Wie mit 'Pennern' umgehen?

Hi @, vorweg - mir ist grade keine anderes Wort als „Penner“ eingefallen und ist keineswegs abwertend oder dergleichen gemeint. Vielleicht ist Obdachlose besser?
Zu meiner Frage, ab und zu begegnen einem ja diese Menschen, mir z. B. vorhin. Der Mann schlurfte die Straße entlang, war in eine Decke gehüllt, trug seine zwei Plastiktüten und machte einen erbärmlichen Eindruck, klar.
Eigentlich würde ich bei sowas ja gerne helfen, sei es mit einem Brötchen ausgeben oder was auch immer. Aber besteht da nicht die Gefahr, wenn man den Menschen anspricht, daß dieser entweder beleidigt ist oder einem „ein paar in die Fresse haut“?
Für eure Meinung wäre ich dankbar. Gruß

Hi Antares

Eigentlich würde ich bei sowas ja gerne helfen, sei es mit
einem Brötchen ausgeben oder was auch immer. Aber besteht da
nicht die Gefahr, wenn man den Menschen anspricht, daß dieser
entweder beleidigt ist oder einem „ein paar in die Fresse
haut“?

Warum wartest Du nicht einfach, bis er Dich anspricht?
Viele dieser hungerleidenden Menschen haben wenig Hemmung, Leute um ein paar Cent anzusprechen. Das ist doch okay so.
Gruß,
Branden

Empathie
Hallo Antares

dazu fallen mir zwei, aus vielen anderen Situationen ein, die mir sehr im Gedächnis blieben weil sie beide so extrem unterschiedlich waren.

Ein Obdachloser wühlt auf dem Parkplatz in Mülltonnen die von einem Lebensmittelgeschäft waren, also war klar das er Hunger hatte und essbares suchte. Da ich auf dem Weg zu meinem Pferd war hatte ich nichts dabei außer ein paar Äpfeln, diese gab ich ihm. Er gab mir so ein strahlendes glückliches Lächeln (soweit das bei kaputten Zähnen möglich ist)und bedankte sich so überschwänglich das er fast auf dem Boden kniete und die Hände faltete. Er ging bis zu meinem Auto mit und hörte gar nicht auf sich zu bedanken und mir alles Gute zu wünschen, das es mir schon fast peinlich war weil ich dem ganzen keinen großen Stellenwert einräumte, nur ihm eben etwas zu essen zu geben.

Eine obdachlose betrunkene Frau stürzte auf dem Bürgersteig und lag da. Viele Menschen gingen an ihr vorbei und schüttelten den Kopf, halfen aber nicht. Ich ging zu ihr und fragte ob sie Hilfe brauchte, sie antwortete nicht sondern fing an zu schimpfen und zu zetern. Ich nahm ihren Arm und half ihr hoch, was einige Mühe kostete weil sie immer wieder umfiel, doch sie krallte sich an meinem Arm fest und beschimpfte mich dabei lautstark. Doch auch wenn sie schimpfte war zu merken das sie die Hilfe annahm, bis sie dann auf einer Bank saß.

Ich glaube es ist völlig egal wie sie reagieren, wichtig ist wie man selber reagiert und mit welcher Intention man helfen will.
Empathie ist immer ein guter Führer in solchen Momenten, auch diesen Menschen gegenüber die Achtung nicht zu verlieren, denn es kann jeden treffen, mal in eine Lage zu kommen wo man auf Hilfe von außen angewiesen ist und dann froh ist auf Empathie zu stoßen.

Gruß
Schiwa

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Was mir dazu noch auf- oder eingefallen ist: Als es hier im Winter diese Eiseskälte hatte, hab ich viele dieser Menschen in Cafés von z. B. Bäckereien sitzen sehen, sie sind nicht vertrieben worden. Ich fand das einfach schön, daß die Menschen da etwas zusammengerückt sind und ärger mich heute noch über meine „Hemmungen“, da mal einen Kaffee auszugeben. Gruß

Hoi Branden!

dazu fällt mir mein letztes Erlebnis ein:
Eine Frau spricht mich in der Innenstadt an und bittet um ZWEI Euro.

Viele dieser hungerleidenden Menschen haben wenig Hemmung,

Leute um ein paar Cent anzusprechen. Das ist doch okay so.

ich habe sie dann gefragt, warum sie zwei Euro braucht!
Sie sagte, dass sie Hunger hätte!

Ich habe sie daraufhin auf den Wochenmarkt eingeladen, um gemeinsam etwas Brot, Käse und Obst zu kaufen.

Sie keifte mich an, dass sie FLEISCH essen will…und dafür zwei Euro braucht.

DAS kommt bei Vegetariern garnicht gut an… wie auch immer… die Inflation ist spürbar!
Was früher eine „Mark“ war, sind jetzt schon zwei Euro :frowning:

Ansonsten: wenn mich jemand anspricht, der Hunger hat: dann bekommt er von mir etwas zu essen! HIn und wieder gebe ich auch Geld… wenn ich nicht ZU sicher bin, dass das im nächsten Laden in flüssiges Brot umgewandelt wird!

… und wer in der Fussgängerzone schöne Musik macht: da bleibe ich auch schon gerne mal stehen und höre zu, bevor ich eine Münze in den Gitarrenkasten werfe!

einfach mal so… fiel mir gerade ein!

LG Ulli

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Warum wartest Du nicht einfach, bis er Dich anspricht?
Viele dieser hungerleidenden Menschen haben wenig Hemmung,
Leute um ein paar Cent anzusprechen. Das ist doch okay so.
Gruß,
Branden

HI, eher nehme ich an, dass einigen von ihnen furchtbar peinlich ist, um Almosen zu betteln.

Stell dir eine Abwärtskarriere vor. Du bist Dr.ing, Tief- und Brückenbau.

Die von dir konstrierte Brücke, deren Bauleitung du über hast, wird mit Mängelrügen überzogen.

Da dein Ingenieurbüro zwar eine Rechtschutzversicherung hat, die aber im Vertragsrecht nicht eintritt, musst du Gerichtskosten , gegnerische Anwaltskosten bezahlen und Schadenersatz leisten. Ruckzuck sitzt du auf 3.000.000 EUR Schulden, dein Haus ist weg, dein Betriebsvermögen wird zwangsvollstreckt, dazu kommt noch eine Klinikpackung persönliches Pech sowie sonstige widrige Umstände und fertig ist der Obdachlose.

Ich glaube, dass ich kaum betteln würde, solang ich mich noch halbwegs aufrecht halten könnte.

Gruß

HM

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Hallo,
wenn man bedenkt, das alle „Penner“ eine Unterkunft bekommen und keiner bei der Saukälte draussen schlafen muss…ich gebe denen auch ab und zu etwas zu essen. Oder den Hunden ein Döschen. Habe auch schon eine junge Obdachlose zum Bäcker eingeladen, habe auch schon mit ihnen ein Bierchen getrunken und einiges unglaubliches gehört.Nur eins mach ich nicht: Ich gebe kein Geld!

LG Manu

Hi,
stell Dir folgendes vor:
Irgendwann in Deinem Leben ist etwas so gründlich schiefgegangen, das du jetzt am Boden bist. Keine Wohnung, kein Geld, keine Arbeit, keine Freunde dafür viel Alkohol. Eines Morgens im Winter schlürfst Du nach einer ziemlich kalten Nacht durch die Strassen. Dir ist kalt. Deine Habseligkeiten in Plastiktüten mitschleppend. Wahrscheinlich auf dem Weg zu einer Einrichtung wo man frühstücken kann. Dir ist schlecht. Du brauchst was warmes. Du bist allein. Hast Hunger. Weißt nicht wie es weiter gehen soll. Die Leute behandeln dich wie einen Aussätzigen. Trostlos.
Dann kommt jemand und bietet Dir was zu essen an. Oder einen warmen Kaffee. Das tut gut. Wenn man merkt das es Menschen gibt, die sich kümmern. Die ein bißchen helfen wollen. Die einen wie einen Menschen behandeln und nicht wie Abschaum. Du glaubst gar nicht wie gut das tut in so einer Situation.
Natürlich gibt es auch Leute die keine Hilfe annehmen wollen, und dich dann vielleicht anschnauzen oder so. Aber das Risiko würde ich eingehen.
Grüsse von Rala

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Für eure Meinung wäre ich dankbar. Gruß

In erster Linie ist es eine Sache der Stadtverwaltung. Wenn Menschen auf diese Weise in einer Gesellschaft leben, dann ist das ein Makel.

Aus persönlicher Sicht ist es schon eine Sache, die sich aus der Situation ergibt. Auch ich würde sagen, nur helfen, wenn man darum gebeten wird. Und dann im richtigen Maß.

gruß
rolf

Hi,

Ansonsten: wenn mich jemand anspricht, der Hunger hat: dann
bekommt er von mir etwas zu essen! HIn und wieder gebe ich
auch Geld… wenn ich nicht ZU sicher bin, dass das im
nächsten Laden in flüssiges Brot umgewandelt wird!

Was ist das für eine Anmaßung - ich gebe, aber ich bestimme auch, was damit gemacht wird… Auch einem Obachlosen sollte man die Entscheidung überlassen, ob er sich von der kleinen Spende ein Wurstbrötchen oder eine Dose Bier kauft.

… und wer in der Fussgängerzone schöne Musik macht: da
bleibe ich auch schon gerne mal stehen und höre zu, bevor ich
eine Münze in den Gitarrenkasten werfe!

Ja sicher, wenn’s Äffle tanzt, da gibt man schon mal gern was.

Grummelgrüße
Adler

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Was ist das für eine Anmaßung - ich gebe, aber ich bestimme
auch, was damit gemacht wird… Auch einem Obachlosen sollte
man die Entscheidung überlassen, ob er sich von der kleinen
Spende ein Wurstbrötchen oder eine Dose Bier kauft.

Hallo Anja,
wieso Anmaßung? Mir gehts eher auch so, daß ich wissen will was mit dem Geld passiert. Der Grund ist einfach.
Ich will mein Geld investieren. In einen Menschen der sich nicht wohlfühlt wo er gerade ist und der zumindest angefangen hat umzudenken, für sein Leben die Verantwortung zu übernehmen, den es aber ohne meine Gabe vielleicht wieder zurückwerfen würde. Deshalb gebe ich am liebsten den „Zeitungsverkäufern“ Geld.

Gruß D.K.

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Hallo Herr Meyer

Ich glaube, dass ich kaum betteln würde, solang ich mich noch
halbwegs aufrecht halten könnte.

Richtig, seh ich auch so, aber das heißt ja nicht, dass ich es nicht als peinlich oder demütigend empfinden würde, wenn mir einer ungefragt Geld zusteckt. Vor allem, wenn es nur wenig ist. :wink:
Ich möchte schon die Freiheit haben, von mir selbst aus Leute anzubetteln.
Gruß,
Branden

Hoy Ulli
Genauso mach ichs manchmal auch (wenns mir nicht zu aufwendig ist).
Im großen und ganzen ganz Deiner Meinung!
Gruß,
Branden

Hi,

Der Grund ist einfach.
Ich will mein Geld investieren.

Ach, es geht um’s Bruttosozialprodukt - sag’s doch gleich.

Gruß,
Adler

Hi!

wieso Anmaßung? Mir gehts eher auch so, daß ich wissen will
was mit dem Geld passiert. Der Grund ist einfach.
Ich will mein Geld investieren. In einen Menschen der sich
nicht wohlfühlt wo er gerade ist und der zumindest angefangen
hat umzudenken, für sein Leben die Verantwortung zu
übernehmen, den es aber ohne meine Gabe vielleicht wieder
zurückwerfen würde.

Naja - meistens ist es aber so, dass Wohnungslose bereits in einer Sackgasse sind, aus der sie nicht so leicht raus finden. Schon deswegen nicht, weil sie sich selbst keine Chance geben (weil ihnen ja von der Umgebung auch keine gegeben wird). Ich denke, das sollte man erst mal akzeptieren und nicht versuchen, jemanden „retten“ zu wollen, der dazu nicht bereit oder fähig ist.
Ich denke, am besten ist den Menschen geholfen, wenn man sich für sie engagiert und interessiert - etwa der Stadtverwaltung klar macht, dass Wohnungslose in einem Bahnhofsgebäude nicht dem Stadtbild schaden und deswegen nicht „entfernt“ werden müssen; wenn man sich ab und zu für die Projekte interessiert, die sich um Wohnungslose kümmern. Da kann man auch so Dinge wie Kleidung, Essen, Toiletteartikel (ist ganz wichtig, weil sich Wohnungslose oft am meisten für ihren hygienischen Zustand schämen), Zigaretten etc. hinbringen.
Ich denke auch, dass es manchmal gar nicht so schlecht ist, den Cliquen bei den „Betteltouren“ was abzugeben. Auch wenns zum Großteil für Alk drauf geht - oft haben die Leute wirklich nix zwischen den Zähnen, weil die Sozialhilfe mal wieder nicht ausbezahlt wurde („mangelnder Arbeitswillen“, etc.), und dann helfen sich die Wohnunglosen untereinander, indem sie jemanden auf Tour schicken.
Naja, und wenn ich jemanden weiß, der eine Wohnung zu vergeben hätte und nicht zimperlich ist, dann sollte man das einer Wohnungslosen-Einrichtung melden - gibt ja auch sowas wie „Betreutes Wohnen“!
Und wenn jemand am Boden liegt (ganz gleich, ob er besoffen ist oder sonst krank), dann sollte es selbstverständlich sein, dass man sich um ihn kümmert und einen Arzt ruft!! Leute, die auf der Straße leben, haben oft eine so schwache Gesundheit, dass sie auch an einer leichten Alk-Vergiftung sterben können!
Also, einfach ein bisschen mehr Interesse, weniger Scheu und mal nachsehen, wie Wohnungslose wirklich leben!
Liebe Grüße
Barbara

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Hi D.K.,

Ich will mein Geld investieren.

Häh? Einen bis zwei Euros - „investieren“ ?
Da braucht’s wohl doch noch fünf bis sieben Nullen, bevor man von Investition sprechen kann.

Die beschriebene Situation verlangt einfach nur eine Geste freundlicher Zuwendung - gegen die vielen Wegdreher und Weggucker. Auch gegen Leute, die sich zu Erziehern erheben wollen…

Mir ist es jedenfalls völlig wurscht, wofür einer mein „gutes Geld“ (welche Überschätzung !!) verwendet. Hauptsache ist dabei doch der „Lichtblick“ (Geld, Brötchen, Kaffee, Ansprache: egal).

Grüße, MrsSippi (arbeitslos, aber vergleichsweise reich)

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Hallo D.K.,
ein Zeitungsverkäufer verdient in der Regel pro verkaufte Zeitung zwischen 60 Cent und 1€ („Trinkgeld“ nicht mitgerechnet). Was er mit seinem Gewinn macht, bestimmmt nicht der Käufer… und das ist gut so.
Nicht jeder nutzt seinen Gewinn so wie du es dir vielleicht wünschst… und auch das ist gut so.
Mit dem Kauf einer Zeitung unterstützt du den Versuch ein selbstbestimmtes Leben führen zu wollen, wie auch immer das für den Einzelnen aussehen mag.

Mit Grüßen
Simone

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Hi!

Die Idee mit den Spenden an eine Obdachloseneinrichtung finde ich sehr gut. Wenn das alle tun würden, dann wäre denen bestimmt schon ein ganzes Stück weit geholfen. Ich werde mich jetzt mal informieren und es dann auch selbst tun.

Dafür gibt es ein STernchen von mir.

Bye

Tara

Huhu!

Aber besteht da
nicht die Gefahr, wenn man den Menschen anspricht, daß dieser
entweder beleidigt ist oder einem „ein paar in die Fresse
haut“?

Klar. Außerdem ist er wahrscheinlich aussätzig, hat alle möglichen Parasiten und stinkt.

(nicht ernst gemeint.)

Ich habe mich schon öfter mit Obdachlosen einfach unterhalten, und die waren nie aggressiv oder so, sondern meistens sehr offene, freundliche Menschen - OK, das kann daran liegen, das ich mehr oder wenig linksalternativ aussehe.

Kommt wahrscheinlich darauf an, wie man rüberkommt.

Regelmäßig Geld oder Essen abzugeben ist für mich als Student schwer, ich habe ja selber kaum genug, aber wenn ich kann, gebe ich was ab.

Ansonsten finde ich, das man die Betroffenen selber entscheiden lassen sollte, was sie mit dem Geld anfangen, das man ihnen gibt … mit Almosen kann man Not eh nicht lindern.

(Wenn du jemanden für einen Tag satt machen willst, gib ihm ein Festmal, wenn du jemanden für sein Leben satt machen willst, gib ihm eine Angel. Und da nur die wenigsten Menschen „Angeln“ haben, mit denen sie einen Menschen das ganz Leben lang versorgen können, kann man da wenig tun.)

Just my 2 ct …
Scrabz aka Philipp (aka Drache).

Hab grad hier bei der Bahnhofsmission angerufen, ich hab nämlich noch eine ganze Menge an Toilettenartikeln wie Shampoo, Duschgel usw., einmal angebrochen und nicht weiterbenutzt. Die Dame sagt, das nehmen sie gerne an. Ist als kleine Anregung gedacht, falls jemand was tun möchte. Gruß