Wie bekommt ein 6 jähriger mehr Selbstvertrauen ?

…schönen guten Abend an ALLE,

hoffe Ihr könnt mir ein paar Tips geben.

Mein Sohn (6) ist, wie sagte mir mal ein Arzt: ein Weichei, BrötchenübermWaschbeckenaufschneider, Schattenparkplatzsucher usw.

In meinen Auge so natürlich nicht, er ist eben sehr sensibel.
Traut sich selten was alleine zu…ist weder frech, noch spinnt er oder balgt mal grob rum wie andere Jungs in seinem Alter…eben ein recht ruhiges liebes Kind.

Das haben allerdings auch schon andere Kinder mitbekommen(z.B. Kita)…auf deutsch ist er das Opfer schlechthin, der wehrt sich nicht - stellt sich hin und heult bloß.

Da blutet mein Mutterherz natürlich - ich würde es so gerne ändern - aber WIE ???

Muß dazu sagen das ich bestimmt nicht unschuldig bin. Gehöre zu der Sorte „Übermutter“…möchte ihn am liebsten vor allem beschützen was ihm schaden könnte, versuche stets alles perfekt zu machen.

Zudem ist er in der Grob- und Feinmotorik verzögert…aus Angst er könnte vom Klettergerüst fallen, habe ich solch Spielplätze vermieden. Anstatt ihn erst recht zu lassen - das hab ich erst später begriffen.
Davon mal abgesehen gehen wir zur Therapie - wo sich sein Selbstvertrauen schon um einiges gebessert hat - in meinen Augen aber noch nicht gut genug um das er es nächstes Jahr in der Schule schafft nicht „geärgert“ zu werden.

Klar das ich das verhindern möchte - könnt Ihr mir ein paar Tips geben wie ich sein Selbstbewußtsein stärken kann?
(mit viel Lob hab ich auch schon viel erreicht - aber in ständig für alltäglichen normale Dinge (Hände waschen, anziehen usw.) loben - muß ja auch irgendwann mal aufhören…

1000 Dank schonmal im voraus !!!

lieben Gruß SANDRA

Am Besten wäre wahrscheinlich, Dich so viel wie möglich aus seinen Beziehungen rauszuhalten, d.h. nach einem alternativen Ganztageskinderladen für ihn zu suchen, Bauabenteuerspielplatz oder irgendwas in dieser Richtung, wo den Kindern Raum gegeben wird, ihren Alltag nach eigenem Ermessen zu gestalten. Ein bißchen Kampfsporttraining (Ringen, Judo usw.) wäre bestimmt auch nicht falsch fürs Nachholen der Körperbeherrschung und Selbstsicherheit.

Nebenbei: Trägst Du den Namen „Lilofee“ schon seit längerem, wohnst in Berlin und kennst einen Jörgen aus Schweden? Wenn nicht, vergiss es; tut nichts zur Sache.

P.s.: Deine begleitende Therapie finde ich optimal. Es sind nämlich regelmäßig Probleme seitens der Mütter, die dann auf ihre Kinder nachteilig zurück wirken. Z.B. der unbewusste Hang, sie von sich abhängig zu halten anstatt den kindlichen Drang zur Eigenständigkeit zu fördern.

warum wohl fehlt es ihm?
Hi Sandra,

du schreibst, dein Sohn wehrt sich nicht.

Hast du dich gegen diese

Mein Sohn (6) ist, wie sagte mir mal ein Arzt: ein Weichei,
BrötchenübermWaschbeckenaufschneider, Schattenparkplatzsucher

grenzüberschreitende Charakterisierung des Arztes gewehrt?

In meinen Auge so natürlich nicht, er ist eben sehr sensibel.
Traut sich selten was alleine zu…ist weder frech, noch
spinnt er oder balgt mal grob rum wie andere Jungs in seinem
Alter…eben ein recht ruhiges liebes Kind.

Daß er mit diesem Verhalten ein liebes Kind ist, wirst du ihm ja dann wohl auch vermittelt haben. Kinder wollen spüren, wie jeder Erwachsene auch, daß sie geliebt werden. Sie werden sich also genau so verhalten, daß ihre Liebesobjekte sie als „lieb“ bewerten.

Ich empfehle dir dringend:
Alice Miller: Das Drama des begabten Kindes ISBN 978-3518374504 Buch anschauen

…auf deutsch ist er das Opfer schlechthin, der wehrt
sich nicht - stellt sich hin und heult bloß.

Da blutet mein Mutterherz natürlich

Prüf dich mal selbst: Wie würdest du reagieren, wenn er sich wehren würde und mit einer blutigen Nase nach Hause käme. Würdest du ihm gratulieren? Würdest du ihm zeigen, daß du stolz auf ihn bist, WEIL er sich gewehrt hat? Oder würdest du ihn mit sowas wie „ach je! ah je! Was haben sie mit dir gemacht!“ beglücken? :smile:

Muß dazu sagen das ich bestimmt nicht unschuldig bin. Gehöre
zu der Sorte „Übermutter“…möchte ihn am liebsten vor allem
beschützen was ihm schaden könnte, versuche stets alles perfekt zu machen.

Du sagt es selbst. Auch, wenn der Zusatz „nicht ganz“ nicht ganz stimmt: Denn übermäßige Fürsorge hat genau die gegenteilige Wirkung: Sie verunsichert den anderen. Bei Erwachsenen hätte das lediglich die Folge, daß das furchtbar auf den Keks geht. Kinder aber introjizieren diese Sorge und Ängstlichkeit: „Meine Mutter hätte jetzt Angst um mich, also habe auch ich Angst um mich (weil ich ja genauso sein muß, wie die Mutter mich ‚lieb‘ findet.“

Übermäßige Übermutterfürsorge drückt nämlich keineswegs wirkliche Sorge UM den anderen aus, sondern sie ist Ausdruck eigener Ängstlichkeit und Angst. Sie ist kein altruistisches Denken, sondern egozentrisches: „Tu nur ja nichts, wodurch ICH Angst um dich haben muß! Denn dann bist DU nicht ‚lieb‘!“

Mit anderen Worten: Er wird sich nur dann für „lieb“ halten, wenn er genau deine Änglichkeit auch selbst pflegt.

Wirkliche Sorge um den anderen richtet sich nach den Verhaltensfähigkeiten des anderen und nicht nach den eigenen. Sich zu wehren, selbst bedrohliche Situationen zu meistern, muß das Kind aber lernen. Das Problem bei euch ist aber jetzt, daß genau das nicht genügend geschah - weil der Kleine keine Chance dazu hatte.

Selbstsicherheit ist nicht das, was er lernen muß. Lernen muß er, sich zu wehren, wenn ern angegriffen oder gehänselt wird. Und lernen muß er, WIE er sich wehren kann. Lernt er das von dir? Und vor allem muß er lernen, daß er sich whren DARF, daß er auch dann „lieb“ ist, wenn er es tut - egal, wie die Nase hinterher aussieht.

Und dann komt die Selbstsicherheit von allein. Durch seine eigene Erfahrung - nicht durch deine.

Zudem ist er in der Grob- und Feinmotorik verzögert…aus
Angst er könnte vom Klettergerüst fallen, habe ich solch
Spielplätze vermieden. Anstatt ihn erst recht zu lassen - das
hab ich erst später begriffen.

Du sagst es: … du hast sie vermieden. Perfektes Eintrainieren von Unsicherheit.

Davon mal abgesehen gehen wir zur Therapie

„wir“? Geht ihr gemeinsam? Selbst dorthin?

Selbstvertrauen schon um einiges gebessert hat - in meinen
Augen aber noch nicht gut genug um das er es nächstes Jahr in
der Schule schafft nicht „geärgert“ zu werden.

Siehst du? Auch hier bist DU es, die ihm fehlendes Selbstvertrauen zuordnet, und DU bist ängstlich, daß er „geärgert“ wird. Sandra, du sagst „in meinen Augen noch nicht“ … aber dein Kind liest deine Gefühle doch gerade von deinen Augen ab!

Also sorg dafür, daß er in deinen Augen Mut und Selbstsicherheit sieht (notfalls mit Hilfe deines Therapeuten, würde mich wundern, wenn der das nicht ebenso sieht). Dein Sohn wird sich das ebenso einverleiben wie vormals deine Fürsorge und Ängstlichkeit.

Nur so ein Hinweis …

Gruß
Metapher

@ Metapher…

Danke für die klaren Worte…so hab ich zwar nicht damit gerechnet, aber genau das ist es was ich echt mal vor den Latz brauchte…im Grunde hast mehr Recht als Unrecht…schluck…nie hat es jemand ausgesprochen was Du geschrieben hast…nicht umsonst sagt man ja, Kinder werden zudem was man selbst aus Ihnen macht…

…weiß noch nicht wie aber irgendwie bekomm ich es hin…hab es bis jetzt nicht wirklich von der Warte gesehen das ich die „Fehler“ gemacht hab…

(Wir gehen zur Therapie war falsch ausgedrückt. Mein Sohn geht zur Logo- und Ergotherapie…aber wenn ich deine Zeilen so lese bräucht ich warscheinlich auch

lieben Gruß Sandra

6 „Gefällt mir“

@ Wolf

Nebenbei: Trägst Du den Namen „Lilofee“ schon seit längerem,

Ja…

wohnst in Berlin und kennst einen Jörgen aus Schweden?

Nein, kenne niemanden der so heißt.

Wenn nicht, vergiss es; tut nichts zur Sache.
okay, vergessen ;o)

P.s.: Deine begleitende Therapie finde ich optimal.

das „wir“ gehen zur Therapie war falsch ausgedrückt. Er geht, so langsam denk ich ich bräucht wohl auch eine.

Hallo Liliofee2008

Das haben allerdings auch schon andere Kinder mitbekommen(z.B.
Kita)…auf deutsch ist er das Opfer schlechthin, der wehrt
sich nicht - stellt sich hin und heult bloß.

Wie wäre es mit Karate ?
Ich bin zwar nicht mehr 6 ,bin auch nicht überbemuttert worden ,habe aber trotzdem in etwa dasselbe Problem.
Zu Karate: Es gibt einige sehr gute Schulen in NRW (wie es in anderen Bundesländern aussieht weiss ich nicht so genau). Achte darauf ,dass die Karateschule in den Trainings (meistens 2x pro Woche) realistische Selbstverteidigung gelehrt wird. Und lasse dir Traditionelle Techniken nicht als Realistische Selbstverteidigung verkaufen (passiert leider immer wieder. Ach ja ,beinahe hätt ichs vergessen: Ich meine damit niemanden speziell. Ich will auch niemanden damit angreifen. ABER wenn sich irgendjemand angesprochen fühlt ,sollte er vielleicht überlegen, WARUM das so ist.).
Bei den ersten 1-2 (meistens kostenlos) Trainings kannst du mitgehen ,aber MEHR NICHT ,denn dein Sohn muss lernen sich selbst zu behaupten. Der schafft das schon :wink:. Hier ein Link:
http://www.budo-nrw.de/ (unter Dojos gucken)

Da blutet mein Mutterherz natürlich - ich würde es so gerne
ändern - aber WIE ???

Dein Sohn muss sich in erster Linie ändern, du in zweiter Linie.

Zudem ist er in der Grob- und Feinmotorik verzögert…

Die Grob- und Feinmotorik verbessert sich ,wenn man regelmässig zu den Trainings geht. Und man wird kräftiger. Ausserdem verbessert sich das Selbstbewusstsein. Aber das habe ich schon erwähnt.

könnt Ihr mir ein paar
Tips geben wie ich sein Selbstbewußtsein stärken kann?

s.o.

Ich hoffe das hilft dir weiter. Es würde mich riesig freuen zu hören ,wie es dir und deinem Sohn ergangen ist.

@ deralleshinterfrager
Hallö…

Wie wäre es mit Karate ?

  • hab ich auch schon dran gedacht -

Ich bin zwar nicht mehr 6 ,bin auch nicht überbemuttert worden
,habe aber trotzdem in etwa dasselbe Problem.
Zu Karate: Es gibt einige sehr gute Schulen in NRW (wie es in
anderen Bundesländern aussieht weiss ich nicht so genau).
Achte darauf ,dass die Karateschule in den Trainings (meistens
2x pro Woche) realistische Selbstverteidigung gelehrt wird.
Und lasse dir Traditionelle Techniken nicht als Realistische
Selbstverteidigung verkaufen

  • wird beachtet -

Bei den ersten 1-2 (meistens kostenlos) Trainings kannst du
mitgehen ,aber MEHR NICHT ,denn dein Sohn muss lernen sich
selbst zu behaupten. Der schafft das schon :wink:.

  • wenns sein muß…hoffe er schafft es-

Da blutet mein Mutterherz natürlich - ich würde es so gerne
ändern - aber WIE ???

Dein Sohn muss sich in erster Linie ändern, du in zweiter
Linie.

  • laut Metapher, wenn ich ihn richtig verstanden habe, muß ich mich in erster Linie ändern, da mein Sohn ja von mir lernt?!
    Er ist ja so weil ich ihm das so „beigebracht“ habe…

Ich hoffe das hilft dir weiter. Es würde mich riesig freuen zu
hören ,wie es dir und deinem Sohn ergangen ist.

  • mach ich ;o) suche in den nächsten Wochen erstmal ne geeignte Karateschule, bei uns im Bezirk gibts an die 5 glaub ich, da ich mit dem Gedanken schon mal gespielt hatte, ihn aber nicht umgesetzt hab.-

lg Sandra

Hallö…

Bei den ersten 1-2 (meistens kostenlos) Trainings kannst du
mitgehen ,aber MEHR NICHT ,denn dein Sohn muss lernen sich
selbst zu behaupten. Der schafft das schon :wink:.

  • wenns sein muß…hoffe er schafft es-

ES MUSS SEIN. Versuche optimistisch zu sein, das ist sehr wichtig.
Mach deinem Sohn klar das du ihn nach dem 3. Training wieder abhohlst. Und noch was ,wenn dein Sohn kein Karate machen will, dann diskutier mit ihm darüber(Wenns überhaupt nicht hilft, such mit deinem Sohn gemeinsam eine neue Kampfsportart). Dein Sohn muss lernen allein zu Recht zu kommen. Als erstes in der Schule und dann später im Berufsleben. Es ist sehr peinlich ,wenn man im 4. Schuljahr von den Elten an der Schule abgeholt wird (war bei mir nicht so, habe ich aber täglich gesehen). Ich gehe mal davon aus dass die Schule zu Fuss zu erreichen ist.

Da blutet mein Mutterherz natürlich - ich würde es so gerne
ändern - aber WIE ???

Dein Sohn muss sich in erster Linie ändern, du in zweiter
Linie.

  • laut Metapher, wenn ich ihn richtig verstanden habe, muß
    ich mich in erster Linie ändern, da mein Sohn ja von mir
    lernt?!
    Er ist ja so weil ich ihm das so „beigebracht“ habe…

In gweisser Weise hast du Recht. Anm: Was Hänschen nicht lernt ,lernt Hans nimmermehr.

Ich hoffe das hilft dir weiter. Es würde mich riesig freuen zu
hören ,wie es dir und deinem Sohn ergangen ist.

  • mach ich ;o) suche in den nächsten Wochen erstmal ne geeignte Karateschule, bei uns im Bezirk gibts an die 5 glaub
    ich, da ich mit dem Gedanken schon mal gespielt hatte, ihn
    aber nicht umgesetzt hab.-

Ich weiss nicht ,wie dein Terminplan aussieht ,will ich auch gar nicht wissen, ABER je eher desto besser!!!

Hallo,

nichts kann erzwungen werden! Liebe Ihn und nehme Ihn so an wie er ist, dann wird er sich prächtig entwickeln, manchmal eben anders, als sich Eltern das vorstellen.

Gruß
Michael

Frage
Hallo,

hast Du Dir die Frage schon mal gestellt, was die Ursache für mangelndes Selbstvertrauen sein kann?
Selbstvertrauen kann nur durch Liebe hergestellt werden und Liebe heisst Geduld haben und zu akzeptieren.

Gruß
Michael

Oberflächenbehandlung
Hallo,

Karate stellt doch nur eine oberflächliche Behandlung dar, damit löst Du nicht das Problem des mangelndem Selbstvertrauens. Steckst Du Ihn in eine Karateschule, könnte er womöglich denken, daß Konflikte mit Gewalt gelöst werden. Du solltest versuchen Dich in das Denken eines 6jährigen zu versetzen. Selbstvertrauen ist nur durch Liebe zu erreichen, nicht durch Sport allein.

Gruß
Michael

Hallo,

bringt nichts, rein gar nichts. Mag sein, daß es gewisse Effekte hat, aber eher Negative.

Gruß
Michael

Liebe Sandra!

Klar das ich das verhindern möchte - könnt Ihr mir ein paar
Tips geben wie ich sein Selbstbewußtsein stärken kann?
(mit viel Lob hab ich auch schon viel erreicht - aber in
ständig für alltäglichen normale Dinge (Hände waschen,
anziehen usw.) loben - muß ja auch irgendwann mal aufhören…

Es ist schwer, an dieser Stelle einen Tipp zu geben, nur ein paar Bemerkungen, die mir beim Lesen des Threads eingefallen sind:

Kasteie dich nicht zu sehr.
Es ist richtig, dass die Entwicklung eines geringes Vertrauen zu sich selbst und zu seinen Kräften meist keineswegs auf realen Misserfolgserlebnissen basiert, deshalb basiert es aber noch lange nicht im Umkehrschluss auf Erziehungsfehlern und Ängstlichkeiten oder Lieblosigkeiten der Mutter.
Die Ursachen liegen dann doch eher in solchen Bereichen der frühen Eltern-Kind-Beziehung, die absolut nicht Resultat bewusster Erziehungsentscheidungen sind, und daher auch niemandem anzulasten sind.
Hab also zumindest so viel Nachsicht mit dir selbst wie du es mit einer anderen Mutter in dieser Lage auch hättest …

Loben ist schön und recht, zu viel und zu ‚strategisch‘ angebrachtes Lob ist aber doof, weil dein Kleiner nicht auf den Kopf gefallen ist und bald den ranzigen Braten riecht nach dem Motto: stell ich mich echt ständig so blöd an, dass Mama schon zu so billigen Mitteln greifen muss … :wink:

Sinnvoller finde ich es, mal ganz bewusst auf eure Kommunikationsform zu achten (nur mal bewusst werden lassen).

Vergleich mal (auch wenn mir jetzt nur ein arg plumpes Beispiel einfällt) zwei mögliche Reaktionen auf ein und dasselbe Ereignis:
Du hast gaaanz toll versucht, dich gegen dieses kleine Mädchen zu wehren, die dich gezogen hat. Sie ist halt stärker, aber du hast es ganz toll versucht
und
Hey, hör auf, kleinere Mädchen schlägt man nicht, sonst weint das arme Ding noch oder du tust ihr weh“.

Nicht ‚Lob oder Tadel‘ ist der entscheidende Punkt, sondern es ist die Bestätigung, dass dein Sohn entweder noch schwächer ist als kleine Mädchen (auch wenn er ja trotzdem gaaanz toll versucht hat, na tolles Lob wird er fühlen, versucht heißt nicht geschafft), oder dass er so stark ist, dass er sogar jemanden zum Weinen bringen oder gar wehtun kann (auch wenn er das nicht darf und geschimpft bekommt, egal es ist eine schöne Bestätigung für ihn).

Und ein letzter Punkt: es wurde meiner Erinnerung nach der Rat gegeben, du solltest ihm vermitteln, du würdest ihn auf jeden Fall lieben, egal was er anstellt, usw. damit er sich mal mehr traut, auch mal ohne Angst seine Kräfte rauslässt, usw.

Das gilt aber ganz besonders auch für das, wie er jetzt ist.

Es ist einwandfrei, dass du dir Sorgen machst, und dass du ihm helfen willst, aber pass auf, dass du ihm damit nicht schon wieder das Gefühl gibst, schwach zu sein:
er als einziger aus der Kita kommt nicht selbst klar, er als einziger braucht die Mutter dafür, dass ihm die anderen nichts tun, er als einziger muss sogar in Therapie deshalb, sogar die Mutter möchte noch in Therapie, weil mit ihm was nicht passt …
Dass du das alles gut meinst, entscheidet nicht darüber wie er es empfinden wird. Er soll es jedenfalls nicht empfinden als eine weitere Form von Rumschubsen, gegen die er sich nicht mal mehr durch Weinen und in-die-Ecke-Stellen wehren kann.
Ein Kind muss bei seinen Eltern immer das Grundgefühl haben, dass es völlig ok ist so wie es ist, darum bin ich persönlich bei der Wortkombination Eltern/Kind/Therapie immer dann sehr skeptisch, wenn es um so etwas diffuses wie „Selbstvertrauen“ oder andere charakterliche Grundzüge geht.

_ ℂ Λ ℕ Ð I Ð € _

Hi Sandra,

ich würde dir raten, ihm das Selbstbewusstein vorzuleben. Das bedeutet, dass du in den Situationen, in denen deein Sohn zu heulen anfängt, für ihn sichtbar die Situation klärst, nicht mit Gewalt oder Geschrei, sondern eben mit Selbstbewusstein.
das erfordert allerdings einen großen Zeitaufwand für dich, aber nicht ist umsonst. Deinen Sohn in einer Kampfsportgruppe abzuliefern und dann zu hoffen, dass alles wieder gut wird, ist illusorisch. In erster Linie lernt man dort Disziplin (zumindest in einem richtigen Verein, nicht in der Kelleretage), aber kein Selbstbewusstsein.
Sport sollte er machen, denn durch das Nicht-Üben wird seine Grob- und Feinmotorik bestimmt nicht besser.
Aber stress dich nicht zu sehr. Nur weil er weint, wenn ihm einer blöd kommt, muss er kein Versager sein.
Grüße,
JPL

Hallo,

was ist denn eigentlich mit dem Vater Deines Sohnes?
Der taucht in der ganzen Geschichte bis jetzt gar nicht auf.

Gruß,

Malte

Hallo,

was ist denn eigentlich mit dem Vater Deines Sohnes?
Der taucht in der ganzen Geschichte bis jetzt gar nicht auf.

nur, weil man mit einem mann einmal ungeschützten verkehr hatte, muss der ja noch lange keine rolle bei der erziehung spielen, oder?

gruß
ann

6 „Gefällt mir“

@ Malte zwecks Vater
Hallo Malte,
den Vater gibt es.Er kümmert sich 1-2 pro Woche um den Zwerg…
Unser Sohn war in 5 Jahren Beziehung ein Wunschkind. Wieso und weshalb es geendet hat, gehört hier m.E. nicht rein.
Zur Erziehung kann er und hat er nie viel beigetragen.
(Er gehört zur den Vätern die gerne Geschenke kaufen, wenn sie mal nicht erscheinen - oder jeden Wunsch erfüllen obwohl weder Ostern Weihnachten oder Geb. ist - Erzeihung, hat er keine Lust oder was weiß ich.)
Ist ein Thema für sich, von Ihm kann ich jedenfalls nichts erwarten.

lg Sandra

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo,

was ist denn eigentlich mit dem Vater Deines Sohnes?
Der taucht in der ganzen Geschichte bis jetzt gar nicht auf.

nur, weil man mit einem mann einmal ungeschützten verkehr
hatte, muss der ja noch lange keine rolle bei der erziehung
spielen, oder?

müssen muss niemand irgendwas, allerdings wüsste ich nicht, warum der Vater weniger oder mehr als genau die Hälfte der Erzeihung übernehmen sollte, auf welche Art auch immer.

Anders: Warum sollte die Rolle der Mutter eine größere sein als die des Vaters?

Oder, mal ganz ketzerisch: Du siehst ja, was dabei herauskommt, wenn er keine Rolle spielt.

So, drei Antworten zur Auswahl :wink:

Gruß,

Malte

4 „Gefällt mir“