Hallo,
Tja wo ich ansetzen würde…
Könntest du den Kontakt zu deiner Mutter komplett abbrechen? Gegebenfalls wegziehen? Mit Mann und Kindern?
Ich befürchte ein wenig, dass es ohne diese Veränderung nicht gehen wird. Du kannst nur ändern, wenn du Abstand gewinnst. Räumlich und gefühlsmäßig. Therapie und Medikament alleine werden nicht weiterhelfen, sie könnten aber unterstützen und tatsächlich hilfreich, nicht nur lindernd, sein, wenn du eine Veränderung der Situation herbeiführst.
und am liebsten meiner Mutter ins Gesicht schreien oder ihr
weh tun
Das kommt vielleicht später, wenn du Distanz gewonnen hast. Momentan geht es einfach nicht, weil du nicht ausweichen und dich zurück ziehen kannst. Deine jahrelange Unterlegenheit, die nun mal da ist, musst du langsam aber sicher auf Augenhöhe bringen.
Dass deine Mutter dir nichts zutraut, kannst du locker betrachten. Sie sieht sich als „gestandene“ Person, sie hat es mit den Problemen deines Vaters ein Leben lang ausgehalten. Und diese Probleme gegenüber dir verteidigt und abgewehrt. Sie hat es dahin irgendwie auch gut gemacht, aber sie erwartet nun von dir auch eine entsprechende Lebenseinstellung. Du bist ihr Opfer (aber auch Rückhalt), weil sie anderes nicht ändern kann. Ihre Lebenseinstellung hast du aber nicht nötig. Du hast deinen tollen Mann, deine Kids. Deine Ziele und Wünsche erreicht. Kein Unterschied zu vielen anderen. Das solltest du nicht aufs Spiel setzen.
mich ändern, innerlich wachsen, selbstbewusst durchs leben gehen
Solange du in Reichweite bist, wird sich nichts ändern. Ändern wird es sich, wenn du es änderst. Und nicht durch Reden, Medikamente, Therapie oder Analysen. Du hast nichts, absolut nichts zu verlieren (außer noch deine Familie).
Unternehme etwas, und sei es vorerst in räumlicher Nähe nur den kompletten Kontaktabbruch (auch Hausverbot). Es wird nicht einfach sein, und es wird auch eine längere Zeit benötigen. Aber wenn die Gegenwehr oder das Verhalten deiner Mutter sich ändern, wird sich anderes von selbst einstellen:
innerlich wachsen, selbstbewusst durchs leben gehen
Ohne nicht.
Gruß
Der Franke
Ich kenne diese Situation, erlebe sie seit Jahrzehnten hautnah „begleitend“. Einweisung in noch jüngeren Jahren, stationäre Behandlung, Therapien, Medikamente (mittlerweile alles abgesetzt). Auch die Mutter (die Ursache) lebt nicht mehr, vor 10 Jahren verstorben. Trotzdem.
Tu es dir nicht an, mach was, bevor es auch dich ein Leben lang begleitet.