieder ein Interessent, der aber nach ein paar Tagen anfängt runzumosern und dann nach dem ersten Zahltag nie wieder gesehen ward. Wohlgemerkt: Ich wohne in der Düsseldorfer Innenstadt, hier wohnen reichlich Menschen (inkl. Kinder) und die Verkehrsanbindung könnte besser nicht sein.

Sag mir Gerd, in einer Stadt, die immerhin eine Arbeitslosenquote von knapp 9% hat, sollte sich doch ein Mensch finden lassen, der Interesse daran hätte, rd. 320 Euro monatlich nebenbei zu verdienen. Wieso findet sich da keiner? Ich meine, hey, ich würde das machen, wenn ich dürfte. Abends um die Zeit hänge ich eh nur vor dem Fernseher rum.

Nochmal zum Vergleich: 5 DM pro Stunde vor ca. 15 Jahren im Vergleich zu 8,-- Euro 2003. Wieso wird der Job im Supermarkt nicht gemacht? Waren wir damals alle soviel blöder als die Kinder heute? War unsere Zeit weniger wert? Sind die Ansprüche gestiegen? Oder sind Menschen, die arbeiten vielleicht tatsächlich ein bißchen dumm?

Die Antwort weiß ich nicht aber vielleicht kannst Du mir helfen.

Und noch eins zu den Löhnen und Gehältern: Ich habe zugegebenerweise leicht reden, weil mein Stundensatz weit jenseits dessen liegt, was ein Feldarbeiter verdient, aber irgendwas in Deiner Argumentation funktioniert nicht. Solange die Bevölkerung bei der Auswahl der zu erwerbenden Waren primär den Preis zugrundelegt, wird bei den Löhnen gespart, wo es nur geht. Bei den Löhnen für die Kassiererinnen, bei den Löhnen für die Mitarbeiter in der Logistik und bei den Löhnen für die Erntehelfer. Würden dort Löhne bezahlt, die Du anscheinend für gerecht hälst, wären die Waren im Supermarkt um ein Mehrfaches teurer.

Dabei ist zu berücksichtigen, daß die Wertschöpfung nicht allzu groß ist, wenn die Ware aus den Kartons in die Regale geräumt wird. Jedenfalls nicht so groß, wie beim Erzeugen von Wurst aus Schlachtabfällen. Es ist also utopisch zu erwarten, daß der Supermarktregaleinräumer 15 oder 20 Euro je Stunde erhält und ähnliches gilt für den Spargelstecher oder den Wasserintomatenfüller.

Komischerweise war es früher kein Problem, für die o.g. Beträge Jugendliche zu finden, die die Arbeit machten und sich über das zusätzlich verdiente Geld freuten. Heute ist das anscheinend nicht mehr so.

Ich habe das Geld damals aber eigentlich gar nicht gebraucht. Leichtsinnigerweise ging ich bis dato davon aus, daß ein Arbeitsloser Sozialhelferempfänger jedoch um jeden Euro froh ist, den er zur Stütze hinzuverdienen kann.

Also wieso genau nochmal können Jugendlich die gleiche Arbeit heute nicht mehr machen und wieso ganz genau sollte sich ein Arbeitsloser das nicht antun?

Ganz begriffen habe ich die Argumentation nämlich nicht.

Gruß
christian

…bei dem sie 1200€ erhalten und sich nicht das Kreuz…

Hallo Frank,

für körperliche Arbeit finden sich bestenfalls stundenweise Leute. Mit Bezahlung hat das Problem wenig zu tun. Im Moment ist die Jahreszeit für solche Arbeiten vorbei. Ist einfach zu warm. März/April geht noch, wenn es morgends nicht neblig ist. Sonst ist alles zu naß. Ansonsten ist Arbeit nicht vor 10 Uhr, aber dann immerhin für 2 Stunden möglich. Das bereit gestellte Mineralwasser will keiner. Getrunken wird nur Bier. Dann ist Mittag und danach sind alle müde. September/Oktober ist dann wieder Saison. Später ist es zu kalt. Also mache ich die körperliche Arbeit selbst. Ist ja auch nicht anzusehen, wie sich die armen Teufel schinden und ihnen alles weh tut, sobald von einer Schaufel auch nur die Rede ist.

Klar, es ist auch reichlich andere Arbeit da. Aber die mache ich selbst sehr gerne. Und außerdem bin ich nicht in der Lage, das halbe Jahrzehnt Ausbildung zu spendieren, damit jemand begreift, wovon überhaupt die Rede ist.

Bei Leuten, die früher angeblich haste nicht gesehen gemacht haben, muß man bei Adam und Eva von vorne anfangen. Man muß zuerst die Menschen vor sich selbst schützen, muß ihnen erzählen, welches Schuhwerk sie anziehen sollen, daß eine Schutzbrille zum Benutzen da ist und daß das Durchtrennen eines spannungsführenden Netzkabels gefährlich sein kann. Man muß den Stand einer Leiter kontrollieren und man muß ihnen sagen, daß man keine Schubkarre voller Schutt in den Graben kippt, wenn jemand darin steht und man muß einen langen Vortrag halten, weshalb Salzsäure nichts in der Wasserflasche zu suchen hat. Lach nicht! Das ist so!

Gerne stehe ich für weitere Berichte aus meinem reichen Erfahrungsfundus zur Verfügung.

Gruß
Wolfgang

…bei dem sie 1200€ erhalten und sich nicht das Kreuz…

Hallo Frank,

für körperliche Arbeit finden sich bestenfalls stundenweise
Leute. Mit Bezahlung hat das Problem wenig zu tun. Im Moment
ist die Jahreszeit für solche Arbeiten vorbei. Ist einfach zu
warm. März/April geht noch, wenn es morgends nicht neblig ist.
Sonst ist alles zu naß. Ansonsten ist Arbeit nicht vor 10 Uhr,
aber dann immerhin für 2 Stunden möglich. Das bereit gestellte
Mineralwasser will keiner. Getrunken wird nur Bier. Dann ist
Mittag und danach sind alle müde. September/Oktober ist dann
wieder Saison. Später ist es zu kalt. Also mache ich die
körperliche Arbeit selbst. Ist ja auch nicht anzusehen, wie
sich die armen Teufel schinden und ihnen alles weh tut, sobald
von einer Schaufel auch nur die Rede ist.

Hab ich selbst durch Wolfgang. Um mich bissl fit zu halten, hab ich letztes Jahr nem Kumpel bei Dacharbeiten geholfen. Ich bin schon bissl fit, aber das war weißgott fast tödlich. 1300m² Kies auf Flachdach hin- und wieder zurückschippen - der Doofe (ich) hat davon 70% erledigt, der erste Sonnenbrand war nach 2h da (Mai/Juni).
Ich habe nie während der arbeit getrunken - aber da waren ein paar Bier am Tag von 8 - 19.00 nix. Arbeitzen konnte ich in dieser Zeit cas. 6 h lediglich - es macht einen wirklich kaputt.
Hab sogar an Jesus gedacht - wie gut der es hatte, seinen Rücken am Kreuz aushängen zu lassen :smile:
Leute, die jahrelang ihren Hintern im Büro gezüchtet haben, kann man da tatsächlich nach ein paar Minuten vergessen. Es ist körperlich nur durch dauerndes Training möglich.
Bei anderen Arbeiten dasselbe. Die Leute verlernen es regelrecht.

Klar, es ist auch reichlich andere Arbeit da. Aber die mache
ich selbst sehr gerne. Und außerdem bin ich nicht in der Lage,
das halbe Jahrzehnt Ausbildung zu spendieren, damit jemand
begreift, wovon überhaupt die Rede ist.

Da sind wir bei den Kosten. Früher hat man sich die Mühe gemacht, die Leute alle zu beschäftigen, da Arbeit auch eine soziale Komponente hat. Sie lernen, dass man sich die Unterhose nicht über den Kopf anziehen kann. Entsprechend lernens ihre Kinder weiter…
Deshalb lies dich ruhig mal rein: http://kds-nano.dyndns.biz/moderne%20oekonomie/Mensc…

Lach nicht! Das ist so!

Brauchst du mir nicht erzählen - kenner ich bestens. :smile:
Fragt sich nur, wie dieses Problem behoben weden soll, wenn die keine vernünftige Erwerbsarbeit dauerhaft finden, ohne sich dabei schäbig vorzukommen?
Zu Ostzeiten hatten sie einen Job, der in etwa ihrer Qualifikation entsprach. Jetzt mutest du den Leuten zu, für nen Appel und nen Ei nachweislich die Gesundheit zu ruinieren.
Das sie aus dem Arbeitsprozess ausgeschieden sind, liegt ja nun wirklich im seltensten Fall an ihnen selbst. Es gibt garantiert genug zu tun - nur mit der Bezahlerei haperts nachweislich zu oft.
Was hier mit der Wende passiert ist, ist ja das eigentliche Problem. Beginnend damit, was irgendwo nach 45 überhaupt veranstaltet wurde. Da hätte einiges besser gemacht werden können. Die Planwirtschaft als Prinzip funktioniert schon - aber nicht zentralistisch und schon garnicht so stümperhaft. vielfach hat es sich ja auch bezahlt gemacht, denn die Leute, die zu zigtausenden jetzt im Westebnn arbeiten, sind durchschnittlich deutlich besser als ihre Kollegen aus den alten Ländern (und ich hab da viel gesehen). da könnte ich dir einige Stories aus der Region erzählen, wo die Kühe hübscher als die Mädels sind (Nürnberg)

Gruß
Frank

Moin Christian,

Anscheindend findet sich immer mal wieder ein Interessent, der
aber nach ein paar Tagen anfängt runzumosern und dann nach dem
ersten Zahltag nie wieder gesehen ward.

Aha. Hast du dich mal gefragt, warum dies so ist? Du wirst es vielleicht nicht glauben, aber die Ansprüche sind auch in diesen Jobs gestiegen, nämlich die Zeit, in denen man die Flyer verteilt haben muss. Vielleicht erklärt sich damit das „runmosern“. Jedenfalls wenn man einen Arbeitgeber hat, bei dem alle Arbeitnehmer, die dort eine bestimmte Stelle anfangen, unzufrieden sind, könnte es doch auch bei diesem einen und nicht bei allen anderen liegen, oder?

Andere Supermarktbesitzer finden jedenfalls Zettelverteiler. Warum diese und der eine nicht?

Ciao

Ralf

Hallo Gerd,

ich nehme an, daß Du einen Grund hast, so aggressiv zu
formulieren. Jedenfalls schreibst Du über Probleme, deren
Existenz ich nicht bestreite.

Ich reagiere so, weil hier die Tatsachen verdreht werden.
Nur mit Schlagworten hier argumentiert wird, die einfach im Zusammenhang des ganzen Vorfalles absolut keinen Sinn machen.

Es soll eine Schicht, die sowieso nicht mehr weiss, wo Ihnen das Wasser steht noch weiter ausgenutzt werden, als dass sie dieses schon sind und dafür gnadenlos und absolut falsch angeprangert werden kann.

Zeig mir hier ein Posting, wo genau so heiss diskutiert wird, wenn z.B. die Unternehmerseite absoluten Bockmist baut und hier an den Pranger gestellt wird.
Mir ist hier jedenfalls nichts darüber bekannt.

Arbeitgeber dürfen wann immer sie wollen, ob ein Grund vorhanden ist oder nicht, Leid wahllos verteilen, das macht absolut nichts.
Jedoch der betroffen davon ist, hat gefälligst die verdammte Pflicht dann wieder sofort für seinen Unterhalt zu sorgen…verlogene Welt.
Ich rede hier von politisch entlassenen Arbeitnehmern, nicht von wirklich betriebsbedingten Kündigungen, soll es ja so tatsächlich so geben.

Ob es nun telekom, Mannesmann oder Grundig ist, darüber redet keiner.
Grundig macht deswegen Konkurs damit 200 Millionen € Betriebsrenten vom Tisch sind, dafür kommt dann die Allgemeinheit auf, hat sich darüber überhaupt schon jemand hier aufgeregt?
Nicht einmal unsere Politiker haben jemals darüber ein Wort verloren. Können sie auch nicht, sie hängen ja alle damit drin.

Ich habe nichts gegen Spargelstecher für 5€ die Stunde, verstehe mich nicht falsch!

Ich habe was dagegen, dass behauptet wird, man kann sich von diesem schäbigen 5€-Job (geldmässig gesehen) eine solches Einkommen erwirtschaften, dass man auch nur ansatzweise seinen Lebensunterhalt damit erwirtschaften kann und das durchgehend über ein Jahr!!!
Und es Wohnungen gibt die wirklich 100€ kosten, haben wir hier auch, nennen sich dann Rattenlöcher.
In Lndshut kostet eine 3-Zimmerwohnung heute ab 500€ und nicht weniger, ist nun mal die nächste stadt und die nächstliegenden Dörfer richten sich nach diesen Preisen.

Ich habe was dagegen, das pauschal behauptet wird, Sozialhilfeempfänger sind nur Schmarotzer dick und fett sind, das kann und will ich so nicht hinnehmen.
Das einer von solchen am Gartenzaun steht und lästert, liegt in der Natur der Sache.
Steht genau so einer am Gartenzaun und lästert über den, der mal sein Geld mit ehrlicher Arbeit verdient hat.

Ich habe was dagegen, wenn jemand unser System nach allen Seiten ausnutzt und wenn das ein anderer macht, dann als Verbrecher und Taugenichts hingestellt.

Auch ich habe für 20 DM/h Elektronikentwicklungen mal gemacht, weil mir das Wasser bis zum Hals stand, obwohl in der Zeit für solche Tätigkeiten schon 100 DM/h üblich waren.
Der mir damals geholfen hat, den bin ich heute deswegen auch nicht böse!
Ich weiss also wovon ich rede.

Ich bin in einer Zeit aufgewachsen, wo noch nicht die gebratenen Tauben durch die Gegend geflogen sind.
Ich weiss was knappe Kassen bedeutet.
Ich weiss, wenn man nicht zu Weihnachten ein Geschenk als Kind bekommt, weil es einfach nicht ging.
Darum lasse ich es heute nicht zu, alle pauschal zu verdammen, die nicht auf der Sonnenseite stehen.
Trotzdem empfinde ich auch keinen Neid, der es zu etwas gebracht hat, sondern Anerkennung, solange es mit legalen Mitteln geschehen ist.

Dennoch möchte ich Dir einen anderen Blickwinkel aufzeigen und
da beginne ich doch mal mit einer privaten Geschichte: Im
Sommer 1987 oder 1986 habe ich in den Ferien gearbeitet,
warum, weiß ich gar nicht mal mehr. Ich glaube, das hatte
irgendwas mit „Verantwortung“ und „eigenes Geld
verdienen“-Gerede meiner Eltern zu tun.

Eine Woche lang habe ich 6 Stunden täglich Werbezettelchen
eingetütet, die Briefumschläge frankiert, mit Adressaufklebern
beklebt und spätet nach Postleitzahlen sortiert. Dafür bekam
ich 5 DM die Stunde. Außerdem habe ich die ganzen Ferien ca. 2
Stunden am Tag in einem Supermarkt Ware in die Regale geräumt,
Bestellungen ausgefüllt und Bestände kontrolliert. Dafür
erhielt ich den fürstlichen Stundensatz von DM 10.

Ich habe sowas auch freiwillig gemacht.
Wie es meinen Eltern nach den Kriegswirren dann besser ging, haben wir uns unser Taschengeld im eigenen Haushalt verdienen müssen, hat uns nicht geschadet.

Seit mindestens drei Jahren (solange wohne ich jetzt hier)
hängt beim Supermarkt um die Ecke ein Zettel an der Pinwand,
daß man eine Aushilfe sucht für ca 10 Stunden wöchentlich für
die Zeit von 7.30-9.30 Uhr oder (wahlweise) für 18.30-20.30
Uhr (Regaleinräumkram usw.). Stundenlohn 8 Euro (früher DM
15). Ich habe vor etwa einem Jahr in einer ruhigen Minute mal
eine Mitarbeiterin gefragt, ob der Zettel da nur zum Vergnügen
hängt oder die Stelle tatsächlich seit 3 Jahren nicht besetzt
werden kann.

Anscheindend findet sich immer mal wieder ein Interessent, der
aber nach ein paar Tagen anfängt runzumosern und dann nach dem
ersten Zahltag nie wieder gesehen ward. Wohlgemerkt: Ich wohne
in der Düsseldorfer Innenstadt, hier wohnen reichlich Menschen
(inkl. Kinder) und die Verkehrsanbindung könnte besser nicht
sein.

Hier stimmt was nicht, das nehme ich so nicht hin, ein Haken muss dran sein. Will auch nicht drüber urteilen was da los sein könnte, komisch ist die Sache schon, fast unglaubwürdig.

Sag mir Gerd, in einer Stadt, die immerhin eine
Arbeitslosenquote von knapp 9% hat, sollte sich doch ein
Mensch finden lassen, der Interesse daran hätte, rd. 320 Euro
monatlich nebenbei zu verdienen. Wieso findet sich da keiner?

Ich kann es Dir so nicht beantworten.

Ich meine, hey, ich würde das machen, wenn ich dürfte. Abends
um die Zeit hänge ich eh nur vor dem Fernseher rum.

Warum darfst Du das nicht machen?

Nochmal zum Vergleich: 5 DM pro Stunde vor ca. 15 Jahren im
Vergleich zu 8,-- Euro 2003. Wieso wird der Job im Supermarkt
nicht gemacht? Waren wir damals alle soviel blöder als die
Kinder heute? War unsere Zeit weniger wert? Sind die Ansprüche
gestiegen? Oder sind Menschen, die arbeiten vielleicht
tatsächlich ein bißchen dumm?

Ganz einfach, sehr vielen Kindern geht es heute verdammt besser um nicht zu sagen zu gut, als zum Beispiel meiner Generation damals.
Meine Tochter bekam mit 9 Jaren pro Woche zwei Mark, ein Mitschüler ihrer Klasse bekam 100 DM (einhundert) pro Woche Taschengeld, richtig oder falsch?
Ich habe meiner Tochter nie solche bescheidenen Zeiten spüren lassen, auch wenn es mal was nicht ganz so lief, wie es sein sollte.
Ich will und wollte es nie, dass meine Tochter solche Zeiten durchmachen muss, welche ich schon hinter mir habe!
Solange ich kann, wird sie sowas nicht erleben müssen!
Naja, sie ist jetzt erwachsen und braucht mich wohl nicht mehr um den Lebensunterhalt zu sichern.

Die Antwort weiß ich nicht aber vielleicht kannst Du mir
helfen.

Und noch eins zu den Löhnen und Gehältern: Ich habe
zugegebenerweise leicht reden, weil mein Stundensatz weit
jenseits dessen liegt, was ein Feldarbeiter verdient, aber
irgendwas in Deiner Argumentation funktioniert nicht. Solange
die Bevölkerung bei der Auswahl der zu erwerbenden Waren
primär den Preis zugrundelegt, wird bei den Löhnen gespart, wo
es nur geht.

So ist das heute leider.
Ich habe während meiner gesamten Tätigkeit bei Siemens (10 Jahre) nur einmal um Gehaltserhöhung bitten müssen, sonst kam die von allein und nicht Almosen sondern Gehaltserhöhung, wohl für Euch heute ein Fremdwort?
Ohne dass ich kämpfen musste, schaffte ich es vom Lohnempfänger bis zur Gehaltsgruppe 6/4 in dieser Zeit, allein nur durch Leistung und nicht durch Radfahren und Labern!
Ich ging zum Bund, da gab es kaum Elektronik, als ich zurück kam, war Digitaltechnik IN und ich musste in absolut kurzer Zeit diese Technik erlernen weil ich im Prüffeld Magnetbandgeräte mit dieser Technik prüfen musste.
Nach Feierabend und ohne Hilfsmittel wie etwa Lehrbücher, gab nichts darüber, habe ich es dann geschafft diese Technik zu beherrschen.
Ich bekam nach 3 Monaten!!! eine Sonderprämie für den besonderen Einsatz.
Ich habe sowas nicht mehr erlebt!
Damals wurde Leistung anerkannt, heute nur noch Laberei und Ellenbogencheck, sonst zählt nichts mehr.

Bei den Löhnen für die Kassiererinnen, bei den
Löhnen für die Mitarbeiter in der Logistik und bei den Löhnen
für die Erntehelfer. Würden dort Löhne bezahlt, die Du
anscheinend für gerecht hälst, wären die Waren im Supermarkt
um ein Mehrfaches teurer.

und der Vorstand der Deutschen Bank kassiert 6,5 Mill. / Jahr an Gehalt plus etliche „Sonderzulagen“, das passt nicht mehr.
Fliegt er dann raus weil auch die Herrschaften mal Bockmist bauen, gibt es als Belohnung für ihn eine zweistellige Millionenabfindung und damit alle was davon haben noch als Sondergabe eine tausendköpfige Entlassungswelle.

Dabei ist zu berücksichtigen, daß die Wertschöpfung nicht
allzu groß ist, wenn die Ware aus den Kartons in die Regale
geräumt wird. Jedenfalls nicht so groß, wie beim Erzeugen von
Wurst aus Schlachtabfällen. Es ist also utopisch zu erwarten,
daß der Supermarktregaleinräumer 15 oder 20 Euro je Stunde
erhält und ähnliches gilt für den Spargelstecher oder den
Wasserintomatenfüller.

Ne, ich hab den Bericht im Fernsehen gesehen über den Ossi-Spargelanbauer im dunkelblauen Anzug auf dem Feld. Witzig?
Es wird immer Jobs mit unterschiedlicher Bezahlung geben, was mich nur stört, ist Ausbeutung gelinde gesagt.

Komischerweise war es früher kein Problem, für die o.g.
Beträge Jugendliche zu finden, die die Arbeit machten und sich
über das zusätzlich verdiente Geld freuten. Heute ist das
anscheinend nicht mehr so.

Ich habe das Geld damals aber eigentlich gar nicht gebraucht.
Leichtsinnigerweise ging ich bis dato davon aus, daß ein
Arbeitsloser Sozialhelferempfänger jedoch um jeden Euro froh
ist, den er zur Stütze hinzuverdienen kann.

Siehste und genau da liegst Du absolut falsch mit dem Hinzuverdienen von Sozialhilfeempfängern.
Er kann was dazu verdienen, wird ihm aber sofort wieder abgezogen, ausser einem Spottbetrag, was im Prinzip nicht verkehrt ist.
Hier liegt aber das Problem, keiner weiss, wie Sozialhilfe funktioniert, jeder setzt irgendwas in die Welt, aber kaum einer trifft die Wahrheit oder weiss die Zusammenhänge genau und jeder sucht sich dann den Teil raus, den er für seine Argumentation braucht.
Ich kenne auch nicht alle Zusammenhänge, halte aber dann meinen Mund, wenn ich es nicht genau weiss!
Lies im Brett Recht oder Behörden nach, ich weiss es nicht mehr genau wo, hatten wir dort solch einen Fall, der von den Ämtern geknebelt wird, so dass er nicht mehr aus der Sozialhilfe rauskommt, ausser mit Glück oder grossem Beschiss gegenüber den Behörden.
Jeder wusste da was Tolles, arbeite im Supermarkt, geh Putzen und lauter solchen Käse, jedoch keiner kannte eine Lösung, die auch nur ansatzweise aus der Mieserie raushalf.
Auch das ist heute ein gesellschaftliches Problem, erzähl jedem nur so viel, dass er glaubt es wurde ihm geholfen, aber nicht wirklich weiter hilft.
Denn daraus könnte ja der Fall eintreten er macht daraus mehr Gewinn als ich.
Falsch?

Also wieso genau nochmal können Jugendlich die gleiche Arbeit
heute nicht mehr machen und wieso ganz genau sollte sich ein
Arbeitsloser das nicht antun?

Das hatten wir schon bei der Sozialhilfe.

Ganz begriffen habe ich die Argumentation nämlich nicht.

Nicht?
Bei der ganzen Debatte über die Sozialhilfe und daraus die künftige Sozialhilfe, daraus das berühmte Arbeitslosengeld 2 was ja nichts anderes ist als Sozialhlfe, wird mir persönlich schlecht.

Was bedeutet das denn?
Du bist schneller ein Sozialhilfeempfänger als Du laufen kannst, denn 12 Monate arbeitslos ist bei den heutigen Verhältnissen keine Zeitspanne mehr und dann kannst Du mal schauen, wie Du daraus kommst, denn Du wirst dann per Gesetz gezwungen jede Arbeit anzunehmen, egal was der Job bringt an Kohle.
Du bist ab jetzt ein Sozialfall und wirst es immer bleiben, denn darauf wartet Hartz & Co. doch bloss, Fachkräfte zum Soziallohn.

Jeder Einstellchef gehört dann sofort entlassen, der dann noch teure Spezialisten einstellt, denn die gibt es nach einer jährlichen Pause für die berühmten Almosen.
Es wird sogar Reinigungspersonal mit Doktortitel geben, endlich mal was gescheites in dieser Branche…sehr zynisch von mir.

Wäre ich Unternehmer, würde so handeln, ganz ehrlich gesagt.

Was meinst warum die Arbeitgeberverbände so scharf auf die Umsetzung dieser AGENDA 2010 sind. Hast Du Dir diesen Sachverhalt mal so angesehen?
Und ganz besonders die Arbeitgeber, die heute schon mit den Ellenbogen alles beiseite räumen, was ihnen im Weg ist, für die fängt das goldene Zeitalter an.
Auch die Gewerkschaften werden an dem künftigen System dann nichts mehr ändern, denn sie spielen indirekt ja schon als Arbeitgeber da fleissig mit.

So, nun zu den Behörden, die hier eingangs angeprangert werden, nichts zu unternehmen, kann man abstellen wenn einem das nicht passt.

Ich bin so frei und schnappe mir die Führungskräfte und stelle sie zur Rede, aber dazu ist nun mal ein Grossteil zu feige das zu tun.
Nur meckern gilt.
Will ich was verändern, oder sehe ich Misstände, habe ich Möglichkeiten mich darüber an passender Stelle zu äussern und mich aufzuklären lassen. Ist es in diesem Fall, den wir hier diskutieren geschehen, sicherlich nicht, denn es wird nur auf Behörden rumgehackt, sonst nichts.
Wir haben noch keine Diktatur, wo man für solche Fragen dann hinter Gittern landet.
Der zuständige Landrat wäre doch mal eine gute Anlaufstelle um zu fragen, warum es keine deutschen Spargelernter gibt.
Bin auf die Antwort gespannt.

Langen die Erklärungen?

Ich wünsche Dir ein schönes WE

Gerd

PS: nicht dass Du mich nicht falsch verstehst, will nicht agressiev wirken, sage aber deutlich meine Meinung, schleimen und rumeiern liegt mir nicht.
Wer sich in Gefahr gibt, muss sie auch ertragen können, meine ganz persönliche Meinung.

Hallo,

Andere Supermarktbesitzer finden jedenfalls Zettelverteiler.
Warum diese und der eine nicht?

ich weiß zwar nicht, welchen Artikel Du gelesen hast, aber in meinem stand nichts davon, daß derjenige Werbung verteilen soll, sondern daß es um das Auffüllen von Regalen und ähnliche Tätigkeiten geht.

C.

Moin,

ich weiß zwar nicht, welchen Artikel Du gelesen hast, aber in
meinem stand nichts davon, daß derjenige Werbung verteilen
soll, sondern daß es um das Auffüllen von Regalen und ähnliche
Tätigkeiten geht.

Ok, habe ich falsch gelesen, ist aber irrelevant. Andere Supermarktbesitzer finden hierfür Leute, Deiner anscheinend nicht. Warum ausgerechnet dieser nicht? Könnte es nicht doch am Chef liegen?

Ciao

Ralf

Ok, habe ich falsch gelesen, ist aber irrelevant. Andere
Supermarktbesitzer finden hierfür Leute, Deiner anscheinend
nicht. Warum ausgerechnet dieser nicht? Könnte es nicht doch
am Chef liegen?

Dein Einsatz für die Rechte und den Ruf der Arbeitslosen ist bewundernswert. Zum Thema: Im Einzelhandel ist es so, daß die Waren vielfach von Mitarbeitern der Herstellern eingeräumt werden (der Extremfall ist dann ein extern bewirtschafteter Shop-in-Shop). In allen anderen Fällen wird dies von Aushilfen (eben wie der gesuchten) erledigt oder von Mitarbeitern des Supermarktes. Letzteres ist eigentlich zu teuer und wird deshalb wird das ungern so gehandhabt.

Zum angesprochenen Fall: Der Laden hat ca. 10 fest angestellte Mitarbeiter, die sämtlichst schon seit den drei Jahren dort arbeiten, die dort jetzt regelmäßig einkaufe. Die Fluktuation ist also Nähe 0. Das läßt darauf schließen, daß das Arbeitsklima so schlecht nicht sein, was auch durch meine - allerdings natürlich nur oberflächlichen Erfahrungen - bestätigt wird.

Dieses Beispiel griff ich heraus, weil ich eben den konkerten Fall mit der unbesetzten Stelle kenne. Allerdings fällt mir schon seit einiger Zeit auf, daß es immer weniger Aushilfen gibt, die die Regale bestücken. Früher war es absolut üblich, daß man auf die Frage, wo den dies oder jenes im Laden zu finden sei, die Anwort bekam, daß man dort nur als Aushilfe arbeite und vom Laden ansonsten keinen Plan habe.

Dies ist mir inzwischen seit ziemlich genau vier Jahren nicht mehr passiert, weder bei real (wo das früher regelmäßig vorkam), noch bei eurospar (wo das auch immer wieder vorkam) noch sonstwo.

Insofern halte ich die Mutmaßung, daß alle anderen Supermärkte kein Problem haben, Personal zu finden, für gewagt, zumindest aber für unbewiesen. Ich werde aber zukünftig verstärkt auf Stellenangebote der beschriebenen Art achten.

Gruß
Christian

Es soll eine Schicht, die sowieso nicht mehr weiss, wo Ihnen
das Wasser steht noch weiter ausgenutzt werden, als dass sie
dieses schon sind und dafür gnadenlos und absolut falsch
angeprangert werden kann.

Du verallgemeinerst jetzt aber genauso, wie Du es anderen vorwirfst.

Zeig mir hier ein Posting, wo genau so heiss diskutiert wird,
wenn z.B. die Unternehmerseite absoluten Bockmist baut und
hier an den Pranger gestellt wird.
Mir ist hier jedenfalls nichts darüber bekannt.

Och das hatten wir schon oft genug. Böse Großkonzerne, böse Banken, böse Vorstände.

Arbeitgeber dürfen wann immer sie wollen, ob ein Grund
vorhanden ist oder nicht, Leid wahllos verteilen, das macht
absolut nichts.

Naja, ich stehe den gefeierten Entlassungsprogrammen auch eher skeptisch gegenüber, allerdings möglicherweise auch aus teilweise anderen Gründen. Dennoch sollte man schon akzeptieren, daß Unternehmen in schwieriger Situation Personal entlassen müssen, um die Überlebensfähigkeit zu sichern. Es macht in keiner Hinsicht Sinn, Mitarbeiter zu bezahlen, die über einen längeren Zeitraum keine Arbeit haben.

Ich habe was dagegen, dass behauptet wird, man kann sich von
diesem schäbigen 5€-Job (geldmässig gesehen) eine solches
Einkommen erwirtschaften, dass man auch nur ansatzweise seinen
Lebensunterhalt damit erwirtschaften kann und das durchgehend
über ein Jahr!!!

Nö, auf den Gedanken komme ich nicht und ich denke auch nicht, daß Wolfgang dies so meinte. Die finanziellen Auswirkungen ein kurzen Tätigkeit als Landwirtassistent sind ja (nun) bekannt. Ich glaube allerdings nicht, daß jedem Arbeitslosen in McPom diese Feinheiten bekannt sind. Insofern verstehe ich Wolfgangs Artikel als Momentaufnahme einer Einstellung in den neuen Bundesländern, die zumindest in Teilen der Bevölkerung vorhanden zu sein scheint. Diese Einstellung hat ja auch ein Ureinwohner (nachvollziehbar) bestätigt.

hängt oder die Stelle tatsächlich seit 3 Jahren nicht besetzt
werden kann.

Hier stimmt was nicht, das nehme ich so nicht hin, ein Haken
muss dran sein. Will auch nicht drüber urteilen was da los
sein könnte, komisch ist die Sache schon, fast unglaubwürdig.

Naja, die Rahmenbedingungen habe ich in einem Artikel an Ralf erläutert. Die Problematik mit diesen Aushilfestellen ist m.E. (wie ich in dem Artikel an Ralf schrieb) kein Ausnahmefall, sondern eine Tendenz in der Branche.

Ich meine, hey, ich würde das machen, wenn ich dürfte. Abends
um die Zeit hänge ich eh nur vor dem Fernseher rum.

Warum darfst Du das nicht machen?

Weil ich laut Arbeitsvertrag keine weitere Tätigkeit ohne Genehmigung des Arbeitgebers ausüben darf.

Ganz einfach, sehr vielen Kindern geht es heute verdammt
besser um nicht zu sagen zu gut, als zum Beispiel meiner
Generation damals.

Genau das ist auch meine Meinung. Die Frage ist aber, woher die Kinder so viel Geld bekommen, daß sie derartige nicht ausübern wollen. Ich habe früher auch Taschengeld bekommen und wahrscheinlich im Vergleich gar nicht mal so wenig. Auch wenn Düsseldorf vergleichsweise reiche Stadt ist, ist hier nicht jeder in der Lage, seinen Kindern Taschengelder von mehreren hundert Euro zu bezahlen.

Meine Tochter bekam mit 9 Jaren pro Woche zwei Mark, ein
Mitschüler ihrer Klasse bekam 100 DM (einhundert) pro Woche
Taschengeld, richtig oder falsch?

Tja, hundert Mark pro Woche sind ordentlich, soviel habe ich mit 18 nicht bekommen.

So ist das heute leider.
Ich habe während meiner gesamten Tätigkeit bei Siemens (10
Jahre) nur einmal um Gehaltserhöhung bitten müssen, sonst kam
die von allein und nicht Almosen sondern Gehaltserhöhung, wohl
für Euch heute ein Fremdwort?

Nein, bei uns gibt es jährliche Gehaltsrunden (mal abgesehen von den tariflichen Mitarbeitern). Die Erhöhungen sowie die Auszahlung des Bonus´ richtet sich nach der persönlichen Leistung des MA und nach dem Unternehmenserfolg. Was bedeutet, daß es in 2002 und 2003 keine Erhöhungen gab und auch praktisch keinen Bonus. Auch wenn der Zusammenhang eigentlich offensichtlich ist, bringen es einige immer noch fertig, massivst rumzumeckern. Das nur nebenbei.

Damals wurde Leistung anerkannt, heute nur noch Laberei und
Ellenbogencheck, sonst zählt nichts mehr.

Naja, aus meiner bescheidenen Erfahrung kann ich sagen, daß Leistung zwar zählt, zielgerichtetes Gelaber und Marketing in eigener Sache Leistung durchaus zu wesentlichen Teilen kompensieren kann.

und der Vorstand der Deutschen Bank kassiert 6,5 Mill. / Jahr
an Gehalt plus etliche „Sonderzulagen“, das passt nicht mehr.

Über Managergehälter möchte ich nicht wirklich diskutieren. Das Thema ist zu emotional belegt. Allerdings sei erwähnt, daß sich unser Vorstand die Bezüge in den letzten beiden Jahren durchaus nicht unerheblich gekürzt hat.

Fliegt er dann raus weil auch die Herrschaften mal Bockmist
bauen, gibt es als Belohnung für ihn eine zweistellige
Millionenabfindung und damit alle was davon haben noch als
Sondergabe eine tausendköpfige Entlassungswelle.

Och, die letzten Abgänge in unserer Führungsetage waren nicht so rühmlich. Abfindungen gab es jedenfalls keine. Du darfst Du auch nicht den Fall Esser u.ä. verallgemeinern. Ich erlebe es durchaus bei mittelständischen Unternehmen, daß Geschäftsführer von heute auf morgen ohne Abfindung und ohne alles vor die Tür gesetzt werden.

Ich habe das Geld damals aber eigentlich gar nicht gebraucht.
Leichtsinnigerweise ging ich bis dato davon aus, daß ein
Arbeitsloser Sozialhelferempfänger jedoch um jeden Euro froh
ist, den er zur Stütze hinzuverdienen kann.

Da stimmt schon und das ist und war mir auch bekannt. Ich habe das absichtlich so formuliert, um zu sehen, ob Du es tatsächlich nur an den Finanzen festmachst.

Einerseits ist mir zu Ohren gekommen, daß Arbeitslose sich meistens nicht deshalb schlecht fühlen, weil das Geld knapp ist, sondern weil sich ein Gefühl der Hilf- und Nutzlosigkeit breitmacht.

Andererseits halte ich es für die verdammte Pflicht und Schuldigkeit des Arbeitslosen/Sozialhilfeempfängers, sich zu bemühen, nicht auf Kosten des Staates und damit seiner Mitmenschen zu leben. Ob mit die Arbeitstätigkeit auch nur ein Euro mehr bei rauskommt als ohne, spielt m.E. keine Rolle. Das Geld, was er verdient, bringt ihm finanziell nichts, klar. Aber einerseits entlastet es den Staatshaushalt und damit die arbeitende, lohnsteuerzahlende Gesellschaft und andererseits sollte es ihm ein gutes Gefühl geben, etwas sinnvolles zu tun und der Gesellschaft etwas von dem zurückzugeben, das er von ihr bekommt. (*)

Jeder Einstellchef gehört dann sofort entlassen, der dann noch
teure Spezialisten einstellt, denn die gibt es nach einer
jährlichen Pause für die berühmten Almosen.
Es wird sogar Reinigungspersonal mit Doktortitel geben, endlich
mal was gescheites in dieser Branche…sehr zynisch von mir.

Mit der kleinen Einschränkung, daß der Doktor dann zwar billig ist, aber schon einen - je nach Branche - nicht unerheblichen Wertverlust hinter sich hat.

Der zuständige Landrat wäre doch mal eine gute Anlaufstelle um
zu fragen, warum es keine deutschen Spargelernter gibt.
Bin auf die Antwort gespannt.

Ich kenne die Antwort. Es gab im letzte Jahr ein Interview in der Rheinischen Post mit einem hiesigen Spargelbauern. Er sagte, er hätte (mit Unterstützung (auch finanzieller) des Arbeitsamtes) versucht, deutsche Arbeitnehmer einzustellen, das dann aber wieder abblasen müssen, weil ihm - wie Wolfgang das auch erwähnte - die Ernte auf dem Feld vergammelte. Ersatz war schnell zu bekommen: Die Polen hatten sich das Schauspiel angesehen und damit gerechnet, daß das Projekt „Deutscher Spargel den Deutschen“ schnell beendet sein würde.

Fazit: Die Deutschen wollen nicht nur mehr Geld, sondern leisten dafür auch weniger. Hör´ ich nicht zum ersten mal. Der Fleiß als urdeutsche Tugend is m.E. Geschichte. Allerdings sind wir Spitze darin, den eigenen Vorteil nicht aus dem Auge zu verlieren. Achja: Und in der Bürokratie natürlich ebenfalls.

Gruß
Christian