Wie ist es so zu studieren?

Hallo,

ich habe mal eine Frage an alle Studenten oder die schon studiert haben.

Könnt ihr mal erzählen wie es so ist zu studieren? Fiel/fällt es euch leicht? Ist es „anders“ und wenn ja was?

Würde gerne mal eure Erfahrungen hören…

Ist nur aus Interesse, ich kenne keinen der studiert /hat den ich fragen könnte.

Gruß

Hallo,

Hallo

ich habe mal eine Frage an alle Studenten oder die schon
studiert haben.

Könnt ihr mal erzählen wie es so ist zu studieren? Fiel/fällt
es euch leicht? Ist es „anders“ und wenn ja was?

Anders als was? Als Schule? Ja ist es. Du musst Dich selbst organisieren können und ungefähr 60 % der Arbeitsleistung im Selbststudium aufbringen.
Wenn Dich das Thema interessiert, dann ist es relativ leicht, und dann gibt es immer mal wieder Sachen, die dich langweilen, dann musst Du die Motivation aufbringen, dich immer wieder ranzusetzen.

S.

Hallo,

Könnt ihr mal erzählen wie es so ist zu studieren? Fiel/fällt
es euch leicht? Ist es „anders“ und wenn ja was?

was möchtest Du genau wissen?
Es ist anders als Schule, z.T. stressiger, z.T. entspannter.
Man ist (war?!) in seiner Planung ungleich freier als in der Schule, was Vor- aber auch Nachteile hat.
Da üblicherweise ein Fach studiert wird, daß den eigenen Neigungen entspricht, ist die Motivation (deutlich) höher als sie in der Schule war. Daher fällt das Lernen meist leichter.
Meist ist man auch das erste mal fern von daheim, was auch Vor- und Nachteile hat.

Alles in allem war das Studium eine Zeit, die ich nicht missen möchte und die mir nicht nur fachlich viel gebracht hat.

Zudem hab ich dort Freunde gefunden, die ich auch nach Jahrzehnten zu meinen besten Freunden zähle. Sicher auch ein Aspekt.

Gandalf

Hallo,

Könnt ihr mal erzählen wie es so ist zu studieren? Fiel/fällt
es euch leicht? Ist es „anders“ und wenn ja was?

ich bin inzwischen fast fertig und muss sagen: Im allgemeinen fiel es mir „leicht“. Das liegt (so denke ich) bei mir vor allem daran, das ich nur noch Dinge lernen musste an denen ich wirklich Interesse hatte. Gut, ich musste auch einiges lernen, das mich nicht so arg interessiert hat, aber es war nicht wie damals in der Schule, wo min. die Hälfte mich nicht interessiert hat und mir so sehr schwer fiel.
Das mit dem „sich selbst“ organisieren ist schon erwähnt worden, war für mich aber kaum ein Problem, außer es waren gerade Semester"ferien" und ich musste Hausarbeiten schreiben oder lernen… da war es zwischenzeitlich und gerade zu Beginn des Studiums nicht immer einfach sich aufzuraffen und in die Bibliothek zu gehen weil ja eigentlich FERIEN waren (der Begriff Vorlesungsfreie Zeit trifft es eigentlich besser).
In meinem Studium war es so, das ich recht viele Referate halten musste. Ich habe viele Leute gesehen für die das richtiger Stress war und auch Hausarbeiten zu schreiben ist nicht für jeden was. Das hängt aber sehr vom gewählten Fach ab, gerade bei Fächern mit hohen Studierendenzahlen, ist es mehr wie Schule, also vor allem Klausuren. Ich bin froh, das es bei mir nicht so war, da ich bei Klausuren wesentlich schlechter bin als bei Hausarbeiten.
Gruß Backs

Hallo Thoni!

Ich glaub, dass deine Fragen nicht generell zu beantworten sind. Es ist denk mal von dem eigenen Typ abhängig wie Studieren „ist“.

Insgesamt kann ich mich den anderen Antworten nur anschließen. Auch ich bin im Studium besser als in der Schule und es macht mir wesentlich mehr Spaß. Das liegt vor allem daran, dass man sich seinen Studenplan selbst zusammenstellen kann und weil man halt genau auch das studiert, was einen interessiert. Je nach Studium gibt es ja auch „Pflichtteile“ - dich ich selber für wichtig und interessant halte. Leider sehen das meine Mitstudenten nicht immer so.

Das selbst organisieren ist o.k. - nur wenn um Sachen geht, an denen du auf Organisatorisches seitens der Uni angewiesen bist, dann ist es oft ziemlich chaotisch (zumindest bei uns und auch so, was ich von anderen Leuten an anderen Unis so gehört hab’). Aber man kriegt schon alles irgendwie hin :wink:

Gruß
Micky

persönliche Betrachtungen
Auch hallo,

ich habe mal eine Frage an alle Studenten oder die schon
studiert haben.

Könnt ihr mal erzählen wie es so ist zu studieren? Fiel/fällt
es euch leicht? Ist es „anders“ und wenn ja was?

Würde gerne mal eure Erfahrungen hören…

Eine sehr allgemeine Frage bekommt eine sehr allgemeine Antwort. Aber ich habe grade Zeit und Lust und deswegen bekommst du meine persönlichen Erfahrungen.

Für mich (ich komme jetzt ins 8. Semester, Physik an einer TU) ist Studieren:

  • sehr anstrengend: im Grundstudium war Schlafen zeitweise Luxus (nicht um eine 1.0 zu bekommen, sondern um zu überleben: wöchentliche Hausaufgaben, Pflichtpraktika und Prüfungen in den Ferien,…)
  • ein Schock: Als guter Schüler mit (selbsteingeschätzt) guter Allgemeinbildung kommt man an die Uni und erfährt, dass alles was man zu wissen glaubt, nur ein sehr kleiner Bruchteil des Ganzen ist, das es mit keiner Anstrengung der Welt möglich ist, auch nur in (s)einem Fach alles zu wissen
  • eine Zeit, in der man die Möglichkeit hat, noch viel Neues zu lernen- nicht nur im eigenen Fachbereich: bei uns gibt es kaum einen, der nicht eine dritte oder vierte Fremdsprache angefangen hat
  • die Möglichkeit, von daheim auszuziehen
  • der Tritt in den Hintern, sich selbst um alles zu kümmern: Wenn du es verpennst dich zur Prüfung anzumelden, ist das dein Problem. Wenn du eine wichtige Frist verpasst und du deswegen rausgeworfen wirst, dann ist das auch dein Problem.
  • zu schauen, dass man mit seinem Geld irgendwie über die Runden kommt

Der Anfang war für mich die Hölle, jetzt finde ich es schade, dass die Zeit der Vorlesungen nach diesem Semester schon vorbei ist.
Ich melde mich, wenn mir noch etwas einfällt :smile:

Gruß
Kati

Hallo,

ich fürchte, wie so ein Studium ist, hängt sehr vom Fach und vom Studiengang ab…
Ich studiere Geistes- und Sozialwissenschaften, habe die Vorlesungen etc. hinter mir und sitze grade an der Bachelorarbeit. Mein Tipp generell: Wenn du nicht sofort das kalte Grausen kriegst, wenn du an „noch mehr lernen“, „sich intensiv mit Themen auseinandersetzen“ und „wissenschaftlich arbeiten“ denkst: Machs. Mich persönlich hat mein Studium fachlich und persönlich sehr bereichert, und ich habe ja grade mal fast nen Bachelor.

Studieren ist im Prinzip schon ein bisschen wie Schule (und das sag ich nicht nur, weil die Bachelorstudiengänge ja so schlimm verschult sein sollen). Die meisten meiner Veranstaltungen laufen so ab: Am Anfang des Semesters gibt es einen Plan, auf dem steht, an welchem Termin welches Thema dran ist, welche Texte man lesen muss um im Bilde zu sein und ggf wer das Referat hält. Meiner Meinung nach macht es dann keinen Sinn, unvorbereitet hinzugehen und sich das mal anzuhören - im Prinzip muss man schon wissen, worum es geht, bevor das Thema im Seminar behandelt wird.
Das heißt natürlich, dass man jede Menge Kram zu Hause machen muss. Ich habe immer genug Schlaf bekommen, aber in meinem anstrengendsten Semester sah es schon so aus: 30 Wochenstunden Uni, 30 zu Hause (und 15 arbeiten). Klingt schlimm, ist es auch, aber nicht so sehr, wie es scheint, die 30 Stunden zu Hause kann man ja auch am Wochenende, auf dem Balkon, beim Essen oder sogar beim Fernsehen machen, je nach dem, worums geht. Von dem Gedanken, jeden Tag bloß von nine to five beschäftigt zu sein und am Wochenende nix zu tun, sollte man sich frei machen. Dafür ist die Präsenzzeit in der Uni natürlich im Normalfall weniger anstrengend als eine Ausbildung und teilweise auch weniger als in der Schule…wenn du nicht grade ein Referat hältst, schreibst du mit und versuchst, zu kapieren worum es geht, was, wenn man zu Hause schon fleißig war, kein Problem sein dürfte.

Tja…Selbstorganisation, klar. Mir ist im dritten Semester aufgefallen, dass ich nach der falschen Prüfungsordnung studiere, darauf hat mich natürlich auch niemand aufmerksam gemacht. Deinen Stundenplan musst du dir in fast jedem Studiengang selbst bauen, mir macht das mehr Spaß als Stress. Aber natürlich kämpft man manchmal gegen eine völlig absurde Bürokratie. Und wenn man verpeilt, sich für eine Prüfung anzumelden, sich um Prüfer und Termin etc. zu kümmern, dann erinnert einen auch keiner dran, aber das sollte man hinkriegen, finde ich.

Ob ein Studium „schwer“ ist oder nicht, hängt eher davon ab, wie sehr einem die Richtung liegt. Klar, man lernt mehr als in der Schule, aber man ist ja auch älter. Dafür kapiert man auch wirklich, worum es geht. Wenn du Spaß an dem Gefühl hast „jetzt habe ich es wirklich ganz und gar verstanden“ und dir „naja, ich weiß, wie man es anwendet“ nicht reicht, dann studier.

Vielleicht noch ein Wort zum Bachelor, viele schimpfen darüber, ich auch, weil er größtenteils echt scheiße organisiert ist. Aber es gibt wirklich schlimmeres…dass die Studenten nur so durchgeschleust werden und alles vorgekaut kriegen stimmt zumindest in meinem Fall nicht. Ein meiner Meinung nach großer Vorteil vom Bachelor ist, dass es von Anfang an Prüfungen gibt. Ich habe meine Abschlussarbeit noch nicht geschrieben, habe aber schon fünf Sechstel meiner Note. Das heißt, man ist gezwungen, kontinuierlich zu arbeiten, hat aber nicht den „jetzt geht es um alles“-Effekt. Der große Nachteil ist das unsägliche BN-System…als Bachelor musst du in jeder Veranstaltung so einen Beteiligungsnachweis machen, das heißt, du hälst im Semester zehn Referate, schreibst fünf Essays und sechs Hausarbeiten, während die Diplömer vielleicht eine im Jahr schreiben. Vom wissenschaftlichen Anspruch her werden Bachelor-Hausarbeiten daher auch ein bisschen relaxter gesehen. Ob das ein Vorteil ist, bezweifle ich…

Vielleicht sagts du mal, was du eigentlich studieren willst? Für Medizin und Astrophysik treffen meine Ausführungen vermutlich alle nicht zu.

Grüße
Sonja

Jeden Tag ausschlafen, ständig schwänzen, viele Reisen machen.

So schön hast du es später nie wieder. Heute kann ich es absolut vergessen mal für 10 Wochen in Asien rumzugammeln.

Schade das die Zeit vorbei ist. Arbeiten ist zum kotzen.

Hallo!

Wie die anderen schon sagten, kommt darauf an, was du studierst, wie es dir liegt, wo du studierst und ob du mit dem Lerne allgemein zurecht kommst.
Ich studiere Lehramt Deutsch/Sozialkunde und habe jetzt noch die letzten Prüfungen vor mir. Ich studiere an einer Uni in Bayern. Mein Grundstudium habe ich in Sachsen-Anhalt gemacht. Dort musste ich z.B. bis zu Zwischenprüfung mehr Scheine machen, als ein Lehramtsstudent in Bayern bis zum Examen machen muss. Im Grundstudium ist halt alles noch ne und relativ unflexibel, man hat viele Pflichtveranstaltungen („Einführung in…“) und hat immer das Gefühl, nicht so recht zu wissen, was man eigentlich noch machen muss. Lehrämtler müssen sich ihren Stundenplan komplett selbst zusammen stellen, was natürlich verlockend ist, relativ wenig zu machen. Nach dem Wechsel nach Bayern habe ich erst einmal ein Semester gebraucht, um zu durchschauen, was ich alles noch machen muss. Viel war es ja nicht mehr :wink: Die drei Hauptseminarscheine kann man wirklich unter „ferner liefen“ verbuchen. Außerdem musste ich noch das Latinum nachholen, das dann halt sehr viel zu lernen war, aber auch nicht wirklich schwer. Man musste sich ziemlich dahinter klemmen, um es mal so zu sagen.
Die Examensarbeit war eigentlich auch nicht sooo schlimm. Kommt dann auf das eigene Management an.
Das Studentenleben habe ich sehr genossen, eher weniger mit Party als viel mehr mit der Freiheit, mein Leben relativ frei gestalten zu können. Ich war ein bißchen nebenher arbeiten, war ein Semester im Ausland und habe an der Uni weitere Sprachen gelernt. Im Grunde war es eine schöne Zeit. Das Geld war immer knapp, aber arm ist man irgendwie auch nicht. Man lernt interessante Leute kennen, entdeckt Dinge an sich, die man ohne Studium vielleicht nie gefunden hätte, und meine große Liebe habe ich nebenbei auch noch kennengelernt :wink:
Jetzt mache ich gerade Examen, 8 Prüfungen sind schon weg, 7 stehen noch an. Im Moment stresst es mich, ich habe keine Lust mehr und v.a. Angst vor dem, was da ab August auf mich zukommt. Ich sage mal von meinem jetzigen Standpunkt aus: Im Moment erlebe ich den belastensten Teil meines Studiums. Aber vielleicht schätze ich das nach dem Studium dann ganz anders ein.

Ich würde heute, wäre ich noch einmal kurz nach dem Abi, wahrscheinlich was anderes studieren, vielleicht eher was an einer FH, was wirtschaftliches, und mir den Weg offen halten, um später noch was dranzuhängen. Ich habe an der Uni immer diese Klassengemeinschaft vermisst, jedes Semester triffst du auf neue Leute (was auch gut ist), aber so eine richtige Gruppe entsteht daraus nicht. Diese absolute Wahlfreiheit hat den ein oder anderen schon überfordert, weshalb auch gerade viele, die im 13. oder 14. Semester sind, mit mir Examen machen. Außerdem sind die Unis viel zu überfüllt (in SA war es sogar noch wesentlich schlimmer als in BY). Eine Horizonterweiterung ist in den Seminaren kaum möglich, weil es nur darum gehen kann, Vorträge zu hören. Diskussionen finden kaum statt. Ich weiß nicht, ob sich was durch die Studiengebühren verbessert hat, ich zahle sie ja nur, habe aber nichts davon. :frowning:

Schau dich in deinem Interessengebiet um, was es wo mit welchen Abschlüssen gibt, schau dir die Orte an (auch das Leben drumrum!), willst du ein relativ organisiertes Studium oder willst du Wahlfreiheit usw.? Nimm dir Zeit für diese Entscheidung! Hinterher ist man nämlich immer schlauer :wink:)

Aber ich habe noch Hoffnung, ich werde noch einmal studieren, weil es ein tolles Gefühl ist, in ein Fachgebiet einzutauchen und für sich etwas daraus mitzunehmen. Meine Mama beginnt heute im Alter von 47 Jahren ihr zweites Studium (berufsbegleitend). Es MUSS ja also was dran sein :wink:)

LG
Sonne

Hi

Grade bei Massenunis muss man unheimlich tolerant, hartnäckig und geduldig sein.
Die Professoren sind noch unfreundlicher (natürlich mit Ausnahmen) und haben noch viel viel weniger Zeit für ihre Studenten. Wenn man sie überhaupt sieht. Meist stehen die Namen nur auf der Vorlesung drauf.

Korrigieren dauert wegen viele Studenten natürlich länger. Räume sind überfüllt und die Planung ist so miserabel, dass 13 Ingenieure in einem 100er, dafür aber 79 Sinologen in einem 25er Raum sitzen. Oder stehen.
Das mal zu den Schattenseiten.

Aber, es ist schon etwas freier und je nach Fach gibt es auch niemanden der deine Hausaufgaben kontrolliert- außer du selbst, spät. wenn du die Klausur versemmelst.

Hausarbeiten schreiben finde ich persönlich super, aber man muss sich ziemlich in den Hintern treten damit man sie nicht schlonzt und fertig bekommt. Natürlich ist das für Leute mit weniger schrifstellerischem Talent auch wesentlich schwieriger.

Viele Dozenten treten ihre Seminare mit Referaten durch, damit mein ich nicht die guten, sondern eben jede Stunde 2 Referate von zwei Referenten die sich nicht kennen und keine Ahnung haben.

Kontakte knüpfen geht bei kleineren Studiengängen eigentlich super, zumindest wenn man sich mal traut und zur Fachschaft Kontakt aufnimmt, die eigentlich recht stabil ist.

lg
Kate

Hi Thoni
Erstmal kann ich meinen Vorrednern Tobi und Idhre zustimmen. Nicht umsonst heißt es so schön: „Die Studienzeit ist die schönste Zeit.“
Natürlich „cum granu salis“, denn man hatte -wie Tobi richtig schrieb- zwar nie wieder so viel Zeit und Raum, um die Welt zu bereisen in den langen Semesterferien und an der Uni viele interessante Leute kennen zu lernen, in einer wundebaren Arbeitsgruppe zu studieren usw usf, man hatte natürlich auch einen großen Stress vor den Prüfungen.
Aber auch Ihdre (ich vergaß, wie der Nick erichtig geschrieben wird, weil e so artifiziell ist) hat etwas

Hi Thoni

An der Freien

Universität Berlin hats damals viel Freude gemacht; es war
halt ene Art Aufbruchstimmung, der Geist von '68 wehte noch
richtig gut durch die Uni.
Es grüßt dich
Branden

Beispiel eine meiner Dozentinnen: Japanologin und Korea Studien, hat, weil die Gruppe so klein und fleißig war noch „mal eben“ mongolisch und tibetisch gelernt. Mahlzeit. Wenn wir das als Bachelor Studenten hören trudeln einem die Ohren… da hat man schon Probleme das Programm durchzukriegen, für Dinge die man aus Interesse gerne nebenbei lernen würde bleibt keine Zeit.

lg
Kate

Hallo,

es war die schönste Zeit meines Lebens (1995-2001).
Die Zeit war sehr intensiv. Selten habe ich so viel Freizeit gestaltet und so viel gearbeitet zugleich. Das liegt an der freien Zeiteinteilung. Zudem hatte ich eine klasse Clique, die ich so nie wieder gefunden habe und wohl auch nicht mehr werde. Wir haben viel zusammengesessen und geredet und gelacht. Wir waren alle Politik- und Wirtschaftsinteressiert. Es wurde aber auch viel unternommen: Spiele erfunden, an Fahrrädern und Mopets geschraubt, immer wieder umgezogen und renoviert, also gestaltet, viel gefeiert und gebastelt.Da war ne Menge in Bewegung. Aber die Arbeitszeiten waren auch da und haben Spaß gemacht.

Man darf bei allem das Ziel nicht vor Augen verlieren und muss Prioritäten setzen. Eine gute Zeit- und Arbeitseinteilung ist wichtig. Zuerst kam die Uni, mit allem, was dazu gehört.

Wenn ich Studenten heute reden höre, dann scheint sich vieles verändert zu haben. Da ist noch mehr Druck dahinter, als es damals schon war. Die Regelstudienzeit wurde schon zu meiner Zeit herunter gesetzt. Heutige Referendare, die ich kenne, lernen an der Uni keine Leute mehr kennen und ziehen das Studium alleine durch, ohne je eine (jucksige) Arbeitsgemeinschaft gehabt zu haben. Die neuen Medien und die privaten Sender veranlassen offenbar einige dazu, die Wohnung nicht mehr zu verlassen.

Gruß numbat

Könnt ihr mal erzählen wie es so ist zu studieren?

Meist scheiße, nervig und/oder langweilig.

Könnt ihr mal erzählen wie es so ist zu studieren?

Meist scheiße, nervig und/oder langweilig.

Aber nicht, wenn du etwas studierst, das dich interessiert.

Grüsse

Jörg

Könnt ihr mal erzählen wie es so ist zu studieren?

Meist scheiße, nervig und/oder langweilig.

Aber nicht, wenn du etwas studierst, das dich interessiert.

Man kann nicht behaupten, dass die Informatik im weiten Sinne mich nicht interessiert. Aber neben zwei, drei Fächern die dich vielleicht intessieren, gibt es eben 25 weitere Module die erledigt werden müssen.

O.K., das ist fachabhängig. Im Bereich Geistes/Sozialwissenschaften sieht das Verhältnis viel besser aus.

Grüsse

Jörg

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi!

Und nun gebe ich auch noch meinen Senf dazu:

Ich studiere mittlerweile im 8. Semester in den Geisteswissenschaften auf Bachelor und bin ganz froh, wenn ich mal endlich arbeiten darf (in drei Jahren etwa, wenn ich meinen Master hab).
Mir persönlich geht das Studentenleben inwzischen mächtig auf den Keks. Kein geregelter Tagesablauf, keine echte Freizeit (Studieren ist ein 24/7-Job), kein Heimkommen von der Arbeit und die Arbeit im Geschäft lassen etc.
Unechte Freizeit habe ich genug - trotz meines normalerweise sehr zeitintensiven Bachlorstudiums. Die habe ich bisher auch immer genossen, bin mittags um 2 aufgestanden, nachdem ich nachts um 5 besoffen in die Kiste gefallen bin, bin kurz an die Uni, hab Kaffee getrunken, in Seminaren versucht auszunüchtern und bin abends wieder auf die Piste. Das funktioniert, nur irgendwann hat man genug davon.
Und die Motivation schwindet vor allem dann, wenn man mitbekommt, dass Magisterstudierende in 9-10 Semestern Regelstudienzeit maximal 20 Scheine machen müssen und ich in drei Jahren Regelstudienzeit 64 Scheine vorweisen muss. Und dass dann noch viele sagen, ein Bachelor wäre nichts wert. Ein Magister ist nichts wert - Schmalspurstudium würde ich mal dazu sagen.

Es kommt ganz stark darauf an, was du studieren willst, um dir dann verlässlich sagen zu können, wieviel Arbeit auf dich zukommt.

Generell gilt:
Bachelor/Master: immens viel Arbeit gemessen an der geringen Studiendauer
Magister: Freizeit noch und nöcher (2 Scheine pro Semester machen ist nun wirklich null Problem)
Diplom Nat/Ing: mehr Freizeit als im B.A./M.A. bzw. B.S./M.S.
Lehramt: viel Zeit, meist sehr einfacher Stoff
Rest: keine Ahnung, wird bei uns (Uni Karlsruhe) nicht angeboten

Und die Motivation schwindet vor allem dann, wenn man
mitbekommt, dass Magisterstudierende in 9-10 Semestern
Regelstudienzeit maximal 20 Scheine machen müssen und ich in
drei Jahren Regelstudienzeit 64 Scheine vorweisen muss.

Dazu habe ich nochwas vergessen, nämlich die Verifizierung dieser Behauptung:
Zwei Kommilitonen von mir (Geschichte B.A.) sind nach dem vierten Semester in den Magisterstudiengang Geschichte nach Heidelberg gewechselt. Sie sind zum dortigen Prüfungsdekan, um sich ihre bisher gemachten Scheine anrechnen zu lassen. Kommilitone A kam mit 32 Scheinen, Kommilitone B mit 27 Scheinen. Ergebnis: Alle Scheine angerechnet (sie brauchten nur 19), die beiden sitzen dort jetzt ihre Zeit ab und machen noch kurz sechs Scheine für ein Nebenfach (das Nebenfach, das beide in Karlsruhe hatten, gibt es dort nicht und deshalb können sie darin dort auch keinen Abschluss machen) und machen ihren Magister noch vor Ablauf der Regelstudienzeit.

Hallo,

Magister: Freizeit noch und nöcher (2 Scheine pro Semester
machen ist nun wirklich null Problem)

der Magister kommt halt noch aus einer anderern Zeit, in der ein Student als ein selbstständiges, sich selbst organisierendes Wesen angesehen wurde, dessen Lern- und Bildungsfortschritte nicht bei jedem noch so kleinen Schritt überwacht und bewiesen werden musste, weil man davon ausging, dass sein eigenes Interesse darauf ausgerichtet ist.
Und die vielen Scheine, die du mehr machen musst… Sind die alle so aufwändig wie ein Magisterschein, mit Referat von 45-135 Minuten und dazugehöriger Hausarbeit mit 20 Seiten? Oder sind da doch so einige Sitzscheine dabei, die teilweise auch als Leistungsnachweis deklariert werden, also ein fünfminütiges Referatchin oder ein Sitzungsprotokoll umfassen?
Ein Master muss wesentlich mehr Leistung nachweisen als ein Magister, zweifellos. Ob er wirklich mehr geleistet hat als ein Magister, und vor allem, ob er in den nicht nachzuweisenden Fähigkeiten wie Selbstorganisation, selbstständigem Denken und nach eigenen Interessen
ausgelegter Bildung an den Magister heranreicht, wage ich stark zu bezweifeln.

Viel Spass noch beim studieren!

Grüsse

Jörg

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