Wie löst man sich von der mutter

oder besser wie steh ich endlich MEINE frau. also ich bin in der 3. dekade, hab zwei kinder und nen tollen mann. mein job ist auch schön-kurz um alles sollte i.O. sein. isses aber nicht. ich leide seit jahren unter generalisierter angst, panikattacken, herzphobie etc…bin auch in therapie…und jetzt an nem punkt, wo ich sage, ich mag nimmer…nicht mehr drüber reden, warum ich angst hab, warum ich körperliche symptome zeige…ich möchte weiter, möchte leben,möchte mich auch innen erwachsen fühlen.seit dem ich diese gedanken habe, geht es mir aber noch schlechter,noch mehr symptome, noch mehr angst…
zu meiner vorgeschichte: vater immer alkoholiker, mutter hats vertuschen wollen- mit aller macht. war kaum für uns da. ich musste schon früh emotional für sie sorgen- auf der anderen seite traut sie mir nichts zu und so ist es bis heute.nur ich mag nicht mehr.
hat vielleicht jemand einen rat für mich.

sorry fürs kleinschreiben und danke für eure hilfe

Hi

bin auch in therapie…und
jetzt an nem punkt, wo ich sage, ich mag nimmer…nicht mehr
drüber reden, warum ich angst hab, warum ich körperliche
symptome zeige…ich möchte weiter, möchte leben,möchte mich
auch innen erwachsen fühlen.seit dem ich diese gedanken habe,
geht es mir aber noch schlechter,noch mehr symptome, noch mehr
angst…

An diesem Punkt wäre es imho ganz falsch, bei der Therapie „nachzulassen“ - du musst da durch, das könnte ein Knoten sein, der sich durch intensives Weiterarbeiten mit deinem Therapeuten dann endlich löst.
Viel Erfolg wünscht dir
Branden

Wonach Du fragst ist ein Konzept zum Nachholen der „psychischen Reife“, eventuell auch von Seiten Deiner Therapie nicht geboten. Sonst würdest Du Dich ja nicht hier erkundigen, wie es möglich und machbar wäre, die psychische Infantilität einschl. der begleitenden Hörigkeit an die Mutter (und ihren späteren Ersatzpersonen) zu überwinden… Psychische Reifung setzt artgerechte Beziehungen ab der Geburt voraus; fehlen sie, so wie in unserer gesamten Gesellschaft, bleibt das Kind hinsichtlich seiner seelisch-/gefühlsmäßigen Entwicklung im Alter eines Säuglings fixiert, genau dessen Todespanik empfindend, sobald sich die Mutter entzieht bzw. emotionell versagt, oder sonst dem trotz allem entfalteten Intellekt die Notwendigkeit zu dämmern beginnt, sich für ein wahrhaft glückliches Leben gefühlsmäßig vom Mutterliebes-Nachholbedürfnis - endlich! - lösen zu müssen…

Wie sich das der Psychischen (Nach-/Reifung vorauszusetzende Beziehungsumfeld im einzelnen strukturiert, bzw. auf Grund welcher angeborenen Bedürfnisse sich diese Beziehungsdynamik entfaltet, läßt sich weder in Kürze noch hier an diesem Ort vermitteln, einerseits, weil der Mensch ein sehr komplexes Wesen ist, und anderseits vor allem, weil sich ihm - wenn er bereits an etlichen psychischen Störungen leidet - entsprechend schwere Hemmnisse in den Weg stellen, sich mit solchem Modell des artgerechten Zusammenlebens zu befassen. Wahrscheinlich hindern Dich an der seelischen Nachreifung sämtliche der Schein-/Glücks- und -wertvorstellungen unserer patriarchalischen Gesellschaft, die man Dir ab Geburt beigebracht hat oder die Du von selbst verinnerlicht hast mangels der die psychische Gesundheit garantierenden Alternative.

Kannst Du so weit ungefähr folgen? Hast Du Fragen?

oder besser wie steh ich endlich MEINE frau. also ich bin in
der 3. dekade, hab zwei kinder und nen tollen mann. mein job
ist auch schön-kurz um alles sollte i.O. sein. isses aber
nicht. ich leide seit jahren unter generalisierter angst,
panikattacken, herzphobie etc…bin auch in therapie…und
jetzt an nem punkt, wo ich sage, ich mag nimmer…nicht mehr
drüber reden, warum ich angst hab, warum ich körperliche
symptome zeige…ich möchte weiter, möchte leben,möchte mich
auch innen erwachsen fühlen.seit dem ich diese gedanken habe,
geht es mir aber noch schlechter,noch mehr symptome, noch mehr
angst…
zu meiner vorgeschichte: vater immer alkoholiker, mutter hats
vertuschen wollen- mit aller macht. war kaum für uns da. ich
musste schon früh emotional für sie sorgen- auf der anderen
seite traut sie mir nichts zu und so ist es bis heute.nur ich
mag nicht mehr.
hat vielleicht jemand einen rat für mich.

ich würde empfehlen den therapeuten zu wechseln. er scheint das problem nicht zu sehen.
du solltest darüberhinaus vielleicht nichts im alleingang machen - vielleicht können dir mann und kind helfen.

klebst du denn an der mutter? oder kleben deine kinder an der oma?

Hallo,
die Kindheit ist prägend, keine Frage. Du bist in therapeutischer Behandlung und wenn Du damit Erfolg haben willst, tut es meist weh. Es gibt Widerstände, die unbequem sind, Erinnerungen die schmerzen und die Knoten, die Du beschreibst lösen sich nicht von alleine und auch nicht in dem Du daran zerrst, sondern durch geduldige Arbeit. Du bist auf dem richtigen Weg!

Es gibt diverse Bücher über die Aussöhnung mit dem inneren Kind - das könnte Dir helfen.

Wie ist denn das Verhältnis heute zu Deinen Eltern?
Irgendwann gehört ein Gespräch mit Deiner Mutter dazu. Versuche keine Schuldigen zu suchen. Alkoholsucht ist nicht freiwillig, Deine Mutter hat gelitten und eine Lösung gesucht (zugegebener Maßen nicht im richtigen Ansatz, aber sie hätte auch selbst Alkoholikerin werden können) und Du hast als Kind darunter gelitten. Das wird sie wissen, aber Du solltest ihr das nochmal mit Deinen Gefühlen schildern.

Liebe Grüße

Mit Mutter reden…!?
Hallo!

Möchte dazu mal einwenden, daß es auch ein Rückschlag sein kann mit der Mutter ein Gespräch zu suchen!

Aus eigener ERfahrung…muss eine Mutter NICHT das Ansehen und Verstehen haben, daß man als Kind gelitten hat!
Und da spielt es auch keine Rolle, was man als Erinnerung anbringt-- und wohl jeder Aussenstehende auch als „belastend“ erkennen würde!

Auch klar, daß es bei so einem Gespräch nicht um Vorwürfe gehen darf sondern nur darum, daß man von sich erzählt und bestenfalls sogar der Mutter „die Hand reicht“ indem man seinerseits mit Verständnis für deren Situation damals argumentiert!

Eine Mutter muss also nicht auf das eingehen, was man selber im Gespräch sucht…und es kann sogar zu neuen Verletzungen kommen, denn man geht sehr offen auf diesen Menschen zu…der dann vielleicht selber in absolutem Selbstschutz dann wieder die „alten Muster“ rausholt und damit treffen kann!

Sowas muss nicht sein…kann aber (siehe eigene Erfahrung!).
Insofern…sollte man sich auf so eine Situation vorsichtig einlassen…nicht zuviel erhoffen…

WENN…so ein Gespräch stattfindet…und dann gut verläuft…ist es sicher Balsam für die Seele…und kann zur Heilung der Verletzungen gut beitragen…

Wenn Du es tust…wünsche ich Dir viel Glück!!

kitty

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Hallo,

was meinst du mit

also ich bin in der 3. dekade

und wie lange bist du tatsächlich in Therapie? Medikamente?

…und jetzt an nem punkt, wo ich sage, ich mag nimmer…nicht mehr
drüber reden, warum …

Vielleicht ist es mittlerweile wirklich an der Zeit zu handeln, anstelle zu reden. Wo würdest du ansetzen wollen?

Am Therapeuten?
Bei deiner Familie?
An der Distanz zu Mutter/Vater?

Gruß
Der Franke

Ich nehme an, du hast schon unzaehlige Gespraeche mit deiner Mutter gefuehrt. Und nichts hat sich geaendert. Und es wird sich auch nichts aendern. Ich war ebenfalls in einer solchen Situation (mit anderem Hintergrund) bis ich begriffen habe, dass sich nichts aendern wird und dass das Problem nicht bei mir liegt. Nicht ich war diejenige, die eine Therapie benoetigt hat. Meine Mutter hat mir mein Leben nur schwer gemacht und daher habe ich vor 10 J. den Kontakt komplett abgebrochen. Fuer mich existiert sie nicht mehr. Mein Leben ist nicht aermer geworden, ich habe nichts verloren, sondern ganz im Gegenteil, mir geht es endlich gut. Die Alternative waere gewesen bis ans Ende meines verbleibenden Lebens zu leiden ohne dass sich je etwas Positives aus der Beziehung mit meiner Mutter ergeben haette.

Ein drastischer Schritt den viele nicht verstehen koennen weil sie nicht die Umstaende und Details kennen und selbst wenn, muessten sie es selbst gelebt haben um es verstehen zu koennen.

Ob meine Gruende fuer diese Entscheidung auf dich uebertragbar sind, weiss ich nicht. Ich kann dir auch keinen Rat geben, aber vielleicht etwas zum nachdenken.

Ja.
Ich habe eine Frage.

Kannst Du das, was Du meinst, auch allgemein verständlich auchsrücken oder nur rhetorisch abgehoben?

M.

also ich bin fast 30 jahre alt, bin mit unterbrechung von 2 jahren seit 5 jahren in therapie (auch 10 Wochen stationär), Medikamente: 20 mg Cipramil. Tja wo ich ansetzen würde…mich ändern, innerlich wachsen, selbstbewusst durchs leben gehen und am liebsten meiner Mutter ins Gesicht schreien oder ihr weh tun, ich weiß, dass das nichts bringt und nichts ändert, aber so ist mir im Moment.

Hallo,

Tja wo ich ansetzen würde…

Könntest du den Kontakt zu deiner Mutter komplett abbrechen? Gegebenfalls wegziehen? Mit Mann und Kindern?
Ich befürchte ein wenig, dass es ohne diese Veränderung nicht gehen wird. Du kannst nur ändern, wenn du Abstand gewinnst. Räumlich und gefühlsmäßig. Therapie und Medikament alleine werden nicht weiterhelfen, sie könnten aber unterstützen und tatsächlich hilfreich, nicht nur lindernd, sein, wenn du eine Veränderung der Situation herbeiführst.

und am liebsten meiner Mutter ins Gesicht schreien oder ihr
weh tun

Das kommt vielleicht später, wenn du Distanz gewonnen hast. Momentan geht es einfach nicht, weil du nicht ausweichen und dich zurück ziehen kannst. Deine jahrelange Unterlegenheit, die nun mal da ist, musst du langsam aber sicher auf Augenhöhe bringen.

Dass deine Mutter dir nichts zutraut, kannst du locker betrachten. Sie sieht sich als „gestandene“ Person, sie hat es mit den Problemen deines Vaters ein Leben lang ausgehalten. Und diese Probleme gegenüber dir verteidigt und abgewehrt. Sie hat es dahin irgendwie auch gut gemacht, aber sie erwartet nun von dir auch eine entsprechende Lebenseinstellung. Du bist ihr Opfer (aber auch Rückhalt), weil sie anderes nicht ändern kann. Ihre Lebenseinstellung hast du aber nicht nötig. Du hast deinen tollen Mann, deine Kids. Deine Ziele und Wünsche erreicht. Kein Unterschied zu vielen anderen. Das solltest du nicht aufs Spiel setzen.

mich ändern, innerlich wachsen, selbstbewusst durchs leben gehen

Solange du in Reichweite bist, wird sich nichts ändern. Ändern wird es sich, wenn du es änderst. Und nicht durch Reden, Medikamente, Therapie oder Analysen. Du hast nichts, absolut nichts zu verlieren (außer noch deine Familie).

Unternehme etwas, und sei es vorerst in räumlicher Nähe nur den kompletten Kontaktabbruch (auch Hausverbot). Es wird nicht einfach sein, und es wird auch eine längere Zeit benötigen. Aber wenn die Gegenwehr oder das Verhalten deiner Mutter sich ändern, wird sich anderes von selbst einstellen:

innerlich wachsen, selbstbewusst durchs leben gehen

Ohne nicht.

Gruß
Der Franke

Ich kenne diese Situation, erlebe sie seit Jahrzehnten hautnah „begleitend“. Einweisung in noch jüngeren Jahren, stationäre Behandlung, Therapien, Medikamente (mittlerweile alles abgesetzt). Auch die Mutter (die Ursache) lebt nicht mehr, vor 10 Jahren verstorben. Trotzdem.
Tu es dir nicht an, mach was, bevor es auch dich ein Leben lang begleitet.

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Hallo luem

man löst sich vom verdrängten Vater
…indem man den Raum lässt, den ihm nicht gerade die Mutter - in berechtigter Angst vor seinem Alkoholismus - zuwenig oder zuviel eingeräumt hat.

Er ist (aber) auch jemand und verdient einen vielleicht kleinen, aber existenten Stellenwert, den Du ihm aus eigener Überzeugung zugestehst. Gerade in diesem ist dann vielleicht - neben anderen - ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal von Dir zur Mutter zu finden.

Gruss
Mike