Wie kann ich jemandem eine Depression erklären?

Hallo,

ich benötige dringend eure Hilfe, weil ich nicht mehr weiß, was ich tun soll.

Ich habe letzte Woche Mittwoch zum wiederholten Mal versucht, mir das Leben zu nehmen und es ist das zweite mal, dass ich mir dabei eine schwere arterielle Verletzung am Handgelenk zugefügt habe. Doch das erste mal, dass ich mir Hilfe gesucht habe. Ich war drei Tage in der Psychiatrie und habe mich dann gegen den dringenden Rat der Ärzte nach Hause entlassen, um mich ambulant weiterbehandeln zu lassen. Diagnose: rez. Depression (mittelschwere Episode)

Mein eigentliches Problem dreht sich nicht um mich, sondern um meinen Freund, auch wenn mir dazu eigentlicch die Kraft fehlt und ich meine Energie für meine baldige Genesung einsetzen will. Er versteht einfach nicht, was mit mir los ist und ich glaube, momentan ist er sogar in einer noch schlechteren Verfassung als ich. Ich habe ihm mehrfach erklärt, was eine Depression ist und worum es sich dabei handelt und da ich selbst Krankenschwester bin, kenn ich mich damit auch ein wenig aus. Doch er macht mir nur Vorwürfe und fragt mich ständig, wie ich ihm das antun konnte, unterstellt mir, ihn nicht zu lieben und macht mir ständig ein schlechtes Gewissen, indem er mir sagt, wie schlecht es ihm geht.

Mehrfach habe ich ihm erklärt, dass ich krank bin, dass ich nur MIR etwas antun wollte und niemandem sonst und dass ich das getan habe, weil ich einfach am Ende meiner Kräfte war, ich einfach nicht mehr konnte.

Anstatt froh zu sein, dass nichts schlimmeres passiert ist, ich bereit bin, mir helfen zu lassen und es mir langsam wieder besser geht, zieht er mich immer weiter runter. Ich war schon so weit zu sagen, dass er demnächst erstmal keinen Kontakt zu mir suchen soll, aber das will er auch nicht. Da mein Freund (übrigens 28 und somit auch kein Kleinkind mehr) zur Zeit im Ausland arbeitet, tel. wir täglich über Skype. Ihn da zu sehen, zerreißt mich förmlich und während ich so langsam wieder fähig bin, auch mal wieder über etwas lachen zu können, verzieht er keine Miene und ich schäme mich dafür.

Im Großen und Ganzen: Mein Freund versteht die Situation nicht und macht mir alles schwerer, als es von allein schon ist. Was kann ich tun? Wie kann ich ihm die Krankheit plausibel erklären? Oder ist er einfach nur egoistisch?

Bitte helft mir, ich will ihn nicht verlieren, aber so wird es kommen, wenn er sich nicht einkrieg

Hallo Beccl,

ich kann Dich und Dein Problem gut verstehen. Mir ging es auch so, dass ich meiner Partnerin nicht klar machen konnte, was in mir vorgeht und wie schlimm ich das Ganze empfand. Ich wollte nur noch, dass es aufhört und habe deshalb auch meinen Suizid geplant.

Aber zu Deinem Problem kann ich nur sagen, wenn Dein Freund nicht bereit ist sich mit der Krankheit und ihren Ausprägungen auseinander zu setzen, wir eure Beziehung scheitern. Es wäre nicht die erste Beziehung die an dieser Krankheit zerbricht.

Ich kann Dir nur raten schildere ihm Deine Empfindungen und versuche weiter ihn für die Krankheit zu interessieren. Lass ihn in den Foren zu Depressionen die Schilderungen anderer Kranker lesen, vielleicht hilft ihm das Dich und Deine Krankheit besser zu verstehen.

Du mußt auf alle Fälle alles tun, was Dir hilft aus der depressiven Episode raus zukommen. Wen er Dir dabei nicht helfen kann oder will, beende die Beziehung.

Was Dir weiter helfen kann in Deiner Beziehung zu Deinem Freund ist ein Psychotherapeut. Ich habe damit (kognitive Verhaltenstherapie) gute Erfahrungen gemacht.

Herzliche Grüße
Erhard

Hallo Erhard,
erstmal vielen Dank für Deine verständnisvolle Antwort!

Mittlerweile glaube ich, dass alles sogar noch viel schlimmer als befürchtet ist.
Wir haben vorhin per Skype tel., da er momentan noch in Spanien ist und erst Freitag nach Hause kommt. Er stellte mir ständig Fragen, wie, womit und wo ich versucht habe, mich umzubringen. Langsam glaube ich wirklich, dass nicht ich den Therapeuten benötige, sondern er. Denn während ich krampfhaft versuche, wieder etwas Freude an meinem Leben zu empinden, nimmt er sie mir sogleich auch wieder. Ihn so fertig zu sehen, zerreißt mich förmlich, aber mir sind die Hände gebunden und eigentlich weiß ich auch, dass ich ihm so lange nicht helfen kann, bis ich mir selbst geholfen habe. Dann sitzt er biertrinkend vor dem Computer und erzählt mir, dass er jetzt erstmal eine Aspirin braucht. Warum tut er das? Er bweiß, dass ich dafür kein Verständnis habe, weil ich selbst Krankenschwester bin. Will er damit meine Aufmerksamkeit auf sich lenken? Fühlt er sich vernachlässigt aufgrund der Tatsache, dass ich in seinen Augen mit meinem Suizidversuch völlig egoistisch gehandelt habe?

Liebe Grüße:frowning:

hallo liebe Unbekannte,
ich bin seit 7 Jahren unheilbar am Herzen erkrankt, wurde zwangsberentet und konnte von einem auf den anderen Tag meine Familie nicht mehr ernähren. Dazu habe ich dann eine handfeste Depression entwickelt. Auch ich habe etliche Suizidversuche hinter mir. Medikamente hatte ich genug. Zum Glück habe ich noch einen biventrikulären Herzschrittmacher mit Defibrillator, das hat das schlimmste verhindert, aber
meine Suizidversuche waren eigentlich Hilferufe. Die aber keiner bemerkt hat. Hätte ich selbst nicht die Reißleine gezogen, könnte ich dir heute nicht mehr schreiben.
Mittlerweile geht es mir psychisch ganz gut. Ich leite seit 3 Jahren eine Selbsthilfegruppe zu dieser Erkrankung und habe viel Aufklärungsmaterial, was dir und deinem Freund mit Sicherheit einige Fragen beantworten kann. Ich kann dir das gern zuschicken (100% Diskretion).
Wichtig ist, dass du wissen mußt, das sich bei einer Depression der Stoffwechsel im Gehirn krankhaft verändert. Das kriegt man nur mit Medikamenten hin. Von daher ist der erste Schritt oft die Behandlung in einer Psychatrie. Anschließend kann man in einer weiterführenden Therapie die Ursachen ergründen und beseitigen. Hier gibt es unterschiedliche Lösungen.
Wichtig ist, dass du erst einmal mit dir klar kommst. Da darf dein Freund im Moment nur zweitrangig sein.
LG Johnny

Hi,

es tut mir leid, aber ich glaube nicht, dass ich Dir viel helfen kann.
Du weißt alles selber, hast ja auch schon so mit Deinem Freund geredet.
DU bist krank und brauchst Hilfe. Bekommst sie aber von ihm nicht.
Und so kämpfst Du an 2 Fronten - gegen die Krankheit und gegen das Unverständnis Deines Freundes.
Ich glaube, dass das zusammen zu schwer ist und dass Du dadurch nicht gesunden kannst.

Wenn Du Dich nicht trennen willst, wäre vielleicht eine Option, eine Weile auf Abstand zu gehen. So dass Du in dieser Zeit Dich nur um Dich selber kümmern kannst.

Wobei ich nicht verstehe, warum Du nach 3 Tagen aus der Klinik gehst. In dieser akuten Phase kann man Dir da besser und effektiver helfen als in einer ambulanten Physiotherapie, wo Du nur einmal pro Woche hin gehst oder so.
Vielleicht überlegst Du es noch mal mit einem Klinikaufenthalt.

Ich wünsche Dir alles Gute und hoffe sehr, dass es Dir bald besser geht!
.

Erstmal vielen lieben Dank für Deine nette Antwort und es ist schön zu hören, dass Du Deine Depression überwunden hast und es Dir somit besser geht!
Über Aufklärungsmaterial, welches mir und meinem Freund weiterhelfen könnte, wäre ich sehr dankbar!

Vermutlich war es auch bei mir ein Hilferuf. Ich habe mich zwar so verletzt, dass es „totsicher“ war, jedoch dann angst bekommen, was dann weiter passiert. Ich nehme jetzt Cipralex - Tropfen. Erst sollte mit Trevilor begonnen werden, aber da waren die Nebenwirkungen zu schlimm und der Oberarzt in der psychiatrischen Klinik meinte dann, dass Cipralex leichter zu dosieren ist.
Da ich selbst Krankenschwester bin, gehöre ich vermutlich zu der Kategorie „schwieriger Patient“. Also war es für mich ziemlich schlimm, im Krankenhaus sein zu müssen, ich habe mich vor allem geekelt, konnte nichts essen usw. Zu Hause geht es mir besser, wobei ich noch immer nicht weiß, wie es weitergehen soll. Bisher war ich nur beim Hausarzt und Freitag habe ich dann einen Termin bei einer Neurologin. Auch um die Arbeit, es wird schon jetzt viel über mich geredet und spekuliert, wie ich durch eine enge Kollegin erfahren habe. Das ist alles so viel auf einmal und dann noch das mit meinem Freund und dabei wünsche ich mir nur, dass er lieb zu mir ist. mehr erwarte ich gar nicht.

Ich habe sogar den Eindruck, dass es von Tag zu Tag schlimmer mit ihm wird. Jedes mal ist etwas anderes und er gibt mir gar nicht die Möglichkeit, einfach mal ein normales Gespräch mit ihm zu führen. Ich will endlich mal wieder lachen können und die Freude am Leben wieder finden, aber wenn ich ihn sehe, bekomme ich gleich ein schlechtes Gewissen, wenn mir mal ein Lächeln über die Lippen fährt.

Hallo,

danke, für Deine Antwort.

Das war auch mein Vorschlag, dass wir einfach mal eine Pause einlegen, bis ich mein Leben wieder auf die Reihe bekommen habe. Nur davon lässt er sich wenig begeistern. Ich habe sogar den Eindruck, dass er sich von mir irgendwie abhängig macht. Er denkt scheinbar, dass er sich genauso fühlen muss wie ich und redet auch so, z.B. :wenn es Dir schlecht geht, gehts mir auch schlecht. Ich will ihn einfach nicht runter ziehen, aber ich habe auch keine Kraft, ihm das zu geben, was ich eigentlicht bräuchte, nämlich Halt, Zuversicht und Liebe.

Und zu dem Thema Psychiatrie: Das Problem ist, dass ich selbst Krankenschwester bin und somit zähle ich in die Kategorie „schwieriger Patient“. Mir geht es zu Hause besser. Die Tage im Krankenhaus waren echt Horror für mich. Ich konnte nichts essen, nicht schlafen wegen schnarchender Mitpatienten und vor allem habe ich mich geekelt. Lasse mich jedoch ambulant weiter behandeln und auch Medikamente nehme ich schon ein.

Danke für die lieben Wünsche! Liebe Grüße

gut!
und: bei Dir dreht sich alles nur um ihn: wie es ihm geht, dass er keine Beziehungspause will, dass er meint, dass es ihm schlecht geht, wenn es Dir schlecht geht - also immer nur „ER“. - Du musst anfangen, ihn aus Deinem Zentrum raus zu schieben und endlich Dich und Deine Nöte zu sehen.
Im Moment musst Du Dir wichtiger sein.
Ist nicht einfach, ich weiß. Aber Dir soll es doch besser gehen, also: Augen zu und durch!

Hi liebe Unbekannte,
die größten und wichtigsten Schritte hast du schon geschafft: erkennen, das man krank ist und Hilfe in Anspruch nehmen. Das muß auch dein Freund durchmachen. Du kannst ihm nicht helfen. Da machst du nur deine Fortschritte wieder kaputt und das mußt du ihm sagen. Du mußt erst einmal selbst wieder mit dir klar kommen, bevor du anderen wieder helfen kannst. Meide das, was dir nicht gut tut! Befolgst du das nicht, geht ihr schlimmstenfalls beide unter.
Depression ist eine lebensgefährliche Krankheit, aber das weißt du ja schon. :frowning:
Die Ursachen dieser Erkrankung sind sehr vielschichtig.
Zu geringem Maße ist es erblich veranlagt und zu weit aus größerem Anteil spielen frühkindliche Erfahrungen (Oft ist man sich dessen gar nicht bewußt. So etwas kann man aber therapeutisch aufarbeiten.) eine große Rolle und natürlich auch die aktuellen Ereignisse, z.B. eine schwere Erkrankung, der Verlust eine lieben Menschen oder Haustieres, Streß, Zukunftsängste, Liebesentzug, Veränderungen im Alltag, der Anspruch, immer perfekt zu sein, für alle da sein zu wollen, nie „NEIN“ sagen können, geliebt werden wollen usw. usf.
Außer bei den vererblichen Faktoren kann man gegen alle anderen Ursachen etwas tun.
Mir hat dabei der Aufenthalt in der clemens-august-klinik in Neuenkirchen-Vörden ( http://www.clemensaugust.de/ ) sehr geholfen.
Das ist eine psychosomatische Klinik. Solche Kliniken sind auf die Ganzheitlichkeit des Menschen ausgerichtet. Man geht dort nach dem Motto, ist der Körper gesund, gesundet auch die Seele und eine gesunde Seele fördert den gesunden Körper. Das ganze ist keine geschlossene Anstalt, sondern eher wie eine Kur. Man bekommt viele Anwendungen, die einem sehr gut tun und man lernt dort, warum man depressiv geworden ist, was man dagegen machen kann und wie ich mir selbst helfen kann und was ich machen muß, damit ich gut mit dieser Krankheit leben kann oder vielleicht wird man sogar geheilt.
So, ich glaube, das war erst einmal genug input für heute. :wink:
Lies dir das in Ruhe durch und verarbeite es ein wenig. Du kannst mir gern weitere Fragen stellen.
Infomaterial kann ich dir im Moment leider nicht zuschicken, da ich im Moment nicht zu Hause bin und das kann auch noch ein paar Tage dauern. Ich bräuchte dann auch noch deine Anschrift.
LG Johnny

Hallo Bccl!
Ich möchte dir gerne antworten, aber zuerst einmal eine Frage, kannst du dir deine Depression selbst erklären?

Bei mir ist die große Traurigkeit und Antriebslosigkeit oft nicht zu erklären, sie kommt oft ohne Vorankündigung ganz plötzlich und ich muss sie dann einfach annehmen und mir Hilfe holen.
Im Kopf habe ich dann den Titel eines Buches über Depressionen „Depressionen überwinden - Niemals aufgeben“. Diesen Satz sage ich mir dann immer wieder vor.
Ich fühle mich in der Depression total gelähmt. Da hat mir hat mal das Bild einer Psychologin geholfen:
Wir wissen alle, dass ein Zeichentrickfilm aus vielen einzelnen Bildern entsteht. In der Depression läuft kein lebendiger Film. Ich stehe bei einem Bild und weiß nicht, ob und wann das nächste Bild kommt. Ich kann es auch nicht erzwingen.

Wenn dir das Lesen nicht zuviel Mühe macht:
Ich gucke manchmal auf die Seiten vom „Kompetenznetz Depression“ oder lese „Tagebücher einer Depression“
Im „Kompetenznetz Deprssion“ gibt es einen „Erfahrungsbericht“, der viele gute Hinweise gibt.
Für deine dringende Frage, wie du deinem Partner Depression erklären kannst, mit der Hoffnung, dass er dich versteht und dir beisteht, fand ich einen Bericht unter www.sona-vita.de
Dort „Praxis“ anklicken
dort findest du am Schluss
unter „Infos/ Downloads“
„Depressionen“
einen längeren Beitrag zu
„Partnerschaft in der Depression“

Ich wünsche dir Licht am Ende deines persönlichen „Tunnels“
Es grüßt dich Induk

Hallo,

also, zuerst mal: wenn du suizidal bist, solltest du DRINGEND über einen stationären Aufenthalt nachdenken. Sich selbst zu entlassen drei Tage nach einem ernstzunehmenden Suizidversuch ist sehr heikel und du solltest das Ganze deutlich ernster nehmen …!

Das Problem mit deinem Freund finde ich dagegen schon fast zweitrangig … er kommt damit nicht klar und natürlich belastet die Gesamtsituation euch beide. Momentan scheint ihr euch gegenseitig alles andere als gut zu tun.

Du solltest in erster Linie im Moment an dich selbst denken und dein Freund kann, wenn er sich wirklich dafür interessiert, z.B. mal einen Ratgeber lesen. Es gibt genug Literatur in der versucht wird zu erklären, was Betroffene in einer Depression durchmachen.

Jemand, der eine psychische Erkrankung nicht selbst kennt, wird das alles aber meiner Ansicht nach sowieso nur theoretisch erfassen können. Es wäre natürlich schön, wenn er wenigstens das versuchen würde, aber verlangen kannst du das nicht von ihm.

Außerdem könnte ich mir vorstellen, dass ein stationärer Aufenthalt euch beiden eine gewisse Atempause verschaffen kann, das könnte ja auch gut für die Beziehung sein. Abgesehen davon, dass es dir das Leben retten könnte.

Ich wünsche dir viel Kraft für die nächste Zeit und geh unbedingt in die Klinik, bevor du einen weiteren Versuch unternimmst!! In Akutpsychiatrien ist rund um die Uhr jemand da, du kannst also auch nachts vorbei gehen und mit einem Arzt sprechen.

Aber das weißt du ja sicher, wenn du Krankenschwester bist.

Viele Grüße,
A.

Hallo,

erstmal vielen Dank für Deine verständnisvolle Mail und den guten Link von Sona-vita. Scheinbar ist es wirklich so, dass nur Menschen, die eine solche Erkrankung selbst durchmachen, den Zustand verstehen. Wobei es für mich immer noch schwierig ist, meine jetzige Situation als Krankheit zu sehen, denn eigentlich geht es mir einigermaßen gut und ich habe mir meine Traurigkeit immer als persönliche Charaktereigenschaft eingeredet.

Ich glaube, zu wissen, woher meine Traurigkeit und das viele Grübeln kommen. Vermutlich hat es schon in meiner Kindheit angefangen, die durch viel Alkohol im Spiel nicht immer ganz schön war. Sogar als Kind / Jugendliche habe ich mir in scheinbar ausweglosen Situationen viele Tabletten einverleibt, um meinem Leben ein Ende zu bereiten. Es hat nie geklappt und nie hat jemand davon erfahren. Als ich dann mit 16 mein Leben selbst in die Hand genommen habe, ging es mir zunehmendst besser. Doch trotzdem holt mich auch heute noch oft die Vergangenheit ein, es häufen sich Kleinigkeiten, dazu dann noch die unschöne Arbeit und es kommt zum Zusammenbruch. Ich denke dann immer, dass ich einfach nicht mehr kann, mir mein gesamtes Leben aus den Händen gleitet und ich mich nicht mehr Tag für Tag quälen will. Diesmal war es besonders schlimm und meine Verletzung am Handgelenk schlimmer als sonst. Der Schock als das Blut lief, hat mir erst die Augen geöffnet und ich habe nach langen Gesprächen mit meiner Freundin gemerkt, dass ich Hilfe benötige. Ich nehme jetzt Antidepressiva und habe in der nächsten Zeit mehrere Erstgespräche mit Therapeuten und einen gefunden, der sogar noch zwei Therapieplätze frei hat, die, wie ich jetzt festgestellt habe, Mangelware sind. Aber es ist auch gut zu wissen, dass man nicht alleine ist.

Wie hat sich bei Dir Deine Erkrankung geäußert? Woher rührt sie bei Dir? Wie geht es Dir jetzt und was hast Du in Deinem Kampf dagegen alles unternommen?

Auch Dir wünsche ich alles Gute und dass Du den Kampf gewinnst!!!

Liebe Grüße Rebecca

Hallo,

da ich, wie bereits erwähnt, selbst Krankenschwester bin, ist es mir unerträglich in ein Krankenhaus zu gehen. Aber ich nehme schon Antidepressiva und habe jetzt mehrere Erstgespräche mit Therapeuten und der eine hat sogar noch zwei Therapieplätze frei, die wohl Mangelware sind, wie ich jetzt erfahren musste. Also tue ich schon alles dafür, dass ich auf einen Weg der Besserung komme und auch dafür, das Leben meines Freundes zu erleichtern.

Den Abstand will mein Freund auf keinen Fall, denn ich war schon so weit zu sagen, unsere Beziehung erstmal und bis sich alles beruihgt hat, ruhen zu lassen. Doch davon will er nichts hören und es ist für ihn unakzeptabel.

Liebe Grüße Rebecca

Hallo,

ist schon mal gut, dass du dich um einen Therapieplatz bemühst …

Und ich wünsche dir, dass du dir irgendwann mehr Gedanken um das, was DU willst machst als um das, was dein Freund vielleicht für richtig hält …

Grüße und alles Gute,
A.

Hi,
schwere sache… aber ich bin ehrlich zu dir…
mein einziger rat ist, dass du deinen weg alleine gehen solltest. ich weiss genau, wie schlimm und scheisse der gedanke ist und das man einfach alles versuchen will, dem jenigen zu erklären, was in einem vor geht und das man den weg weiter mit dieser person gehen möchte. aber das wird auf dauer nicht gut gehn. ich rede da aus erfahrung. bei mir ging es 3 1/2 jahre… bei mir wurde vor vielen jahren das bordeline syndrom festgestellt… mit allem drum und dran, svv etc… und meine freundin war genau so. ich hab mich jedoch iwann weiter entwickelt und sie sich nicht. sie verstand das alles nicht so wirklich, hat alles anders wahr genommen, wollte nichts wahr haben. und das hat mich immer mehr kaputt gemacht und mich immer mehr ins tiefe gezogen. wir haben auch zusammen gelebt, dass machte alles nur noch schlimmer. also weiss ich genau, was in dir vor geht. jedoch hab ich irgendwann einmal den entschluss gefasst und hab mich von ihr getrennt. und ich sag dir, dass war das beste, was mir hätte passieren können!! natürlich spielen viele sachen verschiedene faktoren, aber dieser schritt, ist einer der wichtigsten! wenn du willst, dass es dir wieder gut oder besser geht, wenn du aus deinem loch raus willst, dann gibt es nur noch den ausweg… gehe deinen weg alleine. du wirst sehen, es gibt noch jmd. der dich versteht, der dir hilft, der den weg mit dir zusammen geht und das in der positiven seite des lebens. und auch wenn man sehr oft glaubt, dass es diese gar nicht gibt, gibt es die! also entweder du verlierst dein leben und alles, was mit deinem leben zu tun hat oder du trennst dich von ihm, lässt dir helfen und kommst wieder auf deine beine. denn zusammen gehts auf dauer leider nicht gut, so sehr man will, so gerne man den weg zusammen gehen möchte… ich hab bislang immer die erfahrung gemacht, dass es menschen gibt, die „geeigneter“ für einen sind, dies verdienen, mit ihnen den weg gemeinsam zu gehn.

denke darüber noch einmal nach, so sehr dinge schmerzen, auch dieser schmerz lässt nach und vergeht. ich hoffe, ich konnte dir irgendwie weiter helfen und wünsche dir alles erdenklich gute!

Hallo und guten Tag Rebecca!
Schön, dass du mir geantwortet hast. Mir tut es gut, zu wissen, dass meine Mail angekommen ist und dass ich mir nicht umsonst Gedanken gemacht habe.
Selbsttötungs-Gedanken kenne ich auch, das gehört wohl zu der Krankheit. Manchmal gehen mir auch Gedanken durch den Kopf, die ich Suizid-Fantasien nenne.
Was mir neben der professionellen Hilfe immer wieder hilft, dass ich das den Menschen, die mir etwas bedeuten, nicht antun möchte. Sie kennen mich ja auch aus meinen guten Phasen. Dazu kommt das Wissen, dass Depressionen vorüber gehen.
Da ich im Augenblick auch in keiner sehr guten Verfassung bin, möchte ich heute nicht mehr schreiben.
Wie hast du am Schluss so aufmunternd geschrieben: Ich wünsche dir, dass du den Kampf gewinnst!
Das wünsche ich dir auch. Dazu gute Hilfe und Klärung für dich und deine Probleme.
Es grüßt dich
Christine

Was kann ich tun?

Aus der Ferne ist es schwierig, das einzuschätzen. Aber ein ruhiges, klärendes Gespräch hat noch nie geschadet. Der Tipp wird dir wahrscheinlich nicht wirklich weiterhelfen. Du könntest versuchen, auf deinen Freund einzugehen, um herauszufinden, was ihn wirklich stört.

Wie kann ich ihm die Krankheit plausibel
erklären?

Ich denke, als Krankenschwester bist du besser in der Lage, das auszudrücken, als die meisten hier. Meinst du nicht auch?

Oder ist er einfach nur egoistisch?

Ob dein Freund egoistisch ist oder nicht, will ich anhand der vorliegenden Informationen beim besten Willen nicht beurteilen. Es hört sich für mich allerdings ein wenig so an, als könnte er den Eindruck haben, dass du nicht rechtzeitig mit ihm über das Thema gesprochen bzw. ihn nicht genug involviert hast und er sich vielleicht „außen vor“ fühlt. Von der Partnerin gesagt zu bekommen, dass sie sich wiederholt umbringen wollte, kann einen schon aus der Fassung bringen. Sind aber wie gesagt alles nur Mutmaßungen.

Guten Tag,

Hallo,

Hallo ,

auch ich bräuchte Auskunft zu diesem Thema.
Meine Frau und ich seit 10 jahren verheiratet zwei Kinder.
Sie ist seit 7 Wochen in einer Burnout Klink anfangs um eine Scmerztherapie (ständiges Kopfweh) zu machen.
Dann kam immer mehr dazu man ging dann von einem Burnout aus . Sie hatte zwei Panikattacken . Sie bekonmt was ich weiß Trevilor 150 Mg morgens und auch Schlafmittel und Blutdruckmittel.
Wir sahen sie nur am Wochenende und die Kidsund ich haben abends 10 min telefoniert. Wir wollten eigentlich zusammen die Sache überstehen jetzt will sie sich auf einmal trennen von heute auf morgen ich bin völlig ratlos wer kann mir mit nen Tipp helfen???
Gruß

Hallo,

so eine Situation zu überstehen, ist sehr schwierig für eine Beziehung. Auch bei meinem Freund und mir war bzw. sind meine Depressionen eine harte Belastungsprobe. Nur, dass ich aufpassen muss, ihn nicht zu verlieren.

Ich würde Dir vorschlagen, ihr Zeit zu geben, Sie auf keinen Fall unter Druck zu setzen, aber Du solltest ihr trotzdem zeigen, dass Du sie liebst.

Viel weiterhelfen konnte ich Dir da leider nicht.

Viele liebe Grüße

Hallo,

@Beccl
danke für die Antwort .
Ja langsam denke ich wohl das ich das Problem warum sonst ändert sie Ihre Meinung von einer Woche redeten wir noch von Urlaub neues Auto etc jetzt will sie gehen mit Kids und stößt mich weg.Kann das Medikament Trevilor damit zu tun haben?