Hi Anna,
für DICH ist es nicht herabsetzend. Für DICH ist es nett. Es geht aber darum, dass Tom damit nicht einverstanden ist. Vielleicht empfindet er es ganz anders. Alle Vorredner gehen hier wieder mal davon aus, dass sie KEIN Problem damit haben, aber was ändert das an Toms Problem??
Toms Frage wird nicht dadurch beantwortet, wenn ihr ihm alle sagt, dass ihr keine Schwierigkeiten damit habt. Wir laufen leider auch Gefahr, dass sich der Poster in diesem Fall als ein unverstandenes Unicum fühlt.
(Keine Kritik von mir, passiert mir auch oft und fällt mir gerade nur so auf, nicht böse sein Anna!)
Ich fühle mich jedenfalls nicht wohl, wenn ich mich nicht auf gleicher Ebene bewege. Sie und Du hat auch etwas mit Nähe und Distanz zu tun.
So manche Eltern von Kumpels aus Kindertagen möchte ich jedenfalls eher auf Distanz haben und deshalb kann ich das nachvollziehen, wenngleich ich es nicht als ein Problem darstellen würde.
Bei mir ist es recht unterschiedlich:
Manchmal gerate ich in Situationen, wo ich mir nicht sicher bin, ob ich Duzen, oder Siezen soll, dann ist es einfach: ich mach dann so ein Mittelding: Vorname und Siezen. Oft kommt dann schon die Reaktion und es wird mir ein Du angeboten.
Wenn ich jemaden lieber auf Distanz haben möchte dann sage ich „Ich bitte darum gesiezt zu werden“. Basta. Ich muß nicht immer für alles eine Erklärung abgeben!
Wenn ich vor vielen Menschen einen Vortrag halte, sage ich z.B. vorher
Ich bin es gewohnt, geduzt zu werden, ist hier jemand der Wert auf das Sie legt?
Manchmal interveniere ich während einer Unterhaltung und frage in einem Nebensatz: Duzen wir uns eigentlich?
Ich denke es gibt einige Möglichkeiten. Das Tom vom fehlenden Mut schreibt, macht ME deutlich, dass es nicht nur um die Worte Du und Sie geht, sondern um Nähe- Distanz. Respekt-Herabsetzung. Überlegen- unterlegen. Achtung-Missachtung und noch so einiges mehr.
Bei allem ist mir eines wichtig: Das ich es in jedem Fall klar stelle und zwar vor, oder während des Gesprächs, damit keine Unsicherheit bleibt.
Gruß
Frank