wie allgemein bekannt, gilt es in holland oder auch in amerika als fast normal, seinen lebensunterhalt aus mehreren arbeitsstellen zu beziehen.
meine frage ist, woher die menschen dort die stress-restistenz nehmen. wer schonmal probiert hat, auf zwei arbeitsvertraglichen hochzeiten zu tanzen, der weiss doch, dass das total schwierig ist: 2 verträge mit festen arbeitszeiten, in denen jeweils auch noch überstunden erforderlich sind, 2 teams in denen man sich bei den kollegen eine position erarbeiten muss, 2 chefs dito, pendelei mit dem auto an zwei arbeitsplätze hin und her, wer soll das bewältigen?
oder sind die in amerika/ holland irgendwie flexibler mit den arbeitszeiten? oder sind die einfach kränker, kaputter und ausgebrannter als die deutschen, die in der regel ja nur eine arbeit haben, wenn sie denn eine haben?
ist mit der doppelten anstellung eigentlch gemeint, dass man einen beruf an zwei arbeitsstellen ausübt, oder zwei berufe an zwei arbeitstellen?
viele fragen, oder? danke euch für anmerkungen und antworten
bei den Amis gibt es ein wesentlich größeres Potential an einfachen Billigjobs - der aus Filmen bekannte Auto-Einparker, der Tütenpacker im Supermarkt, eine dreimal so hohe Dichte an Schnellimbissen wie hier…
Da sind also viele Jobs verfügbar, die hinsichtlich ihrer Anforderungen eher mäßig aufreibend sind.
ein gutes Beispiel ist die alleinerziehende Mutter,
1 Kind (7 Jahre), die eine 20-Stunden Stelle hat.
Zu Deiner Frage:
Zwei Vollzeitarbeitsstellen lassen sich i.d.R. sehr
schlecht miteinander verbinden. Meist auch schon
deshalb nicht, weil im Arbeitsvertrag entsprechende
Vereinbarungen stehen; so ist in den meisten Arbeits-
verträgen geregelt, dass Nebentätigkeiten anmelde-
pflichtig sind.
Die Arbeit für mehrere Arbeitgeber ist zudem für den
Freiberufler typisch - an diese Berufsgruppe hast Du
vermutlich nicht gedacht.
Daher: es wird sich um die Kombination aus einem
Vollzeitjob + Nebenverdienst (z.B. 400 Euro handeln)
oder jemand geht mehreren 400 Euro Jobs nach.
Es liegt einfach an den Arbeitgebern und nicht an den arbeitnehmern.
Stelle dir vor du hättest in deinem Lebenslauf stehen, Tellerwäscher, Tankwart, Krankenschwester, PC-Verkäufer und nun bewirbst du dich um eine Stelle als Börsenmakler.
In Amerika kein Problem, weil du dort gefragt wirst ob du den Job machen willst und machen kannst. Wenn du es denen klar machen kannst, kriegst du den Job. Wenn du scheiterst fliegste.
Hier musst du mit 22Jahren 10 Jahre im Ausland studiert haben, 15 Jahre Berufserfahrung in verschiedenen Betrieben, nicht mehr als eine Stelle vorher gehabt haben und darfst nicht arbeitssuchend sein. Wenn du dann das Glück hast dich vorstellen zu dürfen darfst du vielleicht Leiter eines Supermarktes für 1200 euro brutto werden.
Wenn du Asuhilfe an der Tankstelle werden willst musst du 24 Stunden am Tag auf Abruf zur verfügung stehen. wenn du in Amerika an der Tanke aushilfst, dann arbeitest du dort fest von 13 bis 15 und Punkt. dann kannst du von 4 bis 8 auch noch Möbel verkaufen. Und von 22 Uhr bis 5 Uhr morgens DJ sein, bevor du um 6 Uhr eben noch Zeitungen austrägst.
Solange du dinen Job machst ist es jedem egal, was du in der anderen zeit machst.
wenn du aber in D. Möble verkaufen möchtest (nebenberuflich) bestimmt der AG wann du warum und wie lange du zu erscheinen hast. Dann geht der Rest natürlich nicht.
ich kann hier meine praktischen Erfahreungen beisteuern. Ich habe immer zwischendurch mal, zwei Jobs gemacht. Tagsüber im Büro und abends an der Rezeption in einem Hotel. Ich habe den Hoteljob als Urlaubsvertretung gemacht, also immer so ca. 3 Wochen am Stück durchgearbeitet, mehrmals pro Jahr. Das ist toal anstrengend, keine Freizeit und weniger Schlaf. Das mehrere Monate oder evtl. sogar auf Dauer zu machen, ist so gut wie unmöglich. Ich habe das als Herausforderung gesehen und für die Kürze der Zeit, hat mir das Spaß gemacht.