Wie oh wie

und weiter
Ein weiteres Betätigungsfeld des Vereins könnte es werden, Fischers Fritzes Anregung aufzugreifend, durch Selbstverpflichtung einen stillen, aber nachdrücklichen Kampf gegen das auch hier um sich greifende Denglisch und andere Sprachschludrigkeiten zu führen, ohne dass wir gleich als Missionare mit Feuer und Schwert auftreten müssten.
Fritz

Apropos Abakus
Warum heißt der eigentlich so?
(Das Ding mit den „Schiebekugeln“)

Gruß
Burkhard

Grammatik vs. Mundart
Hi Nike,

stimme dir im wesentlichen zu.

Du schreibst: „Viel schlimmer finde ich den Verfall der Grammatik: „Größer wie“, „wem ist der Schal?“, „der ist mir“… DA gruselt es mich wirklich. Da müten wir mal geholfen werden. :wink:

„Größer wie“ - darüber brauchen wir nicht zu diskutieren. Jedoch: „wem ist der …?“ und „der ist mir“ erinnern mich so herrlich an meine Kindheit und an meine Reisen ins Siegerland. Dort wird schon seit Generationen so gesprochen. In der Mundart. Und die, finde ich, sollte ebenso wenig dem Verfall überlassen werden wie die Grammatik. Findest du nicht auch?

Herzliche Grüße
Burkhard

Lieber Burkhard, wenn du

„wem ist der …?“ und „der ist mir“

aus Sentimentalität und dem Hinweis auf Tradition in der Mundart gelten lässt, dann musst du ebenfalls:

„Größer wie“

gelten lassen und: die Aussprache -ig als -ig und nicht als -ich (Honig - Honich), und: ich habe gestanden, ich habe gesessen etc.

In meiner Familie, und die ist nicht klein, bin ich der einzige, der standartsprachlich: größer als sagt. Und mein Missionseifer erlahmt, aber noch korrigiere ich; jedenfalls die Jüngeren.

Diese Formen sind in Süddeutschland mindestens ebensolange Tradition wie die dir vertrauten „Unkorrektheiten“.

Durch solche Festlegungen („Darüber brauchen wir nicht zu diskutieren.“) erklärt man leicht 30 Mio Deutsche zu Sprachstümpern.
Nicht nur bis zum Tellerrand schauen!:wink:

Also: Entweder - oder. Oder eben Toleranz und Kuddelmuddel und: Suum Quique!

Herzliche Grüße
Fritz

Abakus
Hallo Burkhard,

Aba|kus [auch 'aba…] der; -, - : 1. a) antikes Rechen- od. Spielbrett; b) Rechengerät, bei dem die Zahlen durch auf Stäben verschiebbare Kugeln dargestellt werden. 2. Säulendeckplatte beim vgl. Kapitell

sagt Mr. Check.

Nochmals beste Grüße
Fritz

Herzensbildung
Hallo Fritz,

jaja, ich bin da nicht ganz so 100ig, aber mir gefällt’s, wenn man im Ruhrpott hört: „Ich pass die Kinder auf!“ Einfach köstlich, dieser Akkusativ, natürlich nur für den, der ihn mag.

Übrigens: Mit dem -ig liegst du leider falsch. Bühnendeutsch ist „zwanzich“ und nicht (wie Carolin Reiber) -ig. Das -ig ist eine süddeutsche Variante, die ich aber wiederum nett finde.

I mog halt die Unterschiede.

Aber - wie du selbst sagst: suum cuique.

Nebenbei bemerkt: ich habe mir schon seit langem abgewöhnt, Menschen danach zu beurteilen, ob sie korekt sprechen oder schreiben. Die wichtigste Bildung ist nach meiner Meinung die Herzensbildung.

Herzliche Grüße aus dem Revier!
Burkhard

Ist mir echt peinlich, …
… dass ich nicht selbst drauf gekommen bin, den MrCheck anzuklicken. Bin noch nicht so lange hier bei w-w-w und hab das noch nicht verinnerlicht. Bin so auf meinen Kluge, das Duden-Fremdwörterbuch und das Etymologische Wörterbuch des Deutschen fixiert, dass ich mir nie vorstellen kann, eine fehlende Erklärung ausgerechnet bei MrCheck zu finden. Grund ist vermutlich, dass der Name bei mir so eine Assoziation wie McDonald’s auslöst. Tja, so funktioniert das Gehirn.
Schönen Dank für Deine Erklärung, Fritz.
Herzlicher Gruß aus dem Pott!
Burkhard

immer wieder gern gehört
Ein Ruhrpottler trifft einen türkischen Gastarbeiter:

Ruhrpottler:
„Hey, wo geht dat denn nach ALDI?“

Türke:
„ZU(!) ALDI!“

Ruhrpottler:
„Wieso, isses schon sieben?“

In diesem Sinne

Ein Allgäuer der ständig dialektische Unkorrektheiten verbreitet wie „Der Butter, der Kartoffel u.s.w.“

Rolf

Kanntichschonn
Aber, wie du richtig sagst: Ist doch immer wieder was Schönes!
Danke, Rolf - und bleib dabei!
Burkhard

Hallo Nike,
ich kann dir weitgehend nur zustimmen.
Zum Denglisch gibt es übrigens ein gar allerliebstes Büchlein, nämlich das Wörterbuch der überflüssigen Anglizismen, erschienen im Verlag für Betriebslinguistik. Selbiges erfreut sich großer Beliebtheit bei jenen, die, wie du, ein romantisches _Abendessen bei Kerzenschein bevorzugen.

Wenn du noch ein Vereinsmitglied suchst: Ich bin gerne dabei!

Grüße
Lilly

[…]

wenn du dich nicht nur kurz erregtest, sondern still und
konsequent dich der von dir angemahnten Fehlern enthaltend
hier weiter mitmachtest und so zu einem Vorbild für manche
Forumsteilnehmer würdest, indem du ihnen praktisch und
alltäglich zeigtest, wie man ohne Neusprech auskommen kann.

Ich nutze kein Neusprech. Das ist mein Beitrag.

Das könnte auch im Rahmen des von Nike ins Leben gerufenen
Vereins sein, dessen Mitglieder sich - durch die Satzung dazu
angehalten, aber ohne Reinheitsfanatiker zu werden, - bemühen
sollten, Denglish möglichst zu vermeiden.

Dazu brauche ich aber keinen Verein. Ich eigne mich gar nicht zum vereinsmeiern. Weiso muss nur immer für jeden Pups ein Verein gegründet werden? Ist das albern! Ich hatte gehofft, dass ich nicht der einzige bin, der diesen Vorschlag als ironischen Seitenhieb verstanden hat.

Gruß

Fritze

Schade! o. T.
ot

hallo nike,

warum magst du das englische touch nicht, bedauerst aber, daß das französische touché aus der mode kam?

der haß auf die anglismen ist doch kindisch. es wurden immer fremde wörter übernommen. die wenigsten wissen, daß auch wörter wie schule, butter, turnen und sogar der ‚gute rutsch ins neue jahr‘ alles andere als deutsche wörter sind.

heute ist halt englisch modern. zum glück: weil es auf der ganzen welt modern ist, kann man miteinander reden!

schlimmer sind schon anglizismen, wie zum beispiel ‚netzwerk‘, ‚sinn machen‘, ‚interessiert in‘, ‚etwas erinnern‘. das klingt oft aufgesetzt, wenn es absichtlich verwendet wird. andererseits passieren solche fehler eben, wenn man oft englisch spricht.

Ein Rechner… das kann auch ein kleines Kugelschiebeding
sein. *fg*

man sagte mal elektronengehirn. aber achtung… elektron ist griechisch und heißt bernstein. da aber nicht mal der reichspropagandaminister die ‚bernsteinkraft‘ etablieren - verzeiht - inkrafttreten lassen konnte, bin ich der meinung, daß der computer (übrigens ein lateinisches, kein englisches wort) seinen platz verdient hat. *g*

Und was sagst Du anstelle von
Computer?

Ich sage seit Jahr und Tag „Rechner“ zu meinem…ähh…Personal Computer :wink: Oder meinst Du Fahrradtachos die, sobald sie digital anzeigen, „Fahrradcomputer“ heißen…oder vielleicht doch einen Taschenrechner, der von der älteren Generation manchmal als „Computer“ bezeichent wird (was ja eigentlich sehr fortschrittlich ist) ??

Dies mehr als Anmerkung denn als Frage :wink:

Gruß

Jörg

Unsere Sprache

verenglischt zusehends. Oder verkommt generell, sich dabei des
Englischen bedienen zu müssen.

Ich halte den Einsatz englischer Wörter für überflüssig und
nervtötend, sofern es denn ein passendes deutsches Wort
gibt.
Nein, man muß nicht quoten sagen, wenn man auch
zitieren sagen kann. Und auch eine Message
bekomme ich ungern, weil ich Botschaften oder
Nachrichten genau so gut verstehe.

Und auch wenn die deutsche Übersetzung umständlicher ist, kann
man trotzdem die englische Fassung vermeiden: Wenn mich jemand
zum Candlelight-Diner einlädt, muß ich lachen, ein
Abendessen bei Kerzenschein ist doch genau so schön.
Und ich verabrede mich auch lieber, anstatt jemanden zu
daten. Mein Liebster bleibt mein Liebster, mein Süßer
oder einfach mein Freund, ich werde ihn anderen gegenüber
nicht als coolen boy bezeichnen - oder ihn gar meinen
boyfriend nennen.

Was ist aber mit Worten, die sich vollkommen in unseren
Sprachgebrauch eingegliedert
haben? Willst Du
kurzärmeliges Baumwolloberbekleidungstück anstelle von
T-Shirt sagen? Und was sagst Du anstelle von
Computer? Wie ist es mit Worten, die zwar übersetzbar
sind, bei denen sich aber der englische Begriff völlig
eingebürgert hat? Sagst Du E-Brief oder E-Post
anstelle von E-Mail? Heimseite?
Zwischennetz? Sind wir User dieses Forums oder
Benutzer? Schreiben wir Beiträge… oder posten wir einfach?

Die Grenzen sind fließend und schwer zu bestimmen. Ich bin
eine Verfechterin des Konfunktivs, liebe den Genitiv und
Wörter wie „obzwar“… aber ich finde es nicht sinnvoll, sich
generell gegen „neue“ Wörter zu stemmen. Auch früher wurden
Wörter im deutschen verwendet, die nicht dorthin gehörten…
man sagte „touché“ anstelle von „da haben Sie mich aber
erwischt“. Das gehört schon lange zum Sprachgebrauch, und
mittlerweile verliert es sich schon wieder…
bedauerlicherweise.

Viel schlimmer finde ich den Verfall der Grammatik :
„Größer wie“, „wem ist der Schal?“, „der ist mir“… DA
gruselt es mich wirklich. Da müten wir mal geholfen werden. :wink:

Liebe Grüße,
Nike

Hallo Nike,

was die Überfrachtung unserer Sprache mit Anglizismen anbelangt muß ich Dir vollkommen zustimmen, es stört mich ebenfalls maßlos, daß ständig engl. Wörter verwendet werden, wo man genausogut deutsche verwenden kann.Ich glaube in diesem Punkt rennst Du offene Türen ein, da sind Fritz (der von AOL :smile: *lol*)
und ich schon lange einer Meinung, wobei Fritz allerdings einen m.E. nach komplett extremen Standpunkt vertritt, da er die meisten Begriffe ablehnt.(Stimmt doch Fritz, oder?)
In bestimmten Dingen, vor allem was den PC etc. anbelangt mache ich durchaus Kompromisse, ich sage PC, E-Mail und nicht elektronische Post ( hört sich für meine Ohren doch etwas gestelzt an), genauso wie ich der Meinung bin, daß Homepage oder das Wort User durchaus seine Berechtigung haben.Heimseite fände ich doch blöd, wobei man bei „user“ geteilter Meinung sein kann, Userfehler finde ich eigentlich besser als Benutzerfehler.
Über das Wort „funzt“ kann man ebenso geteilter Meinung sein, anfänglich hat es mich gestört, aber ich habe es bisher schon so oft gelesen, daß ich es nicht mehr als störend empfinde, auch wenn ich es nicht benutze.
Aber was mir auch entschieden auf den Geist geht, sind die weiteren von Dir aufgelisteten Begriffe wie „Date“, „Candle Dinner“ etc. da dreht sich bei mir auch der Magen um, ebenso beim Wort „simsen“, ich schreibe eine SMS, aber ich simse nicht!Andererseits ist die Boddle Party schon ein fester Bestandteil geworden, ebenso wie Party, zu meiner Zeit war der Ausdruck Fête eigentlich geläufiger.
Aber vielleicht liegt es auch nur daran, daß wir vielen Dingen eine andere, schwerwiegendere Bedeutung beimessen als( beachte bitte, daß ich „als“ und nicht „wie“ geschrieben habe!) die jetzige Generation? Wenn man sie so sprechen hört, von wegen Date, oder Boyfriend oder das etwas cool sei oder in, empfinde ich es immer so als ob sie vieles einfach nur lockerer sehen als wir und sie sich aufgrund ihrer Sprache einfach von uns distanzieren wollen.
Was ich aber als den Gipfel der Abscheulichkeit empfinde ist die Verwendung des Begriffes „outen“, der aber aus den Medien kommt, weniger von den Jugendlichen.Wie diese gesamte Verballhornung in erster Linie aus den Medien kommt, die machen sie populär, nicht die Jugendlichen. Mir kommt es immer so vor, als ob man sich auf diese Weise den Jugendlichen gegenüber anbiedern wolle, wenn man ihre teilweise verquerte Sprache spricht.
Ich seh das alles aber nicht ganz so negativ, sondern als eine vorübergehende Erscheinungform.
Früher hatten wir jede Menge französischer Begriffe in der deutschen Sprache, die sind auch fast alle verschwunden, denke an Bureau, das zitierte Billet, geblieben ist aber das Portemonnaie. Du mußt doch zugeben, daß Geldbörse sich wohl sehr seltsam anhört, oder sagst Du Geldbörse?
(Mich würde jetzt interessieren, was Fritz sagt.Geldbörse oder Portemonnaie Fritz?)
Uneingeschränkt Recht geben muß ich Dir in Bezug auf die Grammatik!
Wenn jemand beim Komparativ als und wie verwechselt, ist das für mich Dummheit, genauso wie der falsche Gebrauch des Genetivs oder Dativs oder das Unvermögen die korrekte Konjunktivform zu bilden, die falsche Bildung der indirekten Rede,die Verwechselung der Hilfsverben oder die Bildung des Prädikats einfach nur mit tun+Infinitv.
Den Vogel schießen aber m.M. nach im Fernsehen die Moderatoren ab, wenn sie vom „einzigsten“ reden.
Und was Deinen Verein anbelangt: ich habe diese Aufforderung eigentlich auch nur als Joke(!) empfunden.*lol*

Gruß
Carmen

Man bräuchte einen Wortwart, der die eingereichten Wörter
katalogisierte.
Wie wärs mit idvwagner oder seinem Doppelgänger Heinerich?

Fühle mich extrem gepinsbauchelt . Wieso heißt das eigentlich Wortwart und nicht Wörterwart? Wieso heißt es Kirschkuchen, aber Mandarine n torte?

Νικηφορη

Ist Dein Kiebort kaputt, oder mein Skrien :wink: ?

Griedinx kw

vorsicht, nicht pauschalisieren!
es sind nur ganz wenige, welche dad und so weiter sagen, die mehrzahl tut es nicht.
das nennt man selektive wahrnehmung.

cu

strubbel

Hallo Burkhard,

Jedoch: „wem ist der …?“ und „der ist mir“ erinnern mich so
herrlich an meine Kindheit und an meine Reisen ins Siegerland.
Dort wird schon seit Generationen so gesprochen. In der
Mundart. Und die, finde ich, sollte ebenso wenig dem Verfall
überlassen werden wie die Grammatik. Findest du nicht auch?

Ich finde durchaus, daß Dialekte und Mundsprachen schützenswert sind. Nur: Solche Verdrehungen im Hochdeutschen zu verwenden, finde ich unschön. Wenn man es im Rahmen seines Dialektes verwendet, sollte es schon bewußt geschehen…

Rettet dem Genitiv! :wink:

Liebe Grüße,
Nike

Antwort auf allem *lol*
und zwar auf einmal…

DAS wird ein Spaß! Ja, ich werde eine Satzung ausarbeiten… Aber erst nach meinem Uoups, der am Mittwoch beginnt.

Schreib mehr dieser köstlichen Vorschläge per Email, ich sammele sie und arbeite sie in die Satzung ein. Wenn ich wieder da bin, starte ich einen Rundruf hier im Brett. :smile:

Aber wir schreiben dann nicht nach jedem Posting die Abkürzung unseres Vereins in kapitalen Lettern, oder? *sichfürchtend*

Liebe Grüße!
Nike