Wer liest überhaupt noch?

hallo ihr,

erschreckt von wolfgang dreyer und eillicht zu vensre (siehe http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…) stelle ich hier jetzt diese frage.

zwei seelen streiten da in meiner brust:
zum einen möchte ich den beiden zustimmen. mich erstaunt ja schon sehr, was manche hier oft als langes postings bezeichnen (vorsicht lang!): man muß ein paar mm runterscrollen, heißt das gewöhnlich (außer bei nina. aber die warnt nicht). also ca. 10 sätze, max. lang, jaja… von der eigentwilligen rechtschreibung, die erkennen läßt, daß man selbige eigentlich eher dem zufall überläßt, mal ganz zu schweigen…

andererseits bin ich vielleicht als vom lesen und schreiben lebend etwas betriebsblind. ich sehe immer mehr diskussionsforen über bücher und autoren, allerorten haben lesungen großen zulauf, die wanderhure steht 26(?) wochen in dem bestsellerlisten, um harry potter gibt es einen wahnsinnshype, tintenherz bzw. -blut kennt mittlerweile jeder (den ich kenne), buchtauschbörsen werden eröffnet und schreibkurse schießen wie pilze aus dem boden.

wie kann ich mir da einen reim drauf machen? seit jahren wird dem buch der tod prophezeit. mal hatte man das video in verdacht, das buch abzulösen, mal den PC. aber geht mal auf die frankfurter buchmesse: kein mensch ahnt, was so alles gedruckt wird! aber das muß doch auch jemand kaufen/lesen.

was meint ihr?

fragt
ann

Nommahallo.

hddb://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchive.fbl?s…)

[Webseite versächselt wegen Zirkelbezug]

von der eigentwilligen [sic, hä, hä!]
rechtschreibung, die erkennen läßt, daß man selbige eigentlich
eher dem zufall überläßt, mal ganz zu schweigen…

Die Tastatur verleitet natürlich auch zu Schreibfehlern, die man im normalen Leben nicht macht. Andererseits dann die netten Bemerkungen wie „wer Fehler findet, darf sie behalten“ „sieh doch zu, wie Du meinen Kram in Deine hohle Rübe kriegst, Du Dilldoll“. Das hat natürlich primär mit den verlotterten Sitten zu tun … und, nein, ich schreibe jetzt nicht über die heutige Jugend.

andererseits bin ich vielleicht als vom lesen und schreiben
lebend etwas betriebsblind. ich sehe immer mehr
diskussionsforen über bücher und autoren, allerorten haben
lesungen großen zulauf, die wanderhure steht 26(?) wochen in
dem bestsellerlisten, um harry potter gibt es einen
wahnsinnshype, tintenherz bzw. -blut kennt mittlerweile jeder
(den ich kenne), buchtauschbörsen werden eröffnet und
schreibkurse schießen wie pilze aus dem boden.

Ein großer Teil davon ist künstlich - Harry Potter z.B. basiert doch zu großen Teilen auf dem dazu gehörigen Rummel. Was nichts gegen die Bücher selbst aussagen soll …

wie kann ich mir da einen reim drauf machen? seit jahren wird
dem buch der tod prophezeit. mal hatte man das video in
verdacht, das buch abzulösen, mal den PC.

Weißt Du, seit mindestens zwanzig Jahren wird das papierlose Büro angedroht. In regelmäßigen Zeitabständen. Und was passiert? Man druckt jeden *PIEP* aus, weil es sich einfacher lesen lässt, vor allem, wenn es eine bestimmte Länge überschreitet. Das Einzige, was an diesem Brimbamborium wahr ist, ist, dass man den *PIEP*dreck nicht mehr so lange aufhebt, wie es einst Usus war.

Nun zum Buch : Du schrubst mit Recht „Leute, die ich kenne“. Du wirst vermutlich nicht jeden Tag mit sehr vielen Leuten zusammenkommen, die noch die Eierschalen hinter den Ohren haben, sondern eher mit Menschen Deiner und meiner Altersstufe. Und bei diesen ist es in der Tat so, dass das Lesen wieder ein wenig mehr in Mode kommt. Sei es, weil das Fernsehprogramm - „Schlachtefest der Volksmusik“, „Wer schreit lauter“, „Journalisten gucken doof - Politiker antworten nicht“ - mittlerweile jeder Beschreibung spottet, oder, weil man an sich selbst entdeckt, dass es sich am Blechheini nicht so schön entspannt (Lesebrillenkandidaten aller Länder …) oder Weizenkeim.

Vor allem aber ist die Kaufkraft unserer Generation a) größer und b) auf andere Dinge gerichtet. Mein Buchbudget (und ich war schon immer ein Bücherwurm!) wächst von Jahr zu Jahr, nicht nur, weil die Dinger tendenziell teurer werden, sondern auch, weil manche Aktivitäten nicht mehr so mein Ding sind - z.B. gehe ich nicht mehr gar so oft in Discos (seitdem ich mal von einem i-Männlein dort angequatscht wurde „He, Opa, ist das Altersheim abgebrannt?“ - und da war ich 26!), sondern haue mich mit einem Buch auf das Sofa. Da verlagert sich denn so Einiges in Richtung Lesen, und ich denke mir, dass das nicht nur mir so geht. Außerdem ist Lesen, nicht zuletzt durch einschlägigen Medienbimbam, eben gerade en vogue. Aber auch nur bei den Älteren … meine Erfahrungen mit Jüngeren habe ich ja schon an anderer Stelle gescholderen.

Nur noch eines : Wenn"das Buch" irgendwann einmal tot sein sollte, wird das nicht auf ein Ersatzmedium zurückzuführen sein, sondern auf die inzwischen geradezu grottöse Lesekompetenz der nachwachsenden Generationen. Wenn unsereiner also entweder bei Humobil oder aber restlos senil geworden ist, dann könnte es so weit kommen. Sollte aber [hoffentlich] noch ein wenig dauern bis dahin,

meint Eillicht zu Vensre

Moin,
der Inhaber eines Buchhandelskontores erzählte mir erst gestern mit einem leichten Augenzwickern, daß mittlerweise der Hang zum Zweitbuch zu erkennen sei.
Von diesem Herren wirst Du wohl bald mehr hören.
Gruß
Dirk m.

Hallo Ann,

hier! Ich!

Ja, ich muss gestehen: Ich lese!
Und zwar ausgesprochen GERNE!
Harry Potter, ja, das auch - mit Betonung auf „auch“!

Ich bezeichne mich schon seit frühen Jahren als Leseratte. Wobei ich gestehen muss, dass ich inzwischen wahrscheinlich viele Bücher mein Eigen nenne die ich niemals wirklich lesen werde. Ander Bücher habe ich bereits zwei-, drei-, siebenmal gelesen und werde sich auch teilweise noch öfters lesen.

Meinen Vater (selbst auch Bücherfan - hat mehr Bücher als er lesen kann) habe ich verpflichtet mir (und das ausschließlich! *grins*) seine gesammelten Werke zu vermachen.

Hörbücher? Nööööö… ist nicht so mein Fall. Da wird die eigene Fantasie durch die Betonung etc des Vorlesenden zu sehr eingeschränkt.
Verfilmte Bücher? Nenn mir jemand einen Film der besser ist als das entsprechende Buch!

Kino oder Fernsehen: ja sicher, ganz nett so ab und zu. Aber bevor ich auf Bücher verzichten würde - nehmt mir die Glotze!

Schon mit 6 Jahren hatte ich einen Leseausweis der örtlichen Bibliothek (ja, ich gestehe: durch meinen Vater initiiert). Aber auch heute: bevor ich mir ein „schönes“ Buch mit z.B. Leineneinband o.Ä. kaufe, da greif ich lieber zu zwei normalen Taschenbüchern. Die sind billiger und drinstehen (darauf kommt es doch an!) tut das gleiche!

Und ein Besuch der Frankfurter Buchmesse… naja, seit Jahren (Jahrzehnten) ein Traum von mir. Aber andererseits… kommt man dort wirklich zum Lesen?

In diesem Sinne viele Grüße von
Tinchen

moin ann,

ich lese eigentlich noch genausoviel wie immer, aber mein kaufverhalten hat sich gruendlich geaendert!

frueher ( schoenes wort ) habe ich gezielt auf ein bestimmtes buch gespart, den kauf dann wirklich zelibriert, und dieses teil wurde dann reliqiengleich im buecherregal aufbewahrt… ab und zu mit ehrfurcht ans licht gebracht, wieder gelesen, wieder in den zeitruhestand versetzt…
frueher kosteten buecher allerding als taschenbuch auch nur irgendwas zwischen dm 1,99 und 4,99 - gebundene leinenschaetzchen gab es dann schon ab diesem preis und die obergrenze lag bei knapp unter dm 20.-, wenn es nicht was ganz besonderes sein sollte…

und heute? ich bin ganz bestimmt kein (t)eurojammerer, aber gerade bei buechern sehe ich drastische preissteigerungen, obwohl i.m.h.o produktion und vertrieb billiger geworden sein sollte, und die honorare der verfasser sind wohl auch nicht gestiegen…

da wird fuer irgendeinen geistigen schrott locker euro 24,90 aufgerufen… das mach ich einfach nicht mit!

ich kaufe buecher gebraucht bei amazon oder ebay, lese sie einmal durch und bringe sie wieder in umlauf. ich habe keine „beziehung“ mehr zu meinen buechern, ich konsumiere sie und will sie moeglichst kostendeckend wieder abstossen.

vielleicht lese ich durch diees verhalten sogar noch mehr, als frueher… aber wie schon gesagt: ich liebe sie nicht mehr - es sind reine konsumartikel…
gruss
kuddel

Hallo!

hier! Ich!

ich auch hier!

Ja, ich muss gestehen: Ich lese!
Und zwar ausgesprochen GERNE!
Harry Potter, ja, das auch - mit Betonung auf „auch“!

ich auch!

Ich bezeichne mich schon seit frühen Jahren als Leseratte.
Wobei ich gestehen muss, dass ich inzwischen wahrscheinlich
viele Bücher mein Eigen nenne die ich niemals wirklich lesen
werde. Ander Bücher habe ich bereits zwei-, drei-, siebenmal
gelesen und werde sich auch teilweise noch öfters lesen.

ich auch!

Hörbücher? Nööööö… ist nicht so mein Fall. Da wird die
eigene Fantasie durch die Betonung etc des Vorlesenden zu sehr
eingeschränkt.
Verfilmte Bücher? Nenn mir jemand einen Film der besser ist
als das entsprechende Buch!

ganz meine Meinung!

Kino oder Fernsehen: ja sicher, ganz nett so ab und zu. Aber
bevor ich auf Bücher verzichten würde - nehmt mir die Glotze!

auch so :wink:

Schon mit 6 Jahren hatte ich einen Leseausweis der örtlichen
Bibliothek

exakt!

Aber auch heute: bevor ich mir ein „schönes“ Buch mit z.B.
Leineneinband o.Ä. kaufe, da greif ich lieber zu zwei normalen
Taschenbüchern. Die sind billiger und drinstehen (darauf kommt
es doch an!) tut das gleiche!

seh ich auch so

Unglaublich… ich wollte genau das schreiben, hab mir aber dann gedacht, ich les doch besser mal die bisherigen Antworten durch, und jetzt schließe ich mich einfach nahtlos an. Tinchens Posting also einfach doppelt zählen…

Ich füge noch hinzu, dass ich ein wenig differenziere, viele Bücher (Krimis, historische Romane, sehr kurze Bücher, Bücher von mir unbekannten Autoren…) leih ich mir bloß aus der Bibliothek und bring sie ohne Wehmut wieder zurück.
Andere, vor allem Anthologien, Biographien und manche Bücher, die man einfach haben muss, außerdem welche, von denen ich vorher schon weiß, dass ich sie mehrmals lese, die kauf ich mir, auch wenn sie zum Teil unverschämt teuer sind.
Deshalb reagieren viele auf mein nur mittelgroßes Bücherregal etwas überrascht…„Wie, ich dachte, du liest mehr?“…tja.

Noch was zum Thema: In irgendeiner Zeitung wurden mal Jugendliche und Erwachsene gefragt, wie viele Bücher sie im Jahr ca lesen (ist schon ein paar Jahre her). Das maximale, was man da ankreuzen konnte war " 20 oder mehr". Ich mit geschätzten 50 belletristischen Büchern im Jahr wäre wohl kaum mehr erfasst :wink:
Wem gehts denn noch so?

liebe Grüße
Sonja

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Hallo, Ann,
ja, ich lebse noch. Allerdings bei weitem nicht so viel wie ich das möchte. Dafür kann ich auch eine Reihe von Ausreden Gründen anführen:

  • den beruflichen; noch habe ich mich mit so anregender Lektüre wie „Getting Started With Asterisk“ oder „QoS Support for SIP Signaling“ herumzuschlagen.
  • den zeitlichen; noch habe ich eine Familie, mit der ich auch gelegentlich das eine oder andere Wort wechseln möchte. Außerdem verwende ich gerne ein wenig Zeit darauf, mich mit einem gewissen Internet-Forum sowie anderen Inhalten des Internet zu beschäftigen.
  • den banalen; mittlerweile gibt es nicht einmal auf dem Klo noch nennenswerte unbebücherte Wandfläche. Teilweise stapeln sich Druckerzeugnisse bereits unter der Fensterbank.

Aber das wird sich ändern, sobald ich den lästigen Broterwerb vom Halse habe. Dann werden Regale gebaut und Bücher einsortiert, nachdem sie gelesen wurden.

Bücher wegwerfen, verschenken, verkaufen? No way, Sir! in der Beziehung bin ich geizig wie Scrooge!

Womit ich mich zuletzt beschäftigt habe? „Die Weisheit des Rabbi Nachmann“, „Ratlos war der Rabbi nie“, und eine CD „Lernen Sie Jiddisch“ von Talk Now! Weihnachtsgeschenke.

Lieben Gruß nach Berlin
Eckard

Hallo Ann,

erschreckt von wolfgang dreyer und eillicht zu vensre (siehe
http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…)
stelle ich hier jetzt diese frage.

Ich will mich nicht auch noch über die „Künste“ vieler (meist junger) Schreiber und -innen mokieren.
Hochmerkwürdig finde ich allerdings, daß man eine Rechtschreibreform inszeniert und diese unter anderem damit begründet, daß die lieben Kinderlein sich dann ja leichter tun würden.
Verordnete Niewoh(!!!)senkung also???

Unbestreitbar hat sich das Freizeitverhalten verändert.
Ich war etwa 14 oder 15, als meine Eltern den ersten Fernseher bekamen. Und solches ist damals nicht weiter als „rückständig“ aufgefallen. Auch hatte man beizeiten daheim bzw. im Bett zu sein.
Da war es natürlich die einzige Möglichkeit, sich der Realität zu entziehen oder einfach nur Abwechslung zu verschaffen, indem man sich in Bücher vertiefte.
Heute ist nicht nur das Buch passé, sondern auch der Fernseher. Man hockt vorm Computer. Dort wird alles geboten. Märchen und Gewalt, Spiele jeder Art, Kommunikation (zumindest, was heute dafür gehalten wird) und Information (deren Wahrheitsgehalt allerdings nicht immer leicht überprüfbar ist).

Unbestreitbar ist auch, daß auch wir uns schon über Stil, Moral und Schmalz in den Werken der „Klassiker“ lustig machten. Wie viel mehr muß das heutzutage der Fall sein!!!
Goethe und Schiller etc. sind nicht mehr „knorke“.

Auf diese Weise ist einerseits der Niedergang des Wortschatzes an sich wie auch der Orthografie logisch nachzuvollziehen. Von der Wertetradierung, die ja trotz unserer Erheiterung immer noch stattfand, mal ganz abgesehen.

was meint ihr?

Daß die Benutzung der Umstelltaste besser lesbare Texte ermöglicht.

Gruß
Barney

Hallo Tinchen,

Verfilmte Bücher? Nenn mir jemand einen Film der besser ist
als das entsprechende Buch!

Zwei (!!!):
Literatur: Der Leopard
Krimi: Bullitt

Gruß
Barney

Huhu!

Weißt du, was mich letztens erschreckt hat?
Ich kenne im relaen Leben nur zwei Männer, die gerne lesen!
Mein Vater und mein Schwiegervater, also beides auch keine allzu jungen Männer
mehr :wink:

Mein Mann liest, wenn nötig, Fachliteratur, die Tageszeitung und evtl.
Fachzeitschriften. Ebenso alle anderen Männer, die ich kenne.

Dagegen lesen so ziemlich alle Frauen in meinem Umfeld gerne und auch recht viel.

Das ging jetzt wahrscheinlich haarscharf an deiner Frage vorbei, was? :wink:
Egal, mich interessiert nur, ob andere Leute das in ihrem Umfeld auch beobachten?

Ich glaube, ich werde bei den Büchern bleiben. Bei Filmen wird mir immer so
schnell langweilig.

Bye, Vanessa

Noch ein paar

Literatur: Der Leopard
Krimi: Bullitt

Shrek, das Kinderbuch dazu ist eine Katastrophe,
Daphne de Maurier, Die Vögel
Johnston McCalley, Zorro
Edgar Rice Burroughs, Tarzan
Margret Mitchell, Vom Winde verfehlt

und so noch viele

Fritz

2 „Gefällt mir“

Hallo, du!

Ich selber kriege nie genug vom Lesen. Die Tage müssten fünf Stunden mehr haben!

Und drei vier Bücher parallel zu lesen, ist für mich kein Problem.
Und die Zahl der zu lesenden Bücher steigt täglich. Jedes Buch macht weitere Bücher lesenswert.
Allein Eco hat mir schon dutzende weitere aufgehalst. Wer hätte gedacht, dass ich mal Salgari lesen muss? Jaja, den mit Sandokan! Und der schreibt ganz schönen Mist!
Ich müsste 120 Jahre alt werden, um all das, was ich mir bis jetzt vorgenommen habe, zu schaffen.

Siehe Arno Schmidt: Lesen ist schrecklich! ISBN: 3251800787 Buch anschauen

Auch in der Verwandt- und Bekanntschaft gibt es Leser die Menge und nicht nur ältere, auch Teens und Twens.
Und nicht nur Harry P.

Anedererseits habe ich in der Berufsschule eine ganze Reihe von Leuten, die mit stolzgeschwellter Brust verkünden, noch nie freiwillig ein Buch geöffnet zu haben. Zugleich geben sie an, dass sie am Wochenende 28 Stunden am Stück über einem Videospiel hockte, ohne umzufallen.
Die sind aber auch danach!

Es wird also weiterhin Leser und Bücher geben; vielleicht weniger wirklich gute, aber für mich reicht es.
Und nach mir die Sintflut.

Beste Grüße Fritz

Hallo Ann,
auch ich lese mit Begeisterung, eben auch älteres Semester, kaufe aber möglichst keine Bücher (obwohl ich gern in Buchhandlungen gehe und jedes Mal in Versuchung gerate…), sondern leihe aus der Stadtbibliothek oder Neuerscheinungen von Freunden, wenn ich besonders ungeduldig bin. Sonst warte ich die TaBu-Ausgabe ab.
Bin seit fast 20 Jahren Mitglied in der Büchergilde G. (darf man das hier überhaupt?) und freu mich über die sehr liebevoll und ästhetisch gestalteten Bücher.
Lese im Augenblick von Luigi Guarnieri „Das Doppelleben des Vermeer“, auf dem Nachttisch wartet von Terezia Mora „Alle Tage“ - die öde Hausarbeit versüße ich mir mit Hörbüchern, auch aus der Bibliothek meistens, im Augenblick „Buddenbrooks“, gelesen von Gert Westphal - ein Vergnügen !

Traurig finde ich, daß die Lesemuffel gar nicht wissen, was ihnen entgeht.

Grüße von MrsSippi

Ich!

Wenn ich auch zugeben muss, dass meine Lesekompetenz gelegentlich dicht an Alzheimer-Light vorbeischrammt. Ich vergesse einfach schnell, was ich da zu meiner Unterhaltung konsumiert habe - immerhin halte ich mit der seichteren Literatur mein Englisch in Schwung. Viel Zeit geht für Pflichtlektüre drauf.
30 - 50 Titel pro Semester siehe-> (Eillicht zu Vensre: ‚Genickbruch‘ beim Vorstellungsgespräch??, Thema: Jobs & Karriere, 28.1.2006 14:04) hätte allerdings in jungen Jahren durchaus dazu beitragen können, meinen Enthusiasmus zu ersticken.

Meine Eltern schauten meist völlig frustriert, wenn ich zum Jahreswechsel bereits alle Weihnachtsgeschenke ausgelesen hatte - das waren regelmäßig etwa 10 Bücher. Aus Mangel an Lektüre habe ich damals neben dem Telefonbuch (Namen können durchaus inspirierend sein) auch zuweilen Lexika gelesen. Tatsächlich tue ich das auch heute noch gelegentlich, wenn ich den entsprechenden Band nicht schnell genug zurück ins Regal stelle. Ganz schlimm sind die digitalen Ausgaben oder Wikipedia - wie soll man da ein Ende finde?!
Vor ein paar Jahren war ich mehrere Monate im Krankenhaus und vermutlich die einzige Patientin, die sogar in der Intensivstation noch gelesen hat. Die Krankenhausbibliotheksmitarbeiter haben mir zum Abschied einen Riesenblumenstrauß geschenkt, obwohl sie nicht genau wussten, wo sie meine Bücherspende unterbringen sollten *lach*

Mein Mann liest auch nur Fachzeitschriften und 1 - 2 Bücher pro Jahr. Die meisten anderen Menschen in meiner Umgebung lesen und schreiben allerdings nach Kräften.

Mein Umgang mit Büchern ist durchaus praktischer Art. Ich klebe Post-Its hinein oder mache Randnotizen, sie liegen „mit dem Gesicht nach unten“ und manche haben Eselsohren. Aber ich respektiere die Arbeit der Autoren - auch wenn manches geschriebene Wort diesen Respekt vielleicht gar nicht verdienen mag - und kaufe möglichst nicht 2nd Hand. Einzige Ausnahme: Wenn das Buch vergriffen ist. Gelegentlich leihe ich auch in der Bibliothek - so bekommt der Autor wenigstens über die VG Wort einen kleinen Anteil.
Vom Schreiben leben können nämlich die wenigsten Autor/-innen und wer einmal selbst ein Buch veröffentlich hat (ich hab das zwar nicht, aber in meinem Umfeld gibt es solche Menschen), weiß wieviel Arbeit damit verbunden ist. Wenn man liest, schreibt, vorliest und sein Produkt bewirbt, nebenher noch den Lebensunterhalt bestreiten und eine Familie zu versorgen hat, dann ist das eine beachtliche Leistung und gehört mE honoriert.
Aber das ist ein anderes Thema :wink:

Also - Lesen! Lesen. LESEN! (Aber wem sage ich das hier in der Runde?)
Yolanthe

PS
Ich lesen allen Kindern - derer ich irgendwie habhaft werden kann - vor. Vielleicht weckt das ja die Neugier auf’s Selberlesen. Bei mindestens einem Kind hat’s funktioniert :smile:))

Hi MrsSippi,

Bin seit fast 20 Jahren Mitglied in der Büchergilde G. (darf
man das hier überhaupt?)

Wow - das freut mich von ganzem Herzen. Habe im Stammhaus der Büchergilde hier in Frankfurt meinen Verlagsbuchhändler ‚gemacht‘ und das, weil ich schon als Kind eine unheilbare Leseratte war.

und freu mich über die sehr liebevoll und ästhetisch gestalteten Bücher.

Die haben meine Sichtweise nicht nur für Typographie und Buchgestaltung entscheidend mitgeprägt (damals der olle Päglow und später der Juergen Seuss - DIE Hersteller der Büchergilde alter Schule).

Na und dass ich heute noch lese - glaube, das kann man sich nie, nie abgewöhnen, oder?

Dir ein schönes Wochenende,
Anja

Huhu!

Weißt du, was mich letztens erschreckt hat?
Ich kenne im relaen Leben nur zwei Männer, die gerne lesen!
Mein Vater und mein Schwiegervater, also beides auch keine
allzu jungen Männer
mehr :wink:

Mein Mann liest, wenn nötig, Fachliteratur, die Tageszeitung
und evtl.
Fachzeitschriften. Ebenso alle anderen Männer, die ich kenne.

Deckt sich nicht unbedingt mit meinen Erfahrungen. Es ist eher so, dass Männer eher zu kürzeren Texten neigen als Frauen, soweit ich das mitbekomme. Allerdings gibt es da einige Ausnahmen von der Regel, die dann direkt ins Gegenteil umschlagen (sowas wie Otherland am Stück).

Dagegen lesen so ziemlich alle Frauen in meinem Umfeld gerne
und auch recht viel.

Die Frau in dem Sinne gibt es da nicht, da sind die Extreme zwischen viel lesend und gar nicht gut verteilt.

Egal, mich interessiert nur, ob andere Leute das in ihrem
Umfeld auch beobachten?

Eher nicht

Ich glaube, ich werde bei den Büchern bleiben. Bei Filmen wird
mir immer so
schnell langweilig.

Das deckt sich absolut mit meinen Erfahrungen. Männer schauen mehr und mit mehr Freude Filme. Vielleicht gibt irgend einen der vielen Männer/Frauen Vergleichsbücher her, dass Männer eher visuell gestrickt sind.

Gruß

ALex

Mahlzeit,

mich erstaunt ja
schon sehr, was manche hier oft als langes postings bezeichnen
(vorsicht lang!): man muß ein paar mm runterscrollen, heißt
das gewöhnlich

naja, da muß man schon unterscheiden - zwischen dem Lesen aus Vergnügen, das man in der literarischen Form findet, und der Suche nach Informationen in einem Forum, das sich als Wissensplattform ausgibt, gibt es deutlich unterschiedliche Ansprüche. Und wenn hier jemand seine Gedanken wirr und vielleicht noch unformatiert zum Ausdruck bringt, dann kann es durchaus passieren, daß ich nach zwei, drei Sätzen die Lektüre abbreche.

(außer bei nina. aber die warnt nicht).

Sie warnt ja schon mit ihrem Nicknamen :smile:

andererseits bin ich vielleicht als vom lesen und schreiben
lebend etwas betriebsblind. ich sehe immer mehr
diskussionsforen über bücher und autoren, allerorten haben
lesungen großen zulauf, die wanderhure steht 26(?) wochen in
dem bestsellerlisten, um harry potter gibt es einen
wahnsinnshype, tintenherz bzw. -blut kennt mittlerweile jeder
(den ich kenne), buchtauschbörsen werden eröffnet und
schreibkurse schießen wie pilze aus dem boden.

Äh… Bücher und Birnen? Die Bestsellerlisten besagen doch nur, welche Bücher sich am meisten verkaufen, aber da steht nicht drauf, wie oft sie tatsächlich (also in absoluten Zahlen) gekauft, geschweige denn gelesen werden.

Ich lese schon immer für mein Leben gern. In letzter Zeit habe ich krankheitsbedingt viel Gelegenheit dazu, und ich nutze sie. Da ich sozusagen an der Quelle sitze, kann ich mich beinahe beliebig bedienen. Dabei fällt mir auf, daß es durchaus Leute gibt, die viel lesen: die Buchhändler, die Verlagsmitarbeiter, so ziemlich alle, die beruflich mit Büchern zu tun haben. Und ich stelle fest, daß sich das Leseverhalten weitergeben läßt: meine Kinder lesen genauso gern!

Gruß

Sancho

P.S. Danke übrigens nochmal für das Buch :smile:

Buchmesse
Hallo Tinchen,

Und ein Besuch der Frankfurter Buchmesse… naja, seit Jahren (Jahrzehnten) ein Traum von mir. Aber andererseits… kommt man dort wirklich zum Lesen?

leider nicht, nur zum kurz reingucken und vormerken, gilt zumindest für mich. Ich muß immer drauf achten, daß ich nicht mehr als ein Kapitel lese, sonst Gefahr, daß ich nicht mehr zum stoppen komme und kostbare Zeit verrinnt. So viele Bücher und so wenig Zeit. Für normale Besucher (also keine Fachbesucher, z. B. Buchhändler, Autoren und andere) nur Samstag und Sonntag. Dabei suche ich nicht jeden Verlag auf, sondern nur die, die bereits für mich interessante Bücher herausgegeben haben. Das sind allerdings mehr als 100 Verlage.

Gruß
Monika,
die, obwohl jedesmal mit geschwollenen Füßen (trotz flacher Schuhe) nach Hause kommt, das nächste Mal wieder hingehen wird.

Hallo Ann,

ich bekenne, daß ich auch eine Leseratte bin, hat mir mein Vater vererbt.
Ich habe damit angefangen, als ich lernte, was die einzelnen Buchstaben bedeuteten und habe bis heute nicht damit aufgehört. Meine erste Fachzeitschrift war die Frage- und Antwortecke der Zeitschrift Eltern, da war ich zwischen 7 und 8 Jahre alt.
Ich lese Kinderbücher (z. B. Harry Potter), wenn sie mich fesseln können, genauso gerne, wie Erwachsenenbücher (SF, Fantasy, Krimi). Auf die Beststellerliste achte ich nicht. Wichtig ist nur, daß ein Roman mich packen kann, daß ich am liebsten nicht mehr mit dem Lesen aufhören kann. So etwas merke ich normalerweise beim ersten Kapitel. Auch Fachbücher (KATZEN, EDV, Kaufmännisches, Esoterik, Psychologie) und hin und wieder auch Bücher, die völlig andere Fachrichtungen betreffen.
Aufgrund meiner Lebenssituation (LZA) kann ich mir nicht alle Bücher kaufen, die ich gerne lesen möchte, so daß ich sie mir in der Bücherei (bin dort schon ziemlich bekannt) ausleihe, bzw. in die Deutsche Bibliothek gehe, wenn die Bücherei sie nicht hat. Bücherbestellungen (Romane) der Bücherei gehen leider über die Beststellerliste, soweit ich feststellen konnte. Man kann zwar Wünsche nach einem bestimmten Buch äußern, das ich aber wegen dem schrumpfenden Buget der Bücherei ungerne tue.
Ich lese Taschenbücher genauso gerne wie gebundene Bücher, da für mich der Inhalt das Entscheidende ist. Ich lese, zu Hause, im Bett mit Katze auf dem Bauch, draußen, wenn ich auf Bus oder S-Bahn warte, in Bus oder S-Bahn, in der Bücherei, wenn ich mich mal wieder festgelesen habe. Die Person, die dort mit dem Rücken zum Regal am Boden sitzt, könnte durchaus ich sein. Sogar als ich mal in einer längeren Schlange an der Kasse stand, habe ich gelesen. Ich gebe zu, der Roman war sehr spannend.
Trotzdem finde ich noch Zeit für den PC, um ab und zu hier im Forum und woanders zu stöbern, oder ein PC-Spiel zu spielen. Von meinen Schreibarbeiten ganz zu schweigen. Der Fernseher läuft nur, wenn ich Familienbesuch habe, oder wenn etwas gesendet wird, was mich interessiert.

wie kann ich mir da einen reim drauf machen? seit jahren wird dem buch der tod prophezeit. mal hatte man das video in verdacht, das buch abzulösen, mal den PC. aber geht mal auf die frankfurter buchmesse: kein mensch ahnt, was so alles gedruckt wird! aber das muß doch auch jemand kaufen/lesen.

Diesen Luxus leiste ich mir einmalim Jahr(Samstag/Sonntag). Meine Erfahrung, die Gefahr ist immer noch groß, daß einem die Füße plattgetreten werden, soviel Leute sind dort. Am schlimmsten ist es da, wo ein bekannter Autor auftritt, da kommt man machmal gar nicht mehr durch und muß einen Umweg machen. Auch das Comiczentrum ist ziemlich belagert.
Zu mir selbst ist zu sagen, daß ich ein/e Hauptschüler/in bin. OK, ich habe den Quali, aber ob der außerhalb Bayerns gilt, weiß ich nicht, habe es aber auch nie überprüft. Das heißt, gerne lesen, kann man nicht den Schulabschluß festnageln.

was meint ihr?

Schätze, Leseratten wird es immer geben, solange eine Schriftsprache existiert.

Gruß
Monika
Ist mein Text eigendlich ein langer oder ein kurzer Text?

Hi Anja,
bin auch froh, daß ich jeden Gedanken auszutreten, immer wieder schnell verscheucht habe!

Na und dass ich heute noch lese - glaube, das kann man sich
nie, nie abgewöhnen, oder?

Kann ich mir jedenfalls nicht vorstellen.

Dir ein schönes Wochenende,
Anja

Dir auch, MrsSippi