Noch ein paar wesentliche Infos
Hallo ihr netten hilfreichen Tippgeber,
ich muss wohl noch ein paar Zusatzinformationen machen, sonst ist das Bild nicht rund. Ich bin nämlich gar nicht die Mama und ich lebe auch nicht mit dem Jungen zusammen, hab meine eigene Wohnung und mein Leben 350 km entfernt. Sprich, wir sind 'ne Patchworkfamilie. Seine Mutter wohnt kaum 10 km weiter, aber er hat kein gutes Verhältnis zu ihr. Deswegen ist mein Freund, also sein Papa, vor einem Jahr wieder zurückgezogen in die Stadt, wo seine zwei Jungs zur Schule gehen. Dafür fährt er jetzt jeden Tag 100km (eine Strecke) zur Arbeit und kommt dementsprechend spät nach Hause.
Ich bin keine Ersatzmama, will und kann das gar nicht sein. Ich sehe nur, dass dem Großen das viele Alleinsein überhaupt nicht gut tut, weiß aber nicht, wie wir das ändern können. Wir können ihn nicht zwingen, zu seiner Mutter zu gehen (ja, gesetzlich schon, aber das ist ja keine Lösung), wenn wir nicht da sind.
Und am Wochenende, wenn wir da sind, hat er genauso zu nichts Bock. Natürlich gehen wir raus, es gibt einen großen Garten (dessen Rasen er ab und zu halbherzig mäht), wir essen auf der Terrasse zusammen (viel Grünes, aber wir haben auch schon gegrillt) und ich komme mir schon manchmal wie eine Fitnessmoderatorin vor, weil ich immer so positiv über Bewegung und Sport und Ernährung spreche.
Es gibt noch einen zwei Jahre jüngeren Bruder, der vom Temperament her aber ganz anders ist. Der verbringt die meiste Zeit bei der Mutter, kommt nur ab und zu am Wochenende. Die Jungs verstehen sich grundsätzlich gut, nur zur Zeit nicht, das liegt aber vermutlich am Altersunterschied (der Große will erwachsen wirken, der Kleine ist noch ziemlich kindlich). Ich hab übrigens den Eindruck, dass beide ihren Vater akzeptieren und sehr gern haben.
Zu mir ist er von jeher freundlich (bin seit 2 Jahren mit seinem Vater zusammen), allerdings halte ich mich auch ziemlich aus der Erziehung raus. Zumindest stelle ich keine Regeln auf, das muss sein Daddy tun.
Ich möchte ihm gerne helfen, denn ich sehe, dass er nicht glücklich ist. Aber die Verhältnisse sind so unbeweglich. Ich weiß auch, dass ich als Person ihm gegenüber nicht viel tun kann. Trotzdem will ich die Situation verbessern, soweit ich kann.
Lieben Gruß
Christine