Harmonielehre?
Enä, das kann man einfach nicht stehen lassen.
Karate stellt doch nur eine oberflächliche Behandlung dar, damit löst Du nicht das Problem des mangelndem Selbstvertrauens.
Als erstes löse ich mich mal von „Karate“ und gehe auf Kampfkunst, dabei ist es egal ob Jiu-Jutsu, Karate, Taekwondo, Kung Fu oder was…
Wenn es ein guter Kurs ist, dann geht es nicht darum, mit Kampftechnik einen Feind oder Angreifer niederzumachen oder noch extremer…
Konflikte mit Gewalt
zu lösen.
Eigentlich alle fernöstlichen Kampfkünste basieren auf einer Harmonielehre, welche Körper und Geist, „Ich“ und Umwelt, Individuum und Gesellschaft, Wesen und Universum etc. in Harmonie bringt.
Schlussendlich dient der physikalische Kampf nur der Richtigstellung einer gestörten Harmonie (d.h. es würde ohne die Kampfhandlung ein noch größerer Schaden entstehen)
Ein guter Sensei sollte das auch vermitteln.
Praktisch sind die meisten Kampfsport-Experten eher friedliebende Menschen, denn sie wissen genau, wie gefährlich sie sind. Tatsächlich zuschlagen werden die Wenigsten, wenn es irgendwie vermeidbar ist. Sogar (oder sollte ich sagen, insbesondere) ein Schwarzgurt würde eher wegrennen als zuschlagen, wenn nur er allein gefährdet ist und er abschätzen kann, dass Weglaufen erfolgreich sein würde.
Aber diesen Menschen tut es psychisch nicht weh, wenn sie das Kampffeld rennend verlassen haben. Denn sie wissen für sich selbst, wie es ausgegangen wäre, wenn sie zugelangt hätten.
Die psychische Stärke, welche ein Kampfsportler gewinnt übersteigt die körperliche Stärke um ein Vielfaches:
Man gewinnt Selbstvertrauen, Mut, Gelassenheit, Konfliktfähigkeit, geistige Reife und noch viel mehr.
Wer Kampfsport macht und am Ende nur besser zuschlagen kann, der hat was falsch gemacht.
Du solltest versuchen Dich in das Denken eines 6jährigen zu versetzen.
Mit Kampfsport eröffnet man den Menschen einen Weg. Wie sie ihn gehen, ist ihre Sache. Das sollte man als Eltern höchstens eins wenig steuern aber nicht wegen möglicher negativer Konsequenzen im Vorfeld verhindern.
Selbstvertrauen ist nur durch Liebe zu erreichen, nicht durch Sport allein.
Ehm, in welcher Blümchen-Heile-Welt leben wir?
Selbstvertrauen kann durchaus auch dadurch entstehen, dass man weiß, dass man nicht für den Rest des Lebens das Opfer irgendwelcher Stärkeren, Größeren oder Älteren sein wird, die den Begriff „Liebe“ höchstens aus der Werbung kennen.
Und Kampfsport kann dabei durchaus helfen. Selbst wenn man nie zuhaut.
Gruß,
Michael