Wer ist ein Christ?

Hallo,

wer „darf“ sich eigentlich einen „Christen“ nennen?

LG, Karin

Hi,

wer „darf“ sich eigentlich einen „Christen“ nennen?

jeder. Eine andere Antwort gibt es darauf eigentlich nicht, nur viele viele unterschiedliche andere Meinungen.

Um aber ein klein wenig hilfreicher als dies zu sein, erzähle ich Dir gern, daß mein Haus- und Hofgeistlicher (Protestant, aber sehr „hochkirchlich“ geprägt) das so sieht, daß jeder, der an Jesus Christus als Gottes Sohn und als Erlöser glaubt, sich mit Fug und Recht Christ nennen darf. Andererseits ist aber auch jeder, der getauft ist, Christ - selbst, wenn er nicht glaubt.

Gruß,

Malte

Hallo Karin,

na doch jeder, der sich dafür hält - es gibt ja kein Gesetz oder Copyright oder so was.
Ansonsten… ich denke mal, es ist jeder ein Christ, der das Glaubensbekenntnis anerkennt. „Ich glaube an Gott, den Vater den Allmächtigen…“ usw

Gernot Geyer

Hallo, Karin,

wer „darf“ sich eigentlich einen „Christen“ nennen?

Ein Pfarrer aus der (ev.-luth) Gemeinde meiner Frau definierte das vor Jahr und Tag einmal ungefähr so: Jemand, der Jesus Christus nachfolgt, der sich in der christlichen Gemeinde engagiert, der nicht zuletzt auch missionarische Ambitionen hat.

Das sind die Hauptaussagen, wie sie mir in Erinnerung geblieben sind. Es schien diesem Pfarrer damals sehr wichtig, zu betonen, dass „den Christen“ nicht nur das reine Glaubensbekenntnis, sondern auch seine aktive Mitarbeit im Gemeindeleben auszeichnet. Zumindest habe ich es so verstanden.

Gruß,
Andreas

Auch hi!

jeder,
der an Jesus Christus als Gottes Sohn und als Erlöser glaubt,
sich mit Fug und Recht Christ nennen darf. Andererseits ist
aber auch jeder, der getauft ist, Christ - selbst, wenn er
nicht glaubt.

Naja, das wurde mir eben ein bißchen anders dargestellt.

Alleine die Einschränkung, dass nur der Christ sei, der an Christus als Gottes Sohn glaubt, macht mich stutzig.

Aber sicher ist nicht jeder, der getauft ist, ein Christ, denn Taufe ist doch nicht automatisch „christlich“, oder?

LG, Karin

Hallo, Gernot

na doch jeder, der sich dafür hält - es gibt ja kein Gesetz
oder Copyright oder so was.

So oder so ähnlich dachte ich auch. Das ist aber
wahrscheinlich nicht ganz richtig.

LG, Karin

Hallo Andreas

der nicht zuletzt auch missionarische Ambitionen
hat.

Wenn das so ist,dann sind die Zeugen Jehovas die „besseren Christen“.

Oder?

LG, Karin

jeder,
der an Jesus Christus als Gottes Sohn und als Erlöser glaubt,
sich mit Fug und Recht Christ nennen darf. Andererseits ist
aber auch jeder, der getauft ist, Christ - selbst, wenn er
nicht glaubt.

Naja, das wurde mir eben ein bißchen anders dargestellt.

Wie gesagt, es gibt da unendlich viele Vorstellungen, und es gibt keine Instanz, die da von sich behaupten könnte, maßgeblich zu sein.

Alleine die Einschränkung, dass nur der Christ sei, der an
Christus als Gottes Sohn glaubt, macht mich stutzig.

Wieso?

Aber sicher ist nicht jeder, der getauft ist, ein Christ, denn
Taufe ist doch nicht automatisch „christlich“, oder?

Die Taufe als „christliche Taufe“ durch einen selbst getauften Christen - und das ist es ja, was man hierzulande unter „die Taufe“ versteht - ist sicher christlich. Es darf btw. jeder getaufte CHrist taufen, das muß kein Geistlicher machen.

Gruß,

Malte

der nicht zuletzt auch missionarische Ambitionen hat.

Wenn das so ist,dann sind die Zeugen Jehovas die „besseren
Christen“.

Wenn man den Schwerpunkt auf die Missionierungstätigkeit legt: Wahrscheinlich.

Während sich die Zeugen jedoch auf den Weg _zu_ den Ungläubigen/Falschgläubigen/Zweifelnden machen müssen, hat die von mir erwähnte Gemeinde den Vorteil, dass die Leute - nicht nur verwurzelte Gemeindemitglieder, sondern auch „Neue“ - freiwillig kommen. Hintergrund ist eine seit Jahren praktizierte Übung, mit der sehr erfolgreich auch Kirchendistanzierte für die Angebote der Gemeinde interessiert werden.

Schwerpunkt ist aber - so wie ich es wöchentlich manchmal sogar mehrfach durch meine Frau mitbekomme - die Mitwirkung bei der Gemeindearbeit, in Hauskreisen, bei der Vorbereitung von Gottesdiensten und anderen Veranstaltungen.

Wer nun von allen christlichen Gläubigen den angestrebten „Titel“ verdientermaßen trägt und wer nicht, vermag ich heute noch nicht zu beurteilen :wink:

Gruß,
Andreas

Taufe
Hallo,

Die Taufe als „christliche Taufe“ durch einen selbst getauften
Christen - und das ist es ja, was man hierzulande unter "die

Es geht sogar ganz ohne Christen. Die Nottaufe kann von jedem Menschen gespendet werden, auch von Nicht-Christen! Dazu das „Gotteslob“ des Bistums Münster:

„Bei Lebensgefahr, besonders wenn es sich um akute Lebensgefahr handelt, kann jeder Gläubige, ja jeder Mensch, der die rechte Absicht hat, die Taufe spenden.“

Was die Taufe an sich angeht un dass kein Priester notwendig ist bin ich mir allerdings nicht so sicher…

Gruß
Christian

Hallo, Gernot

na doch jeder, der sich dafür hält - es gibt ja kein Gesetz
oder Copyright oder so was.

So oder so ähnlich dachte ich auch. Das ist aber
wahrscheinlich nicht ganz richtig.

Da dieser Begriff meines Wissens nicht geschützt ist, gibt es kein richtig oder falsch. Meine Mutter würde wahrscheinlich eine Taufe voraussetzen wollen. Ich sehe einen Christen eher in seiner Verhaltensweise begründet, vorausgesetzt, dass er den Grund seines Verhaltens aus einem Glauben an einen Christus heraus definiert.

Diese Begründung kann aber bei jemanden anderen völlig anders aussehen.

Und da keine oberste Instanz der Christen auf Erden existiert (den einen Gott mal ausgenommen) wird es auch immer eine Meinungsfrage bleiben.

Gruß

ALex

hallo Karin

Das ist eine sehr gute Frage.

Dr christliche Glaube beruht einerseits auf der Bibel und andererseits ist darin auch beschrieben, welche Leute zuerst als Christen bezeichnet wurden.
Das waren Leute, die im verhalten und den Taten Jesus christus sehr ähnlich waren.
Aber sind die taten das entscheidende? Ich meine klar nein, auch Jesus Christus selber hat darauf hingewiesen. Erstns sagte er, dass das wichtigste Gebot sei (welches alle anderen gebote quasi beinhaltet) , Liebe deinen Gott mit ganzer Seele, ganzer Kraft und ganzem Verstand und DARAUS liebe Deinen Nächsten wie dich selbst.
Wer mich liebt, hält meine Gebote, steht auch irgendwo, nicht umgekehrt!
Also nur wenn die (guten) Taten und Haltung auf der Grundlage der Liebe und Anerkennung Jesus als das was er ist bauen, ist man Christ.

Andereseits hat Jesus Nikodemus (der sich wie alle Pharisäer sehr genau an die Gebote gehalten hat) auch klar gesagt, was es braucht, um ins Paradies zu gelangen: Man muss (geistlich) von neuem geboren werden, dh eine sogenannte Bekehrung ist dazu nötig.
Bekehrung wiederum heisst, sich bewusst zu sein, dass man Sünder ist, Jesus Christus (und sein Opfer am Kreuz) als Erlöser anzunehmen und sein Leben IHM zu übergeben. Daraus folgt auch der Vorsatz von der Sünde umzukehren.

Christen sind erlöst und zur freiheit berufen.
Zusammenfassend kann man sich die Erlösung und das Paradies nicht guten Taten oder anderswie erarbeiten. Man mussnur gut genug sein, oder genug Gutes tun, damit man Christ ist und ins Paradies kommt, ist eine völlige Irrlehre, welher östlichen religionen (Karma etc) und darauf aufgebauter selbsterlösung (welche nicht möglich ist) entspricht
Entscheidend ist eine persönliche Beziehung zu Jesus (man kann nur Personen lieben die man persönlich kennt). Gute Taten, Mitarbeit, Evangelisation etc sind dann meistens die Folge dieser Beziehung und keinesfalls umgekehrt.
Ein kleines Beispiel:
Wenn Du zB mit dem Lieblingstier eines Partner lieb und zuvorkommend umgehst, heisst das noch lange nicht, dass du Deinen Partner liebst. Liebst Du Deinen Partner aber wirklich sêhr, dann gehst Du automatisch lieb mit so einem Tier um, sogar wenn Du solche Tiere eigentlich nicht so magst.

Gruss
beat

Hallo,

Es geht sogar ganz ohne Christen. Die Nottaufe kann von jedem
Menschen gespendet werden, auch von Nicht-Christen! Dazu das
„Gotteslob“ des Bistums Münster:

nach katholischer Auffassung ist dies sogar ganz ohne Mithilfe eines andere Menschen möglich; der Wunsch nach Taufe muss lediglich öffentlich bekundet werden - man spricht dann von der „Begierdetaufe“:

„…in der katholischen Lehre der öffentlich bekundete Wunsch eines gläubigen Ungetauften, die Taufe zu empfangen; wenn die Taufe aus äußeren Gründen (Krieg, Verfolgung, Tod o. Ä.) nicht in der Form einer liturgischen Feier gespendet werden kann, hat bereits dieser Wunsch eine sakramentale Wirkung und schließt den Gläubigen in die Gemeinschaft Christi ein.“ (zitiert nach

http://www.wissen.de/xt/show/act/MENUNAME/InfoContai… )

Gruß
Mike

Hallo, ausser Jesus natürlich niemand.

Richtig müßte es nämlich heißen Christianer.
Bye Elia

Die Frage, wer „Christ“ ist, und damit gerettet wird, ist wirklich nicht so leicht zu beantworten.

Ich könnte dir viele Stellen der kath. Dogmatik und Kirchenlehre nennen, die versuchen eine Antwort zu geben.

Die beste Antwort auf deine Frage gibt meiner Meinung nach der Apostel Paulus im 10. Kapitel des Römerbriefs (Röm 10,9).
Er schreibt:

„… denn wenn du mit deinem Mund bekennst: ‚Jesus ist der Herr‘ und in deinem Herzen glaubst: ‚Gott hat ihn von den Toten auferweckt‘, so wirst du gerettet werden.“

In Röm 6 (insbesondere Röm 6,5) wird dann das „Christsein“ im Zusammenhang mit dem „Hineingetauchtwerden“ in den Tod Christi gesehen: Wer durch die Taufe mit Christus verbunden wurde, hat an dessen Tod und damit aber auch an dessen Auferstehung teil, wird also wie Christus als „Erstling der Auferstehung“ (vgl. 1. Kor 15) durch den Tod hindurch gerettet. Damit deutet Paulus im Übrigen die urchristliche „Märtyrertheologie“ um. Dort konnte nur derjenige zu Christus kommen, der wie dieser „sein Kreuz auf sich nimmt“, also um Christi willen ebenfalls Verfolgung und Tod erleidet. Christen sind da also nur diejenigen, die „mitsterben“ und daher „mitleben“ werden. Paulus deutet das eben auf die „Taufe“ als „Mitsterben“ um.

Weitere interessante Stellen hierzu wären: 1. Kor 1,30; vielleicht auch 1. Kor 7,23; das Bild vom Leib und seinen Teilen in 1. Kor 12; ganz wichtig auch die Worte über Sühne und Versöhnung in 2. Kor 5,14-21.

In der kath. Kirche (und ich glaube auch in der prot. Kirche) ist man dann Christ, wenn man auf Christus durch einen Vertreter der Kirche (oder Nottaufe) getauft wird.

Aber ich kenne viele Menschen, die sehr gute Christen sind, auch wenn sie nicht getauft wurden, denn ich bin wie Jesus der Meinung:

„An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen (Mt 7,16)!“

Viele liebe Grüße
Nathan

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

„…in der katholischen Lehre der öffentlich bekundete Wunsch… Wirkung…“

das ist auch im islam so:

„Gesellschaftlich sieht der Übertritt zum Islam so aus: Man spricht vor zwei Zeugen das Glaubensbekenntnis“

http://islam.de/1641.php

gruß
dataf0x

Hallo, Karin,

ich denke, jeder der will, darf sich Christ nennen, so wie jeder, der Lust hat, sich Künstler nennen kann.

Mir will aber scheinen, dass es, seit dem Tod jenes Jesus, keine Christen, die diesen Namen wirklich zu Recht tragen, mehr gab.

Gruß Fritz, der definitiv kein Christ ist.

Wer ist … ?

… so wie jeder, der Lust hat, sich Künstler nennen kann.

du meinst: so, wie jeder, der Lust hat, von sich „ich bin großartig“ sagen kann?

Mir will aber scheinen, dass es, seit dem Tod jenes Jesus,
keine Christen, die diesen Namen wirklich zu Recht tragen, mehr gab.

Gott sei Dank! Wenigstens gibt es einen hier, der die Kriterien weiß, mit denen jemand zu Recht diesen Namen trägt …

… und zugleich - will mir scheinen - der erste, seit dem Tod jenes Jesus, der von sich selbst zu Recht Joh. 2.24-25 aussagen kann.

Gruß

Metapher

3 „Gefällt mir“

Oh, dreimalgroßmächtiger Metapher!

Statt mal wieder bloß mich von der Seite anzumachen, sag uns doch, was deine Weisheit als Antwort auf die Ausgangsfrage bereit hält!

Fritz

3 „Gefällt mir“

Hallo Fritz,

ich denke, jeder der will, darf sich Christ nennen, so wie
jeder, der Lust hat, sich Künstler nennen kann.

interessant erscheint mir jedoch, dass die ersten Christen sich nicht selber so nannten, sondern von anderen als Christen bezeichnet wurden. (Apg.11,26)

Ich würde also vorschlagen, dass jeder, der sich als Christ bezeichnen möchte, zwei oder drei Zeugen benennt, die das auch bestätigen. :wink:

Gruss Harald