Wie gut ist Ihre Allgemeinbildung?

hallo,
mal ein Link(er) Test zur Allgemeinbildung:

http://www.focus.de/D/DB/DBU/DBU36/dbu36.htm

cu
Friedrich

PS:oh http://www.spiegel.de/netzwelt/politik/0,1518,212561…

Hi,

http://www.focus.de/D/DB/DBU/DBU36/dbu36.htm

Sie haben 25 Punkte erreicht.

Bei 19 bis 23 ein sehr gutes. Wunderbar!

Mehr Punkte weisen auf ganz exzellenteA llgemeinbildungs-Kenntnisse hin.

Gruß

J.

Auch Pah
Ich will auch mitprahlen!

Test 1: 23 Punkte, Fehler:

  • „Ansichten eines Clowns“
  • „Penicillin“

Test 2: 23 Punkte, Fehler:

  • „Indemnität“ (Hab ich noch NIE gehört, das Wort…)
  • „Alhambra“
  • naja, und beim „Blauen Reiter“ hab ich nur gut geraten.

Test 3:

  • Geschichte: 10 von 10 (ein Wunder!!!)
  • Literatur: 7 von 10
  • Begriffe: 7 von 10
  • Karten: 10 von 10
  • Sport: 7 von 10
  • Mathe: 7 von 10
  • Wissenschaft: 9 von 10
  • Köpfe: 6 von 10
  • Zeitgeschehen: 7 von 10
  • Sprüche: 6 von 10

Nochmal Pah :wink:

Ich will auch mitprahlen!

Und ich auch! :smile:)

Test 1: 24 Punkte, Fehler:

Auch das Penicillin - dachtest Du auch, es wäre Koch gewesen?

Test 2: 22 Punkte, Fehler:
Hispaniola (ich war schon immer schlecht in Geographie!)
Alhambra (ich war schon immer schlecht in usw…)
Billion (*schäm* - aber in Mathe war ich auch immer…)
Kehrsumme - dito.
Erschreckend, wie eindeutig definiert Wissen - und Gedächtnis! - sind. Das mit Kehrsummer, Billion (und dem Zeichen für Wasserstoff, wo ich nur gut geraten habe) wusste ich natürlich mal. Aber derlei Dinge vergesse ich viel eher als geschichtliche oder literarische Zusammenhänge.

Na ja, deswegen habe ich wohl Geschichte und Germanistik studiert, macht Sinn. :smile:

Mit diesen Überlegungen schliesse ich, für test 3 habe ich jetzt keine Zeit mehr. :smile:

Liebe Grüsse,
Nike

Wozu eigentlich?
Hallo,

ich oute auch mal meine Ergebnisse:

I. 24 (merkwürdigerweise zusammengezählt aus 25 (!) richtigen Einzelergebnissen :c| ?!)
II. 25
III. Geschichte 10
Literatur 6 (oh?!)
Begriffe und Abkürzungen 10
Karten 8
Sport 5 naja …

Mathematik 6 hüstel
Wissenschaft 10
Köpfe 7 (zu wenig ferngesehen …)
Zeitgeschehen 10
Sprüche 8

Mir ist bei der Beantwortung wiederholt die Frage aufgestoßen, was Allgemeinbildung eigentlich ist und wozu es gut sein soll, olympische Rekorde und aktuelle Fernsehgesichter präsent zu haben.

Eine Antwort habe ich nicht gefunden.

Herzliche Grüße

Thomas Miller

Was ist Allgemeinbildung?
(Sind wir jetzt off-topic???)

Hallo Thomas,

Mir ist bei der Beantwortung wiederholt die Frage aufgestoßen,
was Allgemeinbildung eigentlich ist und wozu es gut sein soll,
olympische Rekorde und aktuelle Fernsehgesichter präsent zu
haben.

Eine gute Frage. Die Antwort dazu meine ich mal in einem wirklich hervorragenden Spiegel-Interview mit Günther-Jauch gefunden zu haben (Spiegel Nr. 20, 13.05.02, Titel „Dumm gelaufen - Die neue deutsche Bildungsmisere“). Falls Du den noch bekommst, der ist sehr interessant.

Eine Antwort habe ich nicht gefunden.

Weil es keine gibt, zumindest keine allgemeingültige. Und Jauch sagte sehr nett: „Natürlich verzweifle ich daran, dass meine Kinder die Namen der vier Teletubbies kennen, es bei den vier Evangelisten aber hapert“.

Aber besagt gerade das Wort " Allgemein bildung" nicht, dass es sich eben um etwas allgemeines, übergreifendes, handeln sollte, das die Bildung - oder zumindest die Soll-Bildung - der Bevölkerung spiegelt? Auch, wenn die eher arrogante Sorte Bildungsbürger (zu denen ich uns mal frisch und frei zählen mag) Stein und Bein schwört, dass „echte“ Bildung was anderes ist.

Aber ist sie das? Wo liegt der qualitative Unterschied zwischen dem Wissen über Lady Di’s Todesart, dem Verfasser vom Zauberberg, dem Auslöser der französischen Revolution, dem chemischen Element für Wasserstoff, und dem Namen des gelben, bekanntesten Pokémons?

Ich persönlich halte es für unverzeihlich, wenn man den Autor vom Zauberberg nicht kennt - aber das chemische Element für Wasserstoff hatte ich auch vergessen. Und selbst wenn wir diese beiden für viel wichtiger halten als Diana’s Todesart und Pikachú, das Pokémon: Sind sie es? Zu einer wirklichen Allgemein bildung zählt all dies dazu. Der Duden sagt, Allgemeinbildung sei Elementarbeildung, keine Fachbildung. Was ist elementar? Ich kann sehr gut leben ohne das Symbol für Wasserstoff zu wissen, aber nicht ohne den Autor des Zauberberg zu kennen. Für einen zehnjährigen ist aber das Wissen um Pokémons absolut unerlässlich.

Die frage ist, wo die Grenze zu ziehen ist. Es gibt sicher viele, die Dir sagen, es ist völlig unnötig, zu wissen, wer den Zauberberg schrieb, Amerika entdeckte oder Konstantinopel stürzte.

Eine schwierige Diskussion.

Liebe Grüsse,
Nike

Hallo Nike,

(Sind wir jetzt off-topic???)

ich denke, dass wir eher mittendrin sind, denn erst mit dieser Frage wird es wirklich interessant.

Spiegel-Interview mit Günther-Jauch gefunden zu haben (Spiegel
Nr. 20, 13.05.02, Titel „Dumm gelaufen - Die neue deutsche
Bildungsmisere“). Falls Du den noch bekommst, der ist sehr
interessant.

Ich erinnere mich, den Artikel gelesen zu haben, aber nicht sonderlich davon begeistert gewesen zu sein, weil die eigentliche Frage verfehlt wurde, nämlich die Frage danach, was wir eigentlich lernen sollen und warum.

Weil es keine gibt, zumindest keine allgemeingültige. Und
Jauch sagte sehr nett: „Natürlich verzweifle ich daran, dass
meine Kinder die Namen der vier Teletubbies kennen, es bei den
vier Evangelisten aber hapert“.

Hier im Osten kennt man in der Regel weder das eine noch das andere - jedenfalls mache ich die Erfahrung häufiger, dass Mütter in meinem Alter den Religionsunterricht ihrer Kinder mit Fragen begleiten wie „Wie hieß doch gleich der Mann, der das Meer teilte?“ und ähnlichen. Aus der Sicht der hier gewachsenen Strukturen ist dieses Unwissen aber gar nicht verwerflich, weil Religion hier eben nicht die Rolle spielte und spielt, die sie anderswo einnimmt.

Aber besagt gerade das Wort " Allgemein bildung" nicht,
dass es sich eben um etwas allgemeines, übergreifendes,
handeln sollte, das die Bildung - oder zumindest die
Soll-Bildung - der Bevölkerung spiegelt? Auch, wenn die eher
arrogante Sorte Bildungsbürger (zu denen ich uns mal frisch
und frei zählen mag) Stein und Bein schwört, dass „echte“
Bildung was anderes ist.

Ich denke, „allgemein“ heißt nicht „beliebig“. Natürlich kann ich lexikales Wissen auswendig lernen, aber damit habe ich im Grunde nichts geleistet, weil dieses Wissen mir nicht weiterhilft. Ich versteige mich zu der These, dass das von den Zusammenhängen abstrahierte Wissen ein pathologisches Wissen ist, ebenso wie eine von Inhalten abstrahierte Angst, wie sie z. B. in Spinnenphobien auftritt, wo eben der Auslöser ungefährlich ist, pathologisch genannt werden darf.

Aber ist sie das? Wo liegt der qualitative Unterschied
zwischen dem Wissen über Lady Di’s Todesart, dem Verfasser vom
Zauberberg, dem Auslöser der französischen Revolution, dem
chemischen Element für Wasserstoff, und dem Namen des gelben,
bekanntesten Pokémons?

Es gibt keinen Unterschied, weil es eben nicht ausreicht zu wissen, wer den Zauberberg geschrieben hat, wenn man ihn nicht gelesen hat oder zumindest weiß, was drinsteht. Aus dem Zauberberg aber kann man Anregungen für sein Leben gewinnen, auch etwa politisch aktuelle Dinge besser einordnen, wenn man sich in der Geschichte auskennt.

Was ist elementar?

Genau.

Für einen zehnjährigen ist aber das
Wissen um Pokémons absolut unerlässlich.

Ja, aber warum? Weil ihm das in seiner Lebenswelt weiterhilft (Phantasieentwicklung etc.). Aber das ist eben ein punktuelles Wissen, das deshalb eben nicht zum Allgemeinwissen gezählt werden darf. Die Kenntnis des Symbols für Wasserstoff ist etwas zweischneidig.

Die frage ist, wo die Grenze zu ziehen ist. Es gibt sicher
viele, die Dir sagen, es ist völlig unnötig, zu wissen, wer
den Zauberberg schrieb, Amerika entdeckte oder Konstantinopel
stürzte.

Die Amerikafrage ist ja bis heute strittig, wenn man an die Wickinger denkt. Und der Fall von Konstantinopel ist zwar nicht im Alltag von Bedeutung, wohl aber im Zusammenhang mit politischer und religiöser Meinungsbildung - und insofern müsste man das schon zur Allgemeinbildung zählen, denke ich.

Eine schwierige Diskussion.

Ja, aber hochinteressant.

Herzliche Grüße

Thomas

Bei den ersten beiden Tests jeweils 24 richtige Antworten

Gandalf

Hallo Thomas,

Ich denke, „allgemein“ heißt nicht „beliebig“. Natürlich kann
ich lexikales Wissen auswendig lernen, aber damit habe ich im
Grunde nichts geleistet, weil dieses Wissen mir nicht
weiterhilft. Ich versteige mich zu der These, dass das von den
Zusammenhängen abstrahierte Wissen ein pathologisches Wissen
ist, ebenso wie eine von Inhalten abstrahierte Angst, wie sie
z. B. in Spinnenphobien auftritt, wo eben der Auslöser
ungefährlich ist, pathologisch genannt werden darf.

war es nicht Humbold, der zwischen lexikalischer (nur Fakten aufzählender/wissender) und enzyklopädischer (auch den Zusammenhang begreifender) Bildung unterschied?

Mir geht es mehr um enzyklopädische Bildung, aber die setzt nun mal auch lexikalische Bildung voraus (sie ist eine echte Teilmenge ums mal mathematisch auszudrücken).
Ich kann keine Zusammenhänge erkennen, wenn die Faktenlage unzureichend ist.
Ob wir alles (was eh nicht geht) oder nur Teile (welche bitte) wissen müßen ist eine treffliche Frage, aber ganz ohne gehts nun mal nicht, zumindestens solange man kein Chip mit dem Brockhaus, der Britanica und dem Grimmschen Wörterbuch implantiert haben.
Solange muß man so was im Regal stehen haben oder wissen, in welchem Regal es steht.

Gandalf

Test 1: 24 Punkte, Fehler:

Auch das Penicillin - dachtest Du auch, es wäre Koch gewesen?

Klar! Aber Koch war das mit den Bakterien, glaub ich. *ggg*

Die Schwierigkeiten bei derlei Tests sind offensichtlich:

Was wir an „Allgemeinbildung“ _brauchen_ hängt halt von unserer ganz persönlichen Lebenssituation inkl. Alter ab und ist selbst darauf eingegrenzt super schwer zu definieren.

Überhaupt irgendwie verwertbar wären solche Tests dadurch nur, wenn sie sehr viele Fragen beinhalten und dann eben wie dort 50% als schon sehr gut beurteilt werden.

Alles andere wäre utopisch. Denn wofür ist denn Allgemeinbildung gut? Umd die Zusammenhänge, mit denen wir im täglichen Leben konfrontiert werden, zu verstehen und adäquat reagieren zu können.

Sicher gibt es Dinge, vor denen keiner flüchten kann, wie z.B. die anstehende Wahl oder gewisse Berührungen mit der Mathematik, sei es nur beim einkaufen oder beim Haushaltsgeld (der Kehrwert ist hier btw. voll egal, aber Prozentrechnung kann man gut gebrauchen!).
Wie ausgeprägt die Begegnungen mit einzelnen Bereichen sind, ist ja aber doch sehr unterschiedlich. Es mag z.B. Menschen geben, die kaum mit Literatur in Berührung kommen. Bildung in diesem Bereich ist also eher unwichtig für unser tägliches Leben. Dennoch halten wir (mind. wir beide) sie für wichtig - und schon wird es schwierig.

Die Aufgabe, vor die die Schöpfer solcher Tests sich stellen ist also das finden des kgT (kleinsten gemeinsamen Teilers *gg*), der Grundlage, der sich kaum einer in Deutschland entziehen kann.

Oder ist Allgemeinbildung eben genau NICHT das, sondern eben genau das entbehrliche Wissen? Um eben eine Bildung abseits vom notwendigen und abseits vom Durchschnitt darzustellen?

*seufz*

Gruß,

Doc „was interessiert mich TENNIS?“ Valde.

Hallo Gandalf,

war es nicht Humbold, der zwischen lexikalischer (nur Fakten
aufzählender/wissender) und enzyklopädischer (auch den
Zusammenhang begreifender) Bildung unterschied?

heute scheint - jedenfalls wenn man solche Fragelisten, die ja prinzipiell mit den TV-"Wissens"shows vergleichbar sind - ersteres zu überwiegen. Ich bin im Moment nicht in der aktuellen Diskussion präsent, habe aber vor einiger Zeit eine Diskussion unter Lehrern verfolgt und begleitet, in der es eben darum ging. Leider ist mir nicht mehr alles dort Angesprochene in Erinnerung (Mail-Crash), aber ich erinnere mich noch, dass der Himboldtsche Bildungsbegriff in der Forschungsliteratur zur Zeit sehr kontrovers diskutiert wird. Das Problem ist wohl der Übergang von konkreter zu formaler Bildung, die erst ab einem gewissen Alter eingesetzt werden kann. Erfolgt die Einführung zu spät, ergeben sich Defizite - eine Frage an die Lehrinhaltsforschung.

Mir geht es mehr um enzyklopädische Bildung, aber die setzt
nun mal auch lexikalische Bildung voraus (sie ist eine echte
Teilmenge ums mal mathematisch auszudrücken).

Dem würde ich widersprechen wollen, weil ich statt Teilmenge eher eine Schnittmenge für erstrebenswert halte, deren Schwerpunkt eher in Richtung der formalen Bildung zeigen müsste. Ich z. B. werde fast täglich mit Defiziten der formalen Logik in der Bevölkerung konfrontiert. Dort dann Verbesserungen anzusteuern, ist sehr zeitaufwendig und unbeliebt.

Ich kann keine Zusammenhänge erkennen, wenn die Faktenlage
unzureichend ist.

Schon richtig, aber ich muss nicht alle Fakten kennen, denn Fakten kann ich mir eher erarbeiten als die Herangehensweise an die Fakten.

Solange muß man so was im Regal stehen haben oder wissen, in
welchem Regal es steht.

Ja, das schadet aber ja auch nicht. Problematisch wird es z. B. bei schulischen Klassenarbeiten, wo der Hilfsmittelgebrauch nicht einheitlich geregelt ist.

Herzliche Grüße

Thomas Miller

Immer noch Allgemeinbildung
Hm, ich entsinne mich, daß ich Dir vor langer Zeit mal eine Mail zum thema versprach und die verschütt ging, stimmt das? Das war vor meinem Urlaub, glaube ich. Nun, dann also hier. :smile:

Auch das Penicillin - dachtest Du auch, es wäre Koch gewesen?

Klar! Aber Koch war das mit den Bakterien, glaub ich. *ggg*

Äh. Stimmt!

Was wir an „Allgemeinbildung“ _brauchen_ hängt halt von
unserer ganz persönlichen Lebenssituation inkl. Alter ab und
ist selbst darauf eingegrenzt super schwer zu definieren.

Ja, genau. Das ist es, was ich unten zu Thomas meinte, als ich beschrieb, wie wichtig für einen 10jährigen Pikachú ist - und für mich Thomas Mann. :smile:

Überhaupt irgendwie verwertbar wären solche Tests dadurch nur,
wenn sie sehr viele Fragen beinhalten und dann eben wie dort
50% als schon sehr gut beurteilt werden.

Nun, dann müssten sie aber sehr, sehr viele Fragen beinhalten. Hunderte, oder? wenn man wirklich einen Schnitt haben wollte.

Alles andere wäre utopisch. Denn wofür ist denn
Allgemeinbildung gut? Umd die Zusammenhänge, mit denen wir im
täglichen Leben konfrontiert werden, zu verstehen und adäquat
reagieren zu können.

Eine recht gute Definition. Aber wieder eine, die eine Diskusion nur weiter einheizt. Ich bin nämlich der Meinung, daß eine rudimentäre Kenntnis der klassischen Literatur absolut unerläßlich ist, um genau das zu können.
Und sicher werden da einige gegen argumentieren.

Sicher gibt es Dinge, vor denen keiner flüchten kann, wie z.B.
die anstehende Wahl oder gewisse Berührungen mit der
Mathematik, sei es nur beim einkaufen oder beim Haushaltsgeld
(der Kehrwert ist hier btw. voll egal, aber Prozentrechnung
kann man gut gebrauchen!).

D’accord bei der Mathematik. Aber schon bei der Wahl fängt es an. OK, ich bin der Meinung (für die mich viele gerne kreuzigen würden), daß man Leuten, die nicht wissen, wie viele Bundesländer Deutschland hat oder wofür die Abkürzungen der Parteien stehen, schlicht das Wahlrecht entziehen sollte.
Aber wo fängt das an und wo hört es auf? Den Fall der Mauer sollte auch jeder kennen, sicher, aber ist nicht auch das Ende des zweiten Weltkrieges wichtig, und viele neuzeitlich-geschichtliche Dinge, um wählen zu können? Wir können sogar weiter gehen und sagen, dass ein staatskundliches kenntnis die Entstehung unseres Staatensystems voraussetzt… und dann müssten wir auch denen das Wahlrecht entziehen, die sich in antiker und mittelalterlicher Geschichte nicht genügend auskennen… das ginge dann wohl zu weit, muß ich zugeben. :smile:

Wie ausgeprägt die Begegnungen mit einzelnen Bereichen sind,
ist ja aber doch sehr unterschiedlich. Es mag z.B. Menschen
geben, die kaum mit Literatur in Berührung kommen. Bildung in
diesem Bereich ist also eher unwichtig für unser tägliches
Leben. Dennoch halten wir (mind. wir beide) sie für wichtig -
und schon wird es schwierig.

Ja, aber eben, weil ich glaube, daß z.B. der Faust mir geholfen hat, in einigen Situationen meines Lebens adäquat zu reagieren. Und weil Abstraktionsvermögen und Lösungskreativität fast überall wichtig sind, nicht wahr?

Die Aufgabe, vor die die Schöpfer solcher Tests sich stellen
ist also das finden des kgT (kleinsten gemeinsamen Teilers
*gg*), der Grundlage, der sich kaum einer in Deutschland
entziehen kann.

Stimmt. Das finden ja auch alle so toll an Quizshows: Sich mal zu beweisen, daß sie was wisse, das nicht jeder weiß. Zumindest der Kandidat da nicht. :smile:

Oder ist Allgemeinbildung eben genau NICHT das, sondern eben
genau das entbehrliche Wissen? Um eben eine Bildung abseits
vom notwendigen und abseits vom Durchschnitt darzustellen?

Hm, eher nein. Das ist (wieder abgegrenzt vom Fachwissen) das Wissen der Bildungsarroganz. Willkommen im Club. *fggg*

*seufz*

Ach, gräme Dich nicht.

Doc „was interessiert mich TENNIS?“ Valde.

Nike „was bitte IST Tennis???“ :stuck_out_tongue:

Outen wir uns mal erst Recht…:
I: 19//25
II: 20//25
III-Mathematik: 9//10

Da ich aber nicht auf ein Studium zurückblicken kann, bin ja gerade erst mitm Abi fertig, find ich das Ergebnis recht gut!
Vor allem, da ich die Penicilinfrage richtig hatte :smiley:
Komisch eigentlich … hab seit 3 Jahren kein Bio mehr :smile:
Aber 18-23 finden die ja ausgesprochen gut! naja…
mit 25 Fragen kann man aber keine Allgemeinbildung herausfinden.
Schlimm find ich ja teilweise bei so Quizshows die Fragen. Da kommts manchmal gar nicht auf Wissen an, sondern auf ‚Lesegewohnheiten‘.
Wenn da so ne ‚BUNTE‘ Frage kommt, welche Berühmtheit grad mit wem gepoppt hat, steh ich aufm Schlauch. Aber ich hätte bisher alle 1 Millionenmark fragen gewusst… (gabs scho wen, der 1 Mio Euro erspielen konnte? ka).
MfG
Geisterkarle

PS: Meine Lieblingsfrage, die ein Kandidat partout nicht herausfand:
Was ist eine Hellebarde??

Hi

PS: Meine Lieblingsfrage, die ein Kandidat partout nicht
herausfand:
Was ist eine Hellebarde??

Ist das nicht, wie heißt der Blonde, ach ja: Troubardix? :smile:

http://www.museumonline.at/1998/schools/burgenla/BL_…

Gruß

J.

Hellebarde
Hi Karle,

Was ist eine Hellebarde??

Was, dafür gab’s ne Million? Und das wußte wer nicht? Schon erstaunlich. :smile:

Übrigens ist das Ergebnis vielleicht gerade deswegen so gut, weil Du gerade mit der Schule fertig bist. Das Wissen, das dort vermittelt wird, ist noch relativ breit gefächert.

ich habe zum Beispiel seit 13 Jahren kein Bio oder Mathe, seit 16 Jahren kein Chemie und Physik mehr gehabt. Und in der zeit befaßt man sich natürlich viel spezieller mit dem, was man muß oder möchte. :smile:

Trotzdem gutes Ergebnis! :smile:

Liebe Grüße,
Nike

Hi Thomas,

ich denke, dass wir eher mittendrin sind, denn erst mit dieser
Frage wird es wirklich interessant.

Ja, finmde ich auch.


meine Kinder die Namen der vier Teletubbies kennen, es bei den
vier Evangelisten aber hapert".

Hier im Osten kennt man in der Regel weder das eine noch das
andere - jedenfalls mache ich die Erfahrung häufiger, dass
Mütter in meinem Alter den Religionsunterricht ihrer Kinder
mit Fragen begleiten wie „Wie hieß doch gleich der Mann, der
das Meer teilte?“ und ähnlichen. Aus der Sicht der hier
gewachsenen Strukturen ist dieses Unwissen aber gar nicht
verwerflich, weil Religion hier eben nicht die Rolle spielte
und spielt, die sie anderswo einnimmt.

Das ist ja gerade das, was die Diversität des Wortes ausmacht. denn im Osten war Religion nicht nur nicht so wichtig, sondern Wissen über sie war sogar eher verpönt. Dafür haben „Ossis“ dann einen ganz anderen Rahmen der Allgemeinbildung, zum Beispiel können viele von ihnen Russisch. Von der reinen Schulbildung her wurden Ost-Kinder besser ausgebildet, weil die Schulen leistungsorientierter waren. Dafür war die Bildung natürlich durch politische Zensur geprägt.

Ich denke, „allgemein“ heißt nicht „beliebig“.

Natürlich nicht. Es heisst aber eher „breitgefächert“ und somit dann aber auch euf einem niedrigeren Niveau.

Natürlich kann
ich lexikales Wissen auswendig lernen, aber damit habe ich im
Grunde nichts geleistet, weil dieses Wissen mir nicht
weiterhilft. Ich versteige mich zu der These, dass das von den
Zusammenhängen abstrahierte Wissen ein pathologisches Wissen
ist, ebenso wie eine von Inhalten abstrahierte Angst, wie sie
z. B. in Spinnenphobien auftritt, wo eben der Auslöser
ungefährlich ist, pathologisch genannt werden darf.

Interessant, ja. Mir würden da Beispiele einfallen für solches Wissen. Dir wahrscheinlich auch. :wink:
Im besten Falle jedoch ist von den Zusammenhängen losgelöstes Wissen sinnlos.

Es gibt keinen Unterschied, weil es eben nicht ausreicht zu
wissen, wer den Zauberberg geschrieben hat, wenn man ihn nicht
gelesen hat oder zumindest weiß, was drinsteht. Aus dem
Zauberberg aber kann man Anregungen für sein Leben gewinnen,
auch etwa politisch aktuelle Dinge besser einordnen, wenn man
sich in der Geschichte auskennt.

Ja, das ist es, was ich oben schon zu Doc Valde sagte (dessen Definition von Allgemeinbildung ich übrigens sehr interessant fand).
Es geht also weniger darum, was man weiß, als, wie fundiert man dies weiß? Nun, dann aber sind wieder die Grenzen zum Fachwissen gesetzt. Denn, wie wir oben schon sagten: Breitgefächertes Wissen setzt voraus, dass man diese Dinge dann eben NICHT so fundiert weiß. Oder? :smile:

Für einen zehnjährigen ist aber das
Wissen um Pokémons absolut unerlässlich.

Ja, aber warum? Weil ihm das in seiner Lebenswelt weiterhilft
(Phantasieentwicklung etc.). Aber das ist eben ein punktuelles
Wissen, das deshalb eben nicht zum Allgemeinwissen gezählt
werden darf. Die Kenntnis des Symbols für Wasserstoff ist
etwas zweischneidig.

Das Dumme ist nur, das letzen Endes fast alle beispiele zweischneidig sind. Denn obwohl ich den Zauberberg für elementar wichtig halte, könnte ich Dir als Advocatus Diaboli genau erkläre, warum das Wissen um dieses literarische Werk völlig unerheblich ist. :smile:

Die frage ist, wo die Grenze zu ziehen ist. Es gibt sicher
viele, die Dir sagen, es ist völlig unnötig, zu wissen, wer
den Zauberberg schrieb, Amerika entdeckte oder Konstantinopel
stürzte.

Die Amerikafrage ist ja bis heute strittig, wenn man an die
Wickinger denkt.

Gut, das zu wissen, halte ich schon für Fachwissen. Aber der name Kolumbus ist doch Allgemeinbildung, oder? In unserem kleinen Quiz, das die Diskussion auslöste, kamen sowohl das Datum als auch die Santa Maria vor. :smile:

Und der Fall von Konstantinopel ist zwar
nicht im Alltag von Bedeutung, wohl aber im Zusammenhang mit
politischer und religiöser Meinungsbildung - und insofern
müsste man das schon zur Allgemeinbildung zählen, denke ich.

Nun ja, wenn Du so argumentierst - sowohl die „Entdeckung“ Amerikas durch Kolumbus als auch der Fall Konstantinopels läuteten für uns die Neuzeit ein. Von diesem Standpunkt aus zwei für uns alle ungemein wichtige Daten und Ereignisse. Dennoch möchte ich wetten, das gerade über den Fall Konstantinopels und Byzanz’ heute kaum jemand etwas weiß. Versuch’s mal.

Ja, aber hochinteressant.

Durchaus! :smile:
Liebe Grüße,
Nike

Hi Karle,

Was ist eine Hellebarde??

Was, dafür gab’s ne Million? Und das wußte wer nicht? Schon
erstaunlich. :smile:

War ja auch keine :wink:. War glaub ich 32.000; aber ich fand die Frage so einfach, dass ich dem Typ gerne eine runtergehaun hätte.
Ich glaub sein erster Tip war die Antwort: Vorhang *argl*

Übrigens ist das Ergebnis vielleicht gerade deswegen so gut,
weil Du gerade mit der Schule fertig bist. Das Wissen, das
dort vermittelt wird, ist noch relativ breit gefächert.

Dafür hab ich nie aufgepasst :stuck_out_tongue:

ich habe zum Beispiel seit 13 Jahren kein Bio oder Mathe, seit
16 Jahren kein Chemie und Physik mehr gehabt. Und in der zeit
befaßt man sich natürlich viel spezieller mit dem, was man muß
oder möchte. :smile:

In der Schule lernt mer eh fast nix… Alles nur Brotlose Kunst.
Oder kann mir jemand verraten, wann ich mal wieder wissen muss, ob eine -ing-form im Englischen jetzt ein Partizip oder ein Progressive ist (vorausgesetzt, ich mach nix in Richtung Angelistik) ???

Trotzdem gutes Ergebnis! :smile:

Danke :smile:

Liebe Grüße,
Nike

MfG
Geisterkarle

… und die Schuldiskussion… :smile:
Hallo nochmal,

Was ist eine Hellebarde?

Ich glaub sein erster Tip war die Antwort: Vorhang *argl*

*kicha* Süss. Jauch erzählt in besagtem Interview, dass eine Germanistikstudentin (!!!) Ringelnatz für ein Pelztier hielt. *lol*

Übrigens ist das Ergebnis vielleicht gerade deswegen so gut,
weil Du gerade mit der Schule fertig bist. Das Wissen, das
dort vermittelt wird, ist noch relativ breit gefächert.

Dafür hab ich nie aufgepasst :stuck_out_tongue:

Das macht nichts, hab ich auch nie. :wink:

In der Schule lernt mer eh fast nix… Alles nur Brotlose
Kunst.
Oder kann mir jemand verraten, wann ich mal wieder wissen
muss, ob eine -ing-form im Englischen jetzt ein Partizip oder
ein Progressive ist (vorausgesetzt, ich mach nix in Richtung
Angelistik) ???

Als wir die letzte Bildungsdiskussion hatten, damals im Sonstiges-Brett, kamen wir irgendwann auch genau auf dieses Thema. Das fruchtlose an dieser Diskussion ist, daß sie immer wieder entsteht und immer die gleichen Argumente von den gleichen Protagonisten kommen. Weil ich mit 18 genau so argumentiert habe wie Du. Und heute mit 18jährigen diskutiere, die ich genau so wenig überzeugen kann, wie man mich damals überzeugen kann.

Natürlich könnte man Einzelfälle wiederlegen und darüber diskutieren, wie die -ing Form (die ziemlich leicht zu wiederlegen ist) - aber generell ist die Frage:
„Nützt uns Allgemeinbildung überhaupt was?“

Bei Englisch, Geschichte und Mathe (Zumindest Rechnen) kann man das noch leichter begründen, obwohl ich meinen Mathematiklehrer mit meiner Argumentation, wieso ich nie wieder Mathematik brauchen würde, regelmäßig ausgebootet habe). Bei Latein wird es schon schwieriger. Und dennoch ist z.B. gerade Latein eines der Fächer, für die ich meinem Herrn danke, daß ich’s gelernt habe.

Hilft also nur der altkluge Spruch, daß Du es irgendwann sicher schätzen wirst. :wink:

Liebe Grüße,
Nike

Die kollektive Selbstbeweihräucherung geht weiter
Hallo Süße.

Test 1: 24 Punkte, Fehler:

Dito (ziehe ich dumme Kuh die Reformation tatsächlich um ein ganzes Jahrhundert vor… TsTsTs…)

Test 2: 22 Punkte, Fehler:

Auch 24… Peinlich, peinlich: der Georg-Büchner-Preis wird neuerdings beim Theater verliehen (und das mir als Leseratte *schäm*). Dabei habe ich mir damals so eine hübsche Eselsbrücke gebaut: den Büchner-Preis gibt’s für - wie der Name bereits sagt - Büüüüücher…

Geschichte: 9 von 10 (ob nun Wessex oder Hastings kann mir doch nach fast einem Jahrtausend völlig schnurz sein, oder? *fg*).

Und zu dem Rest bin ich noch gar nicht gekommen. Fand ich aber allemal nett.

Erschreckend, wie eindeutig definiert Wissen - und Gedächtnis!

  • sind. Das mit Kehrsummer, Billion (und dem Zeichen für
    Wasserstoff, wo ich nur gut geraten habe) wusste ich natürlich
    mal. Aber derlei Dinge vergesse ich viel eher als
    geschichtliche oder literarische Zusammenhänge.

Ich würde eher sagen, daß das menschliche Gehirn selektiv speichert und sich - wie ein Rechner - von Zeit zur Zeit vom Ballast befreit bzw. sozusagen die Festplatte aufräumt und das nicht laufend Benötigte ins Archiv auslagert. :wink: Beispiel: natürlich beherrsche ich noch meine Muttersprache, muß allerdings - wenn ich sie länger nicht gebraucht habe - schon mal nach dem einem oder anderen Wort überlegen.

Hexenschmatzer

Tessa

Hi Timo,

In der Schule lernt mer eh fast nix… Alles nur Brotlose
Kunst.
Oder kann mir jemand verraten, wann ich mal wieder wissen
muss, ob eine -ing-form im Englischen jetzt ein Partizip oder
ein Progressive ist (vorausgesetzt, ich mach nix in Richtung
Angelistik) ???

jetzt mach Dich mal auf eine Reihe von Sprüchen gefasst, für die Du mich im ‚echten‘ Leben wahrscheinlich ans Fensterkreuz nageln würdest.

Also vom Altersunterschied könntest Du locker mein Sihn sein :wink:

das nur dazu, daß ich sagen kann, etwas mehr Lebenerfahrung, speziell Beruferfahrung zu haben. Ich will darauf hinaus, daß es Situationen gibt, wo ein gediegen Maß an Allgemeinwissen nötig, bzw. dessen Abwesenheit absolut peinlich ist.
Wenn bei einer Besprechung Dinge angesprochen werden, die eine handbreit vom Expertenwissen entfernt liegen und man schaut in fragende Gesichter, kann man in aller Regel auch davon ausgehen, daß der Rest der Person genauso drauf ist und meine Erfahrung sagt schlicht und ergreifend:
Mit so was kann man (nicht nur ich) nur schlecht zusammenarbeiten. Einfach weil da nichts dahinter ist.

Andererseits hab ich mit Leutchen, die eine gewisse Bildung (und Algemeinwissen) haben viel mehr Spaß, weil die viel souveräner sind, meist mehr Witz haben, schlichtweg angenehmer sind - weniger lanweilig, vielseitiger.

Gandalf