Wie oh wie

… sind die Computer „Kids“ nur auf dieses unmögliche Wort „funzt“ für funktioniert gekommen? „Funkt“ hätte ich ja noch verstehen können.

Dieses ewige „gefunze“ geht mir mächtig auf den Wecker!

Gruß

Fritze

Hallo Fritze!
Ich (Steirerin, jetzt in Kärnten lebend) kenne diesen Ausdruck, dass es „funzt“ schon seit meiner (nicht computerisierten) Kindheit: Wenn es „funzt“, funktioniert was nicht.
Frag mich aber nicht woher das kommt, ich nehm an, eine Verballhornung von „funktioniert nicht“ - meine die Kiddies das heutzutage auch so?
Liebe Grüße#
Birgit

bei uns heisst das neuerdins „Wetzt“ *g* (von wetzen - rennen/laufen)

Vielleicht von "Funk z ioniert?

Bye
Rolf

funzen und hunzen
Hi Birgit!

Wir sagen, es „hunzt“, wenn man etwas nicht und nicht hinkriegt.

Es „funzt“ ist wirklich die Abkürzung von es " fun k z ionier t".
Die Leute werden immer schreib- und redefauler - aber das macht dann eine lebendige Sprache aus! (Auch wenn wir nicht immer glücklich sind über die Auswüchse)

Liebe Grüße nach Kärnten (wo wir im August unsern Urlaub verbringen!)

Hanna

schwachmatendeutsch
funktioniert-fungzioniert-funzt.

so einfach.
sagen aber nicht alle kids, eher leutchen mit niedrigem iq.
kenne genug gegenbeispiele.

cu
strubbel

funktioniert-fungzioniert-funzt.

so einfach.
sagen aber nicht alle kids,

Da ist schon das nächte „Problem“. Seit wann heisst es denn im deutschen „kids“ statt Kinder? Warum sagen die lieben Kleinen jetzt „daddy“ statt „Vati“ oder „Papa“ und „Mom“ anstatt „Mama“? Das findet man in anderen europäischen Ländern nicht, obwohl sie dem amerikanischen Einfluss genauso stark ausgesetzt sind.

Kann es sein, dass das hier als besonders „cool“ gilt? Naja, die deutsche Sprache hat schon andere Katastrophen überstanden. Meine Großmutter hat am Bahnhof ein „Billet“ für ein „Coupee zweiter Klasse“ verlangt. Heute heisst es eben „Ticket“ … Das Wort Fahrschein wird hingegen stets vermieden.

Gruß

Fritze

glibberiger gibberish, Denglish, Sprachverhunzung
Hier bist Du also, Fritze. :wink:

Die Botschaft las ich wohl, allein mir dünkte, es handele sich lediglich um dieses eine Wort… das ich übrigens ebenso hasse wie Du.

Wenn schon, denn müßte es doch „es funtt“ heißen, oder, von fun k t ionier t. Außerdem hat das Wort für mich als Kölnerin einen leicht vulgären… Touch (sofern es denn ein passendes deutsches Wort gibt.
Nein, man muß nicht quoten sagen, wenn man auch zitieren sagen kann. Und auch eine Message bekomme ich ungern, weil ich Botschaften oder Nachrichten genau so gut verstehe.

Und auch wenn die deutsche Übersetzung umständlicher ist, kann man trotzdem die englische Fassung vermeiden: Wenn mich jemand zum Candlelight-Diner einlädt, muß ich lachen, ein Abendessen bei Kerzenschein ist doch genau so schön. Und ich verabrede mich auch lieber, anstatt jemanden zu daten. Mein Liebster bleibt mein Liebster, mein Süßer oder einfach mein Freund, ich werde ihn anderen gegenüber nicht als coolen boy bezeichnen - oder ihn gar meinen boyfriend nennen.

Was ist aber mit Worten, die sich vollkommen in unseren Sprachgebrauch eingegliedert haben? Willst Du kurzärmeliges Baumwolloberbekleidungstück anstelle von T-Shirt sagen? Und was sagst Du anstelle von Computer? Wie ist es mit Worten, die zwar übersetzbar sind, bei denen sich aber der englische Begriff völlig eingebürgert hat? Sagst Du E-Brief oder E-Post anstelle von E-Mail? Heimseite? Zwischennetz? Sind wir User dieses Forums oder Benutzer? Schreiben wir Beiträge… oder posten wir einfach?

Die Grenzen sind fließend und schwer zu bestimmen. Ich bin eine Verfechterin des Konfunktivs, liebe den Genitiv und Wörter wie „obzwar“… aber ich finde es nicht sinnvoll, sich generell gegen „neue“ Wörter zu stemmen. Auch früher wurden Wörter im deutschen verwendet, die nicht dorthin gehörten… man sagte „touché“ anstelle von „da haben Sie mich aber erwischt“. Das gehört schon lange zum Sprachgebrauch, und mittlerweile verliert es sich schon wieder… bedauerlicherweise.

Viel schlimmer finde ich den Verfall der Grammatik : „Größer wie“, „wem ist der Schal?“, „der ist mir“… DA gruselt es mich wirklich. Da müten wir mal geholfen werden. :wink:

Liebe Grüße,
Nike

Wo,
lieber Fritze,
hast du die letzten zwanzig Jahre gelebt, da du jetzt plötzlich so lebhaft ein Phänomen - oder eine Erscheinung, wenn dir das lieber ist - beklagt und nach dessen Herkunft fragst?
Und hast du Kraft und missionarischen Eifer genug, überall, wo du auf soche Dinge stößt, deine warnende und tadelnde Stimme zu erheben?
Du wirst viel Arbeit haben. Ich wünsche dir viel Erfolg.

Mit besten Grüßen
Fritz

Nicht zum Thema gehörige Zwischenfrage, oder: off
topic. Man könnte auch, wie bei der Regieanweisung: (Beiseite gesprochen) sagen.

Als erstes (und bislang einziges) Mitglied der „Gesellschaft
zur Erhaltung veralteter und überflüssiger Wörter“ (GEVÜW)

Liebe Nike, das war also eine Vereinsgründung? Das war mir nicht klar.
Wo gibt es Beitrittsanträge?

Beste Grüße
Fritz

Mein Computer…
Und was sagst Du anstelle von

Computer?

…ist ein Rechner

:wink:
Uschi

ist ein Rechner

Aberaber, wie unpräzise! :wink:)

Ein Computer, das ist eine programmgesteuerte, elektronische Rechen- oder Datenverarbeitungsanlage, die Rechenoperationen ausführt und Informationen speichert…

Ein Rechner… das kann auch ein kleines Kugelschiebeding sein. *fg*

Liebe Grüße, Nike

*jubel*

Als erstes (und bislang einziges) Mitglied der „Gesellschaft
zur Erhaltung veralteter und überflüssiger Wörter“ (GEVÜW)

Liebe Nike, das war also eine Vereinsgründung? Das war mir
nicht klar.
Wo gibt es Beitrittsanträge?

Du willst mitmachen? Du willst mitmachen?

*umfall*

Also gut, ernsthaft? Dann gründen wir jetzt einen Verein. *FREU*

Liebe Grüße, Nike

Da bin ich also einmal mehr auf eine deiner Finten und Haken und Ösen und Fußangeln und Köder und Mausefallen und Tricks und Testballons und Verlockungen … oh ich naiver Biedermann!

Liebe Nike, da wird dir aber auch die Aufgabe zufallen, die Satzung auszuarbeiten.

Ein § müsste etwa heißen:

„Jedes Mitglied [hier muss ich einen Kalauer unterdrücken] hat einmal am Tag bei WWW zu erscheinen und ein Posting abzugeben, in dem ein altertümliches Wort, eine lang nicht gehörte Phrase, eine verstaubte Redewendung, ein fast vergessenes Sprichwort enthalten sein muss.“

„Postings von Vereinsmitgliedern werden im Titel mit „GEVÜW“ gekennzeichnet.“

Wir könnten auch einen Aufnahmetest ausarbeiten:
100 Wörter, von denen ein beiträtig werdend Wollender wenigsten 75 kennen und erklären können muss.

Fritz

Werte Nike …

Als erstes (und bislang einziges) Mitglied der „Gesellschaft
zur Erhaltung veralteter und überflüssiger Wörter“ (GEVÜW) muß

Heda, Ihr Schelme!

Mich däucht, selbwelchen Namen hier bereits vernommen zu haben. Wehe, mein seinerzeitiger Antrag scheint der Gegenliebe nicht teilhaftig geworden zu sein! Könnt’ es ein größer Unrecht geben?

Fürwahr, der Untaten Anblick schlägt mich wund in Furcht und Grausen.

Gimmi satschn Onkerri 4 memberschipp, batte bit saddenli!

Gruß kw

Ich fabuliere weiter
Man bräuchte einen Wortwart, der die eingereichten Wörter katalogisierte.
Wie wärs mit idvwagner oder seinem Doppelgänger Heinerich?

Statt der ungefügen Namensgebungs Nikes schlage ich einen blumigeren Namen vor. Rückgreifend auf unsere Vorläufer im 18. und 17. Jhdt. schlage ich etwas wie:

Fruchtbringende Sprachgesellschaft zur Wiederbelebung …

oder:

Νικηφορη oder siegbringende Reanimationskooperative für …

Fritz

ich krieg ja hier bei euren wortdeutereien den reinen horror:

vielleicht gleich ein wort für euren verein:

Funzel

wenn eine funzel brennt, dann ist licht (es fließt energie)

also wenn der computer funzt, dann computered er :wink:))

winkel
(funzel mein ich natürlich ernst)

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

und weiter
Wiederentdeckung und Wiedererweckung deutscher Wörter

Schon mehrmals hat die Initiative einzelner Personen oder Gruppen eine Wiederbelebung untergegangener Wörter und die Verdrängung von „überflüssigen Fremdwörtern“ zur Folge gehabt.

Meist traten solche Reanimatoren in Zeiten auf, da die Sprache massiven Einflüssen von außen ausgesetzt war.

Ein solches Beispiel sind die Sprachgesellschaften Anfang des 17. Jhdts, als z. B. die „Fruchtbringende Gesellschaft“, die „Aufrichtige Gesellschaft von den Tannen“, die „Teutschgesinnte Genossenschaft angesichts des übermächtigen Einflusses der französischen Kultur und Sprache zur Rückbesinnung auf den deutschen Sprachschatz aufriefen und Dichter wie Martin Opitz und Philipp von Zesen und Sprachwissenschaftler wie Rist, Schottel und Harsdörfer aufzeigten, welche deutschen Wörter man an Stelle der Fremdwörter verwenden könne.
Damals entstanden so schöne Wörter wie:
lustwandeln, Augenblick, Verfasser letzter Wille Sinngedicht als Eindeutschungen von:
spazieren, Moment, Autor, Testament, Epigramm.

Etwas mehr als hundert Jahre später gelang G. E. Lessing und C. W. Ramler die Wiederbelebung solch hübscher Wörter wie:
Wandel, Städter, Besonnenheit, Unzahl, torkeln, ernüchtern, erkunden, kosen, entjungfern, nuscheln, schnalzen
durch die mit einem Vorwort: Vorbericht zur Sprache Logaus versehene Herausgabe der Epigramme Friedrich von Logaus (1759).
Ähnliches gelang Leibniz im Philosophischen, im Literarischen Ch. M. Wieland und Jean Paul, der z. B. auf Fischart und dessen gewaltigen Wortschatz hinwies.

Bei solchen Versuchen kommt es natürlich auch zu komischen und nicht lebensfähigen Bildungen; der „Gesichtserker“ und der „Meuchelpuffer“, der „Jungfrauenzwinger“ sind solche Versuche von Eindeutschungen für „Nase, Pistole, Kloster“.
„Höchlich, bieder, selbander, gülden, r Glast, s Königtum“ hatten wenigsten eine Zeit lang ihre Zeit und es ist nicht zu sagen, warum sie derzeit immer mehr verschwinden.
Das wären Kandidaten für unsere Liste. Auch winkels „Funzel“ gehört dazu.

Vielleicht noch was allgemeines:
Man hat berechnet, dass eine Sprache in 1000 Jahren etwa ein Fünftel ihres Wortschatzes verliert, aber viel viel mehr aufnimmt.
Das Althochdeutsche hatte etwa 20 000 Vokabel, das heutige Deutsch wenigstens 200 000.
Verschwunden sind harug = Opferstätte, gelph = religiös-kultische Orgie, luppi = Zauberkraut, die ein getaufter Germane eben nicht mehr braucht.

So verschwinden jetzt eben: Billett und Coupé, das „Fräulein“, das wohl in Cafés noch einige Zeit ein Reservat haben wird, und die Jungfrau und der Junggeselle und viele andere. Das mag man bedauern, wenn aber kein Bedarf für sie da ist …
Statt dessen bekommen wir Kids und Girlies und Singles.

Für diesen Artikel habe ich Eggers, Deutsche Sprachgeschichte und Zimmers, Deutsch und anderes zu Hilfe genommen.

Fritz

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lieber Fritze,
hast du die letzten zwanzig Jahre gelebt, da du jetzt
plötzlich so lebhaft ein Phänomen - oder eine Erscheinung,
wenn dir das lieber ist - beklagt und nach dessen Herkunft
fragst?

Es scheint einen großen Neusprech-Schub seit der breiten Verfügbarkeit von Internet-Anschlüssen zu geben. Es stört mich nur in der Extremität, wie es jetzt vorkommt. Vor allem bei Computer-Kindern und (scheinbar) unterbeschäftigten Betriebswirtschaftlern. Schlagworte wie „B-2-B“ und „QM“ eignen sich hervorragend zum Bullshit-Bingo spielen (ich hoffe Du kennst dieses kurzweilige Spielchen schon :wink:

Und hast du Kraft und missionarischen Eifer genug, überall, wo
du auf soche Dinge stößt, deine warnende und tadelnde Stimme
zu erheben?

Nein. Ich habe keinerlei missionarischen Eifer. Aber hier hatte ich mal die Zeit, mich kurz aufzuregen.

Gruß

Fritze

Hier bist Du also, Fritze. :wink:

Ja, hallo erstmal …

Die Botschaft las ich wohl, allein mir dünkte, es handele sich
lediglich um dieses eine Wort… das ich übrigens ebenso hasse
wie Du.

Danke :wink:

Ich halte den Einsatz englischer Wörter für überflüssig und
nervtötend, sofern es denn ein passendes deutsches Wort
gibt.

Das ist genau meine Meinung.

Nein, man muß nicht quoten sagen, wenn man auch
zitieren sagen kann. Und auch eine Message
bekomme ich ungern, weil ich Botschaften oder
Nachrichten genau so gut verstehe.

Genau so geht es mir.

Was ist aber mit Worten, die sich vollkommen in unseren
Sprachgebrauch eingegliedert
haben? Willst Du
kurzärmeliges Baumwolloberbekleidungstück anstelle von
T-Shirt sagen?

Nein nein. Das meine ich nicht. Ich will keinerlei Krämpfe. Weder in die eine, noch in die andere Richtung. Lediglich das fremdwortbenutzen um jeden Preis möchte ich vermeiden. Manchmal stört es mich auch enorm, wenn Worte wie „funktioniert“ zu sehr verhunzt werden.

Ich bin durchaus für einen lockeren und spielerischen Umgang mit Sprache – insbesondere in der Literatur und Lyrik. Nicht jedoch beim Verfassen wissenschaftlicher Arbeiten und im täglichen Schriftverkehr. Das nervt und führt auch zu Misverständnissen. Nicht umsonst ist Amtssprache nun mal Deutsch. Da kann auch kein schnöseliger Advokat mit lateinischen Phrasen daherkommen :wink:

Mich stört insbesondere bei vielen W-W-W Anfragen, dass elementare Regeln der Rechtschreibung, des Ausdrucks und der Grammatik häufig nicht eingehalten werden. Dann habe ich schon gar keine Lust mehr, zu antworten, weil der Fragesteller signalisiert: Ich habe keine Lust, macht ihr das mal für mich.

Gruß

Fritze

Wie
wäre es, Fritze,

wenn du dich nicht nur kurz erregtest, sondern still und konsequent dich der von dir angemahnten Fehlern enthaltend hier weiter mitmachtest und so zu einem Vorbild für manche Forumsteilnehmer würdest, indem du ihnen praktisch und alltäglich zeigtest, wie man ohne Neusprech auskommen kann.

Das könnte auch im Rahmen des von Nike ins Leben gerufenen Vereins sein, dessen Mitglieder sich - durch die Satzung dazu angehalten, aber ohne Reinheitsfanatiker zu werden, - bemühen sollten, Denglish möglichst zu vermeiden.

Vergleiche hierzu meine Artikel weiter vorne.

Fritz

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