Hallo Peter,
einfache Antwort gibts leider keine.
Die einzige Antwort kann doch nur sein:
Stimmt schon, aber der Prozess zieht sich mitunter auf schleichende Art und Weise. Der Antisemitismus ist beispielsweise nicht durch Hitler entstanden und auch nicht mit ihm verschwunden.
Nicht mitmachen bei Ausgrenzung, Verunglimpfung, Anfeindung.
Ist wichtig!
Ganz wichtig ist: Meinung sagen!
Ist auch wichtig! Wenngleich nicht immer und überall leicht möglich.
Und zwar schon dann, wenn es nur unangenehm ist,
Die Möglichkeit haben wir heute, oder wie hat Reinhard May gesungen:„Die Freiheit nutzt sich ab, wenn Du sie nicht nutzt.“
und man noch nicht dafür eingesperrt oder verschleppt wird, oder
schlimmeres.
Stimmt, wenn man sie jetzt nicht nutzt, wann dann?
Was ist daran so schwierig, Feindbilder einfach zu meiden, die
Begriffe Gut und Böse einfach nicht mehr auf Menschen
anzuwenden?
Wenn nur nicht immer so viele überzeugt wären, sie und nur sie besitzen die Wahrheit.
Feindbilder sind nicht immer leicht zu meiden und kommen auch nicht immer klar deklariert daher. Wäre es so, wäre es einfacher.
Warum ist es so schwierig, ein Verhalten zu pflegen, welches
anderen Menschen, ihrem Glauben, und ihrer Kultur Raum lässt?
Es gibt leider genug Prediger auf unserer guten alten Mutter Erde.
Es ist mit unserem Erfahrungsschatz in Deutschland doch
schwach, mit dem Finger auf Länder zu zeigen, in denen dass
nicht klappt, mit der Schulter zu zucken, und zu sagen: „Ohne
Verdrängung, Rassismus, Krieg, usw, können die Menschen halt
nicht leben, was soll ich also machen?“.
Stimmt und stimmt nicht. Menschen neigen bedauerlicherweise zur Vereinfachung und Vereinfachungen sind der erste Schritt zu Vorurteilen und Vorurteile sind der erste Schritt zu Feindbildern.
Zweifellos sollten Dinge beim Namen genannt werden.
Zweifellos lässt sich auch das eine oder andere direkt machen.
Und wenn jedeR einen kleinen Schritt tut, sind viele Schritte getan.
Natürlich kann doch jeder einzelne ohne weiteres dafür sorgen,
dass mit ihm solche Schweinereien nicht möglich sind!
Kann und kann er/sie nicht. JedeR nur im Rahmen ihrer/seiner Möglichkeiten.
Keine Hetze gegen Menschen!
Soll so sein, wäre schön. Was machst Du allerdings mit denen, die dennoch hetzen?
Meinungsfreiheit beanspruchen, und gewähren!
Mach mal!
Keine Einteilung der Menschen in Gute und Böse!
Auch das!
Denen widersprechen, die mit Angst Einfluss gewinnen möchten!
Ditto!
Bleibt noch die Frage: was machst Du mit denen, die sich an Deine edlen Vorsätze nicht halten?
Da gehört noch nicht mal viel Mut und Zivilcourage dazu, um
mit diesen Grundsätzen ein jedes Regime unmöglich zu machen.
Ich stell mir grad mal vor, wer sich vor grölende Neonazis stellt.
Ich stell mir grad mal vor, eine zarte Dame versucht einen besoffenen Vorurteilsverbreiter in die Schranken zu weisen.
Ganz so leicht, wie Du meinst, ist es dann doch nicht. In den speziellen Fällen gehört mitunter schon etliches an Mut und Zivilcourage dazu. Aber, was hilfts; viele andere Möglichkeiten bleiben uns nicht.
Gruß,
nächtlichen Gruß zurück
Peter
Wolkenstein
(Mit mir nicht!)
Ist schön und nachahmenswert, nur: hier unter uns spricht sich leicht.