Wert der Ausdrucksweise
Hallo, Michael,
tatsächlich habe ich gestern Abend, ein wenig unter Zeitdruck stehend, diesen Paradesatz aus „Prinziep, meißtens, gans + hälst“ für bare Münze genommen. Du hattest ihn aber auch prima ohne Auszeichnung bzw. Erläuterung in den Text eingebaut. - Das wäre also geklärt 
wobei der „kompetenzabspruch“ natürlich rein subjektiv ist.
Auch klar.
daß jemand einfache wörter wie „prinzip“ oder „meistens“, die
einem ja immer irgendwo KORREKT begegnen (man müßte also
wissen, wie’s richtig geschrieben wird), immer wieder falsch
schreibt, will mir nicht in den kopf.
frage: schreibt jemand absichtlich falsch (oder „slang“, so
wie ich das hier grad mach), oder schreibt jemand falsch, weil
er die richtige schreibweise gar nicht kennt? letzteres dürfte
m.e. bei einem abiturienten (oder „höher“) nicht vorkommen.
Sehe ich durchaus ähnlich, nur vermeide ich, die Schreiber tatsächlich als „blöd“ abzustempeln. Die Leute messen dem Geschriebenen vielleicht einfach eine andere (geringere?) Bedeutung bei. Solange sie wissen/glauben, verstanden zu werden, ist ein „e“ zuviel oder ein „ß“ statt „s“ für sie einfach belanglos. Kein Grund also, im Duden nachzuforschen.
Anderes Beispiel, ich habe diesbezüglich gestern schon eine Andeutung gemacht: Mir geht es nicht in die Rübe, wie man in der deutschen Schriftsprache auf die Groß-/Kleinschreibung verzichten kann. Ich kenne alle angeführten Argumente für die reine Kleinschreibung, das Thema wurde hier schon oft genug durchgekaut. Trotzdem halte ich die Groß-/Kleinschreibung für sinnvoller und - mit Blick auf den Duden - natürlich auch einzig richtig. - Was treibt also intelligente Menschen und Dudenfreunde wie dich dazu, es absichtlich falsch zu machen? - Blödheit kann es nicht sein, also muss es eine persönliche Vorliebe für unrichtig geschriebene Substantive und Eigennamen sein…(?)
Ich messe der falschen Rechtschreibung - speziell in Internetforen - keine besondere Bedeutung mehr bei, sondern denke mir, die Leute haben wahrscheinlich andere Qualitäten. Anders sieht es jedoch bei der Ausdrucksweise aus:
Wenn mir jemand auffällt, der häufig einzelne Wörter oder sogar ganze Satzteile vergisst, und dessen Texte dadurch wirr, sinnentstellt oder völlig unverständlich werden, dann überlege ich nach einiger Zeit schon eher, ob derjenige nicht doch Defizite hat, die sich auch auf andere Kompetenzbereiche auswirken.
Gruß,
Andreas