Ich habe gelesen, dass Mangelerscheinungen auftreten können, weil einem z.B. Eisen Zink und Vitamin B12 fehlen (bei einer nicht ausgeglichenen vegetarischen Ernährung).
Ich habe gehört, dass die Haare ausfallen können, wenn man sich vegetarisch ernährt. Stimmt das? Und weshalb kommt das?
Olá liebe Sophiah,
ja, man hört immer wieder: » Ach Gott sieht der schlecht aus, ist sicher ein Vegetarier «.
Das ist völliger Unsinn!
Fakt ist, dass es inzwischen anerkannte Erkenntnis selbst unter Medizinern ist, dass Vegetarier die gesünderen Menschen sind. Das ist nun mal so, auch wenn so mancher etwas geringschätzig auf Vegetarier herabblickt.
Vegetarier wissen schon, wie sie sich so zu ernähren haben, dass Mangelerscheinungen ausbleiben. Aber viel größere Probleme haben erfahrungsgemäß all jene, die sich sozusagen »ausgewogen« ernähren. In den Wartezimmern der Ärzte sitzen nämlich genau diese.
Ich bin kein Vegetarier, aber auf Grund meiner profunden Kenntnisse über Medizin und Ernährung esse ich nur noch ausgesprochen wenig Fleisch, erst Recht aber keine Wurst. Schweinefleisch schon gar nicht. Lamm und Rind eventuell. Und das hat sich für meine Gesundheit bestens ausgezahlt. Ich habe noch Haare und Zähne.
Nun ja, wenn du einen Vortrag über Vegetarismus halten möchtest, müsstest du schon etwas mehr darüber wissen. Du selbst wirst Mangelerscheinungen ohnehin erst bemerken, wenn es schon rechtlich spät ist.
Ein Mangel am Spurenelement Zink kann eine Anämie hervorrufen, auch Schädigungen oder Funktionsstörungen an den Geschlechtsdrüsen. Ein Mangel schwächt auch das Immunsystem, erzeugt Haut- und Nagelprobleme. Und in der Tat: Haarausfall.
Doch so weit kann es eigentlich gar nicht kommen, denn Zink gibt es auch für Vegetarier reichlich. Man findet jede Menge in Blumenkohl und Bohnen, verschiedenen Nüssen, Linsen, in Weizenkeimen, Pilzen, Sojabohnen …
Daran also kann ein Vegetarier kaum Mangel leiden.
Beim Coenzym B 12 sieht es etwas anders aus. Naturgemäß konnten sich Vegetarier einst mit Blattsalat gut damit eindecken, weil die sich darauf befindlichen Mikroorganismen das Coenzym produzierten. Das genügte. Aber heute wird so viel gespritzt, dass der Salat aus dieser Sicht tot ist und tatsächlich kein Coenzym B 12 mehr bietet, weil es keine Mikroorganismen dort mehr gibt. Vegetarier aber haben sicherlich ihre Quellen, wie zum Beispiel Spirulina.
Aber auch Nichtvegetarier können durchaus unter Mangel am Coenzym B 12 leiden, nämlich wenn der Intrinsic Faktor fehlt, ein Protein, das in der Magenwand produziert wird.
Ein Mangel könnte man an kalten oder kribbelnden Händen und Füßen vermuten, auch Konzentrationsschwäche oder Erschöpfungszustände könnten ein Indiz dafür sein.
Du wirst in deinem Vortrag wohl kaum die Zuhörer zum Vegetarismus bekehren wollen. Wer sich dafür entscheidet wird sich wohl unter seinesgleichen schon den richtigen Rat geholt haben. Es wird auch Literatur darüber geben.
Doch noch einmal: Vegetarier wirst du nicht daran erkennen, dass Haare fehlen, Extremitäten leiden oder Konzentrations- oder Erschöpfungszustände herrschen. Diese Anzeichen sind da eher unter »Fleischfressern« verbreitet.
Denn: Ohne Fleisch lebt es sich nun mal entschieden gesünder!
Viel Erfolg bei deinem Vortrag.
Liebe Grüße
Jan