2.Antwort, länger 
Hi datenfuchs 
Der Genpool von Eskimos ist extrem gefährdet
das ist die *interpretation* des 19. jahrhunderts. daß das die
URSACHE ist, ist eine these, früher sagte man dazu
„glaubenssatz“. für die eskimos selbst ist das nicht der
grund.
Ok, dann frag ich dich, was hat die Eskimos dazu veranlaßt,
ihre Frauen mit Fremden schlafen zu lassen?
Generell läßt sich aber sagen, daß jeglicher lokal begrenzter
Genpool verkümmert, sofern er nicht regelmäßig aufgefrischt
wird bzw. mit anderen in Verbindung kommt.
Hier gibt es einen natürlichen Druck, dieses zu gewährleisten.
Und sie haben sich im Laufe der Zeit eine
für sie plausible Begründung für ihr Handeln ausgedacht.
das ist *eine* these des 19. jahrhunderts.
Und sinnvoller, als das schlagartige Auftauchen eines voll
entwickelten modernen Menschen, der der Sprache mächtig
ist und vom ersten Moment seines Erscheinens moralische
Grundzüge verkündete.
menschliches handeln und kultur mit biologie zu erklären ist
meines erachtens ein denkfehler.
Biologie ist nunmal die Grundlage des Menschen, ich sehe keinen
Grund, den Menschen als etwas abgehobenes zu betrachten,
der nicht in den Regeln der Biologie sowie seines natürlichen
Umfeldes zu betrachten ist. Stichpunkt Pheromone. Ob man
sich „riechen“ kann oder nicht ist in der Tat biologisch begründet.
Und es gibt scheinbar auch Pheromone, die den näheren
Verwandten als negativ erscheinen lassen:
Die Wahrnehmung ähnlicher MHC-Gerüche ist demnach
wichtiger und wird schneller verarbeitet als unähnliche. Pause
interpretiert dies als negativen Selektionsmechanismus und
Inzuchtschranke. Je ähnlicher die Gene des MHC sind, desto
größer ist die Wahrscheinlichkeit einer nahen Verwandtschaft.
Quelle: http://www.pherolife.de/html/forschung.htmlPartnerwahl: eine Sache der Hygiene oder der Gene?
Quelle: http://www.quarks.de/schweiss/0209.htm
Und da zwischenmenschliche Interaktion sicherlich Einfluß auf
die Kultur hat, ist Kultur (teilweise) auch biologisch bedingt.
Sei mir nicht böse, aber meine Erklärung setzte nicht vor 3000
Jahren an.
auch das ist ein dogma.
Warum ist das ein Dogma? ICH sage, daß ICH meine Erklärung
nicht bei den Ägyptern ansetze, so wie du es mir in deiner Antwort
unterstellt hast, sondern ICH habe versucht, meine Erklärung in den
Gesamtzusammenhang der menschlichen Entwicklung zu setzen.
Diese fängt für MICH nunmal nicht bei einem von Gott, G’tt oder
wie auch immer genannten Wesen geschaffenen „modernen
Menschen“ an, sondern vor etlichen zehntausend Jahren.
Die Entdeckungen widerlegen nunmal, das wir von Eva und Adam
abstammen. Und wenn dem so sein sollte, wären wir alle
Inzestsprößlinge und somit Folge eines großen Gräuels -> Kopf ab.
Oder wie auch immer die Bücher das nennen mögen. Ich habe
schon bei Rai-fa versucht zu zeigen, wie die Rückzugsgefechte der
Gläubigen aussehen, wenn man ihre „Beweise“ für Gott widerlegt.
meiner meinung nach setzt die geschichte der menschheit vor
einigen tausend jahren an, wahrscheinlich 10.000 - 20.000 und
nicht mehr. „mensch“ ist für mich ein kultureller begriff. das
erste wesen, das seinesgleichen begrub, das irgendeinen stein
anbetete, das nahrungsaufnahme rituell beging und den sex mit
tabus belegte: heiratsregeln legen fest wer mit wem! - das war
ein mensch. was davor war sind menschenähnliche tiere, für die
die regeln der biologischen evolution gelten. menschen folgen
einer kulturellen „evolution“. die biologie gilt nicht für
sie. deshalb kommt es zu solchen phänomenen wie inzest, der ja
biologisch betrachtet unsinn ist. homosexualität gehört
ebenfalls dazu. sie ist biologisch betrachtet widersinnig,
unnatürlich und evolutionshindernd. und doch tritt sie auf,
mal mehr, mal weniger, mal positiv (griechen), mal negativ
(abgrenzung gegen kulte).
Also Homosexualität ist per se nicht schädlich. Auch bei Affen
ist bekannt, daß die Männchen sich hin und wieder aneinander
verlustieren. Das wird erst gefährlich, wenn sie gar nicht mehr
mit Weibchen verkehren. Derart ausgeprägte Homosexualität
wird meines Wissens nach nicht beobachtet. Wenn doch, würde
mich interessieren, wie die übrige Gruppe darauf reagiert.
Akzeptanz oder Rauswurf? Bei Akzeptanz könnte man ja
schon fast von Kultur sprechen 
Also lieber bi, als nie.
Einen Moralbegriff wie du und ich ihn kenne,
werden diese Cro-Magnon-Menschen sicherlich nicht gehabt
haben
was (als gattung) keinen moralbegriff hat - also den
unterschied zwischen „erlaubt“, „verboten“ und „geboten“ in
seiner kultur nicht kennt, ist kein mensch sondern ein tier.
auch wenn es auf zwei beinen läuft. auch affen laufen auf zwei
beinen.
Das Problem bei deinem Menschenbild seh ich darin, wann der
erste „Mensch“ auftauchte? Schlagartig? So wie es sich heute
darstellt, ist die Entwicklung hin zum modernen Menschen
eher eine stetige Enwicklung gewesen.
und sie werden sich auch noch keine Gebote und Regeln ähnlich
der 10 Gebote gegeben haben.
das weiß man nicht. möglich wäre es.
Möglich wäre es, klar. Alle Funde bzgl. der Cro-Magnoiden
zeigen aber bisher, daß sie Werkzeug nur zur Jagd und Zerlegung
des Erlegten nutzten. Erst folgende Hominiden haben höher
entwickelte Fähigkeiten.
Alleine schon die fehlende Schrift stellt hier ein Problem des
Wissenstransfers dar.
es geht auch mündlich.
Was denn jetzt? Erst sprichst du den Cro-Magnon-Menschen
jegliche Kultur ab und bezeichnest sie als der Biologie unterworfene
Tiere, und jetzt sind sie auf einmal sprachbegabt?
Mündliche Überlieferung kann erst wesentlich später auftauchen,
wenn die Sprache wirklich als Kommunikationsmittel etabliert
ist.
Im Laufe der Zeit wurde dann halt ein Gebot aufgestellt,
daß Inzest unmoralisch ist und von ihrem „Gott“ bestraft wird.
das ist aber sachlich betrachtet falsch. das inzestverbot der
bibel z.b. hat eben nicht die ursache, daß das genetisch
schädlich ist,
Ok, wenn du meiner Argumentation von oben nicht folgen
wolltest, brauchst du natürlich auch nicht darauf zu verweisen,
daß es sachlich falsch ist. Würdest du meiner Argumentation aber
folgen (ohne daß du sie annimmst oder für gut heißt, einfach
nur folgst) würde dir auffallen, daß die kulturelle Entwicklung
zwangsläufig in die Niederschrift, u.a. der Bibel mündet.
Für dich scheint aber tatsächlich die Menschheit mit Moses
und Co. begonnen zu haben, und die ersten kausalen Zusammen-
hänge menschlichen Handelns finden im Paradies statt, oder so.
Für mich dagegen stellt die Niederschrift der Bibel, der Thora und
später des Korans aber schon einen wesentlich höheren kulturellen
Entwicklungsstand dar. Wir sind hier Generationen von den Hominiden
entfernt, aber meiner Meinung nach halt als Produkt aus diesen
entstanden, und nicht unabhängig von diesen in die Welt gesetzt.
sondern daß andere völker, von denen man sich
distanzierte, es getan haben. dasselbe gilt für prostitution,
homosexualität, sodomie.
Bzgl. Homoxesualität siehe Erklärung oben.
Sodomie ist nunmal gar nicht negativ. Ist halt eine, mehr oder
weniger pervers anmutende Sexualpraktik, je nach persönlicher
Einstellung und/oder Vorliebe - aber nicht negativ.
Außer du glaubst, „Mann“ könnte nur x-mal Sperma verteilen,
dann wäre es in der Tat ein Problem, wenn der Schäfer
monatelang mit den Schafen unterwegs ist und das gute
Zeug nutzlos in die Schafe ballert *g*.
Distanzierung ist genau der richtig Stichpunkt.
Wir sind hier schon an einem Punkt angekommen, wo man
politische Einflüße, persönliche Machtbedürfnisse, Ressourcen-
konflikte etc. pp. nicht mehr außer acht lassen darf. Die
gesellschaftspolitischen Zustände sind schon erheblich
komplexer als noch zur Zeit des Neandertalers. Um seinem
eigenen Volk ein bekämpfungswürdiges Feindbild zu bieten,
würde ich als „Maximum Leader“ natürlich kräftig vom
Leder ziehen, und wenn’s sein muß, behaupte ich halt
„…der Feind fickt Schafe!“ Und damit’s auch der letzte Skeptiker
glaubt, schreib ich es nieder, bzw. laß es schreiben. Und damit
„Schafeficken“ nun auch ordentlich „böse“ ist, brauch ich noch
ein passendes Weltbild drumherum. Hmmm, einmal den
Berg rauf, ein paar Tafeln (mit für diese Zeit sinnvollen Regeln)
beschrieben, wieder Retour und dem staunenden Volk
erzählen, WEN man grade getroffen hätte und was DER
einem erzählt hat. Ein Leader, der seiner Gefolgschaft damals
nicht ein klares Weltbild „verpaßte“, hatte seinen Job klar verfehlt.
Moses und auch Mohammed waren nicht religiöse Führer, sie
waren in meinen Augen politische Führer, Präsident, Kanzler,
Ratsältester etc. pp. in einer Person. Sie brauchten eine Strategie
um die eigene Gruppe überleben zu lassen. Als erster Punkt
gilt es dann, eine Identifikation mit der Gruppe herzustellen.
Denn nur eine geschlossene Gruppe mit gleichem Ziel wird
den Wettbewerb bestehen. Eine wie auch immer geartete
religiöse Vorschrift hilft hier Wunder. Diese Fähigkeit der
geschriebenen monotheistischen Religionen, nämlich eine
starke Identifikation mit der Gruppe zu erzeugen, ist im übrigen
ein Grundstein ihres Erfolges, meiner Meinung nach.
Mündlich überlieferte Religionen kommen hier nicht mit.
ein weiterer hinweis ist, daß das inzestverbot sich ebenfalls
auf adoptierte menschen bezieht, was genetisch betrachtet
unsinnig ist.
Ja, das ist wohl Unsinn. Aber erstens bist du zeitlich an
einem Punkt angekommen, wo sich derartige Tabus schon
festgesetzt haben. In meiner Betrachtung stecken wir hier
schon in einer mehreren tausend Jahre anhaltenden Entwicklung,
du betrachtest das Verhalten als relativ jung, begründet von
wenigen Menschen. Und wenn ich mir die Menschen von
damals vorstelle, vermute ich mal, daß es damals erhebliche
Kontroversen darum gegeben hat, ob adoptierte nun
gleich zu behandeln sind oder nicht. Du kannst mir nicht weismachen,
daß diese Frage von heute auf morgen geklärt war.
die ehe zwischen geschwistern ist im judentum
verboten. es dürfen aber (theoretisch) ein leiblicher bruder
und eine leibliche schwester heiraten, wenn sie beide (!)
konvertiten sind, da sie beide als elternlos gelten. das ist
biologisch betrachtet unsinn!
Ja, ebenfalls Unsinn. Aber wie gesagt, wir sind hier nicht mehr
bei den Anfängen, wir stecken hier schon mitten in der Entwicklung,
die Regelsysteme (für das Miteinander innerhalb einer größeren
Gruppe) werden langsam aber sicherlich komplexer, somit
wird deren Handhabung und Auslegung auch immer schwieriger.
Wenn diese Praxis sinnvoll und überlebensfähig wäre, hätte es sich
etabliert.
in islamischen gegenden ist eine ehe zwischen cousin und
cousine erlaubt, obwohl dieses genetisch nicht empfehlenswert
ist.
Inzest ist sicherlich graduell unterschiedlich schädlich. Inzest
innerhalb des ersten und zweiten Grades ist erheblich schädlicher
als der über größere Abstände im Stammbaum. Auch in DE ist
die Heirat von Cousinen erlaubt, verpöhnt ist es dennoch. Aber
hier hat der Gesetzgeber scheinbar erkannt, daß es nicht so
schädlich ist. Aber ok, das ist auf jedenfall ein guter Kritikpunkt.
Hier müßte man tatsächlich nachschauen, wie groß der Schaden ist.
Wenn der Inzest keine genetischen Deffekte erzeugen würde,
und sich Inzest über Generationen hinweg NICHT negativ
auswirkt, wird sich die Moral diesbezüglich ändern.
sex mit kindern erzeugt auch keine genetischen defekte, weil
da gar keine nachkommen entstehen. und wie siehts da mit der
„moral“ aus?
Ich vermute mal, daß meine Cor-Magnon-Menschen so früh
mit einem Weibchen geschlafen haben, wie es deren Körper zuließ.
Sobald also ein Weibchen gebährfähig war, wurde es von einem
älteren geschwängert. Erst später wurde dieses tabuisiert. Noch
bis ins späte Mittelalter oder sogar später wurden Frauen relativ
früh schwanger. Das war normal.
außerdem gibt es heute verhütungsmittel. es steht
dem sex zwischen bruder und schwester absolut nichts
biologisches mehr im weg! wo ist die „moral“ geblieben?
„Sichere“ Verhütungsmittel gibt es erst seit, naja vllt. seit
30Jahren?! Innerhalb so einer kurzen Zeit wird sich ein
so bedeutendes Tabu wie Sex mit den Geschwistern nicht
abbauen lassen. Nicht umsonst schrieb ich, daß das Generationen
dauert. Evtl. dauert es tausend Jahre bis daß dieses Tabu
gebrochen ist.
Keuschheit war nicht Thema, sondern Inzest.
Siehe 1.Antwort.
du verwendest ständig das wort „moralisch“ im sinne von
„keusch“ = „sexuell korrekt lebend“. das klingt katholisch 
Beleidigung 
Ich habe ein gesundes Sexualleben, bei dem der ein
oder andere Priester sicherlich rote Ohren bekäme 
Darüberhinaus hab ich bis heute noch keine Religion
kennengelernt, mit deren Inhalten mein Weltbild zusammenpaßt.
„moral“ ist die gesamtheit ALLER ethischen regeln in einer
kultur. die am stärksten herrschende moral des westens der
jetztzeit sind zb. die menschenrechte.
Das ist wieder ein Diskussionsfeld das für sich einen Endlosthread
erzeugt, ich hab hier schon keinen Überblick mehr 
Also laß uns solange wie möglich die nähere Erläuterung von
Moral hinauszögern. Mir geht es erstmal um eine sinnvolle,
nachvollziehbare Entwicklung von Inzest.
grüße, rené 
PS: Vergessen, sollte irgendwo da oben noch rein: Affen erschaffen
sich bewußt Werkzeuge. Dieses Wissen vermitteln sie ihrem Nachwuchs,
indem sie ihnen den Gebrauch zeigen. Darüberhinaus sind sie in der
Lage, sich selbst im Spiegel zu erkennen, sie sind zu Gefühlsregungen
im fähig (z.B. Mitleid, Bedauern, Trauer, Freude). All dies sind für mich schon erste Ansätze einer Kultur.